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Eugène Chaboud

französischer Formel-1-Rennfahrer

KarriereBearbeiten

Der Sohn eines Geschäftsmannes begann als erfolgversprechender Leichtathlet. Durch die Begegnung mit Jean Trémoulet infizierte er sich jedoch mit dem „Motorsportbazillus“ der 1930er-Jahre, sodass er mit 29 Jahren 1936 in einem Delahaye-Sportwagen sein erstes Autorennen absolvierte. Im folgenden Jahr bestritt er verschiedene Bergrennen und debütierte an der Seite Tremoulets auch in Le Mans. In Montlhéry gelang ihm der erste Sieg bei einem Bergrennen. 1938 erreichte seine noch junge Karriere bereits einen Höhepunkt, als er wieder an der Seite seines Entdeckers mit einem Delahaye das renommierte 24-Stunden-Rennen von Le Mans für sich entschied und bei der Chamonix-Rallye auf einem Lancia mit einem Sieg seine Vielseitigkeit unter Beweis stellte. 1939 engagierte ihn die Ecurie France, deren Vertrauen er mit einem Sieg beim Straßenrennen zwischen Paris und Nizza rechtfertigte.

Im ersten Rennen auf französischem Boden nach dem Zweiten Weltkrieg bewies er im untermotorisierten Delahaye mit dem dritten Platz beim Coupe des Prisonniers 1945 im Bois de Boulogne hinter Jean-Pierre Wimille und Raymond Sommer seine Klasse. 1946 gewann er mit dem Großen Preis von Belgien erneut ein Sportwagenrennen und wurde schließlich auf Delahaye und Talbot – wieder für die Ecurie France – französischer Sportwagenmeister. Als sich sein Rennstall von Delahaye trennte, wechselte er zur Ecurie Lutetia und blieb bei seiner Marke. Doch bis 1949 sprangen nur mäßige Erfolge dabei heraus; denn die Delahayes waren inzwischen nicht mehr konkurrenzfähig, sodass sich Chaboud mehr auf seine Tätigkeit als Automobilvertragshändler zurückzog, aber dennoch Le Mans bestritt und 1950 bei der Rallye Monte Carlo auf einem Simca Zweiter hinter Louis Rosier wurde.

In der neu formierten Formel 1 fuhr Chaboud 1950 und 1951 drei Grand-Prix-Rennen auf einem Talbot Lago. Seine beste Platzierung erreichte er als Fünfter beim Großen Preis von Frankreich 1950 in Reims, als er sich mit Philippe Étancelin das Steuer eines Talbots teilte, wie es damals das Reglement noch erlaubte.

Daraufhin wandte er sich wieder den Sportwagenrennen zu. Doch 1952 wurde er in Le Mans in einen Unfall verwickelt, bei dem er unter dem Fahrzeug eingeklemmt wurde. Daraufhin entschied er sich, dem Motorsport zu entsagen und fuhr bis 1953 nur noch einige Rallyes. Danach widmete er sich ganz seinen Geschäften. Chaboud war einer der wenigen semiprofessionellen Fahrer jener Ära, die rechtzeitig ohne schweren Unfall den Absprung ins Privatleben schafften.

StatistikBearbeiten

Statistik in der Automobil-WeltmeisterschaftBearbeiten

GesamtübersichtBearbeiten

Saison Team Chassis Motor Rennen Siege Zweiter Dritter Poles schn.
Rennrunden
Punkte WM-Pos.
1950 Ecurie Lutetia Talbot-Lago T26C Talbot 4.5 L6 1 1 20.
Team Philippe Etancelin Talbot-Lago T26C-DA Talbot 4.5 L6 1
1951 Team Eugène Chaboud Talbot-Lago T26C-GS Talbot 4.5 L6 1 NC
Gesamt 3 1

Einzelergebnisse

Saison 1 2 3 4 5 6 7 8
1950              
DNF 5
1951                
8
Legende
Farbe Abkürzung Bedeutung
Gold Sieg
Silber 2. Platz
Bronze 3. Platz
Grün Platzierung in den Punkten
Blau Klassifiziert außerhalb der Punkteränge
Violett DNF Rennen nicht beendet (did not finish)
NC nicht klassifiziert (not classified)
Rot DNQ nicht qualifiziert (did not qualify)
DNPQ in Vorqualifikation gescheitert (did not pre-qualify)
Schwarz DSQ disqualifiziert (disqualified)
Weiß DNS nicht am Start (did not start)
WD zurückgezogen (withdrawn)
Hellblau PO nur am Training teilgenommen (practiced only)
TD Freitags-Testfahrer (test driver)
ohne DNP nicht am Training teilgenommen (did not practice)
INJ verletzt oder krank (injured)
EX ausgeschlossen (excluded)
DNA nicht erschienen (did not arrive)
C Rennen abgesagt (cancelled)
  keine WM-Teilnahme
sonstige P/fett Pole-Position
SR/kursiv Schnellste Rennrunde
* nicht im Ziel, aufgrund der zurückgelegten
Distanz aber gewertet
() Streichresultate
unterstrichen Führender in der Gesamtwertung

Le-Mans-ErgebnisseBearbeiten

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
1937 Frankreich  Eugène Chaboud Delahaye 135CS Frankreich  Jean Trémoulet Ausfall Unfall
1938 Frankreich  Eugène Chaboud Delahaye 135CS Frankreich  Jean Trémoulet Gesamtsieg
1939 Frankreich  Ecurie Francia Delahaye 135CS Frankreich  Yves Giraud-Cabantous Ausfall Defekt
1949 Frankreich  Charles Pozzi Delahaye 175CS Frankreich  Charles Pozzi Ausfall Feuer
1951 Frankreich  Eugène Chaboud Talbot Lago T26GS Frankreich  Lucien Vincent Ausfall Kühler
1952 Frankreich  Eugène Chaboud Talbot Lago T26GS Frankreich  Charles Pozzi Ausfall Unfall

WeblinksBearbeiten