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Walter Brun

schweizerischer Autorennfahrer und Rennstallbesitzer

Walter Brun (* 20. Oktober 1942 in Luzern) ist ein ehemaliger Schweizer Automobilrennfahrer und Rennstallbesitzer.

Walter Brun
Nation: SchweizSchweiz Schweiz
DTM
Erstes Rennen: Hockenheimring I 1984
Letztes Rennen: Nürburgring III 1984
Teams (Hersteller)
1984 Brun Motorsport (BMW)
Statistik
Starts Siege Poles SR
5
Podestplätze: 1
Gesamtsiege:
Punkte: 44

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Nach der Schulzeit beschritt Brun zunächst die Beamtenlaufbahn bei der Schweizer Post. Diese Tätigkeit übte er nur kurzzeitig aus. Bereits 1963 machte er sich mit dem Aufstellen und Verleihen von Glücksspielautomaten selbständig; später betrieb er auch eine Diskothek, einen Auto- sowie einen Champagnerhandel in Luzern. 1966 begann Brun seine Motorsportlaufbahn als Fahrer bei verschiedenen Berg-, Sportwagen- und Tourenwagenrennen. In den 1970er-Jahren war er eng mit dem Team Schnitzer Motorsport verbunden. 1982 gründete er mit Brun Motorsport seinen eigenen Rennstall, 1988 stieg er schließlich zusammen mit Euroracing in die Formel 1 ein. Das schlecht geführte Team EuroBrun Racing scheiterte nach drei Jahren. Die hohen finanziellen Aufwendungen, die mit dem Formel-1-Engagement verbunden waren, führten wenig später zu einem Ende aller Motorsportaktivitäten der Brun Motorsport AG. 1992 wurde das Unternehmen nach einer Insolvenz aufgelöst. Walter Brun arbeitete ein Jahrzehnt lang die Schulden seines ehemaligen Formel-1-Teams ab; 2002 war er schuldenfrei.

Brun wurde mehrfach mit illegalen Geschäften in Verbindung gebracht. 1984 wurde er kurzzeitig wegen des Verdachts der Zuhälterei inhaftiert, fünf Jahre später stand er mit Joachim Lüthi in Geschäftskontakt, der Anlegergelder in Höhe von 200 Millionen Schweizer Franken veruntreut und einen Teil davon in das Formel-1-Team Brabham investiert hatte. 1990 schließlich bezahlte Brun eine Rechnung seines Formel-1-Teams mit Falschgeld.[1]

Heute betreibt Brun in Stans ein Restaurant und ist Pianist und Saxophonist der Musikgruppe Swinging Boys, mit der er nach eigenen Angaben etwa 100 Live-Auftritte pro Jahr absolviert.[2]

MotorsportkarriereBearbeiten

 
Walter Brun im Porsche 956 am Nürburgring, 1985

Nach mehr als eineinhalb Jahrzehnten als Rennfahrer gründete Walter Brun 1982 sein eigenes Motorsportteam. Dabei übernahm er den in finanziellen Problemen steckenden deutschen Rennstall GS-Tuning aus Gundelfingen und benannte ihn in Brun Motorsport um. Mit diesem Team stieg er 1984 in die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft ein. Auf einem BMW 635 CSi konnte Brun 44 Punkte holen und wurde Dreizehnter am Saisonende. Nach nur einem Jahr verließ er die DTM, um sich wieder den Sportwagen und später Prototypen zuzuwenden. Parallel dazu betrieb er erfolglos sein drei Jahre andauerndes Formel-1-Engagement. 2003 beendete er seine Motorsportkarriere.

Von 1971 bis 2003 war er 14-mal beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans am Start. Seine beste Platzierung war der vierte Gesamtrang 1984, den er gemeinsam mit Leopold Prinz von Bayern und Bob Akin auf einem Porsche 956 B einfuhr. Bei seinem Debüt 1971 erreichte er auf einem Porsche 907 des Schweizer Wicky Racing Team den siebten Gesamtrang und gewann die Klasse für Prototypen bis 2 Liter Hubraum. 2009 bestritt Brun sein letztes Rennen als aktiver Rennfahrer als Gaststarter im ADAC GT Masters für das Team Callaway Competition auf dem Lausitzring.

StatistikBearbeiten

KarrierestationenBearbeiten

Le-Mans-ErgebnisseBearbeiten

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
1971 Schweiz  Wicky Racing Team Porsche 907 Schweiz  Peter Mattli Rang 7 und Klassensieg
1972 Schweiz  Wicky Racing Team Porsche 907 Schweiz  Peter Mattli Frankreich  Hervé Bayard Rang 18
1973 Schweiz  Wicky Racing Team BMW 3.0CSL Schweiz  Cox Kocher Schweiz  Jean-Pierre Aeschlimann Ausfall Ventilschaden
1982 Deutschland  BASF Casetten Team GS Sport Sauber SHS C6 Deutschland  Siegfried Müller Ausfall Starter
1984 Schweiz  Brun Motorsport Porsche 956B Deutschland  Leopold Prinz von Bayern Vereinigte Staaten  Bob Akin Rang 4
1985 Schweiz  Brun Motorsport Porsche 962C Belgien  Didier Theys Frankreich  Joël Gouhier Ausfall Unfall
1986 Schweiz  Brun Motorsport Porsche 962C Deutschland  Frank Jelinski Italien  Massimo Sigala Ausfall Ventilschaden
1989 Schweiz  Repsol Brun Motorsport Porsche 962C Argentinien  Oscar Larrauri Spanien  Jesús Pareja Ausfall Motorschaden
1990 Schweiz  Brun Motorsport Porsche 962C Argentinien  Oscar Larrauri Spanien  Jesús Pareja Ausfall Motorschaden
1991 Schweiz  Repsol Brun Motorsport Porsche 962C Argentinien  Oscar Larrauri Spanien  Jesús Pareja Rang 10
2000 Vereinigtes Konigreich  Chamberlain Engineering Chrysler Viper GTS-R Schweiz  Toni Seiler Deutschland  Christian Gläsel Ausfall Unfall
2001 Deutschland  Konrad Motorsport Saleen S7R Schweiz  Toni Seiler Vereinigte Staaten  Charles Slater Ausfall Unfall
2002 Deutschland  Konrad Motorsport Saleen S7R Vereinigte Staaten  Rodney Mall Vereinigte Staaten  Charles Slater Ausfall Benzinpumpe
2003 Deutschland  Konrad Motorsport Saleen S7R Schweiz  Toni Seiler Deutschland  Franz Konrad Ausfall Getriebeschaden

Sebring-ErgebnisseBearbeiten

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
2002 Deutschland  Konrad Motorsport Saleen S7-R Vereinigte Staaten  Charles Slater Vereinigtes Konigreich  Gavin Pickering Ausfall Disqualifiziert

Einzelergebnisse in der DTMBearbeiten

Saison Team Hersteller 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 Punkte Rang
1984 Jägermeister Brun Motorsport   BMW Belgien  ZO1 Deutschland  HO1 Deutschland  AVU Deutschland  MAI Deutschland  WUN Deutschland  NÜ1 Deutschland  NOR Deutschland  NÜ2 Deutschland  DIE Deutschland  HO2 Belgien  ZO2 Deutschland  NÜ3 44 13.
4 7 3 DNF 27

LiteraturBearbeiten

  • Martin Gruhler: Der den Ton angibt. Portrait Walter Bruns zu seinem 70. Geburtstag in: Motorsport aktuell, Heft 44/2012, S. 46.
  • Günther Wiesinger: Walter Brun: Mit Vollgas in den Abgrund. Portrait Walter Bruns zu seinem 50. Geburtstag in: Motorsport aktuell, Heft 48/1992, S. 8.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Günther Wiesinger: Walter Brun: Mit Vollgas in den Abgrund. Portrait Walter Bruns zu seinem 50. Geburtstag in: Motorsport aktuell, Heft 48/1992, S. 8.
  2. Zum gesamten Abschnitt vgl. Motorsport aktuell, Heft 44/2012, S. 44.