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Der Wettbewerb um die Coupe de France in der Saison 1979/80 war die 63. Ausspielung des französischen Fußballpokals für Männermannschaften. In diesem Jahr meldeten 2.473 Vereine.

Titelverteidiger war der FC Nantes, der dieses Mal früh ausschied. Gewinner der Trophäe wurde die Association Sportive de Monaco. Dies war der dritte Pokalsieg der Monegassen bei ihrer vierten Finalteilnahme; der letzte Erfolg lag allerdings bereits 17 Jahre zurück. Endspielgegner Union Sportive d’Orléans, in der zweiten Liga zuhause, bestritt sein erstes Finale und war erst der sechste unterklassige Klub seit Einführung des Profifußballs in Frankreich (1932), der so weit vordringen konnte.[1]

Überhaupt entwickelte sich diese Saison zum „Jahr der Zweitdivisionäre“: im Achtelfinale stellten sie die Hälfte der verbliebenen Teilnehmer, im Viertelfinale waren sie noch zu fünft und in der Vorschlussrunde zu dritt gegen lediglich einen Erstligisten. Das war seit 1932 noch nie vorgekommen.[2] Demgegenüber gab es für die Amateurteams nicht viel zu gewinnen: die drei einzigen, die das Zweiunddreißigstelfinale überstanden hatten (die drittklassigen Entente Bagneaux-Fontainebleau-Nemours, Calais RUFC und die US Montagnarde aus dem bretonischen Inzinzac-Lochrist), schieden bereits in der folgenden Runde aus.

Nach den von den regionalen Untergliederungen des Landesverbands FFF organisierten Qualifikationsrunden griffen ab der Runde der letzten 64 Mannschaften auch die 20 Erstligisten in den Wettbewerb ein. Die Spielpaarungen wurden für jede Runde frei ausgelost; allerdings besaßen die Vereine der höchsten Spielklasse das Privileg, im Zweiunddreißigstelfinale gesetzt zu sein und nicht aufeinandertreffen zu können. In dieser Saison erwies sich dieser Schutz allerdings als kontraproduktiv: acht Erstdivisionäre scheiterten bereits in der ersten landesweiten Runde, allesamt zwangsläufig an unterklassigen Teams. Zur folgenden Ausspielung wurde diese Bestimmung abgeschafft.
Sämtliche Begegnungen bis auf das Zweiunddreißigstelfinale und das Endspiel (jeweils nur eine Begegnung auf neutralem Platz, ggf. mit Verlängerung und Elfmeterschießen zur Ermittlung des Siegers) wurden in Hin- und Rückspielen ausgetragen. Hatten dabei beide Mannschaften eine gleich hohe Zahl von Treffern erzielt, gewann diejenige, die auf dem Platz des Gegners mehr Tore geschossen hatte. Stand es auch hierbei gleich, wurde zunächst das Rückspiel verlängert und anschließend – sofern erforderlich – ein Elfmeterschießen durchgeführt.[3]

ZweiunddreißigstelfinaleBearbeiten

Spiele am 9./10. Februar 1980. Die Vereine der beiden professionellen Ligen sind mit D1 bzw. D2 bezeichnet, diejenigen der landesweiten Amateurspielklassen mit D3 oder D4, die höchsten regionalen Amateurligen als DH („Division d’Honneur“).

SechzehntelfinaleBearbeiten

Hinspiele am 7. bis 9., Rückspiele am 14. bis 16. März 1980

AchtelfinaleBearbeiten

Hinspiele am 11., Rückspiele am 15. bzw. 21. April 1980

ViertelfinaleBearbeiten

Hinspiele am 9., Rückspiele am 13. Mai 1980

HalbfinaleBearbeiten

Hinspiele am 30. Mai, Rückspiele am 3. Juni 1980

FinaleBearbeiten

Spiel am 7. Juni 1980 im Pariser Prinzenparkstadion vor 46.136 Zuschauern

MannschaftsaufstellungenBearbeiten

AS Monaco: Jean-Luc EttoriDaniel Zorzetto, Bernard Gardon, Alain Moizan, Alfred VitalisJean Petit  , Didier Christophe, Roger Ricort (Roger Milla, 55.) – Christian Dalger, Delio Onnis, Albert Emon (Thierry Ninot, 78.)
Trainer : Gérard Banide

US Orléans: Patrick ViotPascal Drouet, Yannick Plissonneau, André Bodji, Jacky Lemée  Bruno Germain, Roger Marette (Jacques Froissart, 81.), Michel AlbaladéjoAnte Hamerschmit (Philippe Helbert, 81.), Joseph Loukaka, Loïc Berthouloux
Spielertrainer : Jacques „Jacky“ Lemée

Schiedsrichter: Georges Konrath (Schwindratzheim)

ToreBearbeiten

1:0 Marette (6., Eigentor)
1:1 Marette (24.)
2:1 Emon (47.)
3:1 Onnis (66.)

Besondere VorkommnisseBearbeiten

Schiedsrichter Konrath leitete sein zweites Endspiel nach 1977, und in der folgenden Saison sollte noch eine dritte Beauftragung hinzukommen.

Orléans’ zweifacher Endspieltorschütze Roger Marette hatte schon im Halbfinale mit einem späten Treffer während des Rückspiels bei Paris FC für das Erreichen dieser letzten Entscheidung gesorgt; ohne dieses Tor wäre die USO aufgrund der Auswärtstorregel ausgeschieden.[4]

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Hubert Beaudet: La Coupe de France. Ses vainqueurs, ses surprises. Alan Sutton, Saint-Cyr-sur-Loire 2003 ISBN 2-84253-958-3
  • L'Équipe/Gérard Ejnès: Coupe de France. La folle épopée. L'Équipe, Issy-les-Moulineaux 2007 ISBN 978-2-915535-62-4

WeblinksBearbeiten

AnmerkungenBearbeiten

  1. L'Équipe/Ejnès, S. 428
  2. L'Équipe/Ejnès, S. 396
  3. L'Équipe/Ejnès, S. 332/333
  4. L'Équipe/Ejnès, S. 396