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Start zum Rennen
Giuseppe Campari auf der Start-Ziel-Geraden
Zieldurchfahrt

Der IX. Große Preis von Italien fand am 24. Mai 1931 auf dem 10,0 km langen Autodromo di Milano in Monza statt. Er zählte als Grande Épreuve zur Grand-Prix-Europameisterschaft 1931.

Das RennenBearbeiten

1931 fielen alle bisherigen technischen Bestimmungen für die Grand-Prix-Rennwagen weg – lediglich die Mindestdauer der Grande Epeuvres wurde auf die extreme Dauer von zehn Stunden festgelegt, so dass sich mehrere Fahrer am Steuer der Wagen ablösen mussten. Mit den Großen Preisen von Italien, Frankreich und Belgien wurde 1931 erstmals eine Europameisterschaft für Fahrer eingeführt, wobei nur die Fahrer punktberechtigt waren, die im Moment des Starts am Steuer der Wagen saßen.

Nach zwei Jahren Pause wurde das Rennen in Monza wieder als Großer Preis von Italien ausgetragen, dafür ausnahmsweise zum Saisonbeginn im Mai, um angesichts der Renndauer das lange Tageslicht ausnutzen zu können. Als Streckenführung wurde diesmal die lange vollständige Kombination aus Straßenkurs und Ovalstrecke gewählt. Das neue Alfa Romeo Achtzylinder-Grand-Prix-Modell mit 2,3-Liter-Hubraum, der aus dem vorhandenen Sportwagen weiterentwickelt wurde, sowie des zweimotorigen Modell A gaben ihr Renndebüt. Angesichts nicht vorhandener Limitierungen für die Motoren folgt nun auch Alfa Romeo den Beispielen von Maserati und Bugatti und entwickelte mit dem Typ A einen Rennwagen mit Doppelmotor, der auch gleichzeitig der erste Monoposto von Alfa Romeo mit zentral angeordnetem Sitz war. Im Training verunglückte Luigi Arcangeli in einem Modell A tödlich. Vom Unfall nach der zweiten Lesmo-Kurve gab es keine Augenzeugenberichte, sodass bis heute die Unfallursache unklar ist. Ob die Kollision mit einem Hasen am Tag davor, die Lenkung des A Monoposto Bimotore beschädigte blieb daher genauso Spekulation, wie der Umstand, ob Arcangeli beim Versuch die bislang beste Rundenzeit von Giuseppe Campari zu unterbieten einen Fahrfehler beging. Arcangeli starb an Kopfverletzungen, wobei der Alfa Romeo nur leicht beschädigt wurde.

Bugatti erschien ebenfalls mit einem neuen Modell, dem äußerlich unveränderten Type 51 mit neuem Motor, dessen Konstruktion von den 1929 in Monza angetretenen amerikanischen Miller-Rennwagen mehr oder weniger kopiert wurde. Maserati zog nach einem desaströsen Auftritt bei der Targa Florio seine im Vorjahr noch erfolgreichen Rennwagen vom Start zurück.

Insgesamt 14 Mannschaften waren am Start, darunter Varzi/Chiron und Divo/Bouriat für Bugatti, Campari/Nuvolari/Borzacchini, Minoia/Zehender für die Scuderia Ferrari (auf dem Tipo A) sowie die starken Privatteams Lehoux/Etancelin und Wimille/Gaupillat, ebenfalls auf dem neuen Bugatti-Modell.

Varzi übernahm zunächst die Führung vor Campari und Lehoux. Enzo Ferrari ordnete die Fahrerpaarungen während des Rennens um, so dass Nuvolari und Borzacchini später mit den Wagen ihrer Teamkollegen weiterfuhren. Nach etwa einer Stunde hatten sich die Positionen im Rennen gefestigt und nach dem Ausfall des Bugatti von Chrion und Lehoux war der Alfa Romeo von Nuvolari und Borzacchini für den Rest des Rennens unangefochten in Führung.

MeldelisteBearbeiten

Nr. Fahrer Konstrukteur Fahrzeug Team Bemerkung
02 Italien 1861  Maserati Maserati 26M Officine A. Maserati nicht angetreten (Wagen nicht rennbereit)
04 Italien 1861  Maserati Maserati 26M Officine A. Maserati nicht angetreten (Wagen nicht rennbereit)
06 Italien 1861  Maserati Maserati 26M Officine A. Maserati nicht angetreten (Wagen nicht rennbereit)
08 Italien 1861  Umberto Klinger /
Italien 1861  Pietro Ghersi
Italien 1861  Maserati Maserati 26M U. Klinger nicht angetreten (Wagen nicht rennbereit)
10 Italien 1861  Carlo Pedrazzini Italien 1861  Maserati Maserati 26B C. Pedrazzini nicht angetreten
12 Italien 1861  Achille Varzi /
Monaco  Louis Chiron
Dritte Französische Republik  Bugatti Bugatti T51 Automobiles Ettore Bugatti
14 Dritte Französische Republik  Albert Divo /
Dritte Französische Republik  Guy Bouriat
Dritte Französische Republik  Bugatti Bugatti T51 Automobiles Ettore Bugatti
16 Dritte Französische Republik  Marcel Lehoux /
Dritte Französische Republik  Philippe Étancelin
Dritte Französische Republik  Bugatti Bugatti T51 M. Lehoux
18 Dritte Französische Republik  Jean-Pierre Wimille /
Dritte Französische Republik  Jean Gaupillat
Dritte Französische Republik  Bugatti Bugatti T51 J. P. Wimille
20 Dritte Französische Republik  Robert Sénéchal /
Dritte Französische Republik  Henri Frètet
Dritte Französische Republik  Delage Delage 15-S-8 R. Sénéchal
22 Sowjetunion 1923  Dritte Französische Republik  Boris Iwanowski[1] /
Dritte Französische Republik  Henri Stoffel
Deutsches Reich  Daimler-Benz AG Mercedes-Benz SSK B. Iwanowski
24 Italien 1861  Antonio Maino /
Italien 1861  Gildo Strazza
Deutsches Reich  Daimler-Benz AG Mercedes-Benz SSK A. Maino nicht gestartet
26 Italien 1861  Giuseppe Campari /
Italien 1861  Luigi Arcangeli
Italien 1861  Alfa Romeo Alfa Romeo 8C 2300 Scuderia Ferrari tödlicher Unfall von Arcangeli;
Fahrerwechsel zu Campari / Marinoni und später
Campari / Nuvolari während des Rennens
28 Italien 1861  Tazio Nuvolari /
Italien 1861  Baconin Borzacchini
Italien 1861  Alfa Romeo Alfa Romeo Tipo A Scuderia Ferrari
30 Italien 1861  Ferdinando Minoia /
Italien 1861  Goffredo Zehender
Italien 1861  Alfa Romeo Alfa Romeo 8C 2300 Scuderia Ferrari Fahrerwechsel zu Minoia / Borzacchini während des Rennens
32 Italien 1861  Francesco Pirola /
Italien 1861  Giovanni Lurani
Italien 1861  Alfa Romeo Alfa Romeo 6C 1500 F. Pirola
34 Italien 1861  Guglielmo Lettieri Italien 1861  Alfa Romeo Alfa Romeo 6C 1750 F. Pirola nicht angetreten
36 Italien 1861  Luigi Castelbarco /
Italien 1861  Tino Bianchi
Italien 1861  Maserati Maserati 26M Officine A. Maserati nicht gestartet
38 Italien 1861  Amedeo Ruggeri /
Italien 1861  Renato Balestrero
Dritte Französische Republik  Talbot Talbot 700 A. Ruggeri
40 Italien 1861  Carlo Di Vecchio /
Italien 1861  Gerolamo Ferrari
Dritte Französische Republik  Talbot Talbot 700 C. Di Vecchio
42 unbekannt  unbekannt /
unbekannt  unbekannt
Dritte Französische Republik  Talbot nicht angetreten
44 Italien 1861  Angelo Facchetti /
unbekannt  unbekannt
Italien 1861  Itala A. Facchetti nicht angetreten
46 unbekannt  unbekannt /
unbekannt  unbekannt
Dritte Französische Republik  Bugatti nicht angetreten
48 Italien 1861  Villa /
Italien 1861  Gerardo Tornelli
Dritte Französische Republik  Bugatti nicht angetreten
50 Italien 1861  Alfredo Caniato /
Italien 1861  Mario Tadini
Italien 1861  Alfa Romeo Alfa Romeo 6C 1750 A. Caniato

StartaufstellungBearbeiten

1 2 3
Dritte Französische Republik  Sénéchal /
Dritte Französische Republik  Frètet
Dritte Französische Republik  Wimille /
Dritte Französische Republik  Gaupillat
Italien 1861  Campari /
Italien 1861  Arcangeli
4 5 6
Italien 1861  Minoia /
Italien 1861  Zehender
Dritte Französische Republik  Lehoux /
Dritte Französische Republik  Étancelin
Sowjetunion 1923  Dritte Französische Republik  Iwanowski[1] /
Dritte Französische Republik  Stoffel
7 8 9
Italien 1861  Nuvolari /
Italien 1861  Borzacchini
Italien 1861  Di Vecchio /
Italien 1861  Ferrari
Dritte Französische Republik  Divo /
Dritte Französische Republik  Bouriat
10 11
Italien 1861  Caniato /
Italien 1861  Tadini
Italien 1861  Varzi /
Monaco  Chiron
12 13 14
Italien 1861  Ruggeri /
Italien 1861  Balestrero
Italien 1861  Klinger /
Italien 1861  Ghersi
Italien 1861  Pirola /
Italien 1861  Lurani

RennergebnisBearbeiten

Pos. Nr. Fahrer Konstrukteur Runden zurückgelegte
Kilometer
Ausfallgrund EM-Punkte
1 26 Italien 1861  Giuseppe Campari /
Italien 1861  Tazio Nuvolari
Italien 1861  Alfa Romeo 155 1557,754 1 / –[2]
2 30 Italien 1861  Ferdinando Minoia /
Italien 1861  Baconin Borzacchini
Italien 1861  Alfa Romeo 153 1535,087 2 / –[2]
3 14 Dritte Französische Republik  Albert Divo /
Dritte Französische Republik  Guy Bouriat
Dritte Französische Republik  Bugatti 152 1525,319 3
4 18 Dritte Französische Republik  Jean-Pierre Wimille /
Dritte Französische Republik  Jean Gaupillat
Dritte Französische Republik  Bugatti 138 1386,082 4
5 22 Sowjetunion 1923  Dritte Französische Republik  Boris Iwanowski[1] /
Dritte Französische Republik  Henri Stoffel
Deutsches Reich  Daimler-Benz AG 134 1343,255 4
6 32 Italien 1861  Francesco Pirola /
Italien 1861  Giovanni Lurani
Italien 1861  Alfa Romeo 129 1290,243 4
7 38 Italien 1861  Amedeo Ruggeri /
Italien 1861  Renato Balestrero
Dritte Französische Republik  Talbot 129 1290,000[3] 4
8 08 Italien 1861  Umberto Klinger /
Italien 1861  Pietro Ghersi
Italien 1861  Maserati 114 1140,000 5
DNF 40 Italien 1861  Carlo Di Vecchio /
Italien 1861  Gerolamo Ferrari
Dritte Französische Republik  Talbot 87 870,000 5
NC[4] 20 Dritte Französische Republik  Robert Sénéchal /
Dritte Französische Republik  Henri Frètet
Dritte Französische Republik  Delage 81 809,977 5
DNF 16 Dritte Französische Republik  Marcel Lehoux /
Dritte Französische Republik  Philippe Étancelin
Dritte Französische Republik  Bugatti 49 490,000 Pleuel 6
DNF 12 Italien 1861  Achille Varzi /
Monaco  Louis Chiron
Dritte Französische Republik  Bugatti 44 440,000 Differential 6
DNF 28 Italien 1861  Tazio Nuvolari /
Italien 1861  Baconin Borzacchini
Italien 1861  Alfa Romeo 31 310,000 Mechanik 7
DNF 50 Italien 1861  Alfredo Caniato /
Italien 1861  Mario Tadini
Italien 1861  Alfa Romeo 14 140,000 7

Schnellste Rennrunde: Italien 1861  Giuseppe Campari (Alfa Romeo), 3:32,8 min = 169,2 km/h

VerweiseBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Adriano Cimarosti: Autorennen – Die Grossen Preise der Welt – Wagen, Strecken und Piloten von 1894 bis heute, Hallwag Verlag, Bern, 1986, ISBN 3-444-10326-3
  • Paul Sheldon: A Record of Grand Prix and Voiturette Racing, Vol. 1 – 13, St. Leonards Press, Bradford, 1987–2002

WeblinksBearbeiten

  Commons: Großer Preis von Italien 1931 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Iwanowski war gebürtiger Russe, befand sich aber seit der Oktoberrevolution im Exil in Frankreich.
  2. a b Nuvolari und Borzacchini erhielten keine Punkte, da sie nicht mit den Wagen starteten, auf denen sie gemeldet waren. Die sieben Punkte, die für die beiden gewertet wurden, stammen von ihrem ursprünglichen Wagen Nummer 28, mit dem sie etwa ein Viertel der Renndistanz absolvierten. Attilio Marinoni und Goffredo Zehender, die eigentlich auf den Wagen 26 bzw. 30 gemeldet waren, erhielten jeweils acht Punkte, da sie nicht antraten.
  3. Ruggeri und Balestrero wurden ursprünglich mit 1290,534 km auf Rang sechs gewertet. Da sie für ihre letzte Runde jedoch mehr als fünf Minuten benötigten, wurde der Teil der bis zur Zehn-Stunden-Marke beendeten Runde gelöscht, was ihnen Rang sieben und Pirola / Lurani Rang sechs einbrachte.
  4. Sénéchal wurde nicht gewertet, da er weniger als drei Fünftel der Renndistanz des Siegers erreichte.