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24-Stunden-Rennen von Le Mans 1939

24-Stunden-Rennen
Die Gesamtsieger Jean-Pierre Wimille und Pierre Veyron mit Rennleiter Charles Faroux
Lagonda V12 von Charles Brackenbury und Arthur Dobson bei der Saxony Classic 2010
HRG 1500

Das 16. 24-Stunden-Rennen von Le Mans, der 16e Grand Prix d’Endurance les 24 Heures du Mans, auch Les 24 Heures du Mans, Circuit de la Sarthe, fand vom 17. bis 18. Juni 1939 auf dem Circuit des 24 Heures statt.

Inhaltsverzeichnis

Das RennenBearbeiten

Das Rennen 1939 war das letzte 24-Stunden-Rennen von Le Mans vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939. Bugatti hatte – nachdem das französische Automobilunternehmen 1938 wegen technischer Probleme auf eine Teilnahme verzichtet hatte – seine Rückkehr nach Le Mans angekündigt. Offiziell wurde der 3,3-Liter-57C Tank vom Le-Mans-Sieger des Jahres 1937 Jean-Pierre Wimille gemeldet, dahinter stand jedoch das Werk aus Molsheim mit seiner gesamten Logistik. Insgesamt kam 25 Fahrzeuge aus Frankreich, darunter Werkswagen von Delahaye, Delage und Talbot. Anthony Lago hatte 4,5-Liter-Grand-Prix-Rennwagen so umrüsten lassen, dass sie jetzt dem Reglement von Le Mans entsprachen.

Die Adlerwerke brachten eine ihrer Trumpf-Rennlimousinen an die Sarthe. Der Wagen erhielt einen neuen 2,5-Liter-Motor, wurde aber im Training bei einem Unfall so zerstört, dass auf eine Teilnahme am Rennen verzichtet werden musste. Die deutsche Automobilindustrie wurde durch BMW repräsentiert; das Münchner Unternehmen brachte drei Werks-BMW 328 nach Le Mans.

Aus Großbritannien kamen, neben vielen Privatteams, zwei Lagonda V12. Diese 4.5-Liter-Sportwagen kamen in dieser Form erstmals nach Le Mans. Bei Lagonda – geführt von Alan Good – hatte Walter Owen Bentley nach dem Verkauf von Bentley an Rolls-Royce ein neues Betätigungsfeld gefunden. Der britische Automobilpionier konnte nach einem halben Dutzend Siegen in Le Mans auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Zum Leidwesen von Bentley wurden die beiden V12-Rennwagen aber so spät fertig, dass sie erst im Training erstmals getestet werden konnten. Bei Lagonda meinte man im Sommer 1939 noch, dass das diesjährige Le-Mans-Rennen nur ein Testlauf für spätere Einsätze sei. Einer der Wagen wurde als Werkswagen, gefahren von Arthur Dobson und Charles Brackenbury, an den Start gerollt. Das zweite Fahrzeug wurde an Peter Mitchell-Thomson, 2. Baron Selsdon abgegeben, der das Rennen gemeinsam mit Lord William Waleran bestritt.

Favorit auf den Gesamtsieg war aber wieder Raymond Sommer. Sommer brachte ein neues Alfa Romeo Coupé an den Start, das er gemeinsam mit dem thailändischen Prinzen Bira pilotierte.

Bis Samstagnacht lieferten sich Luigi Chinetti im Talbot, Louis Gérard im Delage, Robert Mazaud – der die schnellste Rennrunde fuhr –, Raymond Sommer und Jean-Pierre Wimille einen heftigen Kampf um die Spitze. Bis in den frühen Sonntagvormittag führte dann der Gérard/Monneret-Delage, als die französische Mannschaft Probleme mit dem Motor bekam. Ein letzter langer Boxenstopp kostete sie schließlich den Sieg, Pierre Veyron im Bugatti konnte vorbeiziehen. Der Delage wurde Zweiter vor den beiden Lagondas, die zu aller Erstaunen ohne technische Probleme das Rennen auf den Plätzen drei und vier beenden konnten.

ErgebnisseBearbeiten

Piloten nach NationenBearbeiten

Dritte Französische Republik  53 Franzosen Vereinigtes Konigreich  18 Briten Deutsches Reich NS  10 Deutsche Italien 1861  1 Italiener Schweiz  1 Schweizer
Thailand  1 Thailänder

SchlussklassementBearbeiten

Pos. Klasse Nr. Team Fahrer Chassis Motor Reifen Runden
1 8.0 1 Dritte Französische Republik  Jean-Pierre Wimille Dritte Französische Republik  Jean-Pierre Wimille
Dritte Französische Republik  Pierre Veyron
Bugatti 57C Tank Bugatti 3.3L Supercharged I8 248
2 3.0 21 Vereinigtes Konigreich  Ecurie Walter Watney Dritte Französische Republik  Louis Gérard
Dritte Französische Republik  Georges Monneret
Delage D6-3L Delage 3.0L I6 245
3 5.0 5 Vereinigtes Konigreich  Lagonda Ltd. Vereinigtes Konigreich  Arthur Dobson
Vereinigtes Konigreich  Charles Brackenbury
Lagonda V12 Lagonda 4.5L V12 239
4 5.0 6 Vereinigtes Konigreich  Lord Selsdon Vereinigtes Konigreich  Lord Selsdon
Vereinigtes Konigreich  Lord William Waleran
Lagonda V12 Lagonda 4.5L V12 238
5 2.0 26 Deutsches Reich NS  BMW Deutsches Reich NS  Max zu Schaumburg-Lippe
Deutsches Reich NS  Hans Wencher
BMW 328 Touring Coupe BMW 2.0L I6 236
6 5.0 12 Dritte Französische Republik  Louis Villeneuve Dritte Französische Republik  Louis Villeneuve
Dritte Französische Republik  René Biolay
Delahaye 135CS Delahaye 3.6L I6 235
7 2.0 27 Deutsches Reich NS  BMW Deutsches Reich NS  Ralph Roese
Deutsches Reich NS  Paul Heinemann
BMW 328 BMW 2.0L I6 230
8 5.0 20 Vereinigtes Konigreich  Count Heyden Vereinigtes Konigreich  R.R.C. Rob Walker
Vereinigtes Konigreich  Ian Connell
Delahaye 135CS Delahaye 3.6L I6 224
9 2.0 28 Deutsches Reich NS  BMW Deutsches Reich NS  Willi Briem
Deutsches Reich NS  Rudolf Scholtz
BMW 328 BMW 2.0L I6 220
10 1.1 39 Dritte Französische Republik  Gordini Dritte Französische Republik  Amédée Gordini
Dritte Französische Republik  José Scaron
Simca Huit Fiat 1.1L I4 213
11 5.0 14 Dritte Französische Republik  Joseph Chotard Dritte Französische Republik  Joseph Chotard
Dritte Französische Republik  Jacques Seylair
Delahaye 135CS Delahaye 3.6L I6 202
12 2.0 29 Vereinigtes Konigreich  Robert Peverell Hitchens Vereinigtes Konigreich  Robert Hitchens
Vereinigtes Konigreich  Mortimer Morris-Goodall
Aston Martin Speed Model Aston Martin 2.0L I4 199
13 1.1 41 Dritte Französische Republik  Gordini Dritte Französische Republik  Guy Lapchin
Dritte Französische Republik  Charles Plantivaux
Simca Huit Fiat 1.1L I4 195
14 1.5 32 Vereinigtes Konigreich  Ecurie Lapin Blanc Vereinigtes Konigreich  Peter Clark
Vereinigtes Konigreich  Marcus Chambers
HRG 1500 Singer 1.5L I4 192
15 1.1 37 Vereinigtes Konigreich  Mrs. Majorie Fawcett Vereinigtes Konigreich  Geoffrey White
Vereinigtes Konigreich  C. M. Anthony
Morgan 4/4 Coventry Climax 1.1L I4 184
16 1.5 34 Dritte Französische Republik  Just-Emile Vernet Dritte Französische Republik  Just-Emile Vernet
Dritte Französische Republik  Carl de Bodard
Riley Sprite TT Pourtout Riley 1.5L I4 180
17 1.1 38 Dritte Französische Republik  Victor Camerano Dritte Französische Republik  Victor Camerano
Dritte Französische Republik  Henri Louveau
Simca Huit Fiat 1.1L I4 163
18 1.1 45 Vereinigtes Konigreich  Arthur W. Jones Vereinigtes Konigreich  Arthur W. Jones
Vereinigtes Konigreich  Gordon Wilkins
Singer Le Mans Replica Singer 1.0L I4 154
19 750 48 Dritte Französische Republik  Gordini Dritte Französische Republik  Adrien Alin
Dritte Französische Republik  Albert Alin
Simca Cinq Fiat 0.6L I4 148
20 750 49 Dritte Französische Republik  Gordini Dritte Französische Republik  Maurice Aimé
Dritte Französische Republik  Albert Leduc
Simca Cinq Fiat 0.6L I4 147
Ausgefallen
21 3.0 25 Dritte Französische Republik  Raymond Sommer Dritte Französische Republik  Raymond Sommer
Thailand  Prinz Bira
Alfa Romeo 6C 2500SS Alfa Romeo 2.4L I6 173
22 5.0 18 Dritte Französische Republik  Ecuria Francia Dritte Französische Republik  Marcel Contet
Dritte Französische Republik  Robert Brunet
Delahaye 135CS Delahaye 3.6L I6 171
23 1.5 31 Dritte Französische Republik  Victor Polledry Dritte Französische Republik  Victor Polledry
Dritte Französische Republik  R. Robert
Aston Martin 1½ Ulster Aston Martin 1.5L I4 155
24 5.0 3 Italien 1861  Luigi Chinetti Italien 1861  Luigi Chinetti
Vereinigtes Konigreich  T.A.S.O. Mathieson
Talbot T26 Talbot 4.5L I6 154
25 3.0 22 Vereinigtes Konigreich  Ecurie Walter Watney Schweiz  Armand Hug
Dritte Französische Republik  Roger Loyer
Delage D6-3L Delage 3.0L I6 152
26 5.0 15 Dritte Französische Republik  Robert Mazaud Dritte Französische Republik  Robert Mazaud
Dritte Französische Republik  Marcel Mongin
Delahaye 135CS Delahaye 3.6L I6 115
27 1.1 44 Vereinigtes Konigreich  Archie Scott Vereinigtes Konigreich  Archie Scott
Vereinigtes Konigreich  Tommy Wisdom
Singer Nine Le Mans Replica Singer 1.0L I4 105
28 5.0 9 Italien 1861  Luigi Chinetti Dritte Französische Republik  René Le Bègue
Dritte Französische Republik  Pierre Levegh
Talbot-Lago SS Talbot 4.0L I6 102
29 5.0 19 Dritte Französische Republik  Ecurie Francia Dritte Französische Republik  Eugène Chaboud
Dritte Französische Republik  Yves Giraud-Cabantous
Delahaye 135CS Delahaye 3.6L I6 99
30 5.0 8 Vereinigtes Konigreich  T.A.S.O. Mathieson Dritte Französische Republik  Philippe de Massa
Dritte Französische Republik  Norbert-Jean Mahé
Talbot 150SS Figoni Talbot 4.0L I6 88
31 5.0 7 Italien 1861  Luigi Chinetti Dritte Französische Republik  André Morel
Vereinigtes Konigreich  Jim Bradley
Talbot T26 Talbot 4.5L I6 88
32 5.0 10 Dritte Französische Republik  Jean Trémoulet Dritte Französische Republik  Jean Trémoulet
Dritte Französische Republik  Raoul Forestier
Talbot-Lago SS Talbot 4.0L I6 68
33 1.1 36 Vereinigtes Konigreich  Michael Collier Vereinigtes Konigreich  Mike Collier
Vereinigtes Konigreich  Lewis Welch
MG PA Midget MG 0.8L I4 63
34 5.0 16 Dritte Französische Republik  Ecurie Francia Dritte Französische Republik  Joseph Paul
Dritte Französische Republik  Jean Trévoux
Delahaye 135CS Delahaye 3.6L I6 62
35 5.0 11 Dritte Französische Republik  André Bellecroix Dritte Französische Republik  André Bellecroix
Dritte Französische Republik  Gaston Serraud
Delahaye 135CS Delahaye 3.6L I6 50
36 1.1 43 Dritte Französische Republik  Just-Emile Vernet Dritte Französische Republik  Robert Cayeux
Dritte Französische Republik  Gaston Tramar
Simca Huit Fiat 1.1L I4 50
37 5.0 4 Italien 1861  Luigi Chinetti Dritte Französische Republik  Pierre Louis-Dreyfus
Dritte Französische Republik  Antoine Schumann
Talbot T26 Talbot 4.5L I6 45
38 1.1 47 Dritte Französische Republik  Claude Bonneau Dritte Französische Republik  Claude Bonneau
Dritte Französische Republik  Max Mathieu
MG PB Midget MG 1.0L I4 40
39 1.1 40 Dritte Französische Republik  Gordini Dritte Französische Republik  Jean Breillet
Dritte Französische Republik  Albert Debille
Simca Huit Fiat 1.1L I4 29
40 1.1 42 Dritte Französische Republik  Mme Anne-Cecile Rose-Itier Dritte Französische Republik  Anne-Cecile Rose-Itier
Dritte Französische Republik  Suzanne Largeot
Simca Huit Fiat 1.1L I4 26
41 1.5 30 Deutsches Reich NS  Adler Deutsches Reich NS  Otto Löhr
Deutsches Reich NS  Paul von Guilleaume
Adler Trumpf Adler 1.5L I4 6
42 1.1 46 Dritte Französische Republik  Jacques Savoye Dritte Französische Republik  Jacques Savoye
Dritte Französische Republik  Pierre Savoye
Singer Nine Le Mans Replica "Savoye Special" Singer 1.0L I4 4
Nicht gestartet
43 Deutsches Reich NS  Adler Deutsches Reich NS  Baron Huschke von Hanstein
Deutsches Reich NS  Karkmann
Adler Trumpf 1
44 8.0 1T Dritte Französische Republik  Jean-Pierre Wimille Dritte Französische Republik  Jean-Pierre Wimille
Dritte Französische Republik  Pierre Veyron
Bugatti T37 2

1 nicht gestartet 1 Trainingswagen

Nur in der MeldelisteBearbeiten

Hier finden sich Teams, Fahrer und Fahrzeuge die ursprünglich für das Rennen gemeldet waren, aber aus den unterschiedlichsten Gründen daran nicht teilnahmen.

Pos. Klasse Nr. Team Fahrer Chassis Motor Reifen
45 Deutsches Reich NS  Adler Adler Trumpf
46 Vereinigtes Konigreich  Lucy Schell Delahaye 145
47 Atalanta
48 Bentley
49 Vereinigtes Konigreich  Robert Arbuthnot Vereinigtes Konigreich  Robert Arbuthnot Alfa Romeo 8C 2900A
50 Vereinigtes Konigreich  Charles Dodson
Vereinigtes Konigreich  Sammy Davis

KlassensiegerBearbeiten

Klasse Fahrer Fahrer Fahrzeug Platzierung im Gesamtklassement
Index of Performance – 2. Annual Cup des ACO Dritte Französische Republik  Amédée Gordini Dritte Französische Republik  José Sarcon Simca Huit Rang 10
14. Biennial Cup Dritte Französische Republik  Amédée Gordini Dritte Französische Republik  José Sarcon Simca Huit Rang 10
3001–5000 cm³ Dritte Französische Republik  Jean-Pierre Wimille Dritte Französische Republik  Pierre Veyron Bugatti 57C Tank Gesamtsieg
2001–3000 cm³ Dritte Französische Republik  Louis Gérard Dritte Französische Republik  Georges Monneret Delage D6-3L Rang 2
1501–2000 cm³ Deutsches Reich NS  Max von Schaumburg-Lippe Deutsches Reich NS  Hans Wencher BMW 328 Touring Coupé Rang 5
1101–1500 cm³ Vereinigtes Konigreich  Peter Clark Vereinigtes Konigreich  Markus Chambers HRG 1500 Rang 14
751–1000 cm³ Dritte Französische Republik  Amédée Gordini Dritte Französische Republik  José Sarcon Simca Huit Rang 10
–750 cm³ Dritte Französische Republik  Adrien Alin Dritte Französische Republik  Albert Alin Simca Cinq Rang 19

RenndatenBearbeiten

  • Gemeldet: 50
  • Gestartet: 42
  • Gewertet: 20
  • Rennklassen: 8
  • Zuschauer: unbekannt
  • Ehrenstarter des Rennens: unbekannt
  • Wetter am Rennwochenende: sonnig
  • Streckenlänge: 13,492 km
  • Fahrzeit des Siegerteams: 24:00:00,000 Stunden
  • Gesamtrunden des Siegerteams: 249
  • Gesamtdistanz des Siegerteams: 3354,760 km
  • Siegerschnitt: 139.781 km/h
  • Pole Position: unbekannt
  • Schnellste Rennrunde: Robert Mazaud – Delahaye 135CS (#15) – 5:12,100 = 155,627 km/h
  • Rennserie: zählte zu keiner Rennserie

LiteraturBearbeiten

  • Christian Moity, Jean-Marc Teissèdre, Alain Bienvenu: 24 heures du Mans, 1923–1992. Éditions d’Art, Besançon 1992, ISBN 2-909-413-06-3.
  • R. M. Clarke: Le Mans. The Bentley & Alfa Years 1923–1939. Brooklands Books, Cobham 1998, ISBN 1-85520-465-7.

WeblinksBearbeiten

  Commons: 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1939 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien