Mailand–Sanremo 2021

112. Austragung des italienischen Eintagesrennens

Das Straßenradrennen Mailand–Sanremo 2021 war die 112. Austragung des italienischen Eintagesrennens. Das Rennen fand am 20. März statt und war Teil der UCI WorldTour 2021. Mailand–Sanremo gehört wie die Flandern-Rundfahrt, Paris-Roubaix, Lüttich-Bastogne-Lüttich und Il Lombardia zu den Monumenten des Radsports.

Mailand–Sanremo 2021
Rennserie UCI WorldTour 2021 – Kategorie 1.UWT
Austragungsland Italien Italien
Austragungszeitraum 20. März 2021
Gesamtlänge 299 km
Starterfeld 172 aus 32 Nationen in 25 Teams
(davon 169 im Ziel angekommen)
Sieger
Gesamtwertung 1. Belgien Jasper Stuyven (TFS) 6:38:06 h
2. Australien Caleb Ewan (LTS) gleiche Zeit
3. Belgien Wout van Aert (TJV) gleiche Zeit
2020 2022

Teilnehmende Mannschaften und FahrerBearbeiten

Neben den 19 UCI WorldTeams standen 6 UCI ProTeams am Start. Für jedes Team starteten sieben Fahrer. Von den 172 Fahrern erreichten 169 Fahrer das Ziel.

Mit Wout van Aert (Team Jumbo-Visma), Julian Alaphilippe (Deceunick-Quickstep), Vincenzo Nibali (Trek-Segafredo), Michał Kwiatkowski (Ineos Grenadiers), Arnaud Démare (Groupama-FDJ), John Degenkolb (Lotto Soudal), Alexander Kristoff (UAE-Team Emirates) standen die sieben Sieger der vergangenen Austragungen am Start. Philippe Gilbert (Lotto-Soudal), der bereits die anderen vier Monumente des Radsports gewonnen hatte, war ebenfalls am Start.

UCI WorldTeams UCI ProTeams
ACT Frankreich  AG2R Citroën Team GFC Frankreich  Groupama-FDJ DSM Deutschland  Team DSM AFC Belgien  Alpecin-Fenix
APT Kasachstan  Astana-Premier Tech IGD Vereinigtes Konigreich  Ineos Grenadiers TJV Niederlande  Team Jumbo-Visma ANS Italien  Androni Giocattoli-Sidermec
TBV Bahrain  Bahrain-Victorious TCS Belgien  Intermaché-Wanty-Gobert Matériaux TQA Sudafrika  Team Qhubeka Assos BCF Italien  Bardiani-CSF-Faizanè
BOH Deutschland  Bora-Hansgrohe ISN Israel  Israel Start-Up Nation TFS Vereinigte Staaten  Trek-Segafredo ARK Frankreich  Team Arkéa Samsic
COF Frankreich  Cofidis, Solutions Crédits LTS Belgien  Lotto Soudal UAD Vereinigte Arabische Emirate  UAE-Team Emirates TNN Vereinigte Staaten  Team Novo Nordisk
DQT Belgien  Deceuninck-Quick-Step MOV Spanien  Movistar Team TDE Frankreich  Team Total Direct Energie
EFN Vereinigte Staaten  EF Edukation-Nippo BEX Australien  Team BikeExchange

StreckenführungBearbeiten

Mit 299 km (exklusive 7,6 km neutralisiert) war Mailand–Sanremo 2021 das längste Eintagesrennen des UCI Kalenders. Die traditionelle Strecke musste, wie bereits 2020 aufgrund eines Erdrutsches auf dem Passo del Turchino verändert werden.

Der Start erfolgte in Mailand auf dem Piazza Castello nahe dem Castello Sforzesco. Anschließend führte die Strecke Richtung Süden und passierte dabei Pavia, Ovada und den Ligurischen Apennin. Nach de Überquerung des höchsten Punktes, dem Colle di Giovo (516 m) erreichten die Fahrer die Italienische Riviera.

Anschließend ging es entlang der Via Aurelia in Richtung Westen. Etwa 50 Kilometer vor dem Ziel folgten drei kurze Anstiege (Capo Mele, Capo Cervo und Capo Berta) ehe 27,2 Kilometer vor dem Ziel mit der Cipressa (5,6 km/234 m/4,1 %), der erste entscheidende Anstieg folgte. Nach der Abfahrt folgte ein etwa 10 Kilometer langes Flachstück, ehe mit dem Poggio di Sanremo (160 m) der letzte und entscheidende Anstieg auf dem Programm stand.

Auf einer Länge von 3,7 Kilometern mussten die Fahrer 136 Höhenmeter überwinden (3,7 % Steigung im Schnitt), mit maximalen Steigungen von 8 %. Besonders wichtig war die Positionierung im Feld vor dem Poggio um Attacken starten oder folgen zu können.

Nach dem Poggio folgte eine schnelle und technische Abfahrt, ehe die letzten flachen drei Kilometer in Angriff genommen wurden. Die Ziellinie befand sich auf der Via Roma in Sanremo.[1]

RennverlaufBearbeiten

Kurz nach dem Start setzten sich acht Fahrer ab. Ihr maximaler Vorsprung betrug in etwa sieben Minuten. Die Nachführarbeit im Peloton wurde in erster Linie von Deceuninck-Quick Step, Jumbo-Visma und Alpecin-Fenix verrichtet. In der Ausreißergruppe waren: Mattia Viel, Filippo Tagliani (beide Androni Giocattoli-Sidermec), Andrea Peron, Charles Planet (beide Novo Nordisk), Taco van der Hoorn (Intermarché-Wanty-Goubert Méteriaux), Alessandro Tonelli (Bardiani CSF-Faizané), Mathias Norsgaad (Movistar Team) und Nicola Conci (Trek-Segafredo).

Nachdem mit dem Colle del Giovo der höchste Punkt passiert war, ging es bergab zur ligurischen Küste. An der italienischen Rivera herrschten Rückenwindverhältnisse. Auf der Küstenstraße kam Nacer Bouhanni (Arkéa Samsic) zu Sturz, konnte das Rennen aber fortsetzten.

Über die Steigungen (Capo Mele, Capo Cervo und Capo Berta) begann die Spitzengruppe auseinanderzubrechen. 40 Kilometer vor dem Ziel konnten sich nur noch vier der acht Fahrer an der Spitze halten. Der Abstand schmolz auf eineinhalb Minuten. Vor dem Einstieg in die Cipressa, 27 Kilometer vor dem Ziel, formierten sich die Mannschaften im Hauptfeld, um die Teamkapitäne in einer guten Position in den Anstieg zu bringen. Mit 18 Sekunden Vorsprung, fuhr die Spitzengruppe in den Anstieg.

Am längsten konnte sich Taco van der Hoorn an der Spitze halten, ehe er 24,4 Kilometer vor dem Ziel vom Peloton gestellt wurde. Unter dem Tempodiktat der Jumbo-Visma Mannschaft wurden Alberto Bettiol (EF Edukation-Nippo), Fernando Gaviria und Alexander Kristoff (beide UAE Team Emirates) auf der Cipressa abgehängt. Über die Kuppe übernahm die Ineos Grenadiers Mannschaft die Führungsarbeit. Luke Rowe (Ineos Grenadiers) erhöhte auf der Abfahrt das Tempo und das Feld zerfiel in zwei Gruppen. Vor dem Poggio di Sanremo schlossen sich die Gruppen jedoch wieder zusammen.

9,2 Kilometer vor dem Ziel begann die Steigung des Poggio. Die Ineos Grenadiers Mannschaft verschärfte mit dem Zeitfahrweltmeister Fillippo Ganna das Tempo, was dazu führte, dass die Sprinter wie Elia Viviani (Cofidis) abgehängt wurden. Caleb Ewan (Lotto-Soudal) hingegen fuhr an der dritten Position und war ideal positioniert.

Der erste Angriff erfolgte 6,5 Kilometer vor dem Ziel durch Julian Alaphilippe (Deceuninck-Quick Step). Wout van Aert (Jumbo-Visma) folgte ihm an seinem Hinterrad und Mathieu van der Poel (Alpecin-Fenix) konnte die Lücke ebenfalls schließen. Sie konnten sich jedoch nicht entscheidend lösen und so überquerte elf Fahrer die Kuppe des Poggio, fünfeinhalb Kilometer vor dem Ziel. In der Gruppe vertreten waren: Wout van Aert, Caleb Ewan, Mathieu van der Poel, Maximilian Schachmann (Bora-Hansgrohe), Julian Alaphilippe, Søren Kragh Andersen (Team DSM), Thomas Pidcock (Ineos Grenadiers), Michael Matthews (Team BikeExchange), Jasper Stuyven (Trek-Segafredo), Matteo Trentin (UAE Team Emirates) und Greg Van Avermaet (AG2R Citroën Team).

In der Abfahrt griff Thomas Pidcock 4,4 Kilometer vor dem Ziel an, nahm das Tempo jedoch bald wieder heraus, da er sich nicht von der Gruppe lösen konnte. Dies ermöglichte Sonny Collbrelli (Bahrain-Victorious), Anthony Turgis (Team Total Direkt Énergie), Peter Sagen (Bora-Hansgrohe), Michał Kwiatkowski (Ineos Grenadiers) und Alex Aranburu (Astana-Premier Tech) zu Spitzengruppe aufzuschließen. Am Ende der Abfahrt beschleunigte Jasper Stuyven und nahm den Schwung in die Letzten 2,3 Kilometer mit. Da keiner der Fahrer die Nachführarbeit verrichten wollte, konnte er Belgier eine kleine Lücke herausfahren. Eineinhalb Kilometer griff Søren Kragh Andersen an und konnte die Lücke zu Jasper Stuyven schließen. Gemeinsam erreichten sie mit einem Vorsprung von wenigen Metern die Zielgerade.

Auf den letzten 100 Metern eröffnete Jasper Stuyven den Sprint und gewann vor dem herannahenden Feld. Hinter ihm setzte sich Caleb Ewan gegen Wout van Aert durch und wurde zweiter. Søren Kragh Andersen, der die meiste Führungsarbeit auf der Zielgeraden gemacht hatte, wurde von der Verfolgergruppe eingeholt und belegte Platz neun.

In der Ersten Gruppe kamen 17 Fahrer an. Dahinter führte der Europameister Giacomo Nizzolo eine weitere Gruppe mit sechs Sekunden Rückstand ins Ziel.[2]

RennergebnisBearbeiten

Platz Fahrer Nation Team Zeit
01. Jasper Stuyven Belgien  BEL Trek-Segafredo 6:38:06 h (45,06 km/h)
02. Caleb Ewan Australien  AUS Lotto-Soudal "
03. Wout van Aert Belgien  BEL Team Jumbo-Visma "
04. Peter Sagan Slowakei  SVK Bora-Hansgrohe "
05. Mathieu van der Poel Niederlande  NED Alpecin-Fenix "
06. Michael Matthews Australien  AUS Team BikeExchange "
07. Alex Aranburu Spanien  ESP Astana-Premier Tech "
08. Sonny Colbrelli Italien  ITA Bahrain-Victorious "
09. Søren Kragh Andersen Danemark  DEN Team DSM "
10. Anthony Turgis Frankreich  FRA Team Total Direct Énergie "
11. Matej Mohorič Slowenien  SLO Bahrain-Victorious "
12. Matteo Trentin Italien  ITA UAE-Team Emirates "
13. Greg Van Avermaet Belgien  BEL AG2R Citroën Team "
14. Maximilian Schachmann Deutschland  GER Bora-Hansgrohe "
15. Thomas Pidcock Vereinigtes Konigreich  GBR Ineos Grenadiers "
16. Julian Alaphilippe Frankreich  FRA Deceuninck-Quick Step "
17. Michał Kwiatkowski Polen  POL Ineos Grenadiers "
18. Giacomo Nizzolo Italien  ITA Team Qhubeka Assos + 0:06
19. Nacer Bouhanni Frankreich  FRA Team Arkéa Samsic "
20. Pascal Ackermann Deutschland  GER Bora-Hansgrohe "

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Milano-San Remo Roadbook. Abgerufen am 31. März 2021 (en/it).
  2. Live-Ticker Mailand - Sanremo, Eintagesrennen | radsport-news.com. Abgerufen am 31. März 2021.