Lieuwe Westra

niederländischer Radrennfahrer

Lieuwe Westra (* 11. September 1982 in Mûnein) ist ein ehemaliger niederländischer Radrennfahrer.

Lieuwe Westra Straßenradsport
Lieuwe Westra (2015)
Lieuwe Westra (2015)
Zur Person
Spitzname Ut Beest
Geburtsdatum 11. September 1982
Nation NiederlandeNiederlande Niederlande
Disziplin Straße
Karriereende 2016
Team(s)
2006–2008
2009–2013
2014–2016
KrolStonE Continental Team
Vacansoleil-DCM
Astana Pro Team
Wichtigste Erfolge
2016 – Gesamtwertung 3 Tage De Panne
2012 – Gesamtwertung Dänemark-Rundfahrt
Letzte Aktualisierung: 15. Januar 2017

Sportliche LaufbahnBearbeiten

Westra begann seine internationale Karriere 2006 beim KrolStonE Continental Team. Sein erster Sieg in einem Etappenrennen hors categorie gelang ihm bei der Tour de Picardie 2009. Im Jahr 2012 gewann er für das Professional Continental Team Vacansoleil-DCM eine Etappe bei Paris–Nizza und damit sein erstes Rennen der UCI WorldTour. In den Jahren 2012 und 2013 wurde er niederländischer Zeitfahrmeister.

Westra wechselte im Jahr 2014 zum UCI WorldTeam Astana und gewann Etappen bei der Katalonien-Rundfahrt und dem Critérium du Dauphiné. Auf der von Kopfsteinpflasterpassagen geprägten 5. Etappe der Tour de France 2014 war er der wichtigste Helfer des späteren Gesamtsiegers Vincenzo Nibali[1] und wurde mit der roten Rückennummer ausgezeichnet. Im Jahr 2016 gewann er die Gesamtwertung der Drei Tage von De Panne.

Nach dem RadsportBearbeiten

Im Januar 2017 gab Lieuwe Westra überraschend das Ende seiner Sportkarriere bekannt. Als Grund für seinen Rücktritt gab er gerichtliche Auseinandersetzungen mit seinem Manager und seinem Ex-Schwager an.[2] In den Medien wurde spekuliert, dass Westra unter Depressionen leide.[3]

In einem Interview in dem niederländischen Fernsehsender NOS im Juli 2017 berichte Westra von seinem Kampf gegen eine schwere Depression. Versuche, seine Medikamente abzusetzen und wieder Rennen zu fahren, seien nicht erfolgreich gewesen.[4] Er werde, so erklärte er Omrop Fryslân, im September 2017 nach Australien auswandern und seine von dort stammende Freundin heiraten.[5]

In seiner im Frühjahr 2018 erscheinenden Autobiografie Die Bestie – das Radsportlerleben von Lieuwe Westra gestand Westra, während seiner Laufbahn Krankheiten vorgetäuscht zu haben, um über sogenannte Therapeutic Use Exemptions Ausnahmegenehmigungen für den Gebrauch von Dopingmitteln, insbesondere Kortison zu erlangen. Den Einsatz von EPO oder Blutdoping stritt er ab.[6]

2019 kehrte Westra mit seiner australischen Ehefrau aus Australien zurück und eröffnete im spanischen Calpe ein Hotel für Fahrradtouristen.[7][8]

ErfolgeBearbeiten

2007

2008

2009

2011

2012

2013

2014

2016

Grand-Tour-PlatzierungenBearbeiten

Grand Tour20092010201120122013201420152016
  Giro d’Italia
  Tour de France128DNFDNF7977
  Vuelta a España87DNF
Legende: DNF: did not finish, aufgegeben oder wegen Zeitüberschreitung aus dem Rennen genommen.

WeblinksBearbeiten

Commons: Lieuwe Westra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Sam Dansie: Westra. In: Procycling, Deutsche Ausgabe. Dezember, 2015, S. 70 ff.
  2. Westra beendet Karriere und sorgt für Verwirrung. In: rad-net.de. 10. Januar 2017, abgerufen am 10. Januar 2017.
  3. Cycling News: Westra's retirement announcement sparks confusion and concern. In: Cyclingnews.com. 9. Januar 2017, abgerufen am 11. Januar 2017 (englisch).
  4. Koersen kon gewoon niet meer voor depressieve Westra. In: nos.nl. 8. Juli 2017, abgerufen am 14. Juli 2017 (niederländisch).
  5. Lieuwe Westra gaat emigreren naar Australië – Omrop Fryslân. In: omropfryslan.nl. 11. Juli 2017, abgerufen am 14. Juli 2017.
  6. Westra gesteht Einsatz von TUEs zur Leistungssteigerung. In: radsport-news.com. 29. April 2018, abgerufen am 29. April 2018.
  7. Lieuwe Westra zet een hostel op voor wielertoeristen in Spanje. 12. Juli 2019, abgerufen am 25. Oktober 2019 (westfriesisch).
  8. Nieuwe start voor Lieuwe Westra in Spanje. In: video.eurosport.nl. 25. August 2019, abgerufen am 25. Oktober 2019 (niederländisch).