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Rote Liste des gefährdeten Welterbes

Hervorhebung von Kultur- und Naturdenkmälern des Welterbes
Lage der gefährdeten Welterbestätten

Die Rote Liste des gefährdeten Welterbes wird von der UNESCO geführt. Ihre Grundlage ist die von 193 Staaten unterzeichnete Welterbekonvention. Von denjenigen Kultur- und Naturdenkmälern, die auf der Liste des Welterbes geführt werden, hebt die UNESCO mit dieser Roten Liste solche hervor, deren Bestand und Geltung durch ernste und spezifische Gefahren, wie Beschädigung, Zerstörung oder Verschwinden, bedroht sind. Die UNESCO mahnt für diese Stätten außerordentliche Schutzanstrengungen an.[1]

Inhaltsverzeichnis

VerfahrenBearbeiten

 
Klagemauer und Altstadt von Jerusalem, die auf der Roten Liste steht. Die UNESCO musste 2007 im Streit um die Rampe zum Dungtor (rechts) schlichtend eingreifen.
 
Der Nationalpark Iguaçu in Brasilien stand 1999–2000 auf der Roten Liste. Der Druck führte dazu, dass eine durch den Park verlaufende Straße nicht wiedereröffnet wurde.

Gründe für Bedrohungen sind vielfältig. Landerschließung, Urbanisierung, Naturkatastrophen, kriegerische Auseinandersetzungen, Rodung, Wilderei, Vandalismus, Vernachlässigung und ausgedehnter Tourismus können Welterbestätten gefährden. Bedrohungen können bereits festgestellt sein, wie bei erfolgtem Abriss von Gebäuden, oder nur möglich, wie bei fehlender gesetzlicher Grundlage für den Schutz.

Eine Aufnahme in die Rote Liste ist stets ein Aufruf an die internationale Staatengemeinschaft. Die Antragstellung erfolgt seitens der UNESCO oder seitens des betroffenen Staates. Die Entscheidung wird durch das Welterbekomitee mit einer Mehrheit von zwei Dritteln angenommen. In diesem Falle soll sich die „Staatengemeinschaft“ finanziell, technisch und politisch am Schutz und an der Rettung beteiligen. Das Welterbekomitee verfügt auch über eigene Geldmittel, aus denen Hilfsmaßnahmen finanziert werden können. Das Welterbekomitee droht mitunter, eine Stätte gegen den Willen des betroffenen Staates in die Rote Liste aufzunehmen. Allein diese Ankündigung kann in manchen Ländern erhebliche Erhaltungsanstrengungen in Gang setzen.

“[…] the Committee is of the view that its assistance in certain cases may most effectively be limited to messages of its concern, including the message sent by inscription of a property on the List of World Heritage in Danger and that such assistance may be requested by any Committee member or the Secretariat.”

„[…] das Komitee ist der Auffassung, dass seine Unterstützung in bestimmten Fällen am zweckmäßigsten auf Mitteilungen über seine Besorgnis, darunter die Mitteilung über die Eintragung eines Gutes in die Liste des gefährdeten Erbes der Welt, beschränkt werden kann und dass solche Unterstützung von jedem Mitglied des Komitees oder vom Sekretariat beantragt werden kann.“

– Durchführungsbestimmungen zur Welterbekonvention[2], Ziffer 177

Nach dem Eintrag formuliert das Welterbekomitee ein Programm für Abhilfemaßnahmen und erstellt den Zeitplan, bevorzugt mit dem betroffenen Staat abgestimmt, notfalls auch gegen dessen Willen. Die Maßnahmen zum Schutz der Stätte werden kontrolliert, die Abläufe festgelegt und es wird geprüft, wann der Zustand, der Grund zur Eintragung gab, beseitigt ist. Erst wenn der Anlass der Gefährdung zum Eintrag beseitigt ist, kann eine Stätte wieder von der Roten Liste gestrichen werden.[3] Wird die Gefährdung nicht beseitigt und ist die herausragende Bedeutung der Stätte unwiederbringlich zerstört, kann die Stätte oder ein Teil davon auch von der Welterbeliste gestrichen werden[4], wozu es jedoch nur selten kommt (siehe Ehemaliges Welterbe).

Einträge in der Roten ListeBearbeiten

Im Juli 2017 befanden sich von den 1073 Welterbestätten 54 Stätten auf der Roten Liste.[5]

  • Stätten des Naturerbes sind mit einem „N“, Stätten des Kulturerbes mit einem „K“ markiert.
  • Denkmäler, die sowohl dem Weltkultur- als auch dem Weltnaturerbe angehören, tragen ein „K/N“.
Rote Liste seit Stätte Staat Typ Welterbe seit Gründe
1982 Altstadt und Stadtmauer von Jerusalem keinem Staat zugeordnet K 1981 Angesichts des unklaren Rechtsstatus von Jerusalem ist die Erhaltung der Altstadt ein besonderes Problem. Zuletzt waren Arbeiten an der Rampe zum Dungtor umstritten.  
1986 Ruinenstadt Chan Chan Peru  Peru K 1986 Die Ruinen sind auf Grund der Klimaveränderungen, Anstieg des Grundwassers und illegaler Ansiedlungen auf dem Gelände immer schwereren Zerstörungen ausgesetzt.  
1992 Strenges Naturreservat Berg Nimba Elfenbeinküste  Elfenbeinküste,
Guinea  Guinea
N 1981 In Guinea ist der Abbau von Eisenerz geplant, an der Elfenbeinküste haben Rebellen die Kontrolle und Flüchtlinge haben im Park Lager errichtet.  
1992 Naturreservate Aïr und Ténéré Niger  Niger N 1991 Die Aufstände der Tuareg führten zur Aufnahme, die verschiedenen politischen Umbrüche und zu geringes Engagement der Regierung haben eine Streichung von der Liste bisher verhindert.  
1994 Nationalpark Virunga Kongo Demokratische Republik  Demokratische Republik Kongo N 1979 Eine Flüchtlingswelle, die nach dem Völkermord in Ruanda in die Region drängte, bedrohte den Baumbestand des Parks. Noch immer agieren bewaffnete Gruppen in der Region.  
1996 Nationalpark Garamba Kongo Demokratische Republik  Demokratische Republik Kongo N 1980 Die Breitmaulnashörner wurden durch Wilderei fast ausgerottet. Die unklare politisch-militärische Situation spricht gegen eine baldige Streichung des Parks von der Liste.  
1997 Nationalpark Kahuzi-Biéga Kongo Demokratische Republik  Demokratische Republik Kongo N 1980 Die Berggorillas sind in ihrem Bestand stark gefährdet, die tiefer liegenden Regionen des Parks werden von einer ruandischen Rebellengruppe als Operationsbasis genutzt.  
1997 Okapi-Wildtierreservat Kongo Demokratische Republik  Demokratische Republik Kongo N 1996 Entwaldung durch Brandrodung für die Landwirtschaft und kommerzielle Jagd zum Verkauf von Wildfleisch, sowie der Abbau von Gold und Coltan bedrohen das Reservat.  
1997 Nationalpark Manovo-Gounda Saint Floris Zentralafrikanische Republik  Zentralafrikanische Republik N 1988 Organisierte Wilderei hat den Tierbestand des Parks massiv vermindert.
1999 Nationalpark Salonga Kongo Demokratische Republik  Demokratische Republik Kongo N 1984 Der allgemeine Zusammenbruch von Recht und Ordnung in der Region resultierte in Plünderungen und dem Desertieren eines Teils der Bewacher des Parks.  
2000 Medina von Zabid Jemen  Jemen K 1993 Der historische Suq wird nicht mehr genutzt, viele Gebäude sind durch moderne Betonbauten ersetzt worden.
2001 Frühchristliche Ruinen von Abu Mena (Kloster des Hl. Menas) Agypten  Ägypten K 1979 Ansteigendes Grundwasser infolge eines Bewässerungsprojektes zerstört die Fundamente.
2002 Minarett und archäologische Funde von Dschām Afghanistan  Afghanistan K 2002 Das Minarett drohte vom Fluss unterspült zu werden und steht nicht mehr senkrecht. Es bestehen noch keine Strukturen zum Schutz der Stätte.  
2003 Kulturlandschaft und archäologische Stätten des Bamiyan-Tals (z. B. Buddha-Statuen von Bamiyan) Afghanistan  Afghanistan K 2003 Nachdem 2001 die Statuen von den Taliban zerstört worden waren, drohten ihre Nischen einzustürzen. In Teilen des Tals liegen noch Landminen.  
2003 Assur Irak  Irak K 2003 Durch den Bau des Makhul-Staudammes drohten die Ausgrabungsstätten überflutet zu werden. Obwohl das Projekt aufgegeben wurde, bleiben die allgemeinen Sicherheitsprobleme bestehen.  
2005 Humberstone- und Santa-Laura-Salpeterwerke Chile  Chile K 2005 Fast fünfzig Jahre nach Aufgabe der Werke haben der Wüstenwind und Diebstähle erhebliche Zerstörungen angerichtet. Einige der Gebäude sind akut einsturzgefährdet.  
2005 Altstadt und Hafen von Coro Venezuela  Venezuela K 1993 Schwere Stürme in den Jahren 2004/05 haben in der Stadt zahlreiche Schäden angerichtet.
2006 Mittelalterliche Denkmäler im Kosovo: Kloster Dečani, Patriarchenkloster Peć, Kloster Gračanica und Kirche der Jungfrau von Ljeviša Serbien  Serbien[6] K 2004/ 2006 Die rechtliche Lage ist unklar und die Sicherheitslage instabil.[7]  
2007 Archäologische Stätten von Samarra Irak  Irak K 2007 Kuppel und Minarette des Al-Askari-Schreins wurden durch Bombenanschläge zerstört.  
2007 Nationalpark Niokolo-Koba Senegal  Senegal N 1981 Der Park leidet unter Wilderei und ein Dammbauprojekt am Gambia könnte die regelmäßigen Überflutungen des Graslands verhindern.  
2009 Naturreservat Barriereriff von Belize Belize  Belize N 1996 Mangroven wurden in großem Umfang abgeholzt.  
2010 Everglades-Nationalpark Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten N 1979 Die zunehmende Umweltverschmutzung und Eingriffe in den Wasserhaushalt bedrohen den Park.
Der Park war bereits in der Zeit von 1993 bis 2007 auf der roten Liste.
 
2010 Kasubi Tombs, Grabstätten der Buganda-Könige Uganda  Uganda K 2001 Wurde durch einen Brand teilweise zerstört.
2010 Regenwälder von Atsinanana Madagaskar  Madagaskar N 2007 Illegale Abholzungen und Jagd auf die gefährdeten Lemuren der Naturerbestätte[8]
2011 Biosphärenreservat Río Plátano Honduras  Honduras N 1982 Illegaler Holzeinschlag, Brandrodung, zunehmender Druck durch die Landwirtschaft, ein geplantes Wasserkraftwerk und unzureichendes Management gefährden die Wälder.
2011 Tropische Regenwälder von Sumatra: Nationalpark Gunung Leuser, Nationalpark Kerinchi-Seblat und Nationalpark Barisan Selatan Indonesien  Indonesien N 2004 Illegaler Holzeinschlag und zunehmender Druck durch landwirtschaftliche Nutzung, außerdem Wilderei und Pläne für Straßen durch das Gebiet.[9]
2012 Festungen an der karibischen Küste in Panama: Portobelo-San Lorenzo Panama  Panama K 1980 Umweltfaktoren, mangelnde Wartung und unkontrollierbaren Stadtentwicklung bedrohen die Festungen, als einst prächtiges Beispiel für die Militärarchitektur des 17. und 18. Jahrhunderts an der Karibikküste.
2012 Moscheen, Mausoleen und Friedhöfe von Timbuktu Mali  Mali K 1988 Die malische Regierung ersuchte um Schutz der Welterbestätten im Norden des Landes, der von einem bewaffneten Konflikt betroffen ist.[10]
2012 Grabmal von Askia Mali  Mali K 2004 Die malische Regierung ersuchte um Schutz der Welterbestätten im Norden des Landes, der von einem bewaffneten Konflikt betroffen ist.[10]
2012 Geburtskirche in Bethlehem Palastina Autonomiegebiete  Palästinensische Autonomiegebiete K 2012 Die Dachziegel der Kirche wurden seit dem 19. Jahrhundert nicht mehr erneuert. Eindringendes Regenwasser beschädigt die tragenden Elemente sowie Mauermosaike und Malereien.[11]
2012 Historische Hafenstadt von Liverpool Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich K 2004 Gefährdung durch ein geplantes Neubauprojekt, welches den historischen Charakter der Docks zerstören würde.[12]
2013 Altstadt von Aleppo Syrien  Syrien K 1986 Alle Welterbestätten sind durch den Bürgerkrieg in Syrien in ihrem Bestand gefährdet. Außerdem soll damit die Aufmerksamkeit auf die Risiken gelenkt werden, welchen sie ausgesetzt sind.[13]
2013 Altstadt von Bosra Syrien  Syrien K 1980
2013 Altstadt von Damaskus Syrien  Syrien K 1979
2013 Tote Städte in Nordsyrien Syrien  Syrien K 2011
2013 Krak des Chevaliers und Qal’at Salah ed-Din Syrien  Syrien K 2006
2013 Ruinen von Palmyra Syrien  Syrien K 1980
2013 East Rennell Salomonen  Salomonen N 1998 Abholzung der Inselwälder, Anstieg des Meeresspiegels durch den Klimawandels, Bergbaumaßnahmen, kommerzielle Fischerei und Absinken des Grundwasserspiegels verbunden mit dem Eindringen von Meerwasser
2014 Potosí Bolivien  Bolivien K 1987 Bergbau und Industrie verursachen ein Absinken des Grundwasserstandes und gefährden die Stabilität des Untergrundes der Stadt
2014 Wildreservat Selous Tansania  Tansania N 1982 Organisierte Wilderei hat den Tierbestand des Reservats fast völlig ausgerottet.
2014 Kulturlandschaft von Battir Palastina Autonomiegebiete  Palästinensische Autonomiegebiete K 2014 Trockenheit und Änderung in der Landnutzung gefährden den Charakter des ursprünglichen Landschaftsbildes
2015 Ruinen der Partherstadt Hatra Irak  Irak K 1985 Schäden durch bewaffnete Gruppen[14]
2015 Altstadt von Sanaa Jemen  Jemen K 1986 Zerstörungen und Gefährdung durch bewaffneten Konflikt[15]
2015 Altstadt und Stadtmauer von Schibam Jemen  Jemen K 1982 Potenzielle Gefährdung durch bewaffneten Konflikt[15]
2016 Altstädte von Djenné Mali  Mali K 1988 Aufgrund der instabilen Lage in der Region kann die Welterbestätte nicht mehr ausreichend geschützt werden.[16]
2016 Historisches Zentrum von Shahrisabz Usbekistan  Usbekistan K 2000 Der Abriss von alten Gebäuden und die Errichtung von Hotels und anderen modernen Bauten in der Umgebung der mittelalterlichen Altstadt haben zu einer unumkehrbaren Veränderung des historischen Stadtbildes geführt.[17]
2016 Ausgrabungsstätte von Leptis Magna Libyen  Libyen K 1982 Seit Beginn des Bürgerkrieges im Jahr 2011 herrscht in Libyen extreme Instabilität. Durch den Aufenthalt von bewaffneten Gruppen in unmittelbarer Umgebung der Welterbestätten ist es bereits zu Beschädigungen gekommen. Weitere Zerstörungen sind zu befürchten.[18]
2016 Ausgrabungsstätte von Sabratha Libyen  Libyen K 1982
2016 Ausgrabungsstätte von Kyrene Libyen  Libyen K 1982
2016 Felsmalereien von Tadrart Acacus Libyen  Libyen K 1985
2016 Altstadt von Ghadames Libyen  Libyen K 1986
2016 Nan Madol Mikronesien Foderierte Staaten  Mikronesien K 2016 Gefährdung durch Verschlammung der Wasserwege und Überwucherung durch die Mangroven
2017 Historisches Zentrum von Wien Osterreich  Österreich K 2001 Gefährdung durch einen geplanten 66 Meter hohen Neubau am Heumarkt.[19]  
2017 Altstadt von Hebron/al-Chalil Palastina Autonomiegebiete  Palästinensische Autonomiegebiete K 2017 In einem Notfallantrag setzten sich die Palästinenser für den Schutzstatus ein, da sie zunehmende Zerstörungen in der Altstadt beklagen, die sie den jüdischen Siedlern zur Last legen.[20]  
2018 Nationalparks_am_Turkana-See Kenia  Kenia N 2018 Das Biotop ist durch einen Staudamm bedroht.[21]  

Streichungen von der Roten ListeBearbeiten

Folgende Welterbestätten standen in der Vergangenheit auf der Roten Liste, sind aber inzwischen wieder gestrichen worden. Die hier gelisteten Streichungen von der Roten Liste erfolgten wegen Beseitigung des Aufnahmegrundes in die Rote Liste. Für indirekte Streichungen von der Roten Liste infolge Streichung der bedrohten Stätte aus der Liste der Welterbestätten siehe Ehemaliges Welterbe.

Rote Liste von … bis Stätte Staat Typ Welterbe seit Gründe
1979–2003 Bucht und Region Kotor Montenegro  Montenegro K/N 1979 Die Städte in der Bucht wurden 1979 durch ein Erdbeben zerstört. In den 1990er Jahren bedrohte unkontrollierte Bautätigkeit die Integrität.  
1984–1988 und 2000–2006 Vogelschutzgebiet Djoudj Senegal  Senegal N 1981 1984: Dammbauten am Senegal bedrohten den Wasserhaushalt des Deltas. 2000: Ein invasiver Schwimmfarn war außer Kontrolle geraten.  
1984–1989 Naturschutzgebiet Ngorongoro Tansania  Tansania N 1979 Der Wildbestand im Park war durch Wilderei und vordringende Landwirtschaft bedroht.  
1984–1992 Nationalpark Garamba Kongo Demokratische Republik  Demokratische Republik Kongo N 1980 Die Breitmaulnashörner im Nationalpark wurden durch Wilderei fast ausgerottet. Nach zwischen­zeitlicher Streichung seit 1996 wieder auf der Roten Liste, siehe oben.  
1985–2007 Königspaläste von Abomey Benin  Benin K 1985 1984 hatte in Abomey ein Tornado starke Schäden angerichtet. Unzureichende Schutzmaßnahmen verhinderten lange die Streichung.  
1988–2004 Festung von Bahla Oman  Oman K 1987 Durch fehlende Konservierungsanstrengungen wurden die Lehmbauten regelmäßig bei Regenfällen beschädigt.  
1989–1998 Salzbergwerk Wieliczka Polen  Polen K 1978 Hohe Luftfeuchtigkeit in den Stollen drohte Skulpturen und Stollen zu beschädigen.  
1990–2005 Moscheen, Mausoleen und Friedhöfe von Timbuktu Mali  Mali K 1988 Die Errichtung von modernen Bauten bedrohte das Stadtbild. 2003 zerstörte eine Flut eine Reihe von spätmittelalterlichen Bauwerken.
Seit 2012 wieder auf der Roten Liste, siehe oben.
1991–1998 Altstadt von Dubrovnik Kroatien  Kroatien K 1979 Bei der Schlacht um Dubrovnik wurde die Stadt 1991 stark beschädigt.  
1992–1997 Nationalpark Plitvicer Seen Kroatien  Kroatien N 1979 Die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Kroaten und Serben im Gebiet des Parks gelten als Auslöser für die Gründung der Republik Serbische Krajina und führten zu Zerstörungen.  
1992–2003 Biosphärenreservat Srebarna Bulgarien  Bulgarien N 1983 Durch den Bau einer Talsperre am Eisernen Tor begann das Gebiet auszutrocknen und bedrohte den Bestand der Krauskopfpelikane.  
1992–2004 Archäologische Parks Angkor, Roluos und Banteay Srei Kambodscha  Kambodscha K 1992 Zum Zeitpunkt der Einschreibung stand Kambodscha unter UN-Verwaltung und es gab keine Gesetzgebung zum Denkmalschutz. Bei ständig steigenden Besucherströmen in den Folgejahren dauerte es lange, bis Schutz- und Restaurierungsmaßnahmen wirkten.
1992–2005 Sangay-Nationalpark Ecuador  Ecuador N 1983 Der Bau einer Straße bedrohte die Integrität des Parks.  
1993–2007 Everglades-Nationalpark Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten N 1979 Die Auswirkungen des Hurrikan Andrew zusammen mit zunehmender Umweltverschmutzung und Eingriffen in den Wasserhaushalt bedrohten den Park.
Seit 2010 wieder auf der Roten Liste, siehe oben.
 
1995–2003 Yellowstone-Nationalpark Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten N 1978 Verschiedenste Eingriffe und negative Einflüsse (Abschüsse von Bisons zur Kontrolle von Krankheiten, Bergbau in den Randregionen, Bau von Tourismuseinrichtungen, zu liberale Vergabe von Jagd- und Angelerlaubnissen) bedrohten den Park.
1996–2006 Nationalpark Ichkeul Tunesien  Tunesien N 1980 Durch Staudammbauten wurde der Wasserhaushalt des Feuchtgebietes beschädigt und es drohte zu versalzen.  
1996–2007 Biosphärenreservat Río Plátano Honduras  Honduras N 1982 Abholzungen, Ausweitungen der Landwirtschaft und das Eindringen fremder Tiere und Pflanzen bedrohten zusammen mit den Planungen für einen Staudamm den tropischen Regenwald.
Seit 2011 wieder auf der Roten Liste, siehe oben.
 
1996–2017 Nationalpark Simien Athiopien  Äthiopien N 1978 Schrumpfen der extrem kleinen Population des Äthiopischen Steinbocks und zunehmende menschliche Ansiedlungen im Gebiet des Parks.  
1997–2005 Ruinen von Butrint Albanien  Albanien K 1992 Durch allgemeine Vernachlässigung waren die Ruinen in einem schlechten Zustand.  
1999–2001 Nationalpark Iguaçu Brasilien  Brasilien N 1986 Die Wiedereröffnung einer zuvor geschlossenen Straße hätte den Park in zwei Hälften geteilt.  
1999–2004 Ruwenzori-Gebirge Uganda  Uganda N 1994 Zwischen 1997 und 2001 operierte aus den Ruwenzori-Bergen die Rebellengruppe Allied Democratic Forces. Dies führte zum Zusammenbruch der Verwaltung des Parks.  
1999–2006 Tempelbezirk von Hampi Indien  Indien K 1986 Der Bau einer Brücke und eines Gewerbegebietes hätte größere Ströme von motorisiertem Verkehr in das geschützte Gebiet gelenkt.  
2002–2006 Ruinenstadt Tipasa Algerien  Algerien K 1982 Ungenügender Schutz führte zu Vandalismus, illegalen Ansiedlungen und ständigen Streits über Grundbesitz. Zudem war nicht genügend Personal vorhanden, um den Erosionsschäden und mutwilligen Zerstörungen zu begegnen.  
2003–2007 Kathmandutal (z. B. Kathmandu, Bodnath, Patan, Bhaktapur und Pashupatinath / 2006 erweitert) Nepal  Nepal K 1979 Der Bevölkerungsdruck und die rasche städtische Entwicklung führten zu Neubauten im Umfeld der geschützten Stätten, die deren traditionelle Gestalt bedrohten.  
2003–2009 Innenstadt von Baku mit dem Palast der Schirwanschahs und Jungfrauenturm Aserbaidschan  Aserbaidschan K 2000 Nach Beschädigungen durch ein Erdbeben 2000 beschleunigte sich die unkontrollierte Bautätigkeit in der Altstadt.
2003–2017 Nationalpark Comoé Elfenbeinküste  Elfenbeinküste N 1983 Durch den Bürgerkrieg in der Elfenbeinküste hatte die Wilderei stark zugenommen.  
2004–2006 Kölner Dom Deutschland  Deutschland K 1996 Die visuelle Integrität des Doms und die Kölner Stadtsilhouette waren durch die Hochhausplanungen auf der dem Dom gegenüberliegenden Rheinseite gefährdet.
2004–2013[22] Bam und seine Kulturlandschaft Iran  Iran K 2004 Bam wurde 2003 durch ein Erdbeben zerstört.  
2004–2014 Ruinen von Kilwa Kisiwani und Songo Mnara Tansania  Tansania K 1981 Fehlende Maßnahmen, um den Verfall der Ruinen aufzuhalten.  
2007–2010 Galápagos-Inseln Ecuador  Ecuador N 1978 Zunehmender Tourismus und die nicht genehmigte Ansiedlung führt dazu, dass immer mehr fremde Spezies eingeschleppt werden. Die illegalen Siedler wurden auf das Festland zwangsumgesiedelt, der Tourismus wird stärker kontrolliert.  
1992–2011 Manas-Nationalpark Indien  Indien N 1985 Nach einem Anschlag einer Bodo-Separatistengruppe war der Park weitestgehend zerstört. Wiederaufbau und Stabilisierung der Tierpopulation gehen langsam voran.  
2000–2012 Festung und Shalimar-Gärten in Lahore Pakistan  Pakistan K 1981 Zwei der drei Zisternen, die die Gärten bewässern, wurden zu Gunsten des Baus einer Straße zerstört.  
2001–2012 Reisterrassen in den philippinischen Kordilleren Philippinen  Philippinen K 1995 Mit dem abnehmenden Interesse der Ifugao an ihrer traditionellen Kultur wurden auch die Reisterrassen immer weiter vernachlässigt.  
2009–2015 Nationalpark Los Katíos Kolumbien  Kolumbien N 1994 Illegale Holzgewinnung hat innerhalb und an den Rändern des Parks zu Entwaldungen geführt.
Signifikante Verbesserungen bei der Verwaltung des Nationalparks brachten das World Heritage Committee dazu den Park von der roten Liste zu streichen.[23]
2009–2016 Historische Denkmäler in Mzcheta Georgien  Georgien K 1994 Mauerwerk und Fresken zeigten deutliche Spuren der Zerstörung. Auf der 40. Sitzung des WHC wurde beschlossen die Welterbestätte von der Liste zu streichen. Damit wird den Bemühungen Georgiens Rechnung getragen den Schutz und die Verwaltung der Denkmäler zu verbessern.[24]
2010–2017 Bagrati-Kathedrale und Kloster Gelati in Kutaissi Georgien  Georgien K 1994 Der Eintrag in die Liste des gefährdeten Welterbes erfolgte wegen Umbaumaßnahmen der Bagrati-Kathedrale, die den Charakter der Stätte stark veränderten. 2017 wurde die Bagrati-Kathedrale aus der Welterbestätte gestrichen. Das verbleibende Kloster Gelati steht nicht mehr auf der Roten Liste.[25]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturgutes der Welt, Art. 11 Absatz 4
  2. Operational Guidelines for the Implementation of the World Heritage Convention (amtlicher Text auf Englisch; PDF; 1,2 MB), Richtlinien für die Durchführung des Übereinkommens zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt (deutsche Übersetzung; PDF; 468 kB)
  3. Richtlinien (PDF; 468 kB), Ziffern 177-191
  4. Richtlinien (PDF; 468 kB), Ziffern 192-198
  5. List of World Heritage in Danger. UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 27. August 2017 (englisch).
  6. Kosovo, dessen Status umstritten ist, ist kein Mitgliedsstaat der UNESCO.
  7. World Heritage Committee puts Medieval Monuments in Kosovo on Danger List Pressemitteilung des Welterbekomitees, 13. Juli 2006
  8. World Heritage Committee inscribes Rainforests of Atsinanana (Madagascar) on List of World Heritage in Danger. UNESCO World Heritage Centre, 30. Juli 2010, abgerufen am 27. Mai 2017.
  9. Danger listing for Indonesia’s Tropical Rainforest Heritage of Sumatra Pressemitteilung des Welterbekomitees, 22. Juni 2011
  10. a b Heritage sites in northern Mali placed on List of World Heritage in Danger Pressemitteilung des Welterbekomitees, 28. Juni 2012
  11. World Monuments Fund, abgerufen am 12. Dezember 2012
  12. World Heritage Committee places Liverpool on List of World Heritage in Danger Pressemitteilung des Welterbekomitees, 26. Juni 2012
  13. UNESCO:„Syria’s Six World Heritage sites placed on List of World Heritage in Danger“ vom 20. Juni 2013, gesichtet am 20. Juni 2013
  14. The Iraqi site of Hatra added to the List of World Heritage in Danger (Memento vom 2. Juli 2015 auf WebCite) (englisch). UNESCO World Heritage Centre, 1. Juli 2015.
  15. a b Yemen’s Old City of Sana’a and Old Walled City of Shibam added to List of World Heritage in Danger (Memento vom 2. Juli 2015 auf WebCite) (englisch). UNESCO World Heritage Centre, 2. Juli 2015.
  16. Mali’s Old Towns of Djenné on List of World Heritage in Danger. UNESCO World Heritage Centre, 13. Juli 2016, abgerufen am 17. Juli 2016 (englisch).
  17. Historic Centre of Shakhrisyabz, Uzbekistan, added to List of World Heritage in Danger. UNESCO World Heritage Centre, 13. Juli 2016, abgerufen am 17. Juli 2016 (englisch).
  18. Libya’s five World Heritage sites put on List of World Heritage in Danger. UNESCO World Heritage Centre, 14. Juli 2016, abgerufen am 17. Juli 2016 (englisch).
  19. Heumarkt setzt Wien unter Zugzwang auf ORF vom 6. Juli 2017 abgerufen am 6. Juli 2017
  20. Nina Bärschneider: Hinter Hebrons Mauer. Neues Unesco-Weltkulturerbe. Spiegel Online, 13. Juli 2017, abgerufen am 13. Juli 2017.
  21. Lake Turkana National Parks (Kenya) inscribed on List of World Heritage in Danger. 30. Juni 2018, abgerufen am 30. Juni 2018 (englisch).
  22. World Heritage Committee removes the Iranian World Heritage site of Bam and its Cultural Landscape from danger listing. UNSECO World Heritage Committee, 17. Juni 2013, abgerufen am 27. Mai 2017 (englisch).
  23. Colombia’s Los Katíos National Park removed from List of Heritage in Danger 30. Juni 2015 (englisch)
  24. Historical Monuments of Mtskheta, Georgia, removed from List of World Heritage in Danger. UNESCO – The World Heritage Committee, 13. Juli 2016, abgerufen am 17. Juli 2016 (englisch).
  25. Gelati Monastery, Georgia, removed from UNESCO’s List of World Heritage in Danger. UNESCO World Heritage Centre, 10. Juli 2017, abgerufen am 10. August 2017 (englisch).
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