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Das Autodromo di Milano in seiner befahrenen Version
Maserati V8RI

Der XII. Große Preis von Italien fand am 8. September 1935 auf dem Autodromo di Milano in Monza statt. Er zählte als Grande Épreuve zur Grand-Prix-Europameisterschaft 1935.

Das RennenBearbeiten

Nach zwei Jahren Unterbrechung wurde 1935 wieder eine Grand-Prix-Europameisterschaft ausgefahren. Die Meisterschaft umfasste sieben Grandes Épreuves, der Große Preis von Italien war das sechste Rennen des Jahres. Bis Herbst war die Saison vom größer werdenden technischen Abstand der deutschen Rennwagen der Daimler Benz AG und der Auto Union gegenüber den übrigen Fabrikaten geprägt. Diese Überlegenheit zeigte sich bei den bisherigen Rennen. Viermal ging der Sieg an einen Mercedes-Benz-Piloten. Luigi Fagioli siegte beim ersten Rennen des Jahres, dem Großen Preis von Monaco; in Frankreich, Belgien und der Schweiz gewann Rudolf Caracciola. Nur beim Heimrennen der deutschen Marken, dem Großen Preis von Deutschland auf der Nordschleife des Nürburgrings, mussten sich diese geschlagen geben. In einem spektakulären Rennen siegte Tazio Nuvolari auf einem Alfa Romeo Tipo B/P3. Ob der fahrerischen Leistung Nuvolaris im unterlegenen Alfa Romeo gilt dieses Rennen in vielen Motorsportpublikationen als eines der besten Autorennen der Motorsportgeschichte.

Zum Großen Preis von Italien erschien Mercedes-Benz mit der unveränderten Fahrerstammbesetzung Rudolf Caracciola, Luigi Fagioli, Manfred von Brauchitsch und Hermann Lang. Bei der Auto Union wurde das Team 1935 mit dem Italiener Achille Varzi verstärkt. Dazu kamen Hans Stuck, Paul Pietsch sowie der junge Bernd Rosemeyer. Bei der Scuderia Ferrari ging neben Nuvolari und Attilio Marinoni der Franzose René Dreyfus ins Rennen. Enzo Ferrari konnte auf zwei neue Modelle des Typs C zurückgreifen, die moderne Fahrwerkstechnik aufwiesen. Bugatti meldete zwei T59 für Piero Taruffi und Jean-Pierre Wimille. Ähnlich wie Alfa Romeo durch die Scuderia Ferrari, wurde Maserati nunmehr durch einen privaten Rennstall, die Scuderia Subalpina, vertreten. Giuseppe Farina und Philippe Étancelin fuhren die neuen, allerdings noch wenig ausgereiften Maserati V8RI. Goffredo Zehender und Pietro Ghersi mussten mit den 6C34 vorliebnehmen.

Erneut wurde eine neue Streckenführung ausgewählt, die Teile des Straßenkurses mit der Steilkurve verband. Die Taktik der Auto Union im Rennen war, die Mercedes-Benz-Wagen durch Varzi zu hetzen, während Stuck mit materialschonender Fahrweise ins Ziel kommen sollte. Varzi schied zwar bald mit Motorschaden aus, aber Hans Stuck konnte das Rennen nach Belieben dominieren, während hinter ihm die Mercedes wie erhofft nach und nach alle ausfielen. Dadurch kam am Ende Tazio Nuvolari, der nach seinem eigenen Ausfall den Wagen von Dreyfus übernommen hatte, auf den zweiten Platz vor. Bernd Rosemeyer, der in das Auto seines Teamkollegen Paul Peitsch umgestiegen war, wurde Dritter.

Das Rennen wurde über 73 Runden à 6,890 km ausgetragen, was einer Gesamtdistanz von 502,970 km entsprach.

MeldelisteBearbeiten

Nr. Fahrer Konstrukteur Fahrzeug Team Bemerkung
02 Italien 1861  Giuseppe Farina Italien 1861  Maserati Maserati V8RI Scuderia Subalpina nicht gestartet (Motor)
04 Italien 1861  Piero Taruffi Dritte Französische Republik  Bugatti Bugatti T59 Automobiles E. Bugatti
06 NS-Staat  Rudolf Caracciola NS-Staat  Mercedes-Benz Mercedes-Benz W 25 Daimler-Benz AG
08 Italien 1861  Carlo Felice Trossi Italien 1861  Augusto Monaco /
Italien 1861  Carlo Felice Trossi
Monaco-Trossi Conte Trossi nicht angetreten
10 Italien 1861  Tazio Nuvolari Italien 1861  Alfa Romeo Alfa Romeo Tipo C Scuderia Ferrari
12 NS-Staat  Hans Stuck NS-Staat  Auto Union Auto Union Typ B Auto Union AG
14 Dritte Französische Republik  Philippe Étancelin Italien 1861  Maserati Maserati V8RI Scuderia Subalpina
16 Dritte Französische Republik  Jean-Pierre Wimille Dritte Französische Republik  Bugatti Bugatti T59 Automobiles E. Bugatti
18 Italien 1861  Luigi Fagioli NS-Staat  Mercedes-Benz Mercedes-Benz W 25 Daimler-Benz AG
20 Dritte Französische Republik  René Dreyfus Italien 1861  Alfa Romeo Alfa Romeo Tipo C Scuderia Ferrari
22 Italien 1861  Achille Varzi NS-Staat  Auto Union Auto Union Typ B Auto Union AG
24 Italien 1861  Goffredo Zehender Italien 1861  Maserati Maserati 6C34 Scuderia Subalpina
26 NS-Staat  Manfred von Brauchitsch NS-Staat  Mercedes-Benz Mercedes-Benz W 25 Daimler-Benz AG
28 Italien 1861  Attilio Marinoni Italien 1861  Alfa Romeo Alfa Romeo Tipo B/P3 Scuderia Ferrari
30 NS-Staat  Bernd Rosemeyer NS-Staat  Auto Union Auto Union Typ B Auto Union AG
32 Italien 1861  Pietro Ghersi Italien 1861  Maserati Maserati 6C34 Scuderia Subalpina
34 NS-Staat  Hermann Lang NS-Staat  Mercedes-Benz Mercedes-Benz W 25 Daimler-Benz AG
36 NS-Staat  Paul Pietsch NS-Staat  Auto Union Auto Union Typ B Auto Union AG
Monaco  Louis Chiron Italien 1861  Alfa Romeo Alfa Romeo Tipo B/P3 Scuderia Ferrari nicht gestartet (Reservefahrer)
Dritte Französische Republik  Robert Benoist Dritte Französische Republik  Bugatti Bugatti T59 Automobiles E. Bugatti nicht gestartet (Reservefahrer)
Italien 1861  Eugenio Siena Italien 1861  Maserati Maserati 6C-34 Scuderia Subalpina nicht gestartet (Reservefahrer)

StartaufstellungBearbeiten

1 2 3
Italien 1861  Farina[1] Italien 1861  Taruffi NS-Staat  Caracciola
4 5
Italien 1861  Nuvolari NS-Staat  Stuck
6 7 8
Dritte Französische Republik  Etancelin Dritte Französische Republik  Wimille Italien 1861  Fagioli
9 10
Dritte Französische Republik  Dreyfus Italien 1861  Varzi
11 12 13
Italien 1861  Zehender NS-Staat  von Brauchitsch Italien 1861  Marinoni
14 15
NS-Staat  Rosemeyer Italien 1861  Ghersi
16 17
NS-Staat  Lang NS-Staat  Pietsch

RennergebnisBearbeiten

Pos. Nr. Fahrer Konstrukteur Runden Zeit Ausfallgrund EM-Punkte
1 12 NS-Staat  Hans Stuck NS-Staat  Auto Union 73 3:40:09 h 1
2 20 Dritte Französische Republik  René Dreyfus /
Italien 1861  Tazio Nuvolari
Italien 1861  Alfa Romeo 73 + 01:41 min 2 / –
3 36 NS-Staat  Paul Pietsch /
NS-Staat  Bernd Rosemeyer
NS-Staat  Auto Union 70 + 03 Runden 3 / –
4 28 Italien 1861  Attilio Marinoni Italien 1861  Alfa Romeo 68 + 05 Runden 4
5 04 Italien 1861  Piero Taruffi Dritte Französische Republik  Bugatti 59 + 14 Runden 4
DNF 34 NS-Staat  Hermann Lang NS-Staat  Mercedes-Benz 55 Motor 4
DNF 10 Italien 1861  Tazio Nuvolari Italien 1861  Alfa Romeo 45 5
DNF 26 NS-Staat  Manfred von Brauchitsch NS-Staat  Mercedes-Benz 42 Unfall 5
DNF 06 NS-Staat  Rudolf Caracciola /
Italien 1861  Luigi Fagioli
NS-Staat  Mercedes-Benz 41 Kraftübertragung 5 / –
DNF 16 Dritte Französische Republik  Jean-Pierre Wimille Dritte Französische Republik  Bugatti 27 6
DNF 30 NS-Staat  Bernd Rosemeyer NS-Staat  Auto Union 19 Hinterachse 6
DNF 24 Italien 1861  Goffredo Zehender Italien 1861  Maserati 15 Mechanik 7
DNF 14 Dritte Französische Republik  Philippe Étancelin Italien 1861  Maserati 15 Unfall 7
DNF 22 Italien 1861  Achille Varzi NS-Staat  Auto Union 14 Motor 7
DNF 18 Italien 1861  Luigi Fagioli NS-Staat  Mercedes-Benz 11 7
DNF 32 Italien 1861  Pietro Ghersi Italien 1861  Maserati 4 Motor 8

Schnellste Rennrunde: Italien 1861  Tazio Nuvolari (Alfa Romeo), 2:49,8 min = 146,1 km/h

VerweiseBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Automobilsport 1935 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

AnmerkungenBearbeiten

  1. Farina startete nicht