James Buchanan

US-amerikanischer Politiker, 15. Präsident der Vereinigten Staaten (1857–1861)
James Buchanan (vermutlich um 1860)
James Buchanans Unterschrift

James Buchanan [bjuːˈkænən] (* 23. April 1791 in Peters Township, Franklin County, Pennsylvania; † 1. Juni 1868 in Lancaster, Pennsylvania) war ein amerikanischer Politiker und von 1857 bis 1861 der 15. Präsident der Vereinigten Staaten.

James kam in einer relativ gut situierten irisch-schottischamerikanischen Familie zur Welt. Nach einem Studium am Dickinson College erlernte er in Lancaster den Anwaltsberuf, der ihm ansehnlichen Wohlstand einbrachte. Im Jahr 1814 zog er in das Repräsentantenhaus von Pennsylvania ein und vertrat später seinen Bundesstaat in beiden Kammern des Kongresses. Hier etablierte er sich als Verfechter der Rechte der Einzelstaaten (“States’ Rights”) und leidenschaftlicher Anhänger der Manifest Destiny, der, durch die Programmatik der Jacksonian Democracy geprägt, sein Leben lang ein loyaler Demokrat blieb. Unter Präsident James K. Polk amtierte er als Außenminister und strebte wie dieser nach einer territorialen Expansion der Vereinigten Staaten. Außerdem fungierte er unter den Präsidenten Andrew Jackson und Franklin Pierce als Gesandter im Russischen Kaiserreich beziehungsweise im Vereinigten Königreich Großbritannien und Irland, wobei er in dieser Funktion mit zwei Amtskollegen das Ostende-Manifest verfasste, in dem der imperialistische Anspruch Amerikas auf Kuba deutlich zum Ausdruck kommt. Nach mehreren erfolglosen Anläufen bei den Präsidentschaftsvorwahlen gewann er 1856 auf dem demokratischen Nominierungsparteitag und bei der folgenden Präsidentschaftswahl.

Buchanan interpretierte die präsidialen Vollmachten weiter als die meisten Amtsinhaber der Epoche vor dem Bürgerkrieg. Dem Abolitionismus stand er feindselig gegenüber und brandmarkte die Republikaner als eine Gefahr für die amerikanische Union, womit er die Sezessionsbestrebungen im Süden beförderte. Noch vor der Amtseinführung nahm er im Sinne der Sklavenstaaten entscheidend Einfluss auf die Urteilsfindung des Obersten Gerichtshofs in der Causa Dred Scott v. Sandford. Obwohl Nordstaatler galten Buchanans Sympathien eindeutig den Südstaaten, was sich in seiner Politik und der Personalauswahl für Kabinett und Spoilssystem niederschlug. Dieser Umstand sowie die Gegnerschaft zu Stephen Douglas entfremdete ihn immer mehr von großen Teilen der Partei. Dem damaligen Zeitgeist folgend unternahm er wenig gegen die Wirtschaftskrise von 1857, während er im Konflikt mit den Mormonen unter Brigham Young seine Befugnisse stärker ausnutzte, was zum in einer Verhandlungslösung endenden Utah-Krieg führte. Buchanan wird weit überwiegend als einer der schwächsten Präsidenten der amerikanischen Geschichte angesehen.

Er ist bis heute der einzige Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten, der unverheiratet blieb. Für einige verwaiste Neffen und Nichten übernahm er die gesetzliche Vormundschaft; unter diesen war mit Harriet Lane die spätere First Lady. Über eine mögliche Homosexualität Buchanans wird bis heute spekuliert.

LebenBearbeiten

Erziehung und AusbildungBearbeiten

 
Pyramide zur Kennzeichnung von Buchanans Geburtsort im Buchanan’s Birthplace State Park (2015)

James Buchanan kam im April 1791 in einer einfachen Blockhütte in Stony Batter, dem heutigen Peters Township, in den Allegheny Mountains des südlichen Pennsylvanias zur Welt. Er war das zweite von elf Kindern mit sechs Schwestern und vier Brüdern sowie der älteste Sohn von James Buchanan sen. (1761–1821) und dessen Ehefrau Elizabeth Speer (1767–1833). Sein Vater war ein 1783 aus dem County Donegal zugewanderter Irischamerikaner. Er entstammte dem Clan Buchanan, dessen Angehörige seit dem frühen 18. Jahrhundert wegen Hungersnöten und religiöser Verfolgung als Presbyterianer aus den schottischen Highlands vermehrt nach Irland und später Amerika ausgewandert waren und als Ulster-Schotten bekannt sind. Gebildet und ehrgeizig lebte er nach seiner Ankunft in den jungen Vereinigten Staaten zuerst bei einem wohlhabenden Onkel in York, bevor er 1787 einen Handelsposten in Stony Batter erwarb, das an einer Kreuzung von fünf Transportwegen im damaligen “Frontier” („Grenzland“) lag. 1788 kehrte er für kurze Zeit nach York zurück, um Elizabeth Speer zu heiraten. Diese hatte gleichfalls schottisch-irische Wurzeln und war Presbyterianerin. In seiner unvollendet gebliebenen Autobiographie schrieb Buchanan vor allem der Mutter seine frühe Bildung zugute, während der Vater mehr seinen Charakter geprägt habe. So habe sich die Mutter mit ihm schon in Kinderjahren über politische Angelegenheiten unterhalten und John Milton und William Shakespeare zitiert.[1]

1791 zog die Familie auf eine größere Farm in der Umgebung von Mercersburg und drei Jahre später dank des soziale Aufstiegs des Vaters in ein zweistöckiges Backsteinhaus im Ort selbst. Hier betätige sich Buchanan Sen. als Kaufmann und wurde bald zum wohlhabendsten Bürger der Stadt. James besuchte zunächst eine Privatschule in Mercersburg, die Old Stone Academy. Hier beinhaltete das damals übliche Curriculum klassische Bildungselemente wie Latein, Griechisch und Mathematik. Ab 1807 besuchte Buchanan dank der väterlichen Unterstützung das Dickinson College in Carlisle. Im Jahr 1808 wurde er vom College wegen ungebührlichen Verhaltens ausgeschlossen; mit Kommilitonen war er durch Trinkgelage in örtlichen Tavernen und damit zusammenhängenden nächtlichen Ruhestörungen sowie Akten von Vandalismus negativ aufgefallen. Buchanan gab in seiner Lebenserinnerung später dazu an, dass er sich an diesen Aktivitäten beteiligt habe, um in seiner Umgebung als mutig und geistreich zu gelten. Durch die Intervention des presbyterianischen Schulrektors und des Verwaltungsrats des Colleges wurde er wieder zum Unterricht zugelassen und schloss das Studium im folgenden Jahr mit guten, aber nicht den überragenden Noten ab, die er seiner Ansicht nach verdiente. Im Anschluss ging er in Lancaster, der damaligen Hauptstadt Pennsylvanias, für zweieinhalb Jahre in die Anwaltslehre bei dem bekannten James Hopkins. Da zu dieser Zeit nur an drei Universitäten ein Jurastudium angeboten wurde, hatte die Rechtslehre meist die Form einer Berufsausbildung. Der Mode der Zeit folgend, beschäftigte sich Buchanan in der bis 1812 dauernden Ausbildung außer mit dem United States Code und der Verfassung der Vereinigten Staaten mit der Diskussion von juristischen Autoritäten wie zum Beispiel William Blackstone. Selbstdiszipliniert eignete er sich die für das Common Law charakteristische systematische Gedankenführung und Orientierung an Präzedenzfällen an, die später seine politischen Prinzipien und Aktivitäten prägen sollten. Als Lernender wurde er eine häufig anzutreffende Person im Stadtzentrum, die beim Spazierengehen Selbstgespräche als Lernmethode anwandte.[2]

Anwaltstätigkeit und im Repräsentantenhaus von PennsylvaniaBearbeiten

Nach der mündlichen Abschlussprüfung und Zulassung als Anwalt blieb er in Lancaster, auch als im Jahr 1812 Harrisburg zur neuen Hauptstadt Pennsylvanias wurde. Buchanan etablierte sich rasch unter den Rechtsvertretern der Stadt als der kommende Mann. Trotzdem blieb seine Persönlichkeit, vor allem durch die mahnenden Ratschläge des Vaters bedingt, durch Vorsicht und Zurückhaltung geprägt und mangelte des vorwärtsgewandten Optimismus, der viele politische Führer auszeichnet. Obwohl er als gewandter Gesprächspartner galt, fehlte ihm jeder Humor. Als Anwalt war er Generalist und nahm alle möglichen Fälle im gesamten, sich über den Süden Pennsylvanias erstreckenden Gerichtsbezirk an. Schon als Anfänger bemühte er sich um prominente Fälle, um seine Bekanntheit und seinen Preis zu steigern, wobei der Stil seiner Verhandlungsführung als beharrlich und geradlinig aber fantasielos beschrieben wird. Der berufliche Erfolg machte ihn rasch zu einem vermögenden Mann und brachte ihm die Bekanntschaft bedeutender Politiker des Bundesstaats ein. So betrug das letzte Jahreseinkommen vor seiner Wahl in den Kongress der Vereinigten Staaten 1821 in heutiger Währung um die 175.000 US-Dollar.[3]

Zu dieser Zeit wurde er ein Freimaurer und später Meister vom Stuhl dieser Loge. Außerdem amtierte er als Vorsitzender der Ortsgruppe der Föderalistischen Partei Lancasters. Wie sein Vater unterstützte er ihr politisches Programm, dass Bundesmittel für Bauprojekte und Einfuhrzölle sowie die erneute Einrichtung einer Zentralbank vorsah, nachdem die Lizenz der First Bank of the United States 1811 ausgelaufen war. Entsprechend opponierte er gegen Präsident James Madison, der den Demokratischen-Republikanern angehörte, und seine Handhabung des Britisch-Amerikanischen Kriegs. Zwar diente er im Krieg von 1812 selbst nicht in einer Miliz, aber während der britischen Besatzung schloss er sich einer Gruppe junger Männer an, die in der Gegend von Baltimore Pferde für die United States Army stahl. 1814 wurde er für die Föderalisten in das Repräsentantenhaus von Pennsylvania gewählt, wo er der jüngste Abgeordnete war, und hatte diesen Sitz bis 1816 inne. Diesem Wahlsieg folgten in den kommenden Jahren zehn weitere, bis er im Jahr 1833 von der State Legislature als Senator abgelehnt wurde. Als ihm später Gegner innerhalb der Demokratischen Partei seine föderalistische Orientierung jener frühen Jahre vorwarfen, machte er geltend, dass er einfach nur seinem Vater zu den Föderalisten nachgefolgt sei. Im Jahr 1815 verteidigte er den Bezirksrichter Walter Franklin in einem Amtsenthebungsverfahren vor dem Senat von Pennsylvania. Franklin hatte in einem klassischen Konfliktfall zwischen Einzelstaaten und Bundesregierung zugunsten letzterer entschieden. Da zu dieser Zeit die Grenze zwischen sanktionswürdigem Amtsmissbrauch und einer juristischen Fehlentscheidung von den Vorlieben der herrschenden Parteien und der Popularität des Richterspruchs abhing, kamen derartige Impeachments häufiger vor. Buchanan konnte die Senatoren mit dem Argument überzeugen, dass nur Justizverbrechen und klare Gesetzesübertretungen eine Amtsenthebung begründeten.[4]

Typischerweise zügelte Buchanan seinen Ehrgeiz und sah durch den vom Vater geprägten Hang zum Pessimismus in jedem Fortschritt die möglicherweise letzte Karrierestufe. Da die Sitzungsperioden in der Pennsylvania General Assembly nur drei Monate betrugen, führte er die Anwaltstätigkeit mit Gewinn fort, indem er höhere Gebühren verlangte und durch seine politische Tätigkeit bedingt mehr zahlungskräftige Klientel hatte. Zu dieser Zeit führte er eine Liebesbeziehung mit Ann Coleman in Lancaster. Colemans Vater stammte wie Buchanan sen. aus dem irischen County Donegal und war Presbyterianer. Als Eisenfabrikant zu Reichtum gelangt, galt er als einer der wohlhabendsten Männer Pennsylvanias. Bis zum Sommer 1819 hatten sich Buchanan und Coleman in der damals üblichen informellen Art und Weise verlobt, jedoch im Herbst gleichen Jahres ihre Beziehung beendet. Aus Colemans Perspektive war für den Bruch offensichtlich die Vernachlässigung durch Buchanan ausschlaggebend, der seiner Karriere mehr Aufmerksamkeit als ihr schenkte. Sie warf ihm vor, nur an ihrem Geld interessiert zu sein. Seitens Buchanan mag das Beziehungsende seiner möglichen Homosexualität geschuldet sein, die bis heute diskutiert wird. Gefasst begab er sich unmittelbar nach dem Bruch für geschäftliche Zwecke in das Dauphin County, während Coleman sich auf Druck ihrer Mutter nach Philadelphia begab, um sich zu erholen. Hier starb sie kurz nach der Ankunft unerklärlicherweise an „hysterischen Krämpfen“ mit erst 23 Jahren. Ihr Vater untersagte Buchanan die Teilnahme an Trauerfeier und Beerdigung. Danach setzte Buchanan die Legende in Umlauf, dass er aus Hingabe zu seiner einzigen, früh verstorbenen Liebe unverheiratet blieb. 1833 und in seinen Fünfzigern sprach er von Heiratsplänen, die aber zu nichts führten und möglicherweise lediglich seinen Ambitionen auf einen Sitz im Bundes-Senat oder auf das Weiße Haus geschuldet waren. Im letzteren Fall war die Aspirantin die 19-jährige Anna Payne, die Nichte der früheren First Lady Dolley Madison. Somit ist er bis heute der einzige Präsident in der amerikanischen Geschichte, der sein Leben unverheiratet blieb. Er sticht damit auch aus seiner Epoche heraus, da bis zum Sezessionskrieg nur drei Prozent aller amerikanischen Männer nicht heirateten.[5]

Im Repräsentantenhaus der Vereinigten StaatenBearbeiten

Bei den Wahlen zum 17. Kongress der Vereinigten Staaten im Jahr 1820 kandidierte Buchanan für einen Sitz im Repräsentantenhaus. Kurz nach seinem Wahlsieg starb der Vater bei einem Kutschenunfall. Buchanan gehörte zur Fraktion der “Republican-Federalists”, die mit ihrer kuriosen Mischung aus Leitlinien und Glaubenssätzen den Übergang des durch die Konkurrenz von Föderalisten und Demokratischen-Republikanern geprägten First Party Systems in die “Era of Good Feelings” („Ära der guten Gefühle“) anzeigten. In dieser Ära entwickelten sich die Demokratischen-Republikaner zur einzigen einflussreichen Partei. Buchanans föderalistische Überzeugung waren ohnehin nicht sehr stark ausgeformt gewesen. Bereits als Abgeordneter in Harrisburg hatte ihn ein Kollege zum Parteiwechsel aufgefordert, als er sich gegen einen nativistischen Gesetzesvorschlag der Föderalisten gewandt hatte, der naturalisierte Bürger von Wahlämtern im Bundesstaat ausschloss. Während der Präsidentschaft von James Monroe neigte Buchanan mehr und mehr zu den Positionen der nun um Andrew Jackson entstehenden modernen Demokraten. Nach der von Jackson verlorenen Präsidentschaftswahl 1824 trat er endgültig dessen Fraktion bei. Dieser verzieh Buchanan jedoch nie die fälschlicherweise so wahrgenommene Unterstützung von Präsidentschaftskandidat Clay. Bis zu seinem Lebensende fühlte er sich den Zielen und Inhalten der Jacksonian Democracy verpflichtet, die in den folgenden Jahren eine Neuordnung der politischen Verhältnisse auslöste. Ihre Kernbotschaften waren eine Stärkung der Volkssouveränität und der Rechte der Bundesstaaten sowie die Begrenzung der Bundesgewalten. Bis zu den 1830er Jahren entwickelte sich Buchanan zu einem ausgeprägten, sich auf den 10. Zusatzartikel zur Verfassung berufenden Verfechter der Rechte der Einzelstaaten (“States’ Rights”), ohne dass diese Überzeugung seine Treue zur amerikanischen Union untergrub. Wie die meisten Demokraten glaubte Buchanan, dass die Vereinigten Staaten einfach die Summe aus ihren Bundesstaaten sei.[6]

Buchanan war bis einschließlich des 21. Kongresses der Vereinigten Staaten Repräsentant. Die erste Rede vor dem Plenum hielt er wenige Wochen nach Beginn der Sitzungsperiode 1821/22 in einer Debatte um die Finanzierung der United States Army. Ihre trockene Rhetorik glich der eines Anwalts und nahm seine späteren Debattenbeiträge vorweg, die sich durch sorgfältige Vorbereitung, Beweis- und Gegenbeweisführung sowie sentimentale Ausflüge auszeichneten. Von Anfang an suchte er die Nähe zu Kongressmitgliedern aus den Südstaaten, während er diejenigen aus Neuengland mied, die er allgemein für Radikale hielt. Er fand nicht nur den sozialen Umgang mit Südstaatlern angenehmer, sondern sympathisierte auch mit ihrer Weltanschauung. Dementsprechend belegte er gemeinsam mit ihnen und nicht, wie sonst üblich, mit Kollegen aus seinem Heimatstaat die Pension in der Hauptstadt. Eine besonders enge Beziehung hatte er zu Senator William R. King aus Alabama, mit dem er lange Zeit das Pensionszimmer teilte, was schon damals zu Spekulationen über eine etwaige homosexuelle Beziehung zwischen den beiden führte. Andere wichtige Freundschaften verbanden ihn mit William Lowndes, Philip Pendleton Barbour und John Randolph of Roanoke, die gleichfalls aus den Südstaaten stammten. Im Gegensatz zu vielen anderen Kongressmitgliedern hatte er den Vorteil einer kurzen Entfernung zu seinem Wahlbezirk und so einfachen Zugang zu seinen Wählern. Dies wurde ein kritischer Faktor für seinen späteren Erfolg, indem er für Jackson in Pennsylvania eine demokratische Koalition aus früheren föderalistischen Farmern im Norden, Handwerkern in Philadelphia und Ulster-Schottisch-Amerikanern im Westen schmiedete. So konnte er bei der Präsidentschaftswahl 1828 diesen Bundesstaat sichern und in den parallelen Kongresswahlen, bei denen die “Jacksonian Democrats” nach Abspaltung der National Republican Party erstmals als eigenständige Partei antraten, einen einfachen Sieg einfahren.[7]

Während seiner zehnjährigen Kongressmitgliedschaft erwarb er sich insgesamt den Ruf eines Repräsentanten von mittelmäßiger Begabung und Einfluss, der hinter Führungsfiguren wie Henry Clay, John C. Calhoun und Daniel Webster zurückstand. Andererseits gehörte Buchanan gleichfalls nicht zur Fraktion der unauffälligen und inkompetenten Abgeordneten mit Alkoholproblemen, die zu dieser Zeit in großer Zahl das Kapitol bevölkerten. Die größte Aufmerksamkeit erreichte er wie schon in der Pennsylvania General Assembly bei einem Amtsenthebungsverfahren, in dem er als Ankläger des Bundesbezirksrichters James H. Peck auftrat. Dieser hatte einen Anwalt in St. Louis inhaftieren lassen, der seine Entscheidungen kritisiert hatte. Im Repräsentantenhaus hatte ein Verfahren gegen Peck anfangs keine Mehrheit gefunden und war erst initiiert worden, als Buchanan Vorsitzender im United States House Committee on the Judiciary („Justizausschuss des Repräsentantenhauses“) wurde. Bei der Anhörung im Senat machte Buchanan geltend, dass Peck bewusst die Vorgaben der amerikanischen Verfassung und betreffenden bundesstaatlichen Gesetzgebung gebrochen habe, weshalb eine kriminelle Absicht vorgelegen habe. Er sei zu verurteilen, da man sich ansonsten seiner richterlichen Willkür beugte. Der Senat folgte Buchanan in seinem Plädoyer letztendlich nicht und sprach Peck mit einer Stimme Mehrheit frei. Seine größte, die frühere föderalistische Gesinnung und das Rechtsverständnis widerspiegelnde, politische Leistung als Repräsentant erbrachte er zum Ende der Amtszeit. In diesem Fall hatten sich die Mitglieder im Justizausschuss ohne seine Zustimmung darauf geeinigt, dass Justizgesetz von 1789 an einer Stelle, die die Befugnisse des Obersten Gerichtshofes der Vereinigten Staaten absteckte, zu widerrufen. Danach verlor der Supreme Court das Recht auf Erstanhörung und als Berufungsinstanz in Fällen, die das Bundesrecht auf Ebene der Einzelstaaten betrafen, und kam nur über den Instanzenweg der Bundesgerichtsbarkeit, also über die Bundesbezirks- und Bundesberufungsgerichte, ins Spiel. Obwohl ein ausgesprochener Anhänger der States’ Rights, sah Buchanan dadurch die Autorität dieser Institution und somit der Verfassung als höchstem Ausdruck des Volkswillens insgesamt erheblich beschädigt. Er sprach entsprechend im Repräsentantenhaus vor, das am Ende die Empfehlung des Justizausschusses ablehnte.[8]

Als seine Kongressmitgliedschaft begann, war die politische Landschaft noch durch die Debatte um den unlängst verabschiedeten Missouri-Kompromiss geprägt, der Sklaverei nördlich von 36° 30‘ verbot und somit die Anzahl der freien und Sklavenstaaten auf jeweils zwölf ausbalancierte. Selbst 30 Jahre später hoffte Buchanan immer noch, dass mit dieser Regelung die Sklavenfrage zur Genüge geregelt sei, obwohl dieser Konflikt während seiner gesamten Karriere virulent blieb und den öffentlichen Diskurs bestimmte. So schweifte er im Jahr 1830 selbst bei einer außenpolitischen Frage eine Gesandtschaft nach Panama betreffend ab und äußerte sich zur Sklaverei. Er führte an, dass die “peculiar institution” („besondere Institution“), wie sie in den Südstaaten euphemistisch bezeichnet wurde, zwar ein politisches und moralisches Übel sei, für das es aber keine Abhilfe gäbe. Buchanan malte das Schreckgespenst aus, dass eine Befreiung der Sklaven zwangsläufig zu einem „Massaker an der edelgesinnten und ritterlichen Männerklasse des Südens“ führte. Im Jahr 1831 lehnte er eine Nominierung für den 22. Kongresses der Vereinigten Staaten durch seinen aus den Countys Dauphin, Lebanon und Lancaster bestehenden Wahlbezirk ab. Er hatte weiterhin politische Ambitionen und einige Demokraten Pennsylvanias brachten ihn als Kandidaten für die Vizepräsidentschaft bei den Wahlen 1832 ins Spiel. Jackson entschied sich jedoch für Martin Van Buren als Running Mate und bot Buchanan Ende 1831 die Gesandtschaft im Russischen Kaiserreich an.[9]

Gesandter im Russischen KaiserreichBearbeiten

 
James Buchanan (Ölporträt von Jacob Eichholtz, 1834)

Buchanan zierte sich erst, diesen Posten anzunehmen. Zum einen war er in St. Petersburg weit entfernt vom politischen Tagesgeschehen in der Heimat, was in der Absicht Jacksons lag, der Buchanan für einen „unfähigen Wichtigtuer“ hielt. Zum anderen beherrschte er die in der damaligen Diplomatie übliche französische Sprache nicht und ließ ungern seine Anwaltspraxis ruhen. Als er erfuhr, dass die Anreise wegen der vereisten Newa erst im Frühjahr 1832 möglich war, sagte er zu. Er fungierte insgesamt 18 Monate als amerikanischer Gesandter im Russischen Kaiserreich. Schwerpunkt seiner Tätigkeit war, mit Russland einen Handels- und einen Schifffahrtsvertrag abzuschließen. Während Buchanan bei ersterem Erfolg hatte, erwies sich die Aushandlung eines Abkommens zur freien Handelsschifffahrt mit Außenminister Karl Robert von Nesselrode als schwierig. Während seines Aufenthaltes in St. Peterburg lernte er Französisch, wurde auf einer Audienz von Zar Nikolaus I. empfangen und erkannte, wie langwierig sich diplomatische Prozesse gestalteten. Obwohl Buchanan das gesellschaftliche Leben in der High Society der Hauptstadt durchaus genoss, störte er sich als überzeugter Demokrat an dem autokratischen Regime, das sich unter anderem in politischer Zensur und einer allgegenwärtigen Geheimpolizei offenbarte. Erschwerend kam hinzu, dass während seiner Abwesenheit seine Mutter und ein Bruder gestorben waren. So war er alles in allem froh, als er Ende 1833 wieder nach Amerika zurückkehrte.[10]

SenatorBearbeiten

Zurück in den Vereinigten Staaten verlor er zwar die Wahl in der State Legislature zum Senator über die volle Amtszeit in den 23. Kongress, die sechs Jahre beträgt, aber er wurde als Nachfolger von Senator William Wilkins bestimmt, der wiederum ihn in St. Petersburg beerbte. Buchanan blieb bis März 1845 Mitglied des Senats und wurde bei den Kongresswahlen 1836 und 1842 im Amt bestätigt. In dieser Zeit gewann er an Renommee und zusammen mit der Tatsache, dass bisher kein amerikanischer Präsident aus Pennsylvania stammte, sah er sich zusehends zu den höchsten Aspirationen berechtigt. Dazu musste er die Demokraten Pennsylvanias hinter sich vereinigen, so dass ihr Parteitag – die State Convention – sich geschlossen für seine Nominierung auf der National Convention aussprach. Da es in dieser Epoche jedoch als unziemlich galt, seine Ambitionen auf das Weiße Haus offen zu artikulieren, hielt sich Buchanan bedeckt und äußerte gegenüber Freunden, dass ihm die Senatorenschaft Auszeichnung genug sei. Als Senator hielt er sich strikt an die Vorgaben der State Legislature Pennsylvanias und stimmte im Kongress einige Male konträr zu seinen eigenen Redebeiträgen ab.[11]

Als loyaler Anhänger der Programmatik Andrew Jacksons war er ein Gegner einer Neugründung der Second Bank of the United States, deren Laufzeit im Jahr 1836 endete. Dementsprechend stützte er Van Burens Plan, die öffentlichen Gelder dezentral vorzuhalten und stimmte dagegen, als der Kongress Jackson für seine Geldpolitik tadelte. Trotz seiner südstaatenfreundlichen Haltung wandte er sich gegen Senator Calhoun, als dieser ein Gesetz vorschlug, dass dem Kongress die Annahme von abolitionistischen Petitionen untersagte. Buchanan sah dadurch das republikanische Prinzip der Volkssouveränität verletzt. Bis in die 1840er Jahre war seine Position zur Sklavenfrage starr geworden. Es sah in der Sklaverei eine nationale Schwäche, nicht aus humanitären Gründen, sondern weil sie eine potenzielle Gefahr für die amerikanische Union darstellte. Buchanan erachtete sie ferner als eine innere Angelegenheit der Südstaaten, da sie zum einen der Jurisdiktion der Einzelstaaten unterlag und zum anderen das Familienleben der Pflanzer betraf. Entsprechend feindselig betrachtete er die Abolitionisten, deren Bewegung er ein schnelles Ende vorhersagte.[12]

Buchanan etablierte sich neben Clay, Webster, Calhoun und Thomas Hart Benton in der ersten Reihe der Senatoren. Er vermied die Form politischen Manövrierens, die viele seiner Kollegen auf das Abstellgleis brachte. Das Angebot Präsident Van Burens, United States Attorney General und somit Leiter des Justizministeriums zu werden, lehnte er ab. Ansehen, Fleiß sowie Loyalität zur Partei hoben ihn in renommierte Senatsausschüsse wie den für Justiz und den für Auswärtige Beziehungen, dessen Vorsitz er von 1836 bis 1841 innehatte. Es war vor allem diese Position, die zu seiner landesweiten Bekanntheit beitrug und ihm seine wichtigsten politischen Errungenschaften zur Zukunft der Nation ermöglichte. Buchanans Agenda enthielt als wichtigste Punkte die populären Prinzipien der States’ Rights und der Manifest Destiny, die die Expansion als Bestimmung der Vereinigten Staaten proklamierte. So hatten alle Präsidenten bis dahin die territoriale Ausbreitung Richtung Westen vorangetrieben. Zu seiner Zeit waren alle Demokraten und die meisten Whigs Vertreter der Manifest Destiny, wobei Buchanan ihr leidenschaftlichster Fürsprecher war. Seine Begründungen für die kontinentale Ausdehnung der Vereinigten Staaten, die in den 1840er Jahren Richtung Mexiko und Zentralamerika übergriff, weisen lehrbuchhaften Charakter auf. So war er 1841 nur einer von wenigen Senatoren, die gegen den Webster-Ashburton Treaty mit dem Vereinigten Königreich stimmten, da er das gesamte Aroostook-Tal für die Vereinigten Staaten forderte. Während die Anhänger der Manifest Destiny aus den Sklavenstaaten ausschließlich der Annexion von Texas und Teilen Mexikos sowie Zentralamerikas das Wort sprachen, traten diejenigen aus den Nordstaaten nur für eine Expansion gegenüber Kanada und im Oregon Country ein. Buchanan hingegen setzte sich für eine territoriale Ausdehnung der Vereinigten Staaten in beide Richtungen ein.[13]

So machte er sich im Oregon Boundary Dispute die Maximalforderung von 54°40' als nördlicher Grenze zu eigen und sprach sich in seiner letzten längeren Rede vor dem Senat im Februar 1845 für die Annexion der Republik Texas aus, wobei er drei Gründe geltend machte: Zum einen verdiente es das unabhängige Texas Teil der „glorreichen Konföderation“ amerikanischer Bundesstaaten zu sein, zum anderen könnte ein großer Teil der Sklaverei dorthin verlagert und so die Gefahr von Sklavenaufständen im Cotton Belt („Baumwollgürtel“) verringert werden. Des Weiteren fürchtete Buchanan, dass die Republik Texas bei fortbestehender Unabhängigkeit Großbritannien einen Anlass für eine Militärintervention bot. Außerdem strebte er die Aufteilung von Texas in fünf Einzelstaaten an, so dass im Senat die Balance aus neu hinzukommenden freien und Sklavenstaaten gewahrt werden konnte. Innerhalb der Demokraten war er der extremste Vertreter der Manifest Destiny, die vor allem im damaligen Westen und Süden der Vereinigten Staaten und weniger in den Mittelatlantikstaaten und Neuengland populär war. Neben seinen Ambitionen auf das Weiße Haus und der Sympathie für die politische Stimmung in den Südstaaten lag den territorialen Maximalforderungen Buchanans noch seine Erfahrungen als Gesandter in St. Petersburg zugrunde. Hier war er in Berührung mit dem Opportunismus des britischen Kolonialismus gekommen, weshalb er bei moderateren Gebietsforderungen die Gefahr einer Intervention des Vereinigten Königreichs in Oregon, Texas oder Mexiko gegeben sah.[14]

AußenministerBearbeiten

 
James Buchanan (Aquarellmalerei von John Henry Brown, 1851)

Bei der Präsidentschaftsvorwahl 1844 hoffte Buchanan erneut auf eine Nominierung, wobei er dieses Mal offensiver vorging als in den Jahren 1836 und 1840. Er schrieb die demokratischen Parteiführer sämtlicher Bundesstaaten an und bot sich im Falle eines Verzichts Van Burens als Kandidat an. Von einem öffentlichen Wahlkampf, der zu dieser Zeit allmählich an Legitimität gewann, sah er dennoch ab. Zu seiner Enttäuschung war ihm auch dieses Mal kein Erfolg beschieden, sondern die Democratic National Convention nominierte James K. Polk, der die anschließende Präsidentschaftswahl für sich entschied. Der damaligen Überzeugung folgend berief der neue Präsident Buchanan als Außenminister in sein Kabinett, um ihn so als parteiinternen Konkurrenten auszuschalten, aber auch um ihn für seine Unterstützung im Wahlkampf zu entschädigen. Obwohl dieses Ministerium als wichtigstes Ressort galt und ihm Gelegenheit für die Umsetzung seiner expansionistischen Ziele bot, ersuchte er im Dezember 1845 Polk um seine Ablösung und um eine Nominierung für einen frei gewordenen Sitz im Obersten Gerichtshof. Besorgt, dass er als Bundesrichter vom Kongress nicht bestätigt werden könnte, zog er dieses Gesuch im Februar 1846 wieder zurück. Im Juni gleichen Jahres entschied er sich wieder um, aber nahm dann nach einigen Wochen endgültig Abstand von dieser Idee nicht zuletzt deshalb, weil bis dahin nie ein oberster Bundesrichter Präsident geworden war. Bis Dezember 1847 waren Buchanans Ambitionen wieder zum Leben erwacht und angesichts der bevorstehenden Präsidentschaftswahl lud er Parteiführer und andere politisch einflussreiche Personen zu Dinners in der Hauptstadt ein, die er auf regelmäßiger Basis ausrichtete.[15]

Während seiner Amtszeit als Außenminister verzeichneten die Vereinigten Staaten unter Polk mit 67 % ihren historisch größten Gebietszuwachs, aus dem in der Folge 22 neue Bundesstaaten entstanden. Die meisten territorialen Gewinne gingen auf die Eroberungen im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg und die erhaltenen Anteile am Oregon Country zurück. Buchanan, der eine noch größere Expansion angestrebt hatte, und der Präsident verfolgten beide die gleichen strategischen Ziele gemäß der Manifest Destiny, gerieten jedoch häufiger über die einzusetzenden taktischen Mittel und andere Details in Konflikt. Der Außenminister ging dabei keinem Streit aus dem Weg und hatte über Polks Sachkenntnis und Verständnis für geographische Fragen keine hohe Meinung. Im Oregon Boundary Dispute mit Großbritannien vertauschten sie nicht zum einzigen Male ihre Positionen: Während sich Buchanan anfangs für den 49. Breitengrad als Grenze des Oregon-Territoriums zu Britisch-Nordamerika aussprach, forderte Polk eine nördlichere Grenzlinie. Als die Nordstaaten-Demokraten sich im Wahlkampf 1844 um den populären Slogan “Fifty-Four Forty or Fight” („54°40' oder Krieg“) sammelten, machte sich Buchanan diese Position als eine Frage der nationalen Ehre zu eigen, die notfalls mit kriegerischen Mitteln zu klären sei. Bei Polk war es hingegen zu einem Gesinnungswandel in die andere Richtung gekommen, den sein Außenminister schließlich nachvollzog, so dass der Oregon-Kompromiss von 1846 schließlich den 49. Breitengrad als Grenze im pazifischen Nordwesten festsetzte.[16]

Gegenüber Mexiko hielt er an der zweifelhaften Auffassung fest, dass dessen Angriff auf amerikanische Truppen jenseits des Rio Grande im April 1846 eine Grenzverletzung und somit einen legitimen Kriegsgrund darstellte. Gemeinsam mit Polk und anderen Demokraten hatte er in der Vergangenheit mit einer aggressiven, auf die Instabilität des Nachbarstaates verweisenden Rhetorik die Basis für diesen Konflikt gelegt. Während des Mexikanisch-Amerikanischen Kriegs riet Buchanan den Präsidenten erst davon ab, Territorium südlich des Rio Grande zu beanspruchen, während dieser und der Rest des Kabinetts als neue Grenze den 22. Breitengrad anstrebten. Nachdem die United States Army im Jahr 1848 tief in das Nachbarland vorgedrungen war, änderte er seine Meinung und lehnte in Opposition zum Präsidenten und den anderen Ministern einen Friedensvertrag mit Mexiko ab. Er machte geltend, dass Mexiko den Krieg verschuldet habe und die ausgehandelten Entschädigungen für die amerikanischen Verluste zu niedrig seien. Buchanan forderte Provinzen entlang der Sierra Madre Oriental und das gesamte Niederkalifornien als künftige Bundesterritorien. Er blieb mit seiner Meinung im Kabinett alleine und im Februar 1848 ratifizierte Polk den Vertrag von Guadalupe Hidalgo. Polk vermutete, dass hinter Buchanans Haltung die Absicht steckte, dem Wunsch der Südstaaten nach neuen Sklavenstaaten nicht entgegen zu stehen.[17]

Im politischen AbseitsBearbeiten

 
Wheatland (2009)

Bei der Präsidentschaftswahl im Jahr 1848 bemühte sich Buchanan erneut um eine Nominierung. Auf der Democratic National Convention im Mai brachte er aber nur die Delegationen von Pennsylvania und Virginia hinter sich, so dass am Ende Lewis Cass zum Kandidaten der Demokraten gekürt wurde. Dieser unterlag im November dem Whig General Zachary Taylor, der sich im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg zu einem Nationalheld entwickelt hatte. Den Achtungserfolg der abolitionistischen Free Soil Party, die im Popular Vote auf 10 % kam, hielt er für eine gefährliche, aber kurzfristige Verirrung der Wähler. Für ihn waren die Demokraten die Partei, die Amerika Freiheit und Wohlstand gebracht hatte und als einzige im zunehmenden Nord-Süd-Konflikt um die Sklavenfrage die nationale Einheit wahren konnte. Daher sah er in jeder politischen Kursänderung der Partei eine potenzielle Gefahr für den Zusammenhalt der Vereinigten Staaten. Als Buchanan im Frühjahr 1849 nach Lancaster zurückkehrte, hatte er das erste Mal seit 30 Jahren kein öffentliches Amt inne und angesichts des Triumphes der Whigs auch keinerlei Aussichten auf ein solches, zumal er die Bitte der Demokraten Pennsylvanias, erneut für den Senat zu kandidieren, ablehnte.[18]

Mittlerweile in die Jahre gekommen, kleidete Buchanan sich immer noch im Stil, der in seinen jungen Mannesjahren Mode gewesen war, während ihm die Presse den Spitznamen “Old Public Functionary” („Alter öffentlicher Beamter“) verpasst hatte. Sklavereigegner im Norden verspotteten ihn aufgrund seiner moralischen Prinzipien als ein Relikt aus der menschlichen Urgeschichte. In den folgenden vier Jahren lebte Buchanan als Privatier und kümmerte sich vorwiegend um häusliche Angelegenheiten. Im Randbezirk von Lancaster kaufte er das Anwesen Wheatland, das von seinem Vorbesitzer wegen seiner Lage auf einem Hügel inmitten von „Weizen(“wheat”)“-feldern so genannt worden war. Die geräumige, 22 Zimmer aufweisende Residenz war für ihn als ledig lebenden Mann zwar viel zu groß, aber mittlerweile war er zum Zentrum eines familiären Netzwerks geworden, das aus 22 Nichten und Neffen und deren Nachkommen bestand. Sieben von diesen waren Waisen, deren gesetzliche Vormundschaft Buchanan innehatte. Er konnte durch Patronage für einige von ihnen Beschäftigungsstellen im öffentlichen Dienst finden. Für die Neffen und Nichten, die in seiner Gunst am höchsten standen, übernahm er die Rolle eines pflichtbewussten Ersatzvaters. Die größte emotionale Bindung baute er zu seiner Nichte Harriet Lane auf, die ihre Jugend und Adoleszenz in Wheatland verbrachte und später für den Junggesellen Buchanan im Weißen Haus die Rolle der First Lady übernahm. Buchanan gab ihr genaue Anweisungen, welches Verhalten von einer jungen Frau in der Gesellschaft erwartet wurde, wobei er sich die Etikette der Hauptstadt zum Vorbild nahm. In den 1840er Jahren schickte er Harriet auf eines der bekanntesten Mädchenpensionate des Landes, eine Klosterschule in Georgetown. Wie auch bei den anderen Zöglingen spiegelt sich in seinen Briefen an sie sein nüchterner und distanzierter Gefühlsausdruck wider. So warnte sie Buchanan vor allem davor, was sie nicht tun sollte, und gab ihr unaufgefordert Handlungsempfehlungen bezüglich der Auswahl ihres zukünftigen Gatten. Harriet war ihrem Onkel gegenüber dankbar und folgte loyal seinen Ratschlägen, weshalb sie erst im Alter von 37 Jahren einen wohlhabenden Banker heiratete.[19]

Buchanan richtete das Haus mit Möbeln aus Walnussholz ein und versah sein großes Arbeitszimmer mit einem separaten Hauseingang. Somit konnten Politiker und öffentliche Funktionsträger, die zu ihm kamen, die Vorderseite des Hauses meiden und ihn diskret treffen. Die Bibliothek spiegelte seine ernsthafte Natur und öffentliche Stellung wider, indem sie abgesehen von einigen Erzählungen Charles Dickens’ kaum Belletristik enthielt, sondern hauptsächlich mit Parlamentsberichten wie dem Congressional Globe, Gesetzeskommentaren und einer Kopie der Federalist Papers bestückt war. Durch den Anschluss Lancasters an die Eisenbahn begünstigt, empfing er häufig Reisende, die auf dem Weg zur Hauptstadt waren und über Nacht blieben, und beschwerte sich bei den politischen Freunden, die nicht einen solchen Zwischenstopp einlegten. Die Jahre als Familienoberhaupt und Herr über eine stattliche Residenz bescherten ihm ein maskulineres, respektableres Image und mit “the Sage of Wheatland” („der Weise von Wheatland“) einen neuen Spitznamen. In dieser Phase zog er sich zu keinem Zeitpunkt vollständig aus der Parteipolitik oder öffentlichen Angelegenheiten zurück. So plante er eine Sammlung seiner Reden und eine Autobiographie herauszugeben. Als mit dem Näherrücken der Präsidentschaftswahl 1852 die Chancen auf ein politisches Comeback stiegen, unterbrach er die Arbeiten an diesem Vorhaben. Buchanan reiste mehrfach nach Washington, um sich mit demokratischen Kongressmitgliedern abzusprechen, und fokussierte sein Handeln auf die Parteipolitik Pennsylvanias, wo die Demokraten in zwei Lager unter der Führung von Simon Cameron und George Dallas gespalten waren.[20]

Präsidentschaftsvorwahl 1852Bearbeiten

Wie für Aspiranten auf die Präsidentschaft damals üblich, präsentierte Buchanan seine Positionen in öffentlichen Briefen, wie er es schon vor der letzten Präsidentschaftsvorwahl im August 1847 getan hatte. Unter anderem hatte er in diesem Schreiben gefordert, die Linie des Missouri-Kompromisses bis zur Pazifikküste zu ziehen. Nördlich davon sollte Sklaverei verboten sein, während südlich davon die Volkssouveränität darüber entscheiden sollte. Wie und zu welchem Zeitpunkt das in den betreffenden Bundesterritorien geschehen sollte, hatte Buchanan damals nicht konkretisiert. In seinem Brief an eine öffentliche Versammlung in Philadelphia im November 1850 kam er auf diesen Punkt zurück. Der Text, dessen Vorlesung drei Stunden dauerte, war die längste, detaillierteste und am meisten zitierte Stellungnahme Buchanans bis zu seiner Präsidentschaft. Angesichts des Kompromisses von 1850, der zur Aufnahme von Kalifornien als freiem Bundesstaat in die Union und einem strengeren Sklavenfluchtgesetz geführt hatte, verwarf er nun den Missouri-Kompromiss und begrüßte die Ablehnung des Wilmot Provisos, der die Sklaverei in allen im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg hinzugewonnenen Territorien untersagte, durch den Kongress. Abolitionismus verurteilte er nicht nur als Produkt einer fanatischen Geisteshaltung, sondern auch weil die Agitation gegen die Sklaverei ihre Besitzer ängstige und die Lebensbedingungen der Sklaven sich so verschlechtere. Über die Sklaverei sollte nicht der Kongress, sondern die jeweilige State Legislature entscheiden. Des Weiteren setzte er sich für die bekannten Prinzipien der Jacksonian Democracy ein, also für eine Begrenzung der Bundesgewalten und Bundesmittel sowie eine wortgetreue Auslegung (“strict constructionism”) der Verfassung.[21]

Im sich verschärfenden Nord-Süd-Konflikt dieser Zeit machte Buchanan aus seiner Abneigung gegen abolitionistische Nordstaatler keinen Hehl. Dies lag nicht nur in seiner Parteizugehörigkeit und persönlichen Sympathie für die Südstaaten begründet, sondern auch in seinem Wohnsitz. Quäker aus Pennsylvania hatten dem Kongress von Anfang an Petitionen zur Sklavenbefreiung zugesandt. Die State Legislature in Harrisburg hatte in den 1820er Jahren freie Afroamerikaner und geflohene Sklaven gesetzlich vor Sklavenjägern geschützt. Außerdem war Pennsylvania als Grenzstaat nördlich der Mason-Dixon-Linie eine Hochburg der Underground Railroad. Als im Jahr 1851 im nahe Wheatland gelegenen Christiana militante Abolitionisten entflohene Sklaven vor ihren Eigentümern beschützten, wobei der Pflanzer und sein Sohn den Tod fanden, hielt Buchanan dies für eine frevelhafte Tat und sah in den Sklavereigegnern umso mehr die größte Gefahr für den Bestand der Union. 1850 hatte er das neue Sklavenfluchtgesetz begrüßt, das bundesweit jedem mit Strafe drohte, der ihnen bei der Flucht half, während viele seiner Landsleute in den Nordstaaten gerade dieses Gesetz empörte.[22]

Bis zum Frühjahr 1852 hatte sich Buchanan neben Cass, Stephen Douglas und William L. Marcy als aussichtsreichster Bewerber für die demokratische Präsidentschaftskandidatur etabliert. Ein Rückschlag für ihn war, als der Parteitag Pennsylvanias im März nicht einstimmig für ihn votierte, sondern mehr als 30 Delegierte eine Protestnote gegen ihn verfassten. Diese präferierten Cameron als Kandidaten beziehungsweise verübelten als Anhänger Wilmots Buchanans Konzessionen an die Südstaaten. Obwohl er, wie gewohnt, seine Ambitionen auf das Weiße Haus öffentlich verneinte, unternahm er mehr als andere Kandidaten für die Nominierung. In Briefen an Parteikollegen gab er zu bedenken, dass Cass als Präsidentschaftskandidat im Wahlmännerkollegium nicht das wichtige Pennsylvania gewinnen konnte. Buchanan schätzte angesichts der Unterstützung durch die Südstaaten die Aussichten für eine Nominierung zunehmend positiv ein. Dort standen die Radikalen zu dieser Zeit noch hinter dem politischen Programm, das Buchanan in seinem Brief von 1850 formuliert hatte. Auf der anderen Seite war er im Norden als “Doughface” („Teiggesicht“) verrufen, womit die mit dem Süden sympathisierenden Nordstaatler bezeichnet wurden. Auf der Democratic National Convention im Juni 1852 in Baltimore erreichten weder Buchanan noch Cass in den ersten Wahldurchgängen die nötige Zweidrittelmehrheit. Er konnte zwar einige Südstaaten durchgehend hinter sich sammeln, aber am Ende fehlten im die Stimmen aus den Grenzstaaten entlang der Mason-Dixon-Linie sowie den Nordstaaten. Im 49. Wahldurchgang gewann schließlich der Außenseiter Franklin Pierce aus New Hampshire. Buchanan verkündete darauf hin seinen Abschied aus der Politik und lehnte die ihm angebotene Vizepräsidentschaft ab; stattdessen schlug er mit Erfolg seinen Freund King für dieses Amt vor.[23]

Gesandter im Vereinigten Königreich von Großbritannien und IrlandBearbeiten

Obwohl diese Position in seiner Laufbahn einen Rückschritt bedeutete, nahm Buchanan sechs Monate nach der Präsidentschaftswahl von 1852 die Gesandtschaft im Vereinigten Königreich Großbritannien und Irland an, nachdem er in für ihn charakteristischer Manier zweimal von seiner Zusage zurückgetreten war. Ausschlaggebend dafür war, dass er weiterhin am öffentlichen Leben teilnehmen wollte und sein ausgeprägtes außenpolitisches Interesse. Im Sommer 1853 reiste er zum Amtsantritt nach London und blieb dort die nächsten knapp drei Jahre. Er entpuppte sich als ein gut informierter, fleißiger und effizienter Gesandter, dessen Amtsperiode in eine besonders wichtige Phase der Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten fiel. So stand konkret das militärische Engagement Großbritanniens auf einigen Inseln vor der Küste von Honduras sowie seine Einmischung in die Belange Nicaraguas zur Debatte. Hier hatte der Clayton-Bulwer-Vertrag im Jahr 1850 für den Fall eines transozeanischen Kanalbaus durch dieses Land eine britisch-amerikanische Kontrolle dieser Wasserstraße festgeschrieben. Generell reagierte Washington seit der Präsidentschaft Polks sensibler auf europäische Einflussnahme in Mittel- und Südamerika, durch die es die Monroe-Doktrin verletzt sah.[24]

Im September 1853 kam es zur ersten von über 150 Zusammenkünften von Buchanan und dem britischen Außenminister George Villiers, 4. Earl of Clarendon. Während der amerikanische Gesandte die britische Präsenz in Mittelamerika als eine Frage höchster Dringlichkeit betrachtete, war Villiers zu dieser Zeit vor allem mit dem Krimkrieg beschäftigt. Die Auswahl von Daniel E. Sickles als Sekretär für die Gesandtschaft erwies sich als Fehlgriff, da dieser das Gesellschaftsleben Londons dem Dienst vorzog und eine kaum lesbare Handschrift hatte, so dass seine Berichte häufig überarbeitet werden mussten. Buchanans erste Krise als Gesandter betraf das diplomatische Protokoll. Außenminister Marcy hatte nämlich angeordnet, dass die auswärtigen Gesandten sich lediglich als einfache Bürger zu kleiden hatten, was der Kleiderordnung vom britischen Hofstaat und der hauptstädtischen Salons der Gentry nicht genügte. Aus diesem Grund blieb er der Parlamentseröffnung fern, was im Vereinigten Königreich als Affront aufgefasst wurde. Als ihn Königin Victoria zu einem Dinner einlud, löste er das Problem dadurch, dass er ein Schwert trug, was sowohl in Amerika als auch Großbritannien zu dieser Zeit als Kennzeichen eines Gentleman galt. In der Heimat profitierte Buchanan von der „Kleideraffäre“, in dem sie ihn den Ruf eines einfachen Bürgers bescherte, der sich den aristokratischen Gepflogenheiten des Königreichs nicht unterordnete.[25]

Derweil thematisierten die Unterredungen mit Villiers neben der Päsenz des Vereinigten Königreichs in Zentralamerika und den Westindischen Inseln das Verhalten des britischen Botschafters in den Vereinigten Staaten, der dort gesetzeswidrig Soldaten für die British Army rekrutierte. Außerdem gehörte Buchanans Obsession, die spanische Kolonie Kuba zu annektieren, zu den Gesprächsinhalten. Er verfolgte einen bilateralen Vertragsabschluss als ersten Schritt auf dem Weg, Großbritannien bis auf seine kanadischen Kolonien aus der westlichen Hemisphäre herauszuhalten. Dabei hielt er sich genau an die von Präsident Pierce vorgegebenen Instruktionen, die einen britischen Abzug von den Islas de la Bahía vor der Nordküste Nicaraguas vorsahen. Ferner sollte sich das Vereinigte Königreich aus Belize zurückziehen und sein Protektorat über die Miskito und somit die Kontrolle über den im Falle eines transozeanischen Kanalbaus wichtigen Hafen San Juan de Nicaragua aufgeben. Anfangs zeigte der auf den Krimkrieg fokussierte Villiers wenig Verständnis für die amerikanischen Forderungen und ließ mangelnde Detailkenntnis über die geographische Bedeutung der fraglichen Regionen erkennen. Buchanan appellierte an die besonderen Beziehungen zwischen ihren Ländern und die vielfältigen Gemeinsamkeiten in Sprache, Religion und Kultur, die so groß seien, dass London in seiner früheren Kolonie keinen Gegner sehen sollte. Im Sommer 1854 meinte er schließlich, dass dank seiner Überzeugungsarbeit London bereit sei, auf Spanien Druck hinsichtlich eines Verkaufs von Kuba an die Vereinigten Staaten auszuüben.[26]

 
Eine Karikatur, die im Jahr 1856 in New York erschien, stellt Buchanan inmitten von Raufbolden dar, die ihn berauben. Sie rechtfertigen ihren Diebstahl jeweils durch leicht abgewandelte Phrasen aus dem Ostende-Manifest, das am Zaun am rechten Bildrand angeschlagen ist.

Im Juni 1854 beorderte ihn der Präsident nach Paris, um mit seinen Amtskollegen in Spanien und Frankreich, den Gesandten Pierre Soulé und John Y. Mason, einen Plan zu erarbeiten, wie Madrid zur Aufgabe Kubas zu bewegen sei. Buchanan kam dem nur widerwillig und mit Verzögerung nach, da er sich in dieser Sache bereits im Besitz des richtigen Konzepts wähnte. Im Oktober kam es schließlich im belgischen Seebad Ostende und danach in Aachen zu einem Arbeitstreffen der drei Gesandten. Als Resultat veröffentlichten sie das wahrscheinlich von Buchanan ausformulierte sogenannte Ostende-Manifest, in dem der Erwerb oder – falls Spanien dies ablehnen sollte – die gewaltsame Annexion Kubas skizziert wurde. Dieses Dokument gilt als eines, in dem sich der Expansionismus beziehungsweise Imperialismus der Manifest Destiny am eindeutigsten zeigt. Konkret wurde von Madrid der Verkauf für 100 Millionen US-Dollar gefordert und dies damit begründet, dass Kuba geographisch betrachtet ein natürliches Anhängsel der Vereinigten Staaten sei, das sie zum Selbsterhalt benötigte und sich nötigenfalls mit militärischen Mitteln verschaffen müsste. Für Buchanan und die Südstaaten war außerdem die Sorge vor einem Sklavenaufstand in Kuba und seinem Ausgreifen in die Vereinigten Staaten ein entscheidendes Motiv. Des Weiteren sahen sie in der Insel und ihren prosperierenden Zuckerrohrplantagen einen zukünftigen Sklavenstaat innerhalb der amerikanischen Union. In der Heimat, die derweil durch den Kansas-Nebraska Act vom Mai 1854 und die damit verbundene Aufhebung des Missouri-Kompromisses eine Verschärfung des Nord-Süd-Konflikts erlebte, verzeichnete das Ostende-Manifest ein geteiltes Echo. Während es in den Südstaaten begrüßt wurde, betrachteten die Nordstaatler das Ostende-Manifest und die Begeisterung, die es jenseits der Mason-Dixon-Linie auslöste, als einen weiteren Beleg für das aggressive Dominanzstreben der südlichen Sklavenhaltergesellschaften auf Bundesebene. In den Nordstaaten herrschte in diesem Zusammenhang immer mehr die Wahrnehmung vor, dass eine Minorität in Form der Pflanzer ihre Normen und Werte der gesamten Nation aufzwang. Als Buchanan im Jahr 1855 zunehmend den Wunsch verspürte, nach Amerika zurückzukehren, bat ihn Pierce angesichts der Verlegung einer britischen Flotte in die Karibik, die Stellung in London zu halten. Als Gesandter konnte er letztendlich den britischen Einfluss in Honduras und Nicaragua zurückdrängen und das Königreich für die amerikanischen Interessen in dieser Region sensibilisieren.[27]

Primaries und Präsidentschaftswahl 1856Bearbeiten

Weil Pierces Ansehen geschädigt war und er offiziell keine zweite Amtszeit anstrebte, galt Buchanan, obwohl er es wie üblich abstritt, als aussichtsreichster Bewerber für die demokratischen Primaries zur Präsidentschaftswahl 1856. Zwar kritisierten ihn einige Demokraten in den Nordstaaten für das Ostende-Manifest, aber insgesamt profitierte er von seiner innenpolitischen Abwesenheit während der Debatten um den Kansas-Nebraska Act. Noch in England machte er Werbung für seine Sache, indem er sich gegenüber einem katholischen Erzbischof lobend über John Joseph Hughes äußerte, der Erzbischof von New York war. Dieser setzte sich bei ranghohen Katholiken für Buchanan ein, sobald er davon gehört hatte. Als Buchanan Ende April 1856 in den Vereinigten Staaten eintraf, hatte ihn bereits der Parteitag Pennsylvanias einstimmig als demokratischen Präsidentschaftskandidaten vorgeschlagen. Kurz nachdem eine Schlägerei zwischen zwei Kongressabgeordneten, die für Charles Sumner mit schweren Verletzungen endete, und der als Pottawatomie-Massaker bekannte Überfall von John Brown auf Anhänger der Sklaverei im Kansas-Territorium landesweit Aufsehen erregten und die angespannte Lage der Nation einmal mehr verdeutlichten, tagte Anfang Juni die National Convention der Demokraten. Das dort verabschiedete Wahlprogramm liest sich wie von Buchanan geschrieben und enthielt als Forderungen unter anderem die Begrenzung der Bundesgewalt, das energische Durchsetzen des Sklavenfluchtgesetzes und die Bekämpfung abolitionistischer Agitation.[28]

Buchanans größte Konkurrenten auf dem Nominierungsparteitag waren Pierce, der trotz anderslautender Ankündigung auf eine zweite Amtszeit hoffte, Douglas und Cass. Ihm kam zugute, dass seine Wahlkampfmanager die Organisation des Parteitags kontrollierten und sich die Senatoren John Slidell, Jesse D. Bright und Thomas F. Bayard für ihn stark machten. In der 18. Abstimmungsrunde erhielt Buchanan schließlich nach dem Rücktritt von Douglas die nötige Zweidrittelmehrheit. Da er aus Pennsylvania kam, wurde zur Wahrung des regionalen Proporzes mit John C. Breckinridge aus Kentucky ein Politiker aus den Südstaaten zu seinem Running Mate bestimmt. Bei der Präsidentschaftswahl traf Buchanan auf den ehemaligen Präsidenten Millard Fillmore von der antikatholischen und nativistischen Know-Nothing Party und John C. Frémont, der für die rasch anwachsende, die Sklaverei insbesondere in den Territorien in Frage stellende neue Republikanischen Partei in das Rennen ging. Insbesondere der Gegensatz zwischen Buchanan, der auf vier Jahrzehnte politischer Erfahrung zurückblickte, und dem jugendlichen Entdecker und Offizier Frémont war groß. Gegnerische Karikaturisten griffen dieses Thema auf und zeichneten den demokratischen Kandidaten als pingeligen alten Mann in Frauenkleidern.[29]

 
Wahlergebnisse nach Bundesstaat

Buchanan nahm nicht selbst aktiv am Wahlkampf teil, da damals die Übertragung eines öffentlichen Amtes als Geschenk des Volkes angesehen wurde, um das in eigener Person zu werben, die Regeln des Anstands verletzte. Daher führten seine politischen Freunde die Kampagne und bemühten sich insbesondere in New York um Geldgeber. Gegenüber einem Parteikomitee gelobte er, sich an das auf der National Convention beschlossene Wahlprogramm zu halten, obgleich er die dort postulierte Anwendung des Prinzips der Volkssouveränität auf die Territorien ablehnte. Buchanan fürchtete sich nämlich vor der potenziell zerstörerischen Wirkung, wenn die Territorien selbst über die Sklavenfrage entscheiden sollten. In seinem Wahlsieg sah er den einzigen Weg, wie die amerikanische Union noch zu retten sei. Um diesen zu erreichen, musste er die Südstaaten und einige Nordstaaten gewinnen, wobei er insbesondere auf Pennsylvania hoffte, wo jedoch Frémont sehr populär war. Zur Verbesserung der Siegeschancen in Kalifornien rückte Buchanan vom Jacksonschen Leitprinzip der beschränkten Bundesmittel ab und setzte sich für den staatlich geförderten Bau einer transkontinentalen Eisenbahn ein. Die schon im September stattfindende Präsidentschaftswahl in Maine offenbarte die Stärke der Republikaner; dennoch ging er von einem baldigen Verschwinden dieser Partei aus und ignorierte das mit ihr zusammenhängende Erstarken der Sklavereigegner. Der eigentliche Wahltag im November verzeichnete mit 79 % eine außergewöhnlich hohe Wahlbeteiligung. Buchanan gewann bis auf Maryland alle Sklavenstaaten sowie Pennsylvania und vier weitere Bundesstaaten im Norden, wobei er auf einen Popular Vote von 45 % kam. Die Republikaner dagegen obsiegten in elf der 16 freien Bundesstaaten. Von der Veranda von Wheatland aus hielt Buchanan seine Siegesrede, in der er in bekannt voreingenommener Manier den Wählern der Republikaner vorwarf, mit ihrer Stimme die Landsleute im Süden angegriffen und die amerikanische Union gefährdet zu haben, während die Südstaatler durch ihr Votum ihre Liebe zu den Vereinigten Staaten ausdrückten.[30]

PräsidentschaftBearbeiten

 
Buchanans offizielles Porträt im Weißen Haus (Ölporträt von George Peter Alexander Healy, 1859)
 
Feierlichkeiten vor dem noch unfertigen Kapitolsgebäude zur Amtseinführung Buchanans am 4. März 1857

Buchanan zog als ein außergewöhnlich erfahrener Politiker in das Weiße Haus. Beginnend mit James Monroe hatte er zu jedem seiner Amtsvorgänger mehr oder minder intensiven Kontakt gehabt. Zu dieser Zeit war das präsidiale Selbstverständnis weniger das eines initiativen Gestalters als das eines Verwalters. Buchanan bildete eine Ausnahme und orientierte sich an Jackson und Polk, die den Akzent auf die Exekutivgewalt des Präsidenten gelegt hatten. Ähnlich wie sein Vorbild George Washington oder der Römer Lucius Quinctius Cincinnatus verstand er sich als jemand, der nicht aktiv nach der Herrschaft gestrebt, sondern diese vom Volk, das für ihn die höchste Autorität bildete, zugetragen bekommen hatte. Ferner schrieb er sich das ruhige Temperament und die Entschlossenheit zu, die seiner Meinung nach ein guter Präsident brauchte. Dieses Selbstbild führte dazu, dass Buchanan die präsidiale Amtsgewalt sehr offensiv interpretierte, vor allem wenn es darum ging, den Südstaaten zu helfen. Zudem verteidigte er die präsidiale Vetomacht gegen die Whigs, die dieses Recht in Frage stellten, und beurteilte sie als wesentlich ungefährlicher im Falle eines despotischen Missbrauches als die Kontrolle des Weißen Hauses über Behörden und öffentliche Meinung sowie seine Befehls- und Kommandogewalt.[31]

Bei seiner Amtseinführung am 4. März 1857 hatte Buchanan mit 67 Jahren ein für die damalige Zeit außergewöhnlich hohes Alter, das nur von 3 % aller weißen Männer erreicht und von vielen mit Weisheit verbunden wurde. Aus diesem Grund kündigte er an, keine Wiederwahl anzustreben. Bevor ihm der Amtseid abgenommen wurde, führte er ein kurzes Gespräch mit dem vorsitzenden Bundesrichter Roger B. Taney, was später von Bedeutung werden sollte. Die lange Antrittsrede thematisierte den Zwist über die Sklaverei in den Territorien. Zur Lösung schlug er die Orientierung am Kansas-Nebraska Act vor, nach dem das Prinzip der Volkssouveränität und somit die State Legislature und die von ihr verabschiedete Verfassung entscheidend war, während der Kongress in dieser Frage kein Mitspracherecht habe. Bevor das Territorium dieses Stadium erreicht habe, sei es jedem Amerikaner freigestellt, sich mit seinen Sklaven in diesem Gebiet anzusiedeln. Während seiner Präsidentschaft griff er in dieser Frage immer klarer für die Südstaaten Partei und konstatierte, dass diese das Recht hätten, alle Territorien für die Sklaverei zu öffnen. Einige Wochen nach John Browns Überfall auf Harpers Ferry äußerte er sogar Verständnis für Bundesstaaten, die unter solchen Umständen mit der Sezession liebäugelten. In der Antrittsrede stellte er ferner fest, dass die legislative Frage der Volkssouveränität in den Territorien zu vernachlässigen sei, weil eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofe dazu ausstand, womit er auf den Fall des Sklaven Dred Scott anspielte.[32]

Die Organisation der Gesellschaften und Empfänge im Weißen Haus überließ der Präsident Lane und seinem Neffen James Buchanan Henry. Nachdem der letzte Amtsträger wegen der Trauer um seinen kurz vor der Amtseinführung verstorbenen Sohn nur selten zu Veranstaltungen eingeladen hatte, hoffte die High Society der Hauptstadt nun auf eine Besserung der Lage. Lane und ihr Cousin suchten diesem Anspruch gerecht zu werden und richteten während der sitzungsfreien Zeit des Kongresses präsidiale Empfänge mit mehr informellem Charakter aus. In den Sitzungsperioden fanden im Weißen Haus Staatsdiners statt, zu denen nur Kongressangehörige, hohe Richter und Diplomaten geladen waren. Buchanan ging zum Ausgleich zu seiner Arbeit im Wesentlichen zwei Aktivitäten nach. Zum einen reiste er jährlich für zwei Wochen nach Bedford Springs und suchte Erholung in den Thermalquellen des dortigen Resorts. Zum anderen ging er in Washington an den Nachmittagen regelmäßig spazieren.[33]

Kabinettsauswahl und SpoilssystemBearbeiten

 
Das Kabinett Buchanan im Jahr 1859: (von links) Innenminister Jacob Thompson, Außenminister Cass, Kriegsminister John B. Floyd, Buchanan, Finanzminister Howell Cobb, Marineminister Isaac Toucey, Postminister Joseph Holt und Justizminister Jeremiah S. Black.

Einige Wochen vor der Amtseinführung begann Buchanan mit der Zusammenstellung des Kabinetts, das er vor allem in der Rolle eines beratenden Gremiums für seine Ideen sah. Als Junggeselle war ihm ein freundschaftliches Verhältnis zu den Ministern wichtig, mit denen er sich während der ersten beiden Jahre seiner Präsidentschaft werktäglich zu mehrstündigen Besprechungen traf. Laut Baker hat wahrscheinlich kein Präsident der amerikanischen Geschichte mehr Zeit mit seinem Kabinett verbracht als Buchanan. Die Zusammenstellung des Kabinetts musste zudem dem Proporz innerhalb der Partei und zwischen den Landesregionen gerecht werden. Buchanan arbeitete an dieser Aufgabe und seiner Antrittsrede zuerst in Wheatland, bis er im Januar 1857 in die Hauptstadt reiste. Das vorzeitige Verlegen nach Washington entpuppte sich als Fehler, weil er sich wie viele andere Gäste des National Hotels auch durch leckende Wasserrohre bedingt eine starke Dysenterie zuzog, von der er erst mehrere Monate später vollständig genaß. Dutzende der Erkrankten starben, darunter Buchanans Neffe und Privatsekretär Eskridge Lane.[34]

Letztendlich offenbarte sich Buchanans Kabinettsauswahl als ein einziges Desaster. Die vier Minister aus den Südstaaten waren sämtlich zu einer Zeit ihres Lebens im großen Stile Sklavenhalter gewesen und standen später loyal zu den Konföderierten Staaten von Amerika. Die drei Ressortleiter aus den Nordstaaten waren wie Buchanan “Doughfaces” und Cass als der einzige Minister aus der Region westlich der Appalachen stand als Secretary of State, dem traditionell hochrangigsten Kabinettsposten, vollkommen im Schatten des Präsidenten, der die Außenpolitik als sein Metier betrachtete und hier vor allem den Erwerb Kubas verfolgte. Wie von Buchanan, der sich als starker Präsident hervortun wollte, durch die Besetzung beabsichtigt, unterstützten die Minister alle seine Entscheidungen vorbehaltlos. Erst im letzten halben Jahr seiner Amtszeit regte sich im Kabinett Widerspruch gegen die Politik des Präsidenten. Zu seinem Vizepräsidenten hatte Buchanan von Anfang an ein gestörtes Verhältnis, als er diesen bei seinem Antrittsbesuch nicht empfing, sondern an seine Nichte und First Lady Lane verwies, was ihm Breckinridge als Demütigung nie verzieh. Den einflussreichen Douglas, der auf der National Convention im Vorjahr durch seinen Rücktritt die Nominierung Buchanans ermöglicht hatte, ließ er bei der Postenbesetzung außen vor. Auch Republikaner sowie Nordstaaten-Demokraten, die den Südstaaten kritisch gegenüber standen, fanden im Spoilssystem keinerlei Berücksichtigung. Alles in allem führte die Personalpolitik zu einer gefährlichen Selbstisolation Buchanans.[35]

Nach der Amtseinführung beschäftigte sich Buchanan vorwiegend mit den Stellenbesetzungen im Rahmen des Spoilssystems. Unwillig exekutive Vollmachten zu delegieren und detailfixiert, arbeitete er sich am Personaltableau bis zu den unbedeutendsten Dienstposten hinabgehend ab. Auch Dokumente, die normalerweise von Sekretären durchgesehen und im Auftrag des Präsidenten abgezeichnet wurde, las er durch, bevor er sie unterschrieb. Entsprechend beschwerte er sich am Ende jeder Sitzungsperiode über die Säumigkeit des Kongresses, die ihm wegen der Fristsetzung zu wenig Zeit ließ, verabschiedete Gesetze vor der Unterschrift genau zu studieren. Weil der vorige Präsident Pierce Demokrat gewesen war, beließ Buchanan die effizienten und loyalen Offiellen bis zum Ende ihrer Amtszeit im Dienst. Einige Stellen hielt er in Reserve vor, um mit ihrer Besetzung Unterstützung und Geldmittel einzuwerben. Insgesamt wollte Buchanan mit seiner Personalauswahl für den öffentlichen Dienst eine loyale Anhängerschaft gewinnen und Republikaner sowie die Fraktion um Douglas schwächen. Jedoch wich er von dieser Linie ab, als er relativ viele Nordstaatler, darunter einige mit Beziehungen zu Pierce, ohne erkennbaren Grund aus ihren Ämtern entfernte, während die Südstaatler fast alle ihre Dienstposten behielten. Dieses Personalmanagement entfremdete ihn einmal mehr von den Nordstaaten-Demokraten.[36]

Dred Scott versus SandfordBearbeiten

 
Entwicklung und Verteilung von sklavenhaltenden und freien Bundesstaaten und Territorien von 1789 bis 1861

Der Fall Dred Scott versus Sandford, auf den Buchanan in seiner Antrittsrede Bezug nahm, reichte in das Jahr 1846 zurück. Scott hatte in Missouri mit der Begründung seine Freilassung eingeklagt, dass er im Dienste für den Eigentümer in dem freien Bundesstaat Illinois und dem ebenfalls abolitionistischen Wisconsin-Territorium gelebt hatte. Nach unterschiedlichen Urteilen hatte der Fall auf dem Instanzenweg den Obersten Gerichtshof erreicht und bis 1856 landesweite Bekanntheit erlangt. Buchanan sah in dieser Angelegenheit die Möglichkeit, die Sklavenfrage ein für allemal zu klären und so die brüchige nationale Einheit wiederherzustellen. Als sich eine Entscheidung abzeichnete, korrespondierte er Anfang Februar 1857 mit dem befreundeten Jurymitglied John Catron und erkundigte sich nach dem Stand der Dinge. Dieser berichtete von einem geteilten Meinungsbild und ermutigte Buchanan dazu, Bundesrichter Robert Grier aus Pennsylvania zu einer Annäherung an seine Kollegen aus den Südstaaten zu bewegen, womit eine entscheidungsfähige Mehrheit entstand. Diese wollten mit dem Urteil über den konkreten Fall hinausgehen und eine allgemeine Regelung für die Sklaverei insgesamt herbeiführen. Entsprechend schrieb Buchanan an den befreundeten Grier, der kurze Zeit später zu den sechs, die Majorität bei dem Urteil bildenden Richtern gehörte. Mit dieser Einflussnahme auf einen laufenden Prozess der Judikative verletzte er das Prinzip der Gewaltenteilung, während sich seine Ankündigung in der Antrittsrede, jedes Urteil mit Freude aufzunehmen, im Nachhinein als unaufrichtig erwies.[37]

Nur zwei Tage nach Buchanans Amtseinführung verkündete Taney die Entscheidung. Demnach waren Sklaven für immer rechtloses Eigentum ihrer Besitzer und kein Afroamerikaner konnte vollwertiger Bürger der Vereinigten Staaten sein. Den Missouri-Kompromiss erklärte das Urteil explizit für null und nichtig. Als nach dem 5. Verfassungszusatz geschütztes Recht auf Eigentum konnte die Sklaverei in keinem Territorium verboten werden; dies war laut dem Urteilsspruch erst nach der Aufnahme als Bundesstaat in die amerikanische Union möglich. Die kurze Unterhaltung von Taney und Buchanan bei der Amtseinführung wurde in der Öffentlichkeit nun mit Argwohn betrachtet. Viele gingen davon aus, dass der Vorsitzende Bundesrichter den Präsidenten über das kommende Urteil informiert hatte, ohne von der viel tiefer gehenden Einmischung Buchanans in die Urteilsbildung zu ahnen. Wie schon bei der Kabinettsbildung hatte er seine Vollmachten einseitig für die Interessen der Südstaaten eingesetzt. Als die Republikaner die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs als ein Fehlurteil angriffen, gab Buchanan ihnen die Schuld für das bald darauf folgende Auseinanderbrechen der nationalen Einheit.[38]

Wirtschaftskrise von 1857Bearbeiten

 
Eine Karikatur aus Harper’s Weekly von Oktober 1857 zeigt einen Bankansturm während der Wirtschaftskrise von 1857.

Die Wirtschaftskrise von 1857 war die erste von drei sich zeitlich überlappenden Krisen, die die ersten drei Jahre von Buchanans Präsidentschaft prägten. Sie nahm ihren Anfang im späten Frühling des gleichen Jahres, als die New Yorker Zweigstelle eines angesehenen Versicherungsunternehmens aus Ohio die Zahlungsunfähigkeit anzeigte. Die Krise verbreitete sich mit hoher Geschwindigkeit, so dass bis zum Herbst 1.400 Banken und 5.000 Unternehmen, darunter viele Eisenbahnen und Fabriken, in die Insolvenz gingen. Während in den Städten des Nordens Arbeitslosigkeit und Hunger für breite Schichten zum Alltag wurden, zeigte sich der agrarisch geprägte Süden resilienter gegen die Krise. Dort wurde die Gier und das Spekulationsfieber von Nordstaaten-Kapitalisten für die Krise verantwortlich gemacht; dieser Auffassung schloss sich Buchanan an. Dem damaligen politischen Verständnis zufolge überstieg die Bekämpfung einer solchen Rezession die Möglichkeiten eines Präsidenten, so dass allgemein vom Weißen Haus kein besonders großer Aktivismus erwartet wurde. Buchanan reagierte daher gemäß der Jacksonschen Prinzipien, die Zahlungen in Münzgeld und Gold vorsahen, die Ausgabe von Papiergeld durch Banken einschränkten und Bundesmittel für öffentliche Bauprojekte einfroren. Obwohl er sich später für die Senkung der Staatsschulden lobte, wuchs unter seiner Präsidentschaft der Bundeshaushalt um 15 %.[39]

Utah-KriegBearbeiten

Im Frühjahr 1857 entwickelte sich mit dem Utah-Krieg die zweite Krise seiner Präsidentschaft, auf die Buchanan unter voller Ausnutzung seiner Exekutivgewalt reagierte. Schon seit Jahren hatten der Mormonenführer Brigham Young und seine Anhänger die Autorität der im Utah-Territorium vertretenen Bundesvertreter herausgefordert. Sie sahen das Land als ihres an und fühlten sich in ihrem Glauben durch Repräsentanten einer säkularen Macht gestört. Young, der seit 1850 Gouverneur des Territoriums war, und seine Gefolgsleute schikanierten fortwährend Bundesbedienstete aber auch fremde Personen, die das Territorium lediglich durchquerten. Im September 1857 ereignete sich das Mountain-Meadows-Massaker, bei dem die Miliz Youngs einen Treck überfiel und 125 Siedler tötete. Buchanan fühlte sich zudem von Youngs Polygamie abgestoßen, die dieser als Gatte von 17 Frauen offensiv bewarb. Der Präsident stufte das Eherecht als eine Bundesangelegenheit ein und sah in den Mormonen widerspenstige Sodomisten, die jeden bedrohten, der loyal zu der amerikanischen Gesetzgebung stand. Aus diesem Grund autorisierte er im April 1857 eine Militärexpedition in das Utah-Territorium.[40]

Die Truppe umfasste 2.500 Mann, unter ihnen der neue Gouverneur, der Young ersetzen sollte, und sein Mitarbeiterstab. Die Expedition erreichte die Region erst im Herbst, als die von den Mormonen-Milizen gedeckten Bergpässe zum Großen Salzsee bereits zugeschneit waren. Die United States Army überwinterte daher in einem Lager nahe Fort Bridger. Bis zum Frühjahr 1858 konnte sein Freund Thomas L. Kane Buchanan davon überzeugen, dass er eine Verhandlungslösung mit den Mormonen, zu denen er in guter Beziehung stand, zu erreichen in der Lage sei. Der Präsident stattete ihn mit einer entsprechenden Vollmacht aus und entsandte ihn in das Utah-Territorium. Dort angekommen, handelte Kane eine friedliche Übereinkunft aus, die eine Ablösung von Gouverneur Young durch Alfred Cumming vorsah. Buchanan rechnete sich diesen Ausgang im Jahr 1858 zwar als Erfolg an, sorgte jedoch zwei Jahre später für Verwunderung, als er entgegengesetzt zum Fall des Utah-Territoriums im Konflikt mit den Südstaaten vor jeder Anwendung militärischer Gewalt zurückscheute.[41]

Bleeding KansasBearbeiten

 
Kansas-Territorium (1854–1861)
AusgangslageBearbeiten

Die dritte Krise der Präsidentschaft Buchanans bildete der Konflikt um die Sklavenfrage im Kansas-Territorium. Hier kam es zu bürgerkriegsähnlichen Unruhen zwischen Gegnern und Befürwortern der Sklaverei, die bis in die Mitte von Buchanans Amtszeit anhielten und als Bleeding Kansas („Blutendes Kansas“) in die Geschichte eingingen. Für die Südstaaten war dieser zukünftige Bundesstaat aufgrund seiner Lage zwischen Norden und Süden von zentraler Bedeutung für die Ausweitung der Sklaverei in den Westen und die Kontrolle über den Kongress. Zu dieser Zeit hoffte Buchanan noch, im Konflikt um den zukünftigen Status von Kansas Demokraten aus Nord- und Südstaaten hinter sich einen zu können. Stattdessen hatte er bis 1859 durch sein Vorgehen im Kansas-Territorium den Nord-Süd-Konflikt erheblich verschärft und an keiner anderen Stelle seine Bevorzugung der Südstaaten klarer offenbart.[42]

Beim Amtsantritt Buchanans hatte der Streit im Kansas-Territorium bereits dafür gesorgt, dass es zwei konkurrierende gesetzgebende Versammlungen gab, nämlich eine für die Sklaverei eintretende in Lecompton und eine abolitionistische in Topeka. Bereits zwei Territoriums-Gouverneure waren von Pierce entlassen worden, der Dritte trat am Tage von Buchanans Amtseinführung zurück. In der Gründungsphase des Territoriums hatten mit den Südstaaten sympathisierende Kräfte so aggressiv Land in Besitz genommen und die Sklaverei verbreitet, dass eine Gegenbewegung in Form von gesteuerter Migration aus den Nordstaaten heraus erfolgt war. Bei der Wahl zur State Legislature im Jahr 1855 waren Abolitionisten mit Gewalt von der Ausübung ihres Stimmrechts abgehalten worden, während benachbarte Siedler aus Missouri, von Sklavereianhängern ermuntert, illegal ihre Stimme im Territorium abgaben, so dass das territoriale Parlament drastische Gesetze beschließen konnte, die unter anderem jede Kritik an der Sklaverei als Kapitalverbrechen einordneten. Die Lecompton-Versammlung folgte einem genau abgestimmten Fahrplan, an dessen Ende die Verabschiedung einer Verfassung und ihre Billigung durch den Kongress als Bedingung für die Anerkennung als Bundesstaat stand.[43]

Empört über diese Entwicklung hatten Abolitionisten in Topeka eine eigene Territorialverwaltung gegründet und die Sklaverei verboten, wobei sie eine wachsende Mehrheit im Territorium unterstützte. Es kam vermehrt zu Gewalt zwischen den beiden Fraktionen, wobei die Zerstörung der abolitionistischen Hochburg Lawrence durch Milizen der Sklavereianhänger und das Pottawatomie-Massaker im Mai 1856 den vorläufigen Höhepunkt darstellten. Zur Zeit der Amtseinführung Buchanans befanden sich 1.500 Soldaten der United States Army im Territorium, um dort den Frieden zu sichern. Obgleich sich Präsident und Kongress die Autorität über die Territorien teilten, entschied das Weiße Haus durch die Ernennung der Gouverneure maßgeblich über den politischen Kurs des betreffenden Hoheitsgebietes. Buchanan unterstützte die Lecompton-Regierung, indem er nur sie als offizielle Territorialverwaltung anerkannte, und bestimmte seinen früheren Senats- und Kabinettskollegen Robert J. Walker zum Gouverneur. Der Präsident versprach ihm, dass er nur eine per Referendum bestätigte Verfassung Kansas’ anerkennen werde, was in solchen Fällen die übliche Prozedur war. In seiner State of the Union Address im Dezember 1857 bekräftigte Buchanan diese Bedingung, obwohl ihm bekannt war, dass die Regierung von Topeka dreimal so viele Menschen repräsentierte wie diejenige der Sklavereianhänger von Lecompton.[44]

VerfassungsstreitBearbeiten

Im Sommer 1857 blickte Buchanan aufmerksam nach Georgia und Mississippi, wo politische Versammlungen mit der Sezession drohten, sollte Kansas nicht als Sklavenstaat in die amerikanische Union aufgenommen werden. In der Zwischenzeit war der mittlerweile im Kansas-Territorium eingetroffene Walker zu der Auffassung gekommen, dass es ein freier Staat werden sollte, auch weil die klimatischen Bedingungen im Kansas-Territorium die Sklaverei unwirtschaftlich machten. Insgeheim teilte Buchanan diese Einschätzung bezüglich des gesamten amerikanischen Westens, aber angesichts des Drucks der Südstaaten unterstützte er weiterhin die Lecompton-Regierung. Nachdem im August 1857 Beschwerden von Bürgern der Topeka-Regierung über Bundestruppen laut wurden, erklärte Buchanan die Entscheidung im Fall Dred Scott versus Sandford zur entscheidenden Richtschnur für die Territorien, wonach dort überall Sklaverei gesetzlich geschützt sei, wo sich ein Sklavenhalter niederlasse. Entsprechend machte er die Abolitionisten Topekas, die sich weigerten, die Lecompton-Regierung anzuerkennen, für Bleeding Kansas verantwortlich. Die Ergebnisse der Wahlen für das territoriale Parlament von Lecompton zwei Monate später waren in Teilen so offensichtlich gefälscht, dass Walker die Ergebnisse einiger Countys nicht anerkannte. Damit löste er in den Südstaaten Empörung aus und verlor die Unterstützung durch Buchanan. Die neu gewählte Lecompton-Versammlung beschloss eine Verfassung, die Sklaverei als privates Eigentumsrecht gesetzlich schützte. Ob des ungewissen Ausgangs sahen die Abgeordneten von einem Referendum ab und schickten den Verfassungstext direkt an Buchanan und den Kongress, damit sie auf dieser Grundlage die Anerkennung von Kansas als Bundesstaat prüften.[45]

Doch dieser Verzicht auf ein Referendum verletzte so offensichtlich das gewohnte Procedere, das Buchanan sich darauf nicht einließ. Auf Druck aus Washington hin ordnete die Lecompton-Versammlung zwar eine Volksabstimmung über die Sklaverei an, aber keine über den Verfassungstext insgesamt. Da in diesem die bereits existierende Sklaverei im Territorium gesetzlich geschützt war, hatte das Referendum eigentlich keine Bedeutung.[46]

Präsidentschaftswahl 1860Bearbeiten

Im Vorfeld der Präsidentschaftswahl 1860 strebte Buchanan keine zweite Amtszeit an. Zu seinem Nachfolger wurde der Republikaner Abraham Lincoln gewählt, der Buchanan am 4. März 1861 ablöste. Am Tag der Amtsübergabe wird Buchanan mit dem Satz „Wenn Sie so glücklich sind, das Präsidentenamt anzutreten wie ich es bin, dass ich es verlassen kann, dann sind Sie ein wirklich glücklicher Mann“, zitiert, den er gegenüber Lincoln ausgesprochen habe.[47]

SezessionskriseBearbeiten

In den Südstaaten wurde bereits offen von Sezession gesprochen. Die Wahl des Republikaners Abraham Lincoln zu Buchanans Nachfolger im November 1860 nahm South Carolina am 20. Dezember 1860 zum Anlass, als erster Südstaat tatsächlich aus der Union auszutreten. Bis zu Lincolns Amtsantritt am 4. März 1861, also noch während Buchanans Präsidentschaft, folgten Georgia, Florida, Alabama, Louisiana, Mississippi und Texas diesem Beispiel. Buchanans Position dazu war, dass die Einzelstaaten zwar kein Recht hätten, die Union zu verlassen, dass aber umgekehrt die Union auch kein Recht habe, sie daran zu hindern. Ebenso wandte er sich gegen den Abolitionismus. Durch diesen „Legalismus“, ohne eine Entscheidung zu treffen, tat er kaum mehr, als auf das Ende seiner Amtszeit zu warten.

Lebensabend und TodBearbeiten

 
James Buchanan in späten Jahren (Daguerreotypie nach 1861)

Nach Ablauf seiner Amtszeit im März 1861 zog sich Buchanan ins Privatleben zurück. Einen Monat später begann mit dem Angriff auf Fort Sumter der amerikanische Bürgerkrieg. James Buchanan starb am 1. Juni 1868 im Alter von 77 Jahren an Respiratorischer Insuffizienz.

NachlebenBearbeiten

PersönlichkeitBearbeiten

Buchanan litt unter Schielen. Zusätzlich war ein Auge kurz- und das andere weitsichtig. Um dies zu überspielen, beugte er in der sozialen Interaktion den Kopf vor und lehnte ihn zur Seite. Manche Gesprächspartner fanden diese Eigenart sympathisch, da sie bei ihnen den Eindruck eines besonderen Interesses an ihren Ausführungen hinterließ, während andere bei Buchanan einen steifen Nacken vermuteten. Er bot damit Anlass zum Spott, wovon unter anderem Clay in einer Kongressdebatte rücksichtslos Gebrauch machte.[48] Die Ehelosigkeit in Verbindung mit der Tatsache, dass er wahrscheinlich keine sexuellen Beziehungen zu Frauen hatte, prägten Buchanans Persönlichkeit. Alleine lebend, war er nicht gewohnt, Kompromisse einzugehen oder emotionale Unterstützung zu erfahren. Daraus folgte eine zu große Abhängigkeit von seinen Freunden, die sich insbesondere im Winter 1860 während des sich dramatisch zuspitzenden Nord-Süd-Konflikts negativ auswirkte. Außerdem zeitigte Buchanans zölibatäre Lebensführung ein enges und biederes Verständnis von Tugend sowie ein distanziertes Verhältnis zu seinen Mitmenschen, selbst zu seinen engsten Freunden und Verwandten. Sein Fundament war das geschriebene Wort, insbesondere der amerikanische Verfassungstext. Laut Buchanans Biographin Jean H. Baker zeigt sich seine Vereinsamung exemplarisch in The administration on the eve of the rebellion: A history of four years before the war, in dem er über sich selbst in der dritten Person schrieb.[49] Sie führt ferner die bei Buchanan bei einigen Gelegenheiten zu beobachtende Unentschlossenheit darauf zurück, dass ihm eine enge Familie fehlte, mit der er seine Entscheidungen besprechen konnte.[50]

Einige Historiker sind der Auffassung, dass Senator King, der in seiner Heimat Alabama als Dandy bekannt war, in einer homosexuellen Dauerbeziehung mit James Buchanan lebte. Beide waren ledig und wohnten 16 Jahre lang in einer Wohnung in Washington zusammen. So wurde Buchanan von Präsident Andrew Jackson wegen seiner femininen Persönlichkeitswirkung als „Miss Nancy“ betitelt und ein Kongressmitglied bezeichnete Buchanan und King als “Buchanan and his wife” („Buchanan und seine Frau“). Es gibt Hinweise darauf, dass Harriet Lane und die Nichte von King die Korrespondenz zwischen ihren beiden Onkeln vernichteten, bevor Buchanan in das Weiße Haus einzog. Der erhaltene Briefwechsel zwischen Buchanan und King offenbart zwar eine große Zuneigung zwischen beiden, was aber in dieser Form im Briefverkehr zwischen heterosexuellen Männern des 19. Jahrhunderts nichts ungewöhnliches war. Weil zu dieser Zeit Homosexualität eine Straftat war und im Falle ihrer Aufdeckung das politische Aus bedeutete, hält Baker eine solche Beziehung zwischen Buchanan und King für eher unwahrscheinlich. Sie vermutet eher, dass Buchanans Charakter durch Asexualität gekennzeichnet war.[51]

Historische BewertungBearbeiten

Obwohl Buchanan sich immer als Mann der States’ Rights bezeichnete, kennzeichneten ihn der Einsatz für den Expansionismus der Vereinigten Staaten und die mit chauvinistischer Rhetorik kommunizierte Überzeugung vom amerikanischen Exzeptionalismus als Nationalisten. Als Begründung für die Manifest Destiny führte Buchanan wie seine Zeitgenossen unterschiedlichste Motive an, die von geographischer Nähe und Landnutzung bis zur Verbreitung von Freiheit und dem Befolgen des Willen Gottes reichten.[52] Den politischen Lösungen der Vergangenheit verhaftet, versagte er sowohl Abolitionisten als auch den immer zahlreicher werdenden Nordstaatlern die Anerkennung, die die Südstaaten als Aggressor wahrnahmen. Als Führer einer Partei, zu deren wichtigstem Klientel die Pflanzerklasse zählte, hielt er an der Sklaverei fest, auch als ihr moralischer und politischer Anachronismus von seinen Zeitgenossen immer mehr erkannt wurde.[53] In seinem Kampf gegen die Republikaner, die er als illoyal und unamerikanisch brandmarkte, überschritt er die tradierte Toleranzgrenze der parteipolitischen Konfrontation. Buchanan sorgte somit in bedeutendem Ausmaße dafür, dass die Republikaner im Süden als eine existenzielle Bedrohung wahrgenommen wurden, und beförderte damit die Bereitschaft zur Sezession.[54] In seiner einseitigen Parteinahme für die Südstaaten zeigte er sich so unnachgiebig wie Präsident Jackson in seiner Treue zur amerikanischen Union während der Nullifikationskrise.[55] Laut Baker hebt ihn sein offensives Verständnis von den exekutiven Vollmachten des Weißen Hauses aus der Reihe seiner vielfach passiven Amtskollegen der Epoche vor dem Bürgerkrieg als einen starken, aber fehlgeleiteten Präsidenten hervor.[56]

Vor allem da sich unter Buchanan der Konflikt zwischen Nord- und Südstaaten bis zur Sezession hin verschärfte, ohne dass er etwas Effektives dagegen unternahm, wird er von den meisten Historikern als einer der schwächsten amerikanischen Präsidenten angesehen und landet in den umfragebasierten Rankings stets auf einem der letzten Plätze. Ausnahmen von dieser negativen Sichtweise stellen die Buchanan-Biographen George Ticknor Curtis und Philip S. Klein dar.[57]

Ehrungen und DenkmälerBearbeiten

 
Das James Buchanan Memorial in Washington, D.C. (2009)

Drei Countys in den Vereinigten Staaten tragen seinen Namen.[58] Sein Wohnsitz Wheatland bekam im Juli 1961 den Status eines National Historic Landmarks zuerkannt und ist seit Oktober 1966 als James Buchanan House im National Register of Historic Places eingetragen.[59]

WerkeBearbeiten

  • The administration on the eve of the rebellion: A history of four years before the war. (1865). LCCN 10-010286.

LiteraturBearbeiten

Sachbücher
  • Michael J Birkner, Randall Martin Miller, John W Quist (Hrsg.): The Worlds of James Buchanan and Thaddeus Stevens: Place, Personality, and Politics in the Civil War Era. Louisiana State University Press, Baton Rouge 2019, ISBN 978-0-8071-7081-6.
  • Michael J. Birkner, John W. Quist (Hrsg.): James Buchanan and the Coming of the Civil War. University of Florida, Gainesville 2014, ISBN 978-0-8130-6099-6.
  • Heike Bungert: James Buchanan (1857–1861): Südstaatenfreundlicher Legalist in der Krise der Union. In: Christof Mauch (Hrsg.): Die amerikanischen Präsidenten: 44 historische Portraits von George Washington bis Barack Obama. 6., fortgeführte und aktualisierte Auflage. Beck, München 2013, ISBN 978-3-406-58742-9, S. 65–72.
  • Jean H. Baker: James Buchanan. (= The American Presidents Series. Hrsg. von Arthur M. Schlesinger, Sean Wilentz. The 15th President). Times Books, New York City 2004, ISBN 0-8050-6946-1.
  • Michael J. Birkner (Hrsg.): James Buchanan and the Political Crisis of the 1850s. Susquehanna University Press, Cranbury 1996, ISBN 978-0-945636-89-2.
  • Philip Shriver Klein: President James Buchanan: A Biography. Neuauflage der Erstausgabe von 1962. American Political Biography Press, Newton 2010, ISBN 978-0-9457-0711-0.
  • Roy Franklin Nichols: The disruption of American democracy. Macmillan, New York 1948, LCCN 48-006344
Belletristik

WeblinksBearbeiten

Commons: James Buchanan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 9–11.
  2. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 11–14.
  3. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 14–16.
  4. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 16–18.
  5. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 18–22.
  6. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 22–24, 33.
  7. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 24–27.
  8. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 28f.
  9. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 29f.
  10. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 31.
  11. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 32, 38.
  12. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 32f.
  13. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 33–36.
  14. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 36f.
  15. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 37–40.
  16. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 40f.
  17. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 41–43.
  18. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 42–46.
  19. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 46–49.
  20. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 49–52.
  21. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 52f., 56.
  22. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 53–55.
  23. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 55–57.
  24. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 57–59.
  25. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 59–62.
  26. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 62–64.
  27. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 64–67.
    Heike Bungert: James Buchanan (1857–1861): Südstaatenfreundlicher Legalist in der Krise der Union. In: Christof Mauch (Hrsg.): Die amerikanischen Präsidenten: 44 historische Portraits von George Washington bis Barack Obama. 2013, S. 170–175; hier: S. 171.
    William Nester: The Age of Lincoln and the Art of American Power, 1848-1876. University of Nebraska Press, Lincoln 2013, ISBN 978-1-61234-658-8, S. 64.
  28. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 67–69.
  29. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 69–71.
  30. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 71–74.
  31. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 75–78.
  32. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 80–83.
  33. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 88f.
  34. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 78f., 88.
  35. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 79f., 87f.
  36. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 86f.
  37. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 83–85.
  38. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 85f.
  39. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 89f.
  40. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 90–92.
  41. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 92f.
  42. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 93.
  43. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 93–95.
  44. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 95–97.
  45. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 97–99.
  46. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 99f.
  47. Brainy Quotes: Zitate James Buchanan
  48. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 19, 28.
  49. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 21f.
  50. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 58.
  51. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 25f.
  52. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 37.
  53. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 46.
  54. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 73.
  55. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 93.
  56. Jean H. Baker: James Buchanan. 2004, S. 77f.
  57. Michael J. Birkner, John W. Quist: Introduction: Bum Rap or Bad Leadership. In dieselben(Hrsg.): James Buchanan and the Coming of the Civil War. 2014, S. 1–19; hier: S. 1.
  58. Charles Curry Aiken, Joseph Nathan Kane: The American Counties: Origins of County Names, Dates of Creation, Area, and Population Data, 1950–2010. 6. Auflage. Scarecrow Press, Lanham 2013, ISBN 978-0-8108-8762-6, S. XIV.
  59. Listing of National Historic Landmarks by State: Pennsylvania. National Park Service, abgerufen am 26. Februar 2020.
    Buchanan, James, House im National Register of Historic Places, abgerufen am 26. Februar 2020.