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Saint-Gaudens (okzitanisch Sent Gaudenç) ist eine südfranzösische Kleinstadt und eine Gemeinde (commune) mit 11.431 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Haute-Garonne in der Region Okzitanien (zuvor Midi-Pyrénées); sie ist Verwaltungssitz des Arrondissements Saint-Gaudens und des Kantons Saint-Gaudens.

Saint-Gaudens
Wappen von Saint-Gaudens
Saint-Gaudens (Frankreich)
Saint-Gaudens
Region Okzitanien
Département Haute-Garonne
Arrondissement Saint-Gaudens
Kanton Saint-Gaudens (Hauptort)
Gemeindeverband Cœur et Coteaux du Comminges
Koordinaten 43° 6′ N, 0° 43′ OKoordinaten: 43° 6′ N, 0° 43′ O
Höhe 338–558 m
Fläche 33,18 km2
Einwohner 11.431 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 345 Einw./km2
Postleitzahl 31800
INSEE-Code
Website Saint-Gaudens

Saint-Gaudens – Kollegiatkirche Saint-Pierre et Saint-Gaudens

Lage und KlimaBearbeiten

Saint-Gaudens liegt am linken Ufer der Garonne in der historischen Provinz Comminges am Fuß der Pyrenäen in einer Höhe von ca. 380 bis 400 m.[1] Die Großstadt Toulouse liegt knapp 95 km (Fahrtstrecke) nordöstlich. Der Pico Aneto, der höchste Berg der Pyrenäen (3404 m), befindet sich ca. 40 km (Luftlinie) südlich. Das Klima ist gemäßigt; Niederschläge (ca. 800 mm/Jahr) fallen übers Jahr verteilt.[2]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1800 1851 1901 1954 1999 2015
Einwohner 4.155 4.692 7.277 8.023 10.845 11.327

Der kontinuierliche Bevölkerungsanstieg seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist im Wesentlichen auf die Landflucht infolge der Reblauskrise im Weinbau und der Mechanisierung der Landwirtschaft zurückzuführen; hinzu kommt die immer noch anhaltende Schließung von bäuerlichen Kleinbetrieben.

WirtschaftBearbeiten

Die Gemeinde ist immer noch in hohem Maße land- und forstwirtschaftlich geprägt; der in früheren Zeiten durchaus bedeutsame Weinbau spielt kaum noch eine Rolle. Im Ort selber haben sich Kleinhändler, Handwerker, Dienstleister und mittelständische Industriebetriebe niedergelassen.

GeschichteBearbeiten

In der Antike führte eine Römerstraße von Toulouse nach Dax in der Nähe vorbei; hier befand sich die Domäne Mansus, die nach der Christianisierung Mas Saint Pierre hieß. Einer Legende zufolge wurde hier im Jahr 475 der von den Westgoten getötete Gaudens begraben. Im 8. Jahrhundert wurde ein ihm geweihtes Kloster gegründet; rundherum entstand ein Dorf, aus dem sich die Stadt entwickelte. Im Jahr 1160 entstand ein Hospital des Johanniterordens. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts war der Ort vorübergehend in die Albigenserproblematik involviert. Unter Heinrich IV. (reg. 1589–1610) kamen die Stadt und ihr Umland in den Besitz der französischen Krondomäne.[3]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Siehe auch: Liste der Monuments historiques in Saint-Gaudens

  • Die Kollegiatkirche St-Pierre-et-St-Gaudens mit angeschlossenem Kreuzgang (cloître) ist eine der bedeutendsten Kirchen im französischen Pyrenäenraum; sie ist bereits seit dem Jahr 1840 als Monument historique aingestuft.[4]
  • Das sogenannte Oratorium Notre-Dame-de-la-Caoue besteht aus einem aufrecht gestellten römischen Sarkophag; es steht angeblich an der Stelle, an welcher der hl. Gaudens das Martyrium erlitten hat. Es ist seit 1929 als Monument historique anerkannt.[5]
  • Chapelle Saint-Jacques
  • steinerne Markthalle aus dem Jahr 1830, Monument historique seit 1929.[6]

PersönlichkeitenBearbeiten

StädtepartnerschaftenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Le Patrimoine des Communes de la Haute-Garonne. Flohic Editions, Band 2, Paris 2000, ISBN 2-84234-081-7, S. 1357–1376.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Saint-Gaudens – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Saint-Gaudens – Karte mit Höhenangaben
  2. Saint-Gaudens – Klimatabellen
  3. Saint-Gaudens – Geschichte + Sehenswürdigkeiten
  4. Saint-Gaudens – Kollegiatkirche Saint-Pierre et Saint-Gaudens in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  5. Saint-Gaudens – Oratorium Notre-Dame-de-la-Caoue in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  6. Saint-Gaudens – Halle in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)