Carl Bernstein

US-amerikanischer Journalist

Carl Bernstein (* 14. Februar 1944 in Washington, D.C.) ist ein US-amerikanischer Journalist. Er deckte zusammen mit Bob Woodward als Reporter der Washington Post die Hintergründe der Watergate-Affäre auf.

Carl Bernstein, 2007

LebenBearbeiten

Bernstein ist auch als Buchautor tätig. So verfasste er eine Biografie über Papst Johannes Paul II. Die Watergate-Affäre war später Vorbild für den Film Die Unbestechlichen. Bernstein wurde darin von Dustin Hoffman dargestellt. Bernstein war ebenfalls Vorlage für den Charakter von Jack Nicholson in dem Film Sodbrennen. In der Romanvorlage von Drehbuchautorin Nora Ephron thematisiert diese Bernsteins Seitensprung mit einer gemeinsamen Bekannten, während sie selbst von ihm ein Kind erwartete.

Aktuell ist Carl Bernstein unter anderem Kolumnist im erfolgreichen US-Blog The Huffington Post. Bernstein berät seit 2017 den Nachrichtensender CNN beim Aufbau eines „Investigativpools“. Dies war eine der Reaktionen auf die Ablehnung und Beschimpfung des Senders durch die Administration von Präsident Donald Trump.[1]

Politische PositionenBearbeiten

Nachdem Carl Bernstein 1977 die Washington Post verlassen hatte, beschäftigte er sich sechs Monate lang mit den Beziehungen zwischen der CIA und der Presse während der Jahre des Kalten Krieges. Einige seiner Aussagen:

"Im Jahr 1953 reiste Joseph Alsop, damals einer der führenden syndizierten Kolumnisten Amerikas, auf die Philippinen, um über eine Wahl zu berichten. Er ging nicht, weil er von seinem Syndikat dazu aufgefordert wurde. Er ging nicht, weil er von den Zeitungen, die seine Kolumne druckten, dazu aufgefordert wurde. Er ging auf Ersuchen der CIA.

Alsop ist einer von mehr als 400 amerikanischen Journalisten, die in den letzten 25 Jahren laut Unterlagen, die im CIA-Hauptquartier hinterlegt sind, heimlich Aufträge für die Central Intelligence Agency ausgeführt haben. Einige der Beziehungen dieser Journalisten zur Agentur waren stillschweigend; einige waren explizit. Es gab Kooperation, Anpassung und Überschneidung. Journalisten stellten eine breite Palette von Geheimdiensten zur Verfügung – von der einfachen Sammlung von Informationen bis hin zur Vermittlung von Spionen in kommunistischen Ländern. Reporter teilten ihre Notizbücher mit der CIA. Die Redakteure teilten ihre Mitarbeiter. Einige der Journalisten waren Pulitzer-Preisträger, angesehene Reporter, die sich als Botschafter ohne Portfolio für ihr Land betrachteten. Die meisten waren weniger erhaben: ausländische Korrespondenten, die feststellten, dass ihre Verbindung zur Agentur ihrer Arbeit half; Stringer und Freiberufler, die sich ebenso für das Derring-do des Spionagegeschäfts interessierten wie für das Einreichen von Artikeln; und, die kleinste Kategorie, Vollzeit-CIA-Mitarbeiter, die sich als Journalisten im Ausland tarnen. In vielen Fällen, so zeigen CIA-Dokumente, wurden Journalisten mit Zustimmung des Managements der führenden amerikanischen Nachrichtenorganisationen beauftragt, Aufgaben für die CIA auszuführen.

Viele Journalisten, die über den Zweiten Weltkrieg berichteten, standen den Mitarbeitern des Office of Strategic Services, dem Vorgänger der CIA aus Kriegszeiten, nahe. Wichtiger noch, sie waren alle auf der gleichen Seite. Als der Krieg endete und viele OSS-Beamte in die CIA gingen, war es nur natürlich, dass diese Beziehungen fortgesetzt wurden.

Der Umgang der Agentur mit der Presse begann in den frühesten Stadien des Kalten Krieges. Allen Dulles, der 1953 Direktor der CIA wurde, versuchte, eine Rekrutierungs- und Deckungsfunktion innerhalb der renommiertesten journalistischen Institutionen Amerikas aufzubauen. Dulles glaubte, dass CIA-Mitarbeitern im Ausland unter dem Deckmantel akkreditierter Nachrichtenkorrespondenten ein Maß an Zugang und Bewegungsfreiheit gewährt würde, das unter fast jeder anderen Art von Deckung nicht zu erreichen wäre. Amerikanische Verlage waren wie so viele andere Unternehmens- und institutionelle Führer zu dieser Zeit bereit, die Ressourcen ihrer Unternehmen für den Kampf gegen den „globalen Kommunismus“ einzusetzen."[2]

Werke (Auswahl)Bearbeiten

  • Carl Bernstein, Bob Woodward: Amerikanischer Alptraum. Das unrühmliche Ende der Ära Nixon. Europäische Verlagsanstalt, Köln 1976, ISBN 3-434-00227-8.
  • Carl Bernstein, Bob Woodward: Die Watergate-Affäre. Droemer Knaur, München, Zürich 1974, ISBN 3-426-00362-7.

WeblinksBearbeiten

Commons: Carl Bernstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. USA - Medien stemmen sich gegen Trumps Propaganda-Maschine. In: Deutschlandfunk. (deutschlandfunk.de [abgerufen am 11. Februar 2017]).
  2. Carl Bernstein. Abgerufen am 20. Dezember 2020.