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Liste grenzüberschreitender und transnationaler Welterbestätten

Wikimedia-Liste
Grenzüberschreitende Naturerbestätte Victoriafälle
Nationalmuseum für westliche Kunst in Tokio, Teil der transnationalen Welterbestätte Das architektonische Werk von Le Corbusier

Grenzüberschreitende und transnationale Welterbestätten verdeutlichen in besonderer Weise die Grundsätze der internationalen Zusammenarbeit und Solidarität, die der Welterbekonvention zugrunde liegen. Die meisten UNESCO-Welterbestätten sind demjenigen der Vertragsstaaten der Welterbekonvention zugeordnet, auf dessen Territorium sie liegen. Einige Welterbestätten liegen aber auf dem Territorium mehr als eines Staates. Diese Stätten werden als grenzüberschreitend oder transnational bezeichnet. Die konkrete Ausformung internationaler Zusammenarbeit manifestiert sich vor allem im Management dieser Welterbestätten.

Inhaltsverzeichnis

ÜberblickBearbeiten

Die Deutsche UNESCO-Kommission unterscheidet diese beiden Begriffe wie folgt:[1]

  • Eine grenzüberschreitende Welterbestätte ist ein zusammenhängendes Gebiet, das sich über zwei oder mehr Vertragsstaaten der Welterbekonvention erstreckt, wie z. B. der Muskauer Park, der sich auf deutschem und polnischem Staatsgebiet befindet.
  • Eine transnationale Welterbestätte setzt sich aus zwei oder mehr geografisch getrennten Teilgebieten in zwei oder mehr Vertragsstaaten der Welterbekonvention zusammen, wie z. B. das architektonische Werk von Le Corbusier.

Auch in den Richtlinien für die Durchführung des Übereinkommens zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt wird ein grenzüberschreitendes Gut (transboundary property) als einzelnes Gut definiert, das sich in dem Hoheitsgebiet aller betroffenen Vertragsstaaten befindet, die an das Gut angrenzen, und ein transnationales Gut (transnational property) als ein aus mehreren Bestandteilen bestehendes Sammelgut (serial property), dessen Bestandteile sich innerhalb des Hoheitsgebiets verschiedener Vertragsstaaten befinden, die nicht aneinander angrenzen müssen.[2]

Bei der Klassifizierung der Welterbestätten auf der Website des UNESCO Welterbe-Zentrums wird diese Unterscheidung jedoch nicht vorgenommen. Unter der Bezeichnung englisch transboundary bzw. französisch transfrontalier werden dort alle Welterbestätten erfasst, an denen zwei oder mehr Vertragsstaaten beteiligt sind.[3]

Manchen dieser grenzüberschreitenden oder transnationalen Welterbestätten liegt eine gemeinsame Nominierung durch mehrere Vertragsstaaten zugrunde. Beispiele dafür sind unter anderen Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen, Sangha Trinational und die beiden obigen Beispiele des Muskauer Parks und des Werks von Le Corbusier.

Andere dieser Stätten wurden zunächst als nationales Welterbe anerkannt und erst durch spätere Erweiterungen zu grenzüberschreitenden oder transnationalen Welterbestätten. Ein Beispiel dafür ist der Nationalparkkomplex W-Arly-Pendjari, von dem der zu Niger gehörende Teil des Nationalpark W bereits 1996 in die Welterbeliste eingetragen worden war, der aber erst 2017 durch die Erweiterung um Gebiete in Burkina Faso und Benin zur grenzüberschreitenden Welterbestätte wurde.

In den Richtlinien für die Durchführung des Übereinkommens zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt werden die beiden vorgenannten Wege zur Bildung einer grenzüberschreitenden oder transnationalen Welterbestätte beschrieben. Den betroffenen Vertragsstaaten wird dringend empfohlen, einen gemeinsamen Verwaltungsausschuss oder ein ähnliches Gremium einzurichten, um die Verwaltung der gesamten Welterbestätte zu überwachen.[2]

Grenzüberschreitende oder transnationale WelterbestättenBearbeiten

Mit Stand Juli 2017 sind 37 grenzüberschreitende oder transnationale Stätten in der Welterbeliste eingetragen, 19 als Kulturerbe (K), 16 als Naturerbe (N) und zwei als gemischte Stätten (K/N). Mit dem Strengen Naturreservat Berg Nimba steht eine der grenzüberschreitenden Naturerbestätten auf der Roten Liste des gefährdeten Welterbes, (R). Insgesamt sind 65 Vertragsstaaten an mindestens einer grenzüberschreitenden oder transnationalen Stätte beteiligt.

Die folgende Tabelle listet diese Stätten in chronologischer Reihenfolge nach dem Jahr, in dem sie transnational oder grenzüberschreitend wurden.

Bild Bezeichnung Jahr Typ Ref. Vertragsstaaten Anmerkungen
  Nationalparks Kluane, Wrangell-Saint-Elias und Provinzpark Tatshenshini-Alsek 1979 N 72 Kanada  Kanada
Vereinigte Staaten  USA
1979 als grenzüberschreitende Naturerbestätte eingeschrieben, 1992 und 1994 erweitert.
  Strenges Naturreservat Berg Nimba 1981 N
(R)
155 Elfenbeinküste  Elfenbeinküste
Guinea  Guinea
  Jesuitenreduktionen der Guaraní 1984 K 275 Argentinien  Argentinien
Brasilien  Brasilien
1983 waren zunächst die Ruinen der brasilianischen Missionsstation von São Miguel das Missões als Weltkulturerbe eingetragen worden, 1984 wurde das Welterbe um die argentinischen Missionen Nuestra Señora de Loreto, Nuestra Señora de Santa Ana, San Ignacio Miní und Santa Maria la Mayor erweitert.
  Mosi-oa-Tunya / Victoria-Fälle 1989 N 509 Sambia  Sambia
Simbabwe  Simbabwe
  Historisches Zentrum Roms, die extraterritorialen Stätten des Heiligen Stuhls in der Stadt und Sankt Paul vor den Mauern 1990 K 91 Italien  Italien
Heiliger Stuhl  Heiliger Stuhl
Schon 1980 bei der Eintragung des historischen Zentrum Roms als italienisches Welterbe hatte das Welterbekomitee empfohlen, den Heiligen Stuhl einzuladen, der Welterbe-Konvention beizutreten und die Welterbestätte zu erweitern. Gemäß einem von Italien und dem Heiligen Stuhl gemeinsam eingereichten Antrag wurden 1990 die in der Altstadt Roms liegenden exterritorialen Besitzungen des Heiligen Stuhls und die außerhalb der Altstadt liegende Basilika Sankt Paul vor den Mauern mit in das Welterbe aufgenommen.
  Talamanca-Gebirge und Nationalpark La Amistad 1990 N 205 Costa Rica  Costa Rica
Panama  Panama
Das 1983 eingerichtete Weltnaturerbe wurde 1990 durch die Erweiterung um den Nationalpark La Amistad zum grenzüberschreitenden Welterbe.
  Waldgebiet Białowieża 1992 N 33 Polen  Polen
Weissrussland  Weißrussland
Das 1979 in Polen eingerichtete Welterbe wurde durch die Erweiterung von 1992 zum grenzüberschreitenden Welterbe.
  Waterton-Glacier International Peace Park 1995 N 354 Kanada  Kanada
Vereinigte Staaten  USA
  Höhlen im Aggteleker und Slowakischen Karst 1995 N 725 Slowakei  Slowakei
Ungarn  Ungarn
Das im östlichen Grenzgebiet zwischen Ungarn und der Slowakei gelegene Naturerbe umfasst etwa 566 km2 mit mehr als 1000 bekannten Höhlen.
  Pyrenäen – Mont Perdu 1999 K/N 773 Frankreich  Frankreich
Spanien  Spanien
1997 als französische Stätte eingerichtet, zwei Jahre später um den spanischen Teil erweitert.
  Kurische Nehrung 2000 K 994 Litauen  Litauen
Russland  Russland
Das die fast 100 km lange Halbinsel umfassende Welterbe wird durch die russisch-litauische Grenze in zwei fast gleich große Bereiche geteilt.
  Kulturlandschaft Fertő/Neusiedler See 2001 K 772 Osterreich  Österreich
Ungarn  Ungarn
Teilgebiete des grenzüberschreitenden Kulturerbes sind auch im Rahmen weiterer UNESCO-Programme als Biosphärenreservat und gemäß der Ramsar-Konvention unter Schutz gestellt.
  Uws-Nuur-Becken 2003 N 769 Mongolei  Mongolei
Russland  Russland
Die Naturerbestätte besteht aus zwölf Teilarealen, sieben nördlich, fünf südlich der mongolisch-russischen Grenze. Da Russland und die Mongolei verschiedenen UNESCO-Regionen zugerechnet werden, ist dies die erste „transregionale“ Welterbestätte.
  Muskauer Park / Park Mużakowski 2004 K 1127 Deutschland  Deutschland
Polen  Polen
  Grenzen des Römischen Reiches 2005 K 430 Vereinigtes Konigreich  Vereinigtes Königreich
Deutschland  Deutschland
Das seit 1987 bestehende Kulturerbe Hadrianswall in Nordengland wurde 2005 durch die Erweiterung um den Obergermanisch-Raetischen Limes zu einem transnationalen Welterbe mit der Bezeichnung Grenzen des Römischen Reichs. 2008 wurde dieses Welterbe um den Antoninuswall in Südschottland erweitert.
  Belfriede in Belgien und Frankreich 2005 K 943 Belgien  Belgien
Frankreich  Frankreich
Das Welterbe umfasste bei der Einschreibung 1999 zunächst 32 Belfriede in Flandern und Wallonien, 2005 grenzüberschreitend erweitert um 23 französische und einen weiteren belgischen Belfried.
Struve-Bogen 2005 K 1187 Norwegen  Norwegen
Schweden  Schweden
Finnland  Finnland
Russland  Russland
Estland  Estland
Lettland  Lettland
Litauen  Litauen
Weissrussland  Weißrussland
Ukraine  Ukraine
Moldau Republik  Republik Moldau
Das Weltkulturerbe Struve-Bogen versammelt 34 repräsentative Messpunkte in zehn Ländern, die sich in Nord-Süd-Richtung über etwa 2800 km erstrecken. Dieses Kulturerbe würdigt die internationale, wissenschaftliche Zusammenarbeit während der fast 40-jährigen Messkampagne zur genauen Bestimmung der Erdfigur in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
  Höga Kusten / Kvarken-Archipel 2006 N 898 Finnland  Finnland
Schweden  Schweden
Das bi-nationale Naturerbe stellt die geologisch bedeutende Küstenzone sowie marine Ökosysteme im Bottnischen Meerbusen unter Schutz.
  Senegambische Steinkreise 2006 K 1226 Gambia  Gambia
Senegal  Senegal
Das 2006 eingetragene, bi-nationale Kulturerbe umfasst vier Gruppen von Steinkreisen, die Steinkreise von Kerr Batch und Wassu in Gambia sowie die Steinkreise von Sine Ngayène und Wanar im Senegal.
   Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas 2007 N 1133 Albanien  Albanien
Belgien  Belgien
Bulgarien  Bulgarien
Deutschland  Deutschland
Italien  Italien
Kroatien  Kroatien
Osterreich  Österreich
Rumänien  Rumänien
Slowakei  Slowakei
Slowenien  Slowenien
Spanien  Spanien
Ukraine  Ukraine
Bereits 2007 als bi-nationales Welterbe der Slowakei und der Ukraine mit der Bezeichnung Buchenurwälder in den Karpaten eingetragen, wurde das Naturerbe 2011 um fünf deutsche alte Buchenwälder erweitert, und nochmals 2017 auf neun weiteren Staaten ausgedehnt. Das Naturerbe besteht nunmehr aus 78 einzeln ausgewiesenen Waldgebieten. Die Gesamtfläche der eingetragenen Buchenwälder beträgt 92.023 ha, wovon etwa 30 Prozent in der Ukraine liegen.
  Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/Bernina 2008 K 1276 Italien  Italien
Schweiz  Schweiz
Bi-nationales Welterbe aufgrund des etwa 2,5 km lange Streckenabschnitts der Berninabahn von der schweizerisch-italienischen Grenze bis Tirano in Italien.
  Wattenmeer der Nordsee 2009 N 1314 Danemark  Dänemark
Deutschland  Deutschland
Niederlande  Niederlande
Zunächst 2009 als bi-nationales Welterbe der Niederlande und Deutschlands eingerichtet, wurde das Naturerbe 2014 um das dänische Wattenmeer zu einem tri-nationalen Welterbe erweitert. Bereits 2011 war der deutsche Beitrag um den Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer erweitert worden. Teilgebiete des Welterbes sind auch im Rahmen weiterer UNESCO-Programme als Biosphärenreservat und gemäß der Ramsar-Konvention unter Schutz gestellt.
  Prähistorische Felsritzungen im Tal von Côa und in Siega Verde 2010 K 866 Spanien  Spanien
Portugal  Portugal
Das 1998 eingetragene Welterbe umfasste zunächst den portugiesischen Parque Arqueológico do Vale do Côa und wurde 2010 um das spanische Siega Verde erweitert.
  Monte San Giorgio 2010 N 1090 Italien  Italien
Schweiz  Schweiz
Zunächst 2003 als Schweizer Welterbe eingetragen, wurde das Naturerbe sieben Jahre später um den italienischen Teil nach Süden erweitert.
  Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen 2011 K 1363 Deutschland  Deutschland
Frankreich  Frankreich
Italien  Italien
Osterreich  Österreich
Schweiz  Schweiz
Slowenien  Slowenien
Das serielle Welterbe umfasst 111 Areale, davon 56 in der Schweiz, 19 in Italien, 18 in Deutschland, 11 in Frankreich, 5 in Österreich und 2 in Slowenien.
  Sangha Trinational 2012 N 1380 Kamerun  Kamerun
Kongo Republik  Republik Kongo
Zentralafrikanische Republik  Zentral­afrikanische Republik
Das Weltnaturerbe wurde 2012 als tri-nationales Welterbe eingerichtet und umfasst die Nationalparks Nouabalé-Ndoki, Lobéké und Dzanga-Ndoki in der Republik Kongo, in Kamerun und in der Zentralafrikanischen Republik.
  Historische Stätten der Quecksilbergewinnung: Almadén und Idrija 2012 K 1313 Slowenien  Slowenien
Spanien  Spanien
Das Welterbe umfasst die Quecksilberbergwerke von Almadén und Idrija mit der jeweils zugehörigen Infrastruktur.
  Maloti-Drakensberg-Park 2013 K/N 985 Lesotho  Lesotho
Sudafrika  Südafrika
Das Welterbe umfasste 2000 den Ukhahlamba-Drakensberg Park und seit 2013 den Sehlabathebe-Nationalpark in Lesotho.
  Holzkirchen in den Nordkarpaten 2013 K 1424 Polen  Polen
Ukraine  Ukraine
Jeweils acht polnische und ukrainische Holzkirchen in den nördlichen Karpaten.
Qhapaq Ñan – Anden-Straßensystem 2014 K 1459 Argentinien  Argentinien
Bolivien  Bolivien
Chile  Chile
Ecuador  Ecuador
Kolumbien  Kolumbien
Peru  Peru
Die Hauptstrecke, auch Königsstraße der Anden oder Große Inkastraße genannt, erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung über etwa 6000 km. Das Straßennetzwerk hat einschließlich Nebenstrecken und Querverbindungen eine Gesamtlänge von mehr als 30.000 km. Das Welterbe setzt sich zusammen aus 137 Einzelarealen mit 308 archäologischen Fundstätten, die etwa 600 km des Straßensystems abdecken.
  Routen der Seidenstraße 2014 K 1442 China Volksrepublik  Volksrepublik China
Kasachstan  Kasachstan
Kirgisistan  Kirgisistan
  Westliches Tian-Shan-Gebirge 2016 N 1490 Kasachstan  Kasachstan
Kirgisistan  Kirgisistan
Usbekistan  Usbekistan
  Das architektonische Werk von Le Corbusier – ein herausragender Beitrag zur „Modernen Bewegung“ 2016 K 1321 Argentinien  Argentinien
Belgien  Belgien
Deutschland  Deutschland
Frankreich  Frankreich
Indien  Indien
Japan  Japan
Schweiz  Schweiz
Das serielle Weltkulturerbe umfasst 17 Einzelstätten in drei UNESCO-Regionen. Der Schwerpunkt liegt in Europa mit zehn Stätten in Frankreich, zwei in der Schweiz und jeweils einer in Belgien und Deutschland, außerhalb Europas sind Argentinien, Indien und Japan mit je einer Stätte beteiligt.
  Stećci – Mittelalterliche Grabsteine 2016 K 1504 Bosnien und Herzegowina  Bosnien und Herzegowina
Kroatien  Kroatien
Montenegro  Montenegro
Serbien  Serbien
Das serielle Weltkulturerbe umfasst 30 Grabstein-Ensembles an 28 Orten. Der Schwerpunkt liegt mit 22 Ensembles in Bosnien und Herzegowina, dazu kommen zwei Ensembles im südlichen Kroatien und jeweils drei Ensembles im westlichen Montenegro und westlichen Serbien.
  Nationalparkkomplex W-Arly-Pendjari 2017 N 749 Benin  Benin
Burkina Faso  Burkina Faso
Niger  Niger
Der zum Niger gehörende Teil des Nationalpark W war 1996 in die Liste des Welterbes eingeschrieben worden, 2017 Erweiterung um den Nationalpark Arly in Burkina Faso und den Nationalpark Pendjari im Benin.
  Daurische Landschaften 2017 N 1448 Mongolei  Mongolei
Russland  Russland
Umfasst unter anderem das Daurisches Naturreservat in Russland. Nach dem Uws-Nuur-Becken ist dies das zweite gemeinsame Naturerbe Russlands und der Mongolei.
  Venezianisches Verteidigungs­system des 15. bis 17. Jahrhunderts 2017 K 1533 Italien  Italien
Kroatien  Kroatien
Montenegro  Montenegro
Das Welterbe umfasst insgesamt sechs befestigte Städte, in Italien Bergamo, Peschiera del Garda und Palmanova, in Kroatien Zadar und die Festung St. Nikola in Šibenik-Knin sowie Kotor in Montenegro.

SonderfälleBearbeiten

Manchen Stätten, die Potential für transnationale und grenzüberschreitende Welterbestätten hätten oder gehabt hätten, wurden dennoch als voneinander getrennte Welterbestätten in die Welterbeliste eingetragen.

Bild Bezeichnung Jahr Typ Ref. Vertragsstaaten Anmerkungen
  Nationalpark Iguazú 1984 N 303 Argentinien  Argentinien Mit zwei Jahren Abstand wurden die beiden Nationalparks, die den argentinischen bzw. brasilianischen Teil der Iguazú/Iguaçu-Wasserfälle umfassen, als zwei selbständige Weltnaturerbestätten eingetragen.
Nationalpark Iguaçu 1986 N 355 Brasilien  Brasilien
  Nationalpark Sundarbans 1987 N 452 Indien  Indien Zehn Jahre nachdem der indische Nationalpark Sundarbans zum Weltnaturerbe erklärt wurde, wurden auch Mangrovenwälder der Sundarbans in Bangladesch in die Liste des Welterbes eingetragen. Beides sind eigenständige Naturerbestätten.
  Mangrovenwälder der Sundarbans 1997 N 798 Bangladesch  Bangladesch
  Hauptstädte und Grabmäler des antiken Königreichs Koguryo 2004 K 1135 China Volksrepublik  Volksrepublik China Das chinesische Welterbe umfasst die drei Hauptstädte Wunu Shancheng, Guonei Cheng und Wandu Shancheng des Königreichs Koguryŏ, das im 1. Jahrtausend n. Chr. das nördlichste und größte der drei Reiche von Korea war, sowie 40 der Gräber seiner Herrscher am Donggou-Fluss. Das nordkoreanische Welterbe besteht aus 12 Gruppen von Grabstätten der Könige von Koguryŏ aus der Zeit nach der Verlegung der Hauptstadt nach Pjöngjang. Obwohl im gleichen Jahr zum Welterbe erklärt, handelt es sich hierbei um zwei eigenständige Einträge in die Liste des Welterbes.
  Koguryo-Grabstätten 2004 K 1091 Korea Nord  Nordkorea
  Land des Weihrauchs 2000 K 1010 Oman  Oman Die Kulturerbestätte im Oman war 2000 zunächst unter der Bezeichnung Die Weihrauchstraße in das Welterbe aufgenommen worden, und wurde 2005 umbenannt in Land des Weihrauchs. Ebenfalls 2005 wurde die Welterbestätte Weihrauchstraße – Wüstenstädte im Negev in Israel in die Liste des Welterbes eingeschrieben. Beide Stätten stehen im engen Zusammenhang mit der Weihrauchstraße, einer der ältesten Handelsrouten der Welt.
  Weihrauchstraße – Wüstenstädte im Negev 2005 K 1107 Israel  Israel
  Holzkirchen im slowakischen Teil der Karpaten 2008 K 1273 Slowakei  Slowakei Neben der 2008 eingetragenen slowakischen Welterbestätte Holzkirchen in den Karpaten gibt es seit 2013 getrennt davon auch die bi-nationale Welterbestätte Holzkirchen in den Karpaten in Polen und der Ukraine. Insgesamt gehören 24 Holzkirchen in den Karpaten als Bestandteile serieller Welterbestätten zum Weltkulturerbe.
  Holzkirchen in den Nordkarpaten 2013 K 1424 Polen  Polen
Ukraine  Ukraine

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Welterbe über Grenzen hinweg. In: www.unesco.de. Deutsche UNESCO-Kommission, abgerufen am 31. Januar 2019.
  2. a b Richtlinien für die Durchführung des Übereinkommens zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt. (PDF, 352 kB) Die Richtlinien der UNESCO. Übersetzung des Sprachendienstes des Auswärtigen Amts der Bundesrepublik Deutschland, Januar 2008, abgerufen am 12. Juli 2017 (Abschnitt III.C. Ziffern 134. bis 139.).
  3. World Heritage List – Transboundary / Liste du patrimoine mondial – Transfrontaliers. In: whc.unesco.org. UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 12. Juli 2017.