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24-Stunden-Rennen von Le Mans 1931

24-Stunden-Rennen
Die Sieger Tim Birkin und Earl Howe
Die Boxenanlagen während der Nacht
Der Bugatti Type 50 mit der Startnummer 5, den Ettore Bugatti nach dem Unfall von Conelli vom Rennen zurückzog.

Das neunte 24-Stunden-Rennen von Le Mans, der 9e Grand Prix d’Endurance les 24 Heures du Mans, auch 24 Heures du Mans, Circuit de la Sarthe, Le Mans, fand vom 13. bis 14. Juni 1931 auf dem Circuit des 24 Heures bei Le Mans statt.

Inhaltsverzeichnis

Das RennenBearbeiten

Vor dem RennstartBearbeiten

Nach den wenigen Startern 1930 kamen 1931 wieder mehr Teams nach Le Mans. Erstmals waren Werksteams von Bugatti und Alfa Romeo am Start. Mit dem Molsheimer Unternehmen beteiligte sich nach Jahren wieder ein französischer Automobilproduzent am Rennen, dem Chancen auf den Gesamtsieg zugebilligt wurden. In einem der drei Werks-Bugatti, teilten sich die beiden späteren Grand-Prix-Piloten Louis Chiron und Achille Varzi das Cockpit. Aus Großbritannien kamen zwei Talbots, die Außenseiterchancen auf den Sieg hatten. Auch die beiden britischen Marken Aston Martin und MG gaben ihr Debüt an der Sarthe. MG setzte bis zum Ende der 1930er-Jahre ab 1931 immer ein Damenteam beim 24-Stunden-Rennen ein. Mit Raymond Sommer gab ein weiterer Grand-Prix-Pilot sein Le-Mans-Debüt.

Der RennverlaufBearbeiten

Im Rennen hatten die Bugattis große Probleme mit den Michelin-Reifen. Schon im Training wurde klar, dass die weichen Mischungen der französischen Reifenmarke den schnellen Bugattis nicht gewachsen waren. Am Samstagabend hatte Caberto Conelli nach einem Reifenschaden dann einen schweren Unfall. Das Wrack des Bugatti Type 50S schleuderte in eine Zuschauergruppe, wobei ein Zuschauer den Tod fand. Nach Bekanntwerden der Tragödie zog Ettore Bugatti die beiden weiteren Wagen vom Rennen zurück. Das restliche Rennen wurden zu einem Duell der Alfa Romeos gegen den Mercedes-Benz von Boris Iwanowski und Henri Stoffel. Am Ende siegte der private Alfa Romeo 8C, von Francis Curzon und Tim Birkin gefahren, die mit 3017,654 km erstmals die 3000-km-Marke in der Gesamtdistanz übertrafen.

ErgebnisseBearbeiten

Piloten nach NationenBearbeiten

Dritte Französische Republik  25 Franzosen Vereinigtes Konigreich  20 Briten Italien 1861  5 Italiener Monaco  1 Monegasse Sowjetunion 1923  1 Russe

SchlussklassementBearbeiten

Pos. Klasse Nr. Team Fahrer Chassis Motor Reifen Runden
1 3.0 16 Vereinigtes Konigreich  Lord Howe Vereinigtes Konigreich  Francis Curzon
Vereinigtes Konigreich  Tim Birkin
Alfa Romeo 8C 2300 LM Alfa Romeo 2.3L Supercharged I8 184
2 8.0 1 Sowjetunion 1923  Boris Iwanowski Sowjetunion 1923  Boris Iwanowski
Dritte Französische Republik  Henri Stoffel
Mercedes-Benz SSK Mercedes-Benz 7.1L Supercharged I6 177
3 3.0 11 Vereinigtes Konigreich  Arthur W. Fox & Charles Nicholl Vereinigtes Konigreich  Tim Rose-Richards
Vereinigtes Konigreich  Owen Saunders-Davies
Talbot AV105 Talbot 3.0L I6 173
4 5.0 9 Dritte Französische Republik  Henri Trébort Dritte Französische Republik  Henri Trébort
Dritte Französische Republik  Louis Balart
Lorraine-Dietrich B3-6 La Lorraine 3.4L I6 150
5 1.5 25 Vereinigtes Konigreich  Aston Martin Vereinigtes Konigreich  Augustus Bertelli
Vereinigtes Konigreich  Maurice Harvey
Aston Martin 1½ International Aston Martin 1.5L I4 139
6 1.1 29 Dritte Französische Republik  Yves Giraud-Cabantous Dritte Französische Republik  Just-Émile Vernet
Dritte Französische Republik  Fernand Vallon
Caban Spéciale Ruby 1.1L I4 128
Disqualifiziert
7 750 31 Vereinigtes Konigreich  Sir Francis Samuelson Vereinigtes Konigreich  Sir Francis Samuelson
Vereinigtes Konigreich  Freddy Kindell
MG C-Type Midget MG 0.7L Supercharged I4
8 1.1 27 Dritte Französische Republik  M. de Ricou Dritte Französische Republik  Gustave Duverne
Dritte Französische Republik  Robert Girod
B.N.C. B.N.C. 1.1L I4
9 1.5 22 Dritte Französische Republik  Mme. Marguerite Mareuse Dritte Französische Republik  Marguerite Mareuse
Dritte Französische Republik  Odette Siko
Bugatti Type 40 Bugatti 1.5L I4
Ausgefallen
10 3.0 10 Vereinigtes Konigreich  Arthur W. Fox & Charles Nicholl Vereinigtes Konigreich  Brian E. Lewis
Vereinigtes Konigreich  Johnny Hindmarsh
Talbot AV105 Talbot 3.0L I6 132
11 1.5 26 Vereinigtes Konigreich  Aston Martin Vereinigtes Konigreich  Sammy Newsome
Vereinigtes Konigreich  Kenneth Peacock
Aston Martin 1½ International Aston Martin 1.5L I4 126
12 1.5 24 Vereinigtes Konigreich  Aston Martin Vereinigtes Konigreich  Humphrey W. Cook
Vereinigtes Konigreich  Jack Bezzant
Aston Martin 1½ International Aston Martin 1.5L I4 111
13 3.0 14 Italien 1861  Soc. Anon. Alfa Romeo Italien 1861  Goffredo Zehender
Italien 1861  Attilio Marinoni
Alfa Romeo 8C 2300 Alfa Romeo 2.3L I8 99
14 1.5 23 Dritte Französische Republik  Jean Sébilleau Dritte Französische Republik  Jean Sébilleau
Dritte Französische Republik  Georges Delaroche
Bugatti Type 40 Bugatti 1.5L I4 96
15 3.0 12 Vereinigtes Konigreich  Richard Ormonde Shuttleworth Vereinigtes Konigreich  Peter Hope-Johnson
Vereinigtes Konigreich  Jack H. Barlett
Arrol-Aster Arrol-Aster 2.4L I6 95
16 1.1 28 Dritte Französische Republik  Yves Giraud-Cabantous Dritte Französische Republik  Roger Labric
Dritte Französische Republik  Yves Giraud-Cabantous
Caban Spéciale Caban 1.1L I4 89
17 1.1 30 Dritte Französische Republik  Lombard Dritte Französische Republik  Charles Cherrier
Dritte Französische Republik  Camille Royer
Lombard Lombard 1.1L I4 45
18 750 32 Vereinigtes Konigreich  Hon. Mrs. Joanne Chetwynd Vereinigtes Konigreich  Mrs. Joanne Chetwynd
Vereinigtes Konigreich  Mrs. H.H. Stisted
MG C-Type Midget MG 0.7L Supercharged I4 30
19 5.0 7 Vereinigtes Konigreich  Anthony Bevan Vereinigtes Konigreich  Anthony Bevan
Vereinigtes Konigreich  Mike Couper
Bentley Blower Bentley 4.4L I4 29
20 5.0 5 Dritte Französische Republik  Equipe Bugatti Dritte Französische Republik  Albert Divo
Dritte Französische Republik  Guy Bouriat
Bugatti Type 50S Bugatti 5.0L Supercharged I8 M 26
21 5.0 4 Dritte Französische Republik  Equipe Bugatti Italien 1861  Achille Varzi
Monaco  Louis Chiron
Bugatti Type 50S Bugatti 5.0L Supercharged I8 M 24
22 3.0 19 Dritte Französische Republik  Antoine Schumann Dritte Französische Republik  Pierre Louis-Dreyfus
Dritte Französische Republik  Antoine Schumann
Bugatti Type 43 Bugatti 2.3L I8 22
23 5.0 6 Dritte Französische Republik  Equipe Bugatti Italien 1861  Caberto Conelli
Dritte Französische Republik  Maurice Rost
Bugatti Type 50S Bugatti 4.9L Supercharged I8 M 20
24 8.0 3 Dritte Französische Republik  Édouard Brisson Dritte Französische Republik  Édouard Brisson
Italien 1861  Joseph Cattaneo
Stutz DV32 Stutz 5.3L Supercharged I8 19
25 8.0 2 Dritte Französische Republik  Henri De Costier
Dritte Französische Republik  Raymond Lussan
Chrysler Imperial Chrysler 6.3L I8 18
26 5.0 8 Dritte Französische Republik  Raymond Sommer
Dritte Französische Republik  Jean Delemer
Chrysler 80 Chrysler 4.6L I6 14
Nicht gestartet
27 3.0 15 Italien 1861  Soc. Anon. Alfa Romeo Italien 1861  Giuseppe Campari
Italien 1861  Attilio Marinoni
Alfa Romeo 8C 2300 Alfa Romeo 2.3L I8 1
28 3.0 10T Vereinigtes Konigreich  Arthur W. Fox & Charles Nicholl Talbot AV105 Talbot 3.0L I6 2
29 3.0 16T Vereinigtes Konigreich  Lord Howe Vereinigtes Konigreich  Francis Curzon
Vereinigtes Konigreich  Tim Birkin
Alfa Romeo 8C 2300 LM Alfa Romeo 2.3L Supercharged I8 3

1 Motorschaden im Training 2 Trainingswagen 3 Trainingswagen

Nur in der MeldelisteBearbeiten

Hier finden sich Teams, Fahrer und Fahrzeuge die ursprünglich für das Rennen gemeldet waren, aber aus den unterschiedlichsten Gründen daran nicht teilnahmen.

Pos. Klasse Nr. Team Fahrer Chassis Motor Reifen
30 Dritte Französische Republik  Ariès
31 Dritte Französische Republik  Ariès

KlassensiegerBearbeiten

Klasse Fahrer Fahrer Fahrzeug Platzierung im Gesamtklassement
7. Biennial Cup – Index of Performance Vereinigtes Konigreich  Francis Curzon Vereinigtes Konigreich  Tim Birkin Alfa Romeo 8C 2300 LM Gesamtsieg
5001–8000 cm³ Sowjetunion 1923  Boris Iwanowski Dritte Französische Republik  Henri Stoffel Mercedes-Benz SSK Rang 2
2001–3000 cm³ Vereinigtes Konigreich  Francis Curzon Vereinigtes Konigreich  Tim Birkin Alfa Romeo 8C 2300 LM Gesamtsieg
1101–1500 cm³ Vereinigtes Konigreich  A. C. Bertelli Vereinigtes Konigreich  C. M. Harvey Aston Martin 1½ International Rang 5
751–1000 cm³ Dritte Französische Republik  Just-Emile Vernet Dritte Französische Republik  Fernand Vallon Caban Spéciale Rang 6

RenndatenBearbeiten

  • Gemeldet: 29
  • Gestartet: 26
  • Gewertet: 6
  • Rennklassen: 5
  • Zuschauer: unbekannt
  • Ehrenstarter des Rennens: Unbekannt
  • Wetter am Rennwochenende: sonnig, Regen in der Nacht
  • Streckenlänge: 16,340 km
  • Fahrzeit des Siegerteams: 24:00:00,000 Stunden
  • Gesamtrunden des Siegerteams: 185
  • Gesamtdistanz des Siegerteams: 3017,654 km
  • Siegerschnitt: 125,735 km/h
  • Pole Position: unbekannt
  • Schnellste Rennrunde: Boris Ivanowski – Mercedes-Benz SSK (#1) – 7:03,000 = 139,234 km/h
  • Rennserie: zählte zu keiner Rennserie

LiteraturBearbeiten

  • Christian Moity, Jean-Marc Teissèdre, Alain Bienvenu: 24 heures du Mans, 1923–1992. Éditions d’Art, Besançon 1992, ISBN 2-909-413-06-3.
  • R. M. Clarke: Le Mans. The Bentley & Alfa Years 1923–1939. Brooklands Books, Cobham 1998, ISBN 1-85520-465-7.

WeblinksBearbeiten

  Commons: 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1931 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien