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Tschechische Fußballnationalmannschaft

Fußballnationalmannschaft der Herren
Tschechische Republik
Česká republika
Verband Fotbalová asociace České republiky
Konföderation UEFA
Technischer Sponsor Puma
Cheftrainer TschechienTschechien Jaroslav Šilhavý (seit September 2018)
Co-Trainer TschechienTschechien Tomáš Galásek
TschechienTschechien Jiri Chytry
Kapitän Marek Suchý
Rekordtorschütze Jan Koller (55)
Rekordspieler Petr Čech (124)
Heimstadion Wechselnde Stadien
FIFA-Code CZE
FIFA-Rang 43. (1454 Punkte)
(Stand: 24. Oktober 2019)[1]
Erstes Trikot
Zweites Trikot
Bilanz
287 Spiele
156 Siege
55 Unentschieden
76 Niederlagen
Statistik
Erstes Länderspiel
TurkeiTürkei Türkei 1:4 Tschechien TschechienTschechien
(Istanbul, Türkei; 23. Februar 1994)
Höchste Siege
TschechienTschechien Tschechien 8:1 Andorra AndorraAndorra
(Liberec, Tschechien; 4. Juni 2005)
TschechienTschechienTschechien 7:0 San Marino San MarinoSan Marino
(Liberec, Tschechien; 7. Oktober 2006)
TschechienTschechienTschechien 7:0 San Marino San MarinoSan Marino
(Uherské Hradiště, Tschechien; 9. September 2009)
Höchste Niederlage
EnglandEngland England 5:0 Tschechien TschechienTschechien
(London, England; 22. März 2019)
Erfolge bei Turnieren
Weltmeisterschaft
Endrundenteilnahmen 1 (Erste: 2006)
Beste Ergebnisse Vorrunde (2006)
Europameisterschaft
Endrundenteilnahmen 6 (Erste: 1996)
Beste Ergebnisse Vizemeister (1996)
Konföderationen-Pokal
Endrundenteilnahmen 1 (Erste: 1997)
Beste Ergebnisse Dritter 1997
(Stand: 14. Oktober 2019)
Mannschaft beim Spiel gegen Österreich 2014

Die tschechische Fußballnationalmannschaft ist formal Nachfolgerin der tschechoslowakischen Fußballnationalmannschaft, die nach der Aufspaltung der Tschechoslowakei in Tschechien und Slowakei zum 1. Januar 1993 noch bis zum erfolglosen Abschluss der bereits begonnenen Qualifikationsrunde zur WM 1994 Ende 1993 existierte.

Als Auswahlmannschaft des Böhmisch-Mährischen Fußballverbands wurde das tschechische Team 1994 neu formiert. Schon bei der Fußball-Europameisterschaft 1996 in England, als man erst in der Verlängerung des Finales der deutschen Mannschaft unterlag, feierte die tschechische Elf einen Erfolg, ihren bislang größten. Bei der Europameisterschaft 2000 und 2008 schied das Team bereits in der Vorrunde aus, während es bei der EM 2004 den Halbfinaleinzug schaffte, und 2012 das Viertelfinale.

Für die WM 2006 konnte sich Tschechien – nach zwei Relegationsspielen gegen Norwegen – erstmals für die Teilnahme an einer Fußball-Weltmeisterschaft qualifizieren. Im Turnier schied die Mannschaft nach der Vorrunde aus.

Ebenso wie für die Slowakei berücksichtigt die FIFA auch für Tschechien die Ergebnisse des tschechoslowakischen Teams, wie den Gewinn der Fußball-Europameisterschaft 1976 sowie das Erreichen der Endspiele der Weltmeisterschaften 1934 und 1962.[2]

RekordspielerBearbeiten

Von den derzeit aktiven Spielern hat Vladimír Darida mit 59 Spielen die meisten Länderspiele bestritten.

Rang Name Einsätze Tore Position Zeitraum WM-Spiele EM-Spiele
01. Petr Čech 124 0 Tor 2002–2016 3 14
02. Karel Poborský 118 8 Mittelfeld 1994–2006 3 14
03. Tomáš Rosický 105 23 Mittelfeld 2000–2016 3 10
04. Jaroslav Plašil 103 7 Mittelfeld 2004–2016 3 11
05. Milan Baroš 93 41 Angriff 2001–2012 1 10
06. Jan Koller 91 55 Angriff 1999–2009 1 10
07. Pavel Nedvěd 91 18 Mittelfeld 1994–2006 3 12
08. Vladimír Šmicer 80[3] 27 Mittelfeld 1994–2005 0 11
09. Marek Jankulovski 78 11 Abwehr/Mittelfeld 2000–2009 3 9
10. Tomáš Ujfaluši 78 2 Abwehr 2001–2009 2 7

RekordtorschützenBearbeiten

Rang Name Tore Einsätze Quote Zeitraum WM-Tore EM-Tore
01. Jan Koller 55 91 0,60 1999–2009 1 3
02. Milan Baroš 41 93 0,44 2001–2012 0 5
03. Vladimír Šmicer 27 80[3] 0,34 1994–2005 0 4
04. Tomáš Rosický 23 105 0,22 2000–2016 2 0
05. Pavel Kuka 22[4] 63[5] 0,35 1984–1997 0 1
06. Pavel Nedvěd 18 91 0,20 1994–2006 0 1
07. Patrik Berger 18 42[6] 0,43 1994–2001 0 1
08. Vratislav Lokvenc 14 74 0,19 1995–2006 0 0
09. Tomáš Necid 12 44 0,29 2008– 0 1
10. Marek Jankulovski 11 78 0,14 2000–2009 0 0

Quellen: [7][8]

Stand: 14. Oktober 2019

Liste der NationalspielerBearbeiten

Eine Liste aller Nationalspieler findet sich unter Liste der tschechischen Fußballnationalspieler.

TrainerBearbeiten

Den Posten des Nationaltrainers hatte bis Oktober 2009 Ivan Hašek inne, der zugleich auch Vorsitzender des tschechischen Fußballverbandes ČMFS war. Als Trainer-Berater fungierten der langjährige ehemalige Nationaltrainer Karel Brückner und Michal Bílek, der bis 2008 den tschechischen Rekordmeister Sparta Prag trainierte und danach Trainer des slowakischen Erstligisten MFK Ružomberok war.[9] Hašek übernahm den Posten von František Straka, der die Mannschaft kurzzeitig von Mitte Mai 2009 bis Ende Juni 2009 (und in diesem Zeitraum bei lediglich einem Freundschaftsspiel gegen Malta – Ergebnis 1:0) betreut hatte.[10] Nach dem Scheitern in der WM-Qualifikation trat Hašek zurück. Seine Nachfolge trat Michal Bílek im Oktober 2009 an.[11]

Trainer seit 1994Bearbeiten

Erweiterter KaderBearbeiten

Stand: Oktober 2019[12][13]

Name Geburtstag Spiele Tore Verein Debüt Letzter Einsatz
Torwart
Ondřej Kolář 17.10.1994 0 0 Tschechoslowakei  Slavia Prag
Jiří Pavlenka 14.04.1992 11 0 Deutschland  SV Werder Bremen 2016 14.10.2019
Tomáš Vaclík 29.03.1989 28 0 Spanien  FC Sevilla 2012 11.10.2019
Abwehr
Jan Bořil 11.01.1991 13 0 Tschechoslowakei  Slavia Prag 2017 14.10.2019
Jakub Brabec 06.08.1992 16 1 Tschechoslowakei  Viktoria Pilsen 2016 11.10.2019
Ondřej Čelůstka 18.06.1989 16 1 Turkei  Antalyaspor 2013 14.10.2019
Vladimír Coufal 22.08.1992 6 0 Tschechoslowakei  Slavia Prag 2017 11.10.2019
Theodor Gebre Selassie 24.12.1986 54 3 Deutschland  SV Werder Bremen 2011 26.03.2019
Pavel Kadeřábek 25.04.1992 40 3 Deutschland  TSG 1899 Hoffenheim 2014 07.09.2019
Tomáš Kalas 15.05.1993 19 2 England  Bristol City 2012 22.03.2019
Ondřej Kúdela 26.03.1987 2 0 Tschechoslowakei  Slavia Prag 2019 14.10.2019
Filip Novák 26.06.1990 23 1 Turkei  Trabzonspor 2015 10.06.2019
Radim Řezník 20.01.1989 3 0 Tschechoslowakei  Viktoria Pilsen 2014 14.10.2019
Stefan Simić 20.01.1995 2 0 Kroatien  Hajduk Split 2017 14.10.2019
Marek Suchý (C)  29.03.1988 44 1 Deutschland  FC Augsburg 2010 10.09.2019
Mittelfeld
Vladimír Darida 08.08.1990 59 6 Deutschland  Hertha BSC 2012 14.10.2019
Josef Hušbauer 16.03.1990 20 1 Tschechoslowakei  Slavia Prag 2012 14.10.2019 (C) 
Jakub Jankto 19.01.1996 24 3 Italien  Sampdoria Genua 2017 11.10.2019
Lukáš Kalvach 19.07.1995 1 0 Tschechoslowakei  Viktoria Pilsen 2019 14.10.2019
Jan Kopic 04.06.1990 19 3 Tschechoslowakei  Viktoria Pilsen 2014 14.10.2019
Alex Král 19.05.1998 7 1 Russland  Spartak Moskau 2019 14.10.2019
Ladislav Krejčí 05.07.1992 41 5 Italien  FC Bologna 2012 14.10.2019
Lukáš Masopust 12.02.1993 9 1 Tschechoslowakei  Slavia Prag 2018 14.10.2019
David Pavelka 18.05.1991 22 1 Turkei  Kasımpaşa Istanbul 2015 10.06.2019
Tomáš Souček 27.02.1995 23 3 Tschechoslowakei  Slavia Prag 2016 11.10.2019
Jan Sýkora 29.12.1993 10 1 Tschechoslowakei  Slavia Prag 2016 10.09.201
Jaromír Zmrhal 02.08.1993 15 1 Italien  Brescia Calcio 2016 14.10.2019
Sturm
Michal Krmenčík 15.03.1993 22 8 Tschechoslowakei  Viktoria Pilsen 2016 14.10.2019
Zdenek Ondrášek 22.12.1988 2 0 Vereinigte Staaten  FC Dallas 2019 14.10.2019
Patrik Schick 24.01.1996 22 9 Deutschland  RB Leipzig 2016 14.10.2019
Milan Škoda 16.01.1986 19 4 Tschechoslowakei  Slavia Prag 2015 22.03.2019

Teilnahmen bei Fußball-WeltmeisterschaftenBearbeiten

Tschechien war während der bis 1990 ausgetragenen WM-Turniere Teil der Tschechoslowakei und stellte eine Vielzahl von Spielern für die Nationalmannschaft bei diesen Turnieren, die zweimal (1934 und 1962) den zweiten Platz belegte. Nach der Trennung von der Slowakei konnte sich die Mannschaft erst einmal bei fünf Anläufen für eine WM qualifizieren. Dabei traf Tschechien in der Qualifikation für die WM 1998 und 2010 auf die Slowakei.

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner Ergebnis[14] Trainer Bemerkungen und Besonderheiten
1998 Frankreich nicht qualifiziert In der Qualifikation an Spanien und Jugoslawien gescheitert.
2002 Südkorea/Japan nicht qualifiziert In der Qualifikation in den Relegationsspielen der Gruppenzweiten an Belgien gescheitert, nachdem in der Gruppenphase hinter Dänemark der 2. Platz belegt wurde.
2006 Deutschland Vorrunde Italien, Ghana, USA 20. Karel Brückner
2010 Südafrika nicht qualifiziert In der Qualifikation an der Slowakei und Slowenien gescheitert.
2014 Brasilien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Italien und Dänemark gescheitert.
2018 Russland nicht qualifiziert In der Qualifikation an Deutschland und Nordirland gescheitert

Teilnahmen bei Fußball-EuropameisterschaftenBearbeiten

Tschechien nahm als Teil der Tschechoslowakei an den Europameisterschaften 1960 bis 1992 teil. 1976 gewann die tschechoslowakische Mannschaft den Titel als im ersten Elfmeterschießen der EM-Geschichte Titelverteidiger Deutschland bezwungen wurde. In der Europameistermannschaft standen die tschechischen Spieler Ivo Viktor, Antonín Panenka, František Veselý und Zdeněk Nehoda. Nach der Aufspaltung der Tschechoslowakei in zwei selbständige Staaten nahm Tschechien erstmals an der Qualifikation zur EM 1996 teil und konnte sich seitdem immer qualifizieren, während es der Slowakei erst 2016 gelang, sich wieder für eine Endrunde zu qualifizieren.

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner Ergebnis Bemerkungen und Besonderheiten
1996 England Finale Deutschland 2. Platz Niederlage durch Golden Goal
2000 Niederlande und Belgien Vorrunde Niederlande, Frankreich, Dänemark Nach zwei Niederlagen und einem Sieg als Gruppendritter ausgeschieden.
2004 Portugal Halbfinale Griechenland Niederlage in der Verlängerung
2008 Österreich und Schweiz Vorrunde Schweiz, Portugal, Türkei Nach einem Sieg und zwei Niederlagen als Gruppendritter ausgeschieden.
2012 Polen und Ukraine Viertelfinale Portugal Gruppensieger nach einer Auftaktniederlage gegen Russland und zwei anschließenden Siegen, Aus im Viertelfinale gegen Portugal (0:1)
2016 Frankreich Vorrunde Spanien, Kroatien, Türkei Als Gruppenletzter ausgeschieden.
2020 Europa Gegner in der Qualifikation sind Bulgarien, England, der Kosovo und Montenegro.

Spiele gegen deutschsprachige NationalteamsBearbeiten

(Ergebnisse aus tschechischer Sicht)

Länderspiele gegen Deutschland

  1. 9. Juni 1996 in Manchester (EM-Vorrunde): 0:2 (0:2)
  2. 30. Juni 1996 in London (EM-Finale): 1:2 (0:0, 1:1) n.GG.
  3. 3. Juni 2000 in Nürnberg: 2:3 (0:1)
  4. 23. Juni 2004 in Lissabon (EM-Vorrunde): 2:1 (1:1)
  5. 24. März 2007 in Prag (EM-Qualifikation): 1:2 (0:1)
  6. 17. Oktober 2007 in München (EM-Qualifikation): 3:0 (2:0)
  7. 8. Oktober 2016 in Hamburg (WM-Qualifikation): 0:3 (0:1)
  8. 1. September 2017 in Prag (WM-Qualifikation): 1:2 (0:1)

Länderspiele gegen die Schweiz

  1. 20. April 1994 in Zürich 0:3 (0:3)
  2. 1. Juni 1996 in Basel 2:1 (1:1)
  3. 18. August 1999 in Drnovice 3:0 (0:0)
  4. 7. Juni 2008 in Basel 1:0 (0:0)

Länderspiele gegen Österreich

  1. 29. Mai 1996 in Salzburg 0:1 (0:0)
  2. 2. April 2003 in Prag 4:0 (2:0) (EM-Qualifikation)
  3. 11. Oktober 2003 in Wien 3:2 (1:0) (EM-Qualifikation)
  4. 22. August 2007 in Wien 1:1 (1:0)
  5. 3. Juni 2014 in Olmütz 1:2 (1:1)

Länderspiele gegen Liechtenstein

  1. 12. Oktober 2010 in Vaduz 2:0 (2:0) (EM-Qualifikation)
  2. 29. März 2011 in České Budějovice 2:0 (1:0) (EM-Qualifikation)

Aktuelle LänderspieleBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Die FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste. In: fifa.com. 24. Oktober 2019, abgerufen am 28. Oktober 2019.
  2. Die FIFA berücksichtigt bei der Tschechischen Nationalmannschaft auch die Erfolge der früheren tschechoslowakischen Fußballnationalmannschaft http://de.fifa.com/associations/association=cze/index.html
  3. a b Zudem ein Spiel für die Mannschaft der Tschechoslowakei
  4. Zudem sieben Tore für die Mannschaft der Tschechoslowakei
  5. Zudem 24 Spiele für die Mannschaft der Tschechoslowakei
  6. Zudem zwei Spiele für die Mannschaft der Tschechoslowakei
  7. fotbal.cz: Statistiky reprezentace – hráči (Stand: 12. Juni 2015)
  8. eu-football.info: Player Czech Republic
  9. Sport.cz: http://fotbal.sport.cz/fotbal/reprezentace/152877-hraci-ani-treneri-problem-v-koucich-haskovi-a-brucknerovi-nevidi.html. (tsch.) Stand 8. Juli 2009.
  10. Sport.de: http://sport.rtl.de/sportartikel/fussball/fussball_45387_1335153.php. Stand 8. Juli 2009.
  11. goal.com: Bilek neuer Trainer in Tschechien
  12. https://www.transfermarkt.de/tschechien/erweiterterkader/verein/3445
  13. http://www.national-football-teams.com/country/50/2017/Czech_Republic.html
  14. Die Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: All-time FIFA World Cup Ranking 1930-2010 (PDF; 195 kB)

WeblinksBearbeiten

  Commons: Tschechische Fußballnationalmannschaft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien