Auslandsetappen der Tour de France

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In der über 100-jährigen Geschichte der Tour de France verging kaum ein Jahr, in dem ihr Verlauf nicht die Grenzen Frankreichs überschritt. Die Auslandsetappen der Tour de France sind unten aufgeführt. Die Liste ist auf dem aktuellen Stand nach der Tour de France 2023.

Hintergründe Bearbeiten

Das Verhältnis der Tour de France zum Ausland lässt sich in drei Phasen gliedern, die in engem Zusammenhang mit der Organisation der Tour im Rahmen der technischen Möglichkeiten sowie im politischen Kontext zu sehen sind.

Anfangsjahre: Tour entlang der Grenzen Bearbeiten

Typischer Verlauf der Tour vor dem Ersten Weltkrieg (1911). Auf der Etappe von Belfort nach Chamonix wird Genf passiert.

In den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg wurden im Ausland nur wenige grenznahe Orte besucht. Dafür gab es mehrere Gründe:

  • Die Tour de France war getreu ihres Namens als Rundfahrt mit Start und Ziel in Paris konzipiert, deren Parcours die Grenzen des „Hexagons“ nachzeichnete und von Jahr zu Jahr nur wenig Änderung erfuhr. Sie war nicht nur Sportereignis, sondern nationales Symbol und gewann schnell staatliche Unterstützung: ein ministerielles Rundschreiben von 1912 wies etwa die Bürgermeister an, die Tour in jeder Hinsicht zu unterstützen, wobei die Stärkung des Nationalbewusstseins zugunsten der Armee und des Landes hervorgehoben wurde.[1]
  • Es gab einen kontinuierlichen Streckenverlauf: jede Etappe begann, wo die vorige geendet hatte, schon aus logistischen Gründen.[A 1] Von 1911 bis 1929 hatten alle Ausgaben der Tour Gesamtdistanzen von über 5000 Kilometern. Die meisten Etappen waren über 300 Kilometer lang und wurden mitten in der Nacht gestartet. Eine noch längere Tour über die Grenzen Frankreichs hinaus hätte auch sportlich den Rahmen überspannt.

Besonderes Interesse zeigte die Tour-Leitung an einer Einbindung von Elsass-Lothringen. So wurde auf der zweiten Etappe 1906 mit Metz erstmals ein ausländischer Ort passiert, der von 1907 bis 1910 auch erster Etappenort außerhalb Frankreichs wurde. Ab 1907 durchquerte die Tour regelmäßig Genf und ab 1920 Monaco. Genf war in dieser Zeit achtmal Etappenort, Monaco einmal 1939.

Nachkriegszeit: Europäisierung der Tour Bearbeiten

Kontinuierlicher Verlauf mit Start in Brest, mehreren Passagen durchs nahe Ausland sowie durchs Landesinnere (1952).

Nach dem Krieg wurde die Organisation der Tour unter neue Leitung gestellt. Zum Wiederbeginn 1947 schrieb Tour-Direktor Jacques Goddet, die Tour vermittle eine Botschaft des Friedens und der Brüderlichkeit.[2] Diese Einstellung spiegelte sich in einem geänderten Tour-Verlauf wieder, der verstärkt das Ausland aufsuchte. Bereits 1947 wurden mit Brüssel und Luxemburg erstmals ausländische Hauptstädte zu Etappenorten, und 1949 fand mit AostaLausanne eine erste Etappe komplett außerhalb Frankreichs statt. Zunächst wurden französischsprachige Regionen sowie das unter französischer Kontrolle stehende Saarland bevorzugt.

Eine neue Phase wurde 1951 eingeleitet. Der Tourstart war von nun an jedes Jahr in einer anderen Stadt.[A 2] Dies ermöglichte einen variablen Streckenverlauf, der die Regionen im französischen Landesinneren und das Ausland stärker einbezog. Weitere Anstöße kamen durch die Konkurrenz neuer, internationaler Radrennen wie der Friedensfahrt im Osten Europas und der Tour d’Europe im Westen. Die Tour de France startete 1954 mit Amsterdam erstmals im Ausland, zugleich ein erster Schritt über die direkten Nachbarländer Frankreichs hinaus.

Die Inhaber der Tour und des Giro d’Italia kauften in der Folge die Rechte an der kommerziell nicht erfolgreichen Tour d’Europe auf, die Tour nahm gar kurzzeitig den Namen Tour de France et d’Europe an.[3] Wenngleich eine weitergehende Europäisierung der Tour unterblieb, hebt diese immer wieder Aspekte europäischer Einigung hervor: 1974 wurde mit einem Abstecher über den Ärmelkanal der im Jahr zuvor erfolgte EG-Beitritt des Vereinigten Königreichs gefeiert; im Jahr des Maastricht-Vertrags standen 1992 Etappenorte in jedem der sechs EG-Nachbarländer Frankreichs auf dem Programm. 2017 wurde der Besuch Deutschlands, Belgiens und Luxemburgs mit dem 50-jährigen Bestehen des EG-Fusionsvertrags begründet und mit der Grenzüberquerung bei Schengen die Bewegungsfreiheit innerhalb Europas bekräftigt.[4]

Ab 1970: Zerrissener Tourverlauf Bearbeiten

Parcours mit zahlreichen Unterbrechungen; Start in Großbritannien, Abstecher nach Belgien und Spanien (2014).

Eine weitere Phase trat Anfang der 1970er Jahre ein. Zuvor war der Ankunftsort einer Etappe in der Regel auch Startort der nächsten gewesen; Ausnahmen waren rar und auf kurze Transfers beschränkt. Dies änderte sich spätestens 1971, als die Fahrer erstmals das Flugzeug benutzten, von Marseille nach Albi.[5] Die Gründe waren auch hier vielfältig:

  • Die Mannschaften hatten zunehmend bessere finanzielle und logistische Möglichkeiten, die Transfers der Fahrer zu organisieren.
  • Mit der Benutzung des Flugzeugs, des Hochgeschwindigkeitszugs TGV (1980er Jahre) oder des Eurotunnels (1994) demonstrierte die Tour ihre eigene Modernität sowie die des Landes.
  • Um die Tour bei zunehmender Live-Berichterstattung interessant zu halten, sollten sportlich uninteressante Abschnitte übergangen werden.[6]
  • Durch die Aufspaltung von Start- und Zielorten ließen sich die Einnahmen der Tour maximieren, da die Etappenorte bereit waren, für die mit der Tour verbundene Publizität zu bezahlen; pro Jahr gibt es bis zu 300 Bewerbungen potenzieller Etappenorte.[7]

Für das Ausland ergaben sich durch den flexibleren Parcours neue Möglichkeiten. Neben den schon erwähnten Ausflügen über den Ärmelkanal (1974 und 1994) konnten Tourstarts nun weit entfernt stattfinden, um anschließend einen größeren Transfer nach Frankreich zu machen. In diesem Zusammenhang sind die Starts in West-Berlin (1987), Dublin (1998), London (2007), Leeds (2014) und Kopenhagen (2022) zu sehen. Nicht zuletzt feiert die Tour auf diese Weise ihre eigene Geschichte, etwa mit dem Start in Brüssel 2019 zum 50-jährigen Jubiläum des siegreichen Tour-Debüts von Eddy Merckx.

Erweiterungen nach Übersee stehen bislang der immense logistische Aufwand sowie Bedenken bezüglich der Nachhaltigkeit entgegen. Bewerbungen aus Katar oder Tokio zur 100. Tour-Austragung 2013 wurden abschlägig beschieden, die Tour besuchte stattdessen erstmals Korsika.[8] In einer Publikation der Tour von 2013 wurde über zukünftige Starts in Nordafrika spekuliert,[9] auch Pläne über Nordamerika zirkulierten immer wieder.[10] 2023 kündigte der Radsport-Weltverband UCI an, derartige Vorhaben zukünftig aus Gründen der Nachhaltigkeit zu unterbinden.[11] Konkret geplant ist der Start 2024 in Italien (Florenz) mit einer Passage durch San Marino.[12]

Statistiken Bearbeiten

Die Tour 1992 machte Etappe in sechs EU-Partnerländern.

Bis einschließlich der Austragung 2023 hat die Tour 12 Länder außerhalb Frankreichs besucht, und zwar seine acht Nachbarländer, dazu Irland, Großbritannien, die Niederlande und Dänemark. Am häufigsten waren Belgien und die Schweiz Gastgeber der Tour, jeweils über 50 Mal. Der Auftakt der Tour fand bislang 25 Mal im Ausland statt, und zwar in allen Ländern außer Andorra und Italien.

Die meisten Länder bei einer Tour (sechs außer Frankreich) wurden 1948, 1964 und 1992 besucht. Nur 1992 hatten alle diese Länder auch einen Etappenort; es handelte sich um Partnerländer Frankreichs im Vertrag von Maastricht, der in jenem Jahr unterzeichnet worden war.

Von bisher 109 Austragungen der Tour fanden nur acht ohne Auslandsbeteiligung statt.

Insgesamt gab es bei allen bisherigen Ausgaben 2362 Etappen, inklusive Prologen und Halbetappen.[14] Von diesen verliefen 100 Etappen ganz und 283 Etappen teilweise im Ausland.

Die 8. Etappe der Tour de France 1970 überquerte die meisten Landesgrenzen (vier) und besuchte die meisten verschiedenen Länder (ebenfalls vier). Sie verlief vom belgischen Ciney durch Luxemburg in den deutschen Ort Perl, von dort nach Frankreich, um im deutschen Felsberg zu enden. Ebenfalls vier Landesgrenzen bei nur drei verschiedenen Ländern waren es auf der 6. Etappe der Tour de France 1967 von Jambes nach Metz.

Die häufigsten Etappenorte im Ausland waren Brüssel und Lüttich (je 11 Mal) und Genf (10 Mal). Die Aufenthalte in den mit Brüssel verwachsenen und zur Region Brüssel-Hauptstadt gehörenden Vororten Forest, Sint-Pieters-Woluwe und Molenbeek sind hierbei nicht eingerechnet. Brüssel, Lüttich und Luxemburg sind die einzigen Orte außerhalb Frankreichs, die zweimal den Grand Départ veranstaltet haben. Genf wurde zudem über 20 Mal ohne Etappenhalt durchquert (siehe unten) und dürfte die am häufigsten vom Tourverlauf berührte Stadt außerhalb Frankreichs sein.

Liste der Auslandsetappen Bearbeiten

Grand Départ 2019 in Brüssel

Die untenstehende Liste führt diejenigen Tour-Etappen auf, die sich ganz oder teilweise außerhalb Frankreichs abspielten. Sie ist nach Ländern gegliedert; Etappen, an denen mehrere Länder außerhalb Frankreichs beteiligt waren, sind daher mehrfach aufgeführt.

Auf eine detaillierte Darstellung des Etappenverlaufs wurde verzichtet, dieser ist besser in den Artikeln zu den einzelnen Tour-Ausgaben bzw. in den einschlägigen Quellen ersichtlich. Die Spalte Bemerkungen enthält insbesondere folgende Angaben:

  • Spezielle Austragungsformen: Prolog, Einzelzeitfahren oder Mannschaftszeitfahren
  • So eine Etappe den Auftakt zur Tour bildete, ist dies mit Grand Départ vermerkt.
  • Bei identischem Start- und Zielort ist angegeben, ob und wie weit die Etappe über diesen Ort hinaus ging.
  • Bei mehrfachen Grenzüberschreitungen sind die markantesten Orte in den durchquerten Ländern angegeben.

Im Abschnitt über ein gegebenes Land A kennzeichnet die Hintergrundfarbe einer Zeile folgende Eigenschaften:

Etappenziel in Land A nach Start in einem anderen Land.
Etappenstart in Land A, Ziel in einem anderen Land.
Die gesamte Etappe war in Land A.
Start und Ziel, aber nicht die gesamte Etappe waren in Land A.
Teile der Etappe, aber weder Start noch Ziel waren in Land A.

Andorra Bearbeiten

Fahrer in den andorranischen Bergen auf der 15. Etappe 2021.

Einzige Straßenverbindung zwischen Andorra und Frankreich ist der Port d’Envalira, der demzufolge bei jedem Besuch Andorras mindestens einmal befahren wurde. Die Straße über den Pass wurde Anfang der 1930er Jahre gebaut. Doch erst als sich in den 1960er Jahren der Tourismus in Andorra zu entwickeln begann, gab es genügend Hotelkapazitäten, um eine Tourankunft logistisch zu ermöglichen.

Bedeutung für den deutschen Radsport hatte die Bergankunft in Arcalís auf der Tour 1997, bei der Jan Ullrich auf dem Weg zum Toursieg das Gelbe Trikot übernahm.

Jahr Etappe Start Ziel Bemerkung
1964 13 Frankreich Perpignan Andorra Andorra la Vella
14 Andorra Andorra la Vella Frankreich Toulouse
1968 13 Frankreich Saint-Gaudens Spanien La Seu d’Urgell über Andorra Andorra la Vella
1974 15 Frankreich Colomiers Spanien La Seu d’Urgell über Andorra Andorra la Vella
1993 15 Frankreich Perpignan Andorra La Massana
16 Andorra Andorra la Vella Frankreich Pla d’Adet über Spanien Port de la Bonaigua
1997 10 Frankreich Luchon Andorra Arcalís
11 Andorra Andorra la Vella Frankreich Perpignan
2009 7 Spanien Barcelona Andorra Arcalís
8 Andorra Andorra la Vella Frankreich Saint-Girons
2016 9 Spanien Vielha e Mijaran Andorra Arcalís
10 Andorra Escaldes-Engordany Frankreich Revel
2021 15 Frankreich Céret Andorra Andorra la Vella
16 Andorra Pas de la Casa Frankreich Saint-Gaudens

Belgien Bearbeiten

Die Menenpoort in Ypern, hier bei der Tour 2014, ist auch Wahrzeichen von Gent–Wevelgem.

Belgien ist nach Frankreich die erfolgreichste Nation in der Tour de France, sowohl nach Etappensiegen als nach Gesamtsiegen.[14] Schon bis 1939 errangen die Fahrer des Landes zwölfmal den Gesamtsieg. Seit der „Europäisierung“ der Tour ist Belgien dann auch neben Frankreich das am engsten mit der Tour verknüpfte Land geworden:

1947 war Brüssel als erste ausländische Hauptstadt Etappenort. In den folgenden 35 Jahren gab es mit einer Ausnahme (1972) jedes Jahr ein Gastspiel in Belgien, mittlerweile sind es 51 geworden. Im Gegensatz zur Schweiz, das die Tour 54 Mal passierte, legten die Fahrer bei fast jedem Besuch in Belgien eine längere Strecke im Land zurück. Auch wenn es keine offiziellen Statistik darüber gibt, dürfte Belgien also das Land sein, in dem die Tour (nach Frankreich) die meisten Kilometer zurücklegte. Wäre Belgien ein französisches Département, so läge es nach Etappenstarts und -ankünften an sechster Stelle, wobei die Etappenorte in ganz Belgien verteilt sind.[15] Fünfmal veranstaltete Belgien den Grand Départ, in Brüssel (1958, 2019), Charleroi (1975) und Lüttich (2004, 2012).

Der Streckenverlauf der Tour zitiert des Öfteren die belgischen Klassiker, etwa mit der Mauer von Huy (2015), der Mauer von Geraardsbergen (2004, 2019) oder den Strecken von Lüttich–Bastogne–Lüttich (1980, 1995) und Gent–Wevelgem (2014). In einer dreiwöchigen Rundfahrt können diese Schwierigkeiten jedoch keine entscheidende Rolle spielen.

Jahr Etappe Start Ziel Bemerkung
1947 2 Frankreich Lille Belgien Brüssel
3 Belgien Brüssel Luxemburg Luxemburg über Frankreich Charleville
1948 19 Frankreich Metz Belgien Lüttich über Luxemburg Luxemburg-Stadt
20 Belgien Lüttich Frankreich Roubaix
1949 2 Frankreich Reims Belgien Brüssel
3 Belgien Brüssel Frankreich Boulogne-sur-Mer
1950 2 Frankreich Metz Belgien Lüttich über Luxemburg Luxemburg-Stadt
3 Belgien Lüttich Frankreich Lille
1951 2 Frankreich Reims Belgien Gent
3 Belgien Gent Frankreich Le Tréport
1952 5 Frankreich Roubaix Belgien Namur
6 Belgien Namur Frankreich Metz
1953 2 Frankreich Metz Belgien Lüttich über Luxemburg Luxemburg-Stadt
3 Belgien Lüttich Frankreich Lille
1954 1 Niederlande Amsterdam Belgien Brasschaat
2 Belgien Antwerpen Frankreich Lille
1955 3 Frankreich Roubaix Belgien Namur
4 Belgien Namur Frankreich Metz über Luxemburg Esch
1956 1 Frankreich Reims Belgien Lüttich
2 Belgien Lüttich Frankreich Lille
1957 5 Frankreich Roubaix Belgien Charleroi
6 Belgien Charleroi Frankreich Metz
1958 1 Belgien Brüssel Belgien Gent Grand Départ
2 Belgien Gent Frankreich Dünkirchen über Niederlande Sluis und Belgien Brügge
1959 2 Frankreich Metz Belgien Namur über Luxemburg Luxemburg-Stadt
3 Belgien Namur Frankreich Roubaix
1960 1a Frankreich Lille Belgien Brüssel
1b Belgien Brüssel Belgien Brüssel Einzelzeitfahren vor Ort
2 Belgien Brüssel Frankreich Dünkirchen
1961 3 Frankreich Roubaix Belgien Charleroi
4 Belgien Charleroi Frankreich Metz über Frankreich Givet und Belgien Beauraing
1962 1 Frankreich Nancy Belgien Spa über Luxemburg Luxemburg-Stadt
2a Belgien Spa Belgien Herentals
2b Belgien Herentals Belgien Herentals Mannschaftszeitfahren vor Ort
3 Belgien Brüssel Frankreich Amiens
1963 2a Frankreich Reims Belgien Jambes
2b Belgien Jambes Belgien Jambes Mannschaftszeitfahren vor Ort
3 Belgien Jambes Frankreich Roubaix
1964 3a Frankreich Amiens Belgien Forest
3b Belgien Forest Belgien Forest Mannschaftszeitfahren vor Ort
4 Belgien Forest Frankreich Metz über Luxemburg Luxemburg-Stadt
1965 1a Deutschland Köln Belgien Lüttich
1b Belgien Lüttich Belgien Lüttich Mannschaftszeitfahren vor Ort
2 Belgien Lüttich Frankreich Roubaix
1966 2 Frankreich Charleville Belgien Tournai
3a Belgien Tournai Belgien Tournai Mannschaftszeitfahren vor Ort
3b Belgien Tournai Frankreich Dünkirchen
1967 5a Frankreich Roubaix Belgien Jambes
5b Belgien Jambes Belgien Jambes Mannschaftszeitfahren vor Ort
6 Belgien Jambes Frankreich Metz über Luxemburg Arsdorf, Belgien Arlon und Luxemburg Luxemburg-Stadt
1968 2 Belgien Arlon Belgien Forest
3a Belgien Forest Belgien Forest Mannschaftszeitfahren vor Ort
3b Belgien Forest Frankreich Roubaix
1969 1a Frankreich Roubaix Belgien Sint-Pieters-Woluwe
1b Belgien Sint-Pieters-Woluwe Belgien Sint-Pieters-Woluwe Mannschaftszeitfahren vor Ort
2 Belgien Sint-Pieters-Woluwe Niederlande Maastricht
3 Niederlande Maastricht Frankreich Charleville-Mézières über Belgien Verviers und Marche-en-Famenne
1970 7a Frankreich Valenciennes Belgien Forest
7b Belgien Forest Belgien Forest Einzelzeitfahren vor Ort
8 Belgien Ciney Deutschland Felsberg über Luxemburg Schengen, Deutschland Perl und Frankreich Apach
1971 4 Frankreich Nancy Belgien Marche-en-Famenne
5 Belgien Dinant Frankreich Roubaix
1973 1b Niederlande Rotterdam Belgien Sint-Niklaas
2a Belgien Sint-Niklaas Belgien Sint-Niklaas Mannschaftszeitfahren vor Ort
2b Belgien Sint-Niklaas Frankreich Roubaix
1974 6a Frankreich Dieppe Belgien Harelbeke
6b Belgien Harelbeke Belgien Harelbeke Mannschaftszeitfahren vor Ort
7 Belgien Mons Frankreich Châlons-en-Champagne
1975 P Belgien Charleroi Belgien Charleroi Grand Départ (Prolog)
1a Belgien Charleroi Belgien Molenbeek
1b Belgien Molenbeek Frankreich Roubaix
1976 4 Frankreich Le Touquet-Paris-Plage Belgien Bornem
5a Belgien Leuven Belgien Leuven Mannschaftszeitfahren vor Ort
5b Belgien Leuven Belgien Verviers
6 Belgien Bastogne Frankreich Nancy
1977 12 Frankreich Roubaix Belgien Charleroi
1978 1b Niederlande Sint-Willebrord Belgien Brüssel
2 Belgien Brüssel Frankreich Saint-Amand-les-Eaux
1979 10 Frankreich Roubaix Belgien Brüssel
11 Belgien Brüssel Belgien Brüssel Einzelzeitfahren vor Ort
12 Belgien Rochefort Frankreich Metz
1980 3 Frankreich Metz Belgien Lüttich über Belgien Arlon und Luxemburg Diekirch
4 Belgien Francorchamps Belgien Francorchamps Einzelzeitfahren nach Spa und zurück
5 Belgien Lüttich Frankreich Lille
1981 12a Frankreich Roubaix Belgien Brüssel
12b Belgien Brüssel Belgien Zolder
13 Belgien Beringen Belgien Hasselt
1982 4 Belgien Beauraing Belgien Mouscron über Frankreich Givet
6 Frankreich Lille Frankreich Lille Etappe nach Béthune, Belgien Menen, Tournai und zurück
1989 3 Luxemburg Luxemburg Belgien Spa-Francorchamps
4 Belgien Lüttich Frankreich Wasquehal
1992 6 Frankreich Roubaix Belgien Brüssel
7 Belgien Brüssel Niederlande Valkenburg
1994 2 Frankreich Roubaix Frankreich Boulogne-sur-Mer über Belgien Ypern
1995 6 Frankreich Dünkirchen Belgien Charleroi
7 Belgien Charleroi Belgien Lüttich
8 Belgien Huy Belgien Seraing Einzelzeitfahren
1996 2 Niederlande ’s-Hertogenbosch Frankreich Wasquehal über Belgien Antwerpen und Gent
2001 2 Frankreich Calais Belgien Antwerpen
3 Belgien Antwerpen Belgien Seraing
4 Belgien Huy Frankreich Verdun
2004 P Belgien Lüttich Belgien Lüttich Grand Départ (Prolog)
1 Belgien Lüttich Belgien Charleroi
2 Belgien Charleroi Belgien Namur über Frankreich Bavay und Avesnes-sur-Helpe
3 Belgien Waterloo Frankreich Wasquehal
2006 3 Luxemburg Esch Niederlande Valkenburg über Belgien Spa
4 Belgien Huy Frankreich Saint-Quentin
2007 2 Frankreich Dünkirchen Belgien Gent
3 Belgien Waregem Frankreich Compiègne
2010 1 Niederlande Rotterdam Belgien Brüssel
2 Belgien Brüssel Belgien Spa
3 Belgien Wanze Frankreich Wallers
2012 P Belgien Lüttich Belgien Lüttich Grand Départ (Prolog)
1 Belgien Lüttich Belgien Seraing
2 Belgien Visé Belgien Tournai
2014 4 Frankreich Le Touquet-Paris-Plage Frankreich Lille über Belgien Grenzstation Calicannes
5 Belgien Ypern Frankreich Wallers
2015 3 Belgien Antwerpen Belgien Huy
4 Belgien Seraing Frankreich Cambrai
2017 2 Deutschland Düsseldorf Belgien Lüttich
3 Belgien Verviers Frankreich Longwy über Luxemburg Wiltz und Esch
2019 1 Belgien Brüssel Belgien Brüssel Grand Départ, Etappe nach Charleroi und zurück
2 Belgien Brüssel Belgien Brüssel Mannschaftszeitfahren vor Ort
3 Belgien Binche Frankreich Épernay
2022 6 Belgien Binche Frankreich Longwy

Dänemark Bearbeiten

Dänische Zuschauer bei der 3. Etappe 2022

In Dänemark gastierte die Tour de France bislang einmal, und zwar 2022. Dies war ursprünglich für 2021 vorgesehen gewesen, wurde aber wegen Komplikationen infolge der Corona-Krise um ein Jahr verschoben.[16] Nach drei Etappen in Dänemark und einem Pausentag wurde die Tour im Norden Frankreichs fortgesetzt.

Jahr Etappe Start Ziel Bemerkung
2022 1 Danemark Kopenhagen Danemark Kopenhagen Grand Départ (Einzelzeitfahren vor Ort)
2 Danemark Roskilde Danemark Nyborg
3 Danemark Vejle Danemark Sønderborg

Deutschland Bearbeiten

Flaggenschmuck am Düsseldorfer Burgplatz beim Tourstart 2017.

Dieser Abschnitt fasst alle Etappen in Deutschland zusammen, unabhängig von der jeweiligen Staatsform (Kaiserreich, Saarland, Bundesrepublik, West-Berlin).

Zu Beginn der Tour-Geschichte gehörte Elsass-Lothringen zu Deutschland. Im Herbst 1905 sprachen die Organisatoren beim als Sportsfreund bekannten Lothringer Bezirkspräsidenten Graf Friedrich von Zeppelin-Aschhausen vor, um im Jahr darauf Metz ansteuern zu können.[17] Zwar waren grenzüberschreitende Sportveranstaltungen zu jener Zeit nichts Neues (siehe etwa das Motorsportrennen Paris–Berlin 1901), aber eine explizit Frankreich-Rundfahrt genannte Veranstaltung in einem von Frankreich beanspruchten Gebiet war politisch heikel. Zumindest nach außen gaben sich die Organisatoren „von jedem politischen Gedanken unbefleckt“,[18] und Graf Zeppelin äußerte Zuversicht auf friedliche Nachbarschaft.[19]

Jedenfalls konnte die Tour 1906 Metz auf der Etappe von Douai nach Nancy passieren, und von 1907 bis 1910 wurde die Stadt Etappenort, jeweils eine Premiere im Ausland. Ab 1911 mied die Tour Metz. In der Literatur wird dies bisweilen als Folge eines deutschen Verbots dargestellt.[20][21][22] Allerdings hatte Henri Desgrange die Streckenänderung bereits unmittelbar nach der Tour 1910 verkündet und mit den Bedürfnissen einer Frankreich-Rundfahrt begründet.[23]

Nach dem Ersten Weltkrieg nahm die Tour de France 1919 mit Etappen nach Straßburg und Metz auch symbolisch Besitz von Elsass-Lothringen. Die nächsten Besuche in Deutschland erfolgten 1948 und 1953, allerdings im damals wirtschaftlich an Frankreich angeschlossenen Saarland. Die mehrfachen Besuche im kleinen saarländischen Ort Felsberg, das 1970 Etappenziel war, galten dem Sender Felsberg-Berus, von dem der französische Hörfunksender Europe 1 ausgestrahlt wurde.[24]

Zu einer Etappe in die Bundesrepublik kam es erstmals 1964, nach Abschluss des Élysée-Vertrags. Im Jahr darauf war Köln Gastgeber des Tourstarts, und 1980 ging diese Rolle an Frankfurt am Main. Politische Dimensionen hatte auch der Tourstart 1987 in West-Berlin zum 750-jährigen Jubliäum der geteilten Stadt. Tour-Direktor Félix Lévitan wollte die DDR und die Fahrer des Ostblocks an dieser Tour-Ausgabe beteiligen, was von der DDR-Führung jedoch abgelehnt wurde.[25][26] Die Etappen 1 und 2 respektive 4 und 5 der Tour 1987 waren ungeachtet ihrer Benennung nur Halbetappen, die zu zweit nacheinander an einem Tag ausgetragen wurden.

Zu einer Häufung von Tour-Besuchen in Deutschland kam es zwischen 2000 und 2006 während der Radsport-Euphorie nach den Erfolgen von Jan Ullrich. Nach Dopingskandalen und dem Rückzug von ARD und ZDF während der Tour 2007[27] gab es eine 11-jährige Pause, bevor Düsseldorf 2017 den vierten Tourstart in Deutschland organisierte.

Jahr Etappe Start Ziel Bemerkung
1906 2 Frankreich Douai Frankreich Nancy über Deutsches Reich Metz
1907 2 Frankreich Roubaix Deutsches Reich Metz
3 Deutsches Reich Metz Frankreich Belfort
1908 2 Frankreich Roubaix Deutsches Reich Metz
3 Deutsches Reich Metz Frankreich Belfort
1909 2 Frankreich Roubaix Deutsches Reich Metz
3 Deutsches Reich Metz Frankreich Belfort
1910 2 Frankreich Roubaix Deutsches Reich Metz
3 Deutsches Reich Metz Frankreich Belfort
1948 18 Frankreich Straßburg Frankreich Metz über Saarland 1947 Saarbrücken
1953 1 Frankreich Straßburg Frankreich Metz über Saarland 1947 Saarbrücken
1964 5 Frankreich Lunéville Deutschland Freiburg im Breisgau
6 Deutschland Freiburg im Breisgau Frankreich Besançon
1965 1a Deutschland Köln Belgien Lüttich Grand Départ
1970 8 Belgien Ciney Deutschland Felsberg über Luxemburg Schengen, Deutschland Perl und Frankreich Apach
9 Deutschland Saarlouis Frankreich Mülhausen
1971 1b Schweiz Basel Deutschland Freiburg im Breisgau
1c Deutschland Freiburg im Breisgau Frankreich Mülhausen
1977 13a Deutschland Freiburg im Breisgau Deutschland Freiburg im Breisgau mehrfach befahrener Rundkurs
1980 P Deutschland Frankfurt am Main Deutschland Frankfurt am Main Grand Départ (Prolog)
1a Deutschland Frankfurt am Main Deutschland Wiesbaden
1b Deutschland Wiesbaden Deutschland Frankfurt am Main Mannschaftszeitfahren
2 Deutschland Frankfurt am Main Frankreich Metz
1987 P West-Berlin West-Berlin West-Berlin West-Berlin Grand Départ (Prolog)
1 West-Berlin West-Berlin West-Berlin West-Berlin Halbetappe über 105 km in West-Berlin
2 West-Berlin West-Berlin West-Berlin West-Berlin Halbetappe, Mannschaftszeitfahren vor Ort
3 Deutschland Karlsruhe Deutschland Stuttgart
4 Deutschland Stuttgart Deutschland Pforzheim Halbetappe
5 Deutschland Pforzheim Frankreich Straßburg Halbetappe
1992 8 Niederlande Valkenburg Deutschland Koblenz
10 Luxemburg Luxemburg Frankreich Straßburg über Deutschland Perl
2000 18 Schweiz Lausanne Deutschland Freiburg im Breisgau
19 Deutschland Freiburg im Breisgau Frankreich Mülhausen Einzelzeitfahren
2002 2 Luxemburg Luxemburg Deutschland Saarbrücken
2005 7 Frankreich Lunéville Deutschland Karlsruhe
8 Deutschland Pforzheim Frankreich Gérardmer
2006 1 Frankreich Straßburg Frankreich Straßburg über Deutschland Offenburg
2017 1 Deutschland Düsseldorf Deutschland Düsseldorf Grand Départ (Einzelzeitfahren vor Ort)
2 Deutschland Düsseldorf Belgien Lüttich

Großbritannien Bearbeiten

Die Tour 2014 in den Pennines.

Großbritannien bzw. das Vereinigte Königreich[A 3] hatte die Tour bisher viermal zu Gast. 1974 und 1994 begann die Tour in Frankreich und machte zwischendurch einen Abstecher über den Ärmelkanal. Diese Besuche fanden anlässlich des EG-Beitritts des Vereinigten Königreichs (1973) bzw. der Eröffnung des Eurotunnels (1994) statt und berührten nur den äußersten Süden des Landes, ebenso wie die 2007 in London gestartete Ausgabe. Die Tour 2014 begann weiter nördlich in York und verlief über zwei Etappen durch die Pennines. Alle vier Ausgaben fanden im Landesteil England statt. Die Tour wurde jeweils ohne Pausentag in Frankreich fortgesetzt.

Jahr Etappe Start Ziel Bemerkung
1974 2 Vereinigtes Konigreich Plymouth Vereinigtes Konigreich Plymouth mehrfach befahrener Rundkurs
1994 4 Vereinigtes Konigreich Dover Vereinigtes Konigreich Brighton
5 Vereinigtes Konigreich Portsmouth Vereinigtes Konigreich Portsmouth Etappe nach Basingstoke und zurück
2007 P Vereinigtes Konigreich London Vereinigtes Konigreich London Grand Départ (Prolog)
1 Vereinigtes Konigreich London Vereinigtes Konigreich Canterbury
2014 1 Vereinigtes Konigreich Leeds Vereinigtes Konigreich Harrogate Grand Départ
2 Vereinigtes Konigreich York Vereinigtes Konigreich Sheffield
3 Vereinigtes Konigreich Cambridge Vereinigtes Konigreich London

Irland Bearbeiten

Zum bislang einzigen Mal war die Tour 1998 in Irland. Nach den ersten drei Etappen auf der Insel wurde die Tour ohne Pausentag in der Bretagne fortgesetzt. Dieses Arrangement half den Organisatoren, eine Überschneidung mit der zeitgleich in Frankreich ausgetragenen Fußball-Weltmeisterschaft 1998 zu vermeiden.

Jahr Etappe Start Ziel Bemerkung
1998 P Irland Dublin Irland Dublin Grand Départ (Prolog)
1 Irland Dublin Irland Dublin Etappe nach Arklow und zurück
2 Irland Enniscorthy Irland Cork

Italien Bearbeiten

Willkommensgruß an die Tour 2011 in Pinerolo

Manchen Quellen zufolge, inklusive Publikationen der Tour de France selbst,[28] kam die Tour bereits 1906 nach Ventimiglia. Sowohl die Streckenbeschreibung als auch der Rennbericht in L’Auto belegen jedoch eindeutig, dass die Fahrer lediglich bis zur Grenze bei Menton fuhren und dort umkehrten.[29][30]

Der erste tatsächliche Besuch Italiens kam erst 1948 mit einer Etappe entlang der Küste nach Sanremo zustande. Im Folgejahr war die 18. Etappe aus dem Aostatal nach Lausanne die erste vollständig im Ausland stattfindende Etappe der Tour-Geschichte. 1950 wurde die vorgesehene Etappe nach Sanremo vor der Grenze in Menton beendet, nachdem die italienische Mannschaft aus Protest gegen Misshandlungen ihrer Fahrer durch Zuschauer die Tour verlassen hatte.[31] Bis 1966 folgten dennoch weiter regelmäßige Gastspiele. Die folgende 26-jährige Pause in den Beziehungen zu Italien fand 1992 aus Anlass des Vertrags von Maastricht ein Ende. Die Tour de France 2011 erwies dem 150-jährigen Bestehen Italiens Reverenz.[32]

Von den geographisch bedingt sehr wenigen Grenzübergängen zwischen beiden Ländern wurde der Col de Montgenèvre mit 10 Mal am häufigsten benutzt.[33] Der Col de Larche fand viermal Eingang in den Giro d’Italia,[A 4] aber noch nie in die Tour de France.[34] Immerhin fünfmal ging es über den Großen St. Bernhard in die Schweiz. 1963 und 2009 wurde Italien über den Großen und den Kleinen St. Bernhard ohne Etappenhalt passiert. Letzteres verhinderte die Tour-Teilnahme von Alejandro Valverde, der wegen des Dopingskandals Fuentes für Rennen in Italien gesperrt war.[35]

Aufgrund der geographischen Bedingungen hat sich die Tour bislang auf die italienischen Westalpen beschränkt sowie auf Etappenorte an deren Rand wie Turin. Mit dem geplanten Start 2024 in Florenz und Etappen bis zur Adria würde sie erstmals weit ins Landesinnere vordringen; zugleich wäre dies, anlässlich des 100-jährigen Toursiegs von Ottavio Bottecchia, der erste Grand Départ in Italien.[36]

Jahr Etappe Start Ziel Bemerkung
1948 11 Frankreich Marseille Italien Sanremo über Monaco Monte-Carlo und Frankreich Menton
12 Italien Sanremo Frankreich Cannes
1949 17 Frankreich Briançon Italien Aosta über Italien Susa und Frankreich Lanslevillard
18 Italien Saint-Vincent Schweiz Lausanne
1952 11 Frankreich Le Bourg-d’Oisans Italien Sestriere
12 Italien Sestriere Monaco Monaco über Frankreich Sospel
1956 17 Frankreich Gap Italien Turin
18 Italien Turin Frankreich Grenoble
1959 18 Frankreich Col du Lautaret Italien Aosta Etappe wegen Unwetter verkürzt[37]
19 Italien Saint-Vincent Frankreich Annecy über Schweiz Martigny
1961 10 Frankreich Grenoble Italien Turin
11 Italien Turin Frankreich Antibes
1963 17 Frankreich Val-d’Isère Frankreich Chamonix über Italien Aosta und Schweiz Martigny
1966 17 Frankreich Briançon Italien Turin
18 Italien Ivrea Frankreich Chamonix über Schweiz Martigny
1992 13 Frankreich Saint-Gervais-les-Bains Italien Sestriere
14 Italien Sestriere Frankreich Alpe d’Huez
1996 9 Frankreich Le Monêtier-les-Bains Italien Sestriere Etappe wegen Unwetter verkürzt[38]
10 Italien Turin Frankreich Gap
1999 9 Frankreich Le Grand-Bornand Italien Sestriere
10 Italien Sestriere Frankreich Alpe d’Huez
2008 15 Frankreich Embrun Italien Prato Nevoso
16 Italien Cuneo Frankreich Jausiers
2009 16 Schweiz Martigny Frankreich Bourg-Saint-Maurice über Italien Aosta
2011 17 Frankreich Gap Italien Pinerolo
18 Italien Pinerolo Frankreich Col du Galibier

Luxemburg Bearbeiten

Tour-Deko 2017 in Bad Mondorf

1906 machte die Tour de France von Longwy aus einen Abstecher zur luxemburgischen Grenze und zurück.[39] Es sollte jedoch bis 1947 dauern, bevor die Fahrer erstmals in das Großherzogtum einfuhren. Danach wurde das Land öfters auf Etappen zwischen französischen und belgischen Orten durchquert; deutlich öfter jedenfalls als die sieben Besuche, von denen die luxemburgische Regierung 2017 zu berichten wusste.[40]

Bei insgesamt 17 Besuchen wurde quasi das gesamte Land durchquert, von Süd nach Nord (1950) und von West nach Ost (1970). Häufig ging es durch die Hauptstadt Luxemburg, die 1989 und 2002 gar Ausgangspunkt der Tour war. Durch Schengen rollten die Fahrer mehrfach, insbesondere in Zusammenhang mit dem Vertrag von Maastricht (1992) und dem Schengener Abkommen (2017).

Jahr Etappe Start Ziel Bemerkung
1947 3 Belgien Brüssel Luxemburg Luxemburg über Frankreich Charleville
4 Luxemburg Luxemburg Frankreich Straßburg
1948 19 Frankreich Metz Belgien Lüttich über Luxemburg Luxemburg-Stadt
1950 2 Frankreich Metz Belgien Lüttich über Luxemburg Luxemburg-Stadt
1953 2 Frankreich Metz Belgien Lüttich über Luxemburg Luxemburg-Stadt
1955 4 Belgien Namur Frankreich Metz über Luxemburg Esch
1959 2 Frankreich Metz Belgien Namur über Luxemburg Luxemburg-Stadt
1962 1 Frankreich Nancy Belgien Spa über Luxemburg Luxemburg-Stadt
1964 4 Belgien Forest Frankreich Metz über Luxemburg Luxemburg-Stadt
1967 6 Belgien Jambes Frankreich Metz über Luxemburg Arsdorf, Belgien Arlon und Luxemburg Luxemburg-Stadt
1968 1 Frankreich Vittel Luxemburg Esch
1970 8 Belgien Ciney Deutschland Felsberg über Luxemburg Luxemburg-Stadt, Deutschland Perl und Frankreich Apach
1980 3 Frankreich Metz Belgien Lüttich über Belgien Arlon und Luxemburg Diekirch
1989 P Luxemburg Luxemburg Luxemburg Luxemburg Grand Départ (Prolog)
1 Luxemburg Luxemburg Luxemburg Luxemburg Etappe über Esch und Echternach
2 Luxemburg Luxemburg Luxemburg Luxemburg Mannschaftszeitfahren nach Pétange und zurück
3 Luxemburg Luxemburg Belgien Spa-Francorchamps
1992 9 Luxemburg Luxemburg Luxemburg Luxemburg Einzelzeitfahren nach Grevenmacher und zurück
10 Luxemburg Luxemburg Frankreich Straßburg über Deutschland Perl
2002 P Luxemburg Luxemburg Luxemburg Luxemburg Grand Départ (Prolog)
1 Luxemburg Luxemburg Luxemburg Luxemburg Etappe nach Vianden, Remich und zurück
2 Luxemburg Luxemburg Deutschland Saarbrücken
2006 2 Frankreich Obernai Luxemburg Esch
3 Luxemburg Esch Niederlande Valkenburg über Belgien Spa
2017 3 Belgien Verviers Frankreich Longwy über Luxemburg Wiltz und Esch
4 Luxemburg Bad Mondorf Frankreich Vittel

Monaco Bearbeiten

Zeitfahren in Monaco 2009

Fester Bestandteil der Tour von 1911 bis 1947 war die „Schleife von Sospel“, ein etwa 100 Kilometer langer Rundkurs von Nizza durch die Seealpen. Ab 1920 war Monte-Carlo im Programm dieser Schleife. In der Regel (und soweit unten nicht anders angegeben) kamen die Fahrer von Menton über den Boulevard des Moulins, wo bisweilen ein Sonderpreis vergeben wurde, und verließen das Fürstentum Richtung Beausoleil und La Turbie.[41] 1922 wurde die Durchfahrt in Monaco trotz Staatstrauer organisiert.[42] 1933 fuhr man die Schleife gegen den Uhrzeigersinn und erreichte Monaco über die kurz zuvor eröffnete Moyenne Corniche.[43] 1939 war der Sospel-Schleife eine eigene Etappe von und nach Monaco gewidmet.

1948 fand die Sospel-Schleife nicht mehr Eingang in die Tour, Monaco wurde stattdessen entlang der Küstenstraße (Basse Corniche) passiert, ebenso 1950. In den 1950er Jahren gastierten die Fahrer noch öfters im Fürstentum, seitdem nur recht selten. 2009 veranstaltete Monaco erstmals den Tourstart. 2024 soll die letzte Etappe in Form eines Zeitfahrens von Monaco nach Nizza verlaufen.[44]

Jahr Etappe Start Ziel Bemerkung
1920 9 Frankreich Aix-en-Provence Frankreich Nizza über Monaco Monte-Carlo
1921 9 Frankreich Toulon Frankreich Nizza über Monaco Monte-Carlo
1922 9 Frankreich Toulon Frankreich Nizza über Monaco Monte-Carlo
1923 9 Frankreich Toulon Frankreich Nizza über Monaco Monte-Carlo
1924 9 Frankreich Toulon Frankreich Nizza über Monaco Monte-Carlo
1925 12 Frankreich Toulon Frankreich Nizza über Monaco Monte-Carlo
1926 13 Frankreich Toulon Frankreich Nizza über Monaco Monte-Carlo
1927 15 Frankreich Toulon Frankreich Nizza über Monaco Monte-Carlo
1928 12 Frankreich Marseille Frankreich Nizza über Monaco Monte-Carlo
1929 13 Frankreich Cannes Frankreich Nizza über Monaco Monte-Carlo
1930 14 Frankreich Cannes Frankreich Nizza über Monaco Monte-Carlo
1931 14 Frankreich Cannes Frankreich Nizza über Monaco Monte-Carlo
1932 10 Frankreich Cannes Frankreich Nizza über Monaco Monte-Carlo
1933 11 Frankreich Nizza Frankreich Cannes über Monaco Monte-Carlo (Moyenne Corniche)
1934 11 Frankreich Nizza Frankreich Cannes über Monaco Monte-Carlo
1935 11 Frankreich Nizza Frankreich Cannes über Monaco Monte-Carlo
1936 11 Frankreich Nizza Frankreich Cannes über Monaco Monte-Carlo
1937 10 Frankreich Digne Frankreich Nizza über Monaco Monte-Carlo
1938 13 Frankreich Cannes Frankreich Digne über Monaco Monte-Carlo
1939 12b Frankreich Saint-Raphaël Monaco Monaco
13 Monaco Monaco Monaco Monaco Rundkurs über Frankreich Sospel
14 Monaco Monaco Frankreich Digne
1947 10 Frankreich Digne Frankreich Nizza über Monaco Monte-Carlo
1948 11 Frankreich Marseille Italien Sanremo über Monaco Monte-Carlo (Basse Corniche) und Frankreich Menton
1950 15 Frankreich Toulon Frankreich Menton über Monaco Monte-Carlo (Basse Corniche); ursprüngliches Ziel Italien Sanremo[31]
1952 12 Italien Sestriere Monaco Monaco über Frankreich Sospel
13 Monaco Monaco Frankreich Aix-en-Provence
1953 16 Frankreich Marseille Monaco Monaco
17 Monaco Monaco Frankreich Gap
1955 9 Frankreich Briançon Monaco Monaco
10 Monaco Monaco Frankreich Marseille
1964 9 Frankreich Briançon Monaco Monaco
10a Monaco Monaco Frankreich Hyères
2009 1 Monaco Monaco Monaco Monaco Grand Départ (Einzelzeitfahren über Frankreich La Turbie und Roquebrune)
2 Monaco Monaco Frankreich Brignoles

Niederlande Bearbeiten

Erster Auslandsstart der Tour am Olympiastadion Amsterdam 1954.

Mit den Niederlanden war die Tour de France 1954 erstmals in einem Land, das nicht direkt an Frankreich angrenzt, wobei auch erstmals der Tourstart nicht in Frankreich stattfand. Die Niederlande sind neben Frankreich das einzige Land, in dem alle drei Grand Tours bisher gestartet sind, mit der Vuelta 2009, dem Giro 2010 und der Tour 2010 sogar alle drei in Folge. Utrecht ist zudem die einzige Stadt überhaupt, die Etappenort aller drei großen Rundfahrten war.[45]

Vor dem Prolog 1978 in Leiden wurde wegen irregulärer Wetterbedingungen entschieden, diesen nicht fürs Gesamtklassement zu zählen.[46] Die Etappe wird von der Tour dennoch anerkannt, ihr Gewinner Jan Raas in den Annalen aufgeführt.[47]

Bis auf Valkenburg sind die Etappen in den Niederlanden flach. Die größte Bedrohung für Gesamtklassement-Kandidaten besteht durch heftige Seitenwinde, die das Peloton aufspalten können. Diesen fiel auf der 2. Etappe 2015 der spätere Zweite Nairo Quintana zum Opfer, der sich auf diese Weise einen vorentscheidenden Rückstand auf den späteren Sieger einhandelte.

Jahr Etappe Start Ziel Bemerkung
1954 1 Niederlande Amsterdam Belgien Brasschaat Grand Départ
1958 2 Belgien Gent Frankreich Dünkirchen über Niederlande Sluis und Belgien Brügge
1969 2 Belgien Sint-Pieters-Woluwe Niederlande Maastricht
3 Niederlande Maastricht Frankreich Charleville-Mézières über Belgien Verviers und Marche-en-Famenne
1973 P Niederlande Scheveningen Niederlande Scheveningen Grand Départ (Prolog)
1a Niederlande Scheveningen Niederlande Rotterdam
1b Niederlande Rotterdam Belgien Sint-Niklaas
1978 P Niederlande Leiden Niederlande Leiden Grand Départ (Prolog); zählte nicht fürs Klassement
1a Niederlande Leiden Niederlande Sint-Willebrord
1b Niederlande Sint-Willebrord Belgien Brüssel
1992 7 Belgien Brüssel Niederlande Valkenburg
8 Niederlande Valkenburg Deutschland Koblenz
1996 P Niederlande ’s-Hertogenbosch Niederlande ’s-Hertogenbosch Grand Départ (Prolog)
1 Niederlande ’s-Hertogenbosch Niederlande ’s-Hertogenbosch Etappe nach Eindhoven und zurück
2 Niederlande ’s-Hertogenbosch Frankreich Wasquehal über Belgien Antwerpen und Gent
2006 3 Luxemburg Esch Niederlande Valkenburg über Belgien Spa
2010 P Niederlande Rotterdam Niederlande Rotterdam Grand Départ (Prolog)
1 Niederlande Rotterdam Belgien Brüssel
2015 1 Niederlande Utrecht Niederlande Utrecht Grand Départ (Einzelzeitfahren vor Ort)
2 Niederlande Utrecht Niederlande Neeltje Jans

Schweiz Bearbeiten

Die Fahrer 1935 an der Zollstation zwischen Frankreich und der Schweiz.

Die Schweiz wurde bisher 54 Mal von der Tour de France aufgesucht, öfter als jedes andere Nachbarland Frankreichs. Die große Mehrheit dieser Besuche war freilich kurz, also ohne Etappenhalt oder auf die Stadt Genf beschränkt.

Von 1907 bis 1939 stand Genf bei fast jeder Ausgabe der Tour im Programm. Bis 1910 wurde die Stadt als Umweg in die Etappe von Lyon nach Grenoble eingebaut, danach als Abkürzung zwischen Savoyen und Jura. Für die Einreise in die Schweiz genügte den Fahrern die Mitgliedskarte ihres Radsportverbands.[48] Bezüglich der Zollkontrollen erreichte die Tour-Leitung freie Fahrt für die Athleten, aber die Begleitfahrzeuge mussten sich ihnen unterziehen.[49] Wegen der Zollfreizone rund um Genf geschah die Rückkehr ins französische Zollgebiet erst weit im Inland, je nach Strecke in La Cure, an der Pont de la Caille oder bei Flumet. Zollformalitäten gab es daher selbst, wenn die Tour den Kanton Genf umging, wie dies etwa 1920 der Fall war.[50] Insgesamt wurde Genf bis 1939 bei 23 Ausgaben besucht, davon achtmal mit Etappenhalt. Damit die Fahrer den Start in Genf nicht verpassten, sah sich die Tour-Leitung veranlasst, auf den damals noch bestehenden Zeitunterschied zwischen Frankreich und der Schweiz hinzuweisen.[51]

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg ging die Tour über Genf hinaus, mit Schwerpunkt auf der französischsprachigen Westschweiz. Mehrfaches Etappenziel war Lausanne, bis 2002 Hauptsitz des Radsport-Weltverbands UCI. Dessen neuer Hauptsitz in Aigle war Ausgangspunkt der 9. Etappe 2022. Am weitesten in die Schweiz hinein wagte sich die Tour 1955 mit Etappenort Zürich. Der bislang einzige Tourstart in der Schweiz war 1982 in Basel.

Das Dreiländereck zwischen der Schweiz, Frankreich und Deutschland umrundete die erste Etappe 1971 in drei Teiletappen MülhausenBaselFreiburgMülhausen, wobei die Dreiteilung bei den Fahrern nicht auf Gegenliebe stieß.[52] Fünfmal wurde am Großen St. Bernhard die Grenze mit Italien überfahren.

Jahr Etappe Start Ziel Bemerkung
1907 5 Frankreich Lyon Frankreich Grenoble über Schweiz Genf
1908 5 Frankreich Lyon Frankreich Grenoble über Schweiz Genf
1909 5 Frankreich Lyon Frankreich Grenoble über Schweiz Genf
1910 5 Frankreich Lyon Frankreich Grenoble über Schweiz Genf
1911 4 Frankreich Belfort Frankreich Chamonix über Schweiz Genf
1912 4 Frankreich Belfort Frankreich Chamonix über Schweiz Genf
1913 11 Frankreich Grenoble Schweiz Genf
12 Schweiz Genf Frankreich Belfort
1914 11 Frankreich Grenoble Schweiz Genf
12 Schweiz Genf Frankreich Belfort
1919 11 Frankreich Grenoble Schweiz Genf
12 Schweiz Genf Frankreich Straßburg
1921 11 Frankreich Grenoble Schweiz Genf
12 Schweiz Genf Frankreich Straßburg
1922 11 Frankreich Briançon Schweiz Genf
12 Schweiz Genf Frankreich Straßburg
1923 11 Frankreich Briançon Schweiz Genf
12 Schweiz Genf Frankreich Straßburg
1929 16 Frankreich Évian-les-Bains Frankreich Belfort über Schweiz Genf
1930 17 Frankreich Évian-les-Bains Frankreich Belfort über Schweiz Genf
1931 19 Frankreich Évian-les-Bains Frankreich Belfort über Schweiz Genf
1932 15 Frankreich Évian-les-Bains Frankreich Belfort über Schweiz Genf
1933 5 Frankreich Belfort Frankreich Évian-les-Bains über Schweiz Genf
1934 5 Frankreich Belfort Frankreich Évian-les-Bains über Schweiz Genf
1935 5a Frankreich Belfort Schweiz Genf
5b Schweiz Genf Frankreich Évian-les-Bains Einzelzeitfahren
1936 5 Frankreich Belfort Frankreich Évian-les-Bains über Schweiz Genf
1937 5c Frankreich Champagnole Schweiz Genf
6 Schweiz Genf Frankreich Aix-les-Bains
1938 16 Frankreich Aix-les-Bains Frankreich Besançon über Schweiz Genf
1939 17a Frankreich Annecy Frankreich Dole über Schweiz Genf
1948 15 Frankreich Aix-les-Bains Schweiz Lausanne
16 Schweiz Lausanne Frankreich Mülhausen
1949 18 Italien Aosta Schweiz Lausanne
19 Schweiz Lausanne Frankreich Colmar
1951 22 Frankreich Aix-les-Bains Schweiz Genf Einzelzeitfahren
23 Schweiz Genf Frankreich Dijon
1952 9 Frankreich Mülhausen Schweiz Lausanne
10 Schweiz Lausanne Frankreich Alpe d’Huez
1955 6 Frankreich Colmar Schweiz Zürich
7 Schweiz Zürich Frankreich Thonon-les-Bains
1957 9 Frankreich Besançon Frankreich Thonon-les-Bains über Schweiz Genf
1959 19 Italien Saint-Vincent Frankreich Annecy über Schweiz Martigny
1963 17 Frankreich Val-d’Isère Frankreich Chamonix über Italien Aosta und Schweiz Martigny
18 Frankreich Chamonix Frankreich Lons-le-Saunier über Schweiz Genf
1966 18 Italien Ivrea Frankreich Chamonix über Schweiz Martigny
1967 10 Frankreich Divonne-les-Bains Frankreich Briançon über Schweiz Genf
1968 20 Frankreich Sallanches Frankreich Besançon über Schweiz Genf
1969 9 Frankreich Thonon-les-Bains Frankreich Chamonix über Schweiz Saint-Gingolph und Col de la Forclaz
1971 1a Frankreich Mülhausen Schweiz Basel
1b Schweiz Basel Deutschland Freiburg im Breisgau
1975 19 Frankreich Thonon-les-Bains Frankreich Chalon-sur-Saône über Schweiz Genf
1976 9 Frankreich Divonne-les-Bains Frankreich Alpe d’Huez über Schweiz Genf
1977 14 Frankreich Besançon Frankreich Thonon-les-Bains über Schweiz Genf
15a Frankreich Thonon-les-Bains Frankreich Morzine über Schweiz Saint-Gingolph und Pas de Morgins
16 Frankreich Morzine Frankreich Chamonix über Schweiz Pas de Morgins und Col de la Forclaz
1978 18 Frankreich Morzine Schweiz Lausanne
19 Schweiz Lausanne Frankreich Belfort
1979 14 Frankreich Belfort Frankreich Évian-les-Bains über Schweiz Neuenburg und Montreux
1981 15 Frankreich Besançon Frankreich Thonon-les-Bains über Schweiz Genf
1982 P Schweiz Basel Schweiz Basel Grand Départ (Prolog)
1 Schweiz Schupfart Schweiz Möhlin
2 Schweiz Basel Frankreich Nancy
1984 20 Frankreich Morzine Schweiz Crans-Montana
21 Schweiz Crans-Montana Frankreich Villefranche-sur-Saône
1985 11 Frankreich Pontarlier Frankreich Avoriaz über Schweiz Lausanne und Pas de Morgins
1988 11 Frankreich Besançon Frankreich Morzine über Schweiz Lausanne und Pas de Morgins
1990 9 Frankreich Besançon Schweiz Genf
10 Schweiz Genf Frankreich Saint-Gervais-les-Bains
1997 16 Frankreich Morzine Schweiz Freiburg
17 Schweiz Freiburg Frankreich Colmar
1998 18 Frankreich Aix-les-Bains Schweiz Neuenburg
19 Schweiz La Chaux-de-Fonds Frankreich Autun
2000 17 Frankreich Évian-les-Bains Schweiz Lausanne über Schweiz Saint-Gingolph
18 Schweiz Lausanne Deutschland Freiburg im Breisgau
2009 15 Frankreich Pontarlier Schweiz Verbier
16 Schweiz Martigny Frankreich Bourg-Saint-Maurice über Italien Aosta
2012 8 Frankreich Belfort Schweiz Pruntrut
2016 16 Frankreich Moirans-en-Montagne Schweiz Bern
17 Schweiz Bern Schweiz Finhaut
2022 8 Frankreich Dole Schweiz Lausanne
9 Schweiz Aigle Frankreich Châtel

Spanien Bearbeiten

Ankunft der Tour 1949 in San Sebastián.

Manchen Quellen zufolge unternahm die Tour erstmals 1906 einen Abstecher über die spanische Grenze bei Irun. Diese Behauptung findet sich auch in Publikationen der Tour de France selbst.[53] Sowohl die seinerzeitige Streckenbeschreibung als auch der Rennbericht in L’Auto belegen jedoch eindeutig, dass die Fahrer lediglich bis zur Grenze bei Béhobie fuhren und dort umkehrten.[54][55] Zum ersten Mal gastierte die Tour daher 1949 mit einer Etappe nach San Sebastián in Spanien. Der zweite Besuch 1957 wurde durch den Unfalltod des Reporters Alex Virot und seines Fahrers getrübt, die nahe Ripoll von der Fahrbahn abkamen.[56]

Die größte Rolle in den Beziehungen zwischen Spanien und der Tour spielt das Val d’Aran. Dieses zu Spanien gehörende Tal liegt nördlich des Pyrenäen-Hauptkamms, die Garonne entspringt dort. Über den Col du Portillon ist es zudem mit dem französischen Seitental von Bagnères-de-Luchon (kurz: Luchon) verbunden. Die Tour kann von Frankreich kommend ins Val d’Aran fahren und das Land über den Portillon wieder verlassen; diese kurze Passage allein ist verantwortlich für 16 von 31 Besuchen in Spanien.[57][A 5] 2016 wurde auf der spanischen Ostrampe der Pass-Straße ein Denkmal für die sieben spanischen Gewinner der Tour de France eingeweiht.[58]

Außer den Pyrenäen war die Tour verschiedentlich in grenznahen Provinz-Hauptstädten Spaniens zu Gast, neben San Sebastián noch Bilbao, Vitoria-Gasteiz, Pamplona, Jaca, Girona und Barcelona. Noch nie kam die Tour bislang durch die innerhalb Frankreichs gelegene Exklave Llívia.

Jahr Etappe Start Ziel Bemerkung
1949 9 Frankreich Bordeaux Spanien San Sebastián
10 Spanien San Sebastián Frankreich Pau
1957 15a Frankreich Perpignan Spanien Barcelona
15b Spanien Barcelona Spanien Barcelona Einzelzeitfahren auf dem Circuit de Montjuïc
16 Spanien Barcelona Frankreich Ax-les-Thermes
17 Frankreich Ax-les-Thermes Frankreich Saint-Gaudens über Spanien Col du Portillon
1961 16 Frankreich Toulouse Frankreich Superbagnères über Spanien Col du Portillon
1963 11 Frankreich Bagnères-de-Bigorre Frankreich Luchon über Spanien Col du Portillon
1964 15 Frankreich Toulouse Frankreich Luchon über Spanien Col du Portillon
1965 11 Frankreich Ax-les-Thermes Spanien Barcelona
12 Spanien Barcelona Frankreich Perpignan
1966 11 Frankreich Pau Frankreich Luchon über Spanien Col du Portillon
1967 16 Frankreich Toulouse Frankreich Luchon über Spanien Col du Portillon
1968 13 Frankreich Saint-Gaudens Spanien La Seu d’Urgell über Andorra Andorra la Vella
14 Spanien La Seu d’Urgell Frankreich Perpignan
1969 16 Frankreich Castelnaudary Frankreich Luchon über Spanien Col du Portillon
1971 14 Frankreich Revel Frankreich Luchon über Spanien Col du Portillon
1973 13 Frankreich Bourg-Madame Frankreich Luchon über Spanien Col du Portillon
1974 15 Frankreich Colomiers Spanien La Seu d’Urgell über Andorra Andorra la Vella
16 Spanien La Seu d’Urgell Frankreich Pla d’Adet
1976 14 Frankreich Saint-Gaudens Frankreich Pla d’Adet über Spanien Col du Portillon
1977 3 Frankreich Oloron-Sainte-Marie Spanien Vitoria-Gasteiz
4 Spanien Vitoria-Gasteiz Frankreich Seignosse
1979 1 Frankreich Fleurance Frankreich Luchon über Spanien Col du Portillon
1991 12 Frankreich Pau Spanien Jaca
13 Spanien Jaca Frankreich Val-Louron
1992 P Spanien San Sebastián Spanien San Sebastián Grand Départ (Prolog)
1 Spanien San Sebastián Spanien San Sebastián Rundkurs ähnlich Clásica San Sebastián
2 Spanien San Sebastián Frankreich Pau
1993 16 Andorra Andorra la Vella Frankreich Pla d’Adet über Spanien Port de la Bonaigua und Col du Portillon
1996 17 Frankreich Argelès-Gazost Spanien Pamplona
18 Spanien Pamplona Frankreich Hendaye über Frankreich Saint-Jean-Pied-de-Port und Spanien Urdazubi
1999 15 Frankreich Saint-Gaudens Frankreich Piau-Engaly über Spanien Col du Portillon
2001 13 Frankreich Foix Frankreich Pla d’Adet über Spanien Col du Portillon
2003 14 Frankreich Saint-Girons Frankreich Loudenvielle über Spanien Col du Portillon
2005 15 Frankreich Lézat-sur-Lèze Frankreich Pla d’Adet über Spanien Col du Portillon
2006 11 Frankreich Tarbes Spanien Pla de Beret
2007 16 Frankreich Orthez Frankreich Col d’Aubisque über Spanien Port de Larrau und Col de la Pierre Saint-Martin
2009 6 Spanien Girona Spanien Barcelona
7 Spanien Barcelona Andorra Arcalís
2014 17 Frankreich Saint-Gaudens Frankreich Pla d’Adet über Spanien Col du Portillon
2016 9 Spanien Vielha e Mijaran Andorra Arcalís
2018 16 Frankreich Carcassonne Frankreich Luchon über Spanien Col du Portillon
2023 1 Spanien Bilbao Spanien Bilbao Grand Départ, Etappe nach Bermeo und zurück
2 Spanien Vitoria-Gasteiz Spanien San Sebastián
3 Spanien Amorebieta-Etxano Frankreich Bayonne

Quellen Bearbeiten

Literatur Bearbeiten

  • Jean-Philippe Bouchard (Hrsg.): 100 Rennen – 100 Momente, Delius Klasing, 2013, 415 Seiten (ISBN 978-3-7688-3589-3).
  • Paul Boury: La France du Tour: le Tour de France, un espace sportif à géographie variable, L’Harmattan, 1997, 444 Seiten (ISBN 2-7384-5619-7).
  • Gilles Fumey: Le Tour de France ou le vélo géographique, Annales de Géographie 2006, S. 388–408 (Online-Version auf Persée)
  • Christopher S. Thompson: The Tour de France: A Cultural History, University of California Press, 2006, 385 Seiten (ISBN 978-0-520-24760-4).
  • Jean-Paul Vespini: Le Tour de France pour les Nuls, Éditions First-Gründ, 2013, 384 Seiten (ISBN 978-2-7540-5310-5).
  • Sandrine Viollet: Le Tour de France cycliste : 1903–2005, L’Harmattan, 2007, 256 Seiten (ISBN 978-2-296-02505-9).

Weblinks Bearbeiten

Siehe auch Bearbeiten

Fußnoten Bearbeiten

Einzelnachweise
  1. Sandrine Viollet: Le Tour de France est prioritaire. In: Mémoire du Cyclisme. Abgerufen am 8. Dezember 2022 (französisch). Auszug aus Viollet (2007)
  2. Le vélo, un objet de réflexion historique. In Youcef Alanbagi et al, Tout-en-un STAPS - Licence STAPS, Éditions Ellipses, 2021 (ISBN 2-340-02960-0); Kapitel 2, Seite 231
  3. Sandrine Viollet: Le Tour de France et d'Europe. In: Mémoire du Cyclisme. Abgerufen am 9. Dezember 2022 (französisch). Auszug aus Viollet (2007)
  4. Präsentation der luxemburgischen Regierung, S. 18
  5. 58ème Tour de France 1971. In: Mémoire du Cyclisme. Abgerufen am 11. Dezember 2022 (französisch).
  6. Bouchard, S. 298
  7. Une étape du Tour de France, combien ça coûte ? In: La Dépêche du Midi. 20. Juli 2019; (französisch).
  8. Tour de France – Start 2013: Korsika oder doch Tokio? In: eurosport.yahoo.com. 22. Oktober 2009, archiviert vom Original am 5. Januar 2013; abgerufen am 12. September 2020.
  9. Bouchard, S. 402ff
  10. La llegada del Tour de Francia a América será una realidad en 2030. In: Panamerikanischer Radsportverband COPACI. 25. November 2022; (spanisch).
  11. 'There is no other choice but to change' - Lappartient vows climate action in cycling. CyclingNews, 24. Oktober 2023; (englisch).
  12. Grand Départ 2024 : l'Italie, première. In: Letour.fr. 21. Dezember 2022; (französisch).
  13. Ronde van Frankrijk van 1 t/m 23 juli In: Leeuwarder Courant, 18. Januar 1972, S. 13 (niederländisch). 
  14. a b Tour de France Summary. In: TDFrance.eu. Abgerufen am 11. Dezember 2022 (englisch).
  15. Chérie comme la Belgique. In: Libération. Juli 2019; (französisch).
  16. Grand Départ von Kopenhagen wird um ein Jahr verschoben. In: radsport-news.com. 3. August 2020, abgerufen am 12. März 2022.
  17. Bouchard, S. 28ff
  18. Dieu sait que nous sommes vierges de toute pensée politique car, seule, la vulgarisation de notre sport nous guide dans l'organisation de notre grandiose manifestation sportive.“ In: L’Auto, Ausgabe vom 7. Juli 1906, Seite 3, Abschnitt Metz (Alsace-Lorraine), Digitalisat auf Gallica.
  19. Ich bin hier zwar der Regent, aber die Menschen dürfen in beiden Ländern dieselben Helden verehren, und die Zeiten, in denen die Grenze zum Nachbarn nur bewaffnet überschritten werden konnte, gehören nun endgültig der Vergangenheit an.“ Zitiert in: Bouchard, S. 31
  20. Thompson, S. 68
  21. Vespini, Kapitel 8, Abschnitt Le Tour en terre allemande
  22. Sandrine Viollet: Le Tour de France en Alsace-Lorraine. In: Mémoire du Cyclisme. Abgerufen am 4. Januar 2023 (französisch). Auszug aus Viollet (2007)
  23. Et d’abord ce Tour de France qui ne fait pas le tour de la France constitue une obsession. [...] De [Dunkerque] rien de plus facile que de se rendre à Belfort en deux étapes, en évitant Metz, cela va sans dire“ In: L’Auto, Ausgabe vom 1. August 1910, Seite 1, Abschnitt Quelques réflexions (Digitalisat auf Gallica).
  24. Die Tour de France im Saarland. In: Saar-Nostalgie. 2. Mai 2020;.
  25. Kalter Krieg auf Rädern. In: Tagesspiegel. 14. Juli 2007;.
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  27. Vorläufiger Ausstieg von ARD und ZDF (Memento vom 6. August 2007 im Internet Archive). Auf ZDF.de vom 18. Juli 2007 (Erklärung des ZDF-Chefredakteurs)
  28. Guide historique 2022, S. 8
  29. L’Auto, Ausgabe vom 12. Juli 1906, Seite 3 mit Streckenbeschreibung der 6. Etappe (Digitalisat auf Gallica)
  30. L’Auto, Ausgabe vom 15. Juli 1906, Seite 3 mit Bericht von der 6. Etappe (Digitalisat auf Gallica)
  31. a b 37ème Tour de France 1950 - 15ème étape. In: Mémoire du Cyclisme. Abgerufen am 21. Dezember 2022 (französisch).
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