Tour de France 2022

109. Austragung der Tour de France
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Touren & Cykelbyen 09.jpg
Allgemeines
Ausgabe109. Tour de France
RennserieUCI WorldTour 2022 2.UWT
Etappen21
Datum1. – 24. Juli 2022
Gesamtlänge3.350,1 km
AustragungsländerFRA Frankreich
DEN Dänemark
BEL Belgien
SUI Schweiz
StartKopenhagen
ZielParis
Teams22
Fahrer am Start176
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◀ 20212023
Dokumentation Wikidata-logo S.svg

Die Tour de France 2022 ist die 109. Austragung des wichtigsten Etappenrennens im Straßenradsport. Der Start war am 1. Juli 2022 in Kopenhagen, das Ziel soll am 24. Juli 2022 in Paris sein. Die Grand Tour gehört zur UCI WorldTour 2022.

Teams und FahrerBearbeiten

Nach dem Reglement der Union Cycliste Internationale sind die 18 UCI WorldTeams zum Start berechtigt und verpflichtet. Zudem qualifizierten sich automatisch die beiden besten UCI ProTeams des Vorjahres: Alpecin-Deceuninck (unter dem damaligen Teamnamen Alpecin-Fenix) und Arkéa-Samsic. Der Veranstalter vergab außerdem Wildcards an die französischen ProTeams B&B Hotels-KTM und TotalEnergies.[1] Am 29. Juni wurden die Fahrer im Rahmen einer Teampräsentation vorgestellt, wobei für jedes Team acht Fahrer startberechtigt sind.

WorldTeams (18)
  1.   AG2R Citroën Team
  2.   Astana Qazaqstan
  3.   Bahrain Victorious
  4.   Bora-Hansgrohe
  5.   Cofidis
  6.   EF Education-EasyPost
  7.   Groupama-FDJ
  8.   Ineos Grenadiers
  9.   Intermarché-Wanty-Gobert Matériaux
  10.   Israel-Premier Tech
  11.   Lotto-Soudal
  12.   Movistar Team
  13.   Quick-Step Alpha Vinyl
  14.   Team BikeExchange-Jayco
  15.   Team DSM
  16.   Jumbo-Visma
  17.   Trek-Segafredo
  18.   UAE Team Emirates
ProTeams (4)
  1.   Alpecin-Deceuninck
  2.   Arkéa-Samsic
  3.   B&B Hotels-KTM
  4.   TotalEnergies

Die 176 Teilnehmer stammen aus 27 Nationen. Das größte Kontingent stellt traditionell Frankreich, es nehmen 32 Franzosen an der Rundfahrt teil. Nach Frankreich folgen Belgien mit 18 Fahrern, Italien mit 14, Dänemark und die Niederlande mit jeweils 10 Startern. Neun Rennfahrer kommen jeweils aus Australien, Deutschland und Spanien. Zudem sind sechs Österreicher und vier Schweizer bei der Tour de France 2022 dabei.[2] 40 Fahrer nehmen zum ersten Mal an der Tour de France teil.[3] An der Nachwuchswertung nehmen 27 Sportler teil, rund 15 % des Feldes.

Der am 5. Juli 1982 geborene Philippe Gilbert (Lotto Soudal) ist mit 39 Jahren der älteste Starter der Frankreich-Rundfahrt, er nimmt zum 12. Mal an der Tour de France teil.[4] Imanol Erviti (Movistar Team) und Pierre Rolland (B&B Hotels-KTM) haben mit der 13. Tour-de-France-Teilnahme die meisten Starts aller Fahrer aus dem Feld vorzuweisen.[5] Quinn Simmons aus dem Team Trek-Segafredo ist wiederum der jüngste Fahrer im Teilnehmerfeld, er wurde am 8. Mai 2001 geboren und ist zum Start der Rundfahrt damit 21 Jahre alt.[6] Das höchste Durchschnittsalter aller 22 Mannschaften weist das Team Israel-Premier Tech auf, die Rennfahrer im Tourkader sind dort im Durchschnitt 33 Jahre alt. Das jüngste Team ist die Mannschaft Team DSM mit einem Durchschnittsalter von 26 Jahren.[7] Der durchschnittliche Rennfahrer der Tour de France 2022 ist 29 Jahre alt.[8]

Bei der Frankreich-Rundfahrt 2022 nehmen fünf bisherige Grand-Tour-Sieger teil: Chris Froome, Primož Roglič, Tadej Pogačar, Nairo Quintana, und Geraint Thomas.[9] Außerdem nehmen 41 Fahrer teil, die bei der Tour de France einen Etappensieg erringen konnten. Peter Sagan hat mit 12 Etappensiegen zwischen 2012 und 2019 die meisten Etappen gewonnen. Er liegt vor Chris Froome, der zwischen 2012 und 2017 sieben Etappen gewann, und vor Tadej Pogačar sowie Wout van Aert mit jeweils sechs Etappensiegen.[10]

GesamtklassementBearbeiten

Als Topfavorit auf den Gesamtsieg gelten der Vorjahressieger Tadej Pogačar (UAE Team Emirates) und sein Landsmann Primož Roglič (Jumbo-Visma). Während der Titelverteidiger der unumstrittene Leader in seinem Team ist, muss sich Primož Roglič die Kapitänsrolle mit dem Gesamtzweiten des Vorjahres, dem Dänen Jonas Vingegaard, teilen. Mit Steven Kruijswijk, Sepp Kuss und Wout van Aert können die beiden jedoch auf ein starkes Team bauen. Tadej Pogačar hat in der laufenden Saison mit der UAE Tour und Tirreno–Adriatico zwei Rundfahrten der UCI WorldTour gewinnen können. Zuletzt nutzte er seine Heimatrundfahrt (Slowenien-Rundfahrt), um sich auf die Tour de France vorzubereiten. Auch Primož Roglič hat mit Paris–Nizza und zuletzt dem Critérium du Dauphiné Rundfahrten der höchsten Kategorie gewonnen. Jonas Vingegaard musste sich bei Tirreno–Adriatico nur Tadej Pogačar geschlagen geben und überzeugte als Zweiter beim Critérium du Dauphiné.

Neben den beiden Slowenen stellen auch die Ineos Grenadiers mit Adam Yates, Daniel Felipe Martínez und Geraint Thomas, dem Gesamtsieger von 2018, mehrere Kandidaten auf den Gesamtsieg. Daniel Felipe Martínez gewann im Frühjahr die Baskenland-Rundfahrt, während sich Geraint Thomas vor wenigen Wochen den Gesamtsieg der Tour de Suisse sicherte. Auch das Team Bora-hansgrohe kann auf einen Podestplatz bei der dreiwöchigen Rundfahrt hoffen. Zwar steht der Sieger des Giro d’Italia 2022, Jai Hindley, nicht am Start, doch mit Alexander Wlassow, dem Gewinner der Tour de Romandie stellt das Team einen der konstantesten Fahrer der Saison.

Aus französischer Sicht ruhen die Hoffnungen auf David Gaudu (Groupama-FDJ) und Romain Bardet (DSM), der den Giro d'Italia in aussichtsreicher Position liegend krankheitsbedingt aufgeben musste. Mit dem Australier Ben O’Connor, der für das französische Team AG2R Citroën fährt, befindet sich ein weiterer Fahrer mit Frankreich-Bezug im erweiterten Favoritenkreis.

Weitere Fahrer, die im Kampf um das Gesamtklassement eine Rolle spielen könnten, sind Enric Mas (Movistar), Jack Haig, Damiano Caruso (beide Bahrain Victorious), Jakob Fuglsang, Michael Woods (beide Israel-Premier Tech), Nairo Quintana (Arkéa-Samsic), Rigoberto Urán (EF Education-EasyPost), Guillaume Martin, Ion Izagirre (beide Cofidis), Louis Meintjes (Intermarché-Wanty-Gobert Matériaux), Giulio Ciccone (Trek-Segafredo) und Alexey Lutsenko (Astana Qazaqstan).

Sprint und PunktewertungBearbeiten

Mit Caleb Ewan (Lotto Soudal), Fabio Jakobsen (Quick-Step Alpha Vinyl), Jasper Philipsen (Alpecin-Deceuninck), Dylan Groenewegen (BikeExchange-Jayco), Mads Pedersen (Trek-Segafredo), Alexander Kristoff (Intermarché-Wanty-Gobert Matériaux), Bryan Coquard (Cofidis) und Alberto Dainese (DSM) stehen gleich mehrere ausgewiesene Top-Sprinter am Start. Dazu kommen mit Danny Van Poppel (Bora-hansgrohe) und Hugo Hofstetter (Arkéa-Samsic) weitere mögliche Etappensieger. Im Kampf um das Grüne Trikot ist zudem mit Wout van Aert zu rechnen, der ebenfalls zu den Siegesanwärtern in einem Massensprint zählt. Zwei weitere Fahrer, die Chancen auf den Sieg in der Punktewertung haben sind Michael Matthews (BikeExchange-Jayco), der vor allem im hügligen Terrain gut zurechtkommt, und Peter Sagan (TotalEnergies), der zuletzt mit einem Etappensieg bei der Tour de Suisse aufzeigte. Für Peter Sagan wäre es bereits der achte Sieg in der Sonderwertung. Nicht am Start der Rundfahrt steht Mark Cavendish (Quick-Step Alpha Vinyl), der in der Selektion gegenüber Fabio Jakobsen das Nachsehen hatte und so den Rekord an Tour-de-France-Etappensiegen, den er sich mit Eddy Merckx teilt, nicht verbessern kann.

BergwertungBearbeiten

Wie in den meisten Jahren ist es auch 2022 schwer zu sagen, wer in den Kampf um die Bergwertung eingreifen wird. Meist ergibt sich dieser erst im Verlauf der Rundfahrt, wobei oft Gesamtklassement-Fahrer, die bereits viel Zeit verloren haben, das gepunktete Trikot als neues Ziel anvisieren. Mit Thibaut Pinot (Groupama-FDJ) hat jedoch bereits ein Fahrer Interesse an der Sonderwertung bekundet. Zudem ist damit zu rechnen, dass Fahrer aus kleineren französischen Mannschaften im Kampf um die Bergwertung mitmischen werden. Obwohl es bei der 109. Austragung der Tour de France keine doppelten Punkte auf den Schlussanstiegen geben wird, besteht weiterhin die Möglichkeit, dass das Bergtrikot an einen der besten Gesamtklassement-Fahrer gehen wird.

Weitere interessante und abwesende FahrerBearbeiten

In den beiden Zeitfahren gelten der Weltmeister Filippo Ganna, Wout van Aert, Stefan Küng und Stefan Bissegger als aussichtsreiche Kandidaten auf einen Etappensieg und das erste Gelbe Trikot. Besonders auf dem längeren Zeitfahren der 20. Etappe ist jedoch auch mit dem Olympiasieger Primož Roglič, Tadej Pogačar und Geraint Thomas zu rechnen.

Aufgrund der 5. Etappe, auf der die berühmten Pavé-Sektoren (Kopfsteinpflaster-Abschnitte) absolviert werden, haben viele Mannschaften Klassiker-Spezialisten in ihren Aufstellungen. Fahrer wie der Paris–Roubaix Sieger Dylan van Baarle, der Cyclocross-Weltmeister Thomas Pidcock (beide Ineos Grenadiers), Wout van Aert und Christophe Laporte (beide Jumbo-Visma), werden aller Voraussicht nach jedoch die Aufgabe haben, ihre Team-Leader sicher über das Pflaster zu begleiten. Anders verhält es sich bei dem Sieger der Flandern-Rundfahrt, Mathieu Van der Poel (Alpecin-Deceuninck), der vermutlich auf eigene Interessen fahren darf.

Neben Tadej Pogačar und Geraint Thomas steht mit Chris Froome ein weiterer ehemaliger Tour-Sieger am Start des Rennens. Der Brite konnte nach seinem schwereren Sturz jedoch noch nicht an seine früheren Erfolge anschließen und wird aller Voraussicht nach Helferdienste für seine Kapitäne verrichten. Ebenfalls am Start stehen Matej Mohorič und Dylan Teuns (beide Bahrain-Victorious), die Sieger von Mailand–Sanremo bzw. La Flèche Wallonne. Prominente Nicht-Starter sind der Weltmeister Julian Alaphilippe (Quick-Step Alpha Vinyl)[11], der nach seinem Sturz bei Lüttich–Bastogne–Lüttich noch nicht fit ist, sowie sein Teamkollege Remco Evenepoel, der in Lüttich gewann. Auch der Tour-de-France-Sieger von 2019, Egan Bernal (Ineos Grenadiers), ist nach seinem schweren Trainingssturz Anfang des Jahres noch nicht ins Renngeschehen zurückgekehrt.[12] Mit Richard Carapaz (Ineos Grenadiers), Jai Hindley, Emanuel Buchmann (beide Bora-Hansgrohe), Mikel Landa (Bahrain Victorious), Vincenzo Nibali, Miguel Ángel López (beide Astana Qazaqstan), Alejandro Valverde (Movistar) und Simon Yates (BikeExchange-Jayco) fehlen zudem etliche Gesamtklassement-Fahrer, die den Giro d'Italia vor rund einem Monat bestritten haben.

StreckeBearbeiten

AllgemeinesBearbeiten

Ursprünglich war Kopenhagen als Startort für die Tour de France 2021 vorgesehen. Da die Fußball-Europameisterschaft 2020 jedoch aufgrund der Covid-19-Pandemie um ein Jahr verschoben wurde, mit vier EM-Fußballspielen in der Stadt Kopenhagen, einigten sich der Veranstalter und die Stadt darauf, die Tour 2022 in Kopenhagen starten zu lassen.[13]

Am 14. Oktober 2021 stellte Christian Prudhomme, der Generaldirektor der Tour de France, im Palais des Congrès in Paris die Strecke der Tour de France 2022 vor. Die 109. Tour-de-France-Strecke ist 3328 Kilometer lang und in 21 Etappen unterteilt, sie beinhaltet sechs Flachetappen, sieben hügelige Etappen, sechs Bergetappen und zwei Einzelzeitfahren. Dabei werden auch Abschnitte außerhalb des Mutterlandes Frankreich, in Dänemark, der Schweiz und Belgien, ausgetragen. Die Strecke führt durch vier Gebirge: die Vogesen, die Alpen, das Zentralmassiv und zum Abschluss die Pyrenäen.[14]

Grand DépartBearbeiten

Die ersten drei Etappen der Tour de France 2022 werden in Dänemark stattfinden. Die erste Etappe ist ein Einzelzeitfahren durch die Straßen der dänischen Hauptstadt Kopenhagen, die darauffolgenden zwei Etappen sind zwei Flachetappen zwischen Roskilde und Nyborg sowie zwischen Vejle und Sønderborg. Anschließend wird den Teams ein Ruhetag gewährt, um den Transfer zur französischen Hafenstadt Dunkerque zu ermöglichen.

Erste Woche: Kopfsteinpflaster und erste AnstiegeBearbeiten

Nach einem dem Transfer geschuldeten Ruhetag wird das Rennen in Dunkerque fortgesetzt und führt an der Nordküste entlang nach Calais. Am folgenden fünften Etappen-Tag stehen ca. 20 km der gefürchteten Kopfsteinpflaster-Straßenabschnitte (Pavé) an, die durch das Rennen Paris–Roubaix bekannt sind. Nach einer weiteren hügligen Etappe, die im belgischen Binche gestartet wird, folgt auf der siebten Etappe die erste Bergankunft in den Vogesen auf der Planche des Belles Filles (1140 m). Am folgenden Tag überqueren die Fahrer den Jura und erreichen das Ziel in Lausanne, das sich am Ende einer kurzen Rampe befindet. Die 10. Etappe führt durch die Schweizer Alpen, ehe die Fahrer das Ziel im französischen Châtel erreichen.

Zweite Woche: Alpen und ÜberführungsetappenBearbeiten

Die erste Alpen-Etappe endet auf dem Flugplatz Megève (1460 m). Danach folgen zwei schwere Bergankünfte auf dem Col de Granon (2413 m) und in Alpe d’Huez (1850 m). Auf beiden Etappen wird mit dem Col du Galibier (2642 m) der höchste Punkt des Rennens überquert. Im Anschluss folgen drei hüglige Etappen, die die Fahrer durch das Zentralmassiv in Richtung Westen führen. Auf der 14. Etappe steht mit dem kurzen, aber steilen Anstieg bei Mende eine weitere kleine Bergankunft auf dem Programm.

Dritte Woche: Pyrenäen, Abschlusszeitfahren und Finale in ParisBearbeiten

Nach dem dritten Ruhetag führt die Rundfahrt in die Pyrenäen, wo die Bergfahrer erneut die Möglichkeit bekommen, sich im Gesamtklassement zu positionieren. Nach einer Ankunft in Foix folgen auf der 17. und 18. Etappe Bergankünfte in Peyragudes (1580 m) und Hautacam (1520 m). Danach lässt die Rundfahrt die Berge hinter sich und führt auf einer flachen Etappe ins Département Lot. Die Entscheidung über den Gesamtsieg fällt auf der 20. Etappe, die im Rahmen eines 40 km langen Einzelzeitfahrens in Rocamadour endet. Die letzte Etappe führt die Fahrer traditionell nach Paris, wo die Tour de France auf den Champs-Elysées im Schatten des Arc de Triomphe zu Ende geht.

EtappenlisteBearbeiten

Die folgende Tabelle zeigt die Etappen der Tour de France 2022 mit Datum, Start- und Zielort, Kategorisierung und Etappenlänge. Außerdem sind der Etappensieger und der jeweils Führende in der Gesamtwertung nach der Etappe angegeben. In der ersten Spalte sind die Einzelartikel zu jeder Etappe mit detaillierten Angaben zu Platzierung und Rennverlauf angegeben.

 EtappeDatumEtappenortetypeLänge (km)HöhenmeterEtappen­siegerGesamt­führender
1. Etappe 1. Jul.  Kopenhagen  Kopenhagen13,220 m  Yves Lampaert  Yves Lampaert
2. Etappe 2. Jul.  Roskilde  Nyborg202,21102 m  Fabio Jakobsen  Wout van Aert
3. Etappe 3. Jul.  Vejle  Sønderborg1821285 m  Dylan Groenewegen  Wout van Aert
4. JuliTransfer nach Dunkerque
4. Etappe 5. Jul.DunkerqueCalais171,51796 m  Wout van Aert  Wout van Aert
5. Etappe 6. Jul.LilleTrouée d’Arenberg157537 m
6. Etappe 7. Jul.  BincheLongwy219,92483 m
7. Etappe 8. Jul.TomblainePlanche des Belles Filles176,32532 m
8. Etappe 9. Jul.Dole  Lausanne186,32529 m
9. Etappe 10. Jul.  Aigle VDChâtel192,93695 m
11. Juli1. Ruhetag in MorzineLes Portes du Soleil
10. Etappe 12. Jul.MorzineMegève148,12775 m
11. Etappe 13. Jul.AlbertvilleCol de Granon151,74036 m
12. Etappe 14. Jul.BriançonAlpe d’Huez165,14661 m
13. Etappe 15. Jul.Le Bourg-d’OisansSaint-Étienne192,62114 m
14. Etappe 16. Jul.Saint-ÉtienneMende192,53499 m
15. Etappe 17. Jul.RodezCarcassonne202,52416 m
18. Juli2. Ruhetag in Carcassonne
16. Etappe 19. Jul.CarcassonneFoix178,53422 m
17. Etappe 20. Jul.Saint-GaudensPeyragudes129,73368 m
18. Etappe 21. Jul.LourdesHautacam143,24056 m
19. Etappe 22. Jul.Castelnau-MagnoacCahors188,31326 m
20. Etappe 23. Jul.Lacapelle-MarivalRocamadour40,7442 m
21. Etappe 24. Jul.Paris La Défense ArenaParis115,6614 m

RennverlaufBearbeiten

Das Zeitfahren der 1. Etappe wurde maßgeblich vom Regen beeinflusst, der den ohnehin technischen Parcours in Kopenhagen weiter erschwerte. Unter anderen kam auch der Zeitfahr-Spezialist Stefan Bissegger (EF Education-EasyPost) zu Sturz. Dennoch erreichten alle 176 gestarteten Fahrer das Ziel. Den Etappensieg und das erste Gelbe Trikot sicherte sich überraschend der Belgier Yves Lampaert (Quick-Step Alpha Vinyl), nachdem er den lange Zeit führenden Wout van Aert (Jumbo-Visma) als 105. gestarteter Fahrer noch abfing. Mit Platz drei schuf sich der Titelverteidiger Tadej Pogačar (UAE Team Emirates) eine gute Ausgangssituation, wobei er nur wenig Zeit auf seine größten Herausforderer Jonas Vingegaard und Primož Roglič (beide Jumbo-Visma) herausfuhr. Die meisten anderen Gesamtklassement-Fahrer verloren rund eine halbe Minute auf den Slowenen.[15] Die mit Spannung erwartete 2. Etappe, die über den Großen Belt führte, lieferte nicht die versprochenen Windstaffeln. Der Grund dafür war, dass der Wind meist von vorne kam und so keine Selektion ermöglichte. Zwar kam es im teils hektischen Finale zu mehreren Stürzen, doch diese hatten keine Auswirkung auf die Gesamtwertung. Die Etappe gewann Fabio Jakobsen (Quick-Step Alpha Vinyl) vor Wout van Aert, der aufgrund der Zeitbonifikationen (6 Sekunden) das Gelbe Trikot übernahm.[16] Die 3. Etappe endete erneut in einem Massensprint, in dem sich Dylan Groenewegen (BikeExchange-Jayco) vor Wout van Aert und Jasper Philipsen (Alpecin-Deceuninck) durchsetzte. Wout van Aert baute aufgrund der Bonussekunden, die er als zweitplatzierter erhielt, seinen Vorsprung geringfügig aus.[17]

Nach dem ersten Ruhetag wurde kehrte die Tour de France auf der 4. Etappe nach Frankreich zurück. Auf der letzten Bergwertung des Tages, die rund elf Kilometer vor dem Ziel überquert wurde, setzte sich der Gesamtführende Wout van Aert von den restlichen Fahrern ab und erreichte das Ziel als Solist mit einem Vorsprung von acht Sekunden. Zunächst hatte der Schlussanstieg auch zu kleinen Lücken zwischen den Gesamtklassement Fahrern geführt, diese wurden jedoch auf den letzten Kilometern wieder geschlossen.[18]

Reglement und PreisgeldBearbeiten

Das Rennen wird nach dem Reglement der Union Cycliste Internationale (UCI) für Etappenrennen ausgetragen. Der Veranstalter ASO legt im Einklang hiermit ein Sonderreglement fest, aus dem sich die Höhe der Preisgelder und die Kriterien für die Vergabe der Sonderwertungen ergeben. Die Gesamtwertung und die Mannschaftswertung ergeben sich aus dem Reglement der UCI.[19]

Etappenkoeffizienten und KarenzzeitBearbeiten

Der Veranstalter weist den Etappen sechs Koeffizienten zu, die der Berechnung der Karenzzeit zugrunde gelegt wurden:

  • Koeffizient 1: Etappen ohne besondere Schwierigkeit (2., 3., 19. und 21. Etappe) mit einer Karenzzeit zwischen 4 % bei einer Siegergeschwindigkeit unter 36 km/h und 12 % bei einer Siegergeschwindigkeit über 50 km/h,
  • Koeffizient 2: Etappen mit „hügligem“ Terrain (4., 5., 6., 8., 13 und 15. Etappe) mit einer Karenzzeit zwischen 6 % bei einer Siegergeschwindigkeit unter 35 km/h und 18 % bei einer Siegergeschwindigkeit über 46 km/h,
  • Koeffizient 3: Etappen auf „sehr hügligem“ Terrain (7., 10., 14. und 16. Etappe) mit einer Karenzzeit zwischen 10 % bei einer Siegergeschwindigkeit unter 35 km/h und 20 % bei einer Siegergeschwindigkeit über 44 km/h,
  • Koeffizient 4: sehr schwere Etappen (9. Etappe) mit einer Karenzzeit zwischen 7 % bei einer Siegergeschwindigkeit unter 30 km/h und 18 % bei einer Siegergeschwindigkeit über 40 km/h,
  • Koeffizient 5: sehr schwere, kurze Etappen (11. 12., 17. und 18. Etappe) mit einer Karenzzeit zwischen 10 % bei einer Siegergeschwindigkeit unter 29 km/h und 18 % bei einer Siegergeschwindigkeit über 36 km/h sowie
  • Koeffizient 6: Einzelzeitfahren (1. und 20. Etappe) mit einer Karenzzeit von 25 % der Zeit des Siegers.

Die Jury kann in Ausnahmefällen Fahrer im Rennen belassen, welche die Karenzzeit überschritten haben. Diese Fahrer verlieren jedoch alle in der Punkte- und Bergwertung errungenen Punkte.

Die Etappenkoeffizienten sind auch bedeutend für die Anzahl der bei Etappenankünften vergebenen Punkte in der Punktewertung.

GesamtwertungBearbeiten

Der Führende der Gesamtwertung trägt das Gelbe Trikot (maillot jaune). Die Gesamtwertung ergibt sich wie stets bei internationalen Etappenrennen aus der Addition der gefahrenen Zeiten. Zusätzlich gab es bei den Etappenzielen – außer den Zeitfahretappen – 10, 6 und 4 Sekunden Zeitbonifikation. Im Gegensatz zu den Vorjahren gibt es nach Art. 25 des Reglements keine Zeitbonifikationen bei Bonussprints.

PunktewertungBearbeiten

Der Führende der Punktewertung trägt das Grüne Trikot (maillot vert). Die Punkte für diese Wertung werden bei Etappenzielen entsprechend der Schwierigkeit und Art der Etappe (→Koeffizient) und Zwischensprints wie folgt vergeben:

Platzierung 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15.
2., 3., 4., 5., 6., 8., 13., 15., 19. und 21. Etappe (Koeffizienten 1 und 2) 50 30 20 18 16 14 12 10 8 7 6 5 4 3 2
7., 10., 14. und 16. Etappe (Koeffizient 3) 30 25 22 19 17 15 13 11 9 7 6 5 4 3 2
1., 9., 11. 12., 17., 18. und 20. Etappe (Koeffizienten 4, 5 und 6) 20 17 15 13 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1
Zwischensprints 20 17 15 13 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1

BergwertungBearbeiten

Der Führende der Bergwertung trägt das Gepunktete Trikot (maillot à pois). Die Punkte für diese Wertung werden auf den Überfahrten der vom Veranstalter kategorisierten Anstiege wie folgt vergeben, wobei es im Gegensatz zu den Vorjahren keine Verdopplung der Punkte bei Bergankünften hors categorie mehr gibt:

Platzierung 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8.
Hors Catégorie 20 15 12 10 8 6 4 2
1. Kategorie 10 8 6 4 2 1
2. Kategorie 5 3 2 1
3. Kategorie 2 1
4. Kategorie 1
Souvenir Henri Desgrange
Der erste Fahrer auf dem Gipfel des Col du Galibier (11. Etappe) wird mit dem Souvenir Henri Desgrange ausgezeichnet, das mit einer Prämie verbunden ist. Das Souvenir Jacques Goddet wird nicht mehr vergeben.

NachwuchswertungBearbeiten

Der Führende der Nachwuchswertung trägt das Weiße Trikot (maillot blanc). Die Nachwuchswertung ist identisch zu Gesamtwertung, aber auf die seit dem 1. Januar 1997 geborenen Fahrer beschränkt.

MannschaftswertungBearbeiten

Die Führenden der Mannschaftswertung tragen eine gelbe Rückennummer. Die Mannschaftswertung berechnet sich aus den Zeiten der drei ersten Fahrer eines Teams auf jeder Etappe.

Kämpferischster FahrerBearbeiten

Eine Jury zeichnet am Ende einer Etappe und am Ende der Tour de France einen Fahrer mit der Roten Rückennummer als kämpferischsten Fahrer aus. Ausgenommen sind die Einzelzeitfahren und die Schlussetappe.

PreisgelderBearbeiten

Die Preisgelder belaufen sich auf eine Gesamtsumme von 2.282.000 Euro. Davon werden 1.138.800 Euro für das Gesamtklassement, 601.650 Euro für die Etappenwertungen, 178.800 Euro für die Mannschaftswertung, 128.000 Euro für die Punktewertung, 107.250 Euro für die Bergwertung, 66.500 Euro für die Nachwuchswertung, 56.000 Euro für die Wertungen um den kämpferischsten Fahrer sowie 5.000 Euro für den Gewinner des Souvenir Henri Desgrange verwendet.

Preisgelder für die verschiedenen Wertungen
Platzierung 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8.Anm. Führung
  Gesamtwertung 500.000 € 200.000 € 100.000 € 70.000 € 50.000 € 23.000 € 11.500 € 7600 € 500 €
  Punktewertung 025.000 € 015.000 € 010.000 € 04000 € 03500 € 03000 € 02500 € 2000 € 300 €
  Bergwertung 025.000 € 015.000 € 010.000 € 04000 € 03500 € 03000 € 02500 € 2000 € 300 €
  Nachwuchswertung 020.000 € 015.000 € 010.000 € 05000 € 300 €
  Mannschaftswertung 050.000 € 030.000 € 020.000 € 12.000 € 08000 €
  Kämpferischster Fahrer 020.000 €
Anm. Die Preisgelder der Gesamtwertung sind als einzige bis zum 160. Platz gestaffelt und betragen für jeden Fahrer ab dem 20. Platz 1.000 €. Fahrer ab dem 161. Platz in der Gesamtwertung erhalten kein Preisgeld.
Preisgelder bei den Etappen
Platzierung 1. 2. 3. Anmerkung
Etappenwertung 11.000 € 5500 € 2800 € gestaffelt bis zum 20. Platz (300 €)
Zwischensprints 01500 € 1000 € 0500 € 19 Zwischensprints während der Tour
Bergwertung hors categorie 00800 € 0450 € 0300 € 05 Wertungen während der Tour
Bergwertung Kat. 1 00650 € 0400 € 0150 € 13 Wertungen während der Tour
Bergwertung Kat. 2 00500 € 0250 € 9 Wertungen während der Tour
Bergwertung Kat. 3 00300 € 10 Wertungen während der Tour
Bergwertung Kat. 4 00200 € 23 Wertungen während der Tour
Nachwuchsfahrer 00500 € schnellster Nachwuchsfahrer der Etappe
Kämpferischster Fahrer 0 2000 € ausgenommen Zeitfahren und Schlussetappe
Mannschaft 02800 € schnellste Mannschaft der Etappe

Wertungen im TourverlaufBearbeiten

Die Tabelle zeigt den Führenden in der jeweiligen Wertung bzw. die Träger der Wertungstrikots oder farbigen Rückennummern am Ende der jeweiligen Etappe an. Eine detailliertere Übersicht über die Platzierungen nach einer Etappe bieten die einzelnen Etappenartikel, die in der ersten Spalte verlinkt sind.

Etap­pe  
Gesamt­wertung
 
Punkte­wertung
 
Berg­wertung
 
Nach­wuchs­wertung
 
Team­wertung
 
Kämpfe­rischster Fahrer
1. Belgien  Yves Lampaert (QST) Belgien  Yves Lampaert (QST)(a) nicht vergeben Slowenien  Tadej Pogačar (UAD) Niederlande  Jumbo-Visma nicht vergeben
2. Belgien  Wout van Aert (TJV) Belgien  Wout van Aert (TJV)(b) Danemark  Magnus Cort Nielsen (EFE) Norwegen  Sven Erik Bystrøm (IWG)
3. Danemark  Magnus Cort Nielsen (EFE)
4. Frankreich  Anthony Perez (COF)
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20. nicht vergeben
21.
Sieger
(a) Auf der 2. Etappe trug Wout van Aert (TJV) als Zweiter der Punktewertung das Grüne Trikot in Vertretung von Yves Lampaert (QST) (Gelbes Trikot).
(b) Auf der 3.–5 Etappe trug Fabio Jakobsen (QST) als Zweiter der Punktewertung das Grüne Trikot in Vertretung von Wout van Aert (TJV) (Gelbes Trikot).

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. 18 WorldTeams und vier Zweitdivisionäre – Tour-Feld mit Alpecin, Arkéa, TotalEnergies und B&B Hotels. In: radsport-news.com. 11. Februar 2022, abgerufen am 12. März 2022.
  2. Number of competitors per nation Tour de France 2022. In: procyclingstats.com. Abgerufen am 3. Juli 2022.
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WeblinksBearbeiten

Commons: Tour de France 2022 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien