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Mercedes-Benz W 25
Auto Union Typ A

Der XII. Große Preis von Italien fand am 9. September 1934 auf dem Autodromo di Milano in Monza statt. Er zählte als Grande Épreuve zur Grand-Prix-Saison 1934.

Das RennenBearbeiten

1934 gab es Änderungen am technischen Reglement. Das Maximalgewicht der Monoposto-Rennwagen wurde auf 750 kg festgelegt, um den Anreiz zum Einsatz immer größerer und leistungsstärkerer Motoren einzudämmen[1] und möglicherweise auch, um den Herstellern kleiner und leichter Fahrzeuge entgegenzukommen[2]. Durch die Neuentwicklungen bei der Daimler-Benz AG und der Auto Union wurden diese Bemühungen schnell ad absurdum geführt. Der Mercedes-Benz W 25 hatte einen 400 PS starken 3,7-Liter-Motor, der Auto Union Typ A einen 4,4-Liter-Sechzehnzylindermotor, der 295 PS leistete. Die deutschen Hersteller setzten auch bei der Fahrwerkstechnik durch die Einzelradaufhängungen und mit ihren Stromlinienform neue Maßstäbe. Die hinteren Schwing- bzw. Pendelachsen wurden jedoch in den folgenden Jahren bei den späteren Typen beider Fabrikate durch De-Dion-Achsen ersetzt.[3][4]

Dagegen wirkten die neuen 3,3-Liter-Bugatti T59 mit immer noch zweisitziger Karosserie, Starrachsen und Seilzugbremsen völlig antiquiert. Nach anfänglichen Kinderkrankheiten dominierten die deutschen Wagen ab Saisonmitte die Grand-Prix-Szene. Nach den drei tödlichen Unfällen beim Großen Preis von Monza 1933 wählte man für den Großen Preis von Italien dieses Jahres eine neue Streckenvariante, die mit Haarnadelkurve und Schikanen die Wagen einbremsen sollten. Am Start waren fünf Werksteams, die bekannte und populäre Fahrer meldeten: Bei Mercedes fuhren Rudolf Caracciola, Luigi Fagioli und Ernst Jakob Henne, bei der Auto Union Hans Stuck, August Momberger und Hermann zu Leiningen, bei der Scuderia Ferrari, dem Einsatzteam von Alfa Romeo, Achille Varzi, Carlo Felice Trossi, Louis Chiron und Gianfranco Comotti, bei Maserati Tazio Nuvolari und Goffredo Zehender. Außerdem startete ein einzelner Werks-Bugatti mit Antonio Brivio.

Nach einem Fahrfehler von Fagioli in der Anfangsphase ging Stuck in Führung und baute sie aus. Fagioli fiel mit technischem Defekt aus und übernahm das in zweiter Position liegende Auto von Caracciola, der immer noch an den Verletzungsfolgen seines Unfalls im Vorjahr beim Großen Preis von Monaco litt. Nach einem Boxenstopp von Stuck ging Fagioli wieder in Front, gefolgt von Varzi, Trossi und zu Leiningen und gewann schließlich das Rennen.

Das Rennen wurde über 116 Runden à 4,310 km ausgetragen, was einer Gesamtdistanz von 499,96 km entsprach.

MeldelisteBearbeiten

Nr. Fahrer Konstrukteur Fahrzeug Team
02 NS-Staat  Rudolf Caracciola NS-Staat  Mercedes-Benz Mercedes-Benz W 25 Daimler-Benz AG
04 Italien 1861  Achille Varzi Italien 1861  Alfa Romeo Alfa Romeo Tipo B/P3 Scuderia Ferrari
06 Italien 1861  Antonio Brivio Dritte Französische Republik  Bugatti Bugatti T59 Automobiles E. Bugatti
08 Italien 1861  Tazio Nuvolari Italien 1861  Maserati Maserati 6C-34 Officine A. Maserati
10 NS-Staat  Hans Stuck NS-Staat  Auto Union Auto Union Typ A Auto Union AG
12 Italien 1861  Luigi Fagioli NS-Staat  Mercedes-Benz Mercedes-Benz W 25 Daimler-Benz AG
14 Italien 1861  Carlo Felice Trossi Italien 1861  Alfa Romeo Alfa Romeo Tipo B/P3 Scuderia Ferrari
16 Vereinigtes Konigreich  Earl Howe Dritte Französische Republik  Bugatti Bugatti T51 Earl Howe
18 Italien 1861  Goffredo Zehender Italien 1861  Maserati Maserati 8CM G. Zehender
20 NS-Staat  August Momberger NS-Staat  Auto Union Auto Union Typ A Auto Union AG
22 NS-Staat  Ernst Jakob Henne NS-Staat  Mercedes-Benz Mercedes-Benz W 25 Daimler-Benz AG
24 Monaco  Louis Chiron Italien 1861  Alfa Romeo Alfa Romeo Tipo B/P3 Scuderia Ferrari
26 Vereinigte Staaten 48  Vereinigtes Konigreich  Whitney Straight Italien 1861  Maserati Maserati 8CM Whitney Straight
28 NS-Staat  Hermann zu Leiningen NS-Staat  Auto Union Auto Union Typ A Auto Union AG
30 Italien 1861  Gianfranco Comotti Italien 1861  Alfa Romeo Alfa Romeo Tipo B/P3 Scuderia Ferrari
32 Schweiz  Hans Ruesch Italien 1861  Maserati Maserati 8CM H. Ruesch

StartaufstellungBearbeiten

1 2 3
NS-Staat  Caracciola Italien 1861  Varzi Italien 1861  Brivio[5]
4 5
Italien 1861  Nuvolari NS-Staat  Stuck
6 7 8
Italien 1861  Fagioli Italien 1861  Trossi Vereinigtes Konigreich  Howe
9 10
Italien 1861  Zehender NS-Staat  Momberger
11 12 13
NS-Staat  Henne Monaco  Chiron Vereinigte Staaten 48  Vereinigtes Konigreich  Straight
14 15
NS-Staat  Leiningen Italien 1861  Comotti
16
Schweiz  Ruesch

RennergebnisBearbeiten

Pos. Nr. Fahrer Konstrukteur Runden Zeit Ausfallgrund
1 02 NS-Staat  Rudolf Caracciola /
Italien 1861  Luigi Fagioli
NS-Staat  Mercedes-Benz 116 4:45:47,0 h
2 10 NS-Staat  Hans Stuck /
NS-Staat  Hermann zu Leiningen
NS-Staat  Auto Union 115 + 01 Runde
3 14 Italien 1861  Carlo Felice Trossi /
Italien 1861  Gianfranco Comotti
Italien 1861  Alfa Romeo 114 + 02 Runden
4 24 Monaco  Louis Chiron Italien 1861  Alfa Romeo 113 + 03 Runden
5 08 Italien 1861  Tazio Nuvolari Italien 1861  Maserati 113 + 03 Runden
6 30 Italien 1861  Gianfranco Comotti /
Italien 1861  Attilio Marinoni
Italien 1861  Alfa Romeo 113 + 03 Runden
7 20 NS-Staat  August Momberger /
NS-Staat  Wilhelm Sebastian
NS-Staat  Auto Union 112 + 04 Runden
8 26 Vereinigte Staaten 48  Vereinigtes Konigreich  Whitney Straight Italien 1861  Maserati 112 + 04 Runden
DQ 32 Schweiz  Hans Ruesch Italien 1861  Maserati 112 unerlaubte Hilfe von außen
9 16 Vereinigtes Konigreich  Earl Howe Dritte Französische Republik  Bugatti 104 + 12 Runden
DNF 04 Italien 1861  Achille Varzi /
Italien 1861  Mario Tadini
Italien 1861  Alfa Romeo 97 Getriebe
DNF 18 Italien 1861  Goffredo Zehender Italien 1861  Maserati 54 Bremse
DNF 28 NS-Staat  Hermann zu Leiningen NS-Staat  Auto Union 54 Kraftstoffmangel
DNF 12 Italien 1861  Luigi Fagioli NS-Staat  Mercedes-Benz 13 Kompressor
DNF 22 NS-Staat  Ernst Jakob Henne NS-Staat  Mercedes-Benz 2 Überhitzung? Kompressor?
DNF 06 Italien 1861  Antonio Brivio Dritte Französische Republik  Bugatti 0 Kompressor

Schnellste Rennrunde: NS-Staat  Hans Stuck (Auto Union), 2:13,6 min = 116,2 km/h

VerweiseBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Automobilsport 1934 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und AnmerkungenBearbeiten

  1. Lothar Boschen: Das Jahrhundert des Motorsports. Südwest Verlag, München 1987, ISBN 3-517-01042-1, S. 111.
  2. Halward Schrader: Silberpfeile. Heel Verlag, Königswinter 1995, ISBN 3-89365-428-3, S. 30.
  3. Halward Schrader: Silberpfeile. Heel Verlag, Königswinter 1995, ISBN 3-89365-428-3, S. 41.
  4. Karl-Heinz Edler, Wolfgang Roediger: Die deutschen Rennfahrzeuge. Fachbuchverlag Leipzig, Reprint von 1956, ISBN 3-343-00435-9, S. 98.
  5. Brivio startete nicht