Hauptmenü öffnen

René Cotton

Französischer Skiläufer, Autorennfahrer und Sportmanager
Auf einem Mercedes-Benz 300 SL erreichte René Cotton den zweiten Rang bei der Rallye Lüttich-Rom-Lüttich und wurde Gesamtvierter bei der Tour de France für Automobile 1956
Der DS21, mit dem Bob Neyret 1969 und 1970 die Rallye Marokko für Citroën gewann
Citroën SM; Siegerwagen von Jean Deschazeaux bei der Rallye Marokko 1971

René Cotton (* 19. Februar 1914 in Sainte-Colombe; † 25. Juli 1971 in Paris) war ein französischer Skifahrer, Rennstallbesitzer, Autorennfahrer und Rennleiter bei Citroën.

Inhaltsverzeichnis

SkisportBearbeiten

Der in der Nähe von Lyon aufgewachsene René Cotton war in den 1930er-Jahren Skifahrer. Sein Lehrer war Émile Allais, der bei der Alpinen Skiweltmeisterschaft 1937 drei Weltmeistertitel gewann. Er gehörte dem Pariser Ski Club an und startete auf dem Lauberhorn, in Sestriere und bei den Arlberg-Kandahar-Rennen. Er arbeitete als Skilehrer und unterrichtete unter anderen Christiane de la Fressange (1919-2009)[1], die spätere Ehefrau des Rennfahrers Jean-Pierre Wimille. Über ihn kam er mit dem Motorsport in Berührung[2].

Karriere als RennfahrerBearbeiten

René Cotton bestritt in den 1950er-Jahren sowohl Rallyes als auch Rundstreckenrennen. Er ging bei der Mille Miglia 1951 an den Start und erreichte mit dem siebten Gesamtrang beim Coupes du Salon das erste nennenswerte Ergebnis[3]. Cotton fuhr vor allem für die französischen Rennteams von Panhard & Levassor und Monopole, erzielte aber seine besten Ergebnisse mit anderen Fahrzeugen. Der Große Preis von Monaco wurde 1952 als Sportwagenrennen ausgetragen. Cotton steuerte einen Delahaye 135S und wurde nach mehr als drei Stunden Fahrzeit mit einem Rückstand von 15 Runden auf den Sieger Vittorio Marzotto im Ferrari 225S Spyder Vignale, Achter.[4] 1954 wurde er auf einem Osca MT4 in Montlhéry Vierter beim Coupe du Printemps.[5] Dieselbe Platzierung erreichte er 1956 bei der Tour de France für Automobile.

René Cotton war fünfmal beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans am Start. Sein Debüt gab er 1954 als Partner von André Beaulieux im Panhard X88. Das Duo wurde wegen zu geringer zurückgelegter Distanz nicht klassiert. Seine einzige Zielankunft hatte er 1959. Nach dem Ende der Rennaktivitäten bei Monopole, fuhr er einen Werks-DB HBR4. Der neunte Gesamtrang mit seinem Teamkollegen Louis Cornet führte zum Sieg in der GT-Klasse bis 0,75 Liter Hubraum.

Parallel zu seinen Rundstreckeneinsätzen war er auch als Rallyepilot und Bergrennfahrer aktiv. Sein größter Erfolg war der zweite Rang hinter Olivier Gendebien und Pierre Stasse (Mercedes-Benz 300 SL) bei der 14. Rallye Lüttich-Rom-Lüttich 1955. Cotton steuerte ebenfalls einen Mercedes-Benz 300 SL; seine Beifahrerin war Agnès Lemerle.[6]

Teammanager bei CitroënBearbeiten

In den 1950er-Jahren gründete Cotton unter dem Namen Écurie Paris-Île de France ein eigenes Rallyeteam, das die Einsätze für den französischen Automobilhersteller Citroën durchführte. Paul Coltelloni gewann 1959 auf einem Citroën ID 19 die Rallye Monte Carlo und wurde im selben Jahr Rallye-Europameister. Weitere Erfolge waren der Sieg von Pauli Toivonen bei der 1000-Seen-Rallye 1962 und der Gesamtsieg von René Trautmann in der französischen Rallye-Meisterschaft 1963.

Als Citroën 1965 die Rennaktivitäten selbst übernahm und eine eigene Abteilung aufbaute, übernahm René Cotton die Leitung. Cotton war als akribischer und methodischer Arbeiter bekannt, der sich sehr um das Wohlergehen seiner Fahrer kümmerte. Jedes noch so kleine Detail war ihm wichtig. Unter seiner Führung gewannen Citroën-Rallyewagen dreimal in Folge die Rallye Marokko. Beim Erfolg von Jean Deschazeaux im Citroën SM 1971 war er bereits schwer erkrankt[7]. Er starb zwei Monate nach dem Erfolg an Krebs. Seine Ehefrau Marlène, die viele Jahre seine Assistentin war, übernahm seine Aufgabe. Marlène Cotton war die erste Frau in der Geschichte des Rallyesport, die ein Herstellerteam leitete[8].

StatistikBearbeiten

Le-Mans-ErgebnisseBearbeiten

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
1954 Frankreich  Automobiles Panhard et Levassor Panhard X88 Frankreich  André Beaulieux nicht klassiert
1955 Frankreich  Automobiles Panhard et Levassor Panhard VM5 Frankreich  André Beaulieux Ausfall Getriebeschaden
1957 Frankreich  Equipe Monopole Course Monopole X88 Spyder Frankreich  Jacques Blanchet Ausfall Getriebeschaden
1958 Frankreich  Equipe Monopole Course Monopole X86 Frankreich  André Beaulieux Ausfall Motorschaden
1959 Frankreich  Automobiles Deutsch et Bonnet DB HBR4 Frankreich  Louis Cornet Rang 9 und Klassensieg

Einzelergebnisse in der Sportwagen-WeltmeisterschaftBearbeiten

Saison Team Rennwagen 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22
1953 Panhard Dyna Vereinigte Staaten  SEB Italien  MIM Frankreich  LEM Belgien  SPA Deutschland  NÜR Vereinigtes Konigreich  RTT Mexiko  CAP
189 13
1954 Panhard & Levassor Panhard Dyna
Panhard X88
Argentinien  BUA Vereinigte Staaten  SEB Italien  MIM Frankreich  LEM Vereinigtes Konigreich  RTT Mexiko  CAP
145 DNF
1955 Panhard & Levassor Panhard Dyna
Panhard VM5
Argentinien  BUA Vereinigte Staaten  SEB Italien  MIM Frankreich  LEM Vereinigtes Konigreich  RTT Italien  TAR
DNF DNF
1956 Panhard Dyna Argentinien  BUA Vereinigte Staaten  SEB Italien  MIM Deutschland  NÜR Schweden  KRI
78
1957 Monopole Mercedes-Benz 300 SL
Monopole X88
Argentinien  BUA Vereinigte Staaten  SEB Italien  MIM Deutschland  NÜR Frankreich  LEM Schweden  KRI Venezuela  CAR
DNF DNF
1958 Monopole Monopole X86 Argentinien  BUA Vereinigte Staaten  SEB Italien  TAR Deutschland  NÜR Frankreich  LEM Vereinigtes Konigreich  RTT
DNF
1959 Deutsch & Bonnet DB HBR4 Vereinigte Staaten  SEB Italien  TAR Deutschland  NÜR Frankreich  LEM Vereinigtes Konigreich  RTT
9

LiteraturBearbeiten

  • R. M. Clarke: Le Mans. The Jaguar Years 1949–1957. Brooklands Books, Cobham 1997, ISBN 1-85520-357-X.
  • Christian Moity, Jean-Marc Teissèdre, Alain Bienvenu: 24 heures du Mans, 1923–1992. 2 Bände. Éditions d’Art, Besançon 1992, ISBN 2-909-413-06-3.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Christiane de la Fressange
  2. Über den Skifahrer René Cotton
  3. Coupes du Salon 1951
  4. Großer Preis von Monaco 1952
  5. Coupe du Printemps 1956
  6. Lüttich-Rom-Lüttich 1955
  7. Rallye Marokko 1971
  8. Über Marlène Cotton