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24-Stunden-Rennen von Le Mans 1928

24-Stunden-Rennen
Die Sieger Woolf Barnato und Bernard Rubin
Bentley 4 1/2 Litre

Das sechste 24-Stunden-Rennen von Le Mans, der 6e Grand Prix d’Endurance les 24 Heures du Mans, auch Sixiemes Grand Prix d'Endurance les 24 Heures du Mans, Circuit Permanenthe de la Sarthe, fand vom 16. bis 17. Juni 1928 auf dem Circuit des 24 Heures bei Le Mans in Nordwestfrankreich statt.

Das RennenBearbeiten

Der auf dramatische Weise zustande gekommene Gesamtsieg des Bentley-Teams Sammy Davis und Dudley Benjafield im Vorjahr hatte zur Folge, dass sich weit mehr britische Rennmannschaften für das Rennen interessierten als die Jahre zuvor. Neben der Bentley-Werksmannschaft waren erstmals Lagonda und Aston Martin mit Werkswagen vertreten. Zum zweiten Mal kamen auch Fahrzeuge aus den USA an die Sarthe. Chrysler schickte zwei 72 six nach Europa, die von der französischen Vertretung eingesetzt wurden. Das Steuer des Wagens mit der Nummer Sieben teilte sich das rumänische Cantacuzino-Prinzenpaar. Den Wagen mit der Nummer Acht fuhren André Rossignol und Henri Stoffel. Auch aus den USA kam ein mächtiger 4,9-Liter-Stutz, der von Charles Weymann vorbereitet wurde. Am Steuer saßen der Sieger von 1926, Robert Bloch, und sein Landsmann Édouard Brisson. Die französischen Teams konzentrierten sich vor allem auf die kleinen Rennklassen.

Das Rennen war von Beginn an ein Dreikampf zwischen Bentley, Chrysler und Stutz. Unterschiedliche Teams lösten sich an der Spitze ab, und mehrmals wurde der Rundenrekord gebrochen. Nur drei Runden konnte der Ariès, der hubraumstärkste französische Wagen, mithalten, dann fiel das Team mit Kolbenschaden aus. Sir Henry Birkin hatte einen Reifenschaden und verlor mehr als drei Stunden und damit jede Chance auf den Sieg. In der Nacht führte der Stutz, der aber am Sonntagvormittag von Problemen mit dem Getriebe geplagt wurde. Während der Birkin/Chassagne-Bentley durch eine große Aufholjagd glänzte, kollidierten beide Lagondas in der Mulsanne und fielen aus.

Erst beim letzten Tankstopp konnte Woolf Barnato den führenden Stutz überholen, war aber selbst in großen Schwierigkeiten. Das Chassis des Bentley war gebrochen und Barnato konnte nur mehr in langsamer Fahrt um die Strecke rollen. Seinen Sieg rettete der Umstand, dass Brisson im Stutz nurmehr mit einem Gang fuhr und nicht mehr aufholen konnte. So siegte Barnato mit nur einer halben Runde Vorsprung, und Bentley konnte den dritten Gesamtsieg feiern.

ErgebnisseBearbeiten

Piloten nach NationenBearbeiten

Dritte Französische Republik  43 Franzosen Vereinigtes Konigreich  18 Briten Rumänien Konigreich  2 Rumänen Italien 1861  1 Italiener Argentinien  1 Argentinier
Monaco  1 Monegasse

SchlussklassementBearbeiten

Pos. Klasse Nr. Team Fahrer Chassis Motor Reifen Runden
1 5.0 4 Vereinigtes Konigreich  Bentley Motors Ltd. Vereinigtes Konigreich  Woolf Barnato
Vereinigtes Konigreich  Bernard Rubin
Bentley 4 ½ Litre “Old Mother Gun” Bentley 4.4L I6 154
2 5.0 1 Dritte Französische Republik  Charles Weymann Dritte Französische Republik  Édouard Brisson
Dritte Französische Republik  Robert Bloch
Stutz DV16 Blackhawk Stutz 4.9L I8 153
3 5.0 8 Dritte Französische Republik  Chrysler France Dritte Französische Republik  Henri Stoffel
Dritte Französische Republik  André Rossignol
Chrysler 72 Six Chrysler 4.1L I6 144
4 5.0 7 Dritte Französische Republik  Chrysler France Rumänien Konigreich  Prince Jean Ghica Cantacuzino
Rumänien Konigreich  G Ghica Cantacuzino
Chrysler 72 Six Chrysler 4.1L I6 139
5 5.0 3 Vereinigtes Konigreich  Bentley Motors Ltd. Vereinigtes Konigreich  Sir Henry Birkin
Dritte Französische Republik  Jean Chassagne
Bentley 4,5 Litre Bentley 4.4L I6 135
6 1.5 27 Vereinigtes Konigreich  Alvis Cars Vereinigtes Konigreich  Major Maurice Harvey
Vereinigtes Konigreich  Harold Purdy
Alvis TA Alvis 1.5L I4 132
7 1.1 32 Dritte Französische Republik  Michel Doré
Dritte Französische Republik  Jean Treunet
B.N.C. B.N.C. 1.1L I4 131
8 2.0 12 Dritte Französische Republik  Robert Benoist
Dritte Französische Republik  Christian Dauvergne
Itala Tipo 61S 2000 Itala 2.0L I6 130
9 1.5 28 Vereinigtes Konigreich  Alvis Cars Vereinigtes Konigreich  Sammy Davis
Vereinigtes Konigreich  William Urquhart-Dykes
Alvis TA Alvis 1.5L I4 130
10 1.1 35 Dritte Französische Republik  Émile Salmson et Cie Dritte Französische Republik  Georges Casse
Dritte Französische Republik  André Rousseau
Salmson GS Salmson 1.1L I4 127
11 2.0 16 Vereinigtes Konigreich  F. E. Metcalfe Vereinigtes Konigreich  André d’Erlanger
Vereinigtes Konigreich  Douglas Hawkes
Lagonda OH 2 Litre Speed Lagonda 2.0L I4 126
12 1.5 29 Dritte Französische Republik  Pierre Fenaille Dritte Französische Republik  Maurice Benoist
Dritte Französische Republik  Louis Balart
Tracta S.C.A.P. 1.5L I4 121
13 1.1 37 Dritte Französische Republik  Lucien Desvaux
Dritte Französische Republik  Pierre Goutte
Lombard AL3 Lombard 1.1L I4 116
14 1.1 36 Dritte Französische Republik  Etablissements Henri Precioux Dritte Französische Republik  Guy Bouriat
Dritte Französische Republik  Pierre Bussienne
E.H.P. C.I.M.E. 1.1L I6 115
15 2.0 19 Dritte Französische Republik  Gaston Duval
Dritte Französische Republik  Gaston Mottet
S.A.R.A. SP7 S.A.R.A. 1.8L I6 114
16 1.1 31 Dritte Französische Republik  Pierre Fenaille Dritte Französische Republik  Roger Bourcier
Argentinien  Hector Vasena
Tracta S.C.A.P. 1.1L I4 110
17 1.1 42 Dritte Französische Republik  Pierre Fenaille Dritte Französische Republik  Jean-Albert Grégoire
Dritte Französische Republik  Fernand Vallon
Tracta S.C.A.P. 1.1L I4 108
Ausgefallen
18 1.5 24 Dritte Französische Republik  Henri Guilbert
Dritte Französische Republik  André Lefebvre
S.C.A.P. S.C.A.P. 1.5L I4 95
19 1.1 39 Dritte Französische Republik  Lucien Lemesle
Dritte Französische Republik  Henry Godard
S.C.A.P. S.C.A.P. 1.1L I4 91
20 1.5 26 Vereinigtes Konigreich  Aston Martin Ltd. Vereinigtes Konigreich  Jack Bezzant
Vereinigtes Konigreich  Cyril Paul
Aston Martin 1,5 International Aston Martin 1.5L I4 82
21 5.0 2 Vereinigtes Konigreich  Bentley Motors Ltd. Vereinigtes Konigreich  Dudley Benjafield
Vereinigtes Konigreich  Frank Clement
Bentley 4,5 Litre Bentley 4.4L I6 71
22 5.0 5 Monaco  Louis Chiron Dritte Französische Republik  Cyril de Vère
Monaco  Louis Chiron
Chrysler 72 Chrysler 4.1L I6 66
23 1.1 41 Dritte Französische Republik  Ariès Dritte Französische Republik  Fernand Gabriel
Dritte Französische Republik  Louis Paris
Ariès 8-10 CV Ariès 1.1L I4 51
24 2.0 14 Dritte Französische Republik  Louis Charaval
Dritte Französische Republik  „Christian“
Itala Tipo 61S 2000 Itala 2.0L I6 50
25 1.5 21 Dritte Französische Republik  Henri de Costier
Dritte Französische Republik  Sosthènes de la Rochefoucauld
Alphi Alphi 1.5L I4 45
26 1.5 25 Vereinigtes Konigreich  Aston Martin Ltd. Vereinigtes Konigreich  Augustus Bertelli
Vereinigtes Konigreich  Capt. George E. T. Eyston
Aston Martin 1,5 International Aston Martin 1.5L I4 32
27 1.1 30 Dritte Französische Republik  Émile Salmson et Cie Dritte Französische Republik  Joseph Hasley
Dritte Französische Republik  Albert Perrot
Salmson GS Salmson 1.1L I4 30
28 2.0 20 Dritte Französische Republik  Emile Maret
Dritte Französische Republik  Gonzaque Lécureul
S.A.R.A. SP7 S.A.R.A. 1.8L I6 25
29 2.0 18 Vereinigtes Konigreich  F. E. Metcalfe Vereinigtes Konigreich  Capt. R. Clive Gallop
Vereinigtes Konigreich  Major E. J. Hays
Lagonda OH 2-Litre Speed Lagonda 2.0L I4 23
30 1.1 40 Dritte Französische Republik  Ariès Dritte Französische Republik  Arthur Duray
Dritte Französische Republik  Roger Delano
Ariès 8-10CV Ariès 1.1L I4 22
31 2.0 15 Vereinigtes Konigreich  F. E. Metcalfe Vereinigtes Konigreich  Sir Francis Samuelson
Vereinigtes Konigreich  Frank King
Lagonda OH 2-Litre Speed Lagonda 2.0L I4 13
32 5.0 6 Italien 1861  Goffredo Zehender
Dritte Französische Republik  Jérôme Le Dur
Chrysler 72 Chrysler 4.1L I6 5
33 3.0 9 Dritte Französische Republik  Ariès Dritte Französische Republik  Robert Laly
Dritte Französische Republik  Louis Rigal
Ariès Surbaissée 3-Litre Ariès 3.0L I4 3
Nicht gestartet
34 2.0 17 Vereinigtes Konigreich  F. E. Metcalfe Vereinigtes Konigreich  Berd Hammond
Vereinigtes Konigreich  E. J. Hayes
Vereinigtes Konigreich  W. C. Handley
Lagonda OH 2-Litre Speed Lagonda 2.0L I4 1
35 5.0 Vereinigtes Konigreich  Bentley Motors Ltd. Bentley 4,5 Litre Bentley 4.4L I6 2

1 Nicht gestartet 2 Ersatzwagen

Nur in der MeldelisteBearbeiten

Hier finden sich Teams, Fahrer und Fahrzeuge die ursprünglich für das Rennen gemeldet waren, aber aus den unterschiedlichsten Gründen daran nicht teilnahmen.

Pos. Klasse Nr. Team Fahrer Chassis Motor Reifen
36 1.5 Vereinigtes Konigreich  Donald Marendaz
Vereinigtes Konigreich  P. L. Densham
Marendaz Spezial
37 1.1 Ariès
38 3.0 Ariès
39 1.5 Aston Martin
40 1.5 Sowjetunion 1923  Boris Iwanowski
Italien 1861  Attilio Marinoni
Dritte Französische Republik  Rachevsky
Alfa Romeo 6C 1500
41 1.1 Lombard
42 1.1 Lombard
43 1.1 Lombard
44 1.1 Lombard
45 1.1 Lombard
46 1.1 Dritte Französische Republik  Simas
Dritte Französische Republik  Ego
D’Yrsan K Sport Ruby 1.1L I4
47 1.1 Dritte Französische Republik  Marquis Raymond Siran de Caranac
Dritte Französische Republik  de Souassy
D’Yrsan K Sport Ruby 1.1L I4

KlassensiegerBearbeiten

Klasse Fahrer Fahrer Fahrzeug Platzierung im Gesamtklassement
4. Biennial Cup – Index of Performance Dritte Französische Republik  George Casse Dritte Französische Republik  André Rousseau Salmson GS Rang 10
3000–5000 cm³ Vereinigtes Konigreich  Woolf Barnato Vereinigtes Konigreich  Bernard Rubin Bentley 4,5 Litre Gesamtsieg
1500–2000 cm³ Dritte Französische Republik  Robert Benoist Dritte Französische Republik  Christian Dauvergne Itala Tipo 61S 2000 Rang 8
1101–1500 cm³ Vereinigtes Konigreich  Major Maurice Harvey Vereinigtes Konigreich  Harold Purdy Alvis TA Rang 6
750–1100 cm³ Dritte Französische Republik  Michel Doré Dritte Französische Republik  Jean Treunet B.N.C Rang 7

RenndatenBearbeiten

  • Gemeldet: 47
  • Gestartet: 33
  • Gewertet: 17
  • Rennklassen: 5
  • Zuschauer: unbekannt
  • Ehrenstarter des Rennens: unbekannt
  • Wetter am Rennwochenende: trocken
  • Streckenlänge: 17,262 km
  • Fahrzeit des Siegerteams: 24:00:00,000 Stunden
  • Gesamtrunden des Siegerteams: 155
  • Gesamtdistanz des Siegerteams: 2669,272 km
  • Siegerschnitt: 111,219 km/h
  • Pole Position: unbekannt
  • Schnellste Rennrunde: Sir Henry Birkin – Bentley 4,5 Litre (#3) – 8.07.000 = 127,604 km/h
  • Rennserie: zählte zu keiner Rennserie

LiteraturBearbeiten

  • Christian Moity, Jean-Marc Teissèdre, Alain Bienvenu: 24 heures du Mans, 1923–1992. Éditions d’Art, Besançon 1992, ISBN 2-909-413-06-3.
  • R. M. Clarke: Le Mans. The Bentley & Alfa Years 1923–1939. Brooklands Books, Cobham 1998, ISBN 1-85520-465-7.

WeblinksBearbeiten

  Commons: 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1928 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien