Almelo

niederländische Gemeinde

Almelo ( Aussprache?/i) ist eine Gemeinde in der Provinz Overijssel der Niederlande.

Gemeinde Almelo
Flagge der Gemeinde Almelo
Flagge
Wappen der Gemeinde Almelo
Wappen
Provinz Overijssel Overijssel
Bürgermeister Arjen Gerritsen (VVD)
Sitz der Gemeinde Almelo
Fläche
 – Land
 – Wasser
69,40 km2
67,43 km2
1,96 km2
CBS-Code 0141
Einwohner 73.152 (1. Jan. 2022[1])
Bevölkerungsdichte 1054 Einwohner/km2
Koordinaten 52° 21′ N, 6° 40′ OKoordinaten: 52° 21′ N, 6° 40′ O
Bedeutender Verkehrsweg A1 E30 A35 N36 N349 N741 N743
Vorwahl 0546, 074
Postleitzahlen 7600–7614, 7627
Website Homepage von Almelo
LocatieAlmelo.png
Vorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Karte

GeschichteBearbeiten

Almelo entwickelte sich im Mittelalter als Kleinstadt um das benachbarte Schloss herum. Schloss Almelo, 1318 erstmals urkundlich bezeugt, wurde 1662 in der heutigen Form wiedererrichtet. Es dient bis heute als Wohnsitz des Adelsgeschlechtes Rechteren-Limpurg und ist nicht zu besichtigen. Im 17. Jahrhundert kauften Großhändler in Almelo die von den vielen umliegenden Bauernfamilien in Heimarbeit erzeugten Textilien auf. Als 1830 die Dampfmaschinen Einzug hielten, entwickelten sich daraus große Textilfabriken, und Almelo wurde zur mittelgroßen Industriestadt. Ähnlich wie in Hengelo und Enschede ging diese Industrie nach dem Zweiten Weltkrieg stark zurück.

Die jetzige Gemeinde Almelo wurde am 1. Januar 1914 durch den Zusammenschluss der bisherigen Gemeinden Ambt Almelo und Stad Almelo neu gebildet.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Almelo durch Kampfhandlungen im März 1945 stark beschädigt. Ein Jahr später hatte dies eine Überschwemmung ohne Todesopfer zur Folge: Die Schleusen und Deiche der umliegenden Gewässer waren noch nicht repariert.

Infrastruktur und WirtschaftBearbeiten

Die Stadt hat ein Arrondissementsrechtbank (mit einem deutschen Landgericht vergleichbar). Auch gibt es verschiedene kulturelle Einrichtungen und ein Krankenhaus.

VerkehrBearbeiten

 
Bahnhofsgebäude Almelo

Der Bahnhof Almelo liegt an den Bahnstrecken Deventer–Almelo, Zwolle–Almelo, Mariënberg–Almelo und Almelo–Salzbergen. Überregionale Verbindungen bestehen über die Linie AmsterdamApeldoornDeventerHengeloOsnabrückBerlin. Lokaleisenbahnen verbinden Almelo über Raalte mit Zwolle, und mit Mariënberg. Almelo ist durch eine Abzweigung mit der Autobahn A1/E30 Amsterdam – Apeldoorn – Berlin verbunden (in Deutschland BAB30).

WirtschaftBearbeiten

Ein großes Industriegebiet liegt im Nordwesten der Stadt, wo mehrere Kanäle beim Binnenhafen zusammentreffen. Hier siedelten sich nach dem Zusammenbruch der Textilindustrie (1950 bis 1975) durch staatliche Subventionen mittelgroße Unternehmen aller Art an. Eine Fabrik stellt Teile für Kernkraftwerke her (Ultra Centrifuge Nederland), außerdem steht hier die einzige Urananreicherungsanlage der Niederlande. Die Firma Urenco plant den weiteren Ausbau dieser Anlage. Die PANalytical mit Sitz in Almelo ist ein weltweit agierender Hersteller von Röntgensystemen.

Seit 2001 gehört das westlich der Stadt gelegene Dorf Bornerbroek zu Almelo. In Bornerbroek sollte 2006 oder 2007 ein großes Gewerbegebiet entwickelt werden, der Plan ist bei Umweltschützern in der Region heftig umstritten.

BilderBearbeiten

SportBearbeiten

Almelo ist seit 1988 jährlich Austragungsort des Wielerklassiekers De Hel van Twente. Der größte Fußballverein der Stadt, Heracles Almelo, spielt in der Ehrendivision, der höchsten Klasse des Profi-Fußballs, und verfügt über ein Stadion mit Kunstrasen. Darüber hinaus hat Almelo ein breites Angebot an Sportmöglichkeiten für die unterschiedlichsten Sportarten.

PolitikBearbeiten

Bei der Kommunalwahl am 16. März 2022 konnte sich die rechtsliberale VVD mit einem Vorsprung von 24 Stimmen gegen die lokale Wählervereinigung Lokaal Almelo Samen durchsetzen und damit die christdemokratische CDA als Wahlsieger ablösen.

GemeinderatBearbeiten

Kommunalwahl am 16. März 2022[2]
Wahlbeteiligung: 43,26 %
 %
30
20
10
0
13,16
13,07
12,89
8,12
7,49
6,95
5,36
5,02
4,89
23,06
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2018
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
−1,01
+0,64
−1,37
+2,15
+0,59
+0,15
−2,38
−0,60
−0,65
+2,49
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
b Lokaal Almelo Samen
h Partij Vrij Almelo
j Almelo Centraal 4,55 % (+2,41 %), GroenLinks 4,44 % (–0,95 %), Lijst Çete 3,91 % (–0,54 %), FvD 3,02 % (+3,02 %), Leefbaar Almelo 2,96 % (–0,4 %), Democraten.Nu 2,73 % (–0,29 %), Forum voor Rechts 1,45 % (+1,45 %), Minimapartij 0 % (–2,21 %)

Der Gemeinderat von Almelo setzt sich seit 1982 wie folgt zusammen:

Partei Sitze[2]a
1982 1986 1990 1994 1998 2002 2006 2010 2014 2018 2022
VVD 6 5 4 4 6 6 4 7 3 6 5
Lokaal Almelo Samenb 5 5
CDA 12 11 12 9 10 10 8 6 6 6 5
PvdA 11 15 12 9 10 8 13 7 4 2 3
D66 2 1 3 4 1 2 1 3 4 2 3
ChristenUnie 1 1 1 2 2 2
SGP 0 1 1 1
RPF
GPV 0 0
PVV 3 2
Partij Vrij Almelo 2 1 2 2
SP 0 0 1 3 3 4 2 2
Almelo Centraal 1 0 1
GroenLinks 1 1 2 3 2 1 1 2 1
Lijst Çete 1 1 1 1
FvD 1
Leefbaar Almelo 3 1 1 1 1 1
Democraten.Nu 1 1
BurgerBelangen Almelob 1 1 0 0 3
Almelo’s Liberaal Alternatiefb 1 2 3
Almelose Ouderen Verbond 1
Almelooooob 1
TROTS 1
Ouderenunie 1
Algemeen Ouderen Verbond 1
Unie 55+
Almelo’s Belangen Collectief 2 1
Centrum Democraten 2 0
PPR 0 1 0
CPN 2
PSP
Gesamt 33 33 33 33 33 35 35 35 35 35 35
Anmerkungen
a Parteien, die zwar an der Wahl teilgenommen hatten, aber keinen Ratssitz erlangen konnten, werden nicht berücksichtigt.
b Lokaal Almelo Samen entstand zur Kommunalwahl 2018 durch den Zusammenschluss von BurgerBelangen Almelo, Almelo’s Liberaal Alternatief und Almelooooo.

StädtepartnerschaftBearbeiten

Die Gemeinde Almelo unterhält eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Iserlohn in Deutschland sowie mit Denizli in der Türkei, Preston (England), Biel/Bienne (Schweiz) und Kortrijk (Belgien).

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Almelo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevolkingsontwikkeling; regio per maand. In: StatLine. Centraal Bureau voor de Statistiek, 28. Februar 2022 (niederländisch).
  2. a b Ergebnisse der Kommunalwahlen: 1982–2002 2006 2010 2014 2018 2022, abgerufen am 9. Juni 2022 (niederländisch)