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Rīga (dt.: Riga)
Wappen von Rīga
Riga (Lettland)
Red pog.svg
Basisdaten
Staat: Lettland
Landschaft: Livland (lettisch: Vidzeme)
Verwaltungsbezirk: Republik-Stadt Riga
Koordinaten: 56° 57′ N, 24° 6′ OKoordinaten: 56° 57′ 0″ N, 24° 6′ 0″ O
Einwohner: 696.681 (1. Jul. 2018)
Fläche: 307,17 km²
Bevölkerungsdichte: 2.268 Einwohner je km²
Höhe: m
Stadtrecht: seit 1225
Webseite: www.riga.lv
Postleitzahl: 1001–1084
ISO-Code: LV-RIX
Riga - Latvia.jpg
Blick über die Altstadt Rigas
Riga daugava.jpg
Panoramablick über die Düna auf die Rigaer Altstadt: Die drei
herausragenden Türme gehören (von rechts) zur Petrikirche,
zum Dom und zur Jakobus-Kirche.

Riga (lettisch Rīga) ist die Hauptstadt Lettlands und mit rund 700.000 Einwohnern größte Stadt des Baltikums. Mit etwa einer Million Einwohnern in der Agglomeration ist Riga zudem der größte Ballungsraum in den drei baltischen Staaten. Riga ist politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum des Landes. Die alte Hansestadt ist berühmt für ihre Jugendstilbauten und ihre großzügige Anlage sowie für die gut erhaltene Innenstadt, darunter besonders die Altstadt. 2016 wurde Riga der Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“ durch die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa verliehen.[1]

GeografieBearbeiten

LageBearbeiten

Die Altstadt Rigas liegt am Unterlauf der Düna (lettisch Daugava), die nördlichen Vorstadtbezirke liegen bereits an der Rigaischen Bucht. Das Hinterland im Süden und Westen der Stadt ist verhältnismäßig dünn besiedelt, ausgedehnte Moore und Sümpfe bildeten hier einst einen natürlichen Schutz. Die von der letzten Eiszeit geprägte Landschaft um Riga verfügt über eine Vielzahl kleiner Seen und Bäche, östlich und nördlich der Altstadt befand sich noch im ausgehenden 19. Jahrhundert ein ausgedehntes Ödland aus Sanddünen.

KlimaBearbeiten

Das Klima ist feucht-kontinental mit warmen, feuchten Sommern und schneereichen Wintern. Temperaturen bis −20 °C sind keine Seltenheit.

Riga
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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-9
 
 
33
 
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-8
 
 
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9
 
 
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21
11
 
 
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10
4
 
 
59
 
4
-1
 
 
60
 
-1
-5
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Riga
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) −2,7 −2,0 2,0 9,6 16,1 19,8 21,8 20,6 16,5 10,0 3,8 −0,6 Ø 9,6
Min. Temperatur (°C) −8,8 −8,4 −5,5 0,6 5,3 9,2 11,8 11,2 7,7 3,6 −0,6 −5,2 Ø 1,8
Niederschlag (mm) 63 33 24 30 39 43 59 78 78 75 59 60 Σ 641
Sonnenstunden (h/d) 1,0 2,2 4,1 6,1 8,5 9,6 8,5 7,4 5,1 3,0 1,3 0,8 Ø 4,8
Regentage (d) 12 9 8 10 8 9 10 11 13 11 13 13 Σ 127
Luftfeuchtigkeit (%) 85 82 78 73 69 72 76 78 81 83 86 87 Ø 79,2
T
e
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−2,7
−8,8
−2,0
−8,4
2,0
−5,5
9,6
0,6
16,1
5,3
19,8
9,2
21,8
11,8
20,6
11,2
16,5
7,7
10,0
3,6
3,8
−0,6
−0,6
−5,2
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

StadtgliederungBearbeiten

Riga ist in drei Stadtbezirke (rajons) und drei Vorstädte (priekšpilsētas) gegliedert mit zahlreichen Stadtteilen (Stand 1. Januar 2010):[2]

 
Administrative Stadtgliederung Rigas
 
Satellitenbild Rigas

FlächennutzungBearbeiten

  • Bewohnte Fläche: 67,00 km² (21,8 %)
  • Gewerbliche Fläche: 52,45 km² (17,0 %)
  • Straßen und Wege: 24,64 km² (8,0 %)
  • Parkanlagen: 57,54 km² (19,0 %)
  • Gewässer: 48,50 km² (15,8 %)[3]
  • Auch sehr viel Wald

NachbarschaftBearbeiten

Das Stadtgebiet Rigas grenzt im Nordwesten an die Ostsee, im Nordosten und Osten an die Verwaltungsbezirke (novads) Carnikava, Garkalne und Stopiņi, im Süden an Salaspils, Ķekava und Olaine und im Westen an Mārupe, Babīte sowie die Stadt Jūrmala.

GeschichteBearbeiten

GründungBearbeiten

Nach 1150 kamen gotländische Kaufleute regelmäßig zum Handel an den Unterlauf der Düna (lettisch Daugava) am Flüsschen Rīdzene (deutsch: Riege, daher auch der Name Rīga), das hier in die Düna mündete und später zugeschüttet wurde. Seine Lage ist heute nur noch anhand des Verlaufs bestimmter Straßen nachvollziehbar. Mehrfach gingen Missionsversuche vom späteren Gründungsort Rigas aus, die jedoch bis zur Stadtgründung fehlschlugen. Vor allem im letzten Viertel des 12. Jahrhunderts gelangten zunehmend deutsche Kaufleute nach Livland. Anfangs war der Semgallerhafen am Unterlauf der Aa (lettisch Lielupe), etwa 50 km westlich Rigas, ein wichtiger Handelsplatz. Er wurde auf Betreiben deutscher Kaufleute, die dazu ein entsprechendes päpstliches Schreiben erlangten, im Jahre 1200 geschlossen, um Riga als einzigen Handelsplatz zu etablieren. Die im Jahre 1201 von Bischof Albert von Buxhoeveden aus Bremen gegründete Stadt Riga wurde die Hauptstadt von Livland (lateinisch: Livonia). Riga war vor allem Sitz der Erzbischöfe von Riga, aber auch eine immer bedeutender werdende Handelsstadt, die der Hanse angehörte. Insbesondere in den ersten Jahrzehnten seines Bestehens wuchs Riga mit beachtlicher Geschwindigkeit, so dass die bebaute Fläche innerhalb von weniger als 30 Jahren um etwa das fünf- bis sechsfache gewachsen war. Seit 1211 gewannen die Bürger der Stadt, insbesondere die Kaufleute, die sich nach der Unterwerfung der umliegenden Völkerschaften ansiedelten, an Einfluss; 1225 konnten die Bürger ihren Stadtvogt (bisher vom Bischof eingesetzt) selbst wählen. Der Rigaer Rat ist 1225 zum ersten Male urkundlich erwähnt und bestand wahrscheinlich seit 1222 oder 1223. Anfangs galt in Riga das Visbyer Stadtrecht,[4] danach das an das Lübische Recht angelehnte Hamburger Stadtrecht.[5]

Riga unter dem Deutschen OrdenBearbeiten

Im Rahmen der Ostkolonisation versuchten die Bischöfe, vor allem Deutsche im heidnischen Gebiet anzusiedeln. Militärisch wurden sie dabei vor allem von Ritterorden unterstützt, zunächst vom Schwertbrüderorden und nach dessen Niedergang vom Deutschen Orden, in den der Schwertbrüderorden eingegliedert wurde. Insbesondere nach der Vertreibung der Kreuzfahrer aus Palästina begann sich der Deutsche Orden verstärkt um die osteuropäischen Gebiete zu kümmern, vor allem Preußen, aber auch Livland. Der Deutsche Orden war eine organisatorisch eigenständige, machtvolle kirchliche Organisation, die bald als neuer Machtfaktor zu den Erzbischöfen von Riga in Konkurrenz trat. Geleitet wurde der livländische Zweig des Deutschen Ordens von einem Landmeister, der direkt dem Hochmeister (oberster Ordensherr) unterstand.

Die zahlreichen Auseinandersetzungen zwischen den Erzbischöfen von Riga und dem Deutschen Orden wurden sowohl mit Waffengewalt als auch mittels Prozessen vor dem Papst ausgefochten. Die Erzbischöfe versuchten, Schutz bei nahen Staaten zu finden (z. B. Dänemark), aber auch beim deutschen Kaiser. Nach der vom Orden gewonnenen Schlacht bei Neuermühlen am 30. März 1491 schlossen der Deutsche Orden und der Erzbischof von Riga den Frieden von Wolmar. Der Erzbischof erkannte den Deutschen Orden als die Schutzmacht Livlands an und beteiligte sich auch mit einem eigenen Heereskontingent an der Schlacht am Smolinasee 1502.

Von der Reformation bis zur russischen ProvinzBearbeiten

 
Ansicht Rigas am Anfang des 17. Jahrhunderts
 
Riga Ende des 19. Jahrhunderts

Im Jahre 1522 schloss sich Riga der Reformation an, womit die Macht der Erzbischöfe ihrem Ende entgegenging. Letzter Erzbischof von Riga war Wilhelm von Brandenburg. Nach Ausbruch des Livländischen Krieges 1558 und der Auflösung der Livländischen Konföderation 1561/62 folgte die Stadt nicht unmittelbar der Entscheidung des Erzbischofs und des Ordens, sich Polen-Litauen zu unterwerfen, sondern favorisierte besonders in den 1570er Jahren einen Status als freie Reichsstadt des Heiligen Römischen Reichs.[6] Erst als dessen erhoffte Hilfe ausblieb, brachten neuerliche russische Vormärsche die Stadt dazu, 1581 Polens König Stephan Báthory zu huldigen, der im Gegenzug durch das Corpus Privilegiorum Stephaneum (zuweilen auch als Corpus Privilegiorum Stephanorum bezeichnet) der Stadt ihre herkömmlichen Freiheiten und Privilegien bestätigte.[7] 1587 gründete Nicolas Mollyn die erste Druckerei in Riga. In den folgenden 38 Jahren verlegte er 165 Bücher, davon 119 in lateinischer, 43 in deutscher und drei in lettischer Sprache.[8]

Die 40-jährige polnisch-litauische Herrschaft, unter der die Bürger sich gegenreformatorischer Bestrebungen erwehrten – so bei den Kalenderunruhen –, endete mit der Eroberung durch Gustav II. Adolf 1621. Schwedens Krone behandelte Riga entsprechend seinem Rang als zweitgrößte Stadt im schwedischen Reich neben Stockholm und ließ es angesichts der strategischen Bedeutung, die ihm bei der Verteidigung des schwedischen Dominium maris baltici zukam, aufwendig neu befestigen. Im Russisch-Schwedischen Krieg (1656–1658) hielt Riga einer russischen Belagerung stand und blieb bis Anfang des 18. Jahrhunderts die zweitgrößte Stadt im schwedischen Herrschaftsbereich. In dieser Zeit genoss die Stadt weitgehende Selbstverwaltung.

Im Laufe des Großen Nordischen Krieges wurden Riga und die Rigenser mehrfach hart getroffen: durch die von der Stadt und der Bürgerschaft zu entrichtenden Kontributionen und dadurch, dass Riga zum Kriegsschauplatz wurde. In der Schlacht an der Düna am 19. Juli 1701 wehrte König Karl XII. von Schweden den Angriff der sächsisch-russischen Truppen auf Riga ab.[9] Am 4. Juli 1710 ergab sich die Stadt nach längerer Belagerung den Truppen des russischen Generals Boris Petrowitsch Scheremetew.[10] Der Aufstieg von Russland als Großmacht in der Ostseeregion wurde durch den Frieden von Nystad im Jahre 1721 besiegelt. Riga wurde dem Zarenreich zugeschlagen.

Gouvernement LivlandBearbeiten

Riga wurde zum Sitz der Verwaltung und Hauptstadt des Gouvernements Livland (siehe Ostseegouvernements). Dem Gouverneur unterstanden eine „russische Kanzlei“ für den Schriftverkehr in russischer Sprache mit den Militärbehörden und eine „deutsche Kanzlei“ für den Schriftverkehr in deutscher Sprache mit den Landesbehörden und mit dem Kollegium der liv- und estnischen Sachen der russischen Regierung in Sankt Petersburg.[11]

1787 wurde eine neue Stadtverfassung eingeführt, die die Beschränkung der Macht auf die traditionellen drei „Stände“ (Magistrat, Große Gilde und Kleine Gilde) überwand und breiteren Kreisen der Bürgerschaft ein Mitspracherecht eröffnete. Dazu wurde die Bürgerschaft in sechs „Klassen“ eingeteilt:[12]

  1. „besitzliche“ (d. h. Haus und Grund besitzende) Einwohner,
  2. Kaufleute (gegliedert in drei Gilden),
  3. Handwerker,
  4. Fremde und „Gäste“ (insbesondere Handeltreibende) aus anderen Städten,
  5. „namhafte“ Bürger (d. h. aufgrund ihres „Namens“ oder Ansehens in die Bürgerschaft Aufgenommene),
  6. Beisassen.

Im Jahre 1800 zählte Riga rund 30.000 Einwohner, darunter 47 % Deutsche, 25 % Letten und 14 % Russen.[13] Als 1812 Napoleon Russland überfiel, rückte ein Teil der Grande Armée in Kurland ein. Auf das – falsche – Gerücht hin, die Feinde seien im Anmarsch auf Riga, ließ der Stadtkommandeur, Generalleutnant Magnus Gustav von Essen, in der Nacht vom 11. zum 12. Juli die rigaschen Vorstädte anzünden, um ein freies Schussfeld zu bekommen und dem Gegner keine Deckung zu bieten. Drei Kirchen und mehr als 700 Häuser brannten ab.[14]

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde Riga schrittweise zu einem der wichtigsten Häfen Russlands ausgebaut. Zahlreiche Fabriken und Arbeiterviertel entstanden.[15] Die Bevölkerungszahl der Stadt verzehnfachte sich zwischen 1850 und 1900. Der Volkszählung von 1881 zufolge kamen rund 60 % der Zuwanderer aus den Ostseegouvernements Livland und Kurland, 27 % kamen aus Lettgallen (Gouvernement Witebsk) sowie aus Litauen (Gouvernements Kowno und Wilna) und anderen Gouvernements des Russischen Kaiserreiches, 12 % kamen aus Deutschland.[16] Gut 30 % der Einwohner gaben 1881 an, deutschbaltisch zu sein, etwa 33 % waren Letten, 19 % waren Russen bzw. Altgläubige, 8,5 % Juden. 1913 gaben etwa 40 % der Einwohner an, Letten zu sein, knapp 20 % Russen und Altgläubige, etwa 13 % Deutsch-Balten, etwa 7 % der Einwohner waren Juden. Außerdem hatte Riga eine nennenswerte polnische und litauische Minderheit.

Bei der Wahl des Stadtrates galt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und bis 1918 ein Dreiklassenwahlrecht. 1878 gehörten der 1. Klasse (Bürger mit einer Jahressteuerleistung von 420 Rubeln und mehr) 173 Bürger an, der 2. Klasse (Jahressteuerleistung von 115 bis 419 Rubel) 629 Bürger und der 3. Klasse (Jahressteuerleistung von 16 bis 114 Rubel) 4410 Bürger.[17] Insgesamt hatten 3,4 % der Einwohner der Stadt 1878 das Wahlrecht. Trotz russischer Herrschaft blieben sowohl die Stadtkultur als auch der Großgrundbesitz bis ins 19. Jahrhundert vom Einfluss der deutschen Oberschicht im Lande geprägt. Bis 1891 war die offizielle Amtssprache Deutsch, dann wurde Russisch Amtssprache.

Erster Weltkrieg und Lettischer UnabhängigkeitskriegBearbeiten

 
Einmarsch deutscher Truppen in Riga am 3. September 1917
 
Parade der Armee Rätelettlands am 1. Mai 1919

Der Aufstieg Rigas wurde durch den Ersten Weltkrieg jäh unterbrochen. Die Stadt lag ab 1915 an der Frontlinie, und zur Sicherstellung der Kriegswirtschaft wurden etwa 200.000 Einwohner (Arbeiter mit ihren Familien) für Rüstungszwecke nach Zentralrussland deportiert. Im September 1917 wurde die Stadt in der Schlacht um Riga vom deutschen Heer eingenommen.

Nach Kriegsende wurde am 18. November 1918 im heutigen Lettischen Nationaltheater[18] im deutsch besetzten Riga eine unabhängige Republik Lettland ausgerufen.[19] Riga wurde zur Hauptstadt Lettlands. Im Lettischen Unabhängigkeitskrieg wurden Riga bzw. Stadtteile Rigas im Laufe des Jahres 1919 von verschiedenen Truppenverbände eingenommen; drei lettische Regierungen ganz unterschiedlicher Ausrichtung lösten einander ab:

  1. In den Tagen vom 2. bis zum 4. Januar 1919 eroberten sowjetrussische Truppen, unterstützt von Roten Lettischen Schützen, Riga.[20] Vom 4. Januar bis zum 21. Mai herrschte die Sowjetmacht der Lettischen SSR.
  2. Nach der Vertreibung der Roten Armee aus Riga am 22. Mai 1919 durch die Baltische Landeswehr und deutsche Freikorps residierte Andrievs Niedra als Ministerpräsident in einer von den alliierten Behörden, bürgerlichen Letten und dem deutschen Generalkommando eingesetzten Marionettenregierung. Nach dem Waffenstillstand von Strasdenhof am 3. Juli zogen sich die Freikorps zurück; die Regierung Niedra trat zurück.
  3. Die parlamentarische Regierung Kārlis Ulmanis kehrte am 7. Juli infolge des Waffenstillstands von Strasdenhof nach Riga zurück. In den Tagen vom 8. bis zum 10. Oktober 1919 eroberte die Bermondt-Armee die Stadtteile links der Daugava. Ihr standen in Riga nur vergleichsweise schwache lettische Einheiten gegenüber, da der größte Teil der lettischen Truppen durch die Kampf gegen die sowjetische Armee zur Befreiung Lettgallens gebunden war.[21] Dennoch konnten die lettischen Truppen dank der Unterstützung estnischer Truppen in Riga das rechte Ufer der Daugava halten. Am 11. November gelang ihnen auch die Rückeroberung der westlichen Rigaer Vorstädte.[22] Daran erinnert der Name des Boulevards zwischen Altstadt und Daugava: 11. novembra krastmala (Uferstraße des 11. November).

Der Machtbereich der jeweiligen Rigenser Regierung, das heißt die Ausdehnung des Gebietes, in dem sie tatsächlich das Sagen hatte, änderte sich infolge der Kriegsereignisse ständig. Am 11. August 1920 schlossen die Republik Lettland und die Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik den Frieden von Riga, der den Unabhängigkeitskrieg beendete. Am 18. März 1921 wurde in Riga der polnisch-sowjetische Friedensvertrag unterschrieben.

Die ZwischenkriegszeitBearbeiten

Den Kriegsjahren von 1914 bis 1920 (Erster Weltkrieg und Lettischer Unabhängigkeitskrieg) folgte eine erneute Blütezeit in der Geschichte Rigas. Riga war die Hauptstadt des unabhängigen Lettland und der Sitz der Saeima, des lettischen Parlamentes. In der Stadt lebten neben der lettischen Bevölkerungsmehrheit große Minderheiten: Russen, Deutsche, Juden und andere. Schon im Dezember 1919 hatte der Lettische Volksrat den Minderheiten weitgehende Rechte gesetzlich gesichert, u. a. eigene Schulen und deren Selbstverwaltung.[23] Das Herder-Institut bestand von 1920 bis 1939.

1938 hatte Riga rund 385.000 Einwohner, etwa 45.000 von ihnen waren deutschstämmig.

Zweiter WeltkriegBearbeiten

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland wurde Lettland nicht nur von den neu aufkeimenden hegemonialen Strömungen der Sowjetunion bedroht, die eine Angliederung des ehemals zum Russischen Reich gehörenden Territoriums forderten. Im Hitler-Stalin-Pakt vom August 1939 vereinbarten die beiden Diktaturen, dass das Baltikum und damit auch Lettland zur sowjetischen Einflusssphäre kamen. Im Herbst 1939 wurden die Deutsch-Balten vereinbarungsgemäß in den vom Deutschen Reich eroberten Warthegau umgesiedelt. Der war völkerrechtswidrig von Deutschland annektiertes Gebiet Polens. Am 17. Juni 1940 rollten dann sowjetische Panzer durch Rigas Straßen und besetzten die Stadt. Die Sowjetunion machte Lettland zu einer Sowjetrepublik (Lettische Sozialistische Sowjetrepublik) und deportierte viele Letten, besonders aus dem Bildungs- und Besitzbürgertum und der politischen Elite, in das Innere der Sowjetunion.

 
Gedenkstätte für die Opfer im Wald von Rumbula

Im Zuge des Angriffs auf die Sowjetunion (ab dem 22. Juni 1941) eroberten deutsche Truppen am 29. Juni die Stadtteile links der Daugava (Pārdaugava) und in den beiden folgenden Tagen die übrigen Stadtteile.[24] In der Zeit der deutschen Besetzung von 1941 bis 1944 war Riga der Verwaltungssitz des Generalkommissars für den Generalbezirk Lettland Otto-Heinrich Drechsler. Auch das Reichskommissariat Ostland, das zunächst in Kaunas errichtet worden war, befand sich dann mit seinen Dienststellen hier.

Die jüdische Bevölkerung, 1933 rund 44.000 Menschen, wurde ab Juli 1941 im Rigaer Ghetto interniert. Hinzu kamen deportierte Juden mit Zügen aus dem Reichsgebiet (Berlin, Hannover, Köln und Wien) und aus der deutsch besetzten Tschechoslowakei (aus dem KZ Theresienstadt).[25] Weitere Gefangene gab es später im Arbeits- und Erziehungslager Salaspils, dem Rigaer Kriegsgefangenen-Stammlager 350 und dessen Zweiglager Stalag 350/Z, dem KZ Riga-Kaiserwald, im ehemaligen Villenvorort Mežaparks-Kaiserwald und dessen Außenlagern sowie dem KZ Jungfernhof im Dorf Jumpravmuiza, nahe der Bahnstation Skirotava. Von 1941 bis 1944 wurden im Wald von Biķernieki bei zahlreichen Massakern etwa 20.000 Juden, 10.000 Kriegsgefangene und 5000 Widerstandskämpfer ermordet. Vom 30. November bis zum 9. Dezember 1941 wurden im Wald von Rumbula etwa 27.500 Juden ermordet.

Während der kriegerischen Auseinandersetzungen um die Rückeroberung der Stadt durch die Rote Armee (13. bis 15. Oktober 1944) wurde die Altstadt Rigas schwer beschädigt. Lettland wurde erneut von der Sowjetunion okkupiert und Riga die Hauptstadt der Lettischen Sozialistischen Sowjetrepublik.

In Riga bestanden die drei sowjetischen Kriegsgefangenenlager 277, 317 und 350 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.[26] Schwer Erkrankte wurden in den Kriegsgefangenenhospitälern 3338 und 4379 versorgt.

Wiederherstellung der UnabhängigkeitBearbeiten

Ermutigt durch Perestroika und Glasnost erklärte der Oberste Sowjet der Lettischen Sozialistischen Sowjetrepublik (der sich als Saeima, als lettisches Parlament, konstituierte) 1990 die Wiederherstellung der Unabhängigkeit von der Sowjetunion. Daraufhin ließ der damalige Generalsekretär des Zentralkomitees der KPdSU und Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, das Parlamentsgebäude in Riga zeitweilig durch sowjetische Militäreinheiten besetzen. Am 21. August 1991 erkannte die Sowjetunion die Unabhängigkeit Lettlands an; ebenso (nach dem Zerfall der Sowjetunion) 1991 der russische Präsident Boris Jelzin. Riga wurde wieder Hauptstadt eines souveränen lettischen Staates.

BevölkerungBearbeiten

 
Willkommensschild „RĪGA“

Die beiden größten Bevölkerungsgruppen in der Stadt sind Letten und Russen: Der Volkszählung im Jahre 2011 zufolge beträgt der Anteil der Letten an der Stadtbevölkerung 46,3 %. Sie stellen damit eine knappe relative Mehrheit. 40,2 % sind Russen, 3,8 % Weißrussen, 3,4 % Ukrainer, 1,8 % Polen und 4,5 % Angehörige anderer Volksgruppen.[27] Bei einem nationalen Volksentscheid im Februar 2012 wurde die Einführung des Russischen als zweite Amtssprache von 74,8 % der Wähler abgelehnt.[28]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Mit 696.681 Einwohnern (Stand: 1. Juli 2018)[29] ist Riga zwar die bevölkerungsreichste Stadt der baltischen Staaten; die Einwohnerzahl ist aber seit 1990 stark zurückgegangen und fällt weiter. Das hat drei Gründe:

Jahr Einwohner
1767 19.500
1800 29.500
1840 60.000
1867 102.590
1881 169.329
1897 255.879
1913 472.068
1920 185.100
1930 377.900
1940 353.800
Jahr Einwohner
1941 335.200
1945 228.200
1950 482.300
1955 566.900
1959 580.400
1965 665.200
1970 731.800
1975 795.600
1979 835.500
1987 900.300
Jahr Einwohner
1990 909.135
1991 900.455
1992 889.741
1993 863.657
1994 843.552
1995 824.988
1996 810.172
1997 797.947
1998 786.612
1999 776.008
Jahr Einwohner
2000 764.329
2001 756.627
2002 747.157
2003 739.232
2004 735.241
2005 731.762
2006 727.578
2007 722.485
2008 719.613
2009 715.978
Jahr Einwohner
2010 709.145
2011 703.581
2012 699.203
 

SprachenBearbeiten

Für die Jahre von 1867 bis 1930 ergibt sich die Zusammensetzung der Rigaer Einwohner nach ihrer Mutter- oder Umgangssprache aus nachstehender Tabelle:[30][31]

Sprache 1867 1881 1897 1913 1930
Deutsch 43.980 (42,9 %) 66.775 (39,4 %) 65.332 (25,5 %) 78.656 (16,7 %) 44.105 (11,67 %)
Lettisch 24.199 (23,6 %) 49.974 (29,5 %) 106.541 (41,6 %) 187.135 (39,6 %) 227.842 (60,29 %)
Russisch 25.772 (25,1 %) 31.976 (18,9 %) 43.338 (16,9 %) 99.985 (21,2 %) 29.696 (07,86 %)
Jiddisch 5.254 (05,1 %) 14.222 (08,4 %) 16.521 (06,5 %) 21.231 (04,5 %) 42.328 (11,20 %)
Estnisch 872 (00,9 %) 1.565 (00,9 %) 3.532 (01,4 %) 6.721 (01,4 %) 2.443 (00,65 %)
Polnisch 12.869 (05,0 %) 35.621 (07,5 %) 16.574 (04,39 %)
Litauisch 5.853 (02,3 %) 25.824 (05,5 %) 6.817 (01,80 %)
Sonstige* 2.513 (02,4 %) 4.048 (02,4 %) 1.772 (00,7 %) 16.895 (03,6 %) 8.112 (02,14 %)
ohne Angabe 769 (00,5 %) 130 (00,1 %)
Gesamt 102.590 (100 %) 169.329 (100 %) 255.879 (100 %) 472.068 (100 %) 377.917 (100 %)

*Die Angabe für 1881 enthält hier auch die polnisch- und litauischsprachigen Einwohner

Politik und VerwaltungBearbeiten

 
Die Saeima, das lettische Parlament

Die Stadt ist Sitz des Präsidenten, des Parlamentes (Saeima), der Ministerien, des Obersten Gerichtshofes (Latvijas Republikas Augstākā tiesa) sowie zahlreicher diplomatischer Vertretungen.

Die Stadtverwaltung hat ihren Sitz im Rathaus am Rathausplatz (Ratslaukums) in der Altstadt. Der Stadtrat hat 60 Mitglieder, die alle vier Jahre neu gewählt werden und den Ratsvorsitzenden und damit den Bürgermeister aus ihren Reihen wählen. Mit Nils Ušakovs wurde 2009 erstmals im unabhängigen Lettland ein ethnischer Russe zum Bürgermeister Rigas gewählt. Das Ratspräsidium besteht aus Mitgliedern aller Ratsfraktionen und dem Bürgermeister. Öffentliche Sitzungen finden meist einmal im Monat statt.

SymboleBearbeiten

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Das Rigaer Wappen zeigt in der am 31. Oktober 1925 angenommenen Form auf silbernem Schild eine Mauer mit zwei äußeren Türmen aus roten Steinen und [heraldisch] geöffnetem Tor mit geöffnetem Gatter, darin ein goldener Löwenkopf, zwischen den Türmen zwei gekreuzte, schwarze Schlüssel, darüber ein schwebendes goldenes Kreuz, darüber noch eine goldene Krone. Der Schild wird eingerahmt durch zwei goldene, rot bezungte Löwen mit vom Schild gekehrten Köpfen, stehend auf einer grauen Konsole, die von stilisiertem Laub gehalten wird.“[32]
Wappenbegründung: Mauer und Türme symbolisieren die Stadtrechte, der Löwe die Wehrhaftigkeit der Stadt, die Schlüssel das Patronat des Petrus, das Kreuz den Deutschen Ordens. Über den Schlüsseln des Petrus schwebt eine goldene Krone, die die Krone des schwedischen Königs darstellt.
 
Flagge Rigas

FlaggeBearbeiten

Die Flagge von 1937 zeigt das Wappen mittig auf zwei horizontalen, hellblau-weißen Streifen.

PartnerstädteBearbeiten

Die erste Partnerschaft Rigas wurde 1964 mit der finnischen Stadt Pori geschlossen, der 1973 eine Partnerschaft mit dem französischen Calais folgte, die bis 1993 durch einen regen Austausch geprägt war. Erste außereuropäische Partnerstadt ist seit 1973 das japanische Kōbe. Mit Rostock (1974) und Bremen (1985) wurden zwei ehemalige deutsche Hansestädte Partner Rigas. Die Partnerschaftsabkommen mit beiden Städten wurden 1991 erneuert.

 
Freiheitsmonument
Danemark  Aalborg (Dänemark) Italien  Florenz (Italien) Russland  Sankt Petersburg (Russland)
Spanien  Alicante (Spanien) Guam  Guam (Vereinigte Staaten) Chile  Santiago de Chile (Chile)
Kasachstan  Almaty (Kasachstan) Ukraine  Kiew (Ukraine) Vereinigtes Konigreich  Slough (Vereinigtes Königreich)
Niederlande  Amsterdam (Niederlande) Japan  Kōbe (Japan) Schweden  Stockholm (Schweden)
Kasachstan  Nur-Sultan (Kasachstan) Weissrussland  Minsk (Weißrussland) China Volksrepublik  Suzhou (China)
Frankreich  Bordeaux (Frankreich) Russland  Moskau (Russland) Taiwan  Taipeh (Republik China (Taiwan))
Deutschland  Bremen (Deutschland) Schweden  Norrköping (Schweden) Estland  Tallinn (Estland)
Australien  Cairns (Australien, Queensland) China Volksrepublik  Peking (Volksrepublik China) Litauen  Vilnius (Litauen)
Frankreich  Calais (Frankreich) Finnland  Pori (Finnland) Polen  Warschau (Polen)
Vereinigte Staaten  Dallas (USA, Texas) Vereinigte Staaten  Providence (USA, Rhode Island)
Frankreich  Dunkerque (Frankreich) Deutschland  Rostock (Deutschland)

Stadtbild und ArchitekturBearbeiten

Die Innenstadt Rigas wurde 1997 zur Liste des UNESCO-Weltkulturerbe hinzugefügt, wegen des „außergewöhnlichen universellen Wertes“ aufgrund der weltweit einzigartigen Qualität und Quantität der Jugendstilarchitektur bei relativ intakt gebliebenem historischen Stadtgefüge und wegen der Holzarchitektur aus dem 19. Jahrhundert.[33]

Durch die Pläne für die weitere städtebauliche Entwicklung am linken Dünaufer, besonders der Insel Ķīpsala, besteht die Gefahr, dass Riga auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt wird. Konkret sehen die Experten von UNESCO und ICOMOS durch die Errichtung von Hochhäusern die visuelle Integrität des Stadtbildes gefährdet. Die Stadtverwaltung wurde aufgefordert, die Pläne zu überarbeiten. Allgemein wird anerkannt, dass sich Verwaltung, Management und Konservierung der Welterbestätte verbessern.[34]

Das städtebauliche Muster Rigas umfasst den mittelalterlichen Kern, einen Halbkreis von Boulevards um die Altstadt herum und die Neustadt mit ihren regelmäßig angelegten Straßenzügen. Alle Bereiche konnten sich ihre Authentizität und den architektonischen Charakter erhalten.[34]

Aussicht auf die Stadt vom Turm der Petrikirche (Mai 2016)Bearbeiten

Eine ausführliche Beschreibung des 360-Grad-Panoramas findet sich hier.

KirchenBearbeiten

AltstadtBearbeiten

 
Die Rigaer Altstadt bei Nacht

Die Altstadt (lettisch Vecrīga) ist das historische und geographische Zentrum Rigas am rechten Ufer der Düna gelegen und hat sich ihren Festungscharakter trotz der Schleifung der Befestigungsanlagen und Wälle zwischen 1857 und 1863 bewahren können. Die nach dem Abriss der Rigaer Stadtmauer entstandenen Freiflächen wurden zu einem Stadtpark mit dem Stadtkanal (Pilsētas kanāls) umgestaltet, der heute die Altstadt von der Neustadt trennt.

Zentrum der Altstadt ist der Marktplatz (heute Rātslaukums), an dem sich das Rathaus Riga (Rīgas rātsnams) sowie das Schwarzhäupterhaus (Melngalvju nams) befinden. Letzteres wurde 1999 wiedererrichtet, nachdem es im Krieg zerstört und die Ruine anschließend von den Sowjets gesprengt worden war. Der gotische Ursprungsbau mit der Fassade im Stil der niederländischen Renaissance stammte von 1334 und diente ab 1477 der kaufmännischen Vereinigung der Schwarzhäupter als Versammlungsort. Auf dem Platz vor dem Gebäude steht eine Rolandstatue.

Den Grundstein des Doms (Rīgas Doms) ließ 1211 Bischof Albert von Buxthoeven legen. Die Seitenschiffe wurden im 14. und 15. Jahrhundert angebaut. Nach mehrfachen Zerstörungen beträgt die Höhe des Turmes seit 1776 90 Meter, die Höhe des um 1590 erbauten Holzturmes hatte 140 Meter betragen. Die Ende des 19. Jahrhunderts erbaute Orgel zählt zu den größten und besten Orgeln der Welt. Die Türme der 1209 erstmals erwähnten Petrikirche (Rīgas Svētā Pētera baznīca) wurden mehrfach zerstört, zuletzt im Zweiten Weltkrieg. Die 1225 erstmals erwähnte Jakobskirche (Rīgas Svētā Jēkaba katedrāle) mit ihrem 80 Meter hohen Turm ist die katholische Kathedrale Rigas. Sie wurde 1582 vom polnischen König gekauft und den Jesuiten übergeben.

Das Rigaer Schloss (Rīgas pils) ist der Amtssitz des Staatspräsidenten. Es wurde ab 1330 als Festung des Schwertbrüderordens errichtet.

In einem 1867 im Stile eines florentinischen Palastes errichteten Bau befindet sich seit der Unabhängigkeit die Saeima, das Parlament Lettlands. Mit dem Pulverturm (Pulvertornis) von 1650 existiert noch ein Überrest der ehemaligen Stadtbefestigung. Weitere historische Denkmäler sind das 1852 geschaffene Gebäude der Rigaer Börse, der Konventhof (Konventa sēta) mit Ursprüngen im 13. Jahrhundert, das zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert errichtete Gebäudeensemble der Drei Brüder, das Schwedentor (Zviedru vārti), die Gebäude der Kleinen (Mazā Ģilde) und Großen Gilde (Lielā Ģilde), das Mentzendorffhaus (Mencendorfa nams) von 1695 oder das Dannensternhaus (Dannenšterna nams).

Zwischen Alt- und Neustadt befindet sich seit 1935 das von Kārlis Zāle geschaffene Freiheitsdenkmal (Brīvības piemineklis) mit einer weiblichen Allegorie der Freiheit auf dem 19 Meter hohen Obelisk und Flachreliefs an den Seiten, die historische Ereignisse darstellen.

Neustadt und VorstädteBearbeiten

 
Wohngebäude aus der Stalinzeit. Die Maskavas iela wird an dieser Stelle von einer Schnellstraße geteilt.

In der Neustadt (Riga) befinden sich zahlreiche Gebäude mit Jugendstilfassaden, besonders in den Straßen Elizabetes iela und Alberta iela mit vielen Arbeiten Michail Eisensteins. Um die Jahrhundertwende wurden im Grüngürtel um die Altstadt zahlreiche repräsentative Gebäude errichtet, darunter die Nationaloper, das Nationaltheater, das Kunstmuseum, die neugotische Lettische Kunstakademie (Latvijas Mākslas akadēmija) von 1905 sowie die Universität. Zwischen 1876 und 1884 entstand die Orthodoxe Kathedrale (Rīgas Kristus Piedzimšanas pareizticīgo katedrāle) im neubyzantinischen Stil.

Im südlich gelegenen Stadtteil Moskauer Vorstadt (Maskavas forštate) befinden sich die ehemaligen Zeppelin-Hallen des Zentralmarktes (Rīgas Centrāltirgus), die Roten Speicher, der im stalinistischen Zuckerbäckerstil 1958 erbaute Kultur- und Wissenschaftspalast (Zinātņu akadēmijas augstceltne), die aus Holz im klassizistischen Stil erbaute protestantische Jesuskirche (Jēzus Evaņģēliski luteriskā baznīca) sowie die Ruinen der Synagoge nahe dem ehemaligen Rigaer Ghetto.

Die Gartenstadt Mežaparks ist ein Villenvorort, der Anfang des 20. Jahrhunderts in den Wäldern nördlich der Stadt gebaut wurde.

Auf der Düna-Insel Zaķusala (Hasenholm) steht der Fernsehturm Riga (Rīgas radio un televīzijas tornis), der mit 368,5 Meter zu den höchsten Bauwerken Europas zählt und in seiner schlanken Konstruktion (mit dem Dreibein-Fundament) gut zum ebenfalls sehr schlanken Turm der Petrikirche passt. Pārdaugava (deutsch Überdüna) bezeichnet das Stadtgebiet am linken Dünaufer. Es war über lange Zeit geprägt von ein- bis zweistöckigen Holzhäusern, von denen einige erhalten sind.

ParksBearbeiten

In der Innenstadt befinden sich der Wöhrmannsche Garten (Vērmanes dārzs), die älteste öffentliche Parkanlage der Stadt, die 1814 unter dem Namen Anna-Wöhrmann-Park angelegt wurde. Vorher hatten sich an dessen Stelle Holzhäuser befunden, die vor der befürchteten Stadtbelagerung durch Napoleon vorsorglich angezündet worden waren. Entlang des Wassergrabens an der ehemaligen Stadtbefestigung (Pilsētas kanāls) befindet sich ein etwa drei Kilometer langer Park (Kanālmalas apstādījumi) – der Basteiberg. Gegenüber dem Jugendstilviertel befindet sich der Kronwald-Park (Kronvalda parks) – er entstand auf dem ehemaligen Gelände, das dem Deutschen Schützenverein von Zar Alexander II. geschenkt wurde. Die Anlagen der Esplanade (Esplanāde) liegen bei der orthodoxen Kathedrale und umfassen im nördlichen Teil einen Markt.

Mit einer Fläche von 37 Hektar ist der Uzvaras-Park der Größte der Stadt. Er beherbergt die 79 Meter hohe sowjetische Siegessäule von 1985.

Der Rigaer Zoo (Rīgas Zooloģiskais dārzs) umfasst über 3000 Tiere. In Mežaparks befinden sich mehrere Waldfriedhöfe, darunter der Brüderfriedhof, ein Soldatenfriedhof, der den Charakter eines Parks hat.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

 
Rigas Hafen
 
Rīgas Birža, die alte Börse von Riga

Die Region Riga ist die wirtschaftlich stärkste Region und das Zentrum industrieller Produktion des Landes. 60 % der lettischen Unternehmen operieren in Riga, mehr als 50 % der Arbeitnehmer sind in der Region aktiv. Vor allem die Lebensmittelindustrie, aber auch Holz- und Textilindustrie, chemische und pharmazeutische Industrie sind bedeutend. Riga zieht zunehmend ausländische Investitionen an und entwickelt sich zu einem bedeutenden Standort von Gewerbeausstellungen im baltischen Raum.[35]

Fast alle der umsatzstärksten Unternehmen Lettlands haben ihren Sitz in Riga, darunter der auf IT-Produkte spezialisierte Großhändler ELKO Grupa, die Handelskette Rimi Latvia, der staatliche Stromversorger Latvenergo, der Erdgasmonopolist Latvijas Gāze, die Eisenbahngesellschaft Latvijas dzelzceļš, das staatliche Postunternehmen Latvijas Pasts und Latvia Statoil, der Ableger der norwegischen Erdölgesellschaft sowie Mazeiku Nafta tirdzniecibas nams, der Mobilfunkanbieter Latvijas Mobilais Telefons (LMT) und die Fluggesellschaft air Baltic. Die Börse Riga (NASDAQ OMX Riga) ist die einzige Wertpapierbörse des Landes. Bekannt ist und viel genutzt wird der Zentralmarkt Riga. Außerdem findet in der Stadt ein Nachtmarkt statt.

Der Tourismus ist ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor für die Stadt, 90 % der Touristen des Landes wählen Riga als Reiseziel.

VerkehrBearbeiten

 
Die 1914 fertiggestellte Eisenbahnbrücke über die Düna in Riga
 
Straßenbahn

Riga besitzt eine wichtige Funktion als internationaler Verkehrsknotenpunkt im Ostseeraum (Verkehrsströme zwischen Skandinavien und Osteuropa, von Mitteleuropa nach Finnland über die Europastraße 67 („Via Baltica“) sowie innerhalb des Baltikums). So befindet sich hier der mit Abstand wichtigste Bahnhof, der Hauptbahnhof Riga (Rīgas dzelzceļa stacija), des Landes mit Verbindungen nach Moskau und St. Petersburg in Russland, Minsk in Weißrussland und Kaunas und Vilnius in Litauen. Daneben befindet sich ein Busbahnhof (Rīgas Starptautiskā autoosta) mit Fernbusverbindungen in alle Nachbarländer und viele Länder der Europäischen Union.

Der Flughafen Riga (Starptautiskā lidosta „Rīga“) ist der größte des Baltikums und bietet Flüge zu 82 Zielen. Da mit vier Millionen Fluggästen 2009 die Kapazität von 2,5 Millionen überschritten wurde, wird die Erweiterung geplant. Für 92 Millionen Euro will airBaltic ein neues Terminal bauen.[36]

Der Rigaer Hafen ist der wichtigste des Landes. Im Jahre 2016 wurden in Riga 59 % der lettischen Importe und Exporte über See umgeschlagen.[37]

Ein Fährterminal (Rīgas Pasažieru termināls) bietet Verbindungen vor allem nach Skandinavien, aber auch nach Norddeutschland.[38]

Lettlands Staatsstraßen sind sternförmig auf Riga ausgerichtet. Südlich der Innenstadt wurde eine neue Dünabrücke (Dienvidu tilts) für eine Umgehungsstraße erbaut und 2008 eröffnet.[39] Die Zubringerstraßen wurden zwischen 2013 und 2016 für den Verkehr freigegeben. Als Nordumfahrung (Ziemeļu koridors) ist eine 27 bis 30 Kilometer lange Autobahn geplant, die in vier Abschnitten nach und nach gebaut werden soll.[40] Es handelt sich dabei um das größte Infrastrukturvorhaben in Riga der letzten Jahrzehnte.[41]

Das städtische Nahverkehrsunternehmen Rīgas Satiksme verfügt über ein S-Bahn-ähnliches System von Vorortzügen sowie ein sehr gut ausgebautes Straßenbahnnetz (252 Wagen, neun Linien). Ergänzt wird das Schienennetz durch den Oberleitungsbus Riga (etwa 330 Wagen, 20 Linien) sowie diverse Omnibuslinien (etwa 460 Wagen, 53 Linien).

Riga ist an einige Fernradwege, auch internationale, angeschlossen, insbesondere an den Ostseeküsten-Radweg, welcher einmal die Ostsee umrundet, und an den Iron Curtain Trail, welcher als längster offizieller Radweg Europas entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs von Norwegen bis zum Schwarzen Meer verläuft.[42]

Für die Straßen Rigas bestehen häufig, aufgrund der langen Tradition der Mehrsprachigkeit der Stadt, auch deutschsprachige Straßennamen.

MedienBearbeiten

Riga ist Zentrum der wichtigsten Medien des Landes. Die öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Radioanstalten Latvijas Televīzija (LTV) und Latvijas Radio mit ihren zahlreichen Programmen haben ebenso ihren Sitz in Riga wie die privaten Fernsehsender LNT, TV3 Latvia und der russischsprachige Sender PBK Latvia. Mit TV5 Rīga besteht ein nur der Stadt gewidmeter Kanal. Nach der Unabhängigkeit entstanden private Rundfunkstationen wie Radio Skonto, European Hit Radio oder Radio SWH. Täglich erscheinende Zeitungen sind Diena und Latvijas Avīze. The Baltic Times ist eine englischsprachige Wochenzeitung für die drei baltischen Staaten mit Sitz in Riga. Mit Rīgas Apriņķa Avīze besteht eine regelmäßig erscheinende Regionalzeitung für Riga und das Umland.

BildungBearbeiten

 
Die Ende der 1950er Jahre im Stil des sowjetischen Klassizismus („Stalinistischer Zuckerbäckerstil“) errichtete Akademie der Wissenschaften
 
Universität Lettlands

In Riga hat die Lettische Akademie der Wissenschaften (Latvijas Zinātņu akadēmija) ihren Sitz. Sie verfügt über ein Kernforschungszentrum in Salaspils südöstlich von Riga.

Mit der Unabhängigkeit 1919 wurde die Universität Lettlands (Latvijas Universitāte) gegründet, die auf das 1862 gegründete Rigaische Polytechnikum zurückgeht. Sie ist mit etwa 23.800 Studenten in 13 Fakultäten die größte Universität des Landes. Die 1958 gegründete Technische Universität Riga (Rīgas Tehniskā universitāte) mit 16.900 Studenten ist ebenfalls auf das Polytechnikum zurückzuführen. Seit 2002 gibt es außerdem die Stradina-Universität Riga (Rīgas Stradiņa universitāte). Sie firmierte seit 1990 als Lettische Medizinische Akademie (Latvijas Medicīnas akadēmiju), und gründet auf der medizinischen Fakultät der Universität Lettlands von 1919.

Seit 1998 besteht die Riga Graduate School of Law als unabhängige Institution innerhalb der Universität Lettlands. Die Handelshochschule Stockholm in Riga ist eine Tochter der Institution in Stockholm. Weiter existieren ein Konservatorium, zahlreiche weitere Fachhochschulen sowie ein Goethe-Institut.

KulturBearbeiten

2014 war Riga Kulturhauptstadt Europas.[43] Infrastrukturelle Projekte in diesem Zusammenhang sind der Bau der von Gunnar Birkerts entworfenen Lettischen Nationalbibliothek (Latvijas Nacionālās bibliotēkas) am Dünaufer gegenüber der Altstadt, einer Konzerthalle (Koncert zale) als Heimstätte unter anderem des Lettischen Nationalen Sinfonieorchesters und die Errichtung des Museums für Zeitgenössische Kunst (Laikmetīgās mākslas muzejs) in einem ehemaligen Kraftwerksgebäude in Andrejsala.[44] Trotz einer Budgetkürzung um 30 % infolge der lettischen Wirtschaftskrise 2009 ist der Bürgermeister optimistisch, dass Riga 2014 ein erfolgreiches Programm bieten kann.[45]

TheaterBearbeiten

Die Lettische Nationaloper (Latvijas Nacionālā opera) befindet sich seit der ersten Aufführung im Januar 1919 im neoklassizistischen Gebäude (1860–1863), das als Deutsches Theater konzipiert war. Das Repertoire umfasst Opernklassiker, bekannt ist auch die seit 1922 existierende Ballettkompanie. Eines der größten Theater des Landes ist das Lettische Nationaltheater, das 1919 gegründet wurde. Von 1837 bis 1839 war Karl von Holtei erfolgreicher Direktor eines damals deutschsprachigen Theaters[46] in Riga, für das er Richard Wagner als Kapellmeister engagiert hatte.[47] Das Rigaer Russische Theater (Mihaila Čehova Rīgas Krievu teātris) ist das älteste professionelle Dramatheater des Landes; 1883 war die erste Spielzeit des Theaters, dessen Repertoire russische und ausländische Stücke umfasst. Das 1920 eröffnete Daile-Theater (Dailes teātris) präsentiert regelmäßig moderne ausländische Stücke. Mit seinen Aufführungen richtet sich das 1944 gegründete Lettische Staatspuppentheater (Latvijas Valsts Leļļu teātris) vor allem an Kinder. Nach der Unabhängigkeit entstand 1992 das Neue Rigaer Theater (Jaunais Rīgas teātris).

MuseenBearbeiten

 
Lettisches Okkupationsmuseum
 
Das „Eckhaus“, die ehemalige Zentrale des sowjetischen Geheimdienstes KGB
  • Museen zur Geschichte und Kulturgeschichte:
    • Das Lettische Okkupationsmuseum (Latvijas Okupācijas muzejs) befindet sich in einem Bau aus den 1970er Jahren und widmet sich der Zeit, als Lettland unter deutscher und sowjetischer Besatzung stand (1940–1991).
    • Das Stadtgeschichtliche und Schifffahrtsmuseum (Rīgas vēstures un kuģniecības muzejs) ist eines der ältesten Museen Europas. Diesem angegliedert ist das Mentzendorffhaus (Mencendorfa nams), das als historisches Wohn- und Geschäftshaus besichtigt werden kann.
    • Das Museum Juden in Lettland (Muzejs Ebreji Latvijā) zeigt die Geschichte der Juden Rigas und Lettlands vom 18. Jahrhundert bis 1941.
    • Das Lettische Geschichtsmuseum (Latvijas Vēstures muzejs) im Rigaer Schloss widmet sich der Landesgeschichte von der Steinzeit bis in die Gegenwart.
    • Im Jahre 2014 wurde das Eck-Haus (Stura maja), die einstige Zentrale des sowjetischen Geheimdienstes KGB im besetzten Lettland, als Museum und Gedenkstätte eröffnet.[48]
    • Im Pulverturm befindet sich das Lettische Kriegsmuseum (Latvijas Kara muzejs) für Militär- und Kriegsgeschichte.
    • Pauls Stradiņš Museum für Medizingeschichte (etwa 200.000 Exponate)[49][50]
    • Das Lettische Freilichtmuseum am Jugla-See beherbergt 118 Gebäude der Volksarchitektur und zeigt die traditionell-ländliche Lebensweise.

Weiter bestehen ein Lettisches Naturgeschichtsmuseum (Latvijas Dabas muzejs) und ein Rigaer Motormuseum (Rīgas Motormuzejs) mit historischen Fahrzeugen.

MusikBearbeiten

Im 17. Jahrhundert begann die Blüte europäischer Musik in Riga, das sich zum seinerzeit bedeutendsten Musikzentrum des Baltikums entwickelte. Es kam zur Gründung der Rigaer Musikgesellschaft (1760) und von privaten Orchestern wie dem von Baron Otto Hermann von Vietinghoff, aus dem sich später das Orchester der 1782 gegründeten Oper bildete. In Riga tätig waren unter anderem Johann Valentin Meder, Johann Gottfried Müthel und Georg Michael Telemann.[51] Im 19. Jahrhundert existierten mit der deutschen Kunstmusik und dem von den weitgehend rechtlosen Letten weiterentwickelten folkloristischen Liedgut zwei parallele musikalische Traditionen. Von 1837 bis 1839 arbeitete Richard Wagner als Kapellmeister an der Oper, die zu dieser Zeit internationales Niveau erreichte. Leo Blech dirigierte von 1938 bis 1941 als Erster Gastdirigent der Nationaloper zahlreiche Opernvorstellungen.[52][46]

Von 1911 bis 1914 war Franz von Hoeßlin Dirigent des Rigaischen Symphonieorchesters.[53] Die staatliche Lettische Musikakademie Jāzeps Vītols wurde 1919 als Konservatorium gegründet und hat etwa 500 Studenten. Klassische Konzerte finden heute unter anderem im Schwarzhäupterhaus und in der Großen Gilde statt.

1993 fand in Riga das erste Nationale Sängerfest im unabhängigen Lettland statt; die Tradition der baltischen Sängerfeste ist sehr alt, in Lettland fand das erste bereits 1873 statt. 2003 wurden die Sängerfeste aller drei baltischen Staaten der UNESCO-Liste der „Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit“ hinzugefügt. Das XXIV. Nationale Sängerfest fand 2008 in Riga statt. Ein besonderer Höhepunkt sind die „Kriege der Lieder“, in denen die besten Chöre des Landes gegeneinander antreten.[54]

2003 fand in Riga der Eurovision Song Contest statt.

SportBearbeiten

Für die Eishockey-Weltmeisterschaft 2006 wurde die maximal 14.500 Zuschauer fassende Arēna Rīga erbaut, die für Eishockey, Basketball und Konzerte benutzt wird. Sie dient als Heimspielort des in der russischen KHL spielenden Vereins Dinamo Riga. Erfolgreichster Fußballverein des Landes mit 14 Meistertiteln ist Skonto Riga mit dem im Jahr 2000 eröffneten und 10.000 Zuschauer fassenden Skonto-Stadion (Skonto stadions). Weitere Erstligavereine sind JFK Olimps Riga (Spielort Daugava-Stadion/Daugavas stadions) und FK Jaunība Riga. Mit 18 Titelgewinnen in der FIBA EuroLeague Women ist TTT Rīga einer der erfolgreichsten Vereine im europäischen Frauenbasketball. Erfolgreicher Herrenbasketballverein sind die BK Barons/LMT (Lettischer Meister 2008) und VEF Riga. Die Skonto Arena (6500 Zuschauer) wurde 1999 eröffnet und wird von der Basketballmannschaft von Skonto Riga benutzt. Bis 2009 bestand der auch international erfolgreiche Eishockeyverein HK Riga 2000, der in der inbox.lv ledus halle spielte.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Seit 1991 findet jährlich der Riga-Marathon (Rīgas maratons) statt. 1998 wurde zum ersten Mal das jährlich im Sommer stattfindende Rigaer Opernfestival (Rīgas Operas festivāls) organisiert.

  • Ballettfestival
  • Theaterfestival Baltischer Frühling

Kulinarische SpezialitätenBearbeiten

Eine Rigaer Spezialität ist der bittere, schwarze Schnaps Rīgas Melnais balzams, der als lettisches Nationalgetränk gilt. Daneben ist Riga bekannt für Schokolade und Pralinen.

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Personen, die in Riga wirktenBearbeiten

  • Bernhard Bielenstein (1877–1959), Architekt des Jugendstils
  • Rupert Bindenschu (1645–1698), Architekt und Stadtbaumeister in Riga
  • Heinrich Julius Böthführ (1811–1888), Bürgermeister
  • Georg Ludwig Collins (1763–1814), evangelischer Geistlicher
  • Carl Diercke (1842–1913), Kartograf, war von 1865 bis 1869 Lehrer in Riga
  • Michail Eisenstein (1867–1920), Bauingenieur und Architekt des Jugendstils
  • Heinz Erhardt (1909–1979), deutscher Komiker, Musiker, Komponist, Schauspieler und Dichter
  • Alexander Faltin (1819–1899), deutscher Rigaer Ratsherr, Gründer der Baltischen Monatsschrift, Initiator der Riga-Dünaburgischen Eisenbahn
  • Paul Albert Glaeser-Wilken (1874–1942), Spielleiter und Schauspieler, wirkte von 1912 bis 1914 am Stadttheater Riga
  • Karl Ludwig Grave (1784–1840), Geistlicher und Pädagoge
  • Teodors Grīnbergs (1870–1962), Theologe
  • Oskar Grosberg (1862–1941), deutsch-baltischer Journalist und Schriftsteller, von 1916 bis 1939 Redakteur der Rigaschen Rundschau
  • Karl August von Hardenberg (1750–1822), preußischer Staatsmann, verfasste im Exil in Riga 1807 die für die Reform des preußischen Staates wegweisende Rigaer Denkschrift
  • Johann Gottfried Herder (1744–1803), deutscher Dichter, lebte von 1764 bis 1769 in Riga
  • Karl von Holtei (1798–1880), deutscher Schriftsteller, Schauspieler und Theaterregisseur, von 1837 bis 1841 Direktor des Theaters in Riga
  • Carl Gustav Jochmann (1789–1830), deutscher Publizist
  • Conradin Kreutzer (1780–1849), deutscher Komponist, 1849 in Riga verstorben
  • Ludwig August Mellin (1754–1835), deutschbaltischer Politiker, Kartograph, Direktor des Livländischen Oberkonsistoriums
  • Johann Gottfried Müthel (1728–1788), deutscher Cembalist, Organist und Komponist, seit 1753 in Riga tätig, seit 1767 als Hauptorganist an der dortigen Kathedrale St. Petri, 1788 in Riga verstorben
  • Kristīne Opolais (* 1979), von 2001 bis 2007 Sopranistin an der Lettischen Nationaloper
  • Bernhard Press (1917–2001), in Riga geborener, ausgebildeter und wirkender Pathologe, Hochschullehrer
  • Louise Radecke (1846–1916), Opernsängerin
  • Thomas von Ramm († 1631), Bürgermeister von Riga
  • Johann Schöning, Bürgermeister und Erzvogt (zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts)
  • Johann Christoph Schwartz (1722–1804), Bürgermeister von Riga (1782–1787)
  • Martin Sihle (1863–1945), Direktor der I. Med. Univ.-Klinik in Riga
  • Karl Gottlob Sonntag (1765–1827), deutscher Geistlicher, Oberpastor in Riga und Generalsuperintendent von Livland
  • Pēteris Vasks (* 1946), lettischer Komponist, lebt in Riga
  • Richard Wagner (1813–1883), deutscher Komponist, von 1837 bis 1839 in Riga

LiteraturBearbeiten

BibliografienBearbeiten

MonografienBearbeiten

  • Andrej Angrick, Peter Klein: Die „Endlösung“ in Riga. Ausbeutung und Vernichtung 1941–1943 (= Veröffentlichungen der Forschungsstelle Ludwigsburg der Universität Stuttgart. Band 6). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2006, ISBN 3-534-19149-8 (Gesamtdarstellung).
  • Friedrich Benninghoven: Rigas Entstehung und der frühhansische Kaufmann (= Nord- und osteuropäische Geschichtsstudien. Band 3). Velmede, Hamburg 1961, DNB 450356868.
  • Skaidrīte Cielava, Zenta Ērgle: Was Altrigas Straßen und Häuser erzählen. Dt. Fassung von J. Bernšteins. Verlag Liesma, Riga 1977, DNB 790447169 (lettisch: Par ko stāsta vecās Rīgas ielas un nami).
  • Ulrike von Hirschhausen: Die Grenzen der Gemeinsamkeit. Deutsche, Letten, Russen und Juden in Riga 1860–1914 (= Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft. Band 172). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2006, ISBN 3-525-35153-4 (Zugl.: Göttingen, Univ., Habil.-Schr., 2005).
  • Wilhelm Lenz: Riga zwischen dem Römischen Reich und Polen-Litauen in den Jahren 1558–1582 (= Wissenschaftliche Beiträge zur Geschichte und Landeskunde Ost-Mitteleuropas. Band 82). Verlag des Herder-Instituts, Marburg 1968.
  • Ilgvars Misāns, Horst Wernicke (Hrsg.): Riga und der Ostseeraum. Von der Gründung 1201 bis in die Frühe Neuzeit (= Tagungen zur Ostmitteleuropa-Forschung. Band 22). Herder-Institut, Marburg 2005, ISBN 3-87969-319-6 (Beiträge teilweise deutsch, teilweise englisch).
  • Erwin Oberländer, Kristine Wohlfart (Hrsg.): Riga. Portrait einer Vielvölkerstadt am Rande des Zarenreiches 1857–1914. Schöningh Verlag, Paderborn u. a. 2004, ISBN 3-506-71738-3.
  • Andreas Fülberth: Tallinn – Riga – Kaunas. Ihr Ausbau zu modernen Hauptstädten 1920–1940 (= Das Baltikum in Geschichte und Gegenwart. Band 2). Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2005, ISBN 3-412-12004-9 (Zugl.: Münster [Westfalen], Univ., Diss., 2001).

DokumentarfilmeBearbeiten

  • Bilder einer Landschaft: Riga – Rose im Baltikum. Dokumentation, etwa 45 Minuten, Produktion: BR, 2003.
  • Schätze der Welt – Erbe der Menschheit. Folge 149: Riga – Hanse, Bernstein, Jugendstil (Lettland). Dokumentation, etwa 15 Minuten, Produktion: SWR, 2004 (Serienindex-PDF; 601 kB), abgerufen am 24. November 2016.

WeblinksBearbeiten

  Wikivoyage: Riga – Reiseführer
 Wiktionary: Riga – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  Commons: Riga – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Riga – Quellen und Volltexte

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Stadtporträt des Projektes „Reformationsstädte Europas“: Reformationsstadt Riga. Lettland. Die neue Lehre kam über die Ostsee. In: reformation-cities.org/cities. Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa, abgerufen am 8. Oktober 2017. Zur Bedeutung Rigas in der Reformationsgeschichte siehe den Abschnitt Von der Reformation bis zur russischen Provinz sowie das Stadtporträt des Projekts „Europäischer Stationenweg“: Riga. In: r2017.org/europaeischer-stationenweg, abgerufen am 23. November 2016.
  2. Daten zur Bevölkerungsentwicklung: Latvijas iedzivotaju skaits pašvaldibas (Memento vom 11. August 2011 im Internet Archive) (PDF; 59 kB). In: gov.lv. Pilsonības un migrācijas lietu pārvalde, abgerufen am 24. November 2016.
  3. Rīgas pašvaldības portāls (Memento vom 28. Februar 2009 im Internet Archive). In riga.lv. 2003, abgerufen am 24. November 2016.
  4. Richard Hausmann: Die Recesse und anderen Acten der Hansetage von 1256 bis 1430. In: Baltische Monatsschrift. Band 20, Heft Januar–Februar 1871, S. 86–99, hier: S. 94.
  5. Wilhelm Ebel: Lübisches Recht im Ostseeraum. Westdeutscher Verlag, Köln/Opladen 1967, S. 17.
  6. Anna Ziemlewska: Riga und das Römische Reich nach Auflösung der livländischen Konföderation. In: Thomas Lau, Helge Wittmann (Hrsg.): Kaiser, Reich und Reichsstadt in der Interaktion. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2016, ISBN 978-3-7319-0262-1, S. 147–156.
  7. Heinz von zur Mühlen: Das Ostbaltikum unter Herrschaft und Einfluß der Nachbarmächte (1561–1710/1795). In: Gert von Pistohlkors (Hrsg.): Deutsche Geschichte im Osten Europas. Baltische Länder. Siedler, Berlin 1994, ISBN 3-88680-214-0, S. 173–264, hier S. 182.
  8. Arveds Schwabe: Histoire du peuple letton. Bureau d’Information de la Légation de Lettonie à Londres, Stockholm 1953, S. 120.
  9. Chorographische Delineation der Glükligen Descente über die Düna, sambt der darauff erhaltenen Victorieusen Bataille Seiner Königlichen Mayestet von Sueden Carl XII. (zeitgenössische Darstellung des Übergangs der schwedischen Truppen über die Düna mit einer genauen Karte des Umlandes von Riga).
  10. Riga. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 16, Bibliographisches Institut, Leipzig/Wien 1908, S. 931–933. – Abgerufen am 24. November 2016.
  11. Reinhard Wittram: Baltische Geschichte. Die Ostseelande Livland, Estland, Kurland 1180–1918. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1973, S. 127.
  12. Napoleon Asmuß: Alexander Gottschalk von Sengbusch, Rigascher Bürgermeister. In: Rigasche Stadtblätter. Jg. 53 (1862), Nr. 27, 5. Juli 1862, ISSN 1691-7448, S. 237–249, hier S. 244 (online).
  13. Reinhard Wittram: Baltische Geschichte. Die Ostseelande Livland, Estland, Kurland 1180–1918. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1973, S. 143.
  14. Reinhard Wittram: Baltische Geschichte. Die Ostseelande Livland, Estland, Kurland 1180–1918. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1973, S. 168.
  15. Erwin Oberländer: Rigas Aufstieg zur multinationalen Wirtschaftsmetropole. In: Erwin Oberländer, Kristine Wohlfart (Hrsg.): Riga. Porträt einer Vielvölkerstadt am Rande des Zarenreiches 1857–1914. Schöningh Verlag, Paderborn 2004, S. 11–30.
  16. Ulrike von Hirschhausen: Die Grenzen der Gemeinsamkeit. Deutsche, Letten, Russen und Juden in Riga 1860–1914. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2006, S. 49.
  17. Vanda Zariņa: Rīgas domnieki laikmeta līkločos. Rīgas dome, Riga 2019, ISBN 978-9984-31-148-7, S. 16 (lettisch).
  18. Die Geschichte Lettlands von 1918 bis 1940. 3. Dezember 2015, abgerufen am 25. Oktober 2019.
  19. Vanda Zariņa: Rīgas domnieki laikmeta līkločos. Rīgas dome, Riga 2019, ISBN 978-9984-31-148-7, S. 57 (lettisch).
  20. Georg von Rauch: Geschichte der baltischen Staaten. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München; 2., durchgesehene Aufl. 1977, ISBN 3-423-04297-4, S. 58.
  21. Daina Bleiere u. a.: Latvijas vēsture 20. gadsimts. Jumava, Riga 2005, ISBN 9984-05-979-0, S. 116–118.
  22. Frīdis Zālītis: Latvijas vēsture. 8. Auflage. Valters un Rapa, Riga 1937, S. 347.
  23. Adolfs Šilde: Die Entwicklung der Republik Lettland. In: Boris Meissner (Hrsg.): Die baltischen Nationen: Estland, Lettland, Litauen. Markus-Verlag, Köln 1990, ISBN 3-87511-041-2, S. 63–74, hier: S. 66.
  24. Seppo Myllyniemi: Die Deutschen und die Völker des baltischen Raumes im Zweiten Weltkrieg. In: Wilfried Schlau (Hrsg.): Tausend Jahre Nachbarschaft. Band 4: Die Völker des baltischen Raumes und die Deutschen. Bruckmann, München 1995, ISBN 3-7654-2404-8, S. 140–151, hier: S. 143.
  25. Elena Makarova, Sergej Makarov: 3000 Schicksale. Die Deportation der Juden aus dem Ghetto Theresienstadt nach Riga 1942. Hrsg. von Menachem Barkahan. Gesellschaft Shamir, Riga 2015 (PDF; 45,5 MB).
  26. Erich Maschke (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkrieges. In Verbindung mit Kurt W. Böhme u. a. Karten und Grafiken von Johann Anton. Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962–1977, DNB 540491969.
  27. Volkszählung 2011. In: csb.gov.lv. Archiviert vom Original am 1. Juli 2018; abgerufen am 24. November 2016.
  28. 2012. gada 18. februāra tautas nobalsošana par likumprojekta „Grozījumi Latvijas Republikas Satversmē“ pieņemšanu – Rezultāti. In: cvk.lv. Zentrale Wahlkommission, abgerufen am 19. Februar 2012.
  29. Latvijas iedzīvotāju skaits pašvaldībās (= Einwohnerzahlen der Selbstverwaltungsbezirke Lettlands), Stand: 1. Juli 2018 (lettisch), S. 1, abgerufen am 5. Januar 2019.
  30. Rīga 1860–1917. Rīga, Zinātne 1978.
  31. Volkszählung 1930. (PDF; 14,6 MB) Teil II: Nationalität. (Nicht mehr online verfügbar.) In: csb.gov.lv. 22. Dezember 2011, S. 70 ff., archiviert vom Original am 22. Januar 2017; abgerufen am 30. Januar 2019 (lettisch).
  32. Rigaer Wappen.
  33. Historic Centre of Riga. UNESCO-Welterbeliste. In: unesco.org, abgerufen am 29. Mai 2010 (englisch).
  34. a b UNESCO/ICOMOS-Mission 2008 (Memento vom 3. November 2013 im Internet Archive). In: unesco.org.
  35. EUROSTAT (Memento vom 8. Juli 2012 im Webarchiv archive.today). In: europa.eu.
  36. The Baltic Course. In: baltic-course.com. 4. März 2010, abgerufen am 28. März 2010.
  37. Latvian Business Guide, Ausgabe 2018, S. 33.
  38. Riga Fähren. In: aferry.de, abgerufen am 19. Juni 2017.
  39. The Baltic Course. In: baltic-course.com. 17. November 2008, abgerufen am 5. April 2010.
  40. Rīgas Ziemeļu transporta koridors – „Rīgas pilsētas un Rīgas ostas iekļaušana TEN-T ceļu tīklā“ (lettisch), abgerufen am 19. Mai 2018.
  41. Riga Northern Transport Corridor. Projektseite. (Nicht mehr online verfügbar.) In: ziemelukoridors.lv. Archiviert vom Original am 18. Dezember 2016; abgerufen am 30. Januar 2019 (englisch, lettisch, russisch).
  42. EuroVelo 13. Lettland. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 17. Mai 2017; abgerufen am 17. April 2017.
  43. Riga wird Lettlands „Kulturhauptstadt Europas 2014“. Pressemeldung der Europäischen Union. In: europa.eu. 15. September 2009, abgerufen am 14. März 2010.
  44. Riga 2014 (Memento vom 10. Juli 2011 im Internet Archive) (PDF; 11,7 MB), abgerufen am 24. November 2016.
  45. Valentina Pop: Riga says it can handle expense of being EU Capital of Culture. In: euobserver.com. Brüssel, 29. März 2010, abgerufen am 24. November 2010 (englisch).
  46. a b Vgl. auch Moritz Rudolph (Hrsg.): Rigaer Theater- und Tonkünstler-Lexikon nebst Geschichte des Rigaer Theaters und der Musikalischen Gesellschaft. N. Kymmel, Riga 1890.
  47. Michael Sachs: ‘Fürstbischof und Vagabund’. Geschichte einer Freundschaft zwischen dem Fürstbischof von Breslau Heinrich Förster (1799–1881) und dem Schriftsteller und Schauspieler Karl von Holtei (1798–1880). Nach dem Originalmanuskript Holteis textkritisch herausgegeben. In: Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift für Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung. Band 35, 2016 (2018), ISSN 2511-7122, S. 223–291, hier: S. 282.
  48. Kerstin Holm: Schrecken von Riga. KGB-Zentrale wird Gedenkstätte. In: FAZ. 2. Mai 2014, S. 9.
  49. Pauls Stradiņš Museum für Medizingeschichte. In: liveriga.com, abgerufen am 19. Juni 2017.
  50. Volker Hagemann: Riga Tallinn Vilnius: Die Hauptstädte und die schönsten Reiseziele im Baltikum. 3., aktualis. und erw. Auflage. Trescher, Berlin 2015, ISBN 978-3-89794-333-9, S. 104 (Vorschau in der Google-Buchsuche).
  51. Heike Müns (Hrsg.): Musik und Migration in Ostmitteleuropa (= Schriften des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im Östlichen Europa. Band 23). Oldenbourg, München/Wien 2005, ISBN 3-486-57640-2.
  52. Lolita Fūrmane: Deutsche Dirigenten am Rigaer Opernhaus zwischen 1919 und 1944. Zur Frage der Inszenierungen von Leo Blech. In: Deutsch-baltische musikalische Beziehungen: Geschichte – Gegenwart – Zukunft. Bericht über die 35. Konferenz der Musikwissenschaftler des Baltikums in Vilnius, 18.–20. Oktober 2001 (= Institut für Deutsche Musikkultur im Östlichen Europa [Hrsg.]: Edition IME. Reihe 1: Schriften. Band 11). Hrsg. von Audrone Žiūraitytė und Klaus-Peter Koch. Studiopunkt-Verlag, Sinzig 2003, ISBN 3-89564-111-1, S. 43–49.
  53. Franz von Hoeßlin, Dirigent des Orchesters des Vereins der Musikfreunde. In: Vaterstädtische Blätter. Jg. 1919, Nr. 1, Ausgabe vom 12. Oktober 1919, ISSN 0724-1410.
  54. Annika Müller: Kleines Volk mit großer Stimme. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 5. August 2008.