AS Monaco

monegassischer Fußballverein

Die Association Sportive de Monaco Football Club,[1] allgemein bekannt als AS Monaco, ist ein Fußballverein aus dem Fürstentum Monaco. Er spielt im französischen Ligabetrieb mit und ist Mitglied im Französischen Fußballverband FFF.

AS Monaco
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Fußballunternehmen
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Name Association Sportive de Monaco
Football Club S.A.M.
Sitz Monaco
Gründung 1. August 1919
Aktionäre 66,67 %: Jekaterina Rybolowlewa
33,33 %: Familie Grimaldi
Präsident Dmitri Rybolowlew
Website asmonaco.com
Erste Mannschaft
Cheftrainer Philippe Clement
Spielstätte Stade Louis II
Plätze 18.520
Liga Ligue 1
2021/22 3. Platz
Heim
Auswärts
Ausweich

Zwei Drittel der Anteile an der Société Anonyme Monégasque werden von Jekaterina Rybolowlewa, Tochter des russischen Unternehmers und Klubpräsidenten Dmitri Rybolowlew, gehalten. Das übrige Drittel gehört der Familie Grimaldi.[2]

GeschichteBearbeiten

Die AS Monaco wurde am 1. August 1919[3] gegründet, seit 1948 wandelte sie sich zum professionellen Klub. Heimspielort ist das Stade Louis II, ein reines Sitzplatzstadion mit 18.520 Plätzen im Bezirk Fontvieille in Monaco. Vereinspräsident ist seit Ende 2011 Dmitri Rybolowlew.

Mit acht Meistertiteln in der Ligue 1 und fünf Pokalerfolgen gehört Monaco zu den erfolgreichsten Vereinen der französischen Liga. Auf europäischer Ebene erreichte die ASM einmal (1992) das Finale im Europapokal der Pokalsieger, verlor aber mit 0:2 gegen Werder Bremen. Am 26. Mai 2004 verlor Monaco zudem das Finale der UEFA Champions League in Gelsenkirchen mit 0:3 gegen den FC Porto.

Nach 34 Jahren durchgehender Zugehörigkeit zur Ligue 1 spielte die ASM nach Platz 18 und dem Abstieg von 2011 bis 2013 nur noch in der Ligue 2. Der sportlich wie finanziell angeschlagene Verein fand im Dezember 2011 einen neuen Investor: Der russische Milliardär Rybolowlew übernahm über eine seiner Firmen 66,67 Prozent der Anteile der für den Profibereich zuständigen Kapitalgesellschaft (Société Anonyme Sportive Professionnelle)[4] und das Präsidentenamt. Das restliche Drittel verbleibt beim Gesamtverein, um „die Interessen des Fürstentums [zu] repräsentieren“.[5] 2013 erreichte der Verein Platz eins der Ligue 2 und damit den Wiederaufstieg.

 
Logo bis 2013

Zur Erstligasaison 2013/14 verpflichtete der Verein João Moutinho, James Rodríguez (beide vom FC Porto) und Falcao von Atlético Madrid für zusammen geschätzte 120 bis 130 Millionen Euro[6] – eine Größenordnung, die der Verein allerdings dementiert hat.[7]

Weil die Kapitalgesellschaft dem monegassischen Steuerrecht unterliegt und damit einen erheblichen Wettbewerbsvorteil besitzt, beschloss der Profiligaverband FFF im März 2013, dass ab der Saison 2014/15 alle französischen Erst- und Zweitligavereine – also auch die AS Monaco – ihren steuerlichen Sitz in Frankreich haben müssen.[8] Nachdem der Verein Widerspruch beim FFF-Exekutivkomitee eingelegt hatte,[9] schloss er mit dem Ligaverband einen Vergleich, wonach er seinen Sitz im Fürstentum behält und eine Kompensation von 50 Millionen Euro zahlt, die auf die anderen Klubs verteilt werden.[10] Sieben Erstligisten (Bordeaux, Caen, Lille, Lorient, Marseille, Montpellier und Paris) halten die Summe für unangemessen niedrig und zudem der FFF das Recht bestreiten, eine solche überhaupt abzuschließen.[11] Diese Vereinbarung wurde jedoch 2015 vom Conseil d'Etat als rechtswidrig abgelehnt und AS Monaco bezahlt jetzt überhaupt keine Kompensation, obwohl er seinen Sitz in Monaco behält.[12] Am 10. Juni 2014 wurde Leonardo Jardim als neuer Trainer und Nachfolger von Claudio Ranieri vorgestellt.[13] Unter Jardim erreichte der Klub in der Saison 2014/15 den dritten Platz. In der UEFA Champions-League 2014/15 überstand Monaco die Gruppenphase und zog durch einen Sieg im Achtelfinale, gegen den FC Arsenal, ins Viertelfinale ein, in welchem gegen den italienischen Meister Juventus Turin Schluss war. In der Ligue 1 2015/16 verteidigte Monaco den 3. Platz, während er in der Europa-League 2015/16, in der Gruppenphase, ausschied. Vorläufiger Höhepunkt der Jahre unter Trainer Jardim war der Gewinn der Meisterschaft in der Saison 2016/17. Außerdem erreichte der Klub nach Siegen gegen unter anderem Borussia Dortmund, Manchester City und Tottenham Hotspur, das Halbfinale der UEFA Champions League 2016/17, in dem man wieder gegen Juventus Turin ausschied.

Unter Jardim gelang es, junge Spieler wie Thomas Lemar, Fabinho (beide 2018), Kylian Mbappé, Benjamin Mendy, Bernardo Silva, Tiemoué Bakayoko (alle 2017), Anthony Martial, Geoffrey Kondogbia, Layvin Kurzawa und Yannick Carrasco (alle 2015) zu entwickeln und mit hohen Erlösen zu transferieren. Dieser Transferpolitik musste jedoch in sportlicher Hinsicht zusehends Rechnung getragen werden: Nach der Meistersaison samt Erreichen des Champions-League-Halbfinals erreichte das Team in der Saison 2017/18 mit 13 Punkten Rückstand auf den Meister Paris Saint-Germain den zweiten Platz und schied in der Champions League in der Gruppenphase aus. Nach neun Spieltagen der Saison 2018/19 stand das Team mit sechs Punkten auf dem drittletzten Tabellenplatz, woraufhin Jardim am 11. Oktober 2018 entlassen wurde.[14]

Sein Nachfolger wurde Thierry HenryWeltmeister 1998, Europameister 2000 und früherer AS-Spieler. Er erhielt einen Vertrag bis 2021.[15] Bereits am 24. Januar 2019 wurde Henry vom Verein freigestellt, nachdem die auf dem vorletzten Tabellenplatz befindliche Mannschaft unter ihm in 12 Ligapartien nur zwei Siege geholt hatte und im Coupe de France gegen den Zweitligisten FC Metz ausgeschieden war.[16] Sein Vorgänger Jardim kehrte nochmals zurück.[17] Es gelang zwar der Klassenerhalt, kurz vor Jahresende wurde der Trainer auf dem siebten Tabellenplatz liegend aber erneut entlassen.[18]

Am 30. Dezember 2019[19] übernahm Robert Moreno das Traineramt. Die Saison wurde im März 2020 aufgrund der COVID-19-Pandemie unter- und später abgebrochen. Die AS Monaco belegte nach einer Quotientenregelung den 9. Platz. Mitte Juli 2020 wurde Moreno freigestellt und kurz danach Niko Kovač als neuer Trainer in Monaco vorgestellt.[20][21] Die Saison 2020/2021 schloss der Verein auf dem 3. Platz ab.

Auch Mitglieder der monegassischen Fürstenfamilie sind bei Heimspielen oft anwesend; Fürst Albert II. ist Anhänger des Vereins.

LigazugehörigkeitBearbeiten

Profistatus hat die ASM 1933/34 sowie ab 1948 besessen; der Division 1 bzw. Ligue 1 (seit 2002) gehörte Monaco 1953–1969, 1971/72, 1973–1976 und 1977–2011 an und spielt dort aktuell wieder seit 2013.

ErfolgeBearbeiten

NationalBearbeiten

InternationalBearbeiten

Für den Verein wichtige ehemalige SpielerBearbeiten

Frankreich  Frankreich

Doppelstaatsbürger

Argentinien  Argentinien

Belgien  Belgien

Bosnien und Herzegowina  Bosnien und Herzegovina

Brasilien  Brasilien

Bulgarien  Bulgarien

Kamerun  Kamerun

Togo  Togo

Tschad  Tschad

Kroatien  Kroatien

Kolumbien  Kolumbien

Kongo Demokratische Republik  Demokratische Republik Kongo

Danemark  Dänemark

Deutschland  Deutschland

England  England

Italien  Italien

Liberia  Liberia

Mexiko  Mexiko

Nigeria  Nigeria

Norwegen  Norwegen

Portugal  Portugal

Rumänien  Rumänien

Schottland  Schottland

Schweiz  Schweiz

Senegal  Senegal

Spanien  Spanien

Korea Sud  Südkorea

Uruguay  Uruguay

Trainer (seit 1948)Bearbeiten

Aktueller Kader 2022/23Bearbeiten

Stand: 2. September 2022[22]

Nr. Nat. Name Geburtstag im Verein seit Vertrag bis
Tor
16 Deutschland  Alexander Nübel 30. September 1996 2021 2023
30 Frankreich  Thomas Didillon 28. November 1995 2022 2023
50 Frankreich  Yann Lienard 16. März 2003 2021 2024
Abwehr
02 Brasilien  Vanderson 21. Juni 2001 2022 2027
03 Chile  Guillermo Maripán 6. Mai 1994 2019 2024
05 Frankreich  Benoît Badiashile 26. März 2001 2018 2024
06 Frankreich  Axel Disasi 11. März 1998 2020 2025
12 Brasilien  Caio Henrique 31. Juli 1997 2020 2027
14 Senegal  Ismail Jakobs 17. August 1999 2021 2026
23 Frankreich  Malang Sarr 23. Januar 1999 2022 2023
26 Frankreich  Ruben Aguilar 26.04.1993 2019 2025
99 Frankreich  Yllan Okou 23. Dezember 2002 2020 2025
Mittelfeld
04 Mali  Mohamed Camara 6. Januar 2000 2022 2027
11 Brasilien  Jean Lucas Oliveira 22. Juni 1998 2021 2026
15 Belgien  Eliot Matazo 15. Februar 2002 2020 2026
17 Russland  Alexander Golowin 30. Mai 1996 2018 2024
18 Japan  Takumi Minamino 16. Januar 1995 2022 2026
19 Frankreich  Youssouf Fofana 10. Januar 1999 2020 2024
21 Frankreich  Maghnes Akliouche 25. Februar 2002 2022 2025
27 Senegal  Krépin Diatta 25. Februar 1999 2021 2025
29 Frankreich  Félix Lemaréchal 7. August 2003 2022 2024
41 Frankreich  Soungoutou Magassa 8. Oktober 2003 2021 2024
77 Portugal  Gelson Martins 11. Mai 1995 2019 2024
Sturm
09 Niederlande  Myron Boadu 14. Januar 2001 2021 2026
10 Frankreich  Wissam Ben Yedder (C)  12. August 1990 2019 2024
31 Deutschland  Kevin Volland 30. Juli 1992 2020 2024
36 Schweiz  Breel Embolo 14. Februar 1997 2022 2026
53 Frankreich  Willem Geubbels 16. August 2001 2018 2023

BasketballBearbeiten

Die Basketballmannschaft des Vereins spielte 17 Jahre in der LNB Pro A und wurde 1950 französischer Vizemeister.

LiteraturBearbeiten

  • Thierry Berthou/Collectif: Dictionnaire historique des clubs de football français. Pages de Foot, Créteil 1999 – Band 1 (A-Mo) ISBN 2-913146-01-5, Band 2 (Mu-W) ISBN 2-913146-02-3.
  • Jean Cornu: Les grandes équipes françaises de football. Famot, Genève 1978.

WeblinksBearbeiten

Commons: AS Monaco – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: AS Monaco – in den Nachrichten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Das Unternehmen im Journal de Monaco, abgerufen am 11. September 2017.
  2. Monaco have plenty of money and ambition but not many supporters, 20. September 2013, abgerufen am 11. September 2017.
  3. Status. (Nicht mehr online verfügbar.) AS Monaco Football Club, archiviert vom Original am 26. Dezember 2015; abgerufen am 26. Dezember 2015 (französisch).
  4. Russischer Investor kauft Krisenklub Monaco. (Memento vom 28. November 2012 im Internet Archive) In: Zeit Online
  5. Meldung. In: France Football, 24. Dezember 2011
  6. 50 Millionen Euro Ablöse: AS Monaco macht Falcao-Deal perfekt. In: Spiegel Online. 1. Juni 2013, abgerufen am 1. Juni 2013.
  7. France Football, 4. Juni 2013, S. 11
  8. Monaco reagiert auf die Entscheidung der LFP. In: francefootball.fr, 22. März 2013
  9. France Football, 2. April 2013, S. 13
  10. Siehe den Monaco va bien payer 50 millions d’euros à la LFP. In: francefootball.fr, 24. Januar 2014
  11. Mystères Rybolovlev. In: France Football, 8. Juli 2014, S. 50
  12. Ligue 1 – Bientôt remboursée par la LFP, l'AS Monaco a tout gagné devant le Conseil d'Etat. eurosport.fr
  13. Leonardo Jardim joins AS Monaco. (Nicht mehr online verfügbar.) AS Monaco, 10. Juni 2014, archiviert vom Original am 14. Juli 2014; abgerufen am 28. Juli 2014.
  14. Obrigado Mister, asmonaco.com, 11. Oktober 2018, abgerufen am 13. Oktober 2018.
  15. Thierry Henry wird neuer Trainer in Monaco. In: focus.de. SID, 13. Oktober 2018, abgerufen am 13. Oktober 2018.
  16. Official press release from the club., asmonaco.com, 24. Januar 2019, abgerufen am 25. Januar 2019.
  17. Ex-Coach wird Nachfolger von Henry, sport1.de, abgerufen am 26. Januar 2019
  18. lequipe.fr: Monaco : Leonardo Jardim débarqué, Robert Moreno arrive (28. Dezember 2019), abgerufen am 29. Dezember 2019
  19. Robert Moreno, the first training in pictures, asmonaco.com, 31. Dezember 2019, abgerufen am 14. Januar 2020.
  20. Club statement, asmonaco.com, 19. Juli 2020, abgerufen am 19. Juli 2020.
  21. "Es war eine Überraschung": Kovac entschuldigt sich zum Antritt. Abgerufen am 14. August 2020 (deutsch).
  22. Joueurs. Abgerufen am 3. September 2022 (französisch).