André Darrigade

französischer Radrennfahrer
André Darrigade bei der Tour de France 1960

André Darrigade (* 24. April 1929 in Narrosse, Département Landes) ist ein ehemaliger französischer Radrennfahrer.

Sportliche LaufbahnBearbeiten

In seiner Zeit als Amateur bestritt er auch Bahnrennen. So besiegte er 1949 Antonio Maspes im Sprintermatch um die Pariser Medaille.[1] Er war einer der erfolgreichsten Sprinter der 1950er und 1960er Jahre. Er gewann zweimal die Punktewertung und 22 Etappen der Tour de France. Je einmal wurde er Straßenweltmeister und Französischer Meister. Zwischen 1951 und 1966 gewann er insgesamt 138 Rennen.

Auf flachem Terrain war Darrigade der Konkurrenz meistens überlegen. Allein bei der Tour de France gewann er 22 Etappen. Nicht weniger als fünf davon am ersten Tag; hierin konnte ihn bis heute niemand überholen. 1959 und 1961 trug er als Sieger der Punktewertung das Grüne Trikot bis nach Paris. Insgesamt nahm er 14 Mal in Folge an der Tour de France teil; nur einmal musste er das Rennen aufgeben.

Am letzten Tag der Tour de France 1958 war Darrigade in einen Unfall mit tödlichem Ausgang verwickelt. Im Pariser Parc des Princes raste er in Constant Wouters, den Direktor des Stadions, der einen Schritt zu weit nach vorne getan hatte und elf Tage später seinen Verletzungen erlag. Darrigade kam mit einer Kopfplatzwunde davon.

Außerhalb Frankreichs siegte Darrigade nur selten. Bedeutende Ausnahmen sind der Sieg der Lombardei-Rundfahrt 1956 und der Gewinn des Weltmeistertitels 1959 im niederländischen Zandvoort. Die beiden Jahre davor war er bei der WM jeweils Dritter geworden. Bei der Straßen-Radweltmeisterschaft 1960 auf dem Sachsenring wurde er Zweiter hinter dem Belgier Rik Van Looy.

PrivatesBearbeiten

Darrigade eröffnete in Dax ein Hotel, das er gemeinsam mit seiner Frau führte.[2] Sein Bruder Roger Darrigade war ebenfalls Radrennfahrer und fuhr zeitweise mit ihm gemeinsam in einem Rennstall. Darrigade erhielt von der französischen Presse 1959 den Prix Orange für besondere Pressefreundlichkeit (der Preis wurde alljährlich an einen französischen Sportler vergeben).[2]

Wichtigste SiegeBearbeiten

Grand-Tour-PlatzierungenBearbeiten

Grand Tour 1953 1954 1955 1956 1957 1958 1959 1960 1961 1962 1963 1964 1965 1966
  Giro d’Italia - - - - - - 42 64 - - - - - -
  Tour de France 37 49 49 16 17 21 16 16 32 21 DNF 67 91 62

Legende: DNF: did not finish, Rundfahrt aufgegeben oder wegen Zeitüberschreitung aus dem Rennen genommen

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Schweizerischer Radsportverband (Hrsg.): SRB-Kalender 1965. Grenchen 1965, S. 169.
  2. a b Bund Deutscher Radfahrer (Hrsg.): Radsport. Nr. 35/1959. Deutscher Sportverlag Kurt Stoof, Köln 1959, S. 2.