Andrea Tafi

italienischer Radrennfahrer

Andrea Tafi (* 7. Mai 1966 in Fucecchio) ist ein ehemaliger italienischer Radrennfahrer. Er gewann im Laufe seiner Radsportkarriere drei Monumente des Radsports

Andrea Tafi Straßenradsport
Andrea Tafi (1998)
Andrea Tafi (1998)
Zur Person
Spitzname Il gladiatore[1]
Geburtsdatum 7. Mai 1966
Nation ItalienItalien Italien
Disziplin Straße
Karriereende 2005
Wichtigste Erfolge
World Tour
1996 Giro di Lombardia
1999 Paris–Roubaix
2000 Paris–Tours
2002 Flandern-Rundfahrt
Letzte Aktualisierung: 18. Dezember 2018
Pflasterstein für Tafi zu Ehren seines Sieges bei Paris–Roubaix 1999

Sportliche KarriereBearbeiten

Gemeinsam mit einem Freund begann Andrea Tafi in der Volksschule mit dem Radsport, zunächst gegen den Willen seiner Eltern. Er machte einen Berufsabschluss als Bürokaufmann und fuhr zunächst als Amateur Rennen in seiner Freizeit und ohne sonderliche Erfolge. 1989 entschied er sich, Profi zu werden, nachdem er 1989 von Gianni Savio in das Team Eurocar-Mosoca geholt wurde.[1]

In seinem ersten Jahr gewann Tafi jeweils eine Etappe der Luxemburg-Rundfahrt und der Vuelta a Murcia, im Jahr darauf der Tour of Britain. 1991 entschie er den Giro del Lazio für sich. 1994 wechselte er zu Mapei und blieb neun Saisons bei diesem Team bis zu dessen Auflösung im Jahr 2002.

1996 errang Tafi wichtige Siege bei vier Rennen, bei der Lombardeirundfahrt, beim Giro del Lazio, bei Paris–Brüssel und der Trofeo Melinda. Er entwickelte sich zu einem Spezialisten für Eintagesrennen und zu einem der besten Fahrer auf Kopfsteinpflaster. So gewann er 1999 und 2002 die für diesen Straßenbelag berüchtigten Klassiker Paris–Roubaix und die Flandernrundfahrt, als einzigem italienischen Fahrer bis dahin (Stand 2018). Damit gewann er zudem drei der fünf Monumente des Radsports. 1998 wurde er italienischer Straßenmeister. Drei Mal – 1991, 1996 und 1998 – gewann er den Giro del Lazio. Im Jahr 2005 bestritt er nochmals das Rennen Paris–Roubaix, das er als 42. beendete, jedoch wurde er von den Zuschauern gefeiert, „als ob er gewonnen“ hätte.[1] Nach diesem Rennen beendete Tafi im Alter von 39 Jahren seine Karriere.

Im Oktober 2018 kündigte Tafi an, zum 20-jährigen Jubiläum seines ersten Sieges bei Paris–Roubaix 2019 antreten zu wollen.[2] Er fand er jedoch kein Team, dass ihn für das Rennen nominiert hätte; deshalb äußerte er den Wunsch, zumindest wenige Minuten vor dem Feld einige Kilometer fahren zu dürfen. Schließlich brach er sich im März 2019 bei einem lokalen Rennen das Schlüsselbein, so dass er an Paris–Roubaix lediglich als Zuschauer teilnehmen konnte.[3]

DopingverdachtBearbeiten

Tafi wurde in einem Untersuchungsbericht der Anti-Doping-Kommission des französischen Senats im Juli 2013 beschuldigt, zu rund 60 Fahrern zu gehören, denen anhand von Nachtests aus dem Jahr 2004 Doping mit dem Blutbildungshormon Erythropoetin (kurz: EPO) bei der Tour de France 1998 nachgewiesen werden konnte.[4] Eine Sanktion erfolgte nicht.[5]

BeruflichesBearbeiten

Seit seinem Rückzug auf dem aktiven Radsport betreibt Andrea Tafi den Bauern- und Ferienhof Il Borghetto im toskanischen Lamporecchio. Die dortigen Ferienappartements tragen Namen der Rennen, die er gewonnen hat (Stand 2018).[6]

Erfolge (Auswahl)Bearbeiten

1989
1990
1991
1992
1994
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002

Grand Tour – PlatzierungenBearbeiten

Grand Tour19921993199419951996199719981999200020012002
  Giro d’Italia3580
  Tour de France12839455742106
  Vuelta a España982974

Monumente des RadsportsBearbeiten

Monument des Radsports1990199119921993199419951996199719981999200020012002200320042005
Mailand–Sanremo811351059588413676145577388119159121
Flandern-Rundfahrt843515264441226214769
Paris–Roubaix7779143192110271754342
Lüttich–Bastogne–Lüttich6665
Lombardei-Rundfahrt701710302531

WeblinksBearbeiten

Commons: Andrea Tafi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Paolo Mannini: Andrea Tafi, il Gladiatore. In: museociclismo.it. Abgerufen am 18. Dezember 2018 (italienisch).
  2. Tafi wird nicht im Dimension-Data-Trikot bei Paris-Roubaix antreten. In: radsport-news.com. 29. November 2019, abgerufen am 29. November 2018.
  3. Stephen Farrand: Collarbone fracture ends Tafi’s dream of racing Paris-Roubaix. In: cyclingnews.com. 17. März 2019, abgerufen am 18. März 2019.
  4. Auch Pantani, Heppner, Cipollini und Jalabert auf der Epo-Liste – Ullrich und Zabel bei der Tour 1998 gedopt. Bericht auf spox.com, 24. Juli 2013. Abgerufen am 26. Juli 2013.
  5. Cycling4Fans - Doping: T. In: cycling4fans.de. Abgerufen am 18. Dezember 2018.
  6. Benvenuti a Il Borghetto Andrea Tafi. In: ilborghettodiandreatafi.it. 3. Januar 2012, abgerufen am 18. Dezember 2018 (italienisch).