Niki Terpstra

niederländischer Radrennfahrer

Niki Terpstra (* 18. Mai 1984 in Beverwijk) ist ein ehemaliger niederländischer Radrennfahrer.

Niki Terpstra
Niki Terpstra bei der Tour de France 2018
Niki Terpstra bei der Tour de France 2018
Zur Person
Geburtsdatum 18. Mai 1984 (39 Jahre)
Nation Niederlande Niederlande
Disziplin Straße
Fahrertyp Klassikerspezialist
Körpergröße 190 cm
Renngewicht 75 kg
Karriereende 2022
Internationale Team(s)
2003–2004
2005
2006
2007–2010
2011–2018
2019–2022
Bert Story-Piels
AXA Pro Cycling Team
Ubbink-Syntec
Team Milram
Quick Step / Omega-Pharma / Etixx
Direct Énergie / Total Direct Énergie
Wichtigste Erfolge
UCI WorldTour
2014 Paris–Roubaix
2016 Eneco Tour
2018 E3 Harelbeke
2018 Flandern-Rundfahrt
UCI-Straßen-Weltmeisterschaften
2012, 2013, 2016, 2018 Regenbogentrikot – Mannschaftszeitfahren
Letzte Aktualisierung: 23. September 2018

Karriere Bearbeiten

Niki Terpstra konzentrierte sich zunächst hauptsächlich auf den Bahnradsport. Bei den UCI-Bahn-Weltmeisterschaften 2005 in Los Angeles holte er zusammen mit Levi Heimans, Jens Mouris und Peter Schep die Silbermedaille in der Mannschaftsverfolgung. Insgesamt wurde Terpstra von 2004 bis 2007 achtmal niederländischer Landesmeister auf der Bahn.

Nachdem er auf der Straße u. a. im Jahr 2006 bereits eine Etappe der Belgien-Rundfahrt 2006 gewonnen hatte, erhielt er in der Saison 2007 zum ersten Mal einen Vertrag bei einem UCI ProTeam, dem deutschen Team Milram. Er gewann für diese Mannschaft gleich in seinem ersten Jahr die Bergwertung der Deutschland Tour 2007.

Bei den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking sollte er eigentlich im niederländischen Bahnvierer eingesetzt werden. Doch auf dem Weg vom olympischen Dorf Richtung Laoshan-Velodrom kam er unglücklich zu Fall, nachdem sein Teamkollege Robert Slippens einem Auto hatte ausweichen müssen. Bei dem Sturz brach er sich beide Unterarme.[1]

2010 wurde Niki Terpstra erstmals niederländischer Straßenmeister. Diesen Erfolg konnte er 2012 und 2015 wiederholen. Im Jahr 2011 wechselte Terpstra zum belgischen Team Quick-Step, mit dem er 2012, 2013 und 2016 Weltmeister im Mannschaftszeitfahren wurde. Sein bis dahin größten Erfolg war der Sieg beim Klassiker Paris–Roubaix 2014, den er sich durch eine Soloattacke aus einer Spitzengruppe der Favoriten sechs Kilometer vor dem Ziel sicherte.[2] 2014 sowie 2015 gewann Terpstra die Katar-Rundfahrt.

Auf der letzten Etappe der Eneco Tour 2014 wurde Terpstra wegen eines Ellbogenstoßes gegen Maarten Wijnants disqualifiziert und verlor so seinen siebten Platz in der Gesamtwertung. Er entschuldigte sich anschließend für sein Verhalten.[3]

 
Terpstra attackiert auf dem Oude Kwaremont bei der Flandern-Rundfahrt 2018

Im Jahr 2016 gewann Terpstra die Gesamtwertung der Eneco Tour und damit sein erstes Etappenrennen der UCI WorldTour. Zwei Jahre später gewann er nach langer Alleinfahrt das World-Tour-Eintagesrennen E3 Harelbeke und mit der Flandern-Rundfahrt sein zweites Monument des Radsports.[4][5] Damit war er der erste Niederländer seit Adrie van der Poel im Jahre 1986, der die Flandern-Rundfahrt für sich entschied.

Im Jahr 2019 wechselte Terpstra zum französischen Team Total Direct Énergie. Bei seiner Teilnahme an der Flandern-Rundfahrt stürzte Terpstra und erlitt eine schwere Gehirnerschütterung, so dass er für weitere Rennen im Frühjahr ausfiel.[6] Auf der 11. Etappe der Tour de France 2019 stürzte er erneut und brach sich das Schulterblatt.[7]

Auch im Sommer des Jahres 2020 kam Terpstra wieder zu einem Sturz, bei dem er schwere Verletzungen davontrug, woraufhin er mit dem Hubschrauber auf die Intensivstation eines niederländischen Krankenhauses gebracht werden musste. Der Sturz ereignete sich beim Training mit einem Schrittmacher, um hohe Geschwindigkeiten zu simulieren.[8]

Zum Ende der Saison 2022 beendete Terpstra seine Karriere als Aktiver.[9]

Ehrungen Bearbeiten

2012 wurde Niki Terpstra mit der Gerrit Schulte Trofee als „Radsportler des Jahres“ der Niederlande ausgezeichnet. Er nahm die Trophäe allerdings nicht persönlich entgegen und kritisierte im Vorfeld das Wahlverfahren. Es sei unklar, wie die Nominierungen durch den Club 48 zustande kämen. So sei ihm unverständlich, dass Lars Boom und Lieuwe Westra trotz ihrer Erfolge nicht nominiert seien.[10] 2014 wiederum beklagte Terpstra, dass er selbst trotz seines Sieges bei Paris-Roubaix nicht gewählt worden sei.[11]

Erfolge Bearbeiten

 
Terpstra kurz vor seinem Sieg bei Paris–Roubaix 2014

Straße Bearbeiten

2005
2006
2007
2008
2009
2010
2012
2013
2014
2015
2016
2018

Bahn Bearbeiten

2004
2005
2006
2007
  •   Niederländischer Meister – Scratch
  •   Niederländischer Meister – Madison (mit Wim Stroetinga)
2011
2013
2014
2015
2019

Wichtige Platzierungen Bearbeiten

Weltmeisterschaft2007200820092010201120122013201420152016201720182019202020212022
StraßenrennenStraße191656613924
EinzelzeitfahrenEZF25
MannschaftszeitfahrenMZF1132141
Monument2007200820092010201120122013201420152016201720182019202020212022
Mailand–Sanremo14383413845DNF56139
Flandern-Rundfahrt14DSQ456113621031DNF1118629
Paris–Roubaix74103163253115DNFDNF3DNF50
Lüttich–Bastogne–LüttichDSQDNF
Lombardei-RundfahrtDNF
Legende: DNF: did not finish, aufgegeben oder wegen Zeitüberschreitung nicht klassifiziert. DSQ: Disqualifikation.
Grand Tour2007200820092010201120122013201420152016201720182019202020212022
  Giro d’ItaliaGiro
  Tour de FranceTour136152DNF13414994119DNF
  Vuelta a EspañaVuelta14295127DNF139136
Legende: DNF: did not finish, aufgegeben oder wegen Zeitüberschreitung aus dem Rennen genommen.

Weblinks Bearbeiten

Commons: Niki Terpstra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Terpstra brach beide Unterarme. In: radsport-news.com. 17. August 2008, abgerufen am 25. Februar 2017.
  2. Terpstra erfüllt sich mit Roubaix-Sieg einen Kindheitstraum. In: radsport-news.com. 13. April 2014, abgerufen am 25. Februar 2017.
  3. Terpstra nach Ellenbogen-Attacke disqualifiziert. In: radsport-news.com. 11. August 2014, abgerufen am 25. Februar 2017.
  4. E3 Harelbeke: Quick-Step dominiert – Terpstra gewinnt. In: radsport-news.com. 20. März 2018, abgerufen am 1. April 2018.
  5. Terpstra feiert Solo-Sieg in Oudenaarde, Sagan Sechster. In: radsport-news.com. 31. März 2018, abgerufen am 1. April 2018.
  6. Terpstra fällt mit Gehirnerschütterung fürs weitere Frühjahr aus. In: rad-net.de. 8. April 2019, abgerufen am 9. April 2019.
  7. Deutsche Profis erstmals seit 2010 noch ohne Etappensieg. In: radsport-news.com. 18. Juli 2019, abgerufen am 18. Juli 2019.
  8. Terpstra nach Trainings-Crash auf der Intensivstation. In: radsport-news.com. 16. Juni 2020, abgerufen am 17. November 2021.
  9. Daniel Ostanek: Niki Terpstra calls time on road racing career. In: cyclingnews.com. 14. September 2022, abgerufen am 15. September 2022 (englisch).
  10. Terpstra: "Totaal geen zin in Gerrit Schulte Trofee". In: wielerupdate.nl. Abgerufen am 25. Februar 2017.
  11. Terpstra loopt Gerrit Schulte Trofee mis. In: Haarlem 105. 25. November 2014, abgerufen am 25. Februar 2017 (englisch).