Großer Preis der Schweiz 1950

Formel-1-Rennen

Der Große Preis der Schweiz (offiziell X. Grosser Preis der Schweiz) fand am 4. Juni auf der Rennstrecke von Bremgarten statt und war das vierte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1950.

 Großer Preis der Schweiz 1950
Renndaten
4. von 7 Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1950
Streckenprofil
Name: X. Grosser Preis der Schweiz
Datum: 4. Juni 1950
Ort: Bern
Kurs: Bremgarten
Länge: 305,76 km in 42 Runden à 7,28 km

Wetter: sonnig
Zuschauer: ~ 83.900
Pole-Position
Fahrer: Argentinien Juan Manuel Fangio Italien Alfa Romeo
Zeit: 2:42,1 min
Schnellste Runde
Fahrer: Italien Giuseppe Farina Italien Alfa Romeo
Zeit: 2:41,6 min (Runde 8)
Podium
Erster: Italien Giuseppe Farina Italien Alfa Romeo
Zweiter: Italien Luigi Fagioli Italien Alfa Romeo
Dritter: Frankreich 1946 Louis Rosier Frankreich 1946 Talbot-Lago

Berichte Bearbeiten

Hintergrund Bearbeiten

Nach dem Indianapolis 500 führten Giuseppe Farina, Juan Manuel Fangio und Johnnie Parsons die Fahrerwertung punktgleich an.

Training und Qualifying Bearbeiten

Ferrari setzte im Training ein an der Hinterachse verbessertes Fahrzeug ein, konnte aber die totale Dominanz der Alfa Romeo nicht brechen. Fangio sicherte sich mit 2:42,100 Minuten die Pole-Position. Farina und Luigi Fagioli komplettierten die erste Startreihe.[1]

Rennen Bearbeiten

Fangio nutze seine Pole-Position und kam als Führender aus der ersten Runde zurück, die für Yves Giraud-Cabantous bereits das Aus durch einen Unfall bedeutete. Alberto Ascari musste seinen Ferrari ebenfalls früh mit einem Schaden an der Ölleitung abstellen. Danach lagen die Hoffnungen von Ferrari, einigermaßen mit den Alfa Romeo mithalten zu können, allein bei Luigi Villoresi, dem es auch gelang, Fagioli zu überholen, kurz danach seinen Wagen aber mit einem defekten Motor abstellen musste.

Um den vierten Platz kämpften Prinz Bira und Philippe Étancelin, bis dieser in der 25. Runde mit Getriebeproblemen aufgeben musste. Zuvor war Eugène Martin in der 19. Runde schwer verunglückt. Beim Versuch, sich Öl vom Visier zu wischen, bremste er zu spät und kam von der Strecke ab. Dabei wurde er aus dem Wagen geschleudert und verletzte sich schwer am Bein. Erst 1952 konnte er wieder Rennen bestreiten.

In den Boxen explodierte beim Auftanken Felice Bonettos die unter Druck stehende Tankanlage, wobei allerdings niemand verletzt wurde. Bonetto konnte weiterfahren.

Die drei Alfa Romeo lagen weiterhin unangefochten in Führung, als in der 33. Runde Fangio an die Box kam und mit defekter Elektrik aufgeben musste. So erbte Louis Rosier den dritten Platz, was zusammen mit dem Großen Preis von Belgien desselben Jahres sein bestes Formel-1-Ergebnis bleiben sollte.[2]

In der Fahrerwertung übernahm Farina die alleinige Führung vor Fagioli.

Meldeliste Bearbeiten

Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen
Italien  Scuderia Achille Varzi 02 Italien  Nello Pagani Maserati 4CLT/48 Maserati 4CLT L4 c.1,5 P
40 Schweiz  Antonio Branca Maserati 4CL
Belgien  Ecurie Belge 04 Belgien  Johnny Claes Talbot-Lago T26C Talbot 23CV L6 4.5 D
Frankreich 1946  Automobiles Talbot-Darracq 06 Frankreich 1946  Yves Giraud-Cabantous Talbot-Lago T26C Talbot 23CV L6 4.5 D
08 Frankreich 1946  Eugène Martin
10 Frankreich 1946  Louis Rosier
Italien  SA Alfa Romeo 12 Italien  Luigi Fagioli Alfa Romeo 158 Alfa Romeo 158 L8 c 1.5 P
14 Argentinien  Juan Manuel Fangio
36 Italien  Giuseppe Farina
Italien  Scuderia Ferrari 18 Italien  Alberto Ascari Ferrari 125F1 Ferrari 125 V12 c 1.5 P
20 Frankreich 1946  Raymond Sommer Ferrari 166F2
22 Italien  Luigi Villoresi Ferrari 125F1
Italien  Officine Alfieri Maserati 26 Monaco  Louis Chiron Maserati 4CLT/48 Maserati 4CLT L4 c 1.5 P
Schweiz  Enrico Platé 30 Thailand  Prinz Bira Maserati 4CLT/48 Maserati 4CLT L4 c 1.5 P
32 Schweiz  Emmanuel de Graffenried
Italien  Scuderia Milano 34 Italien  Felice Bonetto Maserati 4CLT/50 Maserati 4CLT L4 c 1.5 P
Frankreich 1946  Team Philippe Etancelin 42 Frankreich 1946  Philippe Étancelin Talbot-Lago T26C Talbot 23CV L6 4.5 D
Frankreich 1946  Ecurie Bleue 44 Vereinigte Staaten 48  Harry Schell Talbot-Lago T26C Talbot 23CV L6 4.5 D

Klassifikationen Bearbeiten

Startaufstellung Bearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Startreihe
01 Argentinien  Juan Manuel Fangio Italien  Alfa Romeo 2:42,100 01
02 Italien  Giuseppe Farina Italien  Alfa Romeo 2:42,800 01
03 Italien  Luigi Fagioli Italien  Alfa Romeo 2:45,200 01
04 Italien  Luigi Villoresi Italien  Ferrari 2:46,100 02
05 Italien  Alberto Ascari Italien  Ferrari 2:46,800 02
06 Frankreich 1946  Philippe Étancelin Frankreich 1946  Talbot-Lago 2:51,100 03
07 Frankreich 1946  Yves Giraud-Cabantous Frankreich 1946  Talbot-Lago 2:52,700 03
08 Thailand  Prinz Bira Italien  Maserati 2:53,200 03
09 Frankreich 1946  Eugène Martin Frankreich 1946  Talbot-Lago 2:53,700 04
10 Frankreich 1946  Louis Rosier Frankreich 1946  Talbot-Lago 2:54,000 04
11 Schweiz  Emmanuel de Graffenried Italien  Maserati 2:54,200 05
12 Italien  Felice Bonetto Italien  Maserati 2:54,600 05
13 Frankreich 1946  Raymond Sommer Italien  Ferrari 2:54,600 05
14 Belgien  Johnny Claes Frankreich 1946  Talbot-Lago 2:59,000 06
15 Italien  Nello Pagani Italien  Maserati 3:06,900 06
16 Monaco  Louis Chiron Italien  Maserati 3:06,900 07
17 Schweiz  Antonio Branca Italien  Maserati 3:10,000 07
18 Vereinigte Staaten 48  Harry Schell Frankreich 1946  Talbot-Lago 3:11,500 07

Rennen Bearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Zeit Start schnellste Runde
01 Italien  Giuseppe Farina Italien  Alfa Romeo 42 2:02:53,700 02 2:41,600 (08.)
02 Italien  Luigi Fagioli Italien  Alfa Romeo 42 + 0,400 03
03 Frankreich 1946  Louis Rosier Frankreich 1946  Talbot-Lago 41 + 1 Runde 10
04 Thailand  Prinz Bira Italien  Maserati 40 + 2 Runden 08
05 Italien  Felice Bonetto Italien  Maserati 40 + 2 Runden 12
06 Schweiz  Emmanuel de Graffenried Italien  Maserati 40 + 2 Runden 11
07 Italien  Nello Pagani Italien  Maserati 39 + 3 Runden 15
08 Vereinigte Staaten 48  Harry Schell Frankreich 1946  Talbot-Lago 39 + 3 Runden 18
09 Monaco  Louis Chiron Italien  Maserati 39 + 3 Runden 16
10 Belgien  Johnny Claes Frankreich 1946  Talbot-Lago 38 + 4 Runden 14
11 Schweiz  Antonio Branca Italien  Maserati 35 + 7 Runden 17
Argentinien  Juan Manuel Fangio Italien  Alfa Romeo 33 DNF 01
Frankreich 1946  Philippe Étancelin Frankreich 1946  Talbot-Lago 25 DNF 06
Frankreich 1946  Eugène Martin Frankreich 1946  Talbot-Lago 18 DNF 09
Frankreich 1946  Raymond Sommer Italien  Ferrari 18 DNF 13
Italien  Luigi Villoresi Italien  Ferrari 9 DNF 04
Italien  Alberto Ascari Italien  Ferrari 2 DNF 05
Frankreich 1946  Yves Giraud-Cabantous Frankreich 1946  Talbot-Lago 0 DNF 07

WM-Stand nach dem Rennen Bearbeiten

Die ersten fünf bekamen 8, 6, 4, 3 bzw. 2 Punkte; einen Punkt gab es für die schnellste Runde. Es zählen nur die vier besten Ergebnisse aus sieben Rennen. *) beinhaltet den Punkt für die schnellste Runde, gleichfarbig markierte Felder repräsentieren Fahrzeugübernahme (geteilte Punkte) und Werte in Klammern sind Streichresultate.

Pos. Fahrer Konstrukteur               Punkte
01 Italien  Giuseppe Farina Alfa Romeo *9* *9* 18
02 Italien  Luigi Fagioli Alfa Romeo 6 6 12
03 Argentinien  Juan Manuel Fangio Alfa Romeo *9* 09
Vereinigte Staaten  Johnnie Parsons Kurtis Kraft *9* 09
05 Italien  Alberto Ascari Ferrari 6 06
Vereinigte Staaten  Bill Holland Deidt 6 06
Frankreich 1946  Louis Rosier Talbot 2 4 06
08 Thailand  Prinz Bira Maserati 2 3 05
09 Vereinigtes Konigreich  Reg Parnell Alfa Romeo 4 04
Monaco  Louis Chiron Maserati 4 04
Vereinigte Staaten  Mauri Rose Deidt 4 04
12 Frankreich 1946  Yves Giraud-Cabantous Talbot 3 03
Frankreich 1946  Raymond Sommer Ferrari 3 03
Vereinigte Staaten  Cecil Green Kurtis Kraft 3 03
15 Italien  Felice Bonetto Maserati 2 02
16 Vereinigte Staaten  Joie Chitwood Kurtis Kraft 1 01
Vereinigte Staaten  Tony Bettenhausen Kurtis Kraft 1 01

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Großer Preis von Schweiz 1950 - Startaufstellung - Formel-1-Datenbank. Abgerufen am 29. Januar 2024.
  2. Großer Preis von Schweiz 1950 - Klassifikation - Formel-1-Datenbank. Abgerufen am 29. Januar 2024.

Mike Lang: Grand Prix 1950–1965. Haynes Publishing Group, Sparkford Sommerset 1981 (engl.)

Weblinks Bearbeiten