Attentat von Sarajevo, zeitgenössische, nachempfundende Darstellung
1914
Gavrilo Princip wird nach dem Attentat in Sarajewo von der Polizei verhaftet.
Das Attentat von Sarajevo auf Erzherzog Franz Ferdinand und seine Gemahlin Sophie löst die Julikrise aus.
Deutsche Mobilmachung am 2. August
Europaweit erfolgt die Mobilmachung der Streitkräfte.
Der Auszug deutscher Soldaten aus ihrer Garnisonsstadt Der Erste Weltkrieg
beginnt unter großer
Kriegsbegeisterung.

Russische Gefangene nach der Schlacht bei Tannenberg Das Deutsche Reich
besiegt Russland in der
Schlacht bei Tannenberg.

1914 in anderen Kalendern
Armenischer Kalender 1362/63 (Jahreswechsel Juli)
Äthiopischer Kalender 1906/07 (10./11. September)
Baha'i-Kalender 70/71 (20./21. März)
Bengalischer Solarkalender 1319/20 (Jahresbeginn 14. oder 15. April)
Buddhistische Zeitrechnung 2457/58 (südlicher Buddhismus); 2456/57 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana)
Chinesischer Kalender 76. (77.) Zyklus

Jahr des Holz-Tigers 甲寅 (seit 26. Januar, davor Wasser-Büffel 癸丑)

Chuch’e-Ideologie (Nordkorea) Chuch'e 3
Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1276/77 (Jahreswechsel April)
Dangun-Ära (Korea) 4247/48 (2./3. Oktober)
Iranischer Kalender 1292/93 (um den 21. März)
Islamischer Kalender 1332/33 (18./19. November)
Japanischer Kalender Taishō 3 (大正元年);
Kōki 2574
Jüdischer Kalender 5674/75 (20./21. September)
Koptischer Kalender 1630/31 (10./11. September)
Malayalam-Kalender 1089/90
Minguo-Kalender (China) Jahr 3 der Republik
Rumi-Kalender (Osmanisches Reich) 1329/30 (1. März)
Seleukidische Ära Babylon: 2224/25 (Jahreswechsel April)

Syrien: 2225/26 (Jahreswechsel Oktober)

Suriyakati-Kalender (Thai-Solar-Kalender) 2456/57 (1. April)
Tibetischer Kalender 1660
Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1970/71 (April)

Das Jahr 1914 stellt in mehrfacher Hinsicht eine historische Zäsur dar. Das Attentat von Sarajevo, bei dem serbische Nationalisten den österreichisch-ungarischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seine Gemahlin Sophie ermorden, löst die Julikrise aus, und mit dem darauf folgenden Ersten Weltkrieg schlittert die Menschheit in die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“. Damit endet unter anderem die Belle Époque und die von manchen als „Langes 19. Jahrhundert“ bezeichnete Ära der Emanzipation des Bürgertums und das Zeitalter des Imperialismus.

Der Krieg, der sich aufgrund einer Mischung aus Großmachtphantasien und vielfachen politischen Fehleinschätzungen von einem regionalen Konflikt auf dem Balkan rasch auf die meisten Länder Europas – und deren Kolonien – ausweitet, wird anfangs mit überwiegender Begeisterung und Patriotismus aufgenommen, während kritische Stimmen, unter ihnen der neu gewählte Papst Benedikt XV., kaum zu hören sind. Doch der allseits vorherrschende Optimismus, die Kampfhandlungen noch im gleichen Jahr siegreich beenden zu können, stellt sich bald als Illusion heraus. Und während sich langsam ein langwieriger Stellungs- und Grabenkrieg entwickelt, blitzt mit dem Weihnachtsfrieden ein letztes Mal so etwas wie Menschlichkeit an der Westfront auf.

Inhaltsverzeichnis

EreignisseBearbeiten

Politik und WeltgeschehenBearbeiten

Julikrise und Erster WeltkriegBearbeiten

Das Attentat von Sarajevo und die JulikriseBearbeiten
Hauptartikel: Attentat von Sarajevo
Hauptartikel: Julikrise
 
Gavrilo Princip
 
Alexander Hoyos
 
Die Attentäter im Gerichtssaal
  • 12. Oktober bis 23. Oktober: In Sarajewo findet die Gerichtsverhandlung gegen 25 Beteiligte am Attentat von Sarajevo wegen Hochverrats und Meuchelmordes statt. Alle Beteiligten bestreiten eine Verbindung zum offiziellen Serbien. Drei von ihnen werden im Verfahren zum Tod durch den Strang verurteilt, die meisten sind jedoch zu jung für ein Todesurteil.
Kriegsbeginn und AugusterlebnisBearbeiten
Hauptartikel: Augusterlebnis
Hauptartikel: Ideen von 1914
 
Die offizielle Bündnissituation in Europa während der Julikrise
 
Berliner Bevölkerung mit Extrablatt, August 1914
 
US-Propagandaplakat 1918
 
Ein Künstlerflugblatt Max Liebermanns aus dem August 1914 zeigt die Volksmenge vor einem Balkon des Schlosses und zitiert Wilhelms Worte vom 4. August: „Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche“
Die „Heimatfront“Bearbeiten
Der Krieg in EuropaBearbeiten
Hauptartikel: Erster Weltkrieg
Der Einmarsch in Belgien und die WestfrontBearbeiten
 
Schützenlinie belgischer Infanterie bei Herstal, nordöstlich von Lüttich
 
Die zerstörte Bibliothek
 
Zerstörte Häuser in Dinant
 
Sitz des Militärgouvernements in Brüssel
 
Karte der Schlacht an der Marne
 
Langemarck im Oktober 1914
 
Deutsche und britische Truppen während des Weihnachtsfriedens
Die Fronten des HabsburgerreichesBearbeiten
 
Österreich-ungarische Truppen bei einer Rast während eines laufenden Vorstoßes
 
Russische Artillerie in der Schlacht von Lemberg
Deutsche OstfrontBearbeiten
 
Schlacht bei Gumbinnen
Die Fronten des Osmanischen ReichsBearbeiten
 
Enver Pascha als Kriegsminister
EuropaBearbeiten
KaukasusBearbeiten
 
Die Kämpfe an der Kaukasusfront 1914
 
Erfrorene osmanische Soldaten
  • 22. Dezember: Mit einem osmanischen Angriff beginnt die Schlacht von Sarıkamış, die aber bis Ende des Jahres nur geringe Geländegewinne bringt. Stattdessen fallen wegen der schlechten Versorgungslage und einer meterhohen Schneedecke rund 10.000 osmanische Soldaten Kälte, Hunger und Erschöpfung zum Opfer.
Mesopotamien und ÄgyptenBearbeiten
Hauptartikel: Erster Weltkrieg in Persien
 
Operationen an der Mesopotamienfront 1914
Der Krieg in den KolonienBearbeiten
WestafrikaBearbeiten
Hauptartikel: Togo im Ersten Weltkrieg
Hauptartikel: Kamerun im Ersten Weltkrieg
 
Die Kämpfe in Togo, August 1914
  • 6. August: Französische und britische Truppen fordern die deutsche Kolonie Togo auf, sich zu ergeben. Am nächsten Tag marschieren britische Truppen aus der Goldküste und französische Truppen aus Dahomey ein, ohne auf Gegenwehr zu treffen. Die deutschen Truppen ziehen sich ins Landesinnere zurück und beschränken sich darauf, die Eisenbahnbrücken über den Sio- und Lili-Fluss zu sprengen, um den feindlichen Vormarsch zu bremsen. In Anbetracht der maritimen und militärischen Bedeutung der kleineren Funkstation Togblekovhe wird nachträglich ein deutsches Kommando zurückbefohlen, um die Funkstelle nicht in Feindeshand fallen zu lassen. Das Kommando trifft per Eisenbahn Lome–Atakpame am 11. August ein und macht die Station vor dem endgültigen Rückzug unbrauchbar.
  • 12. August: Die alliierten Truppen besetzen nach ungehindertem Vormarsch durch Togo dessen Hauptstadt Lomé und marschierten dann auf die Großfunkstation Kamina östlich von Atakpamé zu. Entlang der Bahnlinie Lome–Atakpame entwickelt sich über mehrere Tage ein Kleinkrieg zwischen der zurückweichenden Polizeitruppe der Deutschen und den von der Küste vorrückenden britisch-französischen Kolonialtruppen.
  • 22. August: Beim Chra-Fluss kommt es am zum schwersten Gefecht in Togo. Britische und französische Truppen laufen stundenlang gegen eine Stellung an, in der sich 60 Deutsche und etwa 500 einheimische Söldner verschanzt haben, und verlieren dabei 73 Mann. Aufgrund der demoralisierten Söldner und Träger sowie Munitionsmangel muss die Position jedoch am folgenden Tag von den Deutschen geräumt werden. Somit war der Weg zu der bei Atakpame gelegenen Großfunkstation Kamina frei. Diese wird in der Nacht vom 24. auf den 25. August durch die Deutschen selbst zerstört, indem die Maschinen in Brand gesetzt und die Funkmasten umgelegt werden. Der deutsche Kommandeur ergibt sich am nächsten Tag. Nach Verhandlungen zwischen Rittmeister von Roebern als Emissär und Frederick Bryant vom britisch-französischen Expeditionskorps findet am 27. August schließlich die Übergabe der Kolonie Togo statt.
  • 24. August: Der Angriff auf Kamerun beginnt mit der Beschießung der Küste durch französische Schiffe.
Südliches AfrikaBearbeiten
 
Kolonien im südlichen Afrika: britisch (rot), portugiesisch (grün)
 
Deutscher Unteroffizier kurz vor der Schlacht bei Sandfontein
OstafrikaBearbeiten
 
Deutsche Soldaten mit Feldgeschütz in Deutsch-Ostafrika
Ostasien und OzeanienBearbeiten
 
Hissung des Union Jack auf Samoa, 30. August 1914
  • 29. August: Die deutsche Kolonie Samoa wird von neuseeländischen Truppen besetzt. Da es keine förmliche Kapitulation gibt, wird der deutsche Gouverneur Erich Schultz-Ewerth, der gemeinsam mit Vertretern der Siedler und Familienverbände in einem Gouvernementsrat am 5. August den Beschluss gefasst hat, eine militärische Besetzung Samoas ohne Widerstand hinzunehmen, nach Auckland deportiert und ab 17. September auf der Quarantäneinsel Motuihe festgehalten. Die Neuseeländer verkünden die Weitergeltung deutschen Rechts und sichern den deutschen Beamten zunächst die Weiterbeschäftigung in ihren Stellungen bei vollem Gehalt zu. Zwischen dem 7. und 12. September legen allerdings alle deutschen Beamten, die noch in neuseeländischen Diensten verblieben sind, ihr Amt nieder, um nicht als Helfer der Besatzung gelten zu müssen. Am 12. September werden sie nach Neuseeland gebracht und interniert.
 
Landung der Japaner vor Tsingtao
 
Hissung der britischen Fahne auf Nauru, 7. November 1914
See- und LuftkriegBearbeiten
 
Deutsches U 15
 
Bombardierung Antwerpens durch einen Zeppelin im Jahr 1914, Gemälde von Themistokles von Eckenbrecher
 
Versenkung der Panzerkreuzer vor der niederländischen Küste (nach einer Originalzeichnung von Hans Bohrdt)
 
Das Seegefecht bei den Falklandinseln

Weitere Ereignisse auf dem BalkanBearbeiten

 
Deklaration der nordepirotischen Unabhängigkeit am 1. März in Gjirokastra
  • Ende Januar fordern die Großmächte Griechenland auf, auf Basis des Londoner Vertrages seine Truppen aus Nordepirus abzuziehen. Als Druckmittel dient dabei die Drohung, dass andernfalls die griechischen Forderungen auf Lesbos, Chios und Samos nicht anerkannt würden. Nach dem Abzug Griechenlands wird von griechischen Einwohnern der Region am 28. Februar eine provisorische Regierung für Nordepirus eingesetzt, die am darauffolgenden Tag die unabhängige Autonome Republik Nordepirus ausruft. Als Premierminister fungiert der bisherige griechische Generalgouverneur Georgios Christakis-Zografos. Hauptstadt des neuen Staates ist Gjirokastra, weiters gehören unter anderem Himara, Kolonja, Përmet und Saranda zum kontrollierten Gebiet.
 
Wilhelm zu Wied und Gemahlin bei ihrer Ankunft in Albanien
  • 7. März: Der im Vorjahr in London zum König bestimmte Wilhelm zu Wied trifft mit seiner Frau Sophie von Schönburg-Waldenburg und seiner Familie in der albanischen Hauptstadt Durrës ein. Er soll das im Vorjahr neu gegründete Fürstentum Albanien in die Selbständigkeit führen.
  • 15. März: Turhan Pascha Përmeti wird zum neuen albanischen Regierungschef ernannt.
  • 4. April: Albanien ruft die Mobilmachung aus. Krieg mit dem benachbarten Griechenland wird befürchtet.
  • Mai: Das von Griechenland, Albanien und den Großmächten unterzeichnete Protokoll von Korfu bedeutet zwar das Ende der vollen staatlichen Unabhängigkeit des Nordepirus, sieht jedoch eine weitreichende Autonomie unter der Souveränität Albaniens vor. Nordepirus erhält das Recht, eigene Streitkräfte auszurüsten, und als Amtssprache wird Griechisch festgelegt.
  • 3. September: Wilhelm zu Wied verlässt das für ihn unregierbare Fürstentum Albanien nach nur sechs Monaten, ohne jedoch formell abzudanken.
  • 5. Oktober: Essad Pascha Toptani wird mit serbischer und italienischer Unterstützung neuer Ministerpräsident in Albanien.
 
Ferdinand von Rumänien

Weitere Ereignisse in MitteleuropaBearbeiten

Weitere Ereignisse in West- und SüdeuropaBearbeiten

 
Bernardino Machado

Mexiko / Vereinigte StaatenBearbeiten

  • 9. April: US-amerikanische Marineangehörige werden im mexikanischen Tampico festgenommen, weil sie sich auf Landgang in umkämpftem Sperrgebiet aufgrund der Mexikanischen Revolution befinden. Sie werden innerhalb einer Stunde wieder freigelassen. Eine von den Truppen Victoriano Huertas angebotene offizielle Entschuldigung wird von den Amerikanern jedoch nicht angenommen.
  • 14. April: US-Präsident Woodrow Wilson nutzt den Tampico-Zwischenfall, um Mexiko „ernsthafteste Konsequenzen“ anzudrohen.
 
Die US-Flotte während des Angriffs auf Veracruz
 
Venustiano Carranza
  • 23. Juni: In der Mexikanischen Revolution besiegt in der Schlacht bei Zacatecas eine von Pancho Villa geführte, doppelt so große Armee Aufständischer die Regierungstruppen des Präsidenten Victoriano Huerta. Nach dem Sieg bricht jedoch neuer Streit zwischen den verschiedenen Fraktionen des Revolutionslagers aus. Venustiano Carranza nimmt die Exekutivgewalt für sich in Anspruch, stößt dabei jedoch auf den Widerstand von Pancho Villa und Emiliano Zapata, die sich weigern, an dem von Carranza für Anfang Oktober einberufenen Konvent der Gouverneure und Generäle in Mexiko-Stadt teilzunehmen.
  • Zur Überraschung Carranzas ist der von ihm einberufene Konvent jedoch nicht bereit, ihm die verlangte alleinige „Exekutivgewalt“ zuzugestehen. Er vertagt sich, um seine Sitzungen in Aguascalientes wieder aufzunehmen, bestätigt Villa in seiner Stellung als Befehlshaber der von ihm kommandierten Revolutionsarmee und ernennt einen provisorischen Präsidenten. Im nun beginnenden erneuten Bürgerkrieg, diesmal ausgetragen zwischen „Konventionisten“ und „Konstitutionalisten“, wendet sich Carranza mit Hilfe Álvaro Obregóns zunächst gegen Villa, den stärksten seiner Gegner.
  • 23. November: Die Besetzung von Veracruz durch amerikanische Einheiten endet.
 
Pancho Villa (links) und Emiliano Zapata (rechts) im Präsidentenpalast nach ihrem Einzug in Mexiko-Stadt
  • 28. November: Der mexikanische Rebellenführer Pancho Villa zieht nach dem Rückzug von Obregóns Einheiten mit seinen Truppen in der Hauptstadt Mexiko-Stadt ein, wo er sich unter anderem mit Emiliano Zapata trifft, ohne dass die beiden sich jedoch auf eine konkrete Vorgangsweise gegen Venustiano Carranza einigen können.

Weitere Ereignisse weltweitBearbeiten

 
Karte aus dem Vertragswerk von Shimla: Die McMahon-Linie ist rot nachgezeichnet

WirtschaftBearbeiten

AusstellungenBearbeiten

GeldwirtschaftBearbeiten

PatenteBearbeiten

  • 16. Mai: Im Deutschen Reich wird an die Firma Merck ein Patent erteilt für ein Syntheseverfahren, bei dem als Zwischenprodukt unter anderem der spätere Ecstasy-Wirkstoff MDMA entsteht.
  • 13. Oktober: Der US-amerikanische Erfinder Garrett Morgan erhält ein Patent auf die Gasmaske.

ProduktionBearbeiten

UnternehmensgründungenBearbeiten

VerkehrBearbeiten

 
Die Aquitania 1914
 
Karte des Panamakanals und der Kanalzone
  • 15. August: Das 200 Passagiere transportierende Paketboot Ancona durchfährt als erstes Wasserfahrzeug den Panamakanal in voller Länge. Offizielle Eröffnungsfeierlichkeiten entfallen wegen des Kriegsausbruchs in Europa.

SonstigesBearbeiten

  • Das Jahr 1914 ist das Jahr welches zur Berechnung von Gebäudeversicherungen benutzt wird, siehe: Versicherungswert.

Wissenschaft und TechnikBearbeiten

AntarktisforschungBearbeiten

 
Arbeiten, um das Schiff zu befreien

ArchäologieBearbeiten

 
Fundstelle – mit weißem Kreuz markiert – Aufnahme von 1914
 
Profilzeichnung des Grabes von 1914

Arbeiter entdecken am 12. Februar das Doppelgrab von Oberkassel im heutigen Bonn in einem Steinbruch. Das Grab aus der Zeit der späteiszeitlichen Federmesser-Gruppen ist etwa 14.000 Jahre alt und enthält die gut erhaltenen Skelette eines etwa 50 Jahre alten Mannes, einer 20- bis 25-jährigen Frau, die Überreste eines Hundes, weitere Tierreste und bearbeitete Tierknochen. Der Steinbruchbesitzer meldet den Fund der Bonner Universität. Ab dem 21. Februar wird die Fundstelle von den Wissenschaftlern Max Verworn, Robert Bonnet und Gustav Steinmann genau untersucht. Sie legen im Jahr 1919 einen umfassenden Bericht vor.

NaturwissenschaftenBearbeiten

Lehre und ForschungBearbeiten

Technische LeistungenBearbeiten

  • 10. Januar: Alberto Garelli bezwingt mit einem selbst gebauten Motorrad den 1925 Meter hohen, tief verschneiten Pass von Mont Cenis in der Nähe von Moncenisio bei klirrender Kälte, ein Unternehmen, das zur damaligen Zeit als unmöglich galt.
  • 30. Juli: Der Norweger Tryggve Gran überfliegt als erster Mensch alleine die Nordsee. Er benötigt für den Flug von Schottland nach Norwegen bei günstigem Wind rund 4½ Stunden.

KulturBearbeiten

Bildende KunstBearbeiten

Hauptartikel: Kunstjahr 1914
 
Plakat für die Ausstellung des Deutschen Werkbundes, Entwurf von Peter Behrens
 
Franz Marc: Tirol, 1914, Neue Pinakothek, München

LiteraturBearbeiten

Hauptartikel: Literaturjahr 1914

Musik und TheaterBearbeiten

Hauptartikel: Musikjahr 1914

SonstigesBearbeiten

GesellschaftBearbeiten

  • 2. Januar: Das Volksbad Nürnberg wird feierlich eröffnet. Der Jugendstilbau ist mit drei Schwimmhallen für Männer und Frauen, 66 Wannenbädern, 14 Duschen, einem Dampfbad sowie Frisier- und Erfrischungsräumen ausgestattet. Ein Hundebad und eine Wäscherei sind ebenfalls integriert.
  • 10. Januar: Trotz mangelnder Beweise wird der schwedische Wanderarbeiter Joe Hill in Salt Lake City des Mordes an einem Lebensmittelhändler und seinem Sohn schuldig befunden. Der Fall entwickelt sich zu einem der größten Justizskandale in der amerikanischen Geschichte.
  • 12. April: Im Grand Hotel Pittner wird das erste fixe Kino St. Pöltens eröffnet.

ReligionBearbeiten

 
Die Unterzeichnung des Konkordats mit Serbien am Vorabend des Ersten Weltkrieges
 
Benedikt XV.
  • Mit 1914 hat für die Zeugen Jehovas die „Zeit des Endes“ begonnen. Jesus Christus hat die Herrschaft über das „Königreich Gottes“ als theokratische Regierung im Himmel übernommen und Satan und seine Dämonen vom Himmel auf die Erde verbannt, wo sich verstärkt seine destruktive Tätigkeit zeigt.

KatastrophenBearbeiten

 
Die Explosion der HMS Bulwark
  • 26. November: Das britische Linienschiff Bulwark wird vor Sheerness durch eine Munitionskammerexplosion zerstört. Von der 750 Mann starken Besatzung kommen 736 Mann ums Leben. Von den 14 Überlebenden sterben zwei wenige Tage später an ihren Verletzungen. Auch die übrigen Überlebenden sind zum großen Teil schwer verletzt.

Kleinere Unglücksfälle sind in den Unterartikeln von Katastrophe aufgeführt.

Natur und UmweltBearbeiten

 
Martha, die letzte Wandertaube
  • 1. September: Im Zoo von Cincinnati stirbt mit der Wandertaube Martha das letzte bekannte Individuum ihrer Gattung, die bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts weitestgehend verschwand. Die Wandertaube wurde seither zusammen mit der Bejagung des Bison zum Symbol für den Raubbau an der Natur.

SportBearbeiten

Hauptartikel: Sportjahr 1914
 
Olympische Ringe

Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden befinden sich unter der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.

NobelpreiseBearbeiten

Preis Person Land Begründung für die Preisvergabe Bild
Nobelpreis für Physik Max von Laue
(1879–1960)
Deutsches Reich  Deutsches Reich „für seine Entdeckung der Beugung von Röntgenstrahlen beim Durchgang durch Kristalle  
Nobelpreis für Chemie Theodore William Richards
(1868–1928)
(verliehen 1915)
Vereinigte Staaten 48  Vereinigte Staaten „als Anerkennung seiner genauen Bestimmungen des Atomgewichts von zahlreichen chemischen Elementen“  
Nobelpreis für Physiologie oder Medizin Robert Bárány
(1876–1936)
(verliehen 1915)
Osterreich-Ungarn  Österreich-Ungarn „für seine Arbeiten über Physiologie und Pathologie des Vestibularapparates  
Nobelpreis für Literatur nicht verliehen
Friedensnobelpreis nicht verliehen

GeborenBearbeiten

JanuarBearbeiten

FebruarBearbeiten

MärzBearbeiten

AprilBearbeiten

 
Alec Guinness, 1973

MaiBearbeiten

JuniBearbeiten

 
Juri Andropow, 1983

JuliBearbeiten

 
Willi Stoph (1976)
 
Louis de Funès (1978)

AugustBearbeiten

 
Heidi Kabel (1984)

SeptemberBearbeiten

 
James Van Allen

OktoberBearbeiten

 
Thor Heyerdahl
 
Jonas Salk, 1988

NovemberBearbeiten

DezemberBearbeiten

 
Karl Carstens, 1973

Genaues Geburtsdatum unbekanntBearbeiten

GestorbenBearbeiten

Erstes QuartalBearbeiten

 
George Westinghouse

Zweites QuartalBearbeiten

 
Bertha von Suttner, um 1886
 
Das Auto, in dem Franz Ferdinand und seine Frau erschossen wurden

Drittes QuartalBearbeiten

 
Pius X.
 
August Macke, Selbstporträt mit Hut (1909)

Viertes QuartalBearbeiten

 
August Weismann
 
Johann Wilhelm Hittorf, 1893

Genaues Todesdatum unbekanntBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: 1914 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien