Hauptmenü öffnen

Großer Preis von Monaco 1985

Formel-1-Rennen

Der Große Preis von Monaco 1985 fand am 19. Mai statt und war das vierte Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1985.

Flag of Monaco.svg Großer Preis von Monaco 1985
Renndaten
4. von 16 Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1985
Streckenprofil
Name: XLIII Grand Prix Automobile de Monaco
Datum: 19. Mai 1985
Ort: Monaco
Kurs: Circuit de Monaco
Länge: 258,336 km in 78 Runden à 3,312 km

Wetter: bewölkt
Zuschauer: ~ 150.000
Pole-Position
Fahrer: Brasilien 1968Brasilien Ayrton Senna Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus
Zeit: 1:20,450 min
Schnellste Runde
Fahrer: ItalienItalien Michele Alboreto ItalienItalien Ferrari
Zeit: 1:22,637 min
Podium
Erster: FrankreichFrankreich Alain Prost Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich McLaren
Zweiter: ItalienItalien Michele Alboreto ItalienItalien Ferrari
Dritter: ItalienItalien Elio de Angelis Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus

BerichteBearbeiten

HintergrundBearbeiten

Nach dem Großen Preis von San Marino gelang es dem Team Toleman mit finanzieller Unterstützung des neuen, für drei Jahre unter Vertrag genommenen Hauptsponsors Benetton, ein Reifenkontingent bei Pirelli zu erwerben, wodurch Teo Fabi mit dem neuen Toleman TG185 verspätet in die WM-Saison einsteigen konnte. Da sich der Reifenhersteller jedoch weiterhin weigerte, mehr als sechs Teams gleichzeitig auszustatten, musste im Gegenzug Spirit-Pilot Mauro Baldi auf die Teilnahme am Großen Preis von Monaco verzichten. Das Team verschwand daraufhin nach nur 25 Grand-Prix-Teilnahmen endgültig aus der Formel 1. Auch Baldi beendete seine Grand-Prix-Karriere und konzentrierte sich fortan auf die Sportwagen-Weltmeisterschaft.

TrainingBearbeiten

Zum dritten Mal in Folge sicherte sich Ayrton Senna die Pole-Position. Nigel Mansell folgte vor Michele Alboreto und Eddie Cheever. Alain Prost und Thierry Boutsen bildeten die dritte Startreihe vor Keke Rosberg und Andrea de Cesaris.

Da nur 20 Fahrzeuge zum Rennen auf dem engen Stadtkurs zugelassen wurden, verfehlten sechs Piloten die Qualifikation.[1]

RennenBearbeiten

Senna verteidigte zunächst seine Spitzenposition gegenüber Mansell und Alboreto sowie Prost, der auf dem Weg zur ersten Kurve Cheever überholt hatte. Weiter hinten im Feld kollidierten Patrick Tambay und Stefan Johansson mit Gerhard Berger, dessen Motor nach wenigen Metern plötzlich versagte. Für alle drei Beteiligten war das Rennen dadurch beendet, wobei Johansson die erste Runde trotz einer defekten Aufhängung zu Ende fuhr.

Bis zur fünften Runde fiel Mansell bis auf den siebten Rang hinter Elio de Angelis und Keke Rosberg zurück. Diese Reihenfolge blieb daraufhin bis zur 14. Runde konstant. Dann schied jedoch der Führende Senna aufgrund eines Motorschadens aus. Alboreto gelangte dadurch in Führung.

In der 17. Runde kam es zu einer heftigen Kollision zwischen Nelson Piquet und Riccardo Patrese im Bereich der Sainte Dévote, wodurch beide Piloten ausschieden. Alboreto kam kurz darauf auf Öl, welches die beiden stark beschädigten Wagen verloren hatten, ins Rutschen und musste einen weiteren Bogen zurücklegen, als der ihm unmittelbar folgende Prost, der dadurch in Führung gelangte. Niki Lauda wurde ebenfalls von der Ölspur überrascht, drehte sich und schied aus.

Nachdem er kurzzeitig wieder die Führung übernommen hatte, musste Alboreto in Runde 32 aufgrund eines Reifenschadens, der aus dem Überfahren von Trümmerteilen resultierte, einen Boxenstopp einlegen, der ihn auf den vierten Rang hinter Prost, de Angelis und de Cesaris zurückwarf. Bis zum Ende des Rennens kämpfte er sich wieder an seinen beiden Landsmännern vorbei bis auf den zweiten Rang hinter dem siegreichen Alain Prost.[2]

MeldelisteBearbeiten

Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen
Vereinigtes Konigreich  Marlboro McLaren International 1 Osterreich  Niki Lauda McLaren MP4/2B TAG/Porsche TTE PO1 1.5 V6t G
2 Frankreich  Alain Prost
Vereinigtes Konigreich  Tyrrell Racing Organisation 3 Vereinigtes Konigreich  Martin Brundle Tyrrell 012 Ford Cosworth DFY 3.0 V8 G
4 Deutschland  Stefan Bellof
Vereinigtes Konigreich  Canon Williams Honda Team 5 Vereinigtes Konigreich  Nigel Mansell Williams FW10 Honda RA163-E 1.5 V6t G
6 Finnland  Keke Rosberg
Vereinigtes Konigreich  Motor Racing Developments 7 Brasilien 1968  Nelson Piquet Brabham BT54 BMW M12/13 1.5 L4t P
8 Frankreich  François Hesnault
Vereinigtes Konigreich  Skoal Bandit Formula 1 Team 9 Deutschland  Manfred Winkelhock RAM 03 Hart 415T 1.5 L4t P
10 Frankreich  Philippe Alliot
Vereinigtes Konigreich  John Player Special Team Lotus 11 Italien  Elio de Angelis Lotus 97T Renault EF4 1.5 V6t G
12 Brasilien 1968  Ayrton Senna
Frankreich  Équipe Renault Elf 15 Frankreich  Patrick Tambay Renault RE60 Renault EF4B 1.5 V6t G
16 Vereinigtes Konigreich  Derek Warwick
Vereinigtes Konigreich  Barclay Arrows BMW 17 Osterreich  Gerhard Berger Arrows A8 BMW M12/13 1.5 L4t G
18 Belgien  Thierry Boutsen
Vereinigtes Konigreich  Toleman Group Motorsport 19 Italien  Teo Fabi Toleman TG185 Hart 415T 1.5 L4t P
Italien  Benetton Team Alfa Romeo 22 Italien  Riccardo Patrese Alfa Romeo 185T Alfa Romeo 890T 1.5 V8t G
23 Vereinigte Staaten  Eddie Cheever
Italien  Osella Squadra Corse 24 Italien  Piercarlo Ghinzani Osella FA1G P
Frankreich  Équipe Ligier 25 Italien  Andrea de Cesaris Ligier JS25 Renault EF4B 1.5 V6t P
26 Frankreich  Jacques Laffite
Italien  Scuderia Ferrari SpA SEFAC 27 Italien  Michele Alboreto Ferrari 156/85 Ferrari 031 1.5 V6t G
28 Schweden  Stefan Johansson
Italien  Minardi F1 Team 29 Italien  Pierluigi Martini Minardi M185 Motori Moderni 615-90 1.5 V6t P
Deutschland  West Zakspeed Racing 30 Vereinigtes Konigreich  Jonathan Palmer Zakspeed 841 Zakspeed 1500/4 1.5 L4t G

KlassifikationenBearbeiten

QualifyingBearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur Qualifikationstraining 1 Qualifikationstraining 2 Start
Zeit Ø-Geschwindigkeit Zeit Ø-Geschwindigkeit
01 Brasilien 1968  Ayrton Senna Vereinigtes Konigreich  Lotus-Renault 1:21,630 146,064 km/h 1:20,450 148,206 km/h 01
02 Vereinigtes Konigreich  Nigel Mansell Vereinigtes Konigreich  Williams-Honda 1:22,650 144,261 km/h 1:20,536 148,048 km/h 02
03 Italien  Michele Alboreto Italien  Ferrari 1:22,630 144,296 km/h 1:20,563 147,998 km/h 03
04 Vereinigte Staaten  Eddie Cheever Italien  Alfa Romeo 1:22,755 144,078 km/h 1:20,729 147,694 km/h 04
05 Frankreich  Alain Prost Vereinigtes Konigreich  McLaren-TAG-Porsche 1:22,270 144,928 km/h 1:20,885 147,409 km/h 05
06 Belgien  Thierry Boutsen Vereinigtes Konigreich  Arrows-BMW 1:24,510 141,086 km/h 1:21,302 146,653 km/h 06
07 Finnland  Keke Rosberg Vereinigtes Konigreich  Williams-Honda 1:23,099 143,482 km/h 1:21,320 146,621 km/h 07
08 Italien  Andrea de Cesaris Frankreich  Ligier-Renault 1:22,992 143,667 km/h 1:21,347 146,572 km/h 08
09 Italien  Elio de Angelis Vereinigtes Konigreich  Lotus-Renault 1:23,319 143,103 km/h 1:21,465 146,360 km/h 09
10 Vereinigtes Konigreich  Derek Warwick Frankreich  Renault 1:23,524 142,752 km/h 1:21,531 146,241 km/h 10
11 Osterreich  Gerhard Berger Vereinigtes Konigreich  Arrows-BMW 1:24,293 141,449 km/h 1:21,665 146,001 km/h 11
12 Italien  Riccardo Patrese Italien  Alfa Romeo 1:22,145 145,148 km/h 1:21,813 145,737 km/h 12
13 Brasilien 1968  Nelson Piquet Vereinigtes Konigreich  Brabham-BMW 1:23,548 142,711 km/h 1:21,817 145,730 km/h 13
14 Osterreich  Niki Lauda Vereinigtes Konigreich  McLaren-TAG-Porsche 1:22,897 143,832 km/h 1:21,907 145,570 km/h 14
15 Schweden  Stefan Johansson Italien  Ferrari 1:23,163 143,371 km/h 1:22,635 144,288 km/h 15
16 Frankreich  Jacques Laffite Frankreich  Ligier-Renault 1:26,681 137,553 km/h 1:22,880 143,861 km/h 16
17 Frankreich  Patrick Tambay Frankreich  Renault 1:24,473 141,148 km/h 1:22,912 143,805 km/h 17
18 Vereinigtes Konigreich  Martin Brundle Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Ford 1:26,499 137,842 km/h 1:23,827 142,236 km/h 18
19 Vereinigtes Konigreich  Jonathan Palmer Deutschland  Zakspeed 1:41,564 117,396 km/h 1:23,840 142,214 km/h 19
20 Italien  Teo Fabi Vereinigtes Konigreich  Toleman-Hart 1:26,243 138,251 km/h 1:23,965 142,002 km/h 20
DNQ Italien  Piercarlo Ghinzani Italien  Osella-Alfa Romeo 1:26,230 138,272 km/h 1:24,071 141,823 km/h
DNQ Deutschland  Stefan Bellof Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Ford 1:26,214 138,298 km/h 1:24,236 141,545 km/h
DNQ Frankreich  Philippe Alliot Vereinigtes Konigreich  RAM-Hart 1:28,026 135,451 km/h 1:24,763 140,665 km/h
DNQ Deutschland  Manfred Winkelhock Vereinigtes Konigreich  RAM-Hart 1:26,182 138,349 km/h 1:24,764 140,663 km/h
DNQ Frankreich  François Hesnault Vereinigtes Konigreich  Brabham-BMW 1:27,505 136,257 km/h 1:25,068 140,161 km/h
DNQ Italien  Pierluigi Martini Italien  Minardi-Motori Moderni 6:41,037 29,731 km/h keine Zeit

RennenBearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde Ausfallgrund
01 Frankreich  Alain Prost Vereinigtes Konigreich  McLaren-TAG-Porsche 78 0 1:51:58,034 05 1:23,898
02 Italien  Michele Alboreto Italien  Ferrari 78 1 + 07,541 03 1:22,637
03 Italien  Elio de Angelis Vereinigtes Konigreich  Lotus-Renault 78 0 + 1:27,171 09 1:24,434
04 Italien  Andrea de Cesaris Frankreich  Ligier-Renault 77 0 + 1 Runde 08 1:24,554
05 Vereinigtes Konigreich  Derek Warwick Frankreich  Renault 77 0 + 1 Runde 10 1:25,305
06 Frankreich  Jacques Laffite Frankreich  Ligier-Renault 77 0 + 1 Runde 16 1:24,788
07 Vereinigtes Konigreich  Nigel Mansell Vereinigtes Konigreich  Williams-Honda 77 0 + 1 Runde 02 1:24,673
08 Finnland  Keke Rosberg Vereinigtes Konigreich  Williams-Honda 76 1 + 2 Runden 07 1:24,617
09 Belgien  Thierry Boutsen Vereinigtes Konigreich  Arrows-BMW 76 2 + 2 Runden 06 1:25,631
10 Vereinigtes Konigreich  Martin Brundle Vereinigtes Konigreich  Tyrrell-Ford 74 1 + 4 Runden 18 1:26,131
11 Vereinigtes Konigreich  Jonathan Palmer Deutschland  Zakspeed 74 1 + 4 Runden 19 1:26,653
Osterreich  Niki Lauda Vereinigtes Konigreich  McLaren-TAG-Porsche 17 0 DNF 14 1:25,842 Dreher
Italien  Riccardo Patrese Italien  Alfa Romeo 16 0 DNF 12 1:27,723 Kollision
Brasilien 1968  Nelson Piquet Vereinigtes Konigreich  Brabham-BMW 16 0 DNF 13 1:27,124 Kollision
Italien  Teo Fabi Vereinigtes Konigreich  Toleman-Hart 16 0 DNF 20 1:26,717 Turboladerschaden
Brasilien 1968  Ayrton Senna Vereinigtes Konigreich  Lotus-Renault 14 0 DNF 01 1:24,803 Motorschaden
Vereinigte Staaten  Eddie Cheever Italien  Alfa Romeo 10 1 DNF 04 1:26,548 defekte Lichtmaschine
Schweden  Stefan Johansson Italien  Ferrari 01 1 DNF 15 2:31,095 Aufhängungsschaden
Osterreich  Gerhard Berger Vereinigtes Konigreich  Arrows-BMW 00 0 DNF 11 Kollision
Frankreich  Patrick Tambay Frankreich  Renault 00 0 DNF 17 Kollision

WM-Stände nach dem RennenBearbeiten

Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e).[3]

FahrerwertungBearbeiten

Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
01 Italien  Elio de Angelis Lotus 20
02 Italien  Michele Alboreto Ferrari 18
03 Frankreich  Alain Prost McLaren 18
04 Frankreich  Patrick Tambay Renault 10
05 Brasilien 1968  Ayrton Senna Lotus 9
06 Belgien  Thierry Boutsen Arrows 6
07 Vereinigtes Konigreich  Nigel Mansell Williams 4
Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
08 Osterreich  Niki Lauda McLaren 3
09 Frankreich  René Arnoux Ferrari 3
10 Italien  Andrea de Cesaris Ligier 3
11 Frankreich  Jacques Laffite Ligier 2
12 Vereinigtes Konigreich  Derek Warwick Renault 2
13 Deutschland  Stefan Bellof Tyrrell 1
14 Schweden  Stefan Johansson Ferrari 1

KonstrukteurswertungBearbeiten

Pos. Konstrukteur Punkte
01 Vereinigtes Konigreich  Lotus 29
02 Italien  Ferrari 22
03 Vereinigtes Konigreich  McLaren 21
04 Frankreich  Renault 12
Pos. Konstrukteur Punkte
05 Vereinigtes Konigreich  Arrows 6
06 Frankreich  Ligier 5
07 Vereinigtes Konigreich  Williams 4
08 Vereinigtes Konigreich  Tyrrell 1

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. „Übersicht“ (Memento des Originals vom 18. August 2010 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.motorsportarchiv.de (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 19. Februar 2012)
  2. „Bericht“ (abgerufen am 19. Februar 2012)
  3. „WM-Stände“ (Memento des Originals vom 8. April 2009 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.motorsportarchiv.de (Motorsportarchiv.de; abgerufen am 19. Februar 2012)

WeblinksBearbeiten