Matej Mohorič

slowenischer Radrennfahrer

Matej Mohorič (* 19. Oktober 1994 in Kranj) ist ein slowenischer Radrennfahrer.

Matej Mohorič
Matej Mohorič (2015)
Matej Mohorič (2015)
Zur Person
Geburtsdatum 19. Oktober 1994 (27 Jahre)
Nation Slowenien Slowenien
Disziplin Straße
Zum Team
Aktuelles Team Bahrain Victorious
Funktion Fahrer
Internationale Team(s)
2013
2014
2015
2016
2017
2018–
Sava
Cannondale
Team Cannondale-Garmin
Lampre-Merida
UAE Team Emirates
Bahrain
Wichtigste Erfolge

Gesamtwertung BinckBank Tour 2018
zwei Etappen Tour de France 2021
eine Etappe Vuelta a España 2017
eine Etappe Giro d’Italia 2018
Gesamtwertung Deutschland Tour 2018
Mailand–Sanremo 2022

Letzte Aktualisierung: 16. Juli 2021

KarriereBearbeiten

2011 wurde Matej Mohorič slowenischer Junioren-Meister im Einzelzeitfahren; im Jahr darauf belegte er Rang zwei. Zudem gewann er den Giro di Basilicate, den Giro della Lunigiana, die Internationale Junioren-Radrundfahrt Oberösterreich und belegte bei der Straßen-Europameisterschaft im Einzelzeitfahren der Junioren Platz drei. Höhepunkt seines sportlichen Jahres war sein Sieg im Straßenrennen der Junioren-Weltmeisterschaften; im Einzelzeitfahren errang er zudem Silber.

2013 siegte Mohorič bei der Weltmeisterschaft in Florenz im Straßenrennen der U23. Damit ist er der erste Radrennfahrer, dem es gelang, sowohl Weltmeister bei den Junioren wie auch in der Klasse U23 zu werden.

2014 bestritt der Slowene daraufhin mit dem UCI WorldTeam Cannondale bereits mit 19 Jahren seine erste Profisaison.[1] 2015 debütierte Mohorič bei der Vuelta a España erstmals bei einer Grand Tour, gab jedoch nach sechs Etappen aufgrund von Krankheit auf.

2016 wechselte er zur italienischen Mannschaft Lampre-Merida, für die er den Giro d’Italia auf dem Rang 98 beendete. Bei den slowenischen Meisterschaften wurde er im Zeitfahren Zweiter hinter Landsmann Primož Roglič. Zum Ende der Saison verbuchte er auf der 6. Etappe der Tour of Hainan seinen ersten Profisieg.

 
Matej Mohorič beim Sieg der 7. Etappe der Vuelta a España 2017

2017 gewann Mohorič die 7. Etappe der Vuelta a España, nachdem er sich aus einer Fluchtgruppe heraus in einer Abfahrt absetzen konnte.[2]

 
Matej Mohorič im Trikot des slowenischen Meisters bei der Österreich-Rundfahrt 2018

2018 unterzeichnete Matej Mohorič einen Vertrag bei Bahrain-Merida, im März gewann er das italienische Eintagesrennen Gran Premio Industria & Artigianato, beim Giro d’Italia triumphierte er auf der 10. Etappe, nachdem er Nico Denz im Zielsprint schlagen konnte. Im weiteren Verlauf wurde er slowenischer Meister im Straßenrennen und gewann eine Etappe bei der Österreich-Rundfahrt. Außerdem konnte er mit 5 Sekunden Vorsprung auf Michael Matthews die Gesamtwertung der BinckBank Tour für sich entscheiden. Wenige Tage später gewann Mohorič im Massensprint die zweite Etappe der Deutschland Tour und übernahm die Führung in der Gesamtwertung, die er bis zum Ziel in Stuttgart verteidigen konnte.

Anfang Oktober 2019 stürzte Mohorič nach Abschluss der zweiten Etappe der Kroatien-Rundfahrt schwer, nachdem ein Mann hinter dem Ziel unvermittelt auf die Straße gerannt war.[3] Er erlitt zwei Rippenbrüche, einen Pneumothorax und eine Einblutung in das Zwerchfell.[4]

2021 stürzte Mohorič bei der 9. Etappe des Giro d’Italia in einer Abfahrt schwer und musste die Rundfahrt aufgeben. Obwohl er mit dem Kopf auf dem Asphalt aufschlug, erlitt er dank seines Helmes keine schwerwiegenden Verletzungen.[5] Bei der anschließenden Tour de France gewann er die siebte und in diesem Jahr längste Etappe aus einer Ausreißergruppe und schließlich in einer 18 km langen Solofahrt, wodurch er nun bei jeder der drei Grand Tours eine Etappe gewonnen hat.[6] Als Siegergeste fuhr er sich, einen Reißverschluss imitierend, mit dem Finger über den Mund.[7] Dies sorgte wegen die Ähnlichkeit mit Lance Armstrongs Geste während der 18. Etappe der Tour de France 2004 und der Dopingrazzia im Hotel seines Teams zwei Tage zuvor für Kontroversen.[8]

Im nächsten Jahr gewann er durch eine Attacke während der letzten Abfahrt Mailand–Sanremo 2022.[9]

ErfolgeBearbeiten

2011
  •   Slowenischer Meister – Einzelzeitfahren (Junioren)
2012
  •   Europameisterschaft – Einzelzeitfahren (Junioren)
  •   Weltmeisterschaft – Einzelzeitfahren (Junioren)
  •   Weltmeister – Straßenrennen (Junioren)
2013
  •   Slowenischer Meister – Einzelzeitfahren (U23)
  •   Weltmeister – Straßenrennen (U23)
2016
  •   Slowenischer Meister – Einzelzeitfahren (U23)
  •   Slowenische Meisterschaft – Einzelzeitfahren
  • eine Etappe Tour of Hainan
2017
2018
2019
2021
2022

Grand-Tour-PlatzierungenBearbeiten

Legende: DNF: did not finish, aufgegeben oder wegen Zeitüberschreitung aus dem Rennen genommen.

WeblinksBearbeiten

Commons: Matej Mohorič – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Barry Ryan: Mohoric content to learn at Garmin-Cannondale. In: Cyclingnews.com. Immediate Media Company Limited, 16. Februar 2015, abgerufen am 20. September 2018 (englisch).
  2. Alasdair Fotheringham: Vuelta a Espana: Former U23 world champion Mohoric nets first WorldTour win. In: Cyclingnews.com. Immediate Media Company Limited, 25. August 2015, abgerufen am 20. September 2018 (englisch).
  3. Matej Mohoric stürzt nach dem Ziel schwer in der 2. Etappe der KroatienRundfahrt 2019. In: radsportseiten.net. Abgerufen am 4. Oktober 2019.
  4. Sturz nach der Ziellinie: CRO Race für Mohoric beendet. In: radsport-news.com. 3. Oktober 2019, abgerufen am 5. Oktober 2019.
  5. Mohoric nach Sturz auf 9. Giro-Etappe im Krankenhaus. In: radsport-news.com. 16. Mai 2021, abgerufen am 9. Juli 2021.
  6. Sebastian Lindner: Mohoric macht auf längster Etappe das Triple voll. In: radsport-news.com. 2. Juli 2021, abgerufen am 9. Juli 2021.
  7. Mohoric: „Wollte damit zeigen, welche Opfer wir bringen müssen“. In: radsport-news.com. Abgerufen am 20. März 2022.
  8. Tour de France: Gesten wie bei Lance Armstrong. In: sueddeutsche.de. 17. Juli 2021, abgerufen am 20. März 2022.
  9. Mohoric triumphiert nach Husarenritt vom Poggio. In: radsport-news.com. 19. März 2022, abgerufen am 20. März 2022.