1. FC Bocholt

deutscher Fußballverein

Der 1. FC Bocholt 1900 e. V. ist ein Fußballverein aus Bocholt im westlichen Münsterland.

1. FC Bocholt
Vereinslogo
Basisdaten
Name 1. Fußballclub
Bocholt 1900 e.V.
Sitz Bocholt, Nordrhein-Westfalen
Gründung 1900 als Bocholter FC 1900
Farben Schwarz-Weiß
Präsident Ludger Triphaus
Website 1fcbocholt.de
Erste Fußballmannschaft
Cheftrainer Sven Schuchardt
Spielstätte Gigaset Arena
Plätze 4.999
Liga Regionalliga West
2021/22 1. Platz   (Oberliga Niederrhein)
Heim
Auswärts
Ausweich

GeschichteBearbeiten

GründungsphaseBearbeiten

Der Verein wurde am 21. August 1900 unter dem Namen „Bocholter Fußballclub 1900“ gegründet und ein knappes halbes Jahr später in den Rheinisch-Westfälischen Fußballverband aufgenommen. Die elf Gründungsmitglieder wählten August Tangerding zum ersten Vorsitzenden. Sein erstes Wettspiel bestritt der Verein am 25. August 1901. Seit 1904 ist der Klub am Gut Hünting beheimatet, die Platzanlage wurde im Jahr 1920 zu einem der größten Sportgelände am Niederrhein ausgebaut.

1937 schloss sich der Verein mit dem „Ballspielverein 1909 Bocholt“ zusammen und gab sich fortan den Namen „Ballspielverein 1900 Bocholt“. Die erste Mannschaft wurde durch den Zusammenschluss wesentlich gestärkt und konnte 1940 den Aufstieg in die dritthöchste Liga, die Bezirksklasse, feiern. Auch die Nachwuchsarbeit des Vereins war in der damaligen Zeit weit über die Grenzen der Stadt hinaus führend. Ihren größten Erfolg feierte die Bocholter A-Jugend am 1. August 1943, als sie westfälischer Gebietsmeister wurde. Im Endspiel im Reichsbahnstadion von Münster wurde die A-Jugend des SV 07 Neuhaus mit 2:1 in der Verlängerung besiegt. Nach einer Satzungsänderung im Jahr 1946 wurde dann der Name des Vereins in „1. Fußballclub Bocholt“ geändert, der bis heute seine Gültigkeit behalten hat.

Entwicklung in der NachkriegszeitBearbeiten

In der Nachkriegszeit erlebte der 1. FC Bocholt eine sportliche Blütezeit, die am 18. Juni 1950 nach dem 6:1 gegen Rheingold Emmerich durch den Aufstieg in die höchste Amateurklasse, der Landesliga Niederrhein ersten Höhepunkt fand. Der Verbleib in der Verbandsliga war nicht von Dauer. Nach dem Abstieg 1954 scheiterte der Klub 1957/58 in einem Entscheidungsspiel (1:2) um den Wiederaufstieg an den Sportfreunden Katernberg. Ein Jahr später wurde mit einem Punkt Vorsprung vor dem BV Altenessen 06 die Meisterschaft und Rückkehr in die höchste Amateurklasse, die Verbandsliga Niederrhein geschafft. Nach dem erneuten Abstieg 1962 und einem sportlich schwachen Jahrzehnt erreichte der 1. FC Bocholt erst 1970 wieder die Landesliga-Meisterschaft, punktgleich mit dem Stadtrivalen Olympia Bocholt. In einem dramatischen Entscheidungsspiel um den Aufstieg verlor man vor 10.000 Zuschauern mit 3:4 Toren. Erst mit der Meisterschaft 1973/74 gelang dem 1. FC der Wiederaufstieg in die Verbandsliga Niederrhein.

Erste Begegnungen mit dem bezahlten FußballBearbeiten

In der Verbandsligasaison 1975/76 wurde der 1. FC Bocholt Niederrheinmeister, scheiterte jedoch in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga am VfL Wolfsburg und dem Bonner SC. Im Jahr 1977 gelang dem Verein zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte der Sprung in den bezahlten Fußball. Zwar hatte der 1. FC Bocholt nur den zweiten Platz der abgelaufenen Saison errungen, profitierte jedoch von der Tatsache, dass der Verbandsligameister, die zweite Mannschaft von Fortuna Düsseldorf, nicht aufsteigen durfte. In der darauffolgenden Saison konnte der Verein nicht den Klassenerhalt in der damaligen 2. Bundesliga Nord sichern, so dass Bocholt in die neu gegründete Oberliga Nordrhein abstieg.

Nach einer weiteren Saison, in der der Wiederaufstieg als Zweitplatzierter nur knapp verfehlt wurde, stieg Bocholt im Jahr 1980 als Meister der Oberliga Nordrhein erneut in die 2. Bundesliga Nord auf. Dort konnte Bocholt im Vergleich zu seiner ersten Zweitligasaison größere Erfolge erzielen und erreichte zum Abschluss den 12. Tabellenplatz. Da jedoch in dieser Saison eine Zusammenlegung der beiden zweiten Ligen zu einer nun eingleisigen 2. Bundesliga beschlossen wurde, reichte dieser Tabellenplatz nicht zum Klassenerhalt und hatte 1981 wieder den Abstieg in die Oberliga Nordrhein zur Folge.

Zwischen 1976 und 1984 konnte sich der 1. FC Bocholt fünfmal für die Hauptrunde des DFB-Pokals qualifizieren. Als beste Resultate erreichte man dabei einmal die 3. Runde (1978/79), einmal das Achtelfinale (1981/82) und einmal das Viertelfinale. Es war die Saison 1983/84, als Bocholt nach Siegen unter anderem über die Stuttgarter Kickers und Eintracht Braunschweig erst im DFB-Pokal-Viertelfinale dem FC Bayern München knapp mit 1:2 Toren unterlag. Die vorerst letzte DFB-Pokal-Teilnahme endete 1993 mit einer 2:3-Niederlage gegen Rot-Weiss Essen.

Der Verein qualifizierte sich zudem dreimal für die deutsche Amateurmeisterschaft und erreichte hierbei sowohl 1980 als auch 1983 das Halbfinale. Im Jahr 1993 wurde man in der Gruppenphase Zweiter hinter den Amateuren von Werder Bremen.

Jüngste Entwicklungen in den AmateurligenBearbeiten

In der Oberligasaison 1983/84 erreichte der 1. FC Bocholt letztmals den Meistertitel, scheiterte jedoch in der Aufstiegsrunde zur 2. Fußball-Bundesliga an Blau-Weiß 90 Berlin und FC St. Pauli. Nach weiteren zehn Jahren in der Oberliga Nordrhein mit wechselhaftem Erfolg errang der Verein im Jahr 1993 die Vizemeisterschaft und in dem darauf folgenden Jahr 1994 gelang der Aufstieg in die drittklassige Regionalliga West/Südwest.

Dort konnte sich Bocholt bis 1997 behaupten, stieg dann aber in der Saison 1996/97 wieder in die Oberliga Nordrhein ab. Am letzten Spieltag der Saison 2006/07 rutschte der Verein nach einer 0:2-Niederlage gegen den direkten Abstiegskonkurrenten SV Straelen auf einen Abstiegsrang und spielte in der Saison 2007/08 in der Verbandsliga Niederrhein. Nach einer desaströs verlaufenen Saison stand bereits drei Spieltage vor Saisonende der zweite Abstieg in Folge in die Landesliga Niederrhein fest. In der Saison 2008/09 belegte der Club dort den fünften Tabellenplatz, ein Jahr darauf wurde man Vizemeister. In der folgenden Relegationsrunde der Landesliga-Zweiten gelang dem 1. FC Bocholt am 9. Juni 2010 unter Trainer Ralf Bugla die Rückkehr in die Niederrheinliga, indem man sich gegen SC Union Nettetal (1:1) und SSV Sudberg-Wuppertal (3:1) durchsetzte.

Nach zwei Jahren in der Niederrheinliga stieg der Verein am Ende der Spielzeit 2011/12 erneut in die Landesliga ab. Mit Ende der Spielzeit 2013/14 stieg die erste Mannschaft als Meister der Landesliga wieder in die Oberliga Niederrhein auf und wurde dort 2017 und 2019 Dritter.

In der Spielzeit 2019/20 erreichte der 1. FC Bocholt nach der Neuverpflichtung von Jan Winking als Cheftrainer im Niederrheinpokal der Herren das Halbfinale. Dort unterlag der Verein nach einer torlosen regulären Spielzeit im Elfmeterschießen mit 3:4 gegen den 1. FC Kleve. In der Oberliga Niederrhein startete die Mannschaft in der Folgesaison 2020/21 mit einer der stärksten Leistungen in der Vereinsgeschichte in die Liga; aus den ersten zehn Spielen resultierten 28 Punkte, ehe die Saison wegen den Einschränkungen der COVID19-Pandemie bereits zum zweiten Mal abgebrochen wurde.

In der Folgesaison 2021/22 der Oberliga Niederrhein war erstmals wieder ein vollständiger und geregelter Spielbetrieb möglich. Erklärtes Ziel war auch in dieser Saison laut Verein der Aufstieg in die Regionalliga verbunden mit der Meisterschaft. Durch ein 2:2-Remis am 2. Spieltag gegen den 1. FC Kleve liefen die Bocholter dem Konkurrenten SSVg Velbert lange zweitplatziert hinterher. Im Niederrheinpokal erreichte Bocholt das Viertelfinale und schied gegen den Drittligisten MSV Duisburg mit 0:2 aus. In der Aufstiegsrunde der Oberliga sorgten Punktverluste aus Velbert und kontinuierliche Siege der Bocholter dafür, dass am neunten von zehn Spieltagen die Meisterschaft gewonnen wurde. Daraus folgend trat Bocholt in der Saison 2022/23 nach 25-jähriger Abstinenz wieder in der Regionalliga West an.[1] Dort trennte man sich nach drei Niederlagen zu Saisonbeginn von Trainer Jan Winking.[2]

Aktueller Kader 2022/23Bearbeiten

  • Stand: 23. Dezember 2022[3]
Nr. Nat. Spieler Geb.-Dat. seit letzter Verein
Tor
01 Deutschland  Jona Scholz 18. Februar 2002 2021 Rot-Weiß Oberhausen
13 Deutschland  Sebastian Wickl 13. Februar 1991 2020 Sportfreunde Baumberg
30 Deutschland  Gian-Luca Reck 6. Oktober 2002 2022 SV Lippstadt 08
Abwehr
03 Deutschland  Gino Windmüller 20. Juni 1989 2022 VfR Aalen
04 Deutschland  Tim Winking 23. April 1994 2016 SSVg Velbert
05 Deutschland  Maximilian Güll 5. Januar 1995 2018 Schwarz-Weiß Essen
15 Deutschland  Mika Hanraths 4. Juni 1999 2022 FC Schalke 04
17 Mosambik  Deutschland  Jeffrey Obst 25. November 1993 2022 Rot-Weiß Oberhausen
20 Deutschland  Marc Beckert 23. August 1991 2015 SV Hönnepel-Niedermörmter
23 Deutschland  Lukas Valler 17. April 2004 2017 SV Haldern
26 Serbien  Deutschland  Marko Stojanović 31. Mai 1994 2022 FC Rot-Weiß Koblenz
33 Deutschland  Kevin Grund 14. August 1987 2021 Rot-Weiss Essen
Mittelfeld
07 Deutschland  Florian Abel 14. August 1989 2018 TuRU Düsseldorf
08 Kosovo  Schweiz  Mërgim Fejzullahu 29. März 1994 2022 Alemannia Aachen
10 Deutschland  Lars Bleker 28. Juni 1994 2017 SC Wiedenbrück
16 Deutschland  Leander Warnke-Goralski 6. April 1994 2022 Bonner SC
21 Deutschland  Griechenland  Isaak Akritidis 10. April 2002 2022 Wuppertaler SV
22 Deutschland  Dario Schumacher 1. April 1993 2021 Bonner SC
25 Deutschland  Marvin Lorch 20. Dezember 1996 2021 VfB Homberg
28 Deutschland  Max Mahn 7. April 2004 2019 MSV Duisburg
42 Portugal  Fábio Daniel Simoes Ribeiro 31. Mai 1990 2022 SV Straelen
Angriff
09 Deutschland  Malek Fakhro 14. Dezember 1997 2022 VfB Lübeck
11 Deutschland  Andre Bugla 19. Juli 1994 2013 VfL Rhede
27 England  Nigeria  Robert Nnaji 2. August 1996 2022 Sportfreunde Lotte
29 Deutschland  Kongo Demokratische Republik  Stephane Mvibudulu 18. Mai 1993 2022 BSG Chemie Leipzig
31 Deutschland  Marcel Platzek 21. Mai 1990 2021 Rot-Weiss Essen

Ehemalige SpielerBearbeiten

Ehemalige TrainerBearbeiten

Eine Übersicht über alle Trainer des Vereins.

Amtszeit Trainer
1947–1948 Paul Zielinski
1955–1960 Jakob van Burgh
1960–1962 Paul Zielinski
1965–1967 Lambert Rondhuis
1967–1970 Friedel Elting
1970–1971 Lambert Rondhuis
1971–1972 Ludwig Bartholot
1972–1974 Günter Werschy
Amtszeit Trainer
1974–1982 Friedel Elting
1982–1985 Rolf Müller
1985–1987 Hans Sondermann
1987–1988 Friedhelm Wenzlaff
1991–1996 Franz-Josef Tenhagen
1996–1997 Fritz Bischoff
03.1997–09.1997 Matthias Herget
1997–1999 Franz-Josef Kneuper
2000–2001 Dirk Helmig
2001–2007 Franz-Josef Tenhagen
Amtszeit Trainer
2007–2008 Werner Wildhagen
2008–2010 Ralf Bugla
2010–2011 Sebastian Eul
01.2012–04.2012 Georg Schmeinck
05.2012–06.2012 Ivan Alduk
2012–2013 Sascha Brouwer
2013–2020 Manuel Jara
05.2020–08.2022 Jan Winking
08.2022–12.2022 Marcus John
seit 01.2023 Sven Schuchardt

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Nach 25 Jahren: 1. FC Bocholt zurück in der Regionalliga – Meister der Oberliga Niederrhein. In: transfermarkt.de, 29. Mai 2022, abgerufen am 30. Mai 2022.
  2. Maarten Oversteegen: 1. FC Bocholt: Warum die Entlassung von Jan Winking eine Farce ist. FuPa, 9. August 2022, abgerufen am 15. September 2022.
  3. 1. Mannschaft, 1fcbocholt.de, abgerufen am 23. Dezember 2022