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Der Begriff Kontagiosität bezeichnet das Maß der Übertragungsfähigkeit eines Krankheitserregers und beschreibt, wie leicht oder schwer dieser auf den verschiedenen, jeweils erregertypischen Infektionswegen übertragen werden kann, beispielsweise aus einer Wunde oder einem Körpersekret. Kontagiosität ist damit eine Größenangabe der Möglichkeit, bei Kontakt zu diesem Erreger aus einem betroffenen Gebiet ihn auf andere Personen zu übertragen. Die Kontagiosität ist unter anderem bestimmt durch die im Labor bestimmte Anzahl neugebildeter Pathogene pro Zelle (engl. burst size, resultierend in einer Dosis, gelegentlich stattdessen auch in einem Titer), die minimale Infektionsdosis und dem epidemiologischen R0-Wert (siehe auch Basisreproduktionszahl) des Pathogens.

Die Infektiosität beschreibt hingegen die Fähigkeit eines Pathogens, einen Wirt nach erfolgter Übertragung auch zu infizieren. Sie wird unter anderem durch die Abwehrmechanismen des Wirtes (Wirtsrestriktion) und durch die Anpassung des Pathogens an zelluläre und immunologische Prozesse des Wirts (Wirtsadaptation) gekennzeichnet. Diese beiden Faktoren spiegeln sich ebenfalls in der minimalen Infektionsdosis und im R0-Wert wider, sind aber von der Dosis unabhängig. Im englischen Sprachgebrauch sind jedoch die Begriffe ‚Kontagiosität‘ (engl. contagiosity) und ‚Infektiosität‘ (engl. infectivity) gleichbedeutend.[1]

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Susanne Modrow, Dietrich Falke, Uwe Truyen: Molekulare Virologie. Eine Einführung für Biologen und Mediziner. 2. Auflage. Spektrum-Lehrbuch, Heidelberg 2002, ISBN 3-8274-1086-X. (mit Literaturangaben, englische Übersetzung 2006).
  • David M. Knipe, Peter M. Howley et al. (eds.): Fields’ Virology. (2 Bände; Standardwerk der Virologie) 5. Auflage, Lippincott Williams & Wilkins, Philadelphia 2007, ISBN 978-0-7817-6060-7.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Contagious Ursprung und Bedeutung des Wortes. Abgerufen am 11. März 2012.