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Tour de France 2019

106. Austragung der Tour de France
Ambox current red.svg Dieser Artikel beschreibt die derzeit stattfindende Tour de France. Die Informationen können sich deshalb rasch ändern. Das Ereignis läuft noch bis zum 28. Juli 2019.
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Tour de France Logo 2019.svg
Allgemeines
Ausgabe106. Tour de France
RennserieUCI WorldTour 2019 2.UWT
Etappen21
Datum6. – 28. Juli 2019
Gesamtlänge3.480 km
AustragungsländerFRA Frankreich
BEL Belgien
StartStadt Brüssel
ZielParis
Teams22
Fahrer am Start176
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◀ 20182020
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Die Tour de France 2019 ist die 106. Austragung des wichtigsten Etappenrennens im Straßenradsport. Sie startete am 6. Juli 2019 in Brüssel und wird am 28. Juli 2019 in Paris auf dem Champs-Elysees enden. Das Grand-Tour-Etappenrennen gehört zur UCI WorldTour 2019.

Inhaltsverzeichnis

Gestaltung des Gelben TrikotsBearbeiten

Im Mai 2019 wurde eine Neuerung beim Maillot Jaune bekanntgegeben: Aufgrund des 100-jährigen Jubiläums des Gelben Trikots wird das Trikot nicht, wie zuvor, im Verlauf der Tour gleich aussehen, sondern täglich wechselnd ein bestimmtes Motiv tragen:[1][2]

Teams und FahrerBearbeiten

Der Veranstalter ASO lädt zusätzlich zu den 18 automatisch qualifizierten WorldTeams mit Arkéa-Samsic, Cofidis, Direct Énergie und Wanty-Groupe Gobert vier UCI Professional Continental Teams ein. Es starten insgesamt 176 Fahrer.

Zu den angekündigten Startern gehört der Gesamtsieger der Tour de France 2018 Geraint Thomas, der sich in Abwesenheit seines Teamkollegen Froome die Kapitänsrolle in seinem Team Ineos mit der Nachwuchshoffnung Egan Bernal teilen soll. Der Vorjahreszweite Tom Dumoulin erklärte seinen Startverzicht nach einem Sturz beim Giro d’Italia 2019,[3] ebenso wie der Vorjahresdritte und viermalige Gesamtsieger Chris Froome nach einem schweren Unfall beim Critérium du Dauphiné 2019.[4] Ebenfalls nicht am Start ist der Vorjahresvierte Primož Roglič (Team Jumbo-Visma). Er entschied sich nach einem anstrengenden Giro d’Italia 2019 die Tour auszulassen und soll durch den Vorjahresfünften Steven Kruijswijk als Teamkapitän vertreten werden.[5] Ag2r La Mondiale wird vom Vorjahressechsten Romain Bardet angeführt, der unter anderem vom Gewinner des Weißen Trikots 2018, Pierre Latour unterstützt werden soll.

Von den sprintstarken Fahrern wurden unter anderem der sechsfache Gewinner des Grünen Trikots und dreimalige Weltmeister Peter Sagan (Bora-hansgrohe),[6] Michael Matthews (Sunweb)[7], der zweimalige Etappensieger des Vorjahres Dylan Groenewegen (Jumbo-Visma)[5] und Elia Viviani vom Deceuninck-Quick-Step-Team aufgeboten, zu dem auch der Gewinner des Gepunkteten Trikots und zweifacher Bergetappensieger, Julian Alaphilippe und als Gesamtwertungsfahrer der Zweite der Vuelta a España 2018 Enric Mas gehören soll.[8]

WorldTeams (18)
  1.   AG2R La Mondiale
  2.   Astana
  3.   Bahrain-Merida
  4.   Bora-Hansgrohe
  5.   CCC
  6.   Deceuninck-Quick Step
  7.   Dimension Data
  8.   EF Education First Pro Cycling
  9.   Groupama-FDJ
  10.   Jumbo-Visma
  11.   Katusha-Alpecin
  12.   Lotto-Soudal
  13.   Mitchelton-Scott
  14.   Movistar
  15.   Team Ineos
  16.   Sunweb
  17.   Trek-Segafredo
  18.   UAE Emirates
Professional Continental Teams (4)
  1.   Arkéa-Samsic
  2.   Cofidis
  3.   Total Direct Énergie
  4.   Wanty-Gobert
 

StreckeBearbeiten

 
Die Tour beginnt am Königsplatz an der Klosterkirche Sint-Jacob op de Koudenberg / Saint-Jacques-sur-Coudenberg bzw. Gottfried-Statue in der Nähe des Königlichen Palastes und Mont des Arts

Die 106. Tour-de-France-Strecke ist 3.480 Kilometer lang und in 21 Etappen unterteilt, darunter zwei Etappen für das Zeitfahren (ein Mannschafts- und ein Einzelzeitfahren). Die Strecke führt – gegen den Uhrzeigersinn – durch die östliche und südliche Landeshälfte Frankreichs, wobei die ersten zwei Etappen in Belgien stattfinden bzw. die dritte Etappe in Belgien beginnt. Mit 30 Anstiegen in der 2. und 1. Kategorie sowie der Hors Catégorie (HC) gilt die Strecke als sehr bergig. Die Fahrer müssen insgesamt 65 Anstiege bewältigen, darunter fünf der schwersten Kategorie HC an vier verschiedenen Gebirgen: den Vogesen, dem Zentralmassiv, den Pyrenäen und schließlich den Alpen. Die Veranstaltung umfasst sieben Bergetappen, vier davon haben sieben Anstiege, die mindestens 2.000 Meter über dem Meeresspiegel hinausgehen, wobei das Dach der Tour der Col de l'Iseran (2.770 Höhenmeter) sein wird.

Grand DépartBearbeiten

Der Grand Départ findet zum zweiten Mal nach 1958 in Brüssel statt. Die belgische Hauptstadt wird sowohl Start- und Zielort der ersten Etappe als auch Austragungsort eines Mannschaftszeitfahrens am zweiten Tag sein. Der Grand Départ erinnert an den ersten Tour-de-France-Sieg der belgischen Radsportlegende Eddy Merckx bei der Austragung 50 Jahre zuvor.[9] Beim Grand Départ werden die Anstiege Mauer von Geraardsbergen und der Bosberg bewältigt, die durch die Flandern-Rundfahrt Berühmtheit erlangt haben.

Weiterer StreckenverlaufBearbeiten

 
Haut-Kœnigsbourg

Nach dem Mannschaftszeitfahren in Brüssel über 27,6 Kilometer geht es auf der dritten Etappe von der belgischen Stadt Binche beginnend nach Frankreich zur Stadt Épernay in die Champagne. Die dritte Etappe führt durch das flache belgisch-französische Grenzgebiet, ehe es im letzten Viertel hügelig wird und mit einem leichten Anstieg in der Zielankunft endet. Die Tour führt dann weiter nach Ost-Frankreich. Während die vierte Etappe – zwischen Reims und Nancy – eine Flach-Etappe und für Sprinter-Spezialisten prädestiniert ist, führt die fünfte Etappe nach Colmar zum ersten Anstieg der 2. Kategorie der Tour: dem Côte du Haut-Kœnigsbourg. Die Überquerung der Vogesen wird am nächsten Tag mit einer Berg-Etappe von Mülhausen zur Planche des Belles Filles fortgesetzt, wobei der letzte Anstieg – mit einem durchschnittlichen Anstieg von 8,7 % auf 7 km Länge – beim letzten Kilometer eine Steigung von 24 % hat. Danach folgt eine 230 Kilometer lange Flach-Etappe, die längste Etappe dieser Tour, zwischen Belfort und Chalon-sur-Saône. Das zweite Wochenende wird mit der Durchquerung des Beaujolais sowie des Zentralmassivs wieder schwieriger: Von Mâcon nach Saint-Étienne wird die hügelige 8. Etappe von sieben Anstiegen geprägt sein. Der Sonntag wird etwas einfacher, jedoch muss zu Beginn der Etappe der Anstieg Mur d'Aurec-sur-Loire (ein Bergwertung der 1. Kategorie) überwunden werden, am Ende erreicht das Fahrerfeld die Stadt Brioude – die Geburtsstadt des Radrennprofis Romain Bardet. Vor dem Ruhetag findet zwischen Saint-Flour und Albi eine für Sprinter und Ausreißergruppen günstige Etappe statt.

 
Col del Tourmalet mit der Skulptur Géant du Tourmalet
 
Der Berg Montségur mit der Ruine der gleichnamigen Katharerburg

Nach dem ersten Ruhetag stehen in der zweiten Woche die Pyrenäen auf dem Tourplan. Vor Erreichen der Pyrenäen steht jedoch eine einfache Etappe zwischen Albi und Toulouse an. Das Hochgebirge wird mit drei Berg-Etappen überquert, die mit einer Einzelzeitfahrt ergänzt wird. Die erste Pyrenäen-Etappe, die von Toulouse aus beginnt, endet in Bagnères-de-Bigorre und überquert dabei die Gebirgspässe Col de Peyresourde und Hourquette d’Ancizan. Am 19. Juli, dem 100. Jahrestag des Gelben Trikots, das erstmals an Eugène Christophe vergeben wurde, findet in und um Pau ein Einzelzeitfahren statt. Danach folgt die zweite, jedoch kurze Pyrenäen-Etappe (117,5 km) zwischen Tarbes und dem Col du Tourmalet (mit einem durchschnittlichen Anstieg von 7,4 % auf 19,0 km Länge). Zum dritten Mal in der Geschichte der Frankreichrundfahrt (nach 1974 und 2010) ist der Col du Tourmalet eine Bergankunft, dort wird auch der Souvenir Jacques Goddet verliehen. Die insgesamt 15. Etappe und dritte Pyrenäen-Etappe durchquert ein Gebiet, das wegen der Katharerburgen große Bekanntheit erlangt hat. Mit einem Start von Limoux aus muss das Fahrerfeld ein Anstieg der 2. Kategorie und drei Anstiege der 1. Kategorie bezwingen, wobei die Bergankunft von Prat d'Albis oberhalb von Foix (mit einem durchschnittlichen Anstieg von 6,9 % auf 11,8 km Länge) mit dem zweiten Ruhetag endet.

 
Blick auf den Col de l'Iseran

Nach dem Ruhetag beginnt und endet mit einer große Schleife die 16. Etappe in Nîmes. Mit dem Pont du Gard, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, beginnt die nächste Etappe in Richtung Gap in Hautes-Alpes. Danach kommen drei Alpen-Etappen mit insgesamt sechs Anstiegen, die die 2.000-Höhenmeter-Marke überschreiten. Die erste Alpen-Etappe verläuft von Embrun aus auf einer langen 208 Kilometer langen Berg-Etappe nach Valloire, bei der drei große Gebirgspässe bewältigt werden müssen: dem Col de Vars, Col d'Izoard und Col du Galibier – auf dem Col d'Izoard wird der Souvenir Henri Desgrange verliehen. Die zweite Alpen-Etappe zwischen Saint-Jean-de-Maurienne und Tignes ist zwar deutlich kürzer, jedoch dadurch nicht einfacher: Das Fahrerfeld muss – neben vier Anstiegen der 3. bis 1. Kategorie, darunter den Montée de Tignes bei 2.089 Höhenmeter – den Col de l'Iseran von der Südseite überqueren, mit 2.770 Höhenmeter das Dach der Tour. Die letzte Alpen-Etappe endet mit der schweren Bergankunft am Val Thorens.

Die Rundfahrt endet mit der 21. Etappe traditionell auf der Avenue des Champs-Élysées in Paris.

EtappenlisteBearbeiten

 EtappeDatumEtappenortetypeLänge (km)Etappen­siegerGesamt­führender
1. Etappe 6. JuliStadt BrüsselStadt Brüssel194,5  Mike Teunissen  Mike Teunissen
2. Etappe 7. JuliStadt BrüsselStadt Brüssel27,6  Jumbo-Visma  Mike Teunissen
3. Etappe 8. JuliBincheÉpernay215  Julian Alaphilippe  Julian Alaphilippe
4. Etappe 9. JuliReimsNancy213,5  Elia Viviani  Julian Alaphilippe
5. Etappe 10. JuliSaint-Dié-des-VosgesColmar175,5  Peter Sagan  Julian Alaphilippe
6. Etappe 11. JuliMülhausenPlanche des Belles Filles160,5  Dylan Teuns  Giulio Ciccone
7. Etappe 12. JuliBelfortChalon-sur-Saône230  Dylan Groenewegen  Giulio Ciccone
8. Etappe 13. JuliMâconSaint-Étienne200  Thomas De Gendt  Julian Alaphilippe
9. Etappe 14. JuliSaint-ÉtienneBrioude170,5  Daryl Impey  Julian Alaphilippe
10. Etappe 15. JuliSaint-FlourAlbi217,5  Wout Van Aert  Julian Alaphilippe
16. JuliRuhetag in Albi
11. Etappe 17. JuliAlbiToulouse167
12. Etappe 18. JuliToulouseBagnères-de-Bigorre209,5
13. Etappe 19. JuliPauPau27,2
14. Etappe 20. JuliTarbesCol du Tourmalet117,5
15. Etappe 21. JuliLimouxFoix185
22. JuliRuhetag in Nîmes
16. Etappe 23. JuliNîmesNîmes177
17. Etappe 24. JuliPont du GardGap200
18. Etappe 25. JuliEmbrunValloire208
19. Etappe 26. JuliSaint-Jean-de-MaurienneTignes126,5
20. Etappe 27. JuliAlbertvilleVal Thorens130
21. Etappe 28. JuliRambouilletParis128

Wertungen und PreisgeldBearbeiten

Das Rennen wird nach dem Reglement der Union Cycliste Internationale (UCI) für Etappenrennen ausgetragen. Der Veranstalter Amaury Sport Organisation legt im Einklang hiermit ein Sonderreglement fest, aus dem sich die Höhe der Preisgelder und die Kriterien für die Vergabe der Sonderwertungen ergaben (die Gesamtwertung und die Mannschaftswertung ergeben sich aus dem Reglement der UCI), wie nachfolgend beschrieben.[10][11]

Etappenkoeffizienten und KarenzzeitBearbeiten

Der Veranstalter weist den Etappen sieben Koeffizienten zu, die für die Karenzzeit von Bedeutung sind:

  • Koeffizient 1: Etappen ohne besondere Schwierigkeit (1., 4., 7., 11., 16., 17., 21. Etappe) mit einer Karenzzeit zwischen 3 % bei einer Siegergeschwindigkeit unter 36 km/h und 11 % bei einer Siegergeschwindigkeit über 50 km/h,
  • Koeffizient 2: Etappen mit leichten Schwierigkeiten (3., 5., 9., 10. Etappe) mit einer Karenzzeit zwischen 9 % bei einer Siegergeschwindigkeit unter 37 km/h und 11 % bei einer Siegergeschwindigkeit über 41 km/h,
  • Koeffizient 3: Etappen auf sehr rauem Terrain (8., 12. Etappe) mit einer Karenzzeit zwischen 10 % bei einer Siegergeschwindigkeit unter 35 km/h und 20 % bei einer Siegergeschwindigkeit über 44 km/h,
  • Koeffizient 4: sehr schwere Etappen (6., 15., 18. Etappe) mit einer Karenzzeit zwischen 7 % bei einer Siegergeschwindigkeit unter 30 km/h und 18 % bei einer Siegergeschwindigkeit über 40 km/h,
  • Koeffizient 5: sehr schwere, kurze Etappen (14., 19., 20. Etappe) mit einer Karenzzeit zwischen 10 % bei einer Siegergeschwindigkeit unter 29 km/h und 18 % bei einer Siegergeschwindigkeit über 38 km/h,
  • Koeffizient 6: Einzelzeitfahren mit einer Karenzzeit von 25 % der Zeit des Siegers sowie
  • Koeffizient 7: Mannschaftszeitfahren mit einer Karenzzeit von 30 % der Zeit des Siegerteams.[10]

Die Etappenkoeffizienten sind auch bedeutend für die Punktewertung.

GesamtwertungBearbeiten

Der Führende der Gesamtwertung trägt das Gelbe Trikot (maillot jaune). Die Gesamtwertung ergab sich wie stets bei internationalen Etappenrennen aus der Addition der gefahrenen Zeiten. Zusätzlich gibt es bei den Etappen – außer den Zeitfahretappen – 10, 6 und 4 Sekunden Zeitbonifikation. Weitere Zeitbonifikationen in Höhe von 8, 5 und 2 Sekunden gibt es an der vorletzten oder letzten Bergwertung der 3., 6., 8., 9., 12., 15., 18. und 19. Etappe.

PunktewertungBearbeiten

Der Führende der Punktewertung trägt das Grüne Trikot (maillot vert). Die Punkte für diese Wertung werden bei Etappenzielen entsprechend der Schwierigkeit und Art der Etappe (→Koeffizient) und Zwischensprints wie folgt vergeben:

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15.
Koeffizient 1 50 30 20 18 16 14 12 10 8 7 6 5 4 3 2
Koeffizienten 2 und 3 30 25 22 19 17 15 13 11 9 7 6 5 4 3 2
Koeffizienten 4, 5 und 6 sowie Zwischensprints 20 17 15 13 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1

BergwertungBearbeiten

Der Führende der Bergwertung trägt das Gepunktete Trikot (maillot à pois). Die Punkte für diese Wertung werden auf den Überfahrten der Anstiege wie folgt vergeben:

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8.
Hors Catégorie > 2.000 m 40 30 24 20 16 12 8 4
Hors Catégorie 20 15 12 10 8 6 4 2
1. Kategorie 10 8 6 4 2 1
2. Kategorie 5 3 2 1
3. Kategorie 2 1
4. Kategorie 1
Souvenir Henri Desgrange
Der erste Fahrer auf dem Gipfel des Col de l’Iseran (19. Etappe) wird mit dem Souvenir Henri Desgrange ausgezeichnet.
Souvenir Jacques Goddet
Der erste Fahrer auf dem Gipfel des Col du Tourmalet (14. Etappe) wird mit dem Souvenir Jacques Goddet ausgezeichnet.

NachwuchswertungBearbeiten

Der Führende der Nachwuchswertung trägt das Weiße Trikot (maillot blanc). Die Nachwuchswertung berechnet sich wie die Gesamtwertung. In der Nachwuchswertung werden alle seit dem 1. Januar 1994 geborenen Fahrer erfasst.

MannschaftswertungBearbeiten

Die Führenden der Mannschaftswertung tragen eine gelbe Rückennummer. Die Mannschaftswertung berechnet sich aus den Zeiten der drei ersten Fahrer eines Teams auf jeder Etappe; beim Mannschaftszeitfahren wird die von der Mannschaft erreichte Zeit mit vier multipliziert und zum Mannschaftsklassement hinzugerechnet.

Kämpferischster FahrerBearbeiten

Eine Jury zeichnet am Ende einer Etappe und am Ende der Tour de France einen Fahrer mit der Roten Rückennummer als kämpferischsten Fahrer aus. Ausgenommen sind das Mannschaftszeitfahren, das Einzelzeitfahren und die Schlussetappe.

PreisgelderBearbeiten

Die Höhe der einzelnen Preisgelder hatte sich im Vergleich zu den letzten Touren nicht verändert. Die Preisgelder belaufen sich auf eine Gesamtsumme von 2.291.700 Euro.[12] Davon werden 1.138.800 Euro für das Gesamtklassement, 601.650 Euro für die Etappenwertung, 178.800 Euro für die Mannschaftswertung, 128.000 Euro für die Punktewertung, 112.450 Euro für die Bergwertung, 66.000 Euro für die Nachwuchswertung, 56.000 Euro für die Wertungen um den kämpferischsten Fahrer sowie 10.000 Euro für die Sonderwertungen (Souvenir Jacques Goddet und Souvenir Henri Desgrange) verwendet.

Preisgelder für die verschiedenen Wertungen
Platzierung 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8.Anm. Täglich
  Gesamtwertung 500.000 € 200.000 € 100.000 € 70.000 € 50.000 € 23.000 € 11.500 € 7.600 € 500 €
  Punktewertung 025.000 € 015.000 € 010.000 € 04.000 € 03.500 € 03.000 € 02.500 € 2.000 € 300 €
  Bergwertung 025.000 € 015.000 € 010.000 € 04.000 € 03.500 € 03.000 € 02.500 € 2.000 € 300 €
  Nachwuchswertung 020.000 € 015.000 € 010.000 € 05.000 € 300 €
  Mannschaftswertung 050.000 € 030.000 € 020.000 € 12.000 € 08.000 €
  Kämpferischster Fahrer 020.000 €
Anm. Die Preisgelder der Gesamtwertung sind als einzige bis zum 160. Platz gestaffelt und betragen für jeden Fahrer ab dem 20. Platz 1.000 €. Fahrer ab dem 161. Platz in der Gesamtwertung erhalten kein Preisgeld
Preisgelder bei den Etappen
Platzierung 1. 2. 3. Anmerkung
Etappenwertung 11.000 € 5.500 € 2.800 € gestaffelt bis zum 20. Platz (300 €)
Zwischensprints 01.500 € 1.000 € 0500 € 19 Zwischensprints während der Tour
Bergwertung Kat. HC 00800 € 0450 € 0300 € 05 Wertungen während der Tour
Bergwertung Kat. 1 00650 € 0400 € 0150 € 13 Wertungen während der Tour
Bergwertung Kat. 2 00500 € 0250 € 12 Wertungen während der Tour
Bergwertung Kat. 3 00300 € 21 Wertungen während der Tour
Bergwertung Kat. 4 00200 € 14 Wertungen während der Tour
Nachwuchsfahrer 00500 € schnellster Nachwuchsfahrer der Etappe
Kämpferischster Fahrer 0 2.000 € ausgenommen Zeitfahren und Schlussetappe
Mannschaft 02.800 € schnellste Mannschaft der Etappe

TourverlaufBearbeiten

Erste WocheBearbeiten

Wertungen nach der 7. Etappe
  Italien  Giulio Ciccone (TFS) 29:17:39 h
2. Frankreich  Julian Alaphilippe (DQT) + 0:06 min
3. Belgien  Dylan Teuns (TBM) + 0:32 min
4. Neuseeland  George Bennett (TJV) + 0:47 min
5. Vereinigtes Konigreich  Geraint Thomas (INS) + 0:49 min
6. Kolumbien  Egan Bernal (INS) + 0:53 min
7. Frankreich  Thibaut Pinot (GFC) + 0:58 min
8. Niederlande  Steven Kruijswijk (TJV) + 1:04 min
9. Kanada  Michael Woods (EF1) + 1:13 min
10. Kolumbien  Rigoberto Urán (EF1) + 1:15 min
  Slowakei  Peter Sagan (BOH) 177 Pkt.
2. Italien  Sonny Colbrelli (TBM) 121 Pkt.
3. Italien  Elia Viviani (DQT) 117 Pkt.
  Belgien  Tim Wellens (LTS) 43 Pkt.
2. Italien  Giulio Ciccone (TFS) 30 Pkt.
3. Belgien  Xandro Meurisse (WGG) 27 Pkt.
  Italien  Giulio Ciccone (TFS) 29:17:39 h
2. Kolumbien  Egan Bernal (INS) + 0:53 min
3. Spanien  Enric Mas (DQT) + 1:23 min
  Vereinigte Staaten  Trek-Segafredo 88:27:39 h
2. Spanien  Movistar Team + 1:39 min
3. Frankreich  Groupama-FDJ + 2:04 min
 
Das Gruppeto durchfährt in der 3. Etappe die Stadt Reims; Mike Teunissen (r.) im Gelben Trikot
Das Fahrerfeld startet in der 6. Etappe in Mulhouse
 
Die vierköpfige Spitzengruppe während der 6. Etappe

Die erste Etappe war den Sprintern vorbehalten. Greg Van Avermaet (CCC) führte eine kleine Spitzegruppe die erste Bergwertung an, die Mauer von Geraardsbergen (3. Kategorie), die ihm zwei Tage lang das gepunktete Trikot einbrachte. Die Spitzengruppe wurde wieder eingeholt, und kein Fahrer schaffte es, sich vom Peloton zu lösen, sodass der Etappensieg zwischen den Sprint-Favoriten ausgetragen wurde. Auf den beiden letzten Kilometer gab es ein Sturz, in den u. a. Dylan Groenewegen (TJV), Geraint Thomas (INS) – Sieger der letzten Tour – sowie Emanuel Buchmann (BOH) verwickelt waren. Zur Überraschung aller gewann der Niederländer Mike Teunissen (TJV). Er überquerte zuerst die Ziellinie, vor Peter Sagan (BOH) und Caleb Ewan (LTS). Teunissen erkämpfte sich auch das erste Gelbe Trikot und auch die Führung in der Punktewertung. Es war das erste Mal seit 30 Jahren – Erik Breukink im Jahr 1989 –, dass ein Niederländer das Gelbe Trikot der Tour de France übernahm.

Beim Mannschaftszeitfahren startete das Team Ineos und führte das gesamte Zeitfahren an. Romain Bardet mit seinem Team Ag2r La Mondiale verlor mehr als eine Minute und war der große Verlierer des Tages. Team Jumbo-Visma, das zuletzt gestartet hatte, war das schnellste Team – mit einem Abstand von 20 Sekunden zum Zweitplatzierten Team Ineos – und ermöglichte es Mike Teunissen, sein gelbes Trikot zu verteidigen. Sein Teamkollege Wout Van Aert eroberte das Weiße Trikot. Die ersten fünf Plätze im Gesamtklassement belegten Fahrer aus dem Team Jumbo-Visma.

Die dritte Etappe wurde vom Ausreißversuch einer Fünfergruppe geprägt. Der Belgier Tim Wellens (LTS) attackierte ca. 50 Kilometer vor dem Ziel und gewann alle vier Bergwertungen der Etappe. Wellens übernahm dadurch die Führung in der Bergwertung. Die Ausreißergruppe wurde vom Peloton wieder eingeholt. Beim letzten Anstieg (Côte de Mutigny) attackierte der Franzose Julian Alaphilippe (DQT) und sammelte wichtige Bonussekunden, die Verfolger ließ er hinter sich. Er gewann nicht nur die Etappe, er wurde auch der neue Träger des Gelben Trikots. Der letzte Franzose, der bei der Tour das Gelbe Trikot trug, war Tony Gallopin im Jahr 2014. Teunissen, der bisherige Führende im Gesamtklassement und in der Sprinterwertung, erreichte knapp 5 Minuten später das Ziel. Von nun an übernahm Sagan das Grüne Trikot.

Die Situation in den Wertungen änderte sich auf den Folgeetappen nicht. Der italienische Sprinter Elia Viviani (DQT) gewann zwar die vierte Etappe, Peter Sagan konnte durch einen vierten Platz in der vierten Etappe und dem Sieg in der fünften Etappe seine Führung im Punkteklassement ausbauen. Ebenso konnte Tim Wellens seine Führung in der Bergwertung um 10 Punkte weiter ausbauen.

Die erste Bergetappe der Tour zwischen Mulhouse und La Planche des Belles Filles brachte Veränderungen in einigen Wertungen. Es gab drei Bergwertungen der 1. Kategorie, die Fahrer mussten insgesamt 4000 Höhenmeter überwinden. Der Neuseeländer Patrick Bevin (CCC) trat aufgrund zweier Rippenbrüche, die er sich bei einem Sturz in der vierten Etappe zugezogen hatte, nicht mehr an – er war der erste ausgeschiedene Fahrer der Tour. Die Etappe wurde von einer 14-köpfigen Ausreißergruppe dominiert, darunter die Deutschen André Greipel (PCB), Nikias Arndt (SUN) und Nils Politt (TKA) sowie Thomas De Gendt, Tim Wellens, Xandro Meurisse (WGG), Dylan Teuns (TBM) und Giulio Ciccone (TFS) – die letzten drei Fahrer gefährdeten Alaphilippe in der Gesamtwertung. Wellens baute seine Führung als bester Bergkletterer weiter aus. Am Col des Chevrères reduzierte sich die Spitzengruppe auf vier Fahrer. Wellens, Meurisse, Teuns und Ciccone führten die Etappen an. Beim Schlussanstieg zum Planche des Belles Filles (1. Kategorie, 7,0 km bei 8,7 %) hatten Wellens und Meurisse den Anschluss verloren, der Etappensieg entschied sich zwischen Teuns und Ciccone. Ciccone hatte auf den letzten 100 Metern keine Kraft mehr in den Beinen, Teuns gewann die schwierige Etappe für sich. Ciccone bewahrte seine Chance das Gelbe Trikot zu übernehmen, er hatte sich 14 Bonussekunden gesichert, musste allerdings auf die Ergebnisse der Verfolgergruppe warten. Xandro Meurisse wurde Dritter. Auf den letzten Kilometern gelang es Geraint Thomas sich aus der Verfolgergruppe zu befreien, gefolgt von Thibaut Pinot (GFC), sie erreichten das Ziel zur gleichen Zeit (+ 1:44 Min). Alaphilippe, der bisherige Träger des Gelben Trikot, wurde Etappensechster (+ 1:46 Min). Mit einem Vorsprung von 6 Sekunden im Gesamtklassement eroberte Ciccone das Gelbe Trikot. Zudem übernahm Ciccone auch das Weiße Trikot. Sein Team Trek-Segafredo übernahm die Führung der Mannschaftswertung.

Die siebte Etappe, eine Übergangsetappe, brachte keine Änderungen in den Wertungen.

Wertungen im TourverlaufBearbeiten

Die Tabelle zeigt den Führenden in der jeweiligen Wertung bzw. die Träger der Wertungstrikots oder farbigen Rückennummern am Ende der jeweiligen Etappe an. Eine detailliertere Übersicht über die Platzierungen nach einer Etappe bieten die einzelnen Etappenartikel, die in der ersten Spalte verlinkt sind.

Etap­pe  
Gesamt­wertung
 
Punkte­wertung
 
Berg­wertung
 
Nach­wuchs­wertung
 
Team­wertung
 
Kämpfe­rischster Fahrer
1. Niederlande  Mike Teunissen Niederlande  Mike Teunissen(a) Belgien  Greg Van Avermaet Australien  Caleb Ewan Niederlande  Team Jumbo-Visma Frankreich  Stéphane Rossetto
2. Belgien  Wout Van Aert nicht vergeben
3. Frankreich  Julian Alaphilippe Slowakei  Peter Sagan Belgien  Tim Wellens Belgien  Tim Wellens
4. Schweiz  Michael Schär
5. Lettland  Toms Skujiņš
6. Italien  Giulio Ciccone Italien  Giulio Ciccone(b) Vereinigte Staaten  Trek-Segafredo Belgien  Tim Wellens
7. Frankreich  Yoann Offredo
8. Frankreich  Julian Alaphilippe Belgien  Thomas De Gendt
9. Belgien  Tiesj Benoot
10. Kolumbien  Egan Bernal Spanien  Movistar Team Eritrea  Natnael Berhane
11.
12.
13. nicht vergeben
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
21. nicht vergeben
Sieger
(a) Auf der 2. und 3. Etappe trug Peter Sagan als Zweiter der Punktewertung das Grüne Trikot in Vertretung von Mike Teunissen (Gelbes Trikot).
(b) Auf der 7. und 8. Etappe trug Egan Bernal als Zweiter der Nachwuchswertung das Weiße Trikot in Vertretung von Giulio Ciccone (Gelbes Trikot).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Tour de France 2019 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Un maillot jaune différent chaque jour pour revisiter l'histoire du Tour. In: 20minutes.fr. 14. Mai 2019, abgerufen am 15. Mai 2019 (französisch).
  2. 100 Jahre Gelbes Trikot: 20 Unikate. In: letour.fr. ASO, 14. Mai 2019, abgerufen am 2. Juli 2019.
  3. Tour-Aus für Dumoulin. In: radsport-news.com. 20. Juni 2019, abgerufen am 29. Juni 2019.
  4. Froome: “Ich fokussiere mich darauf, wieder der Beste zu werden“. In: radsport-news.com. 15. Juni 2019, abgerufen am 29. Juni 2019.
  5. a b Jumbo-Visma: Auf jeglichem Terrain zu beachten. In: radsport-news.com. 29. Juni 2019, abgerufen am 29. Juni 2019.
  6. Bora-Hansgrohe mit Sagan, Buchmann und Konrad zur Tour. In: radsport-news.com. 29. Juni 2019, abgerufen am 29. Juni 2019.
  7. Ohne Dumoulin geht Sunweb bei der Tour auf Etappenjagd. In: radsport-news.com. 28. Juni 2019, abgerufen am 29. Juni 2019.
  8. Deceuninck will bei der Tour mit Führungstrio glänzen. In: radsport-news.com. 26. Juni 2019, abgerufen am 29. Juni 2019.
  9. 2019 Tour de France in Brussels. In: www.brussels.be. 16. Januar 2018, archiviert vom Original am 4. Juli 2018; abgerufen am 4. Juli 2018 (englisch).
  10. a b Reglement und Wertungen bei der Tour de France. In: sportschau.de. 28. Juni 2019, abgerufen am 29. Juni 2019.
  11. Règlement de l’Èpreuve, Liste des Prix/Prize Money, Regulations. (PDF, 269 KB) In: letour.fr. Abgerufen am 7. Juli 2019 (französisch, englisch).
  12. Andreas Schulz: Preisgeld und Reglement der Tour de France 2019. In: radsport-news.com. 4. Juli 2019, abgerufen am 5. Juli 2019.