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Hans-Dieter „Hansi“ Flick (* 24. Februar 1965 in Heidelberg) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. Er war vom 1. September 2014 bis zum 16. Januar 2017 Sportdirektor beim Deutschen Fußball-Bund, zuvor arbeitete er acht Jahre lang als Assistent des Bundestrainers Joachim Löw, mit dem er bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien Weltmeister wurde.

Hansi Flick
Hans-Dieter Flick, Germany national football team (03).jpg
Hansi Flick (2011)
Personalia
Name Hans-Dieter Flick
Geburtstag 24. Februar 1965
Geburtsort HeidelbergDeutschland
Größe 177 cm
Position Mittelfeld
Junioren
Jahre Station
1971–1976 BSC Mückenloch
1976–1981 SpVgg Neckargemünd
1981–1982 SV Sandhausen
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1982–1985 SV Sandhausen 69 (8)
1985–1990 FC Bayern München 104 (5)
1990–1993 1. FC Köln 44 (1)
1994–2000 FC Victoria Bammental
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1983 Deutschland U-18 2 (0)
Stationen als Trainer
Jahre Station
1996–2000 FC Victoria Bammental
2000–2005 TSG 1899 Hoffenheim
2006 Red Bull Salzburg (Co-Trainer)
2006–2014 Deutschland (Co-Trainer)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.

Inhaltsverzeichnis

Karriere als SpielerBearbeiten

Nach Durchlauf der Jugendvereine BSC Mückenloch, SpVgg Neckargemünd und SV Sandhausen zählte Flick ab der Saison 1982/83 zum Oberliga-Kader des SV Sandhausen.[1] Nach drei Spielzeiten erhielt er als 20-Jähriger einen Lizenzspielervertrag beim FC Bayern München, für den er in 5 Jahren über 100 Bundesligaspiele absolvierte.

Von 1990 bis 1993 stand er beim 1. FC Köln unter Vertrag, für den er 44 Mal zum Einsatz kam und dabei einen Treffer erzielte. Diverse und langwierige Verletzungen zwangen Flick zur Sportinvalidität. Im September 1992 bestritt er sein letztes Bundesligaspiel, im Jahr darauf beendete er mit 28 Jahren seine aktive Profi-Karriere.[2]

Flick spielte 1983 zweimal für die U-18-Nationalmannschaft: Am 15. und 17. Mai in Bolton bzw. Liverpool in den Vorrundenspielen der Europameisterschaft beim 1:0-Sieg gegen Schweden und beim 3:1-Sieg gegen Bulgarien.

Karriere als TrainerBearbeiten

VereineBearbeiten

Seinen Trainerschein erwarb Flick im Jahr 2003 an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Gemeinsam mit Thomas Doll wurde er als Jahrgangsbester ausgezeichnet. Seine Trainerkarriere begann er 1996 beim FC Bammental, der zu dieser Zeit in der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg spielte. Am Ende der Saison 1998/99 stieg der Verein in die Verbandsliga Nordbaden ab, in der Flick noch eine Saison lang tätig war. Mit Saisonbeginn 2000/01 – und einem 3:0-Heimerfolg beim VfL Kirchheim/Teck – startete Flick mit der TSG 1899 Hoffenheim in diese und führte den Verein nach dieser in die Regionalliga Süd. Nach den Platzierungen 13, 5, 5, 7 und somit dem mehrmaligen Scheitern beim Versuch in die 2. Bundesliga aufzusteigen, wurde Flick am 20. November 2005 von seiner Trainertätigkeit entbunden. Anschließend arbeitete er unter Giovanni Trapattoni und mit Lothar Matthäus im Trainerstab von Red Bull Salzburg.

NationalmannschaftBearbeiten

 
Löw und Flick bei der Bekanntgabe Flicks als Co-Trainer
 
Hansi Flick (links) nach dem Gewinn der WM 2014

Am 23. August 2006 wurde er vom Deutschen Fußball-Bund zum Assistenten von Bundestrainer Joachim Löw zur Betreuung der deutschen A-Nationalmannschaft berufen. In der entsprechenden öffentlichen Verlautbarung wurde Flick, der bis dahin in noch keinem Arbeitsverhältnis mit dem DFB gestanden hatte, als Wunschkandidat für das Amt des Assistenztrainers vorgestellt. Zusammen bildeten sie das erste Trainergespann der Nationalmannschaft, bei dem beide nie in der Nationalmannschaft gespielt haben.

Neben seiner Arbeit auf dem Platz war Flick an der Erstellung von Datenbanken, mit denen er Informationen über die körperliche und technische Entwicklung der Nationalspieler liefert, beteiligt. Auch für den Nachwuchsbereich der deutschen Fußballnationalmannschaft wurden unter Beteiligung von Flick Datenbanken zu der Entwicklung der Spieler erstellt.[3]

Im Viertelfinale der Euro 2008 gegen Portugal war Flick verantwortlicher Trainer der deutschen Mannschaft, da Joachim Löw von der UEFA für dieses Spiel gesperrt worden war; Deutschland gewann das Spiel.

Am 10. November 2010 erhielt er den Bambi in der Kategorie „Ehrenpreis der Jury“, die Laudatio hielt Mesut Özil.

Sportdirektor und GeschäftsführerBearbeiten

Nach der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 gab Flick sein Amt als Co-Trainer auf und wechselte zum 1. September 2014 auf den Posten des Sportdirektors beim DFB. Er erhielt dort einen Fünfjahresvertrag bis zum August 2019.[4] Am 16. Januar 2017 verließ er auf eigenen Wunsch den Deutschen Fußball-Bund.[5]

Vom 1. Juli 2017 an war Flick Geschäftsführer bei der TSG 1899 Hoffenheim.[6] Die Zusammenarbeit, die vertraglich auf fünf Jahre angelegt war, wurde jedoch bereits nach acht Monaten, am 26. Februar 2018, vorzeitig beendet.[7]

ErfolgeBearbeiten

PrivatlebenBearbeiten

Aufgewachsen ist Flick in Neckargemünd-Mückenloch und absolvierte nach der Fachhochschulreife eine Lehre zum Bankkaufmann. Er wohnt mit seiner Familie in Bammental in der Kurpfalz, wo er bis 2017 auch ein Sportgeschäft betrieb. 2015 wurde Flick zum Ehrenbürger von Bammental ernannt.[8]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Hansi Flick – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kaderübersicht SV Sandhausen von 1978 bis 2005 auf der Website des Fanclubs Carpe Diem Sandhausen, abgerufen am 18. Juni 2017.
  2. Jogis Double – Hansi Flick-Porträt auf news.de (Memento des Originals vom 23. Juli 2010 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.news.de
  3. Tobias Schächter: Interview mit Hansi Flick: „Leistungssteigerung aus den Spielern herauskitzeln.“ Rund – Das Fußballmagazin, 1. Januar 2014.
  4. DFB verlängert mit Bundestrainer Löw bis 2016 DFB.de, 18. Oktober 2013.
  5. Hansi Flick: DFB-Sportdirektor tritt nach gut zwei Jahren zurück. Die Welt, 16. Januar 2017, abgerufen am 16. Januar 2017.
  6. Darum geht Flick zu Hoffenheim Sport1.de, 24. Mai 2017.
  7. Hoffenheim und Flick trennen sich. kicker.de, abgerufen am 26. Februar 2018.
  8. Hansi Flick ist Bammentals jüngster Ehrenbürger rnz.de 23. November 2015