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Louis Chiron

monegassischer Automobilrennfahrer

KarriereBearbeiten

Die Rennfahrerkarriere von Louis Chiron, der den Spitznamen „Alter Fuchs“ hatte, erstreckte sich über 30 Jahre. Mit einem privaten Bugatti bestritt er seine ersten Rennen 1926 und konnte bereits 1927 und 1928 seine ersten Erfolge bei kleineren Rennen und Bergrennen feiern. Daneben war Chiron 1929 maßgeblich an der Organisation des ersten Großen Preises von Monaco beteiligt, der von kleineren Unterbrechungen abgesehen bis heute stattfindet. Für Alfa Romeo fuhr er von 1933 bis 1935.

In den späten 1920er- und frühen 1930er-Jahren war er der erfolgreichste Fahrer, zu seinen Siegen zählen unter anderem 1928 die Großen Preise von Italien, Rom und Marne, 1930 der Große Preis von Belgien, 1931 der Grand Prix von Monaco, von Frankreich und der Tschechoslowakei, 1933 der Große Preis von Spanien und 1934 der Grand Prix von Frankreich.

Für das Mercedes-Benz-Werksteam trat Chiron zweimal an. Bei den Großen Preisen von Monaco und Deutschland 1936, beendete beide Rennen jedoch nicht. Danach zog er sich etwas vom Rennsport zurück und trat nur gelegentlich auf Talbot an, auch weil es neben den Silberpfeilen von Mercedes-Benz und Auto Union keine konkurrenzfähigen Autos gab. In Deutschland wurde er vor allem durch seine lebenslange Freundschaft zu Rudolf Caracciola in den 1930er Jahren populär.

Nach dem Zweiten Weltkrieg bestritt Louis Chiron wieder Rennen mit Talbot und Maserati. Sein letzter großer Sieg war der Grand Prix von Frankreich 1949. Im Rahmen der Formel-1-Weltmeisterschaft, die damals noch unter dem Namen Automobil-Weltmeisterschaft ausgetragen wurde, erreichte er den dritten Platz in Monaco 1950.

1955 bestritt er in Monaco auf einem Lancia D50 im Alter von fast 56 Jahren seinen letzten Grand Prix und beendete das Rennen auf dem sechsten Platz. Damit ist er bis heute der älteste Fahrer, der jemals an einem Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft teilgenommen hat.

1956 trat Chiron vom aktiven Rennsport zurück. Bis zu seinem Tod im Jahr 1979 organisierte er aber weiterhin den Großen Preis von Monaco und die Rallye Monte Carlo.

2016 wurde der Bugatti Chiron nach ihm benannt.[1]

StatistikBearbeiten

Vorkriegs-Grand-Prix-ErgebnisseBearbeiten

Saison 1 2 3 4 5 6 7 Punkte Position
1930    
1 NC
1931       13 6.
DNF 1 DNF
1932       17 5.
DNF 4 DNF
1933          
4 DNF DNF DNF 1
1934            
2 1 3 DNF 4 10
1935               40 10.
5 DNF 3 DNF DNF DNS DNF
1936         28 18.
DNF DNF
Legende
Farbe Bedeutung
Gold Sieg
Silber 2. Platz
Bronze 3. Platz
Grün Klassifiziert, mehr als 75% der Renndistanz zurückgelegt
Blau nicht punkteberechtigt, zwischen 50% und 75% der Renndistanz zurückgelegt
Violett nicht punkteberechtigt, zwischen 25% und 50% der Renndistanz zurückgelegt
Rot nicht punkteberechtigt, weniger als 25% der Renndistanz zurückgelegt
Farbe Abkürzung Bedeutung
Schwarz DSQ disqualifiziert (disqualified)
Weiß DNS nicht gestartet (did not start)
DNA nicht erschienen (did not arrive)
sonstige P/fett Pole-Position
SR/kursiv Schnellste Rennrunde
DNF Rennen nicht beendet (did not finish)

Statistik in der Automobil-WeltmeisterschaftBearbeiten

GesamtübersichtBearbeiten

Saison Team Chassis Motor Rennen Siege Zweiter Dritter Poles schn.
Rennrunden
Punkte WM-Pos.
1950 Officine Alfieri Maserati Maserati 4CLT/48 Maserati 1.5 L4s 5 1 4 10.
1951 Enrico Platé Maserati 4CLT/48 Maserati 1.5 L4s 1 NC
Ecurie Belge Talbot-Lago T26C Talbot 4.5 L6 6
1953 Louis Chiron Osca 20 OSCA 2.0 L6 2 NC
1955 Scuderia Lancia Lancia D50 Lancia 2.5 V8 1 NC
Gesamt 15 1

FahrerweltmeisterschaftBearbeiten

Saison 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11
1950              
DNF 3 9 DNF DNF
1951                
7 DNF 6 DNF DNF DNF DNF
1953                  
NC DNS DNS 10
1955              
6
1956                
DNS
1958                      
DNQ
Legende
Farbe Abkürzung Bedeutung
Gold Sieg
Silber 2. Platz
Bronze 3. Platz
Grün Platzierung in den Punkten
Blau Klassifiziert außerhalb der Punkteränge
Violett DNF Rennen nicht beendet (did not finish)
NC nicht klassifiziert (not classified)
Rot DNQ nicht qualifiziert (did not qualify)
DNPQ in Vorqualifikation gescheitert (did not pre-qualify)
Schwarz DSQ disqualifiziert (disqualified)
Weiß DNS nicht am Start (did not start)
WD zurückgezogen (withdrawn)
Hellblau PO nur am Training teilgenommen (practiced only)
TD Freitags-Testfahrer (test driver)
ohne DNP nicht am Training teilgenommen (did not practice)
INJ verletzt oder krank (injured)
EX ausgeschlossen (excluded)
DNA nicht erschienen (did not arrive)
C Rennen abgesagt (cancelled)
  keine WM-Teilnahme
sonstige P/fett Pole-Position
SR/kursiv Schnellste Rennrunde
* nicht im Ziel, aufgrund der zurückgelegten
Distanz aber gewertet
() Streichresultate
unterstrichen Führender in der Gesamtwertung

Le-Mans-ErgebnisseBearbeiten

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
1928 Chrysler 72 Frankreich  Cyril de Vère Ausfall Kupplungsschaden
1929 Frankreich  Charles Weymann Stutz DV32 Bearcat Frankreich  Édouard Brisson Ausfall Kupplungsschaden
1931 Frankreich  Equipe Bugatti Bugatti T50S Italien 1861  Achille Varzi Ausfall zurückgezogen
1932 Frankreich  Guy Bouriat Bugatti Type 55 Frankreich  Guy Bouriat Ausfall Leck im Benzintank
1933 Vereinigtes Konigreich  Capt. G.E.T. Eyston Alfa Romeo 8C 2300MM Italien 1861  Franco Cortese Ausfall Unfall
1937 Italien 1861  Luigi Chinetti Talbot T150C Italien 1861  Luigi Chinetti Ausfall Motorschaden
1938 Frankreich  Ecurie Bleue Delahaye 145 Frankreich  René Dreyfus Ausfall kein Öldruck
1951 Vereinigte Staaten 48  Luigi Chinetti Ferrari 340 America Barchetta Frankreich  Pierre Louis-Dreyfus Ausfall Disqualifiziert
1953 Italien  Scuderia Lancia Lancia D.20 Compressor Frankreich  Robert Manzon Ausfall Motorschaden

Einzelergebnisse in der Sportwagen-WeltmeisterschaftBearbeiten

Saison Team Rennwagen 1 2 3 4 5 6 7
1953 Lancia Lancia D20 Vereinigte Staaten  SEB Italien  MIM Frankreich  LEM Belgien  SPA Deutschland  NÜR Vereinigtes Konigreich  RTT Mexiko  CAP
DNF
1954 Donald Healey Motor Company
Monte Carlo Auto Sport
Austin-Healey 100
Osca MT4
Argentinien  BUA Vereinigte Staaten  SEB Italien  MIM Frankreich  LEM Vereinigtes Konigreich  RTT Mexiko  CAP
DNF 8
1956 Monte Carlo Sport Osca S750
Osca MT4
Argentinien  BUA Vereinigte Staaten  SEB Italien  MIM Deutschland  NÜR Schweden  KRI
DNF DNF
1957 Citroën DS19 Argentinien  BUA Vereinigte Staaten  SEB Italien  MIM Deutschland  NÜR Frankreich  LEM Schweden  KRI Venezuela  CAR
103

WeblinksBearbeiten

  Commons: Louis Chiron – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bugatti: Der neue Bugatti heißt Chiron – Weltpremiere in Genf 2016. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Bugatti. Archiviert vom Original am 4. März 2016; abgerufen am 1. März 2016.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bugatti.com