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Peter Sagan Straßenradsport
Peter Sagan beim Omloop Het Nieuwsblad 2016
Peter Sagan beim Omloop Het Nieuwsblad 2016
Zur Person
Geburtsdatum 26. Januar 1990 (29 Jahre)
Nation SlowakeiSlowakei Slowakei
Disziplin Straße
Fahrertyp Klassikerfahrer, Sprinter
Zum Team
Aktuelles Team Bora-hansgrohe
Funktion Fahrer
Team(s)
2009
2010–2014
2015–2016
2017–
Dukla Trenčín Merida
Liquigas / Cannondale
Tinkoff
Bora-hansgrohe
Wichtigste Erfolge
Letzte Aktualisierung: 28. Juli 2019
Sagan bei der Tour de Suisse 2014

Peter Sagan (slow. Aussprache: [ˈpeter ˈsagan], * 26. Januar 1990 in Žilina) ist ein slowakischer Radrennfahrer. Er gewann die Straßenweltmeisterschaft 2015, 2016 und 2017 und ist damit der erste Radrennfahrer, der diesen Titel dreimal in Folge gewonnen hat. Sagan siegte auch bei den Klassikern Paris–Roubaix, Gent–Wevelgem und der Flandern-Rundfahrt und ist siebenmaliger Gewinner der Punktewertung der Tour de France.

Sportlicher WerdegangBearbeiten

Als Juniorenfahrer war Peter Sagan sowohl im Cyclocross als auch im Mountainbike-Cross Country und auf der Straße erfolgreich. Zu seinen bedeutendsten Erfolgen im Cyclocross zählte der slowakische Meistertitel 2007, die Bronzemedaille bei der Europameisterschaft 2007 und Silber bei den Weltmeisterschaften 2008. Nach Bronze bei den Mountainbike-Europameisterschaften 2007 in Cappadocia wurde er 2008 Welt- und Europameister im Cross Country. Auf der Straße gewann er 2007 die slowakische Meisterschaft sowie jeweils eine Etappe bei der Internationalen 3-Etappen-Rundfahrt in Frankfurt und bei der Trofeo Karlsberg. 2008 gewann er die kroatischen Rundfahrt Kroz Istru. Im Männerbereich konzentrierte sich Sagan auf die Straße und startete in der Saison 2009 für das slowakische Radsportteam Dukla Trenčín Merida

Zur Saison 2010 wechselte Sagan zum UCI ProTeam Liquigas. Bei seinem ersten ProTour-Etappenrennen, der Tour Down Under 2010, belegte er einen dritten und einen vierten Etappenplatz. Bei Paris–Nizza 2010 konnte er diese Anfangserfolge bestätigen und gewann neben der Punktewertung zwei Etappen und damit seine ersten beiden ProTour-Rennen.

Im weiteren Verlauf des Jahres 2010 und den Folgejahren gewann er – meist im Sprint – zahlreiche Eintagesrennen und Etappen. Zu seinen herausragenden Ergebnissen zählten 2011 der Gesamtsieg bei der Polen-Rundfahrt und seine drei Etappensiege bei der Vuelta a España. Im Jahr 2012 gewann er mit drei Etappen das Grüne Trikot der Tour de France. 2013 konnte er die Punktewertung der Tour de France 2013 erfolgreich verteidigen und holte einen Tagessieg. Mit Gent–Wevelgem gewann er im Jahr 2013 zum ersten Mal einen Klassiker. In derselben Saison belegte er bei den Monumenten des Radsports Mailand–Sanremo und Flandern-Rundfahrt jeweils den zweiten Platz.

In den Jahren 2014 und 2015 konnte er zunächst nicht ganz die Erwartungen insbesondere des Tinkoff-Saxo-Teams erfüllen, dem er sich 2015 anschloss. Er gewann zwar bei der Tour de France 2014 und 2015 das Grüne Trikot, siegte jedoch trotz zum Teil spektakulärer Angriffe in keiner Etappe.[1]

Zum Saisonende 2015 wurde Sagan im amerikanischen Richmond nach einer Attacke am vorletzten Anstieg des Tages mit drei Sekunden Vorsprung auf eine kleine Gruppe Straßenweltmeister und erzielte dadurch seinen bis dahin größten Karriereerfolg.[2]

Im März 2016 entschied Sagan zum zweiten Mal Gent–Wevelgem für sich; er war damit nach Rik Van Looy im Jahre 1962 der zweite Rennfahrer, der dieses Rennen im Regenbogentrikot des Weltmeisters gewann.[3] Eine Woche später gewann er mit der 100. Auflage der Flandern-Rundfahrt nach einer Alleinfahrt von 13 Kilometern sein erstes Monument des Radsports; damit war er auch der erste Slowake, der dieses Rennen für sich entschied.[4] Bei der Tour de France 2016 gewann er drei Etappen und zum fünften Mal in Folge das Grüne Trikot. Bei den folgenden Olympischen Spielen nahm er am Mountainbikerennen teil, bei dem er nach einem Defekt den 35. Rang belegte.[5] Im Herbst gewann der das WorldTour-Rennen Grand Prix Cycliste de Québec, wurde Straßeneuropameister und in Doha zum zweiten Mal in Folge Straßenweltmeister. Aufgrund der Ergebnisse des Jahres 2016 konnte Sagan auch die Einzelwertung der UCI WorldTour 2016 gewinnen.

Zur Saison 2017 wechselte Sagan zur deutschen Mannschaft Bora-hansgrohe, die in diesem Jahr erstmals eine Lizenz als UCI WorldTeam erhalten hatte. Beim Klassiker Mailand–Sanremo wurde er im Spurt einer dreiköpfigen Ausreißergruppe nur von Michał Kwiatkowski geschlagen.[6]

Er gewann die dritte Etappe Tour de France 2017 im Bergaufsprint des Vorderfelds.[7] Nach der vierten Etappe wurde Sagan von einer Jury der UCI disqualifiziert, da er beim Zielsprint, den er als Zweiter beendete, seinen Kontrahenten aus dem Team Dimension Data, Mark Cavendish, unter Ausstellen des Ellbogens in die Absperrung gedrängt hatte und dieser stürzte und sich dabei das Schulterblatt brach. Dies wurde durch die Jury als vorsätzliche Tätlichkeit Sagans ausgelegt.[8] Die Entscheidung war umstritten, da es nicht eindeutig zu beurteilen war, ob Sagans Ellbogencheck Ursache für Cavendishs Sturz war, bzw. der Ellbogen Cavendish überhaupt berührt hatte; ein Protest seiner Mannschaft blieb erfolglos.[9][10][11]

Nach einem Hearing bei den Union Cycliste Internationale (UCI) in Lausanne im Dezember 2017 wurde entschieden, dass das Urteil der Tour-Jury ein Fehlurteil gewesen sein soll. Wie der Interims-Präsident der UCI, David Lappartient, ankündigte, werde die UCI, um solche Fehlurteile wie das von Vittel zu vermeiden, ab der kommenden Saison einen „Support Commissaire“ mit spezieller Expertise bei der Videoanalyse als Unterstützung der Jury bei den wichtigsten UCI WorldTour-Rennen einsetzen. Sagan kommentierte diese Verlautbarung: Er richte seinen Blick in die Zukunft, es sei jedoch „schön“, zu sehen, dass es positive Entwicklungen gebe.[12]

Im September 2017 gewann Sagan den Grand Prix Cycliste de Québec und feierte damit den 100. Sieg seiner Karriere.[13] Bei den Weltmeisterschaft 2017 in Norwegen holte er sich in der Sprintentscheidung des 28-köpfigen Vorderfelds als erster Fahrer zum dritten Mal in Folge den Titel im Straßenrennen.[14]

 
Sagan (li.) bei Paris–Roubaix 2018

Bei den Frühjahresklassikern 2018 wurde Sagan jeweils Sechster bei Mailand–Sanremo und der Flanderrundfahrt. Er gewann Gent–Wevelgem im Sprint des Vorderfelds und Paris-Roubaix, nachdem er 54 Kilometer vor dem Ziel alleine die Verfolgung einer Ausreißergruppe aufnahm, deren letzten Fahrer, Silvan Dillier, er auf der Vélodrome von Roubaix im Schlussspurt schlug.[15] Im Juni 2018 gewann Sagan eine Etappe die Punktewertung der Tour de Suisse 2018 Ende Juni gewann er zum sechsten Mal den Titel des slowakischen Straßenmeisters. Bei der Tour de France 2018 gewann Sagan im Sprint die zweite Etappe und trug anschließend für einen Tag das Gelbe Trikot. Er gewann außerdem die fünfte und 13. Etappe im Sprint. Sagan beendete die Rundfahrt trotz eines schweren Sturzes auf der 17. Etappe mit seinem sechsten Erfolg in der Punktewertung und egalisierte somit den Rekord von Erik Zabel.

In die Saison 2019 startete Sagan mit einem Etappensieg bei der Tour Down Under. Anschließend wurde trotz den Folgen eines Magen-Darm-Infekts[16] Vierter bei Mailand-Sanremo sowie Fünfter bei Paris-Roubaix. Nach Etappensiegen bei der Kalifornien-Rundfahrt und der Tour de Suisse gewann er bei der Tour de France 2019 die fünfte Etappe und stellte mit seinem siebten Erfolg in der Punktewertung einen neuen Rekord auf.

EhrungenBearbeiten

  • Am 4. Oktober 2014 wurde ein Asteroid nach einem Spitznamen von Sagan „Tourminator“ benannt.[17]
  • Am 21. April 2016 gab die slowakische Post eine Sonderbriefmarke mit dem Konterfei von Peter Sagan heraus.[18]
  • Ebenfalls 2016 wurde Sagan mit dem Vélo d’Or ausgezeichnet.[19]
  • Im Januar 2018 wurde Sagan in Rom mit seiner Familie von Papst Franziskus empfangen. Bei dieser Gelegenheit übergab er dem Papst ein Regenbogentrikot sowie ein Fahrrad, beide mit dem Schriftzug Franziskus versehen.[20]

PrivatesBearbeiten

Peter Sagan ist der jüngere Bruder von Juraj, der ebenfalls als Radrennfahrer aktiv ist.

Er heiratete seine Lebensgefährtin Katarína Smolková am 11. November 2015 in Žilina.[21] Am 25. Oktober 2017 kam ihr gemeinsamer Sohn auf die Welt.[22] Im Juli 2018 trennte sich das Paar.[23]

ErfolgeBearbeiten

2007

  •   Slowakischer Meister – Querfeldein (Junioren)
  •   Europameisterschaft – Querfeldein (Junioren)
  •   Slowakischer Meister – Straßenrennen (Junioren)
  •   Weltmeisterschaft – Mountainbike-Cross-Country (Junioren)

2008

  •   Weltmeisterschaft – Querfeldein (Junioren)
  •   Europameisterschaft – Mountainbike-Cross-Country (Junioren)
  •   Weltmeisterschaft – Mountainbike-Cross-Country (Junioren)

2009

2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

2017

2018

2019

Wichtige PlatzierungenBearbeiten

Grand Tours
Grand Tour 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
  Giro d’Italia
  Tour de France 42 82 60 46 95 DSQ 71 82
  Vuelta a España 121 DNF DNF 119

Legende: DNF: did not finish, Rundfahrt aufgegeben oder wegen Zeitüberschreitung aus dem Rennen genommen DSQ: Disqualifikation

Monumente des Radsports

Monument des Radsports 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
Mailand–Sanremo DNF 17 4 2 10 4 12 2 6 4
Flandern-Rundfahrt DNF 5 2 16 4 1 27 6 11
Paris–Roubaix 86 6 23 11 38 1 5
Lüttich–Bastogne–Lüttich
Lombardei-Rundfahrt DNF DNF

WeblinksBearbeiten

  Commons: Peter Sagan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Peter Sagan in der Datenbank von Radsportseiten.net
  • Peter Sagan in der Datenbank von ProCyclingStats.com
  • Peter Sagan in der Datenbank von Sports-Reference (englisch)

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Auch ohne Sieg ist Sagan die große Nummer der Tour de France. radsport-news.com, 21. Juli 2015, abgerufen am 1. September 2015.
  2. Sagan rast bergab ins Regenbogentrikot. radsport-news.com, 28. September 2015, abgerufen am 13. Dezember 2015.
  3. Im Ziel leuchtete der Regenbogen über Sagan. radsport-news.com, 27. März 2016, abgerufen am 27. März 2016.
  4. Sagan gewinnt im Regenbogentrikot sein erstes Monument. radsport-news.com, 3. April 2016, abgerufen am 3. April 2016.
  5. Schweizer holt Mountainbike-Gold. sport1.de, 21. August 2016, abgerufen am 21. September 2016.
  6. Kwiatkowskis Cleverness triumphiert über Sagans Urkraft. In: radsport-news.com. 18. März 2017, abgerufen am 6. Januar 2019.
  7. Sagan rutscht aus dem Pedal und macht´s noch mal spannend. radsport-news.com, 3. Juli 2017, abgerufen am 4. Juli 2017.
  8. Peter Sagan von der Tour ausgeschlossen. radsport-news.com, 4. Juli 2017, abgerufen am 4. Juli 2017.
  9. http://www.t-online.de/sport/radsport/tour-de-france/id_81587546/tour-de-france-jens-voigt-verteidigt-peter-sagan-nach-eklat.html
  10. http://www.sportschau.de/tourdefrance/sagan-verursacht-schweren-sturz-100.html
  11. Tom Mustroph: Peter Sagan bei Tour de France disqualifiziert: Der Weltmeister des Ellbogens. In: Spiegel Online. 4. Juli 2017, abgerufen am 9. Juni 2018.
  12. Sagans Tour-Ausschluss beruhte auf einem Fehlurteil. In: radsport-news.com. 26. Juli 2017, abgerufen am 5. Dezember 2017.
  13. Josh Evans: The 100 wins of Peter Sagan - Gallery. In: Cycling News. 9. September 2017, abgerufen am 11. September 2017 (englisch).
  14. Sagan: Ich habe nicht mehr an den Titel gedacht. In: radsport-news.com. 25. September 2017, abgerufen am 25. September 2017.
  15. Sagan straft Boonen Lügen: Kritik des Belgiers als Motivationsschub? In: radsport-news.com. 5. April 2018, abgerufen am 9. April 2018.
  16. Sagan über Paris-Roubaix: “Man darf nicht zu viel nachdenken“ | radsport-news.com. Abgerufen am 29. Juli 2019.
  17. (27896) Tourminator in der Small-Body Database des Jet Propulsion Laboratory der NASA am California Institute of Technology (Caltech) in Pasadena, Kalifornien (englisch)
  18. Peter Sagan’s world title win commemorated with special stamp in Slovakia. In: – Cyclingnews.com. 21. April 2016, abgerufen am 21. April 2016 (englisch).
  19. Sagan erhält Vélo d'Or 2016. In: rad-net.de. 2. Dezember 2016, abgerufen am 2. Dezember 2016.
  20. Peter Sagan donates a rainbow jersey and bike to Pope Francis. In: Cycling News. 24. Januar 2018, abgerufen am 28. Januar 2018 (englisch).
  21. http://road.cc/content/news/170995-peter-sagan-marries-fiancee-katarina-and-style-video
  22. https://twitter.com/petosagan/status/923213709425692672
  23. https://www.eurosport.de/radsport/tour-de-france/2018/peter-sagan-trennt-sich-von-seiner-frau-katarina-saganova_sto6853874/story.shtml