Hauptmenü öffnen

Wikipedia β

1915
Giftgasangriff
In der Zweiten Flandernschlacht eröffnet das Deutsche Kaiserreich den Gaskrieg im Ersten Weltkrieg.
Österreichischer Schützengraben gegenüber Italien am Isonzo
Italien kündigt den Dreibund mit dem Deutschen Reich
und Österreich-Ungarn
und tritt auf Seiten der Triple Entente
in den Krieg ein.
Das osmanische Deportationsgesetz
Mit dem von Innenminister Talât Pascha vorgelegten osmanischen Tehcir-Gesetz wird der Völkermord an den Armeniern eingeleitet.
Zeichnung der britischen Illustrierten „The Sphere“ vom Untergang der Lusitania
Das deutsche U-Boot SM U 20 versenkt den
britischen Luxusdampfer RMS Lusitania.
1915 in anderen Kalendern
Armenischer Kalender 1363/64 (Jahreswechsel Juli)
Äthiopischer Kalender 1907/08 (10./11. September)
Baha'i-Kalender 71/72 (20./21. März)
Bengalischer Solarkalender 1320/21 (Jahresbeginn 14. oder 15. April)
Buddhistische Zeitrechnung 2458/59 (südlicher Buddhismus); 2457/58 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana)
Chinesischer Kalender 76. (77.) Zyklus

Jahr des Holz-Hasen 乙卯 (seit 14. Februar, davor Holz-Tiger 甲寅)

Chuch’e-Ideologie (Nordkorea) Chuch'e 4
Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 1277/78 (Jahreswechsel April)
Dangun-Ära (Korea) 4248/49 (2./3. Oktober)
Iranischer Kalender 1293/94 (um den 21. März)
Islamischer Kalender 1333/34 (8./9. November)
Japanischer Kalender Taishō 4 (大正元年);
Kōki 2575
Jüdischer Kalender 5675/76 (8./9. September)
Koptischer Kalender 1631/32 (10./11. September)
Malayalam-Kalender 1090/91
Minguo-Kalender (China) Jahr 4 der Republik
Rumi-Kalender (Osmanisches Reich) 1330/31 (1. März)
Seleukidische Ära Babylon: 2225/26 (Jahreswechsel April)

Syrien: 2226/27 (Jahreswechsel Oktober)

Suriyakati-Kalender (Thai-Solar-Kalender) 2457/58 (1. April)
Tibetischer Kalender 1661
Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1971/72 (April)

Inhaltsverzeichnis

EreignisseBearbeiten

Politik und WeltgeschehenBearbeiten

Erster WeltkriegBearbeiten

Politische und diplomatische EntwicklungenBearbeiten
 
Benedikt XV. 1915
 
Der Wehrmann in Eisen als Kriegsnagelung von 1915 in Wien
  • Von Wien ausgehend verbreitet sich der Brauch der Kriegsnagelungen über Österreich-Ungarn und das Deutsche Reich.
„Heimatfront“Bearbeiten
 
Rosa Luxemburg 1915
WestfrontBearbeiten
 
Die Westfront 1915/16
 
Opfer auf dem Schlachtfeld von Neuve-Chapelle
  • 10. März: Die Schlacht von Neuve-Chapelle beginnt. Sie ist die erste größere eigenständige und planmäßig durchgeführte Offensive der British Expeditionary Force im Stellungskrieg des Ersten Weltkriegs und zielt darauf ab, ein Höhengelände östlich von Neuve-Chapelle, im Arrondissement Béthune in Besitz zu bringen, endet allerdings am 12. März mit einem Abwehrsieg der Deutschen. Die britischen und indischen Truppen erleiden Verluste von rund 11.650 Mann für eine relativ geringfügige Frontverschiebung. Der britische Oberbefehlshaber John French macht für das mangelhafte Ergebnis einen Mangel an Munition für die Artillerie verantwortlich und löst damit in Großbritannien die Munitionskrise von 1915 aus. Als Reaktion darauf wird nach Bildung der liberal-konservativen Koalitionsregierung im Mai ein Munitionsministerium unter David Lloyd George gebildet.
  • 17. April: Mit der Eroberung durch die Alliierten nach einem großangelegten Angriff beginnt der mehr als zwei Jahre dauernde Kampf um Höhe 60 an der Westfront im Wijtschatebogen bei Ypern.
 
Deutsches Sperrfeuer auf alliierte Schützengräben bei Ypres, vermutlich während der Zweiten Flandernschlacht (1915) aufgenommen
 
Britische Infanterie beim Vorrücken auf Loos
Ostfront/BalkanBearbeiten
 
Die Ostfront 1915
  • 7. Februar: Die deutschen Truppen beginnen an der Ostfront die Winterschlacht in Masuren. Von russischer Seite wird dieser Angriff unterschätzt.
  • 22. Februar: Die Winterschlacht in Masuren an der Ostfront mit insgesamt mehr als 70.000 Toten, Verwundeten und Vermissten endet mit einem Sieg der deutschen Truppen, die die letzten russischen Einheiten aus deutschem Gebiet vertreiben können, doch die geplante Einkesselung und völlige Vernichtung der russischen 10. Armee scheitert.
 
Ein stark beschädigtes Festungswerk in Przemyśl
 
Kaiser Wilhelm II. mit General von Seeckt und Generaloberst von Mackensen im April an der Ostfront
 
Durchbruchsschlachten an der Ostfront 1915
 
Deutsche Kavallerie in Warschau
 
Französische Soldaten in Saloniki
Gebirgskrieg zwischen Italien und Österreich-UngarnBearbeiten
 
Die italienische Front 1915–1917
Die Fronten des Osmanischen ReichsBearbeiten
Schlacht von GallipoliBearbeiten
 
Die sinkende HMS Irresistible
  • 18. März: Der britische Angriff auf die Dardanellen scheitert. Eine aus einem britischen Schlachtschiff, einem Schlachtkreuzer, sowie zwölf britischen und vier französischen Linienschiffen bestehende Flotte zerstört zwar mehrere türkische Artilleriegeschütze, auf ihrem Rückweg werden jedoch zahlreiche Schiffe durch ein Minenfeld, das von dem türkischen Minenleger Nusret ausgelegt worden ist, versenkt oder beschädigt. Die Irresistible, die Ocean sowie die französische Bouvet sinken. Der Schlachtkreuzer Inflexible und die französischen Linienschiffe Suffren und Gaulois werden stark beschädigt. Dieses Desaster veranlasst den britischen Kriegsrat, alle Seeangriffe einstellen zu lassen. Flottenkommandant John Fisher, 1. Baron Fisher, der die Pläne des Marineministeriums unter Winston Churchill von Anfang an kritisiert hat, tritt aus Protest zurück.
 
Liman von Sanders als osmanischer Befehlshaber
 
Strandabschnitt V nach der Landung
 
Feldmarschall Kitchener und General Birdwood inspizieren die Front
Palästinafront und MesopotamienBearbeiten
Kaukasusfront und Völkermord an der armenischen MinderheitBearbeiten
 
Armenische Milizen in einem Verteidigungsgraben beim Kampf um Van
 
Anordnung des Innenministeriums vom 24. April
SeekriegBearbeiten
 
Gefecht auf der Doggerbank
 
Blockadezone der deutschen U-Boote 1915
 
Versenkung der RMS Lusitania – deutsche Darstellung
  • 7. Mai: Das deutsche U-Boot U 20 unter dem Befehl von Walther Schwieger versenkt den britischen Luxusdampfer RMS Lusitania. Dabei kommen 1.198 Menschen ums Leben, 128 von ihnen aus den zu diesem Zeitpunkt offiziell neutralen Vereinigten Staaten. Die Proteste der USA veranlassen das Deutsche Kaiserreich, den uneingeschränkten U-Boot-Krieg vorläufig einzustellen.
  • 23. Mai: Bereits am Tag der italienischen Kriegserklärung greift die Österreichische Marine den Hafen von Ancona an. Am nächsten Tag läuft ein Großteil der k.u.k.-Marine von Pula in die Adria aus. Der Angriff auf Ancona kostet 63 Menschenleben in der Stadt und verursacht schwere Schäden.
  • 13. August: Das deutsche U-Boot UB 14 unter dem Befehl von Heino von Heimburg versenkt in der Ägäis das britische Truppentransportschiff Royal Edward. Von den 1.639 Mann am Bord kommen 935 ums Leben.
  • 19. August: Beim Baralong-Zwischenfall wird das deutsche U-Boot SM U 27 durch die britische U-Boot-Falle HMS Baralong in den Gewässern südlich der irischen Stadt Queenstown versenkt. Danach werden alle überlebenden Besatzungsmitglieder des deutschen U-Boots von der Mannschaft der britischen U-Boot-Falle getötet, was zu einem monatelangen Notenwechsel zwischen der deutschen Reichsregierung und der Regierung des Vereinigten Königreichs führt.
  • 19. August: Ein deutsches U-Boot versenkt das britische Passagierschiff Arabic der White Star Line, wobei 44 Menschen ums Leben kommen. Da auch zwei Amerikaner unter den Toten sind, kommt es neuerlich zu Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Deutschen Kaiserreich.
  • 4. September: Das deutsche U-Boot U 20 versenkt vor Irland das britische Passagierschiff Hesperian der Allan Line. 32 Menschen kommen ums Leben. Im Gegensatz zur Versenkung der Lusitania wird Kapitän Walther Schwieger nach seiner Rückkehr nach Wilhelmshaven nicht zu seiner erfolgreichen Feindfahrt gratuliert. Er wird nach Berlin geordert, um dort seine Tat zu rechtfertigen und sich offiziell zu entschuldigen.
  • 23. Oktober: Das britische U-Boot E 8 torpediert in der Ostsee das deutsche Kriegsschiff Prinz Adalbert. Mit dem Großen Kreuzer gehen 672 Mann Besatzung verloren, nur drei Mann überleben den Schiffsuntergang einige Seemeilen vor Libau.
  • 5. November: Das deutsche U-Boot SM U 35 versenkt den britischen Dampfer Tara und greift den Hafen von Sollum in Ägypten an.
  • 8. November: Ein deutsches U-Boot versenkt südlich von Sardinien den italienischen Transatlantik-Passagierdampfer Ancona, wobei 208 Menschen ums Leben kommen.
  • 30. Dezember: Das deutsche U-Boot U 38 unter dem Befehl von Max Valentiner torpediert südlich von Kreta das britische Passagierschiff Persia das innerhalb von nur fünf Minuten sinkt. Von den 519 Menschen an Bord überleben nur 175.
LuftkriegBearbeiten
Der Krieg in den KolonienBearbeiten
PazifikBearbeiten
OstafrikaBearbeiten
 
Die Route der Rubens
  • 18. Februar: Der Blockadebrecher Rubens läuft von Wilhelmshaven mit einer Versorgungsladung für Deutsch-Ostafrika aus, wo er Anfang April eintrifft. Dort wird das Schiff allerdings am 14. April vom britischen Kreuzer HMS Hyacinth so schwer beschädigt, dass es auf Grund gesetzt werden muss. Ein Großteil der Ladung kann trotzdem geborgen und der deutschen Schutztruppe unter Paul von Lettow-Vorbeck geliefert werden.
  • 1. März: Die Royal Navy verhängt eine Seeblockade vor der gesamten Küste Deutsch-Ostafrikas.
  • 21. Juni: Britisch-indische Einheiten erobern Bukoba.
  • 11. Juli: Die SMS Königsberg wird nach mehreren Gefechten mit britischen Kreuzern von ihrer eigenen Besatzung versenkt.
  • Ende des Jahres ist Deutsch-Ostafrika die einzige deutsche Kolonie, die nahezu komplett gegen die Alliierten gehalten werden kann, da sowohl Briten als auch Belgier noch dabei sind, größere Truppenkontingente zusammenzuziehen.
  • Ende des Jahres: Iyasu V., Kaiser von Äthiopien, schließt sich den Mittelmächten im „Heiligen Krieg“ gegen das Britische Kolonialreich an.
Südliches AfrikaBearbeiten
 
Der Südwestafrikafeldzug 1915
 
Baster-Rat mit Cornelius van Wyk
KamerunBearbeiten
Hauptartikel: Kamerun im Ersten Weltkrieg
 
Deutsche Truppen in einer Verteidigungsstellung bei Garoua

PortugalBearbeiten

  • 25. Januar: Konservative Offiziere führen in Portugal einen Putsch gegen die erst seit dem 12. Dezember des Vorjahres im Amt befindlichen Regierung Victor Hugo de Azevedo Coutinho und die dahinter stehende Demokratische Partei des Afonso Costa. Auslöser sind die Verhandlungen, die die Regierung mit den Entente-Mächten über einen Eintritt Portugals in den Ersten Weltkrieg führt, und die antiklerikale Politik der Regierung. Die Putschisten lösen das Parlament auf. Die Erste Republik bleibt damit weiterhin chronisch instabil.
 
General Joaquim Pimenta de Castro
  • 28. Januar: Präsident Manuel José de Arriaga ernennt den Führer der Putschisten, General Joaquim Pimenta de Castro zum neuen Ministerpräsidenten. Die von ihm gebildete, vornehmlich aus Militärs bestehende Regierung, die sogenannte „Diktatur der Schwerter“, regiert ohne Parlament durch vom Präsidenten gegengezeichnete Dekrete. Sie beendet die Verhandlungen mit der Entente und die kirchenfeindliche Politik der Vorgängerregierung. Die Regierung Castro stützt sich auf zwei kleinere Parteien, die sich 1912 von den Demokraten abgespalten haben, die Evolutionisten und die Unionisten, und besonders auf den konservativen Teil des Offizierscorps.
  • 14. Mai: Der Demokratischen Partei nahestehende Offiziere unternehmen einen Gegenputsch gegen die Regierung de Castro. Die herrschende Militärjunta tritt zurück, eine „Verfassungsjunta“ übernimmt vorläufig die Regierung, die Afonso Costa das Amt als Regierungschef anbietet, das dieser jedoch ablehnt. Auch Präsident Arriaga muss zurücktreten, Teófilo Braga wird neuerlich zum Übergangspräsidenten gewählt.
  • 17. Mai: Der frühere Regierungschef João Pinheiro Chagas wird erneut zum Ministerpräsidenten gewählt, tritt das Amt jedoch nicht an, José de Castro wird so neuer Regierungschef.
  • 9. Oktober: Bernardino Machado wird vom Parlament zum Präsidenten der Republik gewählt.
  • Nach dem Sieg der Demokratischen Partei bei den Wahlen im Juni wird Afonso Costa am 29. November zum zweiten Mal Ministerpräsident.

Weitere Ereignisse in EuropaBearbeiten

 
Konstantin I. und Eleftherios Venizelos 1913/14

AmerikaBearbeiten

 
Flugzeuge der Konstitutionalisten bei El Ébano

KaribikBearbeiten

AsienBearbeiten

 
Yuan Shikai 1915

AfrikaBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

KriegswirtschaftBearbeiten

  • 5. Januar: Aus kriegswirtschaftlichen Überlegungen zur Streckung der Getreidevorräte wird im Deutschen Reich ein Nachtbackverbot eingeführt.
 
Brotkarte
  • Im Deutschen Reich wird der „Schweinemord“, die Schlachtung von rund fünf Millionen Schweinen, angeordnet.

Internationale AusstellungenBearbeiten

 
Ansicht der Pavillons im Flutlicht: Links der Tower of Jewels, rechts der Italian Tower

Patente und UnternehmensgründungenBearbeiten

  • Das neu gegründete Unternehmen Safeway eröffnet in Idaho seinen ersten Supermarkt.

VerkehrBearbeiten

Wissenschaft und TechnikBearbeiten

AntarktisforschungBearbeiten

Während der ersten Tage des Jahres verzögert sich das Vorankommen der im Drifteis des Weddell-Meeres befindlichen Endurance-Expedition, doch eine Periode guter Fahrt während des 7. und des 10. Januars bringt die Endurance nahe an die Küste von Coats Land. Am 17. Januar entdeckt die Expedition Land, das Ernest Shackleton nach seinem Hauptgönner Caird-Küste benennt. Die Endurance befindet sich nun in der Nähe von Prinzregent-Luitpold-Land, an dessen südlichem Ende ihr Bestimmungsort liegt, die Vahselbucht.

 
Die Endurance im Packeis

Am nächsten Tag sitzt das Schiff im Packeis fest, Nach mehreren passiven Tagen schickt Shackleton am 14. Februar Männer mit Eismeißeln, Ahlen, Sägen und Hacken aufs Eis, um eine Durchfahrt freizumachen, doch die Anstrengungen bleiben vergeblich.

Am 21. Februar erreicht die Endurance im Griff des Packeises ihre südlichste Breite, 76° 58′ S, und beginnt sich dann mit dem Eis in Richtung Norden zu bewegen. Als klar ist, dass man vor dem Frühling nicht mehr freikommen wird, befiehlt Shackleton am 24. Februar, die Schiffsroutine aufzugeben. Die Hunde werden von Bord gebracht, während die Schiffseinrichtung in passende Winterquartiere für die Männer umfunktioniert wird.

 
Shackleton und Wild zwischen dem vom Druck aufgetürmten Packeis

Im Februar und März treibt die Endurance langsam Richtung Norden. Als jedoch der Winter einsetzt, nimmt auch die Geschwindigkeit der Drift zu und der Zustand des umliegenden Eises verändert sich und das Schiff gerät in Gefahr, von den Eismassen erdrückt zu werden.

Die dunklen Wintermonate Mai, Juni und Juli gehen ohne große Ereignisse vorüber. Anfang September beginnt das Eis jedoch wieder heftig zu drücken und presst daraufhin periodisch weiter. Als die Steuerbordseite der Endurance am 24. Oktober gegen eine große Eisscholle gedrückt wird, steigt der Eisdruck auf der Seite des Schiffes, bis die Bordwand sich zu biegen und zu splittern und Wasser ins Schiff zu laufen beginnt. Am 27. Oktober ist Shackleton gezwungen, das Schiff zu evakuieren. Das Wrack bleibt über Wasser, und während der folgenden Wochen kann die Crew weitere Vorräte und Materialien retten.

 
Hunde, die die Endurance am Ende der Drift beobachten, kurz bevor sie untergeht

Am 30. Oktober beginnt für die Expedition der Marsch zur Paulet-Insel, wo Shackleton 12 Jahre früher ein umfangreiches Nahrungsdepot angelegt hat, doch der Zustand des Packeises macht ein Vorankommen beinahe unmöglich. Am 1. November bricht Shackleton den Marsch ab und beschließt auf den Aufbruch des Eises zu warten. Das Wrack der Endurance, das noch immer in der Nähe im Eis steckte, wird weiterhin von kleinen Gruppen der Männer besucht, um Vorräte zu bergen, bis das Schiff am 21. November schließlich unter das Eis rutscht.

Nach einem neuerlichen vergeblichen Versuch zwischen dem 23. und dem 29. Dezember, die Paulet-Insel zu erreichen und einer Rebellion durch den Schiffszimmermann Harry McNish gibt Shackleton die Bemühungen auf. Die Männer stellten ihre Zelte auf einer stabilen Eisscholle auf und richten sich im sogenannten Patience Camp ein, das für über drei Monate ihr Heim bleiben wird.

 
Angehörige der Ross Sea Party an Bord der Aurora

Die sogenannte Ross Sea Party, die die Endurance-Expedition durch die Anlage von Depots unterstützen soll, kommt erst am 16. Januar mit rund einmonatiger Verspätung vor der Ross-Insel an, wo die Männer unter der Führung von Aeneas Mackintosh am Kap Evans ihre Küstenbasis im früheren Hauptquartier der Discovery-Expedition von Robert Falcon Scott errichten. Dort kommt es zu einem ersten Streit zwischen Mackintosh und dem Expeditionsmitglied Ernest Joyce über die weitere Vorgangsweise. Nachdem sich Mackintosh durchgesetzt hat, bricht die Mannschaft am 24. Januar auf, um die ersten Depots bei Minna Bluff und auf 80° Süd anzulegen. Aufgrund der wegen des hastigen Aufbruchs fehlenden Akklimatisierung kann nur ein Teil der Vorräte deponiert werden. Außerdem sterben auf dem Rückweg alle mitgenommenen Schlittenhunde, und die Männer sind bei der Ankunft am 25. März auf der Hut-Point-Halbinsel so erschöpft, dass sie vorläufig nicht nach Kap Evans zurückkehren können. Das Expeditionsschiff Aurora bringt die Expeditionsteilnehmer schließlich an die Basis zurück, wird dort verankert und man lässt sie im Packeis einfrieren. Bei einem Sturm am 7. Mai reißt sie sich jedoch los, wird aufs Rossmeer hinausgetrieben und kann nicht mehr nach Kap Evans zurückkehren. Glücklicherweise befinden sich die meisten Vorräte bereits an Land und die Männer richten sich auf einen mehrjährigen Aufenthalt in der Antarktis ein. In dieser Situation zeigt Expeditionsführer Mackintosh Führungsqualitäten, die ihm während der ersten Überwinterung das Vertrauen der Mannschaft zurückgewinnen. Am 1. September beginnen die Männer mit neuerlichen Depotanlagen. Das Depot am Minna Bluff wird am 28. Dezember fertiggestellt.

NaturwissenschaftenBearbeiten

SonstigesBearbeiten

 
Das erste meeting der NACA 1915
 
Das Equitable Building in Bau

KulturBearbeiten

ArchitekturBearbeiten

Bildende KunstBearbeiten

Hauptartikel: Kunstjahr 1915

FilmBearbeiten

Hauptartikel: Filmjahr 1915
 
Das offizielle Filmplakat von The Birth of a Nation

LiteraturBearbeiten

Hauptartikel: Literaturjahr 1915

Musik und TheaterBearbeiten

Hauptartikel: Musikjahr 1915

ReligionBearbeiten

 
Postkarte von der Moschee des Halbmondlagers

KatastrophenBearbeiten

 
Avezzano nach dem Erdbeben
 
Die gekenterte Eastland
  • 24. Juli: Der Passagierdampfer Eastland kentert aufgrund eines Konstruktionsfehlers am Pier in Chicago. 845 Menschen sterben.

Kleinere Unglücksfälle sind in den Unterartikeln von Katastrophe aufgeführt.

Natur und UmweltBearbeiten

 
Der Bierstadt Lake im Nationalpark
 
Explosion und Aschewolke des Lassen Peak
  • 22. Mai: In einer Phase erhöhter vulkanischer Aktivität bricht der Lassen Peak im nördlichen Kalifornien aus. Ein pyroklastischer Strom formt das bis heute praktisch baumfreie sogenannte Devastated Area.

SportBearbeiten

Hauptartikel: Sportjahr 1915

Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden befinden sich unter der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.

NobelpreiseBearbeiten

Preis Person Land Begründung für die Preisvergabe Bild
Nobelpreis für Physik William Henry Bragg
(1862–1942)
Vereinigtes Konigreich 1801  Vereinigtes Königreich „für ihre Verdienste um die Erforschung der Kristallstrukturen mittels Röntgenstrahlen“  
William Lawrence Bragg
(1890–1971)
Vereinigtes Konigreich 1801  Vereinigtes Königreich (geboren in Adelaide, Australien  Australien)  
Nobelpreis für Chemie Richard Martin Willstätter
(1872–1942)
Deutsches Reich  Deutsches Reich „für seine Untersuchungen der Farbstoffe im Pflanzenreich, vor allem des Chlorophylls  
Nobelpreis für Physiologie oder Medizin nicht verliehen
Nobelpreis für Literatur Romain Rolland
(1866–1944)
(verliehen 1916)
Frankreich  Frankreich „als eine Huldigung für den erhabenen Idealismus seiner Verfasserschaft sowie für das Mitgefühl und die Wahrheit, mit der er verschiedenste Menschentypen zeichnet“  
Friedensnobelpreis nicht verliehen

GeborenBearbeiten

JanuarBearbeiten

FebruarBearbeiten

 
Lorne Greene, 1942

MärzBearbeiten

 
J. C. R. Licklider
 
Rudolf Kirchschläger

AprilBearbeiten

 
Billie Holiday, 1947
 
Anthony Quinn, 1988

MaiBearbeiten

 
Orson Welles, 1937

JuniBearbeiten

JuliBearbeiten

 
Charles H. Townes, 2007 (rechts) mit Roderic Pettigrew

AugustBearbeiten

 
Ingrid Bergman, 1945

SeptemberBearbeiten

 
Franz Josef Strauß (1982)
 
Helmut Schön (rechts), 1974

OktoberBearbeiten

NovemberBearbeiten

 
Augusto Pinochet, 1990

DezemberBearbeiten

 
Frank Sinatra, 1960
 
Édith Piaf, 1951

Genaues Geburtsdatum unbekanntBearbeiten

GestorbenBearbeiten

Hauptartikel: Nekrolog 1915

JanuarBearbeiten

 
Armand Peugeot

FebruarBearbeiten

MärzBearbeiten

Zweites QuartalBearbeiten

 
Friedrich August Johannes Loeffler
 
Emil Rathenau

Drittes QuartalBearbeiten

 
Paul Ehrlich

Viertes QuartalBearbeiten

 
Theodor Boveri
 
Alois Alzheimer

Genaues Todesdatum unbekanntBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: 1915 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien