Dylan Groenewegen

niederländischer Radrennfahrer

Dylan Groenewegen (* 21. Juni 1993 in Amsterdam) ist ein niederländischer Radrennfahrer.

Dylan Groenewegen Straßenradsport
Dylan Groenewegen (2016)
Dylan Groenewegen (2016)
Zur Person
Geburtsdatum 21. Juni 1993
Nation NiederlandeNiederlande Niederlande
Disziplin Straße
Fahrertyp Sprinter
Zum Team
Aktuelles Team Jumbo-Visma
Funktion Fahrer
Internationale Team(s)
2012–2014
2015
2016–
Cyclingteam de Rijke
Roompot Oranje Peloton
Lotto NL / Jumbo-Visma
Wichtigste Erfolge

Driedaagse Brugge-De Panne 2019
vier Etappen Tour de France 2017, 2018, 2019

Letzte Aktualisierung: 9. September 2019

BiographieBearbeiten

Familie und HintergrundBearbeiten

Dylan Groenwegen ist ein Enkel des renommierten niederländischen Rahmenbauers Ko Zieleman, der unter anderem Räder für die niederländischen Radrennfahrer Hennie Kuiper und Leo van Vliet baute. Schon dessen Vater baute ab 1928 Räder in seinem Fahrradgeschäft in der Amsterdamer Rivierenbuurt. Groenewegen wuchs in dem Gebäudekomplex am Merwedeplein auf, in dem Anne Frank mit ihrer Familie wohnte. Das Fahrradgeschäft wird heute (Stand 2017) in dritter Generation von Dylan Groenewegens Vater Gerrie geführt.[1] Dylan Groenewegen bestritt sein erstes Radrennen im Alter von sieben Jahren auf einem maßgebauten Rennrad seines Großvaters.[2]

Sportliche LaufbahnBearbeiten

Nachdem Dylan Groenewegen 2013 bei der Flandern-Rundfahrt der Klasse U23 Zweiter hinter Rick Zabel geworden war, gelang es ihm im Jahr darauf, dieses Rennen in der U23-Kategorie für sich zu entscheiden, was seinen ersten größeren Erfolg bedeutete.

Im Erwachsenenbereich schloss er sich 2012 dem UCI Continental Team Cyclingteam de Rijke-Shanks an und konnte 2013 mit einer Etappe der Nordholland-Rundfahrt seinen ersten internationalen Eliteerfolg erzielen. 2015 gewann er für das UCI Professional Continental Team Roompot Oranje Peloton nach Fotofinish das traditionsreiche Rennen Brussels Cycling Classic vor Roy Jans und Tom Boonen.[3]

Zur Saison 2016 wechselte Groenwegen zum UCI WorldTeam Lotto NL-Jumbo. In der ersten Hälfte des Jahres 2016 beeindruckte Groenewegen mit mehreren Erfolgen, darunter ein Sieg beim Heistse Pijl, den er trotz eines Reifendefekts im Sprint für sich entschied[4] und der niederländischen Straßenmeisterschaft. Bei der Tour de France 2017 gewann Groenewegen in einem lang gezogenen Sprint die Abschlussetappe und erzielte damit seinen bis dahin größten Erfolg.[5] Auf der 7. Etappe der Tour de France 2018 wiederholte er diesen Sprintsieg auf einer ansteigenden Zielgeraden.[6] Zwei weitere Tour-de-France-Etappensoege gelangen ihm 2018, ein weiterer 2019. Außerdem gelang ihm mit dem Sieg bei Driedaagse Brugge-De Panne 2019 sein erster Erfolg bei einem Eintagesrennen der UCI WorldTour.

Im Zielspurt der ersten Etappe der Polen-Rundfahrt am 5. August 2020 in Katowice drängte Groenewegen seinen Landsmann Fabio Jakobsen bei 80 km/h in die Absperrgitter, woraufhin beide stürzten und einen Massensturz auslösten. Jakobsen verletzte sich lebensgefährlich, und Groenewegen selbst brach sich das Schlüsselbein.[7] Der Spanier Eduard Prades sowie die Franzosen Marc Sarreau und Damien Touzé mussten ebenfalls ins Krankenhaus. Auch ein Fotograf sowie ein Offizieller wurden verletzt.[8] Groenewegen wurde disqualifiziert, Jakobsen zum Sieger erklärt.[9] Über die Disqualifikation hinaus suspendierte ihn sein Team Jumbo-Visma auf unbestimmte Zeit und der Weltradsportverband UCI leitete ein Disziplinarverfahren gegen Groenewegen ein.[10] Im November 2020 wurde Groenewegen wegen dieses Vorfalls für neun Monate rückwirkend von der UCI gesperrt. Er kommentierte diese Sperre: „Der Sturz auf der ersten Etappe der Polen-Rundfahrt wird für immer ein schwarzes Kapitel in meiner Karriere bleiben. […] Es tut mir leid, weil ich ein fairer Sprinter sein möchte. Die Folgen waren sehr unglücklich und schwerwiegend. Ich bin mir dessen sehr bewusst und hoffe, dass dies eine kluge Lektion für jeden Sprinter ist.“[11] Da Groenewegen Morddrohungen erhielt, erhielt er zwischenzeitlich Polizeischutz.[12] Im Vorfeld seines ersten Rennens nach der Sperre, dem Giro d’Italia 2021, traf er sich mit Jakobsen. Jakobsen dementierte Groenewegens Darstellung, er habe sich persönlich entschuldigt.[13]

ErfolgeBearbeiten

2011
  • Driedaagse van Axel (Junioren)
  • Aubel–Thimister–La Gleize (Junioren)
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021

Grand-Tour-PlatzierungenBearbeiten

Legende: DNF: did not finish, aufgegeben oder wegen Zeitüberschreitung aus dem Rennen genommen.

WeblinksBearbeiten

Commons: Dylan Groenewegen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Femke Hoogland: De Winkel voor grote en kleine Kampioenen. In: uitgeverijdemuur.nl. 16. Dezember 2016, abgerufen am 30. Juni 2019 (niederländisch).
  2. Erik Raschke: Dylan Groenewegen: Charging through the chaos while holding tightly to the past – CyclingTips. In: cyclingtips.com. 24. Juli 2017, abgerufen am 30. Juni 2019 (englisch).
  3. Door: Nu.nl: Groenewegen wint Brussels Cycling Classic na fotofinish. In: nu.nl. 5. September 2015, abgerufen am 13. Juni 2016.
  4. Groenewegen wint met lekke band. In: nos.nl. 4. Juni 2016, abgerufen am 13. Juni 2016 (niederländisch).
  5. Groenewegen beendet auf den Champs-Élysees die deutsche Serie. radsport-news.com, 23. Juli 2017, abgerufen am 23. Juli 2017.
  6. Groenewegen bringt in Chartres seine Kritiker zum Verstummen. In: radsport-news.com. 13. Juli 2018, abgerufen am 13. Juli 2018.
  7. Jakobsen bricht sich alle Gesichtsknochen. In: n-tv.de. Abgerufen am 7. August 2020.
  8. Antje Windmann: Ex-Sprinter Kittel über Sturz in Polen: "So was habe ich in meiner Karriere noch nie gesehen". In: Spiegel Online. 6. August 2020, abgerufen am 7. August 2020.
  9. ORF at/Agenturen red: RNiederländer nach Horrorsturz im Koma. 5. August 2020, abgerufen am 6. August 2020.
  10. Felix Mathis: UCI leitet Disziplinarverfahren gegen Groenewegen ein –. In: radsport-news.com. 5. August 2020, abgerufen am 6. August 2020.
  11. Neun Monate Sperre für Groenewegen. In: rad-net.de. 11. November 2020, abgerufen am 11. November 2020.
  12. Groenewegen brauchte nach Jakobsen-Unglück Polizeischutz. In: radsport-news.com. 26. Januar 2021, abgerufen am 9. Mai 2021.
  13. Groenewegen und Jakobsen noch längst nicht versöhnt. In: radsport-news.com. 9. Mai 2021, abgerufen am 9. Mai 2021.