Robin Gosens

deutsch-niederländischer Fußballspieler

Robin Everardus Gosens (* 5. Juli 1994 in Emmerich am Rhein) ist ein deutsch-niederländischer Fußballspieler. Der linke Außenverteidiger steht seit 2017 in Diensten des italienischen Erstligisten Atalanta Bergamo und debütierte 2020 in der A-Nationalmannschaft.

Robin Gosens
Robin Gosens 01 (cropped).jpg
Robin Gosens (2018)
Personalia
Name Robin Everardus Gosens
Geburtstag 5. Juli 1994
Geburtsort Emmerich am RheinDeutschland
Größe 184 cm
Position Außenverteidigung (links)
Junioren
Jahre Station
2000–2007 Fortuna Elten
2007–2009 1. FC Bocholt
2009–2012 VfL Rhede
2012–2013 Vitesse Arnheim
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
2013–2014 Jong Vitesse 13 0(0)
2014–2015 → FC Dordrecht (Leihe) 51 0(3)
2015–2017 Heracles Almelo 60 0(4)
2017– Atalanta Bergamo 107 (21)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)2
2020– Deutschland 5 0(0)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
Stand: 3. April 2021

2 Stand: 31. März 2021

KarriereBearbeiten

VereinBearbeiten

Gosens, Sohn eines niederländischen Vaters und einer deutschen Mutter,[1] wurde im niederrheinischen Emmerich am Rhein an der niederländischen Grenze geboren und wuchs im Stadtteil Elten auf.[2] Er begann im Alter von sechs Jahren bei Fortuna Elten mit dem Fußballspielen. Als D-Junior wechselte er zum 1. FC Bocholt und in der C-Jugend zum münsterländischen Club VfL Rhede.[3] Im Zuge eines A-Jugend-Spiels mit Rhede fiel er einem Scout des niederländischen Erstligisten Vitesse Arnheim auf, sodass er schließlich dorthin wechselte.[4] Er wurde umgeschult auf die Position des Linksverteidigers und war zunächst vorgesehen für die U-23-Reserve des Vereins. Im Juli 2013 unterzeichnete er einen Profivertrag für die erste Mannschaft von Trainer Peter Bosz.[3] Um Spielpraxis zu bekommen, wurde Gosens im Januar 2014 für die Rückrunde an den Zweitligisten FC Dordrecht ausgeliehen, wo er von der Lokalpresse als „Königstransfer“ angesehen wurde.[5] Wenige Tage später debütierte er in der Eerste Divisie beim 1:1 gegen Excelsior Rotterdam. Mit dem FC Dordrecht stieg er am Saisonende in die Eredivisie auf. Der Leihvertrag mit Vitesse wurde daraufhin um ein Jahr verlängert.

Im Sommer 2015 wechselte Gosens zum Erstligisten Heracles Almelo, mit dem er sich nach Abschluss der Eredivisie 2015/16 für die Europa League qualifizierte. Nach zwei Jahren verließ er den Verein und ging in die italienische Serie A zu Atalanta Bergamo.[6] Mit Atalanta Bergamo erreichte er in der Saison 2017/18 die Finalrunde in der Europa League, in der die Lombarden im Sechzehntelfinale knapp gegen Borussia Dortmund ausschieden. Gosens etablierte sich als Stammspieler auf der linken Außenbahn und mit Abschlussrang drei in den Spielzeiten 2018/19 und 2019/20 gelang ihm mit Atalanta jeweils der Einzug in die Champions League.[7][8]

NationalmannschaftBearbeiten

Ende August 2020 wurde Gosens von Bundestrainer Joachim Löw für die Spiele in der Nations League gegen Spanien und die Schweiz für die deutsche A-Nationalmannschaft[9] und somit erstmals für ein deutsches Auswahlteam nominiert.[10] Im Vorfeld hatte Bondscoach Ronald Koeman ihm ebenfalls eine Nominierung für die niederländische A-Auswahl in Aussicht gestellt, welche der Spieler jedoch ablehnte.[11] Am 3. September 2020 gab er beim 1:1 gegen Spanien sein Debüt, bei dem er die vollen 90 Minuten spielte und dabei die zwischenzeitliche 1:0-Führung vorbereitete.

SonstigesBearbeiten

Gosens ist Fan des FC Schalke 04.[12] Neben der deutschen besitzt er seit seiner Zeit im niederländischen Vereinsfußball auch die niederländische Staatsangehörigkeit[13] und spricht neben der deutschen auch die niederländische Sprache,[14] wobei er Niederländisch erst seit seiner Zeit beim FC Dordrecht und bei Heracles Almelo beherrscht. Gosens machte sein Abitur und hatte sich für den Polizeidienst beworben,[5] gab diesen aber für seine Karriere als Fußballprofi auf.

WeblinksBearbeiten

Commons: Robin Gosens – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Arco Bomgaars: Robin Gosens blij met bliksemoverstap naar Dordt. In: FC Dordrecht. 25. Januar 2014, abgerufen am 24. Dezember 2017 (niederländisch).
  2. Ein Außenseiter für Außen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, 19. Februar 2020, abgerufen am 29. August 2020.
  3. a b Michael Schwarz: Robin Gosens unterschreibt Vertrag bei Vitesse Arnheim. In: derwesten.de. 13. August 2013, abgerufen am 26. Mai 2019.
  4. Denis de Haas: Robin Gosens: Bergamo statt Amateurfussball! In: fussball.de. 15. Februar 2018, abgerufen am 14. Dezember 2017.
  5. a b Max Dinkelacker: »Ich hatte Angst, dass er meine Fahne riechen würde«. (Nicht mehr online verfügbar.) In: 11 Freunde. 11 Freunde Verlag GmbH & Co. KG, 19. Juni 2019, archiviert vom Original; abgerufen am 30. September 2019.
  6. Max Dinkelacker: »Ich bin für die meisten in diesem Geschäft nur ein Objekt«. In: 11 Freunde. 11 Freunde Verlag GmbH & Co. KG, 19. Juni 2019, abgerufen am 30. September 2019.
  7. Mario Krischel: Robin Gosens: „Die Fans am Heulen, wir am Heulen“. In: kicker.de. 27. Mai 2019, abgerufen am 27. Mai 2019 (Interview).
  8. Sebastian Fischer: Robin Gosens - Ein Fußballer, der vieles anders macht. Abgerufen am 1. Januar 2020.
  9. cev/dpa: Zwei für die Zukunft, einer für die Bank. In: Spiegel Online. 25. August 2020, abgerufen am 21. Februar 2021.
  10. Neuer und ter Stegen fehlen Löw: Hoffenheim-Manager Rosen bringt Baumann als DFB-Torwart ins Spiel, sportbuzzer.de, abgerufen am 25. August 2020.
  11. DFB-Neuling Gosens nach Absage an Ex-Holland-Trainer Koeman: Barca-Wechsel wäre „guter Kompromiss“, sportbuzzer.de, abgerufen am 7. September 2020
  12. Daniel Sobolewski: FC Schalke 04: Transfer-Hammer bahnt sich an! S04 mit Serie-A-Star einig. In: DerWesten. Funke Mediengruppe GmbH & Co. KGaA, 6. Juli 2019, abgerufen am 7. Juli 2019.
  13. Trio hoopt op kans: “Tegen Oranje zeg ik geen nee”. In: soccernews.nl. 27. September 2017, abgerufen am 14. Dezember 2017 (niederländisch).
  14. Fardau Wagenaar: Oud-Heraclied Robin Gosens wordt genoemd bij Oranje, maar is toch Duits? In: Algemeen Dagblad. DPG Media, 8. März 2019, abgerufen am 28. August 2020 (niederländisch).