Großer Preis von Italien 1994

Der Große Preis von Italien 1994 (offiziell der Pioneer 65o Gran Premio d’Italia[1]) war ein Formel-1-Rennen, welches am 11. September 1994 am Autodromo Nazionale di Monza stattgefunden hat. Es war das zwölfte Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1994.

Flag of Italy.svg Großer Preis von Italien 1994
Renndaten
12. von 16 Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1994
Streckenprofil
Name: Pioneer 65° Gran Premio d’Italia
Datum: 11. September 1994
Ort: Monza
Kurs: Autodromo Nazionale di Monza
Länge: 307,4 km in 53 Runden à 5,8 km

Wetter: Sonnig
Pole-Position
Fahrer: FrankreichFrankreich Jean Alesi ItalienItalien Ferrari
Zeit: 1:23.844 min
Schnellste Runde
Fahrer: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Damon Hill Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Williams-Renault
Zeit: 1:25.930 min (Runde 24)
Podium
Erster: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Damon Hill Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Williams-Renault
Zweiter: OsterreichÖsterreich Gerhard Berger ItalienItalien Ferrari
Dritter: FinnlandFinnland Mika Häkkinen Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich McLaren-Peugeot

Das 53 Runden umfassende Rennen wurde vom britischen Fahrer Damon Hill in einem Williams-Renault gewonnen, während der Österreicher Gerhard Berger Zweiter in einem Ferrari und der Finne Mika Häkkinen Dritter in einem McLaren-Peugeot wurde. Die Pole-Position sicherte sich der Franzose Jean Alesi in einem Ferrari und führte das Rennen bis zum Versagen seines Getriebes in Runde 15 an.

Durch den Sieg war es Hill möglich, sich Michael Schumacher auf elf Punkte anzunähern. Schumacher wurde aufgrund seines Vergehens im Großen Preis von Großbritannien für dieses und das folgende Rennen, den Großen Preis von Portugal, gesperrt. Seinen Platz nahm der Finne JJ Lehto ein, der am Anfang der Saison noch sein Teamkollege war.

Am Tag nach dem Rennen meldete das Team Lotus Konkurs an, auch wenn sie trotzdem noch die verbleibenden Rennen der Saison mitgefahren sind. Zu dem Rennen brachte Lotus einen verbesserten Mugen Motor, der Johnny Herbert im Qualifying mit dem vierten Platz sein bestes Saisonergebnis brachte. Die Hoffnung auf Punkte wurde aber durch eine Kollision mit Eddie Irvines Jordan in der ersten Kurve beendet.

BerichteBearbeiten

HintergrundBearbeiten

Eigentlich wurde das Rennen am 12. August 1994 abgesagt, nachdem sich die lokalen Behörden weigerten, 123 Bäume aus Sicherheitsgründen zu fällen.[2] Die besagten Bäume standen bei den Lesmo-Kurven, die keine geeigneten Auslaufzonen hatten. Nach der Ankündigung machte sich Gianni Letta, ein italienischer Sekretär des Ministerrats, auf nach Cannes, um den Präsidenten der FIA, Max Mosley zu treffen und mit ihm über das Problem zu diskutieren. Bei diesem Treffen, an welchem auch der Ferrari Fahrer und Repräsentant der Fahrer Gerhard Berger teilnahm, wurde sich darauf geeinigt, dass eine Anpassung der Form der Kurve die Geschwindigkeit reduziert.[3]

RennenBearbeiten

Die beiden Ferraris und Damon Hill hatten einen guten Start, sodass sie nebeneinander auf Kurve 1 zusteuerten. Eddie Irvine traf in der Kurve den Lotus von Johnny Herbert. Herbert wurde gedreht und verhakte sich in den hinteren rechten Teil von David Coulthards Fahrzeug, was die Strecke blockierte und zur Unterbrechung des Rennens führte. Coulthard fuhr mit Hills Ersatzfahrzeug weiter und Herbert opferte seine Startposition um in sein Ersatzfahrzeug zu kommen. Auch der zweite Start war den beiden Ferraris gelungen, doch in der Curva Grande verhedderten sich Jos Verstappens und Alessandro Zanardis Fahrzeuge, was dafür sorgte, dass Gianni Morbidelli in eine Wand glitt. Jean Alesi baute seinen Vorsprung auf seinen Teamkollegen Gerhard Berger aus, bis sich Probleme mit seinem Getriebe zeigten. Berger übernahm die Führung, blieb aber in der Boxengasse hinter Olivier Panis stecken, weshalb die beiden Williams die Führung übernehmen konnten. In Runde 30 versagte das Getriebe von Michele Alboreto, was Öl auf die Strecke brachte. Durch das Öl wurden Pierluigi Martini in Runde 32 und Mark Blundell in Runde 40 gedreht. Diese Ausscheidungen brachten Ukyō Katayama auf den fünften Platz, bis der sich sechs Runden später ebenfalls drehte und kollidierte. David Brabham wurde zum letzten ausgeschiedenen Fahrer, nachdem er eine Reifenpanne erlitt, was sein Fahrzeug beschädigte. Die beiden Williams führten das Rennen weiter an, bis Coulthard in der letzten Kurve keinen Treibstoff mehr übrig hatte. Dies führte zu Bergers zweitem, Häkkinens drittem, Barrichellos viertem und Brundles fünftem Platz. Coulthard erhielt den sechsten Platz, weil alle anderen Fahrzeuge eine Runde zurücklagen.

KlassifikationBearbeiten

QualifyingBearbeiten

Pos Nr Fahrer Konstrukteur Q1 Q2 Abstand
1 27 Frankreich  Jean Alesi Italien  Ferrari 1:24.620 1:23.844
2 28 Osterreich  Gerhard Berger Italien  Ferrari 1:24.915 1:23.978 +0.134
3 0 Vereinigtes Konigreich  Damon Hill Vereinigtes Konigreich  Williams-Renault 1:24.734 1:24.158 +0.314
4 12 Vereinigtes Konigreich  Johnny Herbert Vereinigtes Konigreich  Lotus-Mugen-Honda 1:26.365 1:24.374 +0.530
5 2 Vereinigtes Konigreich  David Coulthard Vereinigtes Konigreich  Williams-Renault 1:24.869 1:24.502 +0.658
6 26 Frankreich  Olivier Panis Frankreich  Ligier-Renault 1:26.958 1:25.455 +1.611
7 7 Finnland  Mika Häkkinen Vereinigtes Konigreich  McLaren-Peugeot 1:26.004 1:25.528 +1.684
8 29 Italien  Andrea de Cesaris Schweiz  Sauber-Mercedes 1:27.188 1:25.540 +1.696
9 15 Vereinigtes Konigreich  Eddie Irvine Irland  Jordan-Hart Keine Zeit[1] 1:25.568 +1.724
10 6 Niederlande  Jos Verstappen Vereinigtes Konigreich  Benetton-Ford 1:27.361 1:25.618 +1.774
11 30 Deutschland  Heinz-Harald Frentzen Schweiz  Sauber-Mercedes 1:26.406 1:25.628 +1.784
12 25 Frankreich  Éric Bernard Frankreich  Ligier-Renault 1:27.387 1:25.718 +1.874
13 11 Italien  Alessandro Zanardi Vereinigtes Konigreich  Lotus-Mugen-Honda 1:27.617 1:25.733 +1.889
14 3 Japan  Ukyō Katayama Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Yamaha 1:26.525 1:25.889 +2.045
15 8 Vereinigtes Konigreich  Martin Brundle Vereinigtes Konigreich  McLaren-Peugeot 1:26.899 1:25.933 +2.089
16 14 Brasilien  Rubens Barrichello Irland  Jordan-Hart 1:27.034 1:25.946 +2.102
17 10 Italien  Gianni Morbidelli Vereinigtes Konigreich  Footwork-Ford 1:27.939 1:26.002 +2.158
18 23 Italien  Pierluigi Martini Italien  Minardi-Ford 1:42.320 1:26.056 +2.212
19 9 Brasilien  Christian Fittipaldi Vereinigtes Konigreich  Footwork-Ford 1:27.675 1:26.337 +2.493
20 5 Finnland  JJ Lehto Vereinigtes Konigreich  Benetton-Ford 1:27.611 1:26.384 +2.540
21 4 Vereinigtes Konigreich  Mark Blundell Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Yamaha 1:26.574 1:26.697 +2.730
22 24 Italien  Michele Alboreto Italien  Minardi-Ford 1:27.623 1:26.832 +2.988
23 19 Frankreich  Yannick Dalmas Frankreich  Larrousse-Ford 1:29.528 1:27.846 +4.002
24 20 Frankreich  Érik Comas Frankreich  Larrousse-Ford 1:30.530 1:27.894 +4.050
25 32 Frankreich  Jean-Marc Gounon Vereinigtes Konigreich  Simtek-Ford 1:29.594 1:28.353 +4.509
26 31 Australien  David Brabham Vereinigtes Konigreich  Simtek-Ford 1:30.691 1:28.619 +4.775
DNQ 34 Frankreich  Bertrand Gachot Vereinigtes Konigreich  Pacific-Ilmor 1:31.549 1:31.387 +7.543
DNQ 33 Frankreich  Paul Belmondo Vereinigtes Konigreich  Pacific-Ilmor 1:32.035 Keine Zeit[2] +8.191
  • [1] Eddie Irvines Qualifikationszeiten vom Freitag wurden gelöscht, weil er 13 Runden abgeschlossen hat, was die erlaubte Höchstanzahl um 1 überstieg.
  • [2] Paul Belmondo nahm nicht an der Samstagsqualifikation teil, nachdem er sein Fahrzeug in einem Unfall während der Übungssitzung am Morgen zerstört hatte.

RennenBearbeiten

Pos Nr Fahrer Konstrukteur Runden Zeit/Ausgeschieden Start Punkte
1 0 Vereinigtes Konigreich  Damon Hill Vereinigtes Konigreich  Williams-Renault 53 1:18:02.754 3 10
2 28 Osterreich  Gerhard Berger Italien  Ferrari 53 + 4.930 2 6
3 7 Finnland  Mika Häkkinen Vereinigtes Konigreich  McLaren-Peugeot 53 + 25.640 7 4
4 14 Brasilien  Rubens Barrichello Irland  Jordan-Hart 53 + 50.634 16 3
5 8 Vereinigtes Konigreich  Martin Brundle Vereinigtes Konigreich  McLaren-Peugeot 53 + 1:25.575 15 2
6 2 Vereinigtes Konigreich  David Coulthard Vereinigtes Konigreich  Williams-Renault 52 Kein Treibstoff 5 1
7 25 Frankreich  Éric Bernard Frankreich  Ligier-Renault 52 + 1 Runde 12
8 20 Frankreich  Érik Comas Frankreich  Larrousse-Ford 52 + 1 Runde 24
9 5 Finnland  JJ Lehto Vereinigtes Konigreich  Benetton-Ford 52 + 1 Runde 20
10 26 Frankreich  Olivier Panis Frankreich  Ligier-Renault 51 + 2 Runden 6
DNF 31 Australien  David Brabham Vereinigtes Konigreich  Simtek-Ford 46 Reifenpanne 26
DNF 3 Japan  Ukyō Katayama Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Yamaha 14 Gedreht 14
DNF 9 Brasilien  Christian Fittipaldi Vereinigtes Konigreich  Footwork-Ford 43 Motor 19
DNF 15 Vereinigtes Konigreich  Eddie Irvine Irland  Jordan-Hart 41 Motor 9
DNF 4 Vereinigtes Konigreich  Mark Blundell Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Yamaha 39 Gedreht 21
DNF 23 Italien  Italien Italien  Minardi-Ford 30 Gedreht 18
DNF 24 Italien  Michele Alboreto Italien  Minardi-Ford 28 Getriebe 22
DNF 30 Deutschland  Heinz-Harald Frentzen Schweiz  Sauber-Mercedes 22 Motor 11
DNF 29 Italien  Andrea de Cesaris Schweiz  Sauber-Mercedes 20 Motor 8
DNF 32 Frankreich  Jean-Marc Gounon Vereinigtes Konigreich  Simtek-Ford 20 Getriebe 25
DNF 19 Frankreich  Yannick Dalmas Frankreich  Larrousse-Ford 18 Gedreht 23
DNF 27 Frankreich  Jean Alesi Italien  Ferrari 14 Getriebe 1
DNF 12 Vereinigtes Konigreich  Johnny Herbert Vereinigtes Konigreich  Lotus-Mugen-Honda 13 Generator 4
DNF 6 Niederlande  Jos Verstappen Vereinigtes Konigreich  Benetton-Ford 0 Kollision 10
DNF 11 Italien  Alessandro Zanardi Vereinigtes Konigreich  Lotus-Mugen-Honda 0 Kollision 13
DNF 10 Italien  Gianni Morbidelli Vereinigtes Konigreich  Footwork-Ford 0 Kollision 17
Quelle:[4]

WM-Stände nach dem RennenBearbeiten

Fahrermeisterschaft
Pos Fahrer Punkte
1 Deutschland  Michael Schumacher 76
2 Vereinigtes Konigreich  Damon Hill 65
3 Osterreich  Gerhard Berger 33
4 Frankreich  Jean Alesi 19
5 Finnland  Mika Häkkinen 18
Quelle: [5]
Konstrukteursmeisterschaft
Pos Konstrukteur Punkte
1 Vereinigtes Konigreich  Benetton-Ford 85
2 Vereinigtes Konigreich  Williams-Renault 73
3 Italien  Ferrari 58
4 Vereinigtes Konigreich  McLaren-Peugeot 29
5 Irland  Jordan-Hart 17
Quelle: [5]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Motor Racing Programme Covers: 1994. The Programme Covers Project. Abgerufen am 12. November 2017.
  2. Italian Grand Prix called off. In: The Gainesville Sun, 13. August 1994, S. 16. 
  3. Motor Racing: Italian Grand Prix reinstated: Revised scheme temporarily solves safety problem at Monza. In: The Independent, 15. August 1994. Abgerufen am 16. Dezember 2012. 
  4. Standings (en) In: Formula 1® - The Official F1® Website. Abgerufen am 9. Februar 2020.
  5. a b Italy 1994 - Championship • STATS F1.