Bonner SC

deutscher Fußballverein

Der Bonner Sport-Club 01/04 e. V. (kurz Bonner SC oder BSC) ist ein Fußballverein aus der Stadt Bonn im Süden Nordrhein-Westfalens. Er entstand im Juni 1965 durch den Zusammenschluss des 1901 gegründeten Bonner FV und der 1904 gebildeten Mannschaft Tura Bonn. Die Vereinsfarben sind gemäß dem alten Stadtwappen von Bonn Blau und Rot. Spielstätte ist der rund 10.000 Zuschauer fassende Sportpark Nord. Der Verein spielte in der Saison 1976/77 in der 2. Bundesliga, aktuell spielt er in der Mittelrheinliga. Der Bonner SC ist zudem ewiger Rekordsieger der Mittelrheinliga mit sechs gewonnenen Titeln. Stand 2017 hatte der Bonner SC ca. 700 Vereinsmitglieder.[1]

Bonner SC
Logo des Bonner SC
Basisdaten
Name Bonner Sport-Club
01/04 e. V.
Sitz Bonn, Nordrhein-Westfalen
Gründung 18. Juni 1965
Farben Blau und Rot
Mitglieder 700 (Stand: 2017)[1]
Vorstandsvorsitzender Dirk Mazurkiewicz
Website bonner-sc.de
Erste Fußballmannschaft
Cheftrainer Sascha Glatzel
Spielstätte Sportpark Nord
Plätze 10.164
Liga Mittelrheinliga
2022/23 4. Platz
Heim
Auswärts
Ausweich

In der Saison 2009/10 belegte der Bonner SC in der viertklassigen Regionalliga West Platz 10, bevor er im Sommer 2010 in Insolvenz ging und ihm nacheinander die Lizenz für Regional- und NRW-Liga sowie Mittelrheinliga verweigert wurden.[2] Wegen der Insolvenz nahmen in der Saison 2010/11 lediglich die zweite Mannschaft (Kreisliga C), die Jugendfußballmannschaften und die Tischtennisabteilung am Spielbetrieb teil. Nach überstandenem Insolvenzverfahren (Abbau von 8 Millionen Euro Altlasten) und dem Aufbau eines neuen Teams ging die erste Mannschaft des Bonner SC in der Saison 2011/12 wieder in der Landesliga an den Start. In der Saison darauf gelang der Aufstieg in die Mittelrheinliga.

Der Verein hatte von 1967 bis 1997 auch eine Rugbyabteilung (jetzt RC Bonn-Rhein-Sieg e. V.), die mehrfach am Spielbetrieb der Rugby-Bundesliga teilnahm.[3] In der Anfangsphase der deutschen Meisterschaft im Frauenfußball war die später aufgelöste Mannschaft des Bonner SC sehr erfolgreich und wurde 1975 zweiter Deutscher Meister.

Geschichte Bearbeiten

Da der Bonner SC 1965 im Wesentlichen aus der Fusion zweier Bonner Vereine (Bonner FV und Tura) mit jeweils jahrzehntelanger Tradition hervorging, ist die Geschichte dieser beiden Vorläuferklubs auch Teil der Geschichte des BSC.

Bonner Fußballverein Bearbeiten

1896 bis 1902: Ursprünge und Gründung Bearbeiten

Der Bonner FV wurde am 25. März 1901 im Gasthaus „Vater Arndt“ gegründet. Die Initiative zur Vereinsbildung ging dabei von ehemaligen Fußballspielern des Bonner Turnvereins („BTV“) aus, die zuvor unter der Leitung des ersten Turnwarts Oskar Fräsdorf in der „Combinierten Bonner Fußballmannschaft“ schon über die Stadtgrenzen hinaus Erfolge hatten feiern können. Die Bezeichnung „Combiniert“ erhielt das Team aus dem Grund, da es sich sowohl aus Mitgliedern des Turnvereins als auch aus Studenten und Gymnasiasten zusammensetzte.

Die Fußballmannschaft des BTV selbst hatte bereits seit 1896 eigene Wettkämpfe ausgetragen und dabei in einem ersten überregional ausgetragenen Spiel den Kölner Turnverein mit 4:0 geschlagen. Zwei Jahre später stand die Bonner Mannschaft auf dem Exerzierplatz auf dem im Westen Bonns gelegenen Venusberg während des „III. Kongresses des Zentralausschusses für Volks- und Jugendspiele“ dem Fußballclub Mönchengladbach (damals noch „München-Gladbach“) gegenüber. Zudem trat der BTV in Duisburg gegen den dort beheimateten Turnverein an und gewann mit 3:1. Ab 1898 stellte die Stadt Bonn – auf Initiative des Lehrers, Fußballförderers und späteren Vereinspräsidenten Rudolf Weegmann – auf dem „Kessenicher Feld“ dauerhaft ein Spielfeld zur Verfügung, das fortan, wie auch die Bonner Hofgartenwiese, für Fußballpartien genutzt werden sollte. Im ersten Spiel in dieser neuen Stätte gewann der BTV gegen die Turnvereinigung Düren mit 4:1.

Mit Gründung der „Combinierten Bonner Fußballmannschaft“ während der Osterfeiertage 1899 konnten die Erfolge fortgesetzt werden und die neu formierte Elf – in der nur noch zwei BTV-Spieler standen – besiegte in ihrer ersten Partie am 30. Juli 1899 den Kölner FC 1899 in der Domstadt mit 3:1. Nachdem das November-Rückspiel im heimischen Bonn ebenfalls gewonnen werden konnte, folgten 1900 weitere bedeutende Partien gegen den SV Mönchengladbach (2:0) und ein 2:2-Remis gegen den amtierenden belgischen Meister „Racing Club de Bruxelles“ anlässlich des „Rheinischen Spielfestes“ in Köln. Im Dezember 1900 besiegten die „Combinierten“ noch in Koblenz den Frankfurter Meister „FC Germania“ mit 5:0, bevor dann Fräsdorf, hauptamtlich im Verwaltungsdienst beschäftigt, nach Koblenz versetzt wurde und somit die Betreuung der Mannschaft aufgeben musste.

1902 bis 1914: Anfangsjahre bis zum Ersten Weltkrieg Bearbeiten

Im Herbst 1902 schloss sich der Bonner FV dem Rheinisch-Westfälischen Spielverband an und war dort fortan im Bezirk 1 aktiv. Von einem umfangreichen Meisterschaftsbetrieb konnte dort noch nicht die Rede sein, da die 35 beteiligten Mannschaften insgesamt zu nur 99 Partien kamen. Der BFV konnte alle Begegnungen zunächst siegreich gestalten, verlor dann aber im Spiel um die Meisterschaft gegen den „Kölner Fußball-Club 1899“ mit 0:1. Im anschließenden Jahr gelang allerdings gegen denselben Verein mit einem 4:2-Sieg in Köln-Merheim (Weidenpescher Park) die Revanche. Dadurch qualifizierte sich der BFV für das Endspiel um die westdeutsche Meisterschaft des Jahres 1904, das mit 0:1 gegen den Duisburger SpV verloren ging.

Mittlerweile hatte die Stadt Bonn das Kessenicher Feld verkauft und der BFV begann – mit großer Unterstützung der eigenen Anhänger – eine neue Spielstätte an der Richard-Wagner-Straße zu errichten.[4] Das Eröffnungsspiel auf dem „Platz an der Richard-Wagner-Straße“ fand am 17. September 1904 gegen „Preußen Duisburg“ statt. Der BFV gehörte auch weiter zu den spielstärksten Mannschaften im Westdeutschen Spielverband und gewann in der Saison 1908/09 die Südkreismeisterschaft, schied dann aber im Kampf um die Verbandsmeisterschaft in der Zwischenrunde mit einem 1:3 gegen den Duisburger FV aus.

Als Gründungsmitglied der in der Saison 1909/09 eingeführten Zehnerliga gehörte der BFV auch weiter zu den besten Teams und feierte mit Freundschaftsspielen gegen den FC Liverpool (1:5) und Young Fellows Zürich (2:1) sein zehnjähriges Vereinsbestehen. In der Saison 1912/13 schloss der Verein die Zehnerliga auf dem fünften Tabellenplatz ab. Die Verbandsliga wurde im Rahmen einer Umstrukturierung anschließend durch Kreisligen ersetzt, in der der BFV auf Anhieb den zweiten Platz hinter dem Kölner BC und im Anschluss den dritten Rang in der westdeutschen Fußballmeisterschaft erreichte. Anschließend wurde aufgrund des Beginns des Ersten Weltkriegs der Spielbetrieb weitgehend eingestellt, der später unter äußerst widrigen Bedingungen in einer „Kriegsmeisterschaftsrunde“ wieder aufgenommen wurde. Insgesamt fielen dem Krieg, nach den historischen Klubaufzeichnungen, 48 Mitglieder – darunter auch Oskar Fräsdorf – zum Opfer.

Zu den bedeutenden Spielern, die über die Bonner Stadtgrenzen hinaus bekannt waren, gehörten in dieser Zeit vor allem Theo Koenen und Josef Schümmelfeder. Beide nahmen an Länderspielen der deutschen Nationalmannschaft teil. Neben diesen beiden Akteuren wurde zudem Jean Schwister regelmäßig in die westdeutsche Auswahl berufen.

1918 bis 1932: Nach dem Ersten Weltkrieg bis zur Einführung der neuen Gauliga Bearbeiten

Ludwig Trapet übernahm nach dem Krieg die Leitung des Vereins, der fortan um den Verbleib in der obersten Spielklasse bangen musste und diesen nur durch zwei Siege in den letzten beiden Partien sicherstellen konnte. Zuvor war 1920 die Tribüne im heimischen Platz an der Richard-Wagner-Straße abgebrannt und mit Hilfe einer Sammelaktion bei den Anhängern – die dadurch Anteilsscheine am Verein erwerben konnten – sowie durch eine Zuwendung des Staats und einem Darlehen seitens der Stadtverwaltung wieder aufgebaut worden. Erneut wurden anlässlich des 20-jährigen Vereinsbestehens mit dem VfR Mannheim, gegen den man 1:3 verlor, und VVA Amsterdam, das man mit dem gleichen Ergebnis besiegte, prominente Gegner eingeladen. Erwähnenswert waren in diesem Jahr zudem ein Freundschaftsspiel gegen den Klub ASV Hertha Wien, der sogar die damals enorme Summe von 10.000 Mark für seine Teilnahme erhielt, sowie die Partie einer Bonner Mannschaft, die sich aus BFV- und Tura-Bonn-Spielern zusammensetzte und gegen eine Kölner Auswahl mit 4:1 gewann und als Ur-Mannschaft des späteren Bonner SC angesehen werden kann.

Der BFV vereinigte sich im August 1922 mit dem „F.C. Germania“ und trat fortan unter der offiziellen Bezeichnung „Bonner Fußballverein 1901 (Vereinigter B.F.V. und F.C. Germania)“ an, wobei der ursprüngliche Plan als „Bonner Sportverein“ aufzutreten, an dem Protest großer Teile der Mitglieder scheiterte. Zwei Monate später schloss sich noch der Schwimmklub „Salamander“ diesem neuen Verein an, wobei die ursprüngliche Schwimmabteilung nach nur einem Jahr ihren Betrieb einstellte.

Während dieser Zeit – zwischen 1922 und 1926 – spielten der BFV und Tura erstmals in einer gemeinsamen Meisterschaftsrunde, wobei der BFV sechs und Tura nur eines der acht Derbys für sich entscheiden konnte. Mit Willi Hutter, der beruflich nach Bonn wechselte, bekam der BFV 1925 mit einem ehemaligen zweifachen Nationalspieler prominente Verstärkung und schlug mit dem Neuzugang unter anderem den Westdeutschen Meister der Jahre 1922 und 1923 (Arminia Bielefeld) in einem Freundschaftsspiel spektakulär mit 9:1.

Als der Westdeutsche Spielverband ab der Saison 1926/27 die oberste Ebene neu in Bezirksklassen aufteilte, bildeten fortan drei Gruppen aus jeweils acht Teams die 1. Bezirksklasse im Rheinbezirk. Der BFV wurde in die zweite Gruppe geordnet, Tura Bonn hingegen in die erste Gruppe, was Spiele zwischen diesen Mannschaften verhinderte. Aufgrund großer Proteste wegen der geringen Spielanzahl wurde zur Saison 1929/30 – nach einem Übergangsjahr in der Saison zuvor mit zwei Gruppen – eine eingleisige 1. Bezirksklasse mit 13 Vereinen eingeführt, an der sowohl der BFV als auch Tura teilnahmen. Wechselhafte Erfolge begleiteten den BFV fortan, der in den ersten beiden Spielzeiten in dieser neuen Klasse jeweils den fünften Tabellenplatz belegen konnte. In der Saison 1930/31 kam darüber hinaus mit Matthias Heidemann vom SV Victoria Köln noch ein späterer Nationalspieler nach Bonn, der nach seinem Wechsel zu Werder Bremen zudem beim 3:2-Sieg bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1934 in Italien gegen die als „Wunderteam“ bezeichnete Mannschaft aus Österreich in Neapel auf dem Platz stand. Ein weiterer wichtiger Spieler war Sepp Stadler, der mit Heideman und Sutter eine der besten Angriffsformationen seiner Zeit bildete.

Zur Saison 1931/32 wurde die oberste Spielklasse im Rheinbezirk wieder in drei Gruppen unterteilt und der BFV gewann in der Gruppe 2 25 von 26 Spielen. Trotzdem belegte er insgesamt nur den vierten Platz und in der folgenden Saison konnte die Klasse nur noch knapp gehalten werden.

1933 bis 1948: Der BFV in der Zeit des Nationalsozialismus Bearbeiten

Nach der Machtergreifung der Nazis im Jahre 1933 wurde der Fußballsport nach der politischen Neuordnung in 16 Gaue einer Reform unterzogen. Der Bonner FV spielte fortan in der als Zehnerliga geplanten, später jedoch kurzfristig auf elf Vereine aufgestockten, Spielklasse Gau XI Mittelrhein. Nach einer 4:5-Auftaktniederlage beim Kölner CfR belegte der BFV am Ende der ersten Spielzeit in der neuen Liga den vierten Platz. Zu dieser Zeit musste der Klub seine nur gepachtete Heimspielstätte an der Richard-Wagner-Straße verlassen, da der Eigentümer das Gelände zwecks Bebauung verkauft hatte. Bis zur Fertigstellung eines eigenen Stadions an der Dottendorfer Straße/Friedrich-Ebert-Allee im Jahr 1938 agierte die Mannschaft zur Mitte der 1930er Jahre im Schmidt-Schneiders-Stadion des Tura-Rivalen.

Obwohl mit Schümmelfeder eine frühere Vereinsikone die Trainingsleitung übernahm, fand sich der BFV nach wechselhaftem Start in die Saison 1934/35 im weiteren Verlauf im Abstiegskampf der Gauliga Mittelrhein wieder. Durch einen 2:1-Sieg über Eintracht Trier konnte der Fall in die Zweitklassigkeit noch abgewendet werden.

Nach dem Aufstieg der Tura waren nun zwei Bonner Vereine in der obersten Spielklasse, die sogar beide um die vordersten Plätze spielen sollten. Der BFV belegte am Ende den dritten Tabellenplatz, nachdem späte Heimniederlagen gegen den späteren Meister Kölner CfR und VfR Köln 04 rrh weiterführende Ambitionen zunichtegemacht hatten. Die folgende Saison 1936/37 verlief für den BFV sehr durchwachsen und mit dem siebten Platz am Ende der Spielzeit – zwei Ränge hinter dem neuen Rivalen SV Beuel 06 – konnte das gute Vorjahresergebnis nicht bestätigt werden.

Die Entwicklung verschlechterte sich auch weiterhin, was dazu führte, dass sich der BFV am 13. Spieltag der Saison 1937/38 erstmals auf einem Abstiegsplatz befand, von dem er sich bis zum Saisonende nicht mehr befreien konnte. Die 0:1-Niederlage gegen Alemannia Aachen besiegelte schließlich, dass der BFV erstmals in seiner Vereinsgeschichte in die Zweitklassigkeit absteigen musste. Maßgeblich verantwortlich für diesen Niedergang waren vor allem zahlreiche Spielerabgänge sowie der frühe Tod von Willi Hutter.

Der BFV ging in die erste Saison im neuen Stadion an der Friedrich-Ebert-Allee[5] als Favorit auf den Wiederaufstieg, da auch fast alle wichtigen Spieler dem Verein treu geblieben waren. Nach der überlegenen Meisterschaft in der zweiten Gruppe der Bezirksklasse belegte der Verein jedoch in den Ausscheidungsspielen hinter der SG Düren 99 nur den zweiten Platz und konnte in der letzten Spielzeit vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges das Saisonziel nicht erreichen.

Nach Kriegsbeginn wurde die Gauliga-Meisterschaft nicht wie geplant ausgetragen und die Vereine reduzierten ihre Spiele auf die regionale oder sogar örtliche Ebene. Der BFV nahm fortan an der „Spielgemeinschaft Bonn/Sieg“ teil, wobei sich diese Liga durch sehr unterschiedliche Mannschaftsstärken auszeichnete, was häufig zu ungewöhnlichen Resultaten führte. Diese Spielklasse wurde im November 1939 wieder eingestellt und durch die „Kriegsspielgemeinschaft am Mittelrhein“ ersetzt, wo der BFV in die zweite Gruppe einsortiert wurde. In dieser bis zum März 1940 andauernden Spielzeit belegte der BFV – jedoch mit deutlichem Abstand – den zweiten Tabellenplatz.

Es folgte die Wiedereinführung der Gauliga zur Saison 1940/41 unter dem Namen „Bereichsklasse“, an der auch der BFV teilnehmen durfte, obwohl er 1939 noch aus dieser Liga abgestiegen war. Ein erneuter Abstieg konnte nach langem Kampf schließlich durch ein 3:3 gegen den VfR Köln verhindert werden. Spätestens nach Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion war an einen konstanten Spielbetrieb nicht zu denken und der Erfolg hing stark davon ab, welche Spieler sich auf Heimaturlaub befanden oder welche Gastspieler zur Verfügung standen (gemäß der Vereinschronik beteiligten sich 383 von 886 Klubmitgliedern als Soldat am Krieg). Der BFV spielte dabei noch bis zum Februar 1943, bevor die Ausrufung des „totalen Kriegs“ zu zahlreichen Abmeldungen von Vereinen in den Ligen führte. Zur Spielzeit 1943/44 wurde wieder eine Gauliga eingeführt, an der Spieler des BFV im Rahmen der Kriegsspielgemeinschaft „KSG Bonn“ teilnahmen. Nach der Invasion der alliierten Streitkräfte in der Normandie brach der Spielbetrieb aber weitestgehend zusammen, obwohl die KSG Bonn auch trotz der stetigen Gefahr durch Luftangriffe noch zu einigen Spielen kam.

1948 bis 1950: Der BFV in der Nachkriegszeit und Einstieg in den Profifußball Bearbeiten

 
Anstecknadel Bonner Fußballverein BFV 1901 aus den 1950er Jahren

Viele ehemalige Spieler des BFV kamen aus dem Krieg nicht mehr zurück oder befanden sich noch mehrere Jahre in Kriegsgefangenschaft, wie Peter Herbst, der erst 1948 zurückkehrte. Dennoch konnte mit Hilfe der britischen Besatzungsmacht eine Liga zusammengestellt werden, die am 4. November 1945 ihren Spielbetrieb aufnahm und auch den BFV dort eingliederte. In dieser Spielklasse, in der neben den Bonner Vereinen mit der SG Düren 99 und dem BC Euskirchen – nebst einer britischen Auswahl der 5th Guards Brigade – zwei Klubs außerhalb Bonns teilnahmen, wurde Düren Meister, wobei zum Jahresende alle Sportorganisationen aufgelöst werden mussten und jede Neugründung der Genehmigung der alliierten Behörden bedurfte, die aber von zumeist sportinteressierten Offizieren großzügig erteilt wurde.

Im Jahre 1946 wurde eine Neuordnung des Mittelrhein-Fußballs beabsichtigt und die Eliteklasse sollte aus 51 Vereinen in vier parallelen Gruppen bestehen. Dies wurde von 16 früheren Erstligaklubs – darunter auch dem BFV – als „Fußball-Eintopf“ abgelehnt und führte zu einer separaten Ligagründung, woraus auch der Begriff „Separatistengruppe“ entstand. Als jedoch die drei Fußballverbände Niederrhein, Mittelrhein und Westfalen über die Einführung einer gemeinsamen Oberliga nachdachten und nur Klubs aus den Vereinigungen dafür in Frage kamen, kehrten die abtrünnigen Vereine nach einer erfolgreichen Intervention von Peco Bauwens zurück und spielten ab Dezember 1946 in der Gruppe 5 des Bezirks Mittelrhein, wobei zwei Mannschaften aus dieser Liga in die neue Oberliga West sowie neun weitere Teams in die ebenfalls neue Bereichsliga am Ende der Saison aufsteigen durften. Der BFV qualifizierte sich durch den neunten Tabellenplatz für diese Bereichsliga.

In dieser zweitklassigen Liga spielte der BFV lange um die Tabellenspitze gegen Sülz 07, das noch während der Saison 1947/48 mit dem Kölner BC zum 1. FC Köln fusionieren sollte. Am Ende langte es nach einem 1:1 im März 1948 gegen den zukünftigen Spitzenverein und einer abschließenden 0:1-Heimniederlage gegen Godesberg 08 zum dritten Platz. Auch in der folgenden Saison belegte der BFV – unter anderem nach einem 2:1-Auswärtssieg beim 1. FC Köln – gemeinsam mit Köln, das sich in der Spielzeit zuvor in den Aufstiegsspielen gegen Rhenania Würselen (nach einem entscheidenden Treffer des späteren Bundestrainers Jupp Derwall) nicht hatte durchsetzen können, zeitweilig den ersten Platz. Der 1. FC Köln enteilte immer weiter und der BFV schloss die Saison erneut auf dem dritten Tabellenplatz ab.

Im Jahre 1949 folgte ein wichtiger Schritt zum Profifußball und der Westdeutsche Fußballverband richtete ab der Spielzeit 1949/50 drei Spielklassen als „Vertragsligen“ für insgesamt 48 Mannschaften – darunter zwei Zweitligagruppen – ein. Der BFV entschloss sich dabei am 27. Juli 1949 zur Einführung des Vertragspielerfußballs und erhielt für die Teilnahme an der 2. Oberliga West die erforderliche Lizenz. Dieser Schritt wurde jedoch insgesamt von der Vereinsführung unterschätzt und wichtige Spielerabgänge, die nicht kompensiert werden konnten, führten dazu, dass der BFV die Saison abgeschlagen auf dem letzten Platz beendete und ins Amateurlager zurückkehren musste.

1950 bis 1965: Von der Viertklassigkeit bis zur Fusion mit der Tura Bearbeiten

Die noch ein Jahr zuvor ins Leben gerufene Vertragsspielermannschaft agierte somit ab der Saison 1950/51 in der Gruppe 2 der Rheinbezirksliga Mittelrhein, der damals obersten Amateurklasse und insgesamt dritthöchsten Ebene im deutschen Fußball. Der Beginn gestaltete sich vielversprechend, jedoch wirkten sich viele Spielabgänge ins Profilager nachhaltig negativ aus und der BFV schloss die Saison, in der der Verein sein 50-jähriges Jubiläum feierte, nur auf dem sechsten Platz ab. Im gleichen Jahr verlor der Verein mit der sehr erfolgreichen Leichtathletik-Abteilung seinen letzten Bereich außerhalb des Fußballsports. Der negative Trend setzte sich weiter fort und nach zwei achten Plätzen in den anschließenden beiden Jahren erreichte den BFV mit dem Fall in die Viertklassigkeit – nach den Abstiegen in den Jahren 1938 und 1950 – ein weiterer Tiefpunkt in seiner Geschichte.

In der ersten Gruppe der Bezirksklasse zeigte sich jedoch, dass der BFV in der Saison 1954/55 nahezu konkurrenzlos blieb, indem er die Tabelle nach 18 Spieltagen mit nur vier Minuspunkten klar anführte und schließlich sicher in die nun Landesliga Mittelrhein genannte oberste Amateurklasse zurückkehrte. Erstmals wurde Überlegungen konkretisiert, eine Fusion zwischen dem BFV und der Tura zu realisieren, was jedoch an den zahlreich vorhandenen Traditionalisten in beiden Klubs scheiterte. Vor allem aufgrund gemeinsamer Freundschaftsspiele gegen den 1. FC Köln (1:2) und Schalke 04 (2:2) wurde deutlich, dass hier eine Chance zur Bündelung der gemeinsamen Kräfte in Bonn verpasst worden war, der man später noch hinterher trauern sollte. Der BFV agierte nach seiner Rückkehr in die Landesliga auf mittelmäßigem Niveau, musste jedoch am Ende erneut den Gang in die Viertklassigkeit antreten. Der achte Platz – und einen Punkt sowie eine Position hinter der Tura – bedeutete, dass sich die BFV nicht für die nun eingleisige Verbandsliga Mittelrhein qualifizieren konnte, da aus beiden Gruppen nur die jeweils sieben besten Mannschaften aufgenommen wurden.

Wie bereits zwei Jahre zuvor spielte sich der BFV wieder schnell an die Tabellenspitze der Landesliga und konnte schließlich mit einer Rekordtorausbeute von 135 Treffern (bei 42 Gegentoren) souverän den Wiederaufstieg in die Tat umsetzen. Der Verein wurde durch diese Leistung nachhaltig beflügelt und im ersten Jahr der Rückkehr stürmte der BFV bis an die Tabellenspitze. Am Ende belegte der Klub hinter dem Mittelrheinmeister SV Bergisch Gladbach den zweiten Platz. Nur ein Jahr später folgte der BFV dem Verein aus Bergisch Gladbach nach und wurde in der Saison 1958/59 selbst Mittelrheinmeister. Trotz einer 2:5-Niederlage im ersten Spiel gegen Baesweiler hatte sich der Verein innerhalb der Hinrunde stabilisieren können und nach einem 5:1-Sieg gegen den FV Godesberg noch Viktoria Alsdorf und den Siegburger SV zum Gewinn der Herbstmeisterschaft überflügelt. Den Titel selbst hatte sich der BFV dann drei Spieltage vor Schluss durch ein 3:2 im Spitzenspiel gegen Alsdorf gesichert. Im anschließenden Kampf um die westdeutsche Meisterschaft unterlagen die Bonner dem Niederrheinmeister TuS Duisburg 48/99 nach einer zwischenzeitlichen 3:1-Führung in Duisburg noch deutlich mit 3:8. Den Aufstieg in die „2. Oberliga West“ – und die damit verbundene Rückkehr ins Profigeschäft – sicherte sich der BFV in den Ausscheidungsspielen durch einen 4:1-Erfolg gegen die SpVg Beckum.

Der Aufenthalt in dieser zweithöchsten deutschen Spielklasse sollte im zweiten Anlauf vier Jahre andauern und begann sehr vielversprechend, als sich die Mannschaft beständig im oberen Tabellendrittel festsetzen konnte, was seinen vorläufigen Höhepunkt in der ersten Saison mit einem sensationellen 1:0-Auswärtssieg gegen den Wuppertaler SV fand. Am Ende der Hinrunde belegte der BFV überraschend den dritten Platz und nährte gar Spekulationen über einen bevorstehenden Aufstieg in die Erstklassigkeit. Obwohl in der Rückserie eine Lücke zu den drei bestplatzierten Mannschaften entstand, war der vierte Platz des BFV in der Saison 1959/60 der vermutlich größte Erfolg in der Vereinsgeschichte. Mit gestiegenen Ambitionen ging der Verein in die nächste Spielzeit, konnte jedoch mit dem zehnten Platz diese Erwartungen schließlich nicht erfüllen. Ein Höhepunkt dieser Spielzeit war jedoch eine Afrikareise des Vereins zur Jahreswende 1960/61, zu der der Verein im Rahmen eines Entwicklungsprogramms des Auswärtigen Amts zu Spielen in Kamerun und Togo antrat. Der sportlich negative Trend setzte sich jedoch fort und nach einer Saison mit dem 14. Abschlusstabellenplatz wurde bekannt, dass der Verein zudem aus dem „Abenteuer Profifußball“ einen Schuldenberg von 74.000 Mark angesammelt hatte. Trotz großer Appelle an die Mannschaft, durch gute Leistungen die wirtschaftliche Vereinsbasis wieder zu konsolidieren, endete die letzte Profisaison 1962/63 in einem Debakel, als der BFV mit nur zwei Siegen, fünf Remis und somit 9:51 Punkten abgeschlagen das Tabellenende zierte.

Zurück im Amateursport, in der Verbandsliga Mittelrhein, fand sich der BFV – trotz anders lautender Ziele – schnell auch dort im Abstiegskampf wieder und konnte sich am Ende erst nach einem 2:1 im Entscheidungsspiel gegen Baesweiler retten (ausgetragen wurde das Spiel in der Kölner Radrennbahn). Nach nur einem weiteren Jahr konnte der sportliche Abstieg dann mit dem vorletzten Platz nicht mehr verhindert werden, was aber angesichts der bevorstehenden Fusion mit der Tura Bonn zum neuen Verein „Bonner Sportclub 01/04“ nicht mehr ins Gewicht fallen sollte. Die Vereinsführung des BFV hatte sich am 23. Februar 1965 zu diesem Schritt entschlossen und ermöglichte damit die Geburt des neuen Vereins, zu der die Tura-Vereinsführung bereits 1958 einen Beschluss gefasst hatte. Das letzte Derby konnte der BFV gegen die Tura mit 3:2 – trotz einer deutlichen Überlegenheit der Tura – gewinnen. Das letzte Meisterschaftsspiel hingegen verlor der BFV daheim gegen den BC Efferen nach einer enttäuschenden Leistung mit 1:5.

Turn- und Rasenspiele Bonn Bearbeiten

 
Das Alte Poststadion, Heimspielstätte der ehemaligen Tura Bonn

Die offizielle Vereinsgründung wird mit dem Jahr 1904 angegeben, wobei die Tura jedoch erst 1921 als Zusammenschluss dreier Klubs entstanden ist, die wiederum ihre Geburtsstunden in verschiedenen Jahren erlebt hatten. Dementsprechend gehören auch diese zur Geschichte der Tura und indirekt auch der des Bonner SC.

Entwicklung der Vorgängervereine bis 1921 Bearbeiten

FC Normannia 03 Bearbeiten

Am 31. Mai 1903 gründete der Schüler Wilhelm Rick mit einigen Kameraden im Restaurant „Zum Lukas“ den „Fußballclub Normannia“ und sollte bis 1919 erster Vorsitzender des Vereins bleiben. Als Vereinsfarben wurden Schwarz-Gelb gewählt und die Mannschaft trat mit entsprechend gefärbten Streifen zu ihren Begegnungen an. Das erste Spiel fand auf einem Platz hinter dem städtischen Schlachthof gegen den „FC Rhenania“ statt, wobei die Normannia diese Spielstätte nur ein Jahr später wieder verlassen musste, da sie nicht den Regularien des Rheinisch-Westfälischen Spielverbands, dem der Klub soeben beigetreten war, entsprach. Fortan sollte sich die Normannia übergangsweise mit dem BFV und der „FC Germania“ das Kessenicher Feld teilen, bevor man dann den städtischen Spielplatz am Adolfsplatz (später: „Frankenplatz“) nutzte.

Sportlich agierte der Verein seit seinem Beitritt am Spielbetrieb in der dritten und somit untersten Klasse. Obwohl die Normannia dort meist auf den obersten Plätzen zu finden war und stetig um die Bezirksmeisterschaft spielen konnte, misslang ein Aufstieg in die höhere Zweitklassigkeit regelmäßig. Bekannt wurde der Verein vor allem auch dadurch, dass er 1907 aus dem Rheinisch-Westfälischen Spielverband austrat und gemeinsam mit Klubs aus Bonn, Neuenahr und Düren einen Gegenverband („Bonner Verband“) ins Leben rief. Da der mächtige Spielverband jedoch fortan seinen gesamten Mitgliedern untersagte, gegen die abtrünnigen Klubs zu spielen, blieb der Normannia nichts anderes übrig als zurückzukehren.

Neben den normalen Meisterschaftsspielen agierte die Normannia häufig gegen heimische Militärauswahlmannschaften und gemäß der Geschichtsaufzeichnungen des Vereins sollten 54 der 60 Vereinsmitglieder in den Ersten Weltkrieg ziehen und zum Großteil von dort nicht mehr – oder schwer verletzt – zurückkehren. Die Zusammenstellung einer schlagkräftigen Mannschaft fiel fortan immer schwerer und die verbleibenden Vereinsmitglieder schlossen sich 1919 der Fußballabteilung des Bonner Turnvereins an.

Borussia – Club für Rasenspiele 04 Bearbeiten

Der Verein aus der Bonner Altstadt wurde 1904 von Robert Bowinkelmann und seinen Brüdern Peter und Heinrich zunächst als „FC Regina“ gegründet und zwei Jahre später in „FC Borussia“ umbenannt. Nachdem der Verein zuvor nicht am Meisterschaftspielbetrieb teilgenommen hatte und seine Partien am Platz an der Kölnstraße (genannt: „Kölle-Platz“[6]), wo sich der heutige Sportpark Nord befindet, absolviert hatte, schloss sich der Verein erst zur Saison 1908/09 dem Rheinisch-Westfälischen Spielverband in der dritten Klasse an. Die Mannschaft, die in roten Trikots mit einem Preußenadler auflief, konnte auf Anhieb die Meisterschaft und den Aufstieg in die zweite Klasse realisieren und ließ dem sogar nach nur einem weiteren Jahr den Durchmarsch in die „A-Klasse“ folgen. Gespielt wurde seit der Aufnahme des Ligabetriebs auf dem städtischen Adolfsplatz.

Im Jahre 1912 spielte die Borussia um die Meisterschaft in der A-Klasse und verlor gegen den SSV Vingst 05 mit 1:2 nach Verlängerung. Auch die Borussia wurde dann durch den Ersten Weltkrieg stark im Mitleidenschaft gezogen und die Teilnahme an den noch zu Kriegszeiten ausgetragenen Spielen gestaltete sich schwierig, da zudem die Stadt ab 1916 die Nutzung des Sportfelds auf dem Adolfsplatz verbot. Die Borussia „mietete“ fortan die Spielstätte der „FC Germania“, wodurch nicht unerhebliche zusätzliche finanzielle Belastungen entstanden. In der Saison 1916/17 gewann die Borussia schließlich die Meisterschaft in der A-Klasse.

Nach Beendigung des Ersten Weltkrieges schloss sich die Fußballabteilung des „AV Eiche“ der Borussia an, wobei diesem ursprünglichen Schwerathletikverein erst kurze Zeit zuvor der „Sport-Club Bonn“ beigetreten war, der selbst jedoch vereinsintern keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr gesehen hatte. Die Borussia nannte sich nur kurze Zeit später in „Club für Rasenspiele 04“ (CfR) um und bildete fortan eine sehr starke Mannschaft. Als zur Saison 1919/20 Gauligen als oberste regionale Spielklassen eingeführt wurden, konnte sich der CfR nach drei Siegen in Ausscheidungsspielen gegen Kölner Vereine für die Liga in seiner Region qualifizieren. Mitte des Jahres 1919 zog der Verein an die Bornheimer Straße um, wo zahlreiche Mitglieder auf dem gepachteten Gelände eine neue Spielstätte errichteten. Trotz einiger Achtungserfolge in Freundschaftsspielen (vor allem gegen den großen Bonner FV), musste der CfR 1921 den Abstieg hinnehmen. Es folgte noch im gleichen Jahr die Vereinigung mit dem Fußballbereich des Bonner Turnvereins.

Bonner Turnverein Bearbeiten

Nach dem Weggang von Oskar Fräsdorf, der die Fußballmannschaft des BTV im Jahre 1898 gegründet hatte, und der daraus im März 1901 entstandenen Gründung des Bonner Fußballvereins wurde erst im Jahre 1912 wieder Fußball im Turnverein gespielt. Endgültig wurde dann 1913 wieder eine Mannschaft gebildet, die sich aus Turnern – zum Zwecke eines Ausgleichs vom Turnsport – zusammensetzte und in schwarz-weißer Kluft auf dem „Kölle-Platz“ seine Partien austrug. Dem Anschluss an den Westdeutschen Spielverband ging ein zähes Ringen voraus, da der BTV gesamthaft bereits der Deutschen Turnerschaft angehörte und die Mitgliedschaft eines Turnvereins im WSV nicht vorgesehen war. Nach einer erfolgreichen Intervention von F. A. Schmidt gelang der Anschluss jedoch schließlich.

Im Januar 1914 trat der „FC Phoenix“ der Fußballabteilung des BTV bei und steigerte die Mannschaftsqualität mit einer großen Anzahl von guten Spielen deutlich. Dies konnte sich jedoch aufgrund des Ersten Weltkriegs nicht in Erfolgen auszahlen, da auch in diesem Fall der personelle Aderlass gravierend war. Nach dem Krieg wurde der BTV im Jahre 1919 mit Hilfe der zuvor beigetretenen FC Normannia in die A-Klasse eingeordnet. Nächstes Ziel war die Errichtung einer Spielstätte, wobei ein geeignetes Grundstück am „Lievlingsweg“ gefunden werden konnte. Nach einer einjährigen Bauphase wurde das neue Stadion mit einem Fassungsvermögen von etwa 10.000 Zuschauern am 8. Mai 1921 offiziell eingeweiht. Nur drei Tage zuvor hatte sich der „Club für Rasenspiele 04“ der Fußballabteilung des BTV angeschlossen, wobei dieser neue Verein fortan als „Bonner Turnverein e. V, Abteilung Turn- und Rasenspiele“, auftrat, woraus sich später die Kurzform „TuRa“ (oder gebräuchlicher: „Tura“) entwickelte.

Dieser neue Verein besaß nun sogar zwei Spielstätten und entwickelte ein besonderes Augenmerk auf seine Jugendarbeit. Durch eine große Anzahl von offiziellen Veranstaltungen und Tourneen wurde in dieser Zeit der Grundstein für das Zusammengehörigkeitsgefühl und die tiefe Verankerung in der einheimischen Bevölkerung gelegt und der heute noch in Bonn verbreitete Begriff „Tura-Geist“ geboren.

1921 bis 1933: Die ersten Tura-Jahre Bearbeiten

Obwohl sich der Verein bereits 1921 zur Tura Bonn vereinigt hatte, fand die offizielle Gründung in der Satzung erst im Mai 1922 statt. Durch den Abstieg des CfR aus der obersten Spielklasse musste die Tura in der A-Klasse antreten, konnte aber bereits 1922 den Wiederaufstieg nach einem 6:3-Sieg im entscheidenden Auswärtsspiel gegen den „TSV 93 Köln“ realisieren. Es folgte im November 1923 ein großer Disput über die Anhängerschaft des Vereins sowohl in der Deutschen Turnerschaft als auch im Deutschen Fußball-Bund. Die Turnerschaft-Vereinigung bestand darauf, dass sich betreffende Vereine entscheiden müssten und strebte sogar selber für die Zukunft einen eigenen Fußballspielbetrieb an. Die Tura überstand diese Auseinandersetzung durch eine juristisch geschickte Aufteilung des Klubs in drei Abteilungen, wobei fortan nur noch der Bereich „Rasenspiele 04“ dem Westdeutschen Spielverband angehören sollte.

Der Verein spielte im Stadion am Lievingsweg, das nach vielen Erweiterungsarbeiten und der offiziellen Fertigstellung am 24. Juli 1927 den Namen „Schmidt-Schneiders-Stadion“ erhielt. Sportlich war die Tura bis 1926 mit wechselhaftem Erfolg in der obersten Spielklasse aktiv und konnte gegen den Lokalrivalen BFV zwischen 1923 und 1926 kein Meisterschaftsspiel gewinnen. Als zur Saison 1926/27 die oberste Ebene als 1. Bezirksklasse in drei Gruppen aufgeteilt wurde, teilte der Verband die Tura der Gruppe 1 zu. Zur Saison 1929/30 führte der Verband die obersten Spielklassen wieder zu einer Liga zusammen und die Tura Bonn konnte sich dafür qualifizieren. Der wohl beste Spieler des Vereins war in dieser Ära Peter Herbst, der gemeinsam mit dem Außenstürmer Leo Betzgen eine gefährliche Formation auf der linken Seite bildete und zu 17 Spielen in mehreren regionalen Auswahlmannschaften kam. Die Eingleisigkeit der Eliteliga wurde nach nur einem Jahr wieder aufgehoben und die Tura belegte in seiner Gruppe jeweils einen Mittelfeldplatz. Ein weiterer Höhepunkt sollte im Jahre 1933 ein Freundschaftsspiel gegen den deutschen Vizemeister FC Schalke 04 – angeführt von Ernst Kuzorra – im Schmidt-Schneiders-Stadion sein, das die Tura mit 2:4 verlor.

1933 bis 1948: Die Tura in der NS-Zeit Bearbeiten

Als die neue Gauliga im Bereich Mittelrhein gegründet wurde, zählte die Tura – im Gegensatz zum BFV-Rivalen – nicht zu den ursprünglichen zehn Kandidaten, was zu heftigen Protesten führte, da zudem sechs Kölner Mannschaften in die Liga aufgenommen werden sollten und diese Entscheidung ausschließlich am grünen Tisch vorgenommen wurde. Als weitere Unstimmigkeiten innerhalb des Ligabildungsprozesses dazu führten, dass man sich für eine Aufstockung auf elf Vereine entschloss, wurde statt der Tura mit „Rhenania Köln“ ein weiterer Kölner Verein aufgenommen.

Der angestrebte Aufstieg rückte nach einem zunächst guten Start im weiteren Saisonverlauf in immer weitere Ferne und am Ende verpasste der Verein den Aufstieg mit einem vierten Platz hinter Blau-Weiß 06 Köln, dem mit den vier Elbern-Brüdern aufstrebenden SV Beuel 06 sowie SV Victoria Köln deutlich. Anlässlich der 40-jährigen Vereinsjubiläums verlieh man der Absicht, in die Gauliga aufsteigen zu wollen, mit dem ersten 10:1-Heimspielsieg gegen Blauweiß Friesdorf Nachdruck, belegte zum Abschluss der Hinrunde aber nach einigen Niederlagen erst einmal nur den dritten Tabellenplatz. Nachdem die beiden vor der Tura rangierenden Mannschaften Victoria Köln und Vingst 05 daheim geschlagen worden waren, wurde die Tura nach einem 1:1-Remis in Frechen mit einem Punkt Vorsprung auf die Victoria Meister der Gruppe 2, wobei die Bonner von einer Niederlage der Victoria am letzten Spieltag profitierten. In der Aufstiegsspielrunde schlug die Tura zuletzt den SV Oberstein mit 3:0 und stieg aufgrund des besseren Torverhältnisses gegenüber Oberstein in die Gauliga auf.

Die Tura überzeugte auf Anhieb als Neuling in der Gauliga und setzte sich zeitweilig sogar mit fünf Punkten Vorsprung an die Tabellenspitze. Vor dem letzten Spieltag war dieser auf nur noch einen Punkt zusammengeschmolzen, aber ein Heimsieg gegen den „Kölner SC“ hätte zur Meisterschaft gereicht. Diese entscheidende Partie ging jedoch mit 0:1 nach einem Elfmeter in der Nachspielzeit verloren und der „Kölner CfR“ konnte mit einem eigenen Sieg im letzten Moment noch den Titel „Gauligameister am Mittelrhein“ gewinnen. Der Tura wurde jedoch von vielen Seiten Anerkennung für diese Leistung gezollt und der Verein regte gar eine Spielrunde der Gauliga-Zweitplatzierten an, was aber trotz einiger Zusagen prominenter Vereine nicht in die Tat umgesetzt wurde.

Es folgte eine schwere zweite Saison für die Tura in der Gauliga und ein sportlicher Niedergang, der dazu führte, dass sich der Verein schnell in akuter Abstiegsgefahr befand. Zusätzliche Brisanz erhielt die neue Rivalität zu dem frisch in die Gauliga aufgestiegenen Verein SV Beuel 06, dem die Vereinsführung der Tura vorwarf, eine Reihe von Spielern nach Beuel geködert zu haben. Am Ende konnte der Klub mit dem vorletzten Platz die Liga nur knapp – mit zwei Punkten Vorsprung vor der TuS Neuendorf – erhalten. Im Gegensatz dazu konnte die Tura im seit 1934 ausgetragenen DFB-Pokal nach einem 4:2-Sieg gegen den nordhessischen Meister Spielverein 06 Kassel die Runde der besten 32 Mannschaften erreichen, wo man jedoch mit 0:2 bei Eintracht Braunschweig verlor.

Ebenso wie der Lokalrivale BFV befand sich die Tura auch in der Saison 1937/38 in Abstiegsgefahr und war zeitweise Schlusslicht in der Gauliga. Nach einigen Siegen, wobei zu wichtigen Auswärtsspielen große Anhängerschaften mobilisiert werden konnten, und vor allem durch den Sieg gegen den BFV, was die Abstiegssorgen dort schlagartig vergrößerte, befreite sich die Tura gegen Ende der Spielzeit und konnte sich durch ein 1:1-Remis gegen den Mülheimer SV am letzten Spieltag sportlich retten. Es war die vorläufig letzte Spielzeit im Tura-Stadion unter dem Namen Schmidt-Schneiders-Stadion. Da die Vereinsführung den finanziellen Zinsverpflichtungen für das gewährte Darlehen nicht nachkommen konnte, wurde das Stadion von der Stadt Bonn für 85.000 Mark zwangsversteigert und nach dem neuen Eigentümer in „Post-Stadion“ umbenannt.

Die Leistungen in der Liga konsolidierten sich bei der Tura in der letzten Saison vor dem Kriegsausbruch wieder und vor dem letzten Spieltag bestand sogar die Möglichkeit auf die Mittelrheinmeisterschaft, ein eigener Sieg im Spitzenspiel gegen Sülz 07 und eine gleichzeitige Niederlage von Troisdorf 05 vorausgesetzt. Nach einer zwischenzeitlichen Sülzer 2:0-Führung glich die Tura noch zum 2:2 aus, was jedoch nicht reichte und Sülz zum Meister machte, da Sülz ein besseres Torverhältnis als Troisdorf erzielt hatte.

Die Tura nahm nach Ausbruch des Krieges zunächst an der „Spielgemeinschaft Bonn/Sieg“ und ab November 1939 an der bis März 1940 andauernden „Kriegsspielgemeinschaft am Mittelrhein“ (Gruppe 2) teil und belegte dort den dritten Tabellenplatz. In der wiedereingeführten – und als „Bereichsklasse“ bezeichneten – Gauliga spielte neben dem BFV auch die Tura um den Verbleib in der obersten Spielklasse und konnte diesen letztlich durch ein 0:0 gegen Düren 99 sicherstellen. Zur 1941/42 bildet die Tura gemeinsam mit dem Post-Sportverein Bonn eine Kriegsspielgemeinschaft und trat fortan bis zum Ende des Krieges als KSG Bonn zu den Spielen in der Bereichsklasse an, wobei sich später auch noch BFV-Spieler dieser Gemeinschaft anschlossen.

1948 bis 1950: Die Tura nach dem Krieg und die Treue zum Amateurfußball Bearbeiten

Ebenso wie der BFV beteiligte sich die Tura nach dem kurzen Abenteuer in der um die 5th Guards Brigade erweiterten Bonner Liga an der Separatistengruppe, die später zur Gruppe 5 des Bezirks Mittelrhein wurde. In dieser Liga, in der sich die besten zwei Mannschaften für die Oberliga West und neun weitere in die darunter liegende Bereichsliga qualifizieren konnten, belegte die Tura zum Saisonabschluss nur den elften Rang. In einer anschließenden Ausscheidungsspielrunde konnte der Aufstieg durch den zweiten Platz hinter Troisdorf 05 und vor Beuel 06 – der sich ebenfalls qualifizierte – noch nachträglich realisiert werden.

In den zwei Jahren, in der die Tura gemeinsam mit dem BFV in der Gruppe 2 dort agierte, landete der Verein jeweils auf dem sechsten Tabellenplatz. In einer Generalversammlung vom 16. Juli lehnte der Verein einstimmig die Einführung des Vertragspielertums ab und befürwortete damit den Verbleib im Amateurfußball. Obwohl ein Großteil der leistungsstarken Vereine in den Profifußball abgewandert waren, spielte die Tura in der Amateurliga eine sehr durchwachsene Saison und belegte abschließend einen enttäuschenden elften Platz. Mehr von sich reden machte der Verein durch seine neuen Ideen bei der Mannschaftsbetreuung, als nacheinander mehrere Trainer beschäftigt wurden, die an der Sporthochschule Köln ausgebildet worden waren. Den Anfang machte hier 1949/50 Wolfgang Troßbach, der spätere mehrfache Deutsche Meister im 110-m-Hürdenlauf. Er betreute die Tura auch beim historischen Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern.

1950 bis 1965: Jahre in den Amateurligen, deutsche Vize-Amateurmeisterschaft bis zur Fusion mit dem BFV Bearbeiten

Nach der Enttäuschung in der Vorsaison spielte die Tura in der Saison 1950/51 nun wieder um die Tabellenspitze mit, hielt zudem den BFV-Rivalen auf Distanz und war somit wieder die sportlich beste Bonner Mannschaft. Letztlich belegte die Tura mit einem komfortablen 5-Punkte-Abstand auf den Drittplatzierten die zweite Position und hatte vor allem innerhalb der Saison den späteren Mittelrheinmeister Troisdorf 05 daheim spektakulär mit 6:1 besiegt. In der Spielzeit 1951/52 lieferte sich die Tura mit dem Godesberger FV ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Am Ende belegten beide Mannschaften punktgleich den ersten Platz und das Reglement sah für diesen Fall ein Entscheidungsspiel vor, das Tura Bonn im Beueler Stadion mit 3:0 gewann. Obwohl die Tura als Favorit in die Partie um die Mittelrheinmeisterschaft gegen „Viktoria Alsdorf“ ging, unterlag der Verein im Hinspiel daheim mit 0:1. Trotz eines großen Optimismus verlor die Tura auch das Rückspiel, wobei vor allem die Höhe der 2:7-Niederlage sehr überraschte. Nach einem vergleichsweise enttäuschenden fünften Platz in der folgenden Saison, gewann der Verein in der Spielzeit 1953/54 hinter „Rapid Köln“ wieder die Vizemeisterschaft. Vor dem letzten Spieltag hatte der Abstand der Tura zu Rapid nur einen Punkt betragen. Der 3:2-Erfolg der Tura gegen den Godesberger FV reichte schließlich nicht für den ersten Platz, da zeitgleich Rapid den Rivalen SC Fortuna Köln mit 4:2 besiegen konnte. Die Vormachtstellung in Bonn wurde jedoch nachhaltig gefestigt, da der BFV in der gleichen Saison sogar in die Viertklassigkeit absteigen musste.

Es folgte in der Saison 1954/55 eine erneute Vizemeisterschaft hinter dem SV Bergisch Gladbach, wobei man die Meisterschaft vor allem durch zwei späte Niederlagen und ein Remis noch leichtfertig vergeben hatte. Die beste Zeit der Tura war aber für den weiteren Verlauf der 1950er-Jahre nun vorbei und der Verein schloss die Saison 1955/56 nur auf dem siebten Platz ab, wodurch sogar nur knapp den Verbleib in der Drittklassigkeit erreicht wurde, da sich nur sieben Teams aus beiden Drittligagruppen für die nun eingleisige Verbandsliga Mittelrhein qualifizieren konnten. Während der BFV, der nach dieser Zusammenlegung abgestiegen war, souverän im anschließenden Jahr zurückkehren konnte, enttäuschte die Tura mit dem zwölften Tabellenplatz. Als der BFV dann zu einem Höhenflug in der Liga ansetzte und die Vizemeisterschaft gewann, stieg die Tura in der gleichen Saison 1957/58 als Tabellenvorletzter selbst in die vierte Liga ab.

Wie zuvor beim BFV schon zu beobachten war, eignete sich auch der einjährige Aufenthalt der Tura in der Landesliga für einen Neubeginn. Auch die Tura stellte souverän als Meister die Rückkehr – bei sechs Punkten Vorsprung vor dem „SV Schlebusch“ und nur drei Niederlagen – in die Verbandsliga sicher. Dort angekommen verlor die Mannschaft zwar die ersten drei Spiele, konnte sich jedoch stetig steigern und belegte abschließend etwas überraschend den vierten Platz. Nach einem Übergangsjahr mit dem mittelmäßigen siebenten Tabellenplatz setzte die Tura spätestens ab der Saison 1961/62 zu ihrer zweiten erfolgreichen Ära in der obersten Amateurklasse an. Maßgeblich verantwortlich dafür war mit Fritz Machate ein ehemaliger Spieler des FC St. Pauli und des Dresdner SC, der fortan als Trainer fungieren sollte.

Diese äußerst erfolgreiche Saison 1961/62 begann zunächst enttäuschend, als die Tura nach der Hinrunde sogar mit einem negativen Punkteverhältnis nur den zehnten Platz belegte. Es folgte eine Siegesserie, die den Punkterückstand zunächst auf nur noch sechs Punkte verkleinerte. Weitere Siege gegen „Übach-Palenberg“ und am letzten Spieltag gegen den „VfL 99 Köln“ sorgten dafür, dass die Tura mit nur fünf Verlustpunkten in der Rückserie die Mittelrheinmeisterschaft gewinnen konnte. Anschließend setzte sich die Mannschaft im Kampf um die westdeutsche Meisterschaft durch einen 1:0-Sieg gegen Arminia Bielefeld und einem 1:1 gegen „Duisburg 08“ durch. Es folgte die Endrunde um die deutsche Amateurmeisterschaft. Nach einem 2:1-Sieg gegen die Amateure von Werder Bremen im Weserstadion zog die Tura ins Endspiel im Wuppertaler Stadion am Zoo ein, wo die Mannschaft dem Berliner Verein SC Tegel gegenüberstand. Dieses spannende Spiel gewann Tegel nach einem Freistoßtor mit 1:0 und die Tura musste sich somit mit der Vize-Amateurmeisterschaft zufriedengeben. Auf einen Aufstieg ins Profilager verzichtete die Tura – mit Blick auf die finanziellen Probleme, die dem BFV dadurch erwuchsen – bewusst und blieb somit dem Amateursport erhalten.

Es folgten noch zwei weitere Vizemeisterschaften in der Liga hinter Düren bzw. dem SV Schlebusch. Die letzte Saison 1964/65 schloss der Klub mit einem ausgeglichenen Punktekonto auf dem siebten Tabellenplatz ab, bevor dann die bereits 1958 geschmiedeten Pläne zur Bildung eines gemeinsamen Vereins mit dem BFV in die Tat umgesetzt werden konnten, nachdem auch die Vereinsführung des BFV einen entsprechenden Beschluss gefasst hatte. Das letzte Meisterschaftsspiel der Tura ging gegen die SpVg Frechen 20 mit 2:3 verloren. Obwohl die Tura am 18. Juni 1965 – wie auch der BFV – offiziell aufgelöst worden war, spielte anschließend kurioserweise eine Tura-Mannschaft weiterhin noch das Endspiel im Kreispokal und nach dem 8:1-Sieg dort gegen den „TV Rheindorf“ zusätzlich im Mittelrhein-Pokal gegen den „BC Oberbruch“, das die Mannschaft mit 1:3 nach Verlängerung verlor.

Bonner Sportclub Bearbeiten

1965 bis 1967: Gründungsphase Bearbeiten

Die zunächst für den 21. Mai 1965 vorgesehene Gründung wurde aufgrund der nicht zu drei Vierteln erschienenen Vereinsmitglieder erst am 18. Juni des Jahres durchgeführt. Der Klub erhielt den offiziellen Namen Bonner Sportclub 01/04 und wählte nach dem damaligen Stadtwappen rot und blau als Vereinsfarben. Neben einer Fußballabteilung wurden zudem weitere Bereiche für die Leichtathletik, Basketball und Sportschießen, sowie 1966 Tischtennis und 1967 Rugby eröffnet, wovon sich später nur noch die letzten beiden genannten Abteilungen und danach ausschließlich Tischtennis behaupten sollten. Die Gründung des BSC löste eine große Euphorie in der Stadt aus und weckte Hoffnungen, künftig auch im Spitzensport eine große Rolle spielen zu können. Als Heimspielstätte diente das Gronaustadion, wobei man jedoch mittelfristig die Errichtung eines überdachten Stadions mit einem Fassungsvermögen jenseits von 30.000 Zuschauern anvisierte.

Die erste Saison 1965/66 begann der neue Verein in der Verbandsliga Mittelrhein und nahm damit den Platz der Tura Bonn ein, die zuvor in dieser dritthöchsten Spielklasse – und höchsten Amateurebene – ihre letzte Saison abgeschlossen hatte. Die von Günther Glomb betreute Mannschaft konnte am 21. August 1965 im ersten Saisonspiel mit 2:1 gegen die Amateure von Bayer 04 Leverkusen gewinnen und etablierte sich fortan auf den vorderen Plätzen. Am Ende der Saison belegte der BSC hinter dem überlegenen Meister „Düren 99“ jedoch nur den zweiten Platz, der eigentlich nicht zum Aufstieg berechtigt hätte. Da Düren jedoch auf eine Teilnahme am Profifußball verzichtete, nahmen die Bonner als Ersatz an den Aufstiegsrunden teil, wo sie jedoch chancenlos blieben. Als dann Fortuna Düsseldorf und Rot-Weiss Essen noch in die Bundesliga aufsteigen durften und damit zwei Plätze in der darunter liegenden Regionalliga West frei wurden, spielte der BSC eine weitere Ausscheidungspartie gegen den ursprünglichen Regionalliga-Absteiger VfB Bottrop, das Bottrop überlegen mit 5:0 gewann. Das Glück wendete sich jedoch nach Bonn, als der Fußballverband entschied, dass Bottrop als sportlich bereits abgestiegener Verein kein Verbleiberecht zustand und somit die Partie gegen den BSC unzulässig war. Somit stieg der Bonner SC doch noch in die Regionalliga West auf.

Der Verein ging das neue Abenteuer im bezahlten Fußball mit einer Reihe von Neuzugängen an, wobei vor allem vier ehemalige Lizenzspieler von Schalke 04 verpflichtet wurden. Dennoch hatte es die Mannschaft von Beginn an schwer und konnte erst am zehnten Spieltag mit einem 1:0 gegen SC Viktoria Köln den ersten Sieg sichern. Trotz eines überraschenden 1:0-Auswärtssiegs bei Alemannia Aachen war der Abstieg – auch trotz des Trainerwechsels zu Fred Harthaus – nach dem 1:2 gegen Arminia Bielefeld am vorletzten Spieltag nicht mehr zu verhindern.

1967 bis 1972: Kampf um den Profifußball und die Sowjetunion-Tournee Bearbeiten

Der BSC spielte damit wieder in der Verbandsliga Mittelrhein und ging in die neue Spielzeit 1967/68 mit dem bereits zuvor beim BFV aktiven Trainer Helmut Gans. Wie schon zwei Jahre zuvor lieferte sich der BSC gegen Düren 99 sowie gegen die Amateure des 1. FC Köln ein Rennen um die Tabellenspitze. Mit zwei Punkten Vorsprung vor Köln ging die Bonner Mannschaft in die letzte Partie und sicherte sich durch ein 1:1 gegen Bayer Leverkusen den Mittelrheintitel. Dadurch wurde auch die Rückkehr in die Regionalliga möglich und der BSC trat zu den Ausscheidungsspielen gegen den „SSV Hagen“, die Spvg Erkenschwick und Eintracht Duisburg an. Trotz einer Niederlage im Heimspiel gegen Duisburg und insgesamt drei Remis konnte der Regionalliga-Aufstieg bewerkstelligt werden.

Vor dem nächsten Versuch, im Profifußball Fuß fassen zu können, vermeldete der Verein einige spektakuläre Transfers von Alemannia Aachen, worunter sich der 49-fache uruguayische Nationalspieler Horacio Troche befand, der dadurch bekannt wurde, dass er Uwe Seeler während der WM 1966 in England geohrfeigt hatte. Dennoch spielte der Klub wieder nur gegen den Abstieg und absolvierte am letzten Spieltag gegen Preußen Münster ein echtes „Abstiegsendspiel“ im heimischen Gronaustadion, das der BSC überlegen mit 5:1 gewann. In der anschließenden Saison 1969/70 entwickelte die Mannschaft eine große Heimstärke und verlor in der gesamten Spielzeit daheim nur zwei Begegnungen. Dies sorgte dafür, dass in diesem Jahr recht sicher – mit acht Punkten Abstand – die Klasse gesichert werden konnte.

Es war die letzte Spielzeit im alten Gronaustadion. Der Verein zog in den Sportpark Nord um, an die Stelle, wo sich früher der alte „Kölle-Platz“ befunden hatte. Aufgrund der angespannten finanziellen Lage war die Vereinsführung dazu gezwungen, einige Leistungsträger zu verkaufen. Die Saison 1970/71 begann dennoch mit einem 4:2-Sieg gegen den ehemaligen Bundesligisten Alemannia Aachen – der ersten Meisterschaftspartie im Sportpark Nord – vielversprechend und einige Talente aus dem Verein, wie beispielsweise der junge Hans Bongartz, nährten den Optimismus auf den Klassenerhalt. Im Verlauf der Saison zeigte sich jedoch, dass der Substanzverlust zu groß war und die Mannschaft am Ende aufgrund der schlechteren Tordifferenz gegenüber dem VfR Neuss erneut den Gang in die Drittklassigkeit antreten musste.

Für das Ziel Wiederaufstieg wurde erneut Helmut Gans als Trainer verpflichtet. Es folgte in der Verbandsliga Mittelrhein ein spannendes Meisterschaftsrennen gegen Jülich 10, dem der BSC am letzten Spieltag im Sportpark Nord mit nur einem Punkt Rückstand gegenüberstand. Dieses Endspiel um die Mittelrheinmeisterschaft gewann die Bonner Mannschaft mit 4:1. Der Aufstieg wurde aber anschließend verpasst, wofür vor allem die 0:4-Niederlage bei den Sportfreunden Siegen verantwortlich war. Ein weiterer Höhepunkt sollte dann eine Tournee durch die damalige Sowjetunion sein, wo der BSC unter anderem in Leningrad (heute: St. Petersburg) und Wolgograd spielte.

1972 bis 1977: Sportlicher Klassenerhalt in der 2. Bundesliga und Lizenzentzug Bearbeiten

Die Saison 1972/73 gestaltete sich enttäuschend und der BSC schloss auf dem siebten Tabellenplatz ab.

Mitverantwortlich war dafür vermutlich auch die Aussage von Trainer Gans inmitten der Saison, dass er nur noch bis zum Ende der Spielzeit Trainer bleiben wolle, und dass anschließend Spekulationen über ein vorzeitiges Ende der Amtszeit von Gans und die Trainernachfolge entstanden. Höhepunkt dieser Spielzeit war der Einzug ins Kreispokalendspiel, in dem der BSC nach einem spannenden Spiel mit 9:10 nach Elfmeterschießen Beuel 06 unterlag. Für die Spielzeit 1973/74 standen von Beginn an die Vorzeichen schlecht, da dem BSC aufgrund der Bildung einer nur noch zwei Staffeln umfassenden Regionalliga – die später „2. Bundesliga“ genannt wurde – keine Möglichkeit zum Aufstieg zur Verfügung stand. Am Ende der Saison wurde der BSC Vizemeister hinter Bayer 04 Leverkusen.

Vor der Saison 1974/75 verkündete die Vereinsführung offiziell das Ziel, aufsteigen zu wollen. Die Mannschaft konnte aber die großen Erwartungen nicht ganz erfüllen und belegte hinter Bayer 04 Leverkusen, dem SC Brühl und dem SC Jülich 10 am Ende nur den vierten Platz. Besonders enttäuschend war zu diesem Zeitpunkt auch der sehr geringe Zuschauerzuspruch, der im Heimspiel gegen Westwacht Aachen mit 273 Zuschauern seinen Tiefpunkt fand.

In der Saison 1975/76 holte man den Titel der Mittelrheinliga und stieg somit in die 2. Bundesliga Nord auf, der zweithöchsten Spielklasse in Deutschland. Es war die höchste Ligaebene, in der der BSC in seiner bisherigen Vereinsgeschichte gespielt hat. Hier spielte er in der Saison 1976/77 gegen Vereine wie FC St. Pauli, Arminia Bielefeld und Bayer 04 Leverkusen. Sportlich konnte der Klassenerhalt als 16. erreicht werden. Da der BSC die Gehälter nicht mehr zahlen konnte, war er am 9. Juli 1977 der erste Verein im deutschen Fußball, dem die Lizenz durch den DFB entzogen wurde.[7]

1978 bis 2005: Turbulente Zeit in den Oberligen und Verbandsligen Bearbeiten

Nach dem Lizenzentzug wurde größtenteils in Verbandsliga und Oberliga gespielt. 1984/85 gewann der BSC zum vierten Mal den Titel in der Verbandsliga Mittelrhein. 1994/95 stieg er wieder in die Regionalliga West/Südwest auf. Ab 1995 wurde die Vereinspolitik stark vom Mäzen John Viol, einem Bonner Unternehmer und Mineralienhändler aus Simbabwe, bestimmt, dessen Firmen wichtigster, zeitweise einziger nennenswerter Sponsor, aber auch Kreditgeber des Vereins und er selber bis 2001 langjähriger Präsident, später Aufsichtsratsvorsitzender wurde.[8]

Ab 1998/99 spielte der BSC wieder – mit einer kleinen Unterbrechung 2000/01 (Verbandsliga) – in der Oberliga Nordrhein. Die Mannschaft gewann noch 1996/97 den Titel der Oberliga Nordrhein und 2000/01 zum fünften Mal den Titel in der Verbandsliga Mittelrhein. Im ersten Jahr nach dem Aufstieg in die Oberliga konnte der Klassenerhalt mit einem zehnten Platz ohne größere Probleme gesichert werden. Im folgenden Jahr erreichten die Bundesstädter erneut einen Mittelfeldplatz. In den Spielzeiten 2003/04 sowie 2004/05 entgingen die Bonner dem Abstieg nur knapp. 2004 rettete sie lediglich das bessere Torverhältnis und 2005 waren sie zwar sportlich abgestiegen, konnten aber aufgrund der jeweils nicht erteilten Lizenz für den SV Adler Osterfeld und Borussia Freialdenhoven in der Liga verbleiben.

2005 bis 2010: Oberliga bis zum Rücktritt Viols mit Schulden in Millionenhöhe Bearbeiten

Für die Saison 2005/06 verpflichtete der Bonner SC mit Reinhold Fanz einen bundesligaerfahrenen Trainer, mit dessen Hilfe einige neue Spieler nach Bonn fanden. Die Oberligaspielzeit 2005/06 beendete der Verein auf Platz zwei der Oberliga Nordrhein, hinter der Zweitvertretung von Borussia Mönchengladbach. Somit wurde der Aufstieg in die Regionalliga äußerst knapp verpasst.

Nach einem schwachen Auftakt nahm Reinhold Fanz zu Beginn der Saison 2006/07 seinen Hut und wurde durch seinen ehemaligen Co-Trainer Asif Šarić ersetzt. Saric gelang es, die Mannschaft aus dem Tabellenkeller nach oben zu führen, sodass sie in diesem Jahr nichts mit dem Abstieg zu tun hatte, sondern als eine der besten Mannschaften der Rückrunde vorne mit dabei war. In der Saison 2007/08 lautete das Ziel der Bonner die Qualifikation für die neueingeführte dreigleisige Regionalliga. Hierfür wäre ein Platz unter den ersten vier nötig gewesen. Das Saisonziel wurde aber mit einem zehnten Tabellenplatz deutlich verfehlt. Immerhin konnte sich der BSC damit noch für die ebenfalls zur Saison 2008/09 neugeschaffene fünftklassige NRW-Liga qualifizieren.

Als Meister der Premierenspielzeit stieg der Club zur Saison 2009/10 in die Fußball-Regionalliga auf, während die Qualifikation zum DFB-Pokal durch ein 3:5 im Elfmeterschießen im Landespokalfinale des Fußball-Verbandes Mittelrhein gegen den FC Germania Dattenfeld verpasst wurde. Zum Aufstieg wechselte Präsident John Viol in den Aufsichtsrat, neuer Präsident wurde der Marketingprofessor und Experte der Fußballvermarktung Tobias Kollmann. Dieser trat aber wenige Spieltage vor Ende der Saison wegen der finanziellen Situation des Vereins, der eine erfolgreiche Weiterarbeit unmöglich mache, zurück.[9] Insbesondere Schulden bei Viol von über sechs Millionen Euro sowie das Zurückfahren dessen Sponsorings belasteten den Verein.[8]

2010 bis 2011: Erneuter Lizenzentzug und darauffolgende Insolvenz Bearbeiten

Nachdem der Verein in der Regionalligasaison 2009/10 mit einem zehnten Tabellenplatz sportlich den Klassenerhalt erreicht hatte, gab der DFB am 4. Juni 2010 bekannt, dass ihm eine Lizenz für die Regionalligaspielzeit 2010/11 aus wirtschaftlichen Gründen nicht erteilt wird. Für den Verein ging es nun darum, wenigstens die Finanzierung für ein Weiterspielen in der NRW-Liga zu sichern.[10] Doch auch die erforderliche Lizenz für diese fünfthöchste Spielklasse wurde zunächst nicht erteilt.[11] Am 21. Juli 2010 wurde das Insolvenzverfahren vor dem Amtsgericht Bonn eröffnet. Am 23. Juli 2010 gab der Verein bekannt, dass die erste Mannschaft an keinem Spielbetrieb teilnehmen wird. In Absprache mit dem Insolvenzverwalter sollte versucht werden, den Verein im Rahmen eines Plan-Insolvenzverfahrens zu retten. Die Jugendabteilung konnte am Spielbetrieb der Saison 2010/11 wie geplant teilnehmen und auch die Tischtennisabteilung konnte diesen fortsetzen. Karsten Hutwelker, welcher als neuer Trainer der ersten Herrenmannschaft verpflichtet worden war, wurde zum neuen Trainer der U19 ernannt und sollte zusammen mit dem sportlichen Leiter Mike Rietpietsch in ehrenamtlicher Arbeit den sportlichen Neuaufbau voranbringen. Im Jugendbereich sollte ein Grundgerüst für zukünftige Mannschaften im Herrenbereich geschaffen werden. Über ein Treuhandkonto wurde versucht, die weitere Finanzierung der Jugendabteilung auch über die Spielzeit 2010/11 hinaus zu sichern, den Bonner SC als Verein zu retten und vor einer Auflösung zu bewahren.

Doch bereits im November gaben Rietpietsch und Alexander Ogrinc bekannt, dass sie den Verein verlassen werden, da die Belastung, in ehrenamtlicher Funktion nebenbei für den Verein zu arbeiten, zu groß sei. Beide begründeten den Ausstieg außerdem damit, dass es trotz einer gut gelaufenen Gläubigerversammlung zu keiner Besserung in naher Zukunft kommen würde, was die finanzielle Situation angehe. Ende des Jahres beendete auch Hutwelker seine Tätigkeit für den Verein. Sein Nachfolger wurde der ehemalige Trainer der U19-Mannschaft, Tomek Kaczmarek, der die erste Mannschaft des Vereins auch in der Saison 2011/12 in der Landesliga trainierte. In der Saison 2010/11 gelang ihm mit der U19 des Vereins in der Weststaffel der Aufstieg in die A-Junioren-Bundesliga.

2011 bis 2018: Von der Landesliga bis zum DFB-Pokal Bearbeiten

In der Saison 2011/12 spielte der Bonner SC, nach Abschluss des Insolvenzverfahrens, mit seiner ersten Mannschaft in der Landesliga Mittelrhein (6. Spielklasse), mit seiner zweiten Mannschaft in der Bonner Kreisliga B (9. Spielklasse) und mit seinen A- und B-Jugendmannschaften jeweils in der Bundesliga (1. Spielklasse). Die A-Junioren (U19) wurden von Januar bis Anfang März 2012 vom ehemaligen Fußball-Nationalspieler Jürgen Kohler trainiert.[12] Nach nur wenigen Wochen gab er diese Funktion wieder ab; er begründete diesen Schritt mit starker beruflicher Beanspruchung als Unternehmensrepräsentant und TV-Co-Kommentator.[13] Seine bisherigen Assistenten Alexander Halfen und Kourosch Hosseini führten die Arbeit fort. Die erste Mannschaft in der Landesliga wurde im Jahr 2012 von Deniz Bakir trainiert, der von der SG Bad Breisig zum Bonner SC zurückkehrte. Am Ende der Spielzeit wurde in der Landesliga der vierte Platz erreicht, in der Folgesaison 2012/13 die Meisterschaft der Landesligastaffel 1.

Nach kurzen Engagements von Idris Dogan (6 Monate) und Dalibor Karnay (12 Monate) als Trainer übernahm zum Juli 2014 Daniel Zillken diese Position. Nach dem Aufstieg in die fünftklassige Mittelrheinliga erreichte der BSC in der zweiten Saison 2014/15 die Herbstmeisterschaft und abschließend den zweiten Tabellenplatz, der nicht zum Aufstieg berechtigte. In derselben Spielzeit des Mittelrheinpokals konnte der BSC bis ins Finale vordringen, verlor da jedoch mit 1:4 gegen den FC Viktoria Köln.

Am 28. Spieltag der Saison 2015/16 sicherte sich der Verein den Aufstieg in die viertklassige Regionalliga West durch ein Unentschieden gegen die Spvg Wesseling-Urfeld. Im Mittelrheinpokal schied man in der ersten Runde gegen den FC Hürth aus.[14]

In der Saison 2016/17 der Regionalliga West wurde mit dem neunten Platz problemlos der Klassenerhalt gesichert. In derselben Spielzeit konnte der BSC im Finale des Mittelrheinpokals, im Rahmen des Finaltages der Amateure, den damaligen Drittligisten Fortuna Köln mit 1:0 besiegen. Das Spiel wurde im heimischen Sportpark Nord ausgetragen.[15]

In der Saison 2017/18 nahm der Verein, nach dem Sieg im Mittelrheinpokal, erstmals nach 40 Jahren wieder am DFB-Pokal teil, scheiterte in der ersten Hauptrunde jedoch mit einer 2:6-Niederlage am Bundesligisten Hannover 96. Das dabei von Innenverteidiger Nico Perrey per Hacke erzielte Tor zum zwischenzeitlichen 2:3 wurde zum Tor des Monats August 2017 gewählt.[16]

 
Wort-Bild-Marke der viertklassigen Regionalliga West

2018 bis 2022: Von der Regionalliga bis zum Abstieg in die Mittelrheinliga Bearbeiten

Cheftrainer Daniel Zillken trat am 10. November 2018 nach einer Niederlage gegen den Aufsteiger 1. FC Kaan-Marienborn zurück. Damit war er länger im Amt als jeder andere Trainer vor ihm. Nach dem Rücktritt Zillkens wurde Florian Mager vorübergehend als Cheftrainer berufen.[17] Am Ende der Saison 2017/18 konnte der BSC die Klasse halten und landete auf dem 13. Platz. Am 7. Januar 2019 wurde Markus Zschiesche als neuer Cheftrainer vorgestellt.[18] Nach der Saison 2018/19, die der Bonner SC als 14. und erster Nichtabsteiger beendete, gab der Verein bekannt, dass Zschiesche und sein Co-Trainer den BSC wieder verlassen werden. Am 3. Juni 2019 wurde Thorsten Nehrbauer als neuer Cheftrainer vorgestellt. Die Saison 2019/20 beendete der Bonner SC auf dem 14. Tabellenplatz und konnte damit knapp den Klassenerhalt sichern.

In der Saison 2020/21 wurde Thorsten Nehrbauer nach einer 1:3-Niederlage beim VfB Homberg am 18. Spieltag entlassen. Zu diesem Zeitpunkt stand der Bonner SC mit 11 Punkten auf dem 20. und vorletzten Tabellenplatz und hatte acht von den letzten neun Spielen verloren. Sein Nachfolger wurde Björn Joppe, der den Klassenerhalt schaffen sollte[19], was nach Siegen gegen jeweils Alemannia Aachen und die Zweitvertretung des 1. FC Köln auch gerade noch so geschafft wurde. Der BSC stand am Ende der Saison mit 38 Punkten auf dem 19. Platz. Es gab lediglich einen einzigen Abstiegsplatz, da es keine Aufsteiger aus den Oberligen Westfalen, Niederrhein und Mittelrhein gab. Dies war durch die Corona-Pandemie in Deutschland bedingt, infolgedessen auch der Spielbetrieb der Oberligen frühzeitig unterbrochen wurde.[20] Die Regionalliga West blieb von dieser Corona-bedingten Maßnahme verschont, da diese Liga vom WDFV (Westdeutscher Fußballverband) offiziell als Profi-Liga eingestuft wurde.[21]

Die Saison 2021/22 begann der Bonner SC mit einem Heimspiel gegen Rot-Weiss Essen, das man mit 0:3 im heimischen Sportpark Nord verlor. Den ersten Saisonsieg konnte man durch ein 3:1 bei dem aus der 3. Liga zwangsabgestiegenen Ligakonkurrenten KFC Uerdingen 05 sicherstellen.[22][23] Cheftrainer Björn Joppe wurde am 31. Dezember 2021 entlassen, da er im neuen Jahr den Lehrgang zur A-Trainer-Lizenz absolvieren und dem BSC im Abstiegskampf nur noch zeitweise zur Verfügung stünden würde.[24] Am 3. Januar 2022 wurde Markus von Ahlen als neuer Cheftrainer des Bonner SC vorgestellt. Er sollte in der kritischen Situation, in der sich der Bonner SC befindet, das Saisonziel Klassenerhalt in der Regionalliga West erreichen.[25] Der Trainerwechsel trug allerdings keine Früchte, da von Ahlen vor dem vorletzten Spieltag zum Ligakonkurrenten Fortuna Köln wechselte. Interimstrainer wurde Daniel Zillken, der beim 6-Punkte-Spiel gegen Rot Weiss Ahlen noch das Ruder für den BSC rumreißen sollte, was sich mit einem 1:1-Endstand aber nicht gelang. Im letzten Spiel der Saison verlor der Bonner SC gegen Rot-Weiß Oberhausen mit 1:5, ein hoher Sieg wäre für den Klassenerhalt nötig gewesen. Damit war der Bonner SC nach fünf Jahren Regionalliga-Angehörigkeit erstmals wieder in der fünftklassigen Mittelrheinliga.[26]

Seit 2022: Mittelrheinliga mit zwei fehlgeschlagenen Wiederaufstiegen Bearbeiten

 
Modernes Logo des Bonner Sportclub

In der Saison 2022/23 wurde offiziell vom Bonner SC das Ziel, zurück in die Regionalliga aufzusteigen, erklärt.[27] Am 1. Juli 2022 wurde Lukas Sinkiewicz, der von Fortuna Düsseldorf U23 kam, neuer Cheftrainer des Bonner SC und Nachfolger des Interimstrainers Daniel Zillken.[28] Zum Saisonstart kehrte man, nach Renovierung des Sportpark Nord, wieder zurück in das eigene Stadion. Bei der Rückkehr konnte man einen 5:0-Kantersieg gegen den FC Pesch einfahren.[29] Unter Sinkiewicz gelang dem BSC im Stadtderby beim Lokalrivalen Blau-Weiß Friesdorf mit einem 1:8 der höchste Sieg der Vereinsgeschichte.[30] Trotz dieser Erfolge trat Sinkiewicz im April des Folgejahres nach einer Niederlage gegen die SpVg Frechen 20 zurück.[31] Sein Nachfolger wurde Giuseppe Brunetto vom Regionalligisten 1. FC Düren. Unter ihm sollte das Saisonziel erreicht werden,[32] allerdings war dies nach einer 1:2-Niederlage gegen den TuS Königsdorf am Saisonende nicht mehr möglich.[33]

Nach vier Niederlagen in fünf Spielen und zusätzlich einer 1:2-Niederlage gegen den FV Bonn-Endenich im Finale des Kreispokals Bonn trat Brunetto am 10. Spieltag der Saison 2023/24 zurück.[34] Zu diesem Zeitpunkt stand der Bonner SC mit 12 Punkten auf dem 8. Tabellenplatz und lief Gefahr, in den Abstiegsstrudel zu geraten.[35] Neuer Cheftrainer wurde Sascha Glatzel, der vom FC Hennef 05 kam. Unter ihm sollte das alte Saisonziel Aufstieg wieder erreicht werden.[36] Schon Glatzels Debütspiel gegen den Tabellenführer SpVg Frechen 20 konnte der Verein mit einem 4:1 für sich entscheiden.[37] Unter seinem neuen Cheftrainer blieb der Bonner SC in sieben Ligaspielen ungeschlagen und stand zudem nach zwei Siegen – erst in der Gruppenphase beim Ligakonkurrenten SpVg Frechen 20 (6:4 n. E.), dann im Achtelfinale beim Landesligisten SV Eilendorf (5:0) – im Viertelfinale des Mittelrheinpokals.[38]

Die Rückrunde der Saison 2023/24 startete der Bonner SC mit zwei Siegen gegen den FC Hennef 05 und Germania Teveren und einem Unentschieden gegen den TuS Königsdorf, dementsprechend blieb der BSC unter Glatzel weiterhin ungeschlagen.[39] Zudem stand der BSC nach einem Sieg gegen den SV Eintracht Hohkeppel (2:1 n. V.) erstmals seit sieben Jahren wieder im Halbfinale des Mittelrheinpokals.[40] In diesem trat der Bonner SC gegen den ligainternen Konkurrenten TuS Königsdorf an, das der BSC mit 4:0 gewann. Im Finale am 25. Mai, das im Sportpark Höhenberg in Köln im Rahmen des Finaltags der Amateure ausgetragen wird, ist der höherklassige Aufstiegsaspirant Alemannia Aachen der Gegner.[41] Der BSC hat die Chance, erstmals seit sechs Jahren am DFB-Pokal teilzunehmen und eine Geldprämie von rund 216.000 Euro zu erhalten.[42]

Nach dem Amtsantritt vom Cheftrainer Sascha Glatzel konnte der BSC seine Serie auf 24 ungeschlagene Pflichtspiele ausbauen.[43] Trotz dieser Erfolgsserie konnten die Rheinlöwen den Aufstieg in die Regionalliga West nicht vollenden und beendeten die Spielzeit mit 56 Punkten auf dem dritten Platz.[44]

Wappenhistorie Bearbeiten

Sportliche Erfolge Bearbeiten

Meisterschaften Bearbeiten

Pokalsiege Bearbeiten

Personen Bearbeiten

Trainer seit 1965 Bearbeiten

Eine chronologische Übersicht über alle Trainer des Vereins seit 1965.[45]

 
Lukas Sinkiewicz, ehemaliger Trainer des Bonner SC
Amtszeit Trainer
1965 bis 1967 Günther Glomb
1967 Fred Harthaus
1968 bis 1969 Fritz Schollmeyer
1969 bis 1970 Gerd Burkhardt
1973 bis 1975 Detlev Brüggemann
1976 bis 1977 Martin Luppen
1977 Siegfried Melzig
1978 bis 1980 Heinz Hornig
1985 bis 1989 Erich Rutemöller
1989 bis 1990 Klaus-Dieter Czizewski
1992 bis 1995 Peter Nover
1995 Hilmar Merz
1995 Elmar Müller
1995 bis 1997 Hans Kodric
1997 bis 2000 Rainer Thomas
2000 bis 2001 Reinhold Höck
2001 bis 2002 Heinz-Joachim Schmickler
2002 bis 2003 Gino Lettieri
2003 bis 2004 Reinhold Höck
2004 Mario Kentschke (Interim)
2004 Günter Borr
2004 Danny Hoekmann
2004 bis 2005 Andrzej Rudy
Amtszeit Trainer
2005 Wolfgang Homberg
2005 bis 2006 Reinhold Fanz
2006 bis 2008 Asif Šarić
2008 Oliver Ebersbach (Interim)
2008 bis 2010 Wolfgang Jerat
2010 Karsten Hutwelker
2011 Tomasz Kaczmarek
2012 Deniz Bakir
2013 Idris Dogan
2013 bis 2014 Dalibor Karnay
2014 bis 2018 Daniel Zillken
2018 Florian Mager (Interim)
2019 Markus Zschiesche
2019 bis 2020 Thorsten Nehrbauer
2020 Lino Sanchez Copano (Interim)
2020 bis 2021 Björn Joppe
2022 Markus von Ahlen
2022 Daniel Zillken (Interim)
2022 bis 2023 Lukas Sinkiewicz
2023 Albert Bunjaku/Gordon Addai (Interim)
2023 Giuseppe Brunetto
Seit 2023 Sascha Glatzel

Bekannte Spieler Bearbeiten

  • Deutschland  Josef Schümmelfeder (1909–1925) spielte für den damaligen Bonner FV und bestritt fünf Länderspiele. Er war einer der wenigen Nationalspieler, die vor und nach dem Ersten Weltkrieg zum Einsatz kamen.
  • Deutschland  Matthias Heidemann (1930–1934), bestritt in den 1930ern drei Länderspiele, spielte für den damaligen Bonner FV.
  • Deutschland  Walter Nußbaum (Jugendspieler bis 1948, Spielertrainer 1955–1962), kam aus der Jugend des damaligen Bonner FV, spielte später für den 1. FC Köln und Bayer 04 Leverkusen, ehe er als Spielertrainer nach Bonn zurückkehrte und die Mannschaft wieder in den Profifußball führte.
  • Deutschland  Werner Grau (1966–1978), Rekordspieler beim BSC mit 320 Spielen.
  • Uruguay  Horacio Troche (1968), vormaliger uruguayischer Nationalmannschaftskapitän, bestritt Ende der 1960er Jahre einige Spiele für den Bonner SC.
  • Deutschland  Hans Bongartz (1969–1971), mehrfacher Nationalspieler, spielte u. a. beim FC Schalke 04 und 1. FC Kaiserslautern.
  • Deutschland  Ulrich van den Berg (1976–1988), Rekordtorschütze beim BSC mit 75 Toren.
  • Kamerun  Deutschland  Marcel Ndjeng (1995–1996), Jugend
  • Namibia  Deutschland  Oliver Risser (2006–2007)
  • Deutschland  Andreas „Andy“ Hubert (2012–Gegenwart), spielte in seiner Jugend bei Bayer Leverkusen und in seiner Karriere 2 Jahre lang beim FC Saarbrücken, ehe er 2012 zum Bonner SC wechselte. Er spielt zudem parallel bei der Zweitvertretung des Bonner SC. Nachdem er 2023 sein Karriereende bekannt gab, wurde er Torwarttrainer und steht der 1. und der 2. Mannschaft als Reservetorwart zur Verfügung. Er ist zudem dienstältester Spieler des Vereins.[46]
  • Deutschland  Marco Königs (2023), spielte lange Zeit seiner Karriere in der 2. und 3. Liga sowie in unterschiedlichen Regionalligen, ehe er 2023 zum Bonner SC wechselte.[47] Im November desselben Jahres gab er jedoch sein Karriereende bekannt.[48]
  • Deutschland  Serhat Koruk (2024–Gegenwart), spielte in diversen Ligen, unter anderem der 3. Türkischen Liga und der 3. Liga von Deutschland, ehe er im Februar 2024 zum Bonner SC wechselte.[49]

Stadion Bearbeiten

 
Der Sportpark Nord, Heimspielstätte des Bonner SC, nach Renovierung im Jahr 2024

Der 1970 eröffnete Sportpark Nord ist ein Mehrzweckstadion mit Leichtathletikanlagen und überdachter Haupttribüne; es fasst 10.164 Zuschauer. Die überdachte Haupttribüne verfügt über 2.628 Sitzplätzen und 2.496 Stehplätze. Hier befinden sich die voneinander getrennten Blöcke für Heim- und Gästefans. Auf der gegenüberliegenden Seite (Gegengerade) befindet sich die Stehplatztribüne mit einer Kapazität von 5040 Stehplätzen. Auch dort gibt es getrennte Blöcke für Heim- und Gästefans. Bei einigen Spielen steht die Stehplatztribüne ausschließlich den Gästefans zur Verfügung.[50]

Bis 1970 wurden die Heimspiele des Bonner SC im Stadion in der Gronau ausgetragen. Dieses wurde abgerissen, um das damalige Regierungsviertel auszuweiten und das 29-stöckige Abgeordnetenhochhaus zu errichten. Im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 spielten die Bonner auch im Stadion Pennenfeld bzw. Sportpark Süd (Bad Godesberg), da der Rasen des Sportpark Nord für das Trainingslager der japanischen Fußballnationalmannschaft in Bonn geschont werden sollte. 2011 wurde das Stadion mit einer Flutlichtanlage und einer Video-Anzeigetafel ausgerüstet.

2022 wurde das Stadion renoviert und konnte im August desselben Jahres wieder in den Betrieb aufgenommen werden. Während der Renovierung spielte der Bonner SC im Sportpark Pennenfeld.[51] Es wurde das Naturrasenspielfeld, die Kunststofflaufbahn und alle Leichtathletikanlagen erneuert. Zudem wurden ein modernes nachhaltiges Entwässerungs- und ein neues Bewässerungssystem eingebaut.

Trivia Bearbeiten

Zur Saison 1999/2000 verpflichtete der Bonner SC 15 kubanische Nationalspieler, im April 1999 gab es ein Freundschaftsspiel gegen die kubanische Fußballnationalmannschaft.[52] Auch aufgrund von Schwierigkeiten bezüglich der Spielberechtigung blieb der Coup jedoch erfolglos, infolgedessen stieg der BSC zum Saisonende ab.

 
Altes Wappen und Traditionswappen der Bundesstadt Bonn

Der Bonner SC wird als sogenannter „Traditionsverein“ angesehen.[53][54][55][56] Dies sei vor allem durch die lange und oft subjektiv als „glorreich“ bezeichnete Geschichte des Vereins bedingt. Da Bonn eine große Bevölkerung hat (Stand 2022: 336.465[57]), und der Bonner SC der am höchsten spielende Verein in der Stadt ist, hat er eine starke Fanunterstützung, was den Status als Traditionsverein unterstreicht.[58][59]

Am 7. Mai 2006 waren beim Freundschaftsspiel gegen den deutschen Rekordmeister FC Bayern München, das der Bonner SC mit 1:0 gewann, über 12.000 Zuschauer zu Gast. Im Vorfeld der Saison 2005/06 bestritt der Bonner SC schon einmal ein Spiel gegen den FC Bayern, das mit 4:2 an die Gäste von der Isar ging.

Am 7. Juli 2018 siegte der Bonner SC bei einem Freundschaftsspiel gegen den Bundesligisten 1. FC Köln mit 1:0. Das Spiel fand im Sportpark Nord statt, und es waren 2900 Zuschauer zu Gast.[60]

Zudem bestritt der Bonner SC am 16. Juli 2019 ein Testspiel gegen den englischen Premier-League-Verein Norwich City, das die Gäste mit 4:1 gewannen.[61]

Das Logo des Vereins zeigt den Bonner Löwen und ist in den Farben des alten Bonner Stadtwappens, blau und rot, gehalten. Die Spieler der Mannschaft werden daher auch Rheinlöwen genannt.[62]

Der BSC im DFB-Pokal Bearbeiten

Der Bonner SC nahm bisher dreimal am DFB-Pokal teil. In den Spielzeiten 1977/78 und 1979/80 kam er jeweils in die dritte Runde des Pokals. In der Saison 2016/17 gewann der BSC den Mittelrheinpokal und konnte sich damit erstmalig nach 40 Jahren wieder für den DFB-Pokal qualifizieren. Dort schied er 2017/18 in der 1. Runde gegen den damaligen Bundesligisten Hannover 96 aus.[63]

1977/78 1. Runde Bonner SC – Sportfreunde Eisbachtal 5:1
2. Runde Alemannia Plaidt – Bonner SC 1:2
3. Runde Borussia Mönchengladbach – Bonner SC 3:0
1979/80 1. Runde Bonner SC – SV Salamander Türkheim 4:0
2. Runde 1. FC Kaiserslautern II – Bonner SC 2:3 n. V.
3. Runde Bonner SC – FC Schalke 04 1:3
2017/18 1. Runde Bonner SC – Hannover 96 2:6

Platzierungen seit 1945/46 Bearbeiten

Bonner FV (bis 1965) Bearbeiten

Saison Liga Level Platz Auf-/Abstieg
1945/46 Kreisklasse Bonn I 04. Aufstieg
1946/47 Rheinbezirk-Liga, St. 5 I 09.
1947/48 Bezirksliga Rheinbezirk, Gr. 1 II 03.
1948/49 Bezirksliga Rheinbezirk, Gr. 2 II 03. Aufstieg
1949/50 2. Liga West Gr. 2 II 16. Abstieg
1950/51 Landesliga Rheinbezirk Gr. 1 III 05.
1951/52 Landesliga Mittelrhein Gr. 1 III 05.
1952/53 Landesliga Mittelrhein Gr. 1 III 08.
1953/54 Landesliga Mittelrhein Gr. 1 III 14. Abstieg
1954/55 Bezirksklasse Mittelrhein St. 1 IV 01. Aufstieg
1955/56 Landesliga Mittelrhein Gr. 2 III 08.
1956/57 Landesliga Mittelrhein Gr. 1 IV 01. Aufstieg
1957/58 Verbandsliga Mittelrhein III 02.
1958/59 Verbandsliga Mittelrhein III 01. Aufstieg
1959/60 II. Division II 04.
1960/61 II. Division II 10.
1961/62 II. Division II 14.
1962/63 II. Division II 16. Abstieg
1963/64 Verbandsliga Mittelrhein III 13.
1964/65 Verbandsliga Mittelrhein III 15.

Bonner SC (seit 1965) Bearbeiten

 
Grafik zur Platzierung des Bonner SC
Saison Liga Level Platz Auf-/Abstieg
1965/66 Verbandsliga Mittelrhein III 02. Aufstieg
1966/67 Regionalliga West II 17. Abstieg
1967/68 Verbandsliga Mittelrhein III 01. Aufstieg
1968/69 Regionalliga West II 15.
1969/70 Regionalliga West II 13.
1970/71 Regionalliga West II 17. Abstieg
1971/72 Verbandsliga Mittelrhein III 01.
1972/73 Verbandsliga Mittelrhein III 07.
1973/74 Verbandsliga Mittelrhein III 02.
1974/75 Verbandsliga Mittelrhein III 03.
1975/76 Verbandsliga Mittelrhein III 01. Aufstieg
1976/77 2. Bundesliga Nord II 16. Lizenzentzug
1977/78 Verbandsliga Mittelrhein III 03. Aufstieg
1978/79 Oberliga Nordrhein III 07.
1979/80 Oberliga Nordrhein III 10.
1980/81 Oberliga Nordrhein III 16. Abstieg
1981/82 Verbandsliga Mittelrhein IV 07.
1982/83 Verbandsliga Mittelrhein IV 06.
1983/84 Verbandsliga Mittelrhein IV 02.
1984/85 Verbandsliga Mittelrhein IV 01. Aufstieg
1985/86 Oberliga Nordrhein III 13.
1986/87 Oberliga Nordrhein III 05.
1987/88 Oberliga Nordrhein III 14.
1988/89 Oberliga Nordrhein III 09.
1989/90 Oberliga Nordrhein III 14.
1990/91 Oberliga Nordrhein III 16. Abstieg
1991/92 Verbandsliga Mittelrhein IV 02. Aufstieg
1992/93 Oberliga Nordrhein III 04.
1993/94 Oberliga Nordrhein III 06. Aufstieg
1994/95 Regionalliga West/Südwest III 12.
1995/96 Regionalliga West/Südwest III 19. Abstieg
1996/97 Oberliga Nordrhein IV 01. Aufstieg
1997/98 Regionalliga West/Südwest III 16. Abstieg
1998/99 Oberliga Nordrhein IV 13.
1999/00 Oberliga Nordrhein IV 15. Abstieg
2000/01 Verbandsliga Mittelrhein V 01. Aufstieg
2001/02 Oberliga Nordrhein IV 10.
2002/03 Oberliga Nordrhein IV 12.
2003/04 Oberliga Nordrhein IV 15.
2004/05 Oberliga Nordrhein IV 16.
2005/06 Oberliga Nordrhein IV 02.
2006/07 Oberliga Nordrhein IV 04.
2007/08 Oberliga Nordrhein IV 10. NRW-Liga-Qualifikation
2008/09 NRW-Liga V 01. Aufstieg
2009/10 Regionalliga West IV 10.
2010/11 Kein Spielbetrieb Herren Insolvenz
2011/12 Landesliga Mittelrhein I VII 04.
2012/13 Landesliga Mittelrhein I VI 01. Aufstieg
2013/14 Mittelrheinliga V 07.
2014/15 Mittelrheinliga V 02.
2015/16 Mittelrheinliga V 01. Aufstieg
2016/17 Regionalliga West IV 09.
2017/18 Regionalliga West IV 13.
2018/19 Regionalliga West IV 14.
2019/20 Regionalliga West IV 14.
2020/21 Regionalliga West IV 19.
2021/22 Regionalliga West IV 16. Abstieg
2022/23 Mittelrheinliga V 04.
2023/24 Mittelrheinliga V

Organisation Bearbeiten

Vereinsstruktur Bearbeiten

Neben der Mitgliederversammlung und den ehrenamtlichen Mitarbeitern sind im Bonner Sport Club 01/04 e. V. die Gremien Vorstand und Aufsichtsrat tätig.[64]

Aufgaben des Vorstands Bearbeiten

Der Vorstand führt die Geschäfte des Vereins. Es ist für die Wahrnehmung aller Vereinsaufgaben zuständig, sofern sie nicht satzungsgemäß anderen Vereinsorganen vorbehalten sind. Es entscheidet eigenverantwortlich über die ideellen, sportlichen, wirtschaftlichen und sonstigen Belange des Vereins. Das Wirken des Vorstands hat sich am Interesse des Vereins, dem Vereinszweck und den gesetzlichen Vorschriften auszurichten. Es hat insbesondere die gesetzlichen Bestimmungen über Buchhaltungs-, Bilanzierungs- und Steuervorschriften sowie das Arbeitsrecht zu beachten. Dem Vorstand obliegt die Darstellung des Vereins in der Öffentlichkeit.[64]

Vorstand Bearbeiten

Der aktuelle Vorstand des Bonner SC besteht aus folgenden Personen:

  • Vorstandsvorsitzender: Dirk Mazurkiewicz (Strategie und Infrastruktur, Finanzen)
  • Markus Grabowski (Finanzen, Mitglieder, Ehrenamt)
  • Stefan Krämer (Sport, Projekte)

Erweiterter Vorstand Bearbeiten

  • Oliver C. Daniels, verantwortlich für die Jugend
  • Sandro Heinemann (Innovation und Vermarktung)
  • Elias Khalag (Sportlicher Beirat)
  • Stefan Niedecken (Kommunikation/CSR)[65]
 
Logo des Hauptsponsors Stahlwerk

Sponsoren Bearbeiten

Der Hauptsponsor des Bonner SC ist die Firma Stahlwerk, Exklusiv-Partner sind STEEP und die Sparkasse Köln/Bonn. Der Ausrüster ist Uhlsport.[66]

Erste Mannschaft Bearbeiten

Kader 2023/24 Bearbeiten

Stand: 4.2.2024[1]

Nr. Nat. Spieler Geburtstag im Verein seit Vertrag bis Letzter Verein
Tor
01 Deutschland  Kevin Birk 25. Dez. 1991 01.07.2021 30.06.2024 SV Viktoria Aschaffenburg
23 Deutschland  Martin Michel 05. Aug. 1992 01.07.2023 30.06.2024 FC Hennef 05
50 Deutschland  Andy Hubert 29. Dez. 1990 31.08.2012 30.06.2024 1. FC Saarbrücken
Abwehr
02 Mali  Massaman Keita 12. Sep. 1999 01.07.2021 30.06.2026 Siegburger SV 04
5 Deutschland  Turkei  Tarik Dogan k. A. (26) 22.12.2023 30.06.2026 vereinslos
24 Deutschland  Leander Goralski 06. Apr. 1994 01.07.2023 30.06.2024 1. FC Bocholt
16 Deutschland  Maximillian Decker k. A. 01.07.2022 30.06.2024 VfL Alfter
30 Deutschland  Markus Wipperfürth 28. Aug 1995 01.07.2023 30.06.2025 1. FC Düren
k. A. Japan  Kotaro Nakanishi k. A. 30.01.2024 30.06.2024 Shinagawa CC Yokohama
22 Bosnien und Herzegowina  Adis Omerbasic 02. Feb. 1995 24.07.2023 30.06.2026 1. FC Düren
04 Deutschland  Jan-Luca Prangenberg k. A. 01.07.2022 30.06.2024 VfL Alfter
Mittelfeld
06 Portugal  Leon Augusto 10. Sep 1999 01.07.2022 30.06.2026 KFC Uerdingen 05
10 Deutschland  Maximillian Pommer (C)  18. Aug 1997 01.07.2021 30.06.2026 TuS Rot-Weiß Koblenz
27 Vereinigte Staaten  Creighton Braun 07. Dez. 2001 25.07.2023 30.06.2024 VfB Germania Halberstadt
08 Deutschland  Felix Erken k. A. 18.08.2022 30.06.2026 Bayer Leverkusen U19
25 Deutschland  Cedric Abesch k. A. k. A. k. A. k. A.
07 Panama 1903  Rudolf González 02. Jul. 1998 02.01.2021 30.06.2025 ZFC Meuselwitz
20 Deutschland  Ben Hompesch 24. Apr. 2003 01.09.2022 30.06.2024 FC Viktoria Köln
29 Marokko  Bilal El Morabiti k. A. 30.01.2024 30.06.2024 Siegburger SV 04
18 Italien  Armando Rexhepaj k. A. 19.07.2023 30.06.2024 SpVg Frechen 20
21 Turkei  Eray Isik k. A. 01.07.2023 30.06.2024 FC Viktoria Köln U19
Sturm
14 Deutschland  Michael Okoroafor k. A. 01.07.2023 30.06.2024 FC Hennef 05
19 Deutschland  Nam-Ju Lee k. A. 01.07.2023 30.06.2024 Eigene U19
13 Deutschland  Jonas Berg 18. Januar. 2002 01.07.2021 30.06.2024 1. FC Köln U19
17 Deutschland  Hendrike Strobl k. A. 01.07.2023 30.06.2024 Siegburger SV 04
9 Deutschland  Serhat Korkuk 4. Mai. 1996 01.02.2024 30.06.2024 Rot Weiß Ahlen

Transfers der Saison 2023/24 Bearbeiten

Stand: 4.2.2024[3]

Zugänge Abgänge
Sommer 2023
  • Daniel Somuah (Ziel unbekannt)
  • Dan-Patrick Poggenberg (Ziel unbekannt)
  • Bilal-Badr Ksiouar (Ziel unbekannt)
  • Nico Perrey (Ziel unbekannt)
  • Ergün Yildiz (Ziel unbekannt)
  • Ron Meyer (FC Wegberg-Beeck)
  • Ismael Maloko (Siegburger SV)
  • Tackie Sai (Siegburger SV)
  • Hajdar Shala (FC Hennef)
  • Ishak Adahchur (Siegburger SV)
nach Saisonbeginn / Wintertransfer
  • Marco Königs (Karriereende)
  • Volkan Ballicalioglu (FC Hennef)
  • Tim Schirmer (VFL Rheinbach)

Trainerstab Bearbeiten

Stand: 4.2.2024[2]

Nat. Name Funktion
Deutschland  Sascha Glatzel Cheftrainer
Deutschland  Gordon Addai Co-Trainer
Deutschland  Florian Mager Co-Trainer
Deutschland  Andy Hubert Torwarttrainer

Andere Mannschaften Bearbeiten

Zweite Mannschaft Bearbeiten

Die zweite Mannschaft wurde nach ihrer Auflösung 2002/03 zur Saison 2008/09 neu gegründet, da das DFB-Regelwerk damals vorsah, dass Vereine ab der Regionalliga zwingend eine zweite Männermannschaft stellen müssen. Nach dem Start in der Kreisliga D stieg in die „Zweite“ in den beiden ersten Jahren jeweils auf. Auch nach der Insolvenz spielte man zunächst weiter in der Kreisliga B und hielt die Klasse einige Jahre bis zum Abstieg 2014/15 in die Kreisliga C. Nach einem 6. Platz in nächsten Spielzeit stieg die „Zweite“ in der Saison 2018/19 wieder in die Kreisliga B auf.[67]

Frauenfußball Bearbeiten

Bereits im Jahr 1957 wurde auf einer Mitgliederversammlung der Tura Bonn der Aufbau einer Frauenfußballabteilung entschieden. Da der Frauenfußball zu dieser Zeit jedoch noch vom DFB geächtet wurde, war der sportliche Wert bis zu Beginn der 1970er Jahre sehr gering und verkam durch die Vermarktung zwielichtiger Unternehmer zumeist zu einem reinen Showgeschäft. Dies änderte sich, als der DFB am 31. Oktober 1970 überraschend das Frauenfußballverbot aufhob, indem er den Spielbetrieb auf Landesverbandsebene freigab.

Der Bonner SC baute noch im gleichen Jahr eine konkurrenzfähige Frauenmannschaft auf, die von dem ehemaligen Bonner Spieler Willi Krahe betreut werden sollte. Nachdem der DFB 1973 per Bundestagsbeschluss die Einführung einer deutschen Fußballmeisterschaft der Frauen beschlossen hatte, traten die BSC-Frauen 1974 als Vertreter des FV Mittelrhein zu dieser Meisterschaft an (sie hieß nun Deutsche Fußballmeisterschaft der „Damen“). Die Vorrunde überstand die Mannschaft mit drei Siegen in drei Spielen und unterlag dann im Halbfinale dem späteren Meister TuS Wörrstadt mit 1:3 – auch das anschließende Spiel um Platz 3 gegen den SV Bubach/Calmesweiler ging mit 4:7 nach Elfmeterschießen verloren.

Auch im Jahr 1975 nahm der BSC als Sieger seines Landesverbandes an der deutschen Meisterschaftsrunde teil und gewann in der Vorrunde wieder alle Spiele. Im erneuten Halbfinale gegen den TuS Wörrstadt nahm die Mannschaft erfolgreich Revanche, behielt mit 4:0 deutlich die Oberhand und stand im Endspiel schließlich dem FC Bayern München gegenüber. Vor etwa 2500 Zuschauern im Bad Godesberger Pennenfeldstadion lagen die Bonner Favoritinnen bereits nach drei Minuten zurück, mussten nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich in der 26. Spielminute nur 60 Sekunden später den erneuten Rückstand hinnehmen und mit diesem Spielstand in die Pause gehen (zu dieser Zeit bestand eine Halbzeit im deutschen Frauenfußball nur aus 35 Minuten). Kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit gelang Beverly Ranger – der trickreichen jamaikanischen Spitzenspielerin – per Kopfball der Ausgleich zum 2:2 und in der Folgezeit spielte der BSC seine technische Überlegenheit aus. Zwei weitere Treffer von Charlotte Nüsser waren das Resultat und mit dem 4:2-Endergebnis sicherte sich die BSC-Frauenauswahl die deutsche Meisterschaft 1975.

Im anschließenden Jahr 1976 traf die Frauenmannschaft des BSC bereits in der Vorrunde nach zwei Siegen gegen den TuS Niederkirchen auf die Münchnerinnen und die Spielerinnen aus der bayrischen Landeshauptstadt konnten sich nach einem 1:1 im Hinspiel durch einen 3:2-Rückspielsieg ihrerseits revanchieren – im weiteren Verlauf reichte es sogar zum Gewinn der deutschen Meisterschaft. Die Mannschaft des BSC fiel danach kontinuierlich auseinander. Mit Beverly Ranger, Erika Neuenfeldt und Anne Haarbach-Trabant wechselten entscheidende Leistungsträger zur SSG 09 Bergisch Gladbach und gewannen dort bereits 1977 eine weitere deutsche Meisterschaft; Haarbach-Trabant agierte danach in den ersten acht Länderspielen der 1982 ins Leben gerufenen deutschen Frauennationalmannschaft und führte das Team gar in sieben Partien als Mannschaftsführerin aufs Feld.

Der BSC besaß da schon keine große Bedeutung mehr im Frauenfußball und nach dem 10-jährigen Jubiläum der Mannschaft 1981, das mit einem Einladungsturnier gefeiert wurde, verschwand die Abteilung immer mehr in der Versenkung.

Auf der Mitgliederversammlung 2023 verkündete der Organisator der Versammlung, Sandro Heinemann, die Gründung einer neuen Frauenmannschaft zur Saison 2024/25. Damit soll an die Tradition der Deutschen Meisterschaft 1975 angeknüpft werden.[68]

Jugendmannschaften Bearbeiten

Die A-Jugend und die B-Jugend sowie die U15-, U14- und U13-Junioren sind alle im Meisterschaftsspielbetrieb in den FVM-Mittelrheinligen unterwegs, die U16 spielt in der FVM-Bezirksliga. Der Leiter des Nachwuchsbereiches ist der DFB-Fußballlehrer Deniz Bakir. Das Training der Jugendmannschaften findet auf den Kunstrasenplätzen „An der Josefshöhe“ im Sportpark Nord und auf dem Naturrasenplatz „Waldenburger Ring“ im Schulzentrum Tannenbusch.

Futsal Bearbeiten

Seit 2015 stellt der Verein mit den Bonner Futsal Lions eine Futsalabteilung mit zwei Männermannschaften. Die erste Mannschaft stieg im Jahre 2018 sportlich aus der erstklassigen Futsalliga West ab. Da die zweite Mannschaft jedoch den Aufstieg schaffte, blieben die Bonner Futsal Lions erstklassig. Ein Jahr später mussten die Bonner als Vorletzter erneut absteigen. In der Saison 2020/21 spielten die Bonner Futsal Lions in der Futsal-Regionalliga West.[69]

Fankultur des Bonner SC Bearbeiten

Zuschauerzahlen Bearbeiten

 
Fans des Bonner SC auf der Haupttribüne des Sportpark Nord mit einer Choreografie, im Jahr 2017 im DFB-Pokal gegen Hannover 96

Der Bonner SC hat in der Saison 2023/24 mit einer durchschnittlichen Zuschauerzahl von ca. 700 im Sportpark Nord die größte Zuschauerzahl der Mittelrheinliga, wobei es sich, im Vergleich zu den Zuschauerzahlen der Vorgängersaison 2022/23 (ca. 550 Fans), um einen leichten Anstieg handelt.[70][71] Im Vergleich zu den vorherigen sechs Jahren Spielbetrieb in der viertklassigen Regionalliga West ist diese Zahl leicht rückläufig. In den Spielzeiten 2009/10 und 2016/17 der Regionalliga West konnten, mit einer durchschnittlichen Zuschauerzahl von ca. 1200 Fans, die höchsten durchschnittlichen Zuschauerzahlen im 21. Jahrhundert verzeichnet werden.

Die höchste Besucherzahl aller Zeiten in der Geschichte des BSC ließ sich in der Saison 1976/77 der 2. Bundesliga verzeichnen, wo im heimischen Stadion insgesamt 136.700 und durchschnittlich 7.195 Zuschauer waren.[72]

Fanclubs Bearbeiten

Ehemalige Ultra-/Fangruppierungen Bearbeiten

 
Choreografie von Bonnanza
 
Pyroshow der Bande Bonn

2009 wurde der Ultra-Fanclub Bonnanza gegründet. Jedoch gab die Gruppe 2015 ihre Auflösung bekannt. Die Gruppe sei daran gescheitert, eine Fankultur in Bonn zu etablieren, die ohne Diskriminierung auskomme und von Respekt und Toleranz geprägt sei.[73]

Die Ultra-Gruppierung Bande Bonn Ultras 2013 wurde im Juli 2013 von einer Freundesgruppe gegründet.[74] Die Gruppe hatte Fan-Freundschaften mit den Ultras von Aachen und mit Forza Unita Leverkusen 2012.[75] Im März 2017 löste sich die Gruppe auf. Eine Rolle spielte dabei, dass zahlreiche Mitglieder, vor allem Führungspersonen, wiederholt mit Betretungs- oder Veranstaltungsverboten belegt wurden. Dies führte dazu, dass die Gruppe nur noch mit einer begrenzten Anzahl von Mitgliedern an Spielen teilnehmen durfte.

 
Banner des BSC-Fanclub Rheinlöwen

Aktive Fanclubs Bearbeiten

Der BSC-Fanclub BSC Fanclub Rheinlöwen wurde 2017 gegründet und als erster offizieller Fanclub des Bonner SC bestätigt. Die Mitglieder arbeiten auch in der Fanbetreuung des Bonner SC, den 53ern, mit.[76][77] Der Name der Fanbetreuung kommt von den Postleitzahlen in Bonn und der Bonner Umgebung, die mit 53 anfangen. Zudem übernehmen sie mit der Fanbetreuung zusammen die Organisation eines Fanbusses, der die Fans zu den Auswärtsspielen des Bonner SC fährt.

 
Logo des Block A

Seit 2022 begleitet und unterstützt die ultraorientierte Fanszene Block A den Bonner Sportclub. Der Name der Fangruppe ist in Anlehnung an den Gründungsort, dem Stehblock A, in der Heimspielstätte des Bonner SC entstanden.[78]

Fanlieder Bearbeiten

Fanalbum Musik für Fans Bearbeiten

Im Dezember 2018 wurde das Fanalbum Musik für Fans – Die BSC Stadion Songs veröffentlicht, die Fansongs für den Bonner SC enthalten. Die Songs stammen von unterschiedlichen Künstlern.[79]

Name des Titels Künstler Verwendung
Wir sind die Sieger aus Bonn am Rhein (BSC-Hymne) Herzhaft wird bei Heimsiegen im Sportpark Nord gespielt
Jetzt esse drin (Tor-Jingle) Die Drei.1 wird bei Heimspielen bei einem Tor des Bonner SC gespielt
Wir sind der BSC (Fanlied) Die Bonnzen wird vor Heimspielen abgespielt
Bonner SC Lied (Fanlied) Op Zack wird vor Heimspielen abgespielt

Weitere Fansongs Bearbeiten

Neben dem Fanalbum gibt es noch diverse weitere Titel, die der Bonner SC benutzt. Von diesen wurde allerdings nur der Instrumentaltitel Way to Victory speziell für den Verein geschrieben.[80]

Name des Titels Künstler Verwendung
Way to Victory Frank Rest & Franz Wahl Einlaufsong bei Heimspielen
Like a Lion Mark Forster feat. Gentleman wird bei Heimspielen abgespielt
Welcome to the Jungle Guns N’ Roses wird bei Heimspielen abgespielt
 
Logo des Rivalen FV Bonn-Endenich

Fan- und Vereinsrivalitäten Bearbeiten

Ein ehemaliger Rivale des Bonner SC war der FV Bad Honnef. Da der BSC in die Mittelrheinliga aufstieg und Bad Honnef in der Landesliga blieb, gab es jedoch keine weiteren Derbys mehr.[81]

Bis zum Ende der Saison 2022/23 war zudem Blau-Weiß Friesdorf ein weiterer Rivale. Aufgrund des Abstiegs und der Insolvenz von Friesdorf waren Derbys jedoch nicht mehr möglich.[82]

Der FV Bonn-Endenich und der Siegburger SV 04 sind beide Ligarivalen des Bonner Sportclub. In der Saison 2023/24 spielen beide Vereine mit dem Bonner SC in der Mittelrheinliga. Im Kreispokalfinale verlor der Bonner SC gegen den Endenich, im Anschluss gewann der Bonner SC das Karnevalsderby gegen Endenich 2:0.[83][84]

Literatur Bearbeiten

  • Ferdinand Kösters. Das Spiel, das aus der Steppe kam – Die Geschichte des Bonner Sportclub 01/04. Meckenheim: DCM-Verlag 2004, ISBN 3-927535-17-6.

Weblinks Bearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. a b c Bonner SC – Daten und Fakten. In: transfermarkt.de. Abgerufen am 9. November 2023.
  2. a b Bonner SC – Insolvenzverfahren ist eröffnet. In: Kölnische Rundschau. 21. Juli 2010, abgerufen am 25. April 2017.
  3. a b Gregor Feindt: Ein englischer Sport oder ein Sport der Engländer? Rugby in Bonn. In: Dittmar Dahlmann et al. (Hrsg.): Bonn in Bewegung. Zur Geschichte des Sports in der Bundeshaupt- und Bundesstadt. Essen 2011, S. 407–417.
  4. Eintrag zu Sportplatz des Bonner Fußball Vereins (BFV) in der Weststadt in der Datenbank „KuLaDig“ des Landschaftsverbands Rheinland, abgerufen am 4. Juli 2022.
  5. Eintrag zu Stadion des Bonner Fußball Vereins (BFV) in Gronau in der Datenbank „KuLaDig“ des Landschaftsverbands Rheinland, abgerufen am 4. Juli 2022.
  6. Eintrag zu Jahn-Sportplatz in der Bonner Nordstadt in der Datenbank „KuLaDig“ des Landschaftsverbands Rheinland, abgerufen am 4. Juli 2022.
  7. „Viol war gleichzeitig Fluch und Segen“. In: 11 Freunde, 14. Februar 2017, abgerufen am 30. August 2022.
  8. a b Grundsätzliches und Aktuelles zur Lage des Vereins. In: blau-rot.info. 10. April 2010, archiviert vom Original am 20. April 2010; abgerufen am 13. April 2010.
  9. Thomas Heinen: Nach sieben Monaten legt Tobias Kollmann sein Amt nieder. In: General-Anzeiger (Bonn). 12. April 2010, archiviert vom Original am 17. April 2010; abgerufen am 13. April 2010.
  10. Meldung auf Reviersport.de vom 4. Juni 2010
  11. Expressi.de, gesichtet am 16. Juli 2010 (Memento vom 26. August 2010 im Internet Archive) (abgerufen am 28. Februar 2016)
  12. Jürgen Kohler steigt beim Bonner SC ein, abgerufen am 1. Januar 2012.
  13. Jürgen Kohler muss kürzer treten; General-Anzeiger Bonn, 8. März 2012
  14. Bonner SC – Pokalhistorie. In: transfermarkt.de. Abgerufen am 22. April 2024.
  15. Landespokal Mittelrhein – Spielinfo Fortuna Köln – Bonner SC 0:1. Abgerufen am 22. April 2024.
  16. Perrey schießt Tor des Monats August auf sportschau.de, abgerufen am 18. September 2017.
  17. Thomas Heinen: Nachfolger von Daniel Zillken – Mager wird BSC-Cheftrainer bis zur Winterpause. In: General-Anzeiger (Bonn). 20. November 2018, abgerufen am 20. November 2018.
  18. Markus Zschiesche wird Trainer des Bonner SC. In: general-anzeiger-bonn.de. 6. Januar 2019, abgerufen am 7. Januar 2019.
  19. Björn Joppe ist neuer Cheftrainer beim Bonner SC. Bonner Sport-Club 01/04 e. V., abgerufen am 27. November 2023.
  20. Regionalliga West 2020/21 – Tabelle 40. Spieltag. In: kicker.de. Abgerufen am 23. April 2024.
  21. Regionalliga West ist offiziell eine Profi-Liga, WDFV bestätigt Status. Abgerufen am 23. April 2024.
  22. Bonner SC unterliegt Rot-Weiss Essen klar mit 0:3. Bonner Sport-Club 01/04 e. V., abgerufen am 29. April 2024.
  23. Bonner SC bezwingt KFC Uerdingen mit 3:1. Bonner Sport-Club 01/04 e. V., abgerufen am 29. April 2024.
  24. Bonner SC und Björn Joppe trennen sich einvernehmlich. Bonner Sport-Club 01/04 e. V., abgerufen am 27. November 2023.
  25. Markus von Ahlen wird Cheftrainer des Bonner SC. Bonner Sport-Club 01/04 e. V., abgerufen am 27. November 2023.
  26. Niederlage gegen RW Oberhausen mit 1:5: Bonner SC steigt in die Mittelrheinliga ab. In: ga.de. 14. Mai 2022, abgerufen am 13. November 2023.
  27. Bonner SC: Trainer Brunetto: Es wird eine brutale Analyse geben. In: ga.de. 26. September 2023, abgerufen am 25. Oktober 2023.
  28. Lukas Sinkiewicz neuer Chef-Trainer des Bonner SC. Bonner Sport-Club 01/04 e. V., abgerufen am 22. November 2023.
  29. Kantersieg bei Rückkehr in den Sportpark Nord. In: Youtube. Abgerufen am 28. April 2024.
  30. Im Bonner Stadtduell: Höchster Auswärtssieg der Vereinsgeschichte! In: Youtube. Abgerufen am 28. April 2024.
  31. Thomas Heinen: Trainer tritt zurück: Lukas Sinkiewicz wirft beim Bonner SC das Handtuch. In: ga.de. 4. April 2023, abgerufen am 22. November 2023.
  32. Thomas Heinen: Nach Rücktritt von Sinkiewicz: Giuseppe Brunetto ist neuer Trainer des Bonner SC. In: ga.de. 11. April 2023, abgerufen am 22. November 2023.
  33. General-Anzeiger Bonn: Mittelrheinliga: Bonner SC verspielt letzte Aufstiegschancen in Königsdorf. In: ga.de. 28. Mai 2023, abgerufen am 24. Oktober 2023.
  34. General-Anzeiger Bonn: Wechsel des Cheftrainers Bonner SC: Nachfolger nach Rücktritt von Giuseppe Brunetto steht fest. In: ga.de. 16. Oktober 2023, abgerufen am 24. Oktober 2023.
  35. General-Anzeiger Bonn: Mittelrheinliga: Bonner SC steuert auf die Abstiegsplätze zu. In: ga.de. 13. Oktober 2023, abgerufen am 27. November 2023.
  36. Mittelrheinliga: Sascha Glatzel ist neuer Trainer beim Bonner SC. In: rundschau-online.de. 19. Oktober 2023, abgerufen am 25. Oktober 2023.
  37. Bonner SC – Frechen 20 Ergebnis: Verbandsliga – Herren – 20.10.2023. In: fussball.de. Abgerufen am 27. November 2023.
  38. Thomas Heinen: Sieg im Mittelrheinpokal: Erfolgsserie des Bonner SC unter Sascha Glatzel hält an. In: ga.de. 3. November 2023, abgerufen am 27. November 2023.
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  42. sportschau.de: Mittelrheinpokal: Bonner SC zieht souverän ins Finale ein. In: sportschau.de. Abgerufen am 23. März 2024.
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  49. BSC verpflichtet Serhat Koruk | Bonner Sport-Club 01/04 e.V. Abgerufen am 30. April 2024.
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  51. Stadion im Sportpark Nord: Sanierung startet am 10. Januar. In: honnef-heute.de. 5. Januar 2022, abgerufen am 22. Oktober 2023.
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  62. Severin Tatarczyk: 10 Fakten über den Bonner SC. In: das BlogMagazin. 17. Mai 2016, abgerufen am 14. November 2023.
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  80. „Jetz esse drin“. Bonner Sport-Club 01/04 e. V., abgerufen am 23. Februar 2024.
  81. General-Anzeiger Bonn: Bad Honnef spielt gegen den alten Rivalen Bonner SC. 16. August 2006, abgerufen am 4. Dezember 2023.
  82. Thomas Heinen: Fußball-Mittelrheinliga: Brisantes Derby zwischen Friesdorf und dem BSC. In: ga.de. 21. Oktober 2022, abgerufen am 4. Dezember 2023.
  83. General-Anzeiger Bonn: Pokalpleite als Warnung: Bonner SC und Endenich bitten zum Karnevals-Derby. 16. November 2023, abgerufen am 4. Dezember 2023.
  84. Derby-Sieg gegen Siegburg. Bonner Sport-Club 01/04 e. V., abgerufen am 4. Dezember 2023.