Sportwagen-Weltmeisterschaft 1983

Rennserie

Die Sportwagen-Weltmeisterschaft 1983 war die 31. Saison dieser Meisterschaft. Sie begann am 10. April und endete am 10. Dezember.

Das bestimmende Rennwagenmodell der Saison, der Werks-Porsche 956

MeisterschaftBearbeiten

Das Jahr 1983 hatte ein alles bestimmendes Rennwagenmodell: den Porsche 956. In diesem Jahr wurden zwölf 956 an Privatteams ausgeliefert, die sich durch die fortlaufenden Fahrgestellnummern ab 956-101 von den Werksautos ab 956-001 unterschieden. Nachdem die Ford C100 nicht auf die Rennbahnen zurückkehrten, erwies sich der Lancia LC2, der nun auch den Gruppe-C-Regeln entsprach, als einziger nennenswerter Gegner, mit Platz zwei beim Saisonabschluss kurz vor Weihnachten in Kyalami. Ansonsten gingen immer mindestens die ersten vier Plätze an Porsche 956, die die Weltmeisterschaftsrennen unter sich ausmachten.

Stefan Bellof umrundete zudem 1983 mit dem Werks-956 beim Training zum 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring die Nordschleife als erster Mensch mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 200 km/h. Im Rennen allerdings hob sein 956 auf dem großen Sprunghügel beim Pflanzgarten ab und überschlug sich. Der Fahrer blieb dabei unverletzt. In Le Mans hätten Porsche 956 die ersten zehn Plätze belegt, wenn nicht ein Sauber C7 mit dem neunten Gesamtrang in die Phalanx gefahren wäre.

Nachdem Porsche alle sieben Wertungsläufe gewonnen hatte, war der erneute Gesamtsieg in der Marken-Weltmeisterschaft keine Überraschung. Bei den Fahrern konnte Jacky Ickx seinen Vorjahressieg wiederholen. Er gewann die Weltmeisterschaft mit drei Punkten Vorsprung auf seinen Teamkollegen Derek Bell.

RennkalenderBearbeiten

Nr. Datum Rennname /
Rennstrecke
Team Gesamtsieger Fahrzeug Meisterschaft
1 10. April Italien  1000-km-Rennen von Monza
(Autodromo Nazionale di Monza)
Deutschland  Joest Racing Frankreich  Bob Wollek
Belgien  Thierry Boutsen
Porsche 956 Marken und Fahrer
2 8. Mai Vereinigtes Konigreich  1000-km-Rennen von Silverstone
(Silverstone Circuit)
Deutschland  Rothmans Porsche Vereinigtes Konigreich  Derek Bell
Deutschland  Stefan Bellof
Porsche 956 Marken und Fahrer
3 29. Mai Deutschland  1000-km-Rennen auf dem Nürburgring
(Nürburgring)
Deutschland  Porsche Racing International Deutschland  Jochen Mass
Belgien  Jacky Ickx
Porsche 956 Marken und Fahrer
4 18. – 19. Juni Frankreich  24-Stunden-Rennen von Le Mans
(Circuit des 24 Heures)
Deutschland  Rothmans Porsche Australien  Vern Schuppan
Vereinigte Staaten  Hurley Haywood
Vereinigte Staaten  Al Holbert
Porsche 956 Marken und Fahrer
5 4. September Belgien  1000-km-Rennen von Spa-Francorchamps
(Circuit de Spa-Francorchamps)
Deutschland  Rothmans Porsche Deutschland  Jochen Mass
Belgien  Jacky Ickx
Porsche 956 Marken und Fahrer
6 2. Oktober Japan  1000-km-Rennen von Fuji
(Fuji Speedway)
Deutschland  Rothmans Porsche Vereinigtes Konigreich  Derek Bell
Deutschland  Stefan Bellof
Porsche 956 Marken und Fahrer
7 10. Dezember Sudafrika 1961  1000-km-Rennen von Kyalami
(Kyalami Grand Prix Circuit)
Deutschland  Rothmans Porsche Vereinigtes Konigreich  Derek Bell
Deutschland  Stefan Bellof
Porsche 956 Marken und Fahrer

Meisterschaft der KonstrukteureBearbeiten

Langstrecken-Weltmeisterschaft-GesamtwertungBearbeiten

Position Konstrukteur 1 2 3 4 5 6 7 Gesamt
1 Deutschland  Porsche 20 20 20 20 20 (20) (20) 100
2 Italien  Lancia 3 8 6 15 32
3= Vereinigtes Konigreich  Nimrod 4 4
3= Vereinigtes Konigreich  March 4 4
5 Schweiz  Sauber 2 1 3
6 Japan  Dome 2 2
7 Deutschland  URD 1 1

Klasse-C-Junior-GesamtwertungBearbeiten

Position Konstrukteur 1 2 3 4 5 6 7 Gesamt
1 Italien  Alba 20 20 15 20 75
2= Japan  Mazda 20 20
2= Vereinigtes Konigreich  March 20 20
2= Vereinigtes Konigreich  Harrier 20 20

Klasse-B-GesamtwertungBearbeiten

Position Konstrukteur 1 2 3 4 5 6 7 Gesamt
1 Deutschland  Porsche 12 12 20 20 15 15 82
2 Deutschland  BMW 20 20 20 20 80
3 Vereinigte Staaten  Ford 12 12

Fahrer-WeltmeisterschaftBearbeiten

GesamtwertungBearbeiten

In dieser Tabelle werden die ersten 20 Positionen der Weltmeisterschaft erfasst. Die Punktevergabe erfolgte in der Reihenfolge: 20-15-12-10-8-6-4-3-2-1.

Position Fahrer Konstrukteur 1 2 3 4 5 6 7 Gesamt
1 Belgien  Jacky Ickx Porsche 15 20 15 20 15 12 97
2 Vereinigtes Konigreich  Derek Bell Porsche 4 20 15 15 20 20 94
3 Deutschland  Jochen Mass Porsche 15 20 20 15 12 82
4 Deutschland  Stefan Bellof Porsche 20 15 20 20 75
5 Frankreich  Bob Wollek Porsche 20 15 15 6 8 10 64
6 Belgien  Thierry Boutsen Porsche, Rondeau 20 12 2 10 44
7 Niederlande  Jan Lammers Porsche 6 12 12 3 2 8 43
8= Deutschland  Axel Plankenhorn Porsche 10 10 10 4 8 42
8= Deutschland  Jürgen Lässig Porsche 10 10 10 4 8 42
10 Australien  Vern Schuppan Porsche 8 20 12 40
11 Vereinigtes Konigreich  John Fitzpatrick Porsche 8 3 6 8 12 37
12 Schweden  Stefan Johansson Porsche 15 15 6 36
13 Deutschland  Hans Heyer Porsche, Lancia 12 10 8 30
14 Vereinigtes Konigreich  David Hobbs Porsche 8 3 6 12 29
15 Deutschland  Clemens Schickentanz Porsche 12 10 6 28
16 Vereinigte Staaten  Al Holbert Porsche 4 20 24
17 Vereinigtes Konigreich  Jonathan Palmer Porsche 12 3 8 23
18 Italien  Riccardo Patrese Lancia 2 4 15 21
19= Deutschland  Harald Grohs Porsche, Sehcar 10 10 20
19= Vereinigte Staaten  Hurley Haywood Porsche 20 20

LiteraturBearbeiten

  • Peter Higham: The Guinness Guide to international Motor Racing. A Complete Reference from Formula One to Touring Cars. Guinness Publishing Ltd., London 1995, ISBN 0-85112-642-1.

WeblinksBearbeiten

Commons: Sportwagen-Weltmeisterschaft 1983 – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien