Zinédine Zidane

französischer Fußballspieler und -trainer

Zinédine Yazid Zidane, O. LH [zineˈdin jaˈzid ziˈdan] (* 23. Juni 1972 in Marseille) ist ein französischer Fußballtrainer und ehemaliger -spieler.

Zinédine Zidane
Zinédine Zidane (2017)
Personalia
Voller Name Zinédine Yazid Zidane
Geburtstag 23. Juni 1972
Geburtsort MarseilleFrankreich
Größe 185 cm
Position Offensives Mittelfeld
Junioren
Jahre Station
1982–1983 US Saint-Henri
1983–1987 SO Septèmes-les-Vallons
1987–1990 AS Cannes
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1988–1992 AS Cannes 61 0(6)
1992–1996 Girondins Bordeaux 139 (28)
1996–2001 Juventus Turin 151 (24)
2001–2006 Real Madrid 155 (37)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1994–2006 Frankreich 108 (31)
Stationen als Trainer
Jahre Station
2013–2014 Real Madrid (Co-Trainer)
2014–2016 Real Madrid Castilla
2016–2018 Real Madrid
2019–2021 Real Madrid
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.

Er wurde 1998 mit dem Ballon d’Or als „Europas Fußballer des Jahres“ ausgezeichnet und wurde 1998, 2000 sowie 2003 zum FIFA-Weltfußballer des Jahres gewählt. Mit der französischen Nationalmannschaft wurde er als Spieler Welt- und Europameister. Mit Juventus Turin gewann er die FIFA-Klub-Weltmeisterschaft und zwei italienische Meisterschaften, mit Real Madrid einmal die UEFA Champions League und einmal die spanische Meisterschaft.

In seiner ersten Tätigkeit von 2016 bis 2018 als Trainer von Real Madrid gewann Zidane eine spanische Meisterschaft, eine Supercopa de España sowie jeweils zwei FIFA-Klub-Weltmeisterschaften und UEFA Super Cups. Zudem gewann er als bislang einziger Trainer dreimal in Folge die Champions League. 2017 wurde er als FIFA-Welttrainer des Jahres ausgezeichnet. Im März 2019 kehrte Zidane zu Real Madrid zurück und gewann 2020 erneut die spanische Meisterschaft. Nach der Saison 2020/21 verließ er den Verein erneut.

JugendBearbeiten

Zinédine Yazid Zidane wurde am 23. Juni 1972 als jüngstes Kind einer algerischen Einwandererfamilie in Marseille geboren. Seine Eltern Smaïl und Malika sind muslimische Berber, die ihre Heimat in der Kabylei vor Beginn des Algerienkrieges verlassen hatten und 1953 nach Frankreich emigriert waren. Zunächst lebten sie in Barbès und Saint-Denis, nördlich der Hauptstadt Paris.[1] Auf der Suche nach Arbeit ging die junge Familie Mitte der 1960er Jahre nach Marseille und ließ sich in der Plattenbausiedlung La Castellane im 15. Arrondissement nieder. Die Banlieue im Norden der Stadt wird durch Einwanderer aus den ehemaligen Kolonien geprägt und gilt als sozialer Brennpunkt, der sich durch hohe Arbeitslosigkeit und Kriminalität kennzeichnet. Zidane ist in diesem Problemviertel mit seinen älteren Brüdern Madjid (* 1963), Farid (1965–2019)[2] und Nourredine (* 1967) sowie seiner Schwester Lila (* 1969) in einfachen Verhältnissen aufgewachsen. Um die Familie zu versorgen, nahm sein Vater mehrere Jobs an und arbeitete als Lagerist sowie Nachtwächter eines Kaufhauses, während sich Mutter Malika um den Haushalt kümmerte. Einem traditionellen Rollenverständnis entsprechend, erzogen sie ihre Kinder autoritär, was Zidane später als „Leitlicht“ seiner Karriere bezeichnete.[3][4][5][6] Über seine algerischen Wurzeln sagte er:

„Ich habe eine Affinität zur arabischen Welt. Ich habe es über meine Eltern im Blut. Ich bin sehr stolz darauf, Franzose zu sein, aber auch sehr stolz darauf, diese Wurzeln und diese Vielfalt zu haben.“

Zinédine Zidane[7]

Als Kind war Zidane ein typischer Straßenfußballer, der auf den Betonplätzen seines Viertels spielte. 1982 trat er mit zehn Jahren in die Jugendmannschaft des Nachbarschaftsvereins US Saint-Henri ein, bevor er sich eineinhalb Jahre später Sports Olympiques aus der Vorstadt Septèmes-les-Vallons anschloss. Zidane war Anhänger von Olympique Marseille und bezeichnete im Jahr 2011 die Spieler Blaž Slišković, Enzo Francescoli und Jean-Pierre Papin als seine Vorbilder.[8][9] Während eines dreitägigen Trainingslagers des französischen Fußballverbandes in Aix-en-Provence, wurde der Talentscout Jean Varraud auf den 14-jährigen Zidane aufmerksam.[10]

„Ich habe einen Jungen gesehen, der an Stelle der Füße Hände hat. Er ging an ein, zwei, drei, fünf, sechs Gegenspielern vorbei, es war himmlisch [...] Seine Füße sprachen mit dem Ball.“

Jean Varraud[11]

Nach einem erfolgreichen Probetraining ermöglichte Varraud dem Einwandererkind (sog. Beur) die Aufnahme in das Fußballinternat des Erstligisten AS Cannes. Um eine professionelle Förderung zu erhalten, verließ Zidane sein Elternhaus und zog 1987 in das etwa 200 Kilometer entfernte Cannes an die Côte d’Azur. Aus Sorge um ihren jüngsten Sohn, brachten die Eltern ihn zunächst nicht im Wohnheim des Klubs unter, sondern bei der Familie des Fußballfunktionärs Jean-Claude Élineau. Erst mit 16 Jahren verließ er seine Gastfamilie und bezog ein Zimmer des regionalen Internats für Berufsschüler und lernte hier seine heutige Ehefrau Véronique Lentisco-Fernández (* 1971) kennen, die eine Tanzschule besuchte. Obwohl der Verein ein Persönlichkeitsprofil erstellen ließ, welches Zidane neben seinem Ausnahmetalent eine „impulsive Art“ bescheinigte,[12] schaffte er den Sprung in den Kader der französischen U-17-Juniorennationalmannschaft.[13]

VereinsspielerBearbeiten

AS CannesBearbeiten

Sein Profidebüt für die AS Cannes gab Zidane am 20. Mai 1989 im Alter von 16 Jahren. Er kam zu einem Kurzeinsatz, als ihn Trainer Jean Fernandez in der Erstligapartie gegen den FC Nantes (1:1) nach 78 Minuten einwechselte. Die fällige Punktprämie in Höhe von 5.000 Francs (umgerechnet 800 Euro) schickte Zidane seinen Eltern. Obwohl der Nachwuchsspieler wenig später seinen ersten Profivertrag unterzeichnete, konnte er sich zunächst nicht dauerhaft durchsetzen und fand im folgenden Jahr keine Berücksichtigung. Erst nach dem Abgang des erfahrenen Bruno Bellone und unter dem neuen Trainer Boro Primorac wurde Zidane in der Saison 1990/91 mit 28 Einsätzen Stammspieler im linken Mittelfeld. Beim 2:1-Sieg über den FC Nantes am 10. Februar 1991 gelang ihm sein erstes Tor in Frankreichs höchster Spielklasse. Für den Premierentreffer bekam Zidane vom Vereinspräsidenten einen Renault Clio. Cannes war die Überraschungsmannschaft der Saison, die sich als Tabellenvierter sensationell für den UEFA-Pokal qualifizierte. Doch bereits in der folgenden Spielzeit (1991/92) brach die Mannschaft ein und stieg am Ende als Vorletzter in die zweite Liga ab. Zu den wenigen positiven Erscheinungen in dieser Krise zählte Zidane, der sein Ausnahmetalent aufblitzen ließ und sich endgültig zum Leistungsträger entwickelt hatte (31 Spiele, 5 Tore). Den Abstieg konnte er allerdings nicht verhindern. Am 11. September 1991 hatte er in der 1. Runde des UEFA-Pokals gegen den portugiesischen Vertreter SC Salgueiros sein internationales Debüt gefeiert.

Nach dem Abstieg 1992 verließ Zidane seinen Ausbildungsverein und wechselte mit den Mannschaftskameraden Éric Guérit und Jean-François Daniel zu Girondins Bordeaux. Zidanes Ablösesumme belief sich auf 3,5 Millionen Francs (rund 460.000 Euro).[14]

Girondins BordeauxBearbeiten

Vereinspräsident von Girondins Bordeaux war der ambitionierte Unternehmer Alain Afflelou und nach dem Wiederaufstieg 1992 befand sich der Klub in einer Phase der sportlichen Neuorientierung. Zidane war der Wunschspieler von Trainer Rolland Courbis, der selbst aus Marseille stammt und dem schüchternen Neuzugang die Eingewöhnungszeit erleichterte. Courbis bezeichnete Zidane als „Tänzer am Ball“ und verpasste ihm aufgrund seiner eleganten Spielweise den Spitznamen „Zizou“ (weiße Katze).[15] Der Vereinswechsel sollte sich als Glücksfall erweisen und Zidane gelang mit Bordeaux, für das er am 8. August 1992 beim 0:0 gegen Olympique Lyon sein Debüt gegeben hatte, der entscheidende Karriereschritt. Gemeinsam mit Christophe Dugarry und Bixente Lizarazu bildete er in den kommenden Jahren den Kern der Mannschaft, die sich zweimal in Folge als Viertplatzierter in der Spitzengruppe der Division 1 etablierte. Zidane war als mannschaftsdienlicher Spielmacher im zentralen, offensiven Mittelfeld der unumstrittene Fixpunkt im Angriffsspiel, wobei er durch seine einzigartige Technik, Übersicht und Spielintelligenz überzeugte. Mit Disziplin und großem Arbeitspensum gestaltete er sein Spiel effektiver und konstanter. In seiner Premierensaison 1992/93 strahlte Zidane mit zehn Treffern zunehmend selbst Torgefahr aus und entwickelte sich zu einem Standardspezialisten, dem in seiner Zeit mit Bordeaux insgesamt zwölf Freistoßtore gelangen. Folgerichtig erhielt er 1994 die Auszeichnung als bester Nachwuchsspieler der französischen Liga. Doch auch sein Temperament kam durch, als er im Ligaspiel gegen Olympique Marseille am 18. September 1993 nach einer Tätlichkeit gegen Marcel Desailly erstmals eine Rote Karte erhielt und für zwei Spiele gesperrt wurde.

Die Saison 1995/96 markierte ein entscheidendes Jahr in Zidanes Karriere – ihm gelang der internationale Durchbruch. Seine letzte Spielzeit in Frankreich begann mit dem Sieg im wenig prestigeträchtigen UEFA Intertoto Cup gegen den Karlsruher SC, wodurch sich die Mannschaft doch noch für den UEFA-Pokal qualifizierte. Entgegen den vorherigen Jahren, als Bordeaux frühzeitig aus dem Wettbewerb ausgeschieden war, sorgte man für Furore und erreichte sensationell das Finale. Die wohl eindrucksvollste Partie war das Viertelfinal-Rückspiel am 19. März 1996 gegen die AC Mailand, der nach einer fulminanten Aufholjagd im heimischen Parc Lescure mit 3:0 besiegt wurde. Zidane hatte die beiden Vorlagen für den Doppeltorschützen Dugarry beigesteuert und den Beweis seiner internationalen Klasse erbracht. Gegen Betis Sevilla war Zidane bereits ein herrliches Tor per Lupfer aus etwa 40 Metern Entfernung gelungen. Allerdings kämpfte Bordeaux aufgrund fehlender Kadertiefe und der kräftezehrenden Europapokalspiele in der heimischen Liga lange gegen den Abstieg und erst unter Interimstrainer Gernot Rohr gelang als Tabellensechzehnter der Klassenerhalt. Im Finale des UEFA-Pokals gegen den favorisierten FC Bayern München verpasste Zidane das Hinspiel (0:2) gelbgesperrt, doch auch mit ihrem Spielmacher waren die Franzosen im Rückspiel chancenlos und verloren mit 1:3. Die Niederlage am 15. Mai 1996 war sein letztes Spiel für Girondins und trotz des enttäuschenden Abschneidens in der Division 1 wurde Zidane, der insgesamt 51 Pflichtspiele bestritten hatte, zu Frankreichs Spieler der Saison gewählt. In den Spielen gegen den FC Nantes (3:0) und den FC Metz (4:0) war Zidane erstmals als Doppeltorschütze erfolgreich. Wenig überraschend brach die Mannschaft nach der Saison auseinander: Dugarry und Lizarazu wechselten ins Ausland und insbesondere der 24-jährige Zidane zählte inzwischen zu den begehrtesten Spielern Europas, der Angebote zahlreicher Spitzenvereine erhielt. Bei den bevorstehenden Vertragsverhandlungen ließ sich Zidane durch den Spielervermittler Alain Migliaccio vertreten, der bereits zahlreiche französische Nationalspieler betreute.[16] Schließlich entschied sich Zidane für das Angebot des italienischen Rekordmeisters Juventus Turin und unterschrieb einen Fünf-Jahres-Vertrag mit einem geschätzten Nettogehalt von 2,5 Millionen Euro. Die Ablösesumme belief sich auf 35 Millionen Francs (5,3 Millionen Euro).

Juventus TurinBearbeiten

Nach der Europameisterschaft 1996 nahm Zidane den Spielbetrieb in Turin auf und erhielt die Rückennummer 21. Beim amtierenden Champions-League-Sieger waren die Erwartungen an den Neuzugang hoch und die italienische Sportpresse verglich ihn bereits mit Michel Platini, der Juventus in den 1980er Jahren zu zahlreichen Titeln geführt hatte. Als Spieler der Alten Dame stand Zidane von Beginn an im Rampenlicht und bekam den Erfolgsdruck eines internationalen Spitzenklubs zu spüren. In den ersten Wochen hatte er zunächst mit Anpassungsproblemen zu kämpfen. Insbesondere das harte körperliche Training, das Zidane aus seiner Heimat nicht gewohnt war, und die taktischen Anforderungen des italienischen Fußballs bedeuteten eine enorme Herausforderung für ihn. Trainer Marcello Lippi setzte Zidane in seiner bevorzugten 4-3-3-Formation neben Antonio Conte und Didier Deschamps als einen von drei zentralen Mittelfeldspielern ein.[17] Nachdem Zidane am 3. Spieltag gegen die AC Perugia einen Platzverweis bekommen hatte, war in der Presse bereits von einem Fehleinkauf die Rede. Doch der Wendepunkt kam im Herbst, als Lippi den verletzungsbedingten Ausfall von Conte durch eine Änderung seines Spielsystems in 4-4-2 kompensieren musste. Fortan spielte Zidane in der Mittelfeld-Raute als klassischer Spielmacher hinter den Spitzen und auf seiner gewohnten Position kamen seine individuellen Stärken besser zur Geltung. Ausgerechnet beim 2:0-Sieg im prestigeträchtigen Derby d’Italia gegen Inter Mailand am 6. Spieltag überzeugte Zidane die Kritiker mit seinem Premierentreffer. Durch einen 1:0-Sieg über River Plate krönte sich Juventus Turin am 27. November 1996 zum Weltpokalsieger – Zidanes erster Titel. Auch Dank der starken Leistungen ihres neuen Spielmachers dominierte Juventus 1996/97 die Serie A und gewann am Saisonende souverän die Meisterschaft. Bezeichnenderweise erhielt Zidane die Auszeichnung als bester ausländischer Spieler Italiens. Zizou hatte sich zum unangefochtenen Regisseur der Alten Dame aufgeschwungen und die Mannschaft ohne Niederlage in das Endspiel der Champions League geführt. Der 4:1-Sieg über Ajax Amsterdam im Halbfinale zählt zu seinen besten Spielen für Juventus. Allerdings verloren die favorisierten Turiner das Finale im Münchener Olympiastadion mit 1:3 gegen Borussia Dortmund und verpassten die angestrebte Titelverteidigung. Aufgrund einer konsequenten Manndeckung durch Paul Lambert war es den Dortmundern gelungen, Zidane aus dem Spiel zu nehmen.

In der Saison 1997/98 zeigte Zidanes Formkurve weiter nach oben und er knüpfte an die Leistungen aus dem Vorjahr an. Er präsentierte sich als ungemein kreativer Dreh- und Angelpunkt der Juventus-Offensive, der das Sturmduo Alessandro Del Piero und Filippo Inzaghi in Szene setzte. Mittlerweile ergänzte eine verbesserte Athletik Zidanes elegante Spielweise und er lieferte regelmäßig herausragende Vorstellungen ab. Mit 7 Toren in 32 Spielen bewies Zidane selbst Torgefahr und erreichte seine persönliche Bestmarke in der Serie A.[18] Nach nur zwei Saison-Niederlagen gelang Juventus Turin die Titelverteidigung und sie holten ihren 25. Scudetto. Angeführt von der Offensive Del Piero, Inzaghi und Zidane (3 Tore und 7 Vorlagen) unternahm Juventus einen neuen Anlauf, um auch die Champions League zu gewinnen. Jedoch verpassten sie im Finale am 20. Mai 1998 gegen Real Madrid (0:1) erneut den Triumph in der Königsklasse. Obwohl Zidane mittlerweile in die Riege der Weltklasse-Spieler vorgedrungen war, musste er sich den Vorwurf gefallen lassen, dreimal in Folge ein Europapokal-Endspiel verloren zu haben. Nach dem Gewinn Weltmeisterschaft 1998 im eigenen Land, erhielt Zidane im Dezember 1998 folgerichtig die Auszeichnung als FIFA-Weltfußballer des Jahres sowie von France Football den noch prestigeträchtigeren Ballon d’Or als „Europas Fußballer des Jahres“.

Real MadridBearbeiten

Im Jahre 2001 wechselte Zidane für die damalige Rekordsumme in Höhe von rund 77,5 Mio. Euro (die Ablöse wurde von Turin mit 150 Mrd. Italienische Lira angegeben[19]) zu Real Madrid. Bei Real gewann der Franzose zum ersten Mal die Champions League: Durch sein Tor im Finale in Glasgow im Jahr 2002 gegen Bayer Leverkusen gewannen die Madrilenen das Spiel mit 2:1. Im Jahr 2003 gewann Zidane mit Real Madrid die spanische Meisterschaft. Im gleichen Jahr wurde er zum dritten Mal zum FIFA-Weltfußballer des Jahres gewählt.

Obwohl sein Vertrag ursprünglich bis 2007 lief, bestritt Zidane am 7. Mai 2006 gegen den FC Sevilla sein letztes Spiel für Real. Anschließend beendete er seine Karriere im Vereinsfußball.

NationalspielerBearbeiten

1994–1996: Beginn und erstes TurnierBearbeiten

Nach der verpassten WM 1994 begann Frankreichs Nationaltrainer Aimé Jacquet mit dem Aufbau einer neuen Mannschaft. Zidane gab am 17. August 1994 im Freundschaftsspiel gegen Tschechien sein Debüt für die Équipe Tricolore. Dabei feierte er einen Einstand nach Maß, als er beim Stand von 0:2 in der 63. Minute für Corentin Martins eingewechselt wurde und mit zwei Toren in der Schlussphase den 2:2-Ausgleich besorgte. Nach Éric Cantonas Langzeitsperre sowie der Nichtberücksichtigung von David Ginola setzte Jacquet während der EM-Qualifikation auf Zidane und Youri Djorkaeff als kreative Säulen. Bei der Europameisterschaft 1996 in England trug Zidane erstmals die prestigeträchtige Rückennummer 10 und stand in allen Partien Frankreichs in der Startformation. Doch nach der langen Saison mit Bordeaux wirkte Zidane müde und überspielt, weshalb er dem Turnier noch nicht seinen Stempel aufdrücken konnte. Nach dem Sieg in der Gruppe B sowie im Viertelfinale gegen die Niederlande, scheiterten die Franzosen im Halbfinale an Tschechien (5:6 nach Elfmeterschießen).

Weltmeisterschaft 1998Bearbeiten

 
Zinédine Zidane

Nach zwei Jahren konstanter Leistungen auf höchstem Niveau, war Zidane mittlerweile der unbestrittene spielerische Kopf der Équipe Tricolore und Frankreichs Hoffnungsträger für die bevorstehende Weltmeisterschaft im eigenen Land. Während Trainer Jacquet die Mannschaft im nationalen Trainingszentrum Clairefontaine zielgenau auf das Turnier vorbereitete, musste sich Zidane nach drei verlorenen Europapokalendspielen sowie dem mäßigen Tournoi de France von Teilen der Medien die Kritik gefallen lassen, in wichtigen Spielen zu versagen. Trotzdem zählte die französische Mannschaft als Gastgeber zum erweiterten Favoritenkreis und die Erwartungen der Öffentlichkeit erzeugten enormen Druck. Ausgerechnet in Zidanes Heimatstadt Marseille starteten die Franzosen mit einem souveränen 3:0 über Südafrika gut in das Turnier. Er präsentierte sich als kreativer Motor der Les Bleus und war unumstrittenener Herrscher im Mittelfeld.[20] Nach dem gelungenen Auftakt ließ sich Zidane allerdings im zweiten Gruppenspiel gegen Saudi-Arabien beim Stand von 2:0 zu einer Unsportlichkeit an Fuad Amin hinreißen und erhielt zu Recht die Rote Karte. Sein Ausfall drohte die Ordnung im französischen Spiel zu zerstören und war nach der Partie (Endstand 4:0) der einzige Diskussionspunkt.[21] Durch die Sperre war Zidane erst im Viertelfinale wieder spielberechtigt und die ausgeglichene Partie gegen defensivstarke Italiener musste im Elfmeterschießen (4:3) entschieden werden. Im folgenden Halbfinale gegen Kroatien mühte sich Frankreich zu einem 2:1-Erfolg und erreichte schließlich das Finale gegen den Titelverteidiger und großen Favoriten Brasilien. Das Endspiel am 12. Juli 1998 im ausverkauften Stade de France war Zidanes großer Auftritt, der seinen endgültigen Aufstieg zum globalen Superstar und Nationalhelden markierte. Rechtzeitig hatte er seinen Spielrhythmus gefunden und brillierte von Beginn an im Mittelfeld der stark auftretenden Franzosen. Er riss das Spiel an sich und legte mit zwei Kopfballtoren (27. und 45. Minute) das Fundament für den ungefährdeten 3:0-Sieg.[22]

„Er machte im WM-Finale den Unterschied aus.“

Aimé Jacquet, Nationaltrainer[23]

Frankreich war erstmals Fußballweltmeister und der Kader ein perfektes Spiegelbild der multikulturellen Gesellschaft, zu der die Grande Nation im 21. Jahrhundert geworden war.[24] Das Land fiel in ein kollektives Delirium und wurde kurzzeitig zu einer einzigen Nation von Fußballfans. In der Nacht des Sieges wurde Zidanes Porträt auf den Arc de Triomphe projiziert und der Ruf „Zidane Président“ hallte durch Paris.[25] Gemeinsam mit seinen Mitspielern Fabien Barthez, Lilian Thuram und Marcel Desailly wurde er in das WM-All-Star-Team gewählt. Weiterhin bekam Zidane zahlreiche Einzelauszeichnungen als Frankreichs Fußballer und Sportler des Jahres, sowie FIFA-Weltfußballer und den Ballon d'Or als Europas Fußballer des Jahres.

Europameisterschaft 2000Bearbeiten

Nach einer durchwachsenen Qualifikation führte der Spielmacher die Équipe Tricolore zwei Jahre später auch zum europäischen Titel. Im Viertelfinale (2:1 gegen Spanien) und im Halbfinale (2:1 n. V. gegen Portugal) traf Zidane jeweils einmal. Gegen Portugal gelang ihm durch einen Handelfmeter das Golden Goal. Anschließend gewann Zidane wie bereits 1998 die Wahl zum FIFA-Weltfußballer des Jahres.

2000–2006: WM in Japan und Südkorea, EM in Portugal sowie Rücktritt vom RücktrittBearbeiten

In den folgenden Turnieren konnte Zidane dieses hohe Niveau nicht halten. Kurz vor der WM 2002 in Japan und Südkorea zog sich Zidane einen Muskelfaserriss im linken Oberschenkel zu und saß die beiden ersten Vorrundenspiele auf der Bank. Frankreich schied als Weltmeister in der Vorrunde aus. Bei der EM 2004 schied er mit der französischen Nationalmannschaft im Viertelfinale gegen den späteren Europameister Griechenland aus. Am 12. August 2004 erklärte Zidane seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft. Ein Jahr später kehrte er zurück und spielte in der Endphase der WM-Qualifikation wieder für Frankreich. Er habe sich für seine Rückkehr entschieden, nachdem er sich nachts mit seinem Bruder unterhalten hatte.

Rote Karte, MVP und Karriereende bei der WM 2006 in DeutschlandBearbeiten

 
Zidane bei der WM 2006

Bereits vor der WM 2006 stand Zidanes Entschluss, nach dem Turnier seine Karriere zu beenden. Nach zwei Unentschieden und einer Gelbsperre konnte er mit dem Team doch noch die Gruppe überstehen und schoss im Achtelfinale gegen Spanien ein Tor zum 3:1-Endstand. Im Viertelfinale bereitete er beim 1:0-Sieg gegen Brasilien das entscheidende Tor vor und wurde nach dem Spiel zum Player of the match gewählt. Im Halbfinale gegen Portugal traf Zidane per Elfmeter zum 1:0 Endstand.

Im Endspiel gegen Italien traf Zidane erneut per Elfmeter zum frühen 1:0, womit er nach Vavá, Pelé und Paul Breitner der vierte Spieler ist, der in zwei WM-Finals einen Treffer erzielen konnte. In der 109. Minute seines letzten Spiels wurde er nach einem Kopfstoß gegen Marco Materazzi mit der Roten Karte des Feldes verwiesen. Dies war die 15. Rote Karte seiner Karriere. Auslöser für diesen Vorfall waren Beschimpfungen von Materazzi gegen Zidane, die Materazzi anfangs bestritt, aber einige Tage später zugab. Der Gazzetta dello Sport gegenüber sagte Materazzi, er habe Zidane nur kurz am Trikot festgehalten. Darauf habe ihn der Franzose herablassend gemustert und gesagt, wenn er wolle, könne er das Trikot nach dem Spiel haben. Materazzi habe daraufhin erwidert, Zidanes Schwester sei ihm lieber. Im italienischen Fernsehen gab Materazzi am 18. August 2007 zu, er habe auf Zidanes Angebot, ihm sein Trikot zu geben, wörtlich erwidert: „Preferisco la puttana di tua sorella“ (zu deutsch etwa: „Ich bevorzuge deine Schwester, die Nutte“).[26]

Aufgrund des Kopfstoßes wurde Zidane von der FIFA für drei Spiele gesperrt, zudem wurde ihm eine Geldstrafe in Höhe von 7500 Schweizer Franken auferlegt. Die Sperre war für den Franzosen jedoch unbedeutend, da er nach der Weltmeisterschaft 2006 ohnehin seine Karriere beendete. Stattdessen stellte er sich drei Tage lang für soziale Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zur Verfügung. Auch Marco Materazzi wurde bestraft.

Zidane wurde zum wertvollsten Spieler des Turniers gewählt. Die Wahl hatte jedoch bereits vor dem Finale stattgefunden, das Italien mit 5:3 nach Elfmeterschießen gewann.

In insgesamt 108 Länderspielen erzielte Zidane 31 Tore für die Equipe Tricolore. Nach Abschluss seiner Karriere erreichte er bei der Wahl zum FIFA-Weltfußballer des Jahres 2006 noch einmal den 2. Platz sowie beim Ballon d’Or 2006 den 5. Platz.

FunktionärBearbeiten

Im Dezember 2008 kaufte Zidane mit seinen ehemaligen Teamkameraden von Girondins Bordeaux, Bixente Lizarazu und Alain Boghossian, den damaligen Drittligisten Olympique Croix de Savoie 74, der von 2011 bis 2015 in der Ligue 1 spielte.

Im Mai 2011 trat er die Stelle als Sportdirektor bei Real Madrid an. Diese Funktion gab er im Juli 2012 auf eigenen Wunsch hin auf. Im Oktober des Jahres 2011 nahm er einen Diplomlehrgang am Centre de droit et d’économie du sport (CDES, „Zentrum für Recht und Wirtschaft im Sport“) der Universität Limoges auf, um seine praktische Tätigkeit auf eine fundiertere Basis zu stellen.[27]

Im Herbst 2012 erwarb er, wie auch Olivier Dacourt, ein Aktienpaket des Viertligisten AF Rodez; in Rodez besitzt Zidane ein Haus im Grünen.[28]

TrainerBearbeiten

Anfänge als Berater und Co-Trainer von Real MadridBearbeiten

Im November 2010 wurde Zidane auf Wunsch des damaligen Trainers José Mourinho zum Berater von Real Madrid ernannt. Er begleitete die Mannschaft und nahm an Versammlungen und Trainingseinheiten teil. Zur Saison 2013/14 wurde Zidane neben Paul Clement Co-Trainer von Carlo Ancelotti bei Real Madrid. Im April 2014 gewann man nach einem 2:1-Sieg gegen den FC Barcelona die Copa del Rey und im Mai nach einem 4:1-Sieg gegen Atlético Madrid auch die Champions League.

Der Weg zur Lizenz mit der B-Mannschaft von Real Madrid CastillaBearbeiten

Zur Saison 2014/15 übernahm Zidane die in die drittklassige Segunda División B abgestiegene zweite Mannschaft von Real Madrid als Cheftrainer.[29] Im August 2014 wurde Zidane, der nicht die erforderliche Trainerlizenz hatte, um die Mannschaft zu trainieren, von der spanischen Trainervereinigung CENAFE beim Verband angezeigt.[30] Aufgrund dessen wurde im ersten Spiel der Saison Santiago Sánchez als Cheftrainer und Zidane als sein Assistent angegeben. In den folgenden Spielen wurde wieder Zidane als Trainer angeführt. Im Oktober wurde vom spanischen Fußballverband zunächst eine dreimonatige Sperre verhängt,[31] die wenige Tage später vorübergehend wieder ausgesetzt wurde.[30] Im Frühjahr 2015 erhielt er die UEFA-Pro-Trainerlizenz und war fortan offiziell Trainer von Real Madrid Castilla.

Drei Champions-League-Gewinne mit Real MadridBearbeiten

Am 4. Januar 2016 übernahm Zidane die auf dem dritten Tabellenplatz stehende erste Mannschaft des zuvor freigestellten Trainers Rafael Benítez.[32] Zidane führte die Mannschaft bis in das Finale der UEFA Champions League in Mailand, welches am 28. Mai 2016 gegen Atlético Madrid im Elfmeterschießen gewonnen wurde.

Im Jahr darauf wiederholte er diesen Triumph am 3. Juni 2017 durch einen 4:1-Sieg gegen Juventus Turin in Cardiff und wurde somit zum ersten Trainer, der den Titel erfolgreich verteidigen konnte.[33] Zwei Wochen zuvor hatte er durch einen 2:0-Sieg beim FC Málaga die spanische Meisterschaft mit seinem Team gewonnen.[34] Im Zeitraum vom 6. April 2016 bis zum 13. Januar 2017 kassierte Real Madrid in 40 Pflichtspielen unter Zidane keine einzige Niederlage. Damit überbot der Coach die vorherige Bestmarke des FC Barcelona unter Luis Enrique als Rekordhalter in Spanien.[35]

 
Zidane als Trainer von Real Madrid (2017)

Am 26. Mai 2018 verteidigte er durch einen 3:1-Sieg gegen den FC Liverpool in Kiew den Champions-League-Titel aus dem Jahr 2016 ein zweites Mal erfolgreich.[36] Es war Zidanes siebtes Champions-League-Finale. Am 31. Mai 2018 trat Zidane überraschend als Trainer zurück. Er erklärte, dass die Mannschaft „einen Wechsel benötigt, um weiter siegreich zu bleiben. Die Mannschaft benötigt eine neue Ansprache, eine andere methodische Arbeit. Deshalb habe ich die Entscheidung so getroffen.“[37]

Rückkehr zu Real MadridBearbeiten

Am 12. März 2019 kehrte Zidane zu Real Madrid zurück. Zu diesem Zeitpunkt stand der Verein in der Liga nach 27 Spieltagen auf dem dritten Tabellenplatz und war in der Champions League mit 1:4 gegen Ajax Amsterdam bereits im Achtelfinale sowie im Pokalhalbfinale gegen den FC Barcelona ausgeschieden. Er unterschrieb einen Vertrag mit einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2022.[38] Die Saison 2018/19 schloss der Verein auf dem dritten Platz mit 19 Punkten Rückstand auf den Meister FC Barcelona ab.

In der Saison 2019/20, die aufgrund der COVID-19-Pandemie vom 10. März 2020 bis 11. Juni 2020 unterbrochen wurde, gewann Real Madrid unter Zidane die spanische Meisterschaft. In der Champions League schied man im Achtelfinale gegen Manchester City aus und in der Copa del Rey war im Viertelfinale gegen Real Sociedad San Sebastián Schluss.

In der Saison 2020/21 spielte Real bis zum letzten Spieltag um die Meisterschaft, musste als Vizemeister aber dem Stadtrivalen Atlético Madrid den Vortritt lassen. In der Champions League schied die Mannschaft im Halbfinale gegen den FC Chelsea aus. In der Copa del Rey enttäuschte Real in der 3. Runde durch ein Ausscheiden gegen den Drittligisten CD Alcoyano. Nach der Saison verließ Zidane erneut den Verein.[39]

Erfolge als SpielerBearbeiten

VereinBearbeiten

International
Italien
Spanien

NationalmannschaftBearbeiten

AuszeichnungenBearbeiten

Einzel-Auszeichnungen

Mannschafts-Auszeichnungen

Ehrungen

Erfolge als CheftrainerBearbeiten

VereinBearbeiten

International
Spanien

AuszeichnungenBearbeiten

KarrierestatistikBearbeiten

Verein Liga Saison Liga Nat. Pokal Europapokal Gesamt
Spiele Tore Spiele Tore Spiele Tore Spiele Tore
AS Cannes
 
Division 1 1988/89 2 0 - - - - 2 0
1989/90 0 0 - - - - 0 0
1990/91 28 1 3 0 - - 31 1
1991/92 31 5 3 0 4 0 38 5
Gesamt 61 6 6 0 4 0 71 6
Girondins Bordeaux
 
Division 1 1992/93 35 10 4 1 - - 39 11
1993/94 34 6 3 0 6 2 43 8
1994/95 37 6 4 1 4 1 45 8
1995/96 33 6 1 0 15 6 49 12
Gesamt 139 28 12 2 25 9 176 39
Juventus Turin
 
Serie A 1996/97 29 5 2 0 10 2 41 7
1997/98 32 7 5 1 11 3 48 11
1998/99 25 2 5 0 10 0 40 2
1999/00 32 4 3 1 6 0 41 5
2000/01 33 6 2 0 4 0 39 6
Gesamt 151 24 17 2 41 5 209 31
Real Madrid
 
Primera División 2001/02 31 7 9 2 9 3 49 12
2002/03 33 9 1 0 14 3 48 12
2003/04 33 6 7 1 10 3 50 10
2004/05 29 6 1 0 10 0 40 6
2005/06 29 9 5 0 4 0 38 9
Gesamt 155 37 23 3 47 9 225 49
Karriere Gesamt[51] 506 95 58 7 117 23 681 125

FamilieBearbeiten

Zidane heiratete am 28. Mai 1994 seine langjährige Jugendfreundin Véronique Lentisco-Fernández in Château Bel-Air in Le Haillan (Département Gironde).[52] Das Paar hat vier Söhne: Enzo (* 1995), Luca (* 1998), Theo (* 2002) und Elyaz (* 2005), die alle in den Jugendmannschaften von Real Madrid spielten. Um nicht mit seinem berühmten Vater verglichen zu werden, lief Enzo zu Beginn seiner Karriere mit dem Namen Fernández auf seinem Trikot auf, verwendet aber mittlerweile nur noch seinen Vornamen.[53] Luca gewann als Torwart mit der französischen U-17-Mannschaft die Europameisterschaft 2015 und nahm im gleichen Jahr an der Weltmeisterschaft teil, bei der Frankreich im Achtelfinale ausschied. Elyaz nimmt mit der französischen U-17-Auswahl an der Europameisterschaft 2022 teil.[54]

Aktuell lebt Zidane mit seiner Frau in Madrid und in der südfranzösischen Gemeinde Onet-le-Château (Département Aveyron).

SonstigesBearbeiten

Im September 2012 wurde vor dem Centre Pompidou in Paris eine vom algerischen Künstler Adel Abdessemed geschaffene Bronzestatue von Zidane und Materazzi enthüllt, die die Kopfstoß-Szene darstellt.[55]

Soziales EngagementBearbeiten

Zidane ist ein „UN-Botschafter des guten Willens“ (Goodwill-Botschafter für den Kampf gegen die Armut) und Schirmherr der Organisation ELA (Association Européenne contre les Leucodystrophies – Europäischer Verein gegen Leukodystrophie). Zu Jahresbeginn 2009 wurde er zum Offizier der Ehrenlegion befördert.[56] Seit 2003 richtet Zidane gemeinsam mit Brasiliens Ronaldo für das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) das Match Against Poverty aus.

Rolle im italienischen DopingskandalBearbeiten

Im Rahmen eines Gerichtsprozesses wurde gegen Verantwortliche des italienischen Clubs Juventus Turin wegen systematischen Dopings des gesamten Teams in den Jahren 1994–1998 eingeleitet. Dieser endete mit einer rechtskräftigen Verurteilung des Teamarztes. Zidane wurde dabei wie auch andere damalige Juventus-Spieler am 26. Februar 2004 als Zeuge vernommen. Die Spieler hatten keine rechtlichen Konsequenzen zu befürchten, da das italienische Anti-Doping-Gesetz, das auch die Einnahme der Stoffe unter Strafe stellte, erst im Jahr 2000 erlassen wurde. Zidane gab die systematische Einnahme von Kreatin und Schmerzmitteln zu und auch, dass er in der Kabine Infusionen erhalten habe. Diese seien als Vitamine ausgegeben worden. Er bestätigte außerdem die Einnahme von Esafosfina (Fructose-1,6-bisphosphat), ein Mittel zur Steigerung der Durchblutung des Gehirns und der Muskeln.[57]

Literatur und FilmeBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Zinédine Zidane – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Fort; Philippe. Zidane: Die Biographie
  2. Zidane-Bruder Farid verstorben, abgerufen am 13. Juli 2019
  3. https://www.esquireme.com/culture/zinedine-zidane
  4. Soccer: Zidane, the political footballer. Abgerufen am 6. Februar 2021 (en-NZ).
  5. https://www.independent.co.uk/sport/football/news-and-comment/john-lichfield-why-france-still-loves-zidane-407511.html
  6. Interview: Zinedine Zidane. 3. April 2004, abgerufen am 6. Februar 2021 (englisch).
  7. https://www.esquireme.com/culture/zinedine-zidane
  8. Zidane: Slišković mi je bio idol, uživao sam gledati ga. Abgerufen am 6. Februar 2021 (kroatisch).
  9. https://www.independent.co.uk/news/world/europe/in-the-footsteps-of-zidane-652076.html
  10. https://www.fifa.com/fifa-tournaments/players-coaches/people=163331/profile.html
  11. Frédéric Hermel: Zidane. Flammarion. 2019, ISBN 978-2-08-149061-1
  12. Luca Caioli, Zidane : 110 minutes pour partir, Éditions Prolongations, 2007, ISBN 978-2-916400-16-7
  13. Frédéric Hermel: Zinédine Zidane: Ein Portait des 21. Jahrhunderts. Éditions, Mai 2006, ISBN 978-2-258-07197-1
  14. Dan Franck: Zidane, Le Romain d'une victoire, Editions Robert Laffont, S. 117
  15. Courbis gab ihm diesen Namen aufgrund der Ähnlichkeit, die er zwischen Zidane und Joseph Bonnel, der um 1970 gleichfalls „Zizou“ genannt wurde, konstatierte; vgl. Alain Pécheral: La grande histoire de l'OM. Des origines à nos jours. Éd. Prolongations, o. O. 2007 ISBN 978-2-916400-07-5, S. 193
  16. Dan Franck: Zidane, Le Romain d'une victoire, Editions Robert Laffont, S. 236
  17. https://www.fourfourtwo.com/features/year-zero-making-zinedine-zidane-juventus-199697
  18. Dan Franck: Zidane, Le Romain d'une victoire, Editions Robert Laffont, S. 198
  19. Zidane al Real (Memento vom 9. Juli 2001 im Internet Archive)
  20. Hardy Grüne: Fußball WM-Enzyklopädie 1930 bis 2010. Agon-Sportverlag, 2006. S. 431
  21. Hardy Grüne: Fußball WM-Enzyklopädie 1930 bis 2010. Agon-Sportverlag, 2006. S. 432
  22. Hardy Grüne: Fußball WM-Enzyklopädie 1930 bis 2010. Agon-Sportverlag, 2006. S. 443
  23. Luca Caioli, Zidane : 110 minutes pour partir, Éditions Prolongations, 2007, ISBN 978-2-916400-16-7
  24. Hardy Grüne: Fußball WM-Enzyklopädie 1930 bis 2010. Agon-Sportverlag, 2006. S. 445
  25. Hardy Grüne: Fußball WM-Enzyklopädie 1930 bis 2010. Agon-Sportverlag, 2006. S. 445
  26. Hans-Martin Gauger: Das Feuchte und das Schmutzige. Kleine Linguistik der vulgären Sprache. C.H. Beck, München 2012, S. 10.
  27. CDES de Limoges – Promo Zizou. In: France Football, 10. Januar 2012, S. 38/39
  28. France Football vom 12. März 2013, S. 15
  29. Zidane to manage Castilla in the 2014/2015 season. In: realmadrid.com, 25. Juni 2014
  30. a b DER SPIEGEL: Real Madrid: Zinedine Zidane darf weiter als Trainer arbeiten. Abgerufen am 17. August 2021.
  31. Zinedine Zidane für 3 Monate gesperrt: Frankreich-Legende hat falsche Trainerlizenz. 27. Oktober 2014, abgerufen am 17. August 2021.
  32. Real setzt Benitez vor die Tür – Zidane übernimmt. In: kicker online, 4. Januar 2016, abgerufen am 4. Januar 2016.
  33. Robert Peters: Champions-League-Finale: Real Madrid – die Krönung. Abgerufen am 11. Januar 2018.
  34. Primera División: Real Madrid ist spanischer Meister. In: Spiegel Online. 21. Mai 2017, abgerufen am 11. Januar 2018.
  35. Luca Gronimus: Zinedine Zidane – Der Ballmagnet und Technikgott auf dem Weg zur Trainer-Legende. In: Europapokal.de. 11. Mai 2017, abgerufen am 11. Mai 2017.
  36. Champions League: Keeper Karius patzt: Real verlängert Klopps Final-Fluch. In: ZEIT ONLINE. (zeit.de [abgerufen am 26. Mai 2018]).
  37. Drei Champions-League-Titel: Trainer Zidane tritt bei Real Madrid zurück. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 31. Mai 2018]).
  38. Official Announcement, realmadrid.com, 11. März 2019, abgerufen am 11. März 2019.
  39. Offizielle Pressemitteilung: Zinedine Zidane, realmadrid.com, 27. Mai 2021, abgerufen am 27. Mai 2021.
  40. Jubiläumsfeiern – und immer am Puls der Zeit. In: uefa.de, 12. Dezember 2014
  41. Sportsmail: Eurostars! Giggs and Gerrard named in top 10 best ever Champions League players. 18. November 2011, abgerufen am 17. August 2021.
  42. Soccer Teams, Scores, Stats, News, Fixtures, Results, Tables - ESPN. Abgerufen am 17. August 2021 (englisch).
  43. Don Balón vom 6. Januar 2011
  44. 1573092: don balon 06 de enero de 2011. Abgerufen am 17. August 2021 (englisch).
  45. Diario AS: Fox Sports elige a Zidane 'futbolista de la década'. 18. Dezember 2009, abgerufen am 17. August 2021 (spanisch).
  46. The Greatest: - how the panel voted. 2. Juli 2013, abgerufen am 17. August 2021.
  47. UEFA.com: Beste EURO-11 aller Zeiten in Paris enthüllt. 7. Juni 2016, abgerufen am 17. August 2021.
  48. Soccer Teams, Scores, Stats, News, Fixtures, Results, Tables - ESPN. Abgerufen am 17. August 2021 (englisch).
  49. All-Decade Team: Soccer (Memento vom 13. November 2012 im Internet Archive)
  50. Zidane recibe el MARCA Leyenda
  51. Zinédine Zidane - Free. Abgerufen am 17. August 2021.
  52. Frédéric Hermel: Zinédine Zidane: Ein Portait des 21. Jahrhunderts. Éditions, Mai 2006, ISBN 978-2-258-07197-1
  53. Welt Online: Bei Real Madrid trainieren jetzt drei Zidanes, 19. Juli 2016, abgerufen am 3. August 2016.
  54. uefa.com: Elyaz Zidane
  55. Zinedine Zidane headbutt statue unveiled in French capital. In: bbc.co.uk
  56. France Football vom 6. Januar 2009, S. 16
  57. Außer Kontrolle. Doping im Fußball. (Memento vom 16. August 2010 im Internet Archive)
  58. Asterix bei den Olympischen Spielen (Film).
VorgängerAmtNachfolger

Vincent Guérin
Ligue-1-Spieler des Jahres
1996

Sonny Anderson