Mark Meadows

US-amerikanischer Politiker

Mark Randall Meadows (* 28. Juli 1959 in Verdun, Frankreich) ist ein US-amerikanischer Politiker der Republikanischen Partei. Von 2013 bis 2020 vertrat er den Bundesstaat North Carolina im US-Repräsentantenhaus. Von März 2020 bis Januar 2021 war Meadows Stabschef des Weißen Hauses unter Donald Trump (Kabinett Trump).

Mark Meadows (2013)

WerdegangBearbeiten

Meadows besuchte die Florida State University in Tallahassee und studierte danach an der University of South Florida in Tampa. Anschließend arbeitete er als Direktor für Öffentlichkeitsarbeit. Gleichzeitig schlug er als Mitglied der Republikanischen Partei eine politische Laufbahn ein. Im August 2012 hielt er eine Rede auf der Republican National Convention in Tampa.

Bei den Kongresswahlen des Jahres 2012 wurde Meadows im elften Wahlbezirk von North Carolina in das US-Repräsentantenhaus in Washington, D.C. gewählt, wo er am 3. Januar 2013 die Nachfolge des nicht mehr kandidierenden Demokraten Heath Shuler antrat. Bei der Wahl erreichte er um die 57 Prozent der Wählerstimmen. Er wurde in den Jahren 2014, 2016 und 2018 wiedergewählt und übte sein Amt bis zu seiner Berufung zum Stabschef aus.

Meadows war von Januar 2017 bis Oktober 2019 Vorsitzender des Freedom Caucus an, einer Gruppierung besonders konservativer Abgeordneter innerhalb der republikanischen Fraktion. Die Mitglieder dieser Fraktion waren mitverantwortlich dafür, dass die von US-Präsident Donald Trump geplante Rücknahme des Patient Protection and Affordable Care Act („Obamacare“) am 24. März 2017 scheiterte, weil ihnen die Reformen des von Trump vorgelegten Vorschlags nicht weit genug gingen.[1] Politico berichtete im Januar 2019, dass Meadows – der zwischenzeitlich als Stabschef des Weißen Hauses in der Nachfolge von John F. Kelly gehandelt worden war – einer der engsten Berater Trumps geworden sei, der teils mehrmals am Tag mit dem Präsidenten telefoniere.[2]

Am 29. Oktober 2019 stimmte Meadows als einer von elf Abgeordneten des Repräsentantenhauses gegen die Resolution, die die Ermordung und Deportation der Armenier im Osmanischen Reich als Völkermord klassifizierte.[3] Im Januar 2020 wurde er als einer von acht republikanischen Abgeordneten in das Verteidigungsteam des Weißen Hauses während des Amtsenthebungsverfahrens gegen Trump berufen.[4]

Anfang März 2020 designierte US-Präsident Trump Meadows zum Nachfolger von Mick Mulvaney als Stabschef des Weißen Hauses.[5] Meadows legte sein Kongressmandat zum 30. März 2020 nieder und trat sein Amt als Stabschef am 31. März 2020 an. Seine Amtszeit als Stabschef endete mit der Amtseinführung des neuen Präsidenten Joe Biden am 20. Januar 2021.

Am 12. November 2021 weigerte sich Meadows, einer Vorladung des Ausschusses des Repräsentantenhauses nachzukommen, der untersuchen soll, wie es am 6. Januar desselben Jahres zur gewaltsamen Erstürmung des Kapitols durch Trump-Anhänger gekommen war. Wie schon dem ehemaligen Trump-Berater Steve Bannon, droht ihm nun eine Anklage wegen Missachtung des Kongresses.[6] Am 1. Dezember wurden bekannt, dass Meadows nun doch mit dem Ausschuss kooperieren möchte und diesem durch seinen Anwalt kontaktiert sowie Dokumente übergeben hat.[7][8] Nach Übergabe der 9000 Dokumente stellte Meadows die Kooperation mit dem Ausschuss jedoch wieder ein. Laut Angaben der Komiteemitglieder geht aus den Papieren hervor, dass Meadows bei dem Versuch Trumps, das Ergebnis der Präsidentschaftswahl von 2020 als Big Lie („Große Lüge“) zu kippen, eine größere Rolle spielte als bis dahin vermutet. Angesichts seiner Vorladungs-Verweigerung beschloss der Ausschuss am 13. Dezember 2021, ihn wegen Missachtung des Kongresses anzuklagen.[9][10]

Meadows hat 2021 ein Buch über seine Zeit als Stabschef veröffentlicht.[11][12]

WeblinksBearbeiten

Commons: Mark Meadows – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Why (almost) everyone hates the House Freedom Caucus. In: CNN.com, 24. März 2017.
  2. Gabby Orr: Mark Meadows, Trump whisperer. In: politico.com. 20. Januar 2020, abgerufen am 8. März 2020 (englisch).
  3. H.Res. 296: Affirming the United States record on the Armenian Genocide. govtrack, 29. Oktober 2019, abgerufen am 31. Oktober 2019 (englisch).
  4. Statement from the Press Secretary Announcing Congressional Members of the President’s Impeachment Team. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Weißes Haus. 20. Januar 2020, archiviert vom Original am 31. Januar 2020; abgerufen am 31. Januar 2020 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.whitehouse.gov
  5. Daniel Friedrich Sturm: Vierter Stabschef: Trump feuert seinen wichtigsten Mitarbeiter. In: welt.de. 7. März 2020, abgerufen am 8. März 2020.
  6. Sturm auf das Kapitol. Bannon wegen Missachtung des Kongresses angeklagt. In: NTV. 12. November 2021, abgerufen am 13. November 2021.
  7. dpa: Trumps früherer Stabschef will doch vor Kongress erscheinen. t-online, 1. Dezember 2021, abgerufen am 1. Dezember 2021.
  8. Luke Broadwater: Meadows Agrees to Cooperate in Capitol Attack Investigation. In: nytimes.com. NYTimes, 30. November 2021, abgerufen am 1. Dezember 2021 (englisch).
  9. Luke Broadwater, Alan Feuer: Jan. 6 Committee Recommends Contempt Charge for Meadows. In nytimes.com, 13. Dezember 2021, abgerufen am 14. Dezember 2021.
  10. siehe auch dpa (27. Oktober 2022): Richter ordnet Aussage von Trumps Ex-Stabschef an
  11. The Chief’s Chief, All Seasons Press, November 2021, ISBN 978-1737478522
  12. FAZ.net