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Gundelfingen (Breisgau)

Gemeinde in Deutschland, Baden-Württemberg
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Gundelfingen
Gundelfingen (Breisgau)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gundelfingen hervorgehoben

Koordinaten: 48° 3′ N, 7° 52′ O

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Breisgau-Hochschwarzwald
Höhe: 266 m ü. NHN
Fläche: 14,28 km2
Einwohner: 11.674 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 818 Einwohner je km2
Postleitzahl: 79194
Vorwahl: 0761
Kfz-Kennzeichen: FR
Gemeindeschlüssel: 08 3 15 047
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Alte Bundesstraße 31
79194 Gundelfingen
Website: www.gundelfingen.de
Bürgermeister: Raphael Walz
Lage der Gemeinde Gundelfingen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald
FrankreichLandkreis WaldshutLandkreis LörrachFreiburg im BreisgauLandkreis EmmendingenSchwarzwald-Baar-KreisLandkreis RottweilAu (Breisgau)AuggenBad KrozingenBadenweilerBallrechten-DottingenBötzingenBollschweilBreisach am RheinBreitnauBuchenbachBuggingenEbringenEhrenkirchenEichstetten am KaiserstuhlEisenbach (Hochschwarzwald)Eschbach (Markgräflerland)Feldberg (Schwarzwald)FriedenweilerGlottertalGottenheimGundelfingen (Breisgau)HartheimHeitersheimHeitersheimHeuweilerHinterzartenHorbenIhringenKirchzartenLenzkirchLöffingenMarch (Breisgau)MerdingenMerzhausenMüllheim (Baden)Müllheim (Baden)Münstertal/SchwarzwaldNeuenburg am RheinNeuenburg am RheinOberried (Breisgau)PfaffenweilerSt. Peter (Hochschwarzwald)St. MärgenSchallstadtSchluchsee (Gemeinde)Sölden (Schwarzwald)Staufen im BreisgauStegenSulzburgTitisee-NeustadtUmkirchVogtsburg im KaiserstuhlWittnau (Breisgau)Karte
Über dieses Bild
Luftbild von Gundelfingen

Gundelfingen ist eine Gemeinde im Breisgau. Sie liegt sechs Kilometer nördlich von Freiburg im Breisgau in Baden-Württemberg (Deutschland), das Ortszentrum ist nur 850 Meter von der Stadtgrenze Freiburgs entfernt.

Mit über 11.000 Einwohnern ist Gundelfingen die nach Einwohnern größte Gemeinde im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald ohne Stadtrecht. Zu Gundelfingen gehört der Ortsteil Wildtal. Mit der eigenständigen Gemeinde Heuweiler bildet es eine Verwaltungsgemeinschaft.

Eine Umbauphase Gundelfingens, die insbesondere eine Neugestaltung des Ortskerns beinhaltete, ist weitgehend abgeschlossen. Vom Neubaugebiet Nägelesee aus hat man teilweise einen weiten Ausblick auf die Vogesen und den Kaiserstuhl.

GemeindegliederungBearbeiten

Zur Gemeinde Gundelfingen mit der ehemals selbstständigen Gemeinde Wildtal gehören 28 Dörfer, Zinken, Höfe und Häuser. Zur Gemeinde Gundelfingen in den Grenzen von 1971 gehören das Dorf Gundelfingen, die Höfe Hasengartenhof (Reutebach), Schlauderberghof und Wildengrundhof und die Wohnplätze Grünerweg, Im Rehberg und Im Roßwinkel. Zur ehemaligen Gemeinde Wildtal gehören die Zinken Am Rain, Am Rebberg und Vorstädtle mit Waldacker, die Höfe Altrufehof, Am Längenhardt (Haftenhäusle), Am Michelbachweg, Flammhof, Gerihof, Leimenstollenhof, Merzhof, Mursthof, Ruhehof, Schümperlehof, Sonnenhof, Vogthof, Waldbrunnerhof[2] und Weilerhof und die Wohnplätze Bei der Schmiede und Schloßhäuser. In der Gemarkung Gundelfingen liegt die abgegangene Ortschaft Schönehof und in der Gemarkung Wildtal die Ruine der Burg Zähringen.[3]

GeschichteBearbeiten

GundelfingenBearbeiten

Die erste urkundliche Erwähnung Gundelfingens findet sich im Jahr 1008. König Heinrich II. verlieh dem Basler Bischof Adalbero das Wildbannrecht in einem Bereich der Freiburger Bucht. Die typische Namensendung „-ingen“ lässt aber eine Entstehung des Ortes bereits im 4. Jahrhundert vermuten. Wahrscheinlich siedelte ein alemannischer Anführer namens Gundolf mit seinen Leuten hier.[4]

Das Dorf unterstand den Zähringern, die ihren Sitz auf der nahegelegenen Burg Zähringen hatten, 1218 gelangte es unter die Herrschaft der Grafen von Freiburg. 1327 verkauften die Grafen Gundelfingen an den Freiburger Schnewelin Bernlapp. 1507 wurde es von den Herren von Blumegg an den badischen Markgrafen Christoph verkauft.[5] Von 1584 bis 1590 gehörte es zur Markgrafschaft Baden-Hachberg. Mit der Gebietsreform 1809 kam Gundelfingen zum Landamt Freiburg II, das 1819 mit dem Landamt Freiburg I zum Landamt Freiburg vereinigt wurde. Am 1. Januar 1972 vergrößerte sich die Gemeinde durch die Eingemeindung von Wildtal.[6] 2008 feierte Gundelfingen sein 1000-jähriges Jubiläum mit einem dreitägigen Fest und einem großen Umzug.

WildtalBearbeiten

 
Brunnen in Wildtal mit Inschrift

Wildtal wurde erstmals 1273 urkundlich genannt. Wie Gundelfingen gehörte es zur Herrschaft der Zähringer und kam über die Freiburger Grafen 1327 an Schnewelin Bernlapp. Im Gegensatz zu Gundelfingen ging die Grundherrschaft über Wildtal jedoch 1652 an die Freiherren von Beroldingen, bis das Dorf 1788 an den Grafen Friedrich von Kageneck verkauft wurde. 1805 wurde es infolge des Reichsdeputationshauptschlusses dem Großherzogtum Baden zugeordnet.[7] Die Wildtaler Bevölkerung stimmte (mit Dreiviertelmehrheit) 1971 selbst für einen Anschluss an Gundelfingen, der am 1. Januar 1972 mit der Eingemeindung vollzogen wurde. Die Gemeinde Wildtal hatte damals 1129 Einwohner und eine Fläche von 7,07 km².

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr 1570 1740 1825 1875 1925 1950 1961 1970 1991 1995 2005 2010 2015
Einwohner 350 380 620 763 1091 1817 2682 5016 10.918 10.806 11.578 11.640 11.555

Quelle: Einwohnermeldeamt Gundelfingen

Im Jahr 2012 betrug der Ausländeranteil 8,1 %.[8]

PolitikBearbeiten

 
Rathaus Gundelfingen
 
Flagge der Gemeinde Gundelfingen

GemeinderatBearbeiten

Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 ergab folgende Sitzverteilung:[9]

Partei / Liste Stimmenanteil +/− %p Sitze +/−
CDU 17,9 % − 2,8 4 Sitze − 1
SPD 21,5 % − 1,7 5 Sitze ± 0
FWG 30,7 % + 9,6 7 Sitze + 2
Die Grünen 29,9 % + 7,0 6 Sitze + 1

+/− : Veränderung im Vergleich zur Wahl 2014

BürgermeisterBearbeiten

Gundelfingens Bürgermeister ist Raphael Walz, der am 9. November 2014 im zweiten Wahlgang mit 60 % der gültigen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 52,65 % zum neuen Bürgermeister von Gundelfingen gewählt wurde.[10] Er folgt dem langjährigen Bürgermeister Dr. Reinhardt Bentler, der auch Bürgermeister der Nachbargemeinde Heuweiler war. Dieses Amt übt Walz nun ebenfalls aus. Bentler führte die Amtsgeschäfte seit 1983.

Wappen und FlaggeBearbeiten

Das Wappen zeigt im gespaltenen Schild vorne einen roten Schrägbalken auf goldenem Hintergrund. Dies steht für die einstige Zugehörigkeit zu Baden. Hinten eine silberne Tanne in silberner Einfriedung auf grünem Hintergrund, was einen Besitz andeutet. Die Darstellung führt auf die Überlieferung zurück, dass ein alemannischer Fürst namens Gundolf hier ein Stück Land besaß und später der Basler Bischof Adalbero das Wildbannrecht. Die Flagge wird als Hochkantflagge oder als Hängebanner verwendet. Sie hat einen grünen und einen weißen Streifen, welche aus den Farben des hinteren Wappenteils stammen.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Die erste Gundelfinger Partnerschaft wurde 1987 mit der französischen Stadt Meung-sur-Loire besiegelt, die 6800 Einwohner hat und direkt an der Loire, etwa 30 km von Orléans entfernt liegt. Zehn Jahre später, 1997, folgte die polnische Stadt Bieruń (deutsch Berun) mit rund 20000 Einwohnern, 20 km südlich von Kattowitz in Oberschlesien. Ebenfalls seit 1997 wird eine Partnerschaft mit der sächsischen Stadt Scheibenberg unterhalten, die knapp 2400 Einwohner hat.

ReligionenBearbeiten

 
Evangelische Kirche
  • Eine Kirche ist erstmals 1275 in Gundelfingen erwähnt. Aber erst mit der Einführung der Reformation in der Markgrafschaft Baden bekam 1556 Gundelfingen einen eigenen (nun evangelischen) Pfarrer.
  • Im Jahr 1877 gründeten die Baptisten eine eigenständige kirchliche Gemeinschaft.
  • Die katholische Pfarrgemeinde Bruder Klaus besteht seit 1975.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Gundelfingen ist Hauptsitz der Raiffeisenbank im Breisgau.

VerkehrBearbeiten

 
Breisgau-S-Bahn

Straßenverkehr:
Durch die Bundesstraßen 3 (BuxtehudeWeil am Rhein) und 294 (FreudenstadtFreiburg im Breisgau) sowie den Autobahnzubringer Freiburg-Nord zur A 5 (Hattenbacher DreieckBasel) ist Gundelfingen an das überregionale Straßennetz angeschlossen.

Schienenverkehr:
Der Bahnhof Gundelfingen (Breisgau) liegt an der Rheintalbahn Karlsruhe–Basel und wird von der DB Regio und der Breisgau-S-Bahn (Linie Elzach–Freiburg im Breisgau) bedient.

ÖPNV:
Busverbindungen von Gundelfingen und Wildtal nach Freiburg im Breisgau werden von der Freiburger Verkehrs AG (Linien 15, 16 und 24) und ins Umland von der Südbadenbus angeboten. Die Linie 4 und in Spitzenzeiten die Linie 5 der Freiburger Straßenbahn fahren bis an den südlichen Ortsrand Gundelfingens. Langfristig ist eine weitere Verlängerung dieser Strecke bis zum Gundelfinger Bahnhof vorgesehen.

Freiwillige FeuerwehrBearbeiten

Die Freiwillige Feuerwehr Gundelfingen besteht seit dem 21. Januar 1994. Sie besteht aus zwei Abteilungen, der Abteilung Gundelfingen (gegründet am 10. Dezember 1942) und der Abteilung Wildtal (gegründet am 4. April 1946). Seit dem 3. April 1992 gibt es eine gemeinsame Jugendfeuerwehr, die seit 2016 von Jugendfeuerwehrwart Markus Binger geleitet wird. Dieses Amt hatte zuvor Michael Wambach inne.

Die Feuerwehr Gundelfingen besteht aktuell aus ca. 70 Mitgliedern, darunter vier Frauen. Geleitet wird die Feuerwehr vom Kommandant Jens Lapp.

FasnachtBearbeiten

In Gundelfingen sind zwei offizielle Narrenzünfte vertreten:

  • die Zunft der Gundelfinger Dorfhexen e. V.
  • die Fässlistemmer e. V.

LiteraturBearbeiten

  • Bossert, Jakob: Wie ich meinen Mitbürgern und Schülern die Geschichte ihres Heimatortes Gundelfingen mit Umgebung erzähle. Poppen, Freiburg im Breisgau 1910.
  • Klein, Eveline: Gundelfingen 1918–1949, Haug, Freiburg i. Br., 1995. ISBN 3-928276-07-7
  • Gemeinde Gundelfingen im Breisgau (Hrsg.): Gundelfingen und Wildtal – Die Geschichte zweier Orte im Breisgau. Eigenverlag, 2008, ISBN 978-3-00-024647-0.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Was hat ein Hofkreuz in Wildtal mit vergessenen Lebensmittelkarten zu tun? (Memento vom 10. Januar 2017 im Internet Archive), Badische Zeitung, 12. Mai 2012, abgerufen am 9. Januar 2017.
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-007174-2. S. 91–93
  4. Geschichte, gundelfingen.de, abgerufen am 25. Juni 2019.
  5. Gundelfingen – Altgemeinde~Teilort. leo-bw.de, abgerufen am 25. Juni 2019.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 496.
  7. Wildtal – Altgemeinde~Teilort. leo-bw.de, abgerufen am 25. Juni 2019.
  8. Veränderung der Bevölkerung insgesamt und der Ausländer – Gundelfingen (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) (Memento vom 23. Juni 2014 im Webarchiv archive.today)
  9. Gundelfingen: Gemeinderatswahl 2019, Vorläufiges Endergebnis, abgerufen am 22. Juni 2019.
  10. Raphael Walz ist neuer Bürgermeister von Gundelfingen (Memento vom 11. Juni 2016 im Internet Archive), Badische Zeitung, 9. November 2014.