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Großer Preis von Italien 1985

Formel-1-Rennen

Der Große Preis von Italien 1985 fand am 8. September in Monza statt und war das zwölfte Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1985.

Flag of Italy.svg Großer Preis von Italien 1985
Renndaten
12. von 16 Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1985
Streckenprofil
Name: LVI Gran Premio d'Italia
Datum: 8. September 1985
Ort: Monza
Kurs: Autodromo Nazionale di Monza
Länge: 295,8 km in 51 Runden à 5,8 km

Wetter: sonnig und warm
Zuschauer: ~ 110.000
Pole-Position
Fahrer: Brasilien 1968Brasilien Ayrton Senna Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus
Zeit: 1:25,084 min
Schnellste Runde
Fahrer: Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Nigel Mansell Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Williams
Zeit: 1:28,283 min
Podium
Erster: FrankreichFrankreich Alain Prost Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich McLaren
Zweiter: Brasilien 1968Brasilien Nelson Piquet Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Brabham
Dritter: Brasilien 1968Brasilien Ayrton Senna Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus

BerichteBearbeiten

HintergrundBearbeiten

An dem Wochenende, welches zwischen dem Großen Preis der Niederlande und dem zwölften WM-Lauf in Monza lag, nahm Stefan Bellof gemeinsam mit Thierry Boutsen für Porsche an einem Lauf zur Sportwagen-Weltmeisterschaft im belgischen Spa-Francorchamps teil. In der berühmten Eau Rouge-Kurve kollidierte er mit dem Wagen von Jacky Ickx und verunglückte tödlich. Sein Platz bei Tyrrell wurde daraufhin zunächst nicht neu besetzt. Während desselben Rennens war zuvor Jonathan Palmer ebenfalls am Steuer eines Porsche schwer verunglückt und hatte einen Beinbruch davongetragen. Das Team Zakspeed nahm daraufhin nicht am Italien-GP teil.

Der von Teamchef Guy Ligier entlassene Andrea de Cesaris wurde durch Philippe Streiff ersetzt. Mit dem Team Haas (USA) trat ein neuer, von dem US-Amerikaner Carl Haas gegründeter Rennstall erstmals an. Der Weltmeister des Jahres 1980, Alan Jones, kehrte am Steuer des mit Beteiligung von Lola entwickelten Wagens in die Formel 1 zurück.

TrainingBearbeiten

Ayrton Senna sicherte sich im Lotus 97T die Pole-Position vor den beiden Williams-Piloten Keke Rosberg und Nigel Mansell. Nelson Piquet qualifizierte sich für den vierten Startplatz vor Alain Prost und Elio de Angelis.[1]

RennenBearbeiten

Bereits während der ersten Runde zogen beide Williams-Piloten an Senna vorbei und bildeten somit eine Doppelführung für das Team. Prost überholte Senna in der dritten Runde ebenfalls und gelangte kurz darauf auf den zweiten Rang, da Mansell aufgrund eines Elektronikdefektes einen Boxenstopp einlegen musste, der ihn annähernd zwei Runden zurückwarf.

In der 17. Runde wurde de Angelis, der seinen Teamkollegen Senna in der fünften Runde überholt hatte, durch Niki Lauda vom dritten Platz verdrängt. Als dieser in Runde 26 aufgrund eines beschädigten Frontflügels die Box ansteuern musste, erhielt de Angelis die Position zunächst zurück, wurde jedoch wenig später von Senna überholt. Auch an der Spitze wechselten die Positionen mehrfach zwischen Rosberg und Prost, unter anderem durch einen Boxenstopp des Williams-Piloten. Ein Motorschaden an Rosbergs Wagen brachte Prost in Runde 45 endgültig an die Spitze. Er siegte vor Piquet, Senna und Surer. Stefan Johansson wurde aufgrund seiner zurückgelegten Distanz als Fünfter vor Elio de Angelis gewertet, obwohl er in der vorletzten Runde aufgrund von Kraftstoffmangel ausgefallen war.[2]

MeldelisteBearbeiten

Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen
Vereinigtes Konigreich  Marlboro McLaren International 1 Osterreich  Niki Lauda McLaren MP4/2B TAG/Porsche TTE PO1 1.5 V6t G
2 Frankreich  Alain Prost
Vereinigtes Konigreich  Tyrrell Racing Organisation 3 Vereinigtes Konigreich  Martin Brundle Tyrrell 014 Renault EF4B 1.5 V6t G
Vereinigtes Konigreich  Canon Williams Honda Team 5 Vereinigtes Konigreich  Nigel Mansell Williams FW10 Honda RA163-E 1.5 V6t G
6 Finnland  Keke Rosberg
Vereinigtes Konigreich  Motor Racing Developments 7 Brasilien 1968  Nelson Piquet Brabham BT54 BMW M12/13 1.5 L4t P
8 Schweiz  Marc Surer
Vereinigtes Konigreich  Skoal Bandit Formula 1 Team 9 Frankreich  Philippe Alliot RAM 03 Hart 415T 1.5 L4t P
10 Vereinigtes Konigreich  Kenny Acheson
Vereinigtes Konigreich  John Player Special Team Lotus 11 Italien  Elio de Angelis Lotus 97T Renault EF4 1.5 V6t G
12 Brasilien 1968  Ayrton Senna
Frankreich  Équipe Renault Elf 15 Frankreich  Patrick Tambay Renault RE60B Renault EF15 1.5 V6t G
16 Vereinigtes Konigreich  Derek Warwick
Vereinigtes Konigreich  Barclay Arrows BMW 17 Osterreich  Gerhard Berger Arrows A8 BMW M12/13 1.5 L4t G
18 Belgien  Thierry Boutsen
Vereinigtes Konigreich  Toleman Group Motorsport 19 Italien  Teo Fabi Toleman TG185 Hart 415T 1.5 L4t P
20 Italien  Piercarlo Ghinzani
Italien  Benetton Team Alfa Romeo 22 Italien  Riccardo Patrese Alfa Romeo 184TB Alfa Romeo 890T 1.5 V8t G
23 Vereinigte Staaten  Eddie Cheever
Italien  Osella Squadra Corse 24 Niederlande  Huub Rothengatter Osella FA1G P
Frankreich  Équipe Ligier 25 Frankreich  Philippe Streiff Ligier JS25 Renault EF4B 1.5 V6t P
26 Frankreich  Jacques Laffite
Italien  Scuderia Ferrari SpA SEFAC 27 Italien  Michele Alboreto Ferrari 156/85 Ferrari 031 1.5 V6t G
28 Schweden  Stefan Johansson
Italien  Minardi F1 Team 29 Italien  Pierluigi Martini Minardi M185 Motori Moderni 615-90 1.5 V6t P
Vereinigte Staaten  Team Haas (USA) Ltd 33 Australien  Alan Jones Lola THL1 Hart 415T 1.5 L4t G

KlassifikationenBearbeiten

QualifyingBearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur Qualifikationstraining 1 Qualifikationstraining 2 Start
Zeit Ø-Geschwindigkeit Zeit Ø-Geschwindigkeit
01 Brasilien 1968  Ayrton Senna Vereinigtes Konigreich  Lotus-Renault 1:27,009 239,975 km/h 1:25,084 245,405 km/h 01
02 Finnland  Keke Rosberg Vereinigtes Konigreich  Williams-Honda 1:26,161 242,337 km/h 1:25,230 244,984 km/h 02
03 Vereinigtes Konigreich  Nigel Mansell Vereinigtes Konigreich  Williams-Honda 1:26,960 240,110 km/h 1:25,486 244,251 km/h 03
04 Brasilien 1968  Nelson Piquet Vereinigtes Konigreich  Brabham-BMW 1:25,679 243,700 km/h 1:25,584 243,971 km/h 04
05 Frankreich  Alain Prost Vereinigtes Konigreich  McLaren-TAG-Porsche 1:27,576 238,421 km/h 1:25,790 243,385 km/h 05
06 Italien  Elio de Angelis Vereinigtes Konigreich  Lotus-Renault 1:27,098 239,730 km/h 1:26,044 242,667 km/h 06
07 Italien  Michele Alboreto Italien  Ferrari 1:27,552 238,487 km/h 1:26,468 241,477 km/h 07
08 Frankreich  Patrick Tambay Frankreich  Renault 1:28,578 235,724 km/h 1:27,020 239,945 km/h 08
09 Schweiz  Marc Surer Vereinigtes Konigreich  Brabham-BMW 1:27,799 237,816 km/h 1:27,153 239,579 km/h 09
10 Schweden  Stefan Johansson Italien  Ferrari 1:29,011 234,578 km/h 1:27,473 238,702 km/h 10
11 Osterreich  Gerhard Berger Vereinigtes Konigreich  Arrows-BMW 1:27,746 237,960 km/h 1:27,723 238,022 km/h 11
12 Vereinigtes Konigreich  Derek Warwick Frankreich  Renault 1:28,119 236,952 km/h 1:28,112 236,971 km/h 12
13 Italien  Riccardo Patrese Italien  Alfa Romeo 1:29,068 234,428 km/h 1:28,340 236,360 km/h 13
14 Belgien  Thierry Boutsen Vereinigtes Konigreich  Arrows-BMW 1:28,369 236,282 km/h 1:28,760 235,241 km/h 14
15 Italien  Teo Fabi Vereinigtes Konigreich  Toleman-Hart 1:29,050 234,475 km/h 1:28,386 236,237 km/h 15
16 Osterreich  Niki Lauda Vereinigtes Konigreich  McLaren-TAG-Porsche 1:28,472 236,007 km/h 1:28,949 234,741 km/h 16
17 Vereinigte Staaten  Eddie Cheever Italien  Alfa Romeo 1:29,298 233,824 km/h 1:28,629 235,589 km/h 17
18 Vereinigtes Konigreich  Martin Brundle Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Renault 1:33,503 223,308 km/h 1:28,793 235,154 km/h 18
19 Frankreich  Philippe Streiff Frankreich  Ligier-Renault 1:31,727 227,632 km/h 1:29,839 232,416 km/h 19
20 Frankreich  Jacques Laffite Frankreich  Ligier-Renault 1:30,186 231,522 km/h 1:30,376 231,035 km/h 20
21 Italien  Piercarlo Ghinzani Vereinigtes Konigreich  Toleman-Hart 1:30,271 231,304 km/h 1:31,449 228,324 km/h 21
22 Niederlande  Huub Rothengatter Italien  Osella-Alfa Romeo 1:33,529 223,246 km/h 1:37,664 213,794 km/h 22
23 Italien  Pierluigi Martini Italien  Minardi-Motori Moderni 1:35,770 218,022 km/h 1:33,981 222,173 km/h 23
24 Vereinigtes Konigreich  Kenny Acheson Vereinigtes Konigreich  RAM-Hart 1:34,919 219,977 km/h 1:38,325 212,357 km/h 24
25 Australien  Alan Jones Vereinigtes Konigreich  Lola-Hart 1:34,943 219,921 km/h 1:45,823 197,311 km/h 25
26 Frankreich  Philippe Alliot Vereinigtes Konigreich  RAM-Hart 1:36,221 217,000 km/h 1:37,664 213,794 km/h 26

RennenBearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde Ausfallgrund
01 Frankreich  Alain Prost Vereinigtes Konigreich  McLaren-TAG-Porsche 51 0 1:17:59,451 05 1:29,714
02 Brasilien 1968  Nelson Piquet Vereinigtes Konigreich  Brabham-BMW 51 1 + 51,635 04 1:30,436
03 Brasilien 1968  Ayrton Senna Vereinigtes Konigreich  Lotus-Renault 51 0 + 1:00,390 01 1:31,703
04 Schweiz  Marc Surer Vereinigtes Konigreich  Brabham-BMW 51 0 + 1:00,609 09 1:30,935
05 Schweden  Stefan Johansson Italien  Ferrari 50 1 DNF 10 1:30,795 Kraftstoffmangel
06 Italien  Elio de Angelis Vereinigtes Konigreich  Lotus-Renault 50 0 + 1 Runde 06 1:31,896
07 Frankreich  Patrick Tambay Frankreich  Renault 50 1 + 1 Runde 08 1:31,745
08 Vereinigtes Konigreich  Martin Brundle Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Renault 50 0 + 1 Runde 18 1:33,418
09 Belgien  Thierry Boutsen Vereinigtes Konigreich  Arrows-BMW 50 1 + 1 Runde 14 1:32,820
10 Frankreich  Philippe Streiff Frankreich  Ligier-Renault 49 0 + 2 Runden 19 1:33,575
11 Vereinigtes Konigreich  Nigel Mansell Vereinigtes Konigreich  Williams-Honda 47 2 DNF 03 1:28,283 Motorschaden
12 Italien  Teo Fabi Vereinigtes Konigreich  Toleman-Hart 47 2 + 4 Runden 15 1:33,864
13 Italien  Michele Alboreto Italien  Ferrari 45 1 DNF 07 1:30,163 Motorschaden
Finnland  Keke Rosberg Vereinigtes Konigreich  Williams-Honda 44 1 DNF 02 1:28,421 Motorschaden
Frankreich  Jacques Laffite Frankreich  Ligier-Renault 40 0 DNF 20 1:32,448 Motorschaden
Osterreich  Niki Lauda Vereinigtes Konigreich  McLaren-TAG-Porsche 33 1 DNF 16 1:29,998 Vibrationen
Italien  Riccardo Patrese Italien  Alfa Romeo 31 1 DNF 13 1:34,784 gebrochener Auspuffkollektor
Niederlande  Huub Rothengatter Italien  Osella-Alfa Romeo 26 1 DNF 22 1:37,585 Motorschaden
Frankreich  Philippe Alliot Vereinigtes Konigreich  RAM-Hart 19 0 DNF 26 1:35,308 Motorschaden
Osterreich  Gerhard Berger Vereinigtes Konigreich  Arrows-BMW 13 0 DNF 11 1:36,425 Differentialschaden
Vereinigtes Konigreich  Derek Warwick Frankreich  Renault 09 0 DNF 12 1:33,330 Getriebeschaden
Australien  Alan Jones Vereinigtes Konigreich  Lola-Hart 06 1 DNF 25 1:36,536 Motorschaden
Vereinigte Staaten  Eddie Cheever Italien  Alfa Romeo 03 0 DNF 17 1:36,311 Motorschaden
Vereinigtes Konigreich  Kenny Acheson Vereinigtes Konigreich  RAM-Hart 02 0 DNF 24 2:14,092 Getriebeschaden
Italien  Piercarlo Ghinzani Vereinigtes Konigreich  Toleman-Hart 00 0 DNF 21 Motorschaden
Italien  Pierluigi Martini Italien  Minardi-Motori Moderni 00 0 DNF 23 Turboladerschaden

WM-Stände nach dem RennenBearbeiten

Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e).[3]

FahrerwertungBearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
01 Frankreich  Alain Prost McLaren 65
02 Italien  Michele Alboreto Ferrari 53
03 Italien  Elio de Angelis Lotus 31
04 Brasilien 1968  Ayrton Senna Lotus 23
05 Schweden  Stefan Johansson Ferrari 21
06 Brasilien 1968  Nelson Piquet Brabham 19
07 Finnland  Keke Rosberg Williams 18
08 Osterreich  Niki Lauda McLaren 14
09 Frankreich  Patrick Tambay Renault 11
Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
10 Frankreich  Jacques Laffite Ligier 10
11 Belgien  Thierry Boutsen Arrows 9
12 Vereinigtes Konigreich  Nigel Mansell Williams 7
13 Schweiz  Marc Surer Brabham 5
14 Vereinigtes Konigreich  Derek Warwick Renault 4
15 Deutschland  Stefan Bellof Tyrrell 4
16 Italien  Andrea de Cesaris Ligier 3
17 Frankreich  René Arnoux Ferrari 3

KonstrukteurswertungBearbeiten

Pos. Konstrukteur Punkte
01 Vereinigtes Konigreich  McLaren 79
02 Italien  Ferrari 77
03 Vereinigtes Konigreich  Lotus 54
04 Vereinigtes Konigreich  Williams 25
05 Vereinigtes Konigreich  Brabham 24
Pos. Konstrukteur Punkte
06 Frankreich  Renault 15
07 Frankreich  Ligier 13
08 Vereinigtes Konigreich  Arrows 9
09 Vereinigtes Konigreich  Tyrrell 4

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. „Übersicht“ (Memento des Originals vom 13. August 2010 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.motorsportarchiv.de (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 23. April 2013)
  2. „Bericht“ (abgerufen am 23. April 2013)
  3. „WM-Stände“ (Memento des Originals vom 8. April 2009 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.motorsportarchiv.de (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 23. April 2013)

WeblinksBearbeiten