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Eine Coltanstufe, 6,0 × 2,5 × 2,1 cm

Coltan (auch Koltan) ist ein Tantal-Erz. Der Name „Coltan“ leitet sich von der Mineralgruppe Columbit-Tantalit ab. Die Termini „Coltan“ und „Columbit-Tantalit“ werden immer dann verwendet, wenn die einzelnen Minerale ohne entsprechende Tests nicht bestimmbar sind oder eine Differenzierung nicht nötig ist.

Inhaltsverzeichnis

Chemische ZusammensetzungBearbeiten

Die chemische Zusammensetzung dieser Mineralgruppe ist sehr variabel. Die eigentliche Columbit-Tantalit-Familie besteht aus der Columbit-Mischkristallreihe (mit den Endgliedern Columbit-(Fe) und Columbit-(Mn)) sowie aus der Tantalit-Mischkristallreihe (mit den Endgliedern Tantalit-(Fe) und Tantalit-(Mn)). Zwischen allen vier Endgliedern besteht die Möglichkeit der Mischkristallbildung, die allerdings in bestimmten Bereichen nicht vollständig ist. Gelegentlich werden noch die antimonreichen Minerale Stibiotantalit und Stibiocolumbit dazugezählt. Primär an Kristallingesteine, unter anderem an Alkali-Pegmatit-Gänge gebunden, finden sich diese Minerale häufig auch auf sekundärer Lagerstätte, etwa in Schwermineral-Seifen.

FörderungBearbeiten

Im Jahr 2015 wurden weltweit 1210 t Tantal, welches aus Coltan gewonnen wird, gefördert, dabei entfielen auf Ruanda 410 t, die Demokratische Republik Kongo 350 t, Nigeria 150 t, Brasilien 98 t, China 95 t, Äthiopien 63 t und andere 47 t.[1] 2016 wurden weltweit 4526 t Coltan gefördert.[2]

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In der Demokratischen Republik Kongo gewinnen Bergarbeiter aus dem Erdreich durch Nasssiebung und Schweretrennung Konzentrate mit bis zu 40 bis 45 % Tantalit. Auch Glencore spielte eine bedeutende Rolle im Coltanabbau in Zentralafrika. Glencore plante, über die Tochterfirma Katanga Mining Limited zum weltgrößten Förderer von Coltan zu werden. Die Abbaumengen sollten bis 2015 auf 30.000 t gesteigert werden.[3]

VerhüttungBearbeiten

Rund die Hälfte des weltweit geförderten Coltans wird von H. C. Starck (Deutschland) aufgekauft und verhüttet. Weitere wichtige Verarbeiter sind Treibacher (Österreich), Cabot (USA), Mitsui (Japan) und Ulba (Kasachstan).[4]

VerwendungBearbeiten

Aus Coltan wird Tantal gewonnen, das zur Herstellung der in nahezu jedem elektronischen Gerät verwendeten Tantal-Elektrolytkondensatoren benötigt wird.

KonfliktmineralBearbeiten

Coltan wird als Konfliktmineral eingestuft.

Weltweit findet immer wieder der Coltanabbau in der Region Kivu in der Demokratischen Republik Kongo Beachtung. Die Einnahmen aus dem Bergbau und mangelhaft kontrollierte Embargos ermöglichen den lokalen Milizführern die Bezahlung von Soldaten, den Kauf von Waffen und die Fortsetzung des Bürgerkrieges.

Zahlreiche Unternehmen, die Coltan verarbeiten, verzichten daher darauf, Coltan aus der Demokratischen Republik Kongo zu verarbeiten. Beispiele hierfür sind H. C. Starck[5], Traxys[6], Samsung[7] und Intel[8]. Noch 2003 wurde H. C. Starck die Finanzierung von Rebellengruppen im Kongo vorgeworfen,[9] inzwischen verspricht das Unternehmen jedoch, ausschließlich konfliktfreies und von der Conflict Free Sourcing Initiative (CFSI) zertifiziertes Tantal zu verarbeiten.[10]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Wiktionary: Coltan – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. John F. Papp: Tantalum 2015. In: minerals.usgs.gov. U.S. Geological Survey, Januar 2015, abgerufen am 3. Juni 2018 (englisch).
  2. World mineral production 2012-16. (Pdf, 1,8 MB) British Geological Survey (BGS) Centre for Sustainable Mineral Development, 2018, S. 73, abgerufen am 8. Februar 2019 (englisch).
  3. Chantal Peyer:Contrats droits humains et fiscalité: comment une entreprise dépouille un pays. Le cas de Glencore en République Démocratique du Congo. (Memento vom 22. Juli 2015 im Internet Archive)
  4. Simone Schlindwein, Dominic Johnson: Wie das Blut vom Erz gewaschen wird. In: die tageszeitung. 4./5. Juli 2009.
  5. H.C. Starck erhält zum fünften Mal Zertifizierung für die Verarbeitung von konfliktfreien Tantal-Rohstoffen. (Nicht mehr online verfügbar.) H. C. Starck, 19. Januar 2016, archiviert vom Original am 11. August 2016; abgerufen am 11. August 2016.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hcstarck.com
  6. Gianluca Mezzofiore: Traxys Rejects Anonymous Claims of 'Blood Trading' in Lead Ore and Coltan with DR Congo. http://www.ibtimes.co.uk/, 18. Juni 2012, abgerufen am 11. August 2016 (englisch).
  7. environment and social report. (Nicht mehr online verfügbar.) Samsung, 2008, archiviert vom Original am 16. Juni 2016; abgerufen am 11. August 2016 (englisch).   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.samsung.com
  8. Carsten Drees: Coltan: An fast all unseren Smartphones klebt Blut. mobilegeeks.de, 21. September 2015, S. 1 Mitte, abgerufen am 11. August 2016.
  9. Philipp Mimkes: Die Bayer-Tochter und der Krieg im Kongo. In: archiv.labournet.de. 3. März 2003, abgerufen am 1. Mai 2018.
  10. Laurin Meyer: Fair gehandelte Smartphones: Schmerzfrei telefonieren. In: Die Tageszeitung: taz. 8. September 2015, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 2. Juni 2018]).