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Tour de France 2019

106. Austragung der Tour de France
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Tour de France 2019, Egan Bernal (48417058947) (cropped small).jpg
Allgemeines
Ausgabe106. Tour de France
RennserieUCI WorldTour 2019 2.UWT
Etappen21
Datum6. – 28. Juli 2019
Gesamtlänge3.365,8 km
AustragungsländerFRA Frankreich
BEL Belgien
StartStadt Brüssel
ZielParis
Teams22
Fahrer am Start176
Fahrer im Ziel155
Ergebnis
SiegerCOL Egan Bernal (Ineos)
ZweiterGBR Geraint Thomas (Ineos)
DritterNED Steven Kruijswijk (Jumbo-Visma)
PunktewertungSVK Peter Sagan (Bora-Hansgrohe)
BergwertungFRA Romain Bardet (AG2R La Mondiale)
NachwuchswertungCOL Egan Bernal (Ineos)
Kämpferischster FahrerFRA Julian Alaphilippe (Deceuninck-Quick-Step)
TeamwertungESP Movistar
Route of the 2019 Tour de France.png
◀ 20182020
Dokumentation Wikidata-logo S.svg

Die Tour de France 2019 war die 106. Austragung des wichtigsten Etappenrennens im Straßenradsport. Sie startete am 6. Juli 2019 in Brüssel und endete am 28. Juli 2019 in Paris auf den Champs-Elysees. Das Grand-Tour-Etappenrennen gehört zur UCI WorldTour 2019.

Gestaltung des Gelben TrikotsBearbeiten

Im Mai 2019 wurde eine Neuerung beim Maillot Jaune bekanntgegeben: Aufgrund des 100-jährigen Jubiläums des Gelben Trikots wird das Trikot nicht, wie zuvor, im Verlauf der Tour gleich aussehen, sondern täglich wechselnd ein bestimmtes Motiv tragen:[1][2]

Teams und FahrerBearbeiten

Der Veranstalter ASO lud zusätzlich zu den 18 automatisch qualifizierten WorldTeams mit Arkéa-Samsic, Cofidis, Direct Énergie und Wanty-Groupe Gobert vier UCI Professional Continental Teams ein. Es starteten insgesamt 176 Fahrer.

Zu den Startern gehörte der Gesamtsieger der Tour de France 2018 Geraint Thomas, der sich in Abwesenheit seines Teamkollegen Froome die Kapitänsrolle in seinem Team Ineos mit der Nachwuchshoffnung Egan Bernal teilte. Der Vorjahreszweite Tom Dumoulin erklärte seinen Startverzicht nach einem Sturz beim Giro d’Italia 2019,[3] ebenso wie der Vorjahresdritte und viermalige Gesamtsieger Chris Froome nach einem schweren Unfall beim Critérium du Dauphiné 2019.[4] Ebenfalls nicht am Start war der Vorjahresvierte Primož Roglič (Team Jumbo-Visma). Er entschied sich, nach einem anstrengenden Giro d’Italia 2019 die Tour auszulassen und wird durch den Vorjahresfünften Steven Kruijswijk als Teamkapitän vertreten.[5] Ag2r La Mondiale wird vom Vorjahressechsten Romain Bardet angeführt, der unter anderem vom Gewinner des Weißen Trikots 2018, Pierre Latour unterstützt wurde.

Von den sprintstarken Fahrern wurden unter anderem der sechsfache Gewinner des Grünen Trikots und dreimalige Weltmeister Peter Sagan (Bora-hansgrohe),[6] Michael Matthews (Sunweb)[7], der zweimalige Etappensieger des Vorjahres Dylan Groenewegen (Jumbo-Visma)[5] und Elia Viviani vom Deceuninck-Quick-Step-Team aufgeboten, zu dem auch der Gewinner des Gepunkteten Trikots und zweifacher Bergetappensieger, Julian Alaphilippe, und als Gesamtwertungsfahrer der Zweite der Vuelta a España 2018, Enric Mas, gehörte.[8]

WorldTeams (18)
  1.   AG2R La Mondiale
  2.   Astana
  3.   Bahrain-Merida
  4.   Bora-Hansgrohe
  5.   CCC
  6.   Deceuninck-Quick-Step
  7.   Dimension Data
  8.   EF Education First
  9.   Groupama-FDJ
  10.   Jumbo-Visma
  11.   Katusha-Alpecin
  12.   Lotto-Soudal
  13.   Mitchelton-Scott
  14.   Movistar
  15.   Ineos
  16.   Sunweb
  17.   Trek-Segafredo
  18.   UAE Team Emirates
Professional Continental Teams (4)
  1.   Arkéa-Samsic
  2.   Cofidis
  3.   Total Direct Énergie
  4.   Wanty-Gobert
 

StreckeBearbeiten

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Die Tour beginnt am Königsplatz an der Klosterkirche Sint-Jacob op de Koudenberg / Saint-Jacques-sur-Coudenberg bzw. Gottfried-Statue in der Nähe des Königlichen Palastes und Mont des Arts

Die 106. Tour-de-France-Strecke war 3.480 Kilometer lang und in 21 Etappen unterteilt, darunter zwei Etappen für das Zeitfahren (ein Mannschafts- und ein Einzelzeitfahren). Die Strecke führte – gegen den Uhrzeigersinn – durch die östliche und südliche Landeshälfte Frankreichs, wobei die ersten zwei Etappen in Belgien stattfanden bzw. die dritte Etappe in Belgien begann. Mit 30 Anstiegen in der 2. und 1. Kategorie sowie der Hors Catégorie (HC) galt die Strecke als sehr bergig. Die Fahrer mussten insgesamt 65 Anstiege bewältigen, darunter fünf der schwersten Kategorie HC an vier verschiedenen Gebirgen: den Vogesen, dem Zentralmassiv, den Pyrenäen und schließlich den Alpen. Die Veranstaltung umfasste sieben Bergetappen, vier davon haben sieben Anstiege, die mindestens 2.000 Meter über dem Meeresspiegel hinausgehen, wobei das Dach der Tour der Col de l'Iseran (2.770 Höhenmeter) war.

Grand DépartBearbeiten

Der Grand Départ fand zum zweiten Mal nach 1958 in Brüssel statt. Die belgische Hauptstadt war sowohl Start- und Zielort der ersten Etappe als auch Austragungsort eines Mannschaftszeitfahrens am zweiten Tag. Der Grand Départ erinnerte an den ersten Tour-de-France-Sieg der belgischen Radsportlegende Eddy Merckx bei der Austragung 50 Jahre zuvor.[9] Beim Grand Départ werden die Anstiege Mauer von Geraardsbergen und der Bosberg bewältigt, die durch die Flandern-Rundfahrt Berühmtheit erlangt haben.

Weiterer StreckenverlaufBearbeiten

 
Haut-Kœnigsbourg

Nach dem Mannschaftszeitfahren in Brüssel über 27,6 Kilometer ging es auf der dritten Etappe von der belgischen Stadt Binche beginnend nach Frankreich zur Stadt Épernay in die Champagne. Die dritte Etappe führte durch das flache belgisch-französische Grenzgebiet, ehe es im letzten Viertel hügelig wurde und mit einem leichten Anstieg in der Zielankunft endete. Die Tour führte dann weiter nach Ost-Frankreich. Während die vierte Etappe – zwischen Reims und Nancy – eine Flach-Etappe und für Sprinter-Spezialisten prädestiniert war, führte die fünfte Etappe nach Colmar zum ersten Anstieg der 2. Kategorie der Tour: dem Côte du Haut-Kœnigsbourg. Die Überquerung der Vogesen wurde am nächsten Tag mit einer Berg-Etappe von Mülhausen zur Planche des Belles Filles fortgesetzt, wobei der letzte Anstieg – mit einem durchschnittlichen Anstieg von 8,7 % auf 7 km Länge – beim letzten Kilometer eine Steigung von 24 % hatte. Danach folgte eine 230 Kilometer lange Flach-Etappe, die längste Etappe dieser Tour, zwischen Belfort und Chalon-sur-Saône. Das zweite Wochenende wurde mit der Durchquerung des Beaujolais sowie des Zentralmassivs wieder schwieriger: Von Mâcon nach Saint-Étienne wurde die hügelige 8. Etappe von sieben Anstiegen geprägt. Der Sonntag wurde etwas einfacher, jedoch musste zu Beginn der Etappe der Anstieg Mur d'Aurec-sur-Loire (eine Bergwertung der 1. Kategorie) überwunden werden, am Ende erreicht das Fahrerfeld die Stadt Brioude – die Geburtsstadt von Romain Bardet. Vor dem Ruhetag fand zwischen Saint-Flour und Albi eine für Sprinter und Ausreißergruppen günstige Etappe statt.

 
Col del Tourmalet mit der Skulptur Géant du Tourmalet
 
Der Berg Montségur mit der Ruine der gleichnamigen Katharerburg

Nach dem ersten Ruhetag standen in der zweiten Woche die Pyrenäen auf dem Tourplan. Vor Erreichen der Pyrenäen stand jedoch eine einfache Etappe zwischen Albi und Toulouse an. Das Hochgebirge wurde mit drei Berg-Etappen überquert, die mit einer Einzelzeitfahrt ergänzt wird. Die erste Pyrenäen-Etappe, die von Toulouse aus beginnt, endete in Bagnères-de-Bigorre und überquerte dabei die Gebirgspässe Col de Peyresourde und Hourquette d’Ancizan. Am 19. Juli, dem 100. Jahrestag des Gelben Trikots, das erstmals an Eugène Christophe vergeben wurde, fand in und um Pau ein Einzelzeitfahren statt. Danach folgt die zweite, jedoch kurze Pyrenäen-Etappe (117,5 km) zwischen Tarbes und dem Col du Tourmalet (mit einem durchschnittlichen Anstieg von 7,4 % auf 19,0 km Länge). Zum dritten Mal in der Geschichte der Frankreichrundfahrt (nach 1974 und 2010) war der Col du Tourmalet eine Bergankunft, dort wurde auch der Souvenir Jacques Goddet verliehen. Die insgesamt 15. Etappe und dritte Pyrenäen-Etappe durchquerte ein Gebiet, das wegen der Katharerburgen große Bekanntheit erlangt hat. Mit einem Start von Limoux aus musste das Fahrerfeld ein Anstieg der 2. Kategorie und drei Anstiege der 1. Kategorie bezwingen, wobei die Bergankunft von Prat d'Albis oberhalb von Foix (mit einem durchschnittlichen Anstieg von 6,9 % auf 11,8 km Länge) mit dem zweiten Ruhetag endete.

 
Blick auf den Col de l'Iseran

Nach dem Ruhetag begann und endete mit einer große Schleife die 16. Etappe in Nîmes. Mit dem Pont du Gard, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, begann die nächste Etappe in Richtung Gap in Hautes-Alpes. Danach kamen drei Alpen-Etappen mit insgesamt sechs Anstiegen, die die 2.000-Höhenmeter-Marke überschreiten. Die erste Alpen-Etappe verläuft von Embrun aus auf einer langen 208 Kilometer langen Berg-Etappe nach Valloire, bei der drei große Gebirgspässe bewältigt werden mussten: dem Col de Vars, Col d'Izoard und Col du Galibier. Die zweite Alpen-Etappe zwischen Saint-Jean-de-Maurienne und Tignes war zwar deutlich kürzer, jedoch dadurch nicht einfacher: Das Fahrerfeld muss – neben vier Anstiegen der 3. bis 1. Kategorie, darunter den Montée de Tignes bei 2.089 Höhenmeter – den Col de l'Iseran von der Südseite überqueren, mit 2.770 Höhenmeter das Dach der Tour, weshalb dort das Souvenir Henri Desgrange verliehen wird. Die letzte Alpen-Etappe endete mit der schweren Bergankunft am Val Thorens.

Die Rundfahrt endete mit der 21. Etappe traditionell auf der Avenue des Champs-Élysées in Paris.

EtappenlisteBearbeiten

 EtappeDatumEtappenortetypeLänge (km)Etappen­siegerGesamt­führender
1. Etappe 6. JuliStadt BrüsselStadt Brüssel194,5  Mike Teunissen  Mike Teunissen
2. Etappe 7. JuliStadt BrüsselStadt Brüssel27,6  Jumbo-Visma  Mike Teunissen
3. Etappe 8. JuliBincheÉpernay215  Julian Alaphilippe  Julian Alaphilippe
4. Etappe 9. JuliReimsNancy213,5  Elia Viviani  Julian Alaphilippe
5. Etappe 10. JuliSaint-Dié-des-VosgesColmar175,5  Peter Sagan  Julian Alaphilippe
6. Etappe 11. JuliMülhausenPlanche des Belles Filles160,5  Dylan Teuns  Giulio Ciccone
7. Etappe 12. JuliBelfortChalon-sur-Saône230  Dylan Groenewegen  Giulio Ciccone
8. Etappe 13. JuliMâconSaint-Étienne200  Thomas De Gendt  Julian Alaphilippe
9. Etappe 14. JuliSaint-ÉtienneBrioude170,5  Daryl Impey  Julian Alaphilippe
10. Etappe 15. JuliSaint-FlourAlbi217,5  Wout Van Aert  Julian Alaphilippe
16. JuliRuhetag in Albi
11. Etappe 17. JuliAlbiToulouse167  Caleb Ewan  Julian Alaphilippe
12. Etappe 18. JuliToulouseBagnères-de-Bigorre209,5  Simon Yates   Julian Alaphilippe
13. Etappe 19. JuliPauPau27,2  Julian Alaphilippe  Julian Alaphilippe
14. Etappe 20. JuliTarbesCol du Tourmalet  Thibaut Pinot  Julian Alaphilippe
15. Etappe 21. JuliLimouxFoix185  Simon Yates   Julian Alaphilippe
22. JuliRuhetag in Nîmes
16. Etappe 23. JuliNîmesNîmes177  Caleb Ewan  Julian Alaphilippe
17. Etappe 24. JuliPont du GardGap200  Matteo Trentin  Julian Alaphilippe
18. Etappe 25. JuliEmbrunValloire208  Nairo Quintana  Julian Alaphilippe
19. Etappe 26. JuliSaint-Jean-de-MaurienneCol de l’Iseran89Abbruch der Etappe  Egan Bernal
20. Etappe 27. JuliAlbertvilleVal Thorens59,5  Vincenzo Nibali  Egan Bernal
21. Etappe 28. JuliRambouilletParis128  Caleb Ewan  Egan Bernal

Wertungen und PreisgeldBearbeiten

Das Rennen wird nach dem Reglement der Union Cycliste Internationale (UCI) für Etappenrennen ausgetragen. Der Veranstalter Amaury Sport Organisation legt im Einklang hiermit ein Sonderreglement fest, aus dem sich die Höhe der Preisgelder und die Kriterien für die Vergabe der Sonderwertungen ergaben (die Gesamtwertung und die Mannschaftswertung ergeben sich aus dem Reglement der UCI), wie nachfolgend beschrieben.[10][11]

Etappenkoeffizienten und KarenzzeitBearbeiten

Der Veranstalter weist den Etappen sieben Koeffizienten zu, die für die Karenzzeit von Bedeutung sind:

  • Koeffizient 1: Etappen ohne besondere Schwierigkeit (1., 4., 7., 11., 16., 17., 21. Etappe) mit einer Karenzzeit zwischen 3 % bei einer Siegergeschwindigkeit unter 36 km/h und 11 % bei einer Siegergeschwindigkeit über 50 km/h,
  • Koeffizient 2: Etappen mit leichten Schwierigkeiten (3., 5., 9., 10. Etappe) mit einer Karenzzeit zwischen 9 % bei einer Siegergeschwindigkeit unter 37 km/h und 11 % bei einer Siegergeschwindigkeit über 41 km/h,
  • Koeffizient 3: Etappen auf sehr rauem Terrain (8., 12. Etappe) mit einer Karenzzeit zwischen 10 % bei einer Siegergeschwindigkeit unter 35 km/h und 20 % bei einer Siegergeschwindigkeit über 44 km/h,
  • Koeffizient 4: sehr schwere Etappen (6., 15., 18. Etappe) mit einer Karenzzeit zwischen 7 % bei einer Siegergeschwindigkeit unter 30 km/h und 18 % bei einer Siegergeschwindigkeit über 40 km/h,
  • Koeffizient 5: sehr schwere, kurze Etappen (14., 19., 20. Etappe) mit einer Karenzzeit zwischen 10 % bei einer Siegergeschwindigkeit unter 29 km/h und 18 % bei einer Siegergeschwindigkeit über 38 km/h,
  • Koeffizient 6: Einzelzeitfahren mit einer Karenzzeit von 25 % der Zeit des Siegers sowie
  • Koeffizient 7: Mannschaftszeitfahren mit einer Karenzzeit von 30 % der Zeit des Siegerteams.[10]

Die Etappenkoeffizienten sind auch bedeutend für die Punktewertung.

GesamtwertungBearbeiten

Der Führende der Gesamtwertung trägt das Gelbe Trikot (maillot jaune). Die Gesamtwertung ergab sich wie stets bei internationalen Etappenrennen aus der Addition der gefahrenen Zeiten. Zusätzlich gibt es bei den Etappen – außer den Zeitfahretappen – 10, 6 und 4 Sekunden Zeitbonifikation. Weitere Zeitbonifikationen in Höhe von 8, 5 und 2 Sekunden gibt es an der vorletzten oder letzten Bergwertung der 3., 6., 8., 9., 12., 15., 18. und 19. Etappe.

PunktewertungBearbeiten

Der Führende der Punktewertung trägt das Grüne Trikot (maillot vert). Die Punkte für diese Wertung werden bei Etappenzielen entsprechend der Schwierigkeit und Art der Etappe (→Koeffizient) und Zwischensprints wie folgt vergeben:

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15.
Koeffizient 1 50 30 20 18 16 14 12 10 8 7 6 5 4 3 2
Koeffizienten 2 und 3 30 25 22 19 17 15 13 11 9 7 6 5 4 3 2
Koeffizienten 4, 5 und 6 sowie Zwischensprints 20 17 15 13 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1

BergwertungBearbeiten

Der Führende der Bergwertung trägt das Gepunktete Trikot (maillot à pois). Die Punkte für diese Wertung werden auf den Überfahrten der Anstiege wie folgt vergeben:

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8.
Hors Catégorie > 2.000 m 40 30 24 20 16 12 8 4
Hors Catégorie 20 15 12 10 8 6 4 2
1. Kategorie 10 8 6 4 2 1
2. Kategorie 5 3 2 1
3. Kategorie 2 1
4. Kategorie 1
Souvenir Henri Desgrange
Der erste Fahrer auf dem Gipfel des Col de l’Iseran (19. Etappe) wurde mit dem Souvenir Henri Desgrange ausgezeichnet.
Souvenir Jacques Goddet
Der erste Fahrer auf dem Gipfel des Col du Tourmalet (14. Etappe) wurde mit dem Souvenir Jacques Goddet ausgezeichnet.

NachwuchswertungBearbeiten

Der Führende der Nachwuchswertung trug das Weiße Trikot (maillot blanc). Die Nachwuchswertung berechnete sich wie die Gesamtwertung. In der Nachwuchswertung wurden alle seit dem 1. Januar 1994 geborenen Fahrer erfasst.

MannschaftswertungBearbeiten

Die Führenden der Mannschaftswertung trugen eine gelbe Rückennummer. Die Mannschaftswertung berechnete sich aus den Zeiten der drei ersten Fahrer eines Teams auf jeder Etappe; beim Mannschaftszeitfahren wurde die von der Mannschaft erreichte Zeit mit vier multipliziert und zum Mannschaftsklassement hinzugerechnet.

Kämpferischster FahrerBearbeiten

Eine Jury zeichnete am Ende einer Etappe und am Ende der Tour de France einen Fahrer mit der Roten Rückennummer als kämpferischsten Fahrer aus. Ausgenommen waren das Mannschaftszeitfahren, das Einzelzeitfahren und die Schlussetappe.

PreisgelderBearbeiten

Die Höhe der einzelnen Preisgelder hatte sich im Vergleich zu den letzten Touren nicht verändert. Die Preisgelder belaufen sich auf eine Gesamtsumme von 2.291.700 Euro.[12] Davon werden 1.138.800 Euro für das Gesamtklassement, 601.650 Euro für die Etappenwertung, 178.800 Euro für die Mannschaftswertung, 128.000 Euro für die Punktewertung, 112.450 Euro für die Bergwertung, 66.000 Euro für die Nachwuchswertung, 56.000 Euro für die Wertungen um den kämpferischsten Fahrer sowie 10.000 Euro für die Sonderwertungen (Souvenir Jacques Goddet und Souvenir Henri Desgrange) verwendet.

Preisgelder für die verschiedenen Wertungen
Platzierung 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8.Anm. Täglich
  Gesamtwertung 500.000 € 200.000 € 100.000 € 70.000 € 50.000 € 23.000 € 11.500 € 7.600 € 500 €
  Punktewertung 025.000 € 015.000 € 010.000 € 04.000 € 03.500 € 03.000 € 02.500 € 2.000 € 300 €
  Bergwertung 025.000 € 015.000 € 010.000 € 04.000 € 03.500 € 03.000 € 02.500 € 2.000 € 300 €
  Nachwuchswertung 020.000 € 015.000 € 010.000 € 05.000 € 300 €
  Mannschaftswertung 050.000 € 030.000 € 020.000 € 12.000 € 08.000 €
  Kämpferischster Fahrer 020.000 €
Anm. Die Preisgelder der Gesamtwertung sind als einzige bis zum 160. Platz gestaffelt und betragen für jeden Fahrer ab dem 20. Platz 1.000 €. Fahrer ab dem 161. Platz in der Gesamtwertung erhalten kein Preisgeld
Preisgelder bei den Etappen
Platzierung 1. 2. 3. Anmerkung
Etappenwertung 11.000 € 5.500 € 2.800 € gestaffelt bis zum 20. Platz (300 €)
Zwischensprints 01.500 € 1.000 € 0500 € 19 Zwischensprints während der Tour
Bergwertung Kat. HC 00800 € 0450 € 0300 € 05 Wertungen während der Tour
Bergwertung Kat. 1 00650 € 0400 € 0150 € 13 Wertungen während der Tour
Bergwertung Kat. 2 00500 € 0250 € 12 Wertungen während der Tour
Bergwertung Kat. 3 00300 € 21 Wertungen während der Tour
Bergwertung Kat. 4 00200 € 14 Wertungen während der Tour
Nachwuchsfahrer 00500 € schnellster Nachwuchsfahrer der Etappe
Kämpferischster Fahrer 0 2.000 € ausgenommen Zeitfahren und Schlussetappe
Mannschaft 02.800 € schnellste Mannschaft der Etappe

Wertungen im TourverlaufBearbeiten

Die Tabelle zeigt den Führenden in der jeweiligen Wertung bzw. die Träger der Wertungstrikots oder farbigen Rückennummern am Ende der jeweiligen Etappe an. Eine detailliertere Übersicht über die Platzierungen nach einer Etappe bieten die einzelnen Etappenartikel, die in der ersten Spalte verlinkt sind.

Etap­pe  
Gesamt­wertung
 
Punkte­wertung
 
Berg­wertung
 
Nach­wuchs­wertung
 
Team­wertung
 
Kämpfe­rischster Fahrer
1. Niederlande  Mike Teunissen Niederlande  Mike Teunissen(a) Belgien  Greg Van Avermaet Australien  Caleb Ewan Niederlande  Team Jumbo-Visma Frankreich  Stéphane Rossetto
2. Belgien  Wout Van Aert nicht vergeben
3. Frankreich  Julian Alaphilippe Slowakei  Peter Sagan Belgien  Tim Wellens Belgien  Tim Wellens
4. Schweiz  Michael Schär
5. Lettland  Toms Skujiņš
6. Italien  Giulio Ciccone Italien  Giulio Ciccone(b) Vereinigte Staaten  Trek-Segafredo Belgien  Tim Wellens
7. Frankreich  Yoann Offredo
8. Frankreich  Julian Alaphilippe Belgien  Thomas De Gendt
9. Belgien  Tiesj Benoot
10. Kolumbien  Egan Bernal Spanien  Movistar Team Eritrea  Natnael Berhane
11. Belgien  Aimé De Gendt
12. Vereinigte Staaten  Trek-Segafredo Italien  Matteo Trentin
13. Spanien  Enric Mas nicht vergeben
14. Kolumbien  Egan Bernal(c) Spanien  Movistar Team Frankreich  Élie Gesbert
15. Spanien  Mikel Landa
16. Frankreich  Alexis Gougeard
17. Vereinigte Staaten  Trek-Segafredo Italien  Matteo Trentin
18. Frankreich  Romain Bardet Spanien  Movistar Team Belgien  Greg Van Avermaet
19. Kolumbien  Egan Bernal nicht vergeben
20. Italien  Vincenzo Nibali
21. nicht vergeben
Sieger Kolumbien  Egan Bernal Slowakei  Peter Sagan Frankreich  Romain Bardet Kolumbien  Egan Bernal Spanien  Movistar Team Frankreich  Julian Alaphilippe
(a) Auf der 2. und 3. Etappe trug Peter Sagan als Zweiter der Punktewertung das Grüne Trikot in Vertretung von Mike Teunissen (Gelbes Trikot).
(b) Auf der 7. und 8. Etappe trug Egan Bernal als Zweiter der Nachwuchswertung das Weiße Trikot in Vertretung von Giulio Ciccone (Gelbes Trikot).
(c) Auf der 20. und 21. Etappe trug David Gaudu als Zweiter der Nachwuchswertung das Weiße Trikot in Vertretung von Egan Bernal (Gelbes Trikot).

EndergebnisBearbeiten

Endstand nach der 21. Etappe
  Kolumbien  Egan Bernal (INS) 82:57:00 h
2. Vereinigtes Konigreich  Geraint Thomas (INS) + 1:11 min
3. Niederlande  Steven Kruijswijk (TJV) + 1:31 min
4. Deutschland  Emanuel Buchmann (BOH) + 1:56 min
5. Frankreich  Julian Alaphilippe (DQT) + 4:05 min
6. Spanien  Mikel Landa (MOV) + 4:23 min
7. Kolumbien  Rigoberto Urán (EF1) + 5:15 min
8. Kolumbien  Nairo Quintana (MOV) + 5:30 min
9. Spanien  Alejandro Valverde (MOV) + 6:12 min
10. Frankreich  Warren Barguil (PCB) + 7:32 min
 
  Slowakei  Peter Sagan (BOH) 316 Pkt.
2. Australien  Caleb Ewan (LTS) 248 Pkt.
3. Italien  Elia Viviani (DQT) 224 Pkt.
4. Italien  Sonny Colbrelli (TBM) 209 Pkt.
5. Australien  Michael Matthews (SUN) 201 Pkt.
 
  Frankreich  Romain Bardet (ALM) 86 Pkt.
2. Kolumbien  Egan Bernal (INS) 78 Pkt.
3. Belgien  Tim Wellens (LTS) 75 Pkt.
4. Italien  Damiano Caruso (TBM) 67 Pkt.
5. Italien  Vincenzo Nibali (TBM) 59 Pkt.
 
  Kolumbien  Egan Bernal (INS) 82:57:00 h
2. Frankreich  David Gaudu (GFC) + 0:24:03 h
3. Spanien  Enric Mas (DQT) + 0:58:20 h
4. Belgien  Laurens De Plus (TJV) + 1:02:44 h
5. Osterreich  Gregor Mühlberger (BOH) + 1:04:40 h
 
  Spanien  Movistar Team 248:58:15 h
2. Vereinigte Staaten  Trek-Segafredo + 0:47:54 h
3. Vereinigtes Konigreich  Team Ineos + 0:57:52 h
4. Vereinigte Staaten  EF Education First + 1:25:57 h
5. Deutschland  Bora-hansgrohe + 1:29:30 h
 
  Frankreich  Julian Alaphilippe (DQT)
Gesamtwertung
Der Kolumbianer Egan Bernal aus der Ineos-Mannschaft absolvierte die 3366 Kilometer der Tour in 82 Stunden und 57 Minuten als Erster. Damit gelang ihm der erste Sieg bei einer Grand Tour, es war zudem der erste kolumbianische Gesamtsieg bei der Tour de France. Mit 22 Jahren und 196 Tagen zählte er zu den jüngsten Siegern der Tour, nur der Franzose Henri Cornet (19 Jahre und 352 Tage; Tour de France 1904) sowie der Luxemburger François Faber (22 Jahre und 187 Tage; Tour de France 1909) waren jünger.[13] Auf den zweiten Platz fuhr sein britischer Teamkollege und Vorjahressieger Geraint Thomas mit 1:11 Minuten Rückstand. Das Podium komplettierte Steven Kruijswijk vom Team Jumbo-Visma aus den Niederlanden, der 1:31 Minuten hinter dem Sieger lag und damit zwei Plätzer besser abschnitt als im Vorjahr.
Mit 1:56 Minuten Rückstand belegte der Deutsche Emanuel Buchmann von Bora-hansgrohe Platz vier – die beste Grand-Tour-Platzierung in seiner bisherigen Karriere. Den fünften Platz belegte der Franzose Julian Alaphilippe von Deceuninck-Quick-Step, er trug bei insgesamt 14 Etappen das Gelbe Trikot. Er lag 4:05 Minuten hinter Egan Bernal. Hinter Alaphilippe folgte der Spanier Mikel Landa vom Movistar Team auf Platz sechs mit einem Rückstand von 4:23 Minuten. Auf Platz sieben fuhr der Kolumbianer Rigoberto Urán von EF Education First, er hatte einen Rückstand von 5:15 Minuten. Sein Landsmann Nairo Quintana (+ 5:30 min auf Bernal) vom Movistar Team landete auf dem achten Gesamtrang. Der Spanier und Weltmeister im Straßenrennen Alejandro Valverde vom Movistar Team kam mit 6:12 Minuten Rückstand auf Bernal auf den neunten Platz. Für Valverde war es bereits die 18. Top-Ten-Platzierung bei einer Grand Tour. Zehnter wurde der Franzose Warren Barguil von Team Arkéa-Samsic mit 7:32 Minuten Rückstand.
Die Rundfahrt beendeten 155 von 176 gestarteten Fahrern, das sind etwa 88 % des Teilnehmerfeldes. Bester Schweizer war auf Platz 17 Sébastien Reichenbach (+ 44:29 min; Groupama-FDJ), bester Österreicher war auf Platz 25 Gregor Mühlberger (+ 1:04:40 h; Bora-hansgrohe). Letzter der Gesamtwertung (Lanterne Rouge, „rote Laterne“) wurde der Niederländer Sebastian Langeveld (EF Education First), der auf dem Champs-Élysées in Paris als 155. mit 4 Stunden, 34 Minuten und 23 Sekunden Rückstand auf den Gesamtführenden platziert war.
Nur sehr selten konnten in der Geschichte der Tour de France zwei Fahrer derselben Mannschaft einen Doppelsieg erringen, was in diesem Jahr dem Team Ineos mit Bernal und Geraint Thomas gelang. Dennoch war das Rennen nicht durch eine starke Dominanz dieser Mannschaft geprägt[14]. Vielmehr war die Tour 2019 ungewöhnlich ausgeglichen: Nie zuvor lagen zwischen den drei Erstplatzierten einer Tour lediglich 91 Sekunden[15]. Zwischen den Top-10 lagen nur 7:32 Minuten. Ungewöhnlich war zudem, dass den vier erstplatzierten Fahrern kein einziger Etappensieg gelang[16].
Punktewertung
Zum siebten Mal in seiner Karriere gewann der Slowake Peter Sagan von Bora-hansgrohe das Grüne Trikot des Führenden der Punktewertung. Sagan sammelte mit einem Etappensieg sowie weiteren guten Platzierungen bei den Zwischensprints und Etappenzielen 316 Punkte und lag damit vor dem Australier Caleb Ewan (Lotto Soudal, 248 Punkte). Dritter in dieser Wertung wurde der Italiener Elia Viviani von Deceuninck-Quick-Step mit 224 Punkten. Bester Deutscher war auf Platz 16 Nils Politt von Team Katusha Alpecin mit 75 Punkten. Bester Schweizer war auf Platz 37 Michael Schär vom CCC Team mit 46 Punkten. Bester Österreicher war auf Platz 64 Gregor Mühlberger mit 26 Punkten.
Bergwertung
In der Bergwertung gewann der Franzose Romain Bardet von Ag2r La Mondiale zum ersten Mal das Gepunktete Trikot. Er erreichte 86 Punkte. Ihm folgte Egan Bernal mit 78 Punkten. Dahinter platzierte sich der Belgier Tim Wellens von Lotto Soudal mit 75 Zählern auf Rang drei, der bei 16 Etappen das Gepunktete Trikot trug. Bester Deutscher war Emanuel Buchmann auf Platz 11 mit 40 Punkten, bester Österreicher Gregor Mühlberger auf Platz 33 mit 8 Punkten und bester Schweizer Sébastien Reichenbach auf Platz 51 mit 2 Punkten.
Nachwuchswertung
Die Nachwuchswertung gewann auch Egan Bernal. Hierbei hatte er vor dem Franzosen David Gaudu (Groupama-FDJ) einen Vorsprung von 24 Minuten und 3 Sekunden. Auf Platz drei folgte der Spanier Enric Mas von Deceuninck-Quick-Step mit einem Rückstand von 58:20 Minuten. Alle weiteren Fahrer hatten in dieser Wertung mehr als eine Stunde Rückstand. Bester Österreicher war Gregor Mühlberger auf Platz 5 mit 1:04:40 Stunde Rückstand, bester Deutscher Lennard Kämna (Team Sunweb) auf Platz 7 mit 1:39:36 Stunde Rückstand.
Mannschaftswertung
Die Mannschaftswertung entschied wie im Vorjahr das spanische Movistar Team für sich. Dahinter folgten das US-amerikanische Team Trek-Segafredo und das Team Ineos aus dem Vereinigten Königreich.
Kämpferischster Fahrer
Als kämpferischster Fahrer wurde der Franzose Julian Alaphilippe ausgezeichnet.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Tour de France 2019 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Un maillot jaune différent chaque jour pour revisiter l'histoire du Tour. In: 20minutes.fr. 14. Mai 2019, abgerufen am 15. Mai 2019 (französisch).
  2. 100 Jahre Gelbes Trikot: 20 Unikate. In: letour.fr. ASO, 14. Mai 2019, abgerufen am 2. Juli 2019.
  3. Tour-Aus für Dumoulin. In: radsport-news.com. 20. Juni 2019, abgerufen am 29. Juni 2019.
  4. Froome: “Ich fokussiere mich darauf, wieder der Beste zu werden“. In: radsport-news.com. 15. Juni 2019, abgerufen am 29. Juni 2019.
  5. a b Jumbo-Visma: Auf jeglichem Terrain zu beachten. In: radsport-news.com. 29. Juni 2019, abgerufen am 29. Juni 2019.
  6. Bora-Hansgrohe mit Sagan, Buchmann und Konrad zur Tour. In: radsport-news.com. 29. Juni 2019, abgerufen am 29. Juni 2019.
  7. Ohne Dumoulin geht Sunweb bei der Tour auf Etappenjagd. In: radsport-news.com. 28. Juni 2019, abgerufen am 29. Juni 2019.
  8. Deceuninck will bei der Tour mit Führungstrio glänzen. In: radsport-news.com. 26. Juni 2019, abgerufen am 29. Juni 2019.
  9. 2019 Tour de France in Brussels. In: www.brussels.be. 16. Januar 2018, archiviert vom Original am 4. Juli 2018; abgerufen am 4. Juli 2018 (englisch).
  10. a b Reglement und Wertungen bei der Tour de France. In: sportschau.de. 28. Juni 2019, abgerufen am 29. Juni 2019.
  11. Règlement de l’Èpreuve, Liste des Prix/Prize Money, Regulations. (PDF, 269 KB) In: letour.fr. Abgerufen am 7. Juli 2019 (französisch, englisch).
  12. Andreas Schulz: Preisgeld und Reglement der Tour de France 2019. In: radsport-news.com. 4. Juli 2019, abgerufen am 5. Juli 2019.
  13. Oldest and youngest winners. In: procyclingstats.com. 28. Juli 2019, abgerufen am 28. Juli 2019.
  14. Märkische Oderzeitung: Ineos-Dominanz bröckelt
  15. ORF: Historischer Triumph für Bernal
  16. Der Bund: Die Tour, die alles verändert – vielleicht