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Hampi

historische Stätte im indischen Bundesstaat Karnataka
Hampi
Hampi (Indien)
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Staat: Indien
Bundesstaat: Karnataka
Distrikt: Bellary
Subdistrikt: Hospet
Lage: 15° 20′ N, 76° 28′ OKoordinaten: 15° 20′ N, 76° 28′ O
Höhe: 426 m
Einwohner: 2.777 (2011)[1]
Blick über den Ort - 2011
Blick über den Ort - 2011

Hampi (Kannada: ಹಂಪೆ Hampe) ist eine historische Stätte im indischen Bundesstaat Karnataka.

Von etwa 1343 bis 1565 war Hampi die Hauptstadt des Königreiches Vijayanagar. Auf dem Höhepunkt seiner Macht kontrollierte Vijayanagar, das als letztes großes Hindu-Reich gilt, fast ganz Südindien. Seine Hauptstadt soll zur Blütezeit rund 200.000, nach anderen Schätzungen sogar 500.000 Einwohner gehabt haben. Heute ist Hampi nur noch ein Dorf mit 2134 Einwohnern (Zählung 2001). Hampi gehört seit 1986 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

42 Meter hoher Gopuram des Virupaksha-Tempels, erbaut um 1440

Hampi liegt am Südufer des Tungabhadra-Flusses zwölf Kilometer nordöstlich der Stadt Hospet im Distrikt Bellary im östlichen Zentral-Karnataka. Die Ruinen der Stadt liegen über 26 Quadratkilometer verstreut in einem einstmals gut zu verteidigenden Gebiet südlich des Tungabhadra-Flusses, von der anderen Seite ist das Gebiet von schwer zu durchquerenden Felshügeln eingefasst. Auf eine letzte Blütezeit Anfang des 16. Jahrhunderts folgten Thronstreitigkeiten. Nachdem sich vier der fünf Dekkan-Sultanate zusammengeschlossen hatten, führten sie einen gemeinsamen Krieg gegen das Reich von Vijayanagar, das in der Entscheidungsschlacht 1564 bei Talikota von den Moslemheeren vernichtend geschlagen wurde. Die Stadt wurde großteils zerstört, die überlebenden Bewohner wurden in die Flucht getrieben.

Von den Festungsmauern, die einst die Stadt umgeben hatten, sind nur noch geringe Reste erhalten, von den Palästen noch einige Grundmauern. Dafür haben zahlreiche Tempel aus hartem Granit überdauert. Erhalten blieben kleine Jaina-Tempelruinen aus dem 10. Jahrhundert, die aufwändigsten und am besten erhaltenen Tempel im Vijayanagara-Stil stammen aus dem 14.–16. Jahrhundert. Der Höhepunkt dieses Stils ist beim Vitthala-Tempel aus der Mitte des 15. Jahrhunderts erreicht. Er steht im Norden in Flussnähe, drei hohe Gopurams (Tortürme) begrenzen ein Areal von 164 × 94 Meter. Es gibt mehrere Mandapas (Vorhallen), darunter die übliche Hundertpfeilerhalle. Der Haupttempel ist Vishnu geweiht, dessen Reittier ist Garuda, der – einzigartig in Indien – in einem freistehenden, getreu nach dem hölzernen Modell in Stein gemeißelten Ratha (Tempelwagen) sitzt.

Der den Ort überragende, 2017 renovierte, Virupaksha-Tempel und die zuführende Hampi-Bazaar-Straße ist von Einheimischen, Pilgern und Händlern aus anderen Bundesstaaten belebt. Die Ruinen und das Dorf sind in eine außergewöhnliche Felslandschaft eingebettet und von fruchtbaren Bananenplantagen und Reisfeldern umgeben, die durch den Tunghabhadra-Fluss bewässert werden. Der von der indischen Regierung in der Nähe gebaute Tungabhadra-Staudamm versorgt die Gegend mit elektrischem Strom.

An den Ghats gibt es Fährboote, die einen auf die andere Flussseite bringen. An einigen Stellen kann immer noch mit kleinen runden Bambusbooten (Coracle), über den Fluss gesetzt werden um Anegondi zu erreichen, den nördlichen Außenposten der Stadt, von dem in einem weiten Gebiet nur noch sehr geringe Reste erhalten sind.

Im Laufe der 1990er Jahre wurde Hampi verstärkt zu einem touristischen Reiseziel, insbesondere für Rucksackreisende.[2] Beim Fluss und in unmittelbarer Nähe der Tempelanlagen, besonders in der Nähe des Virupaksha-Tempels, wurde der kleine Ort Hampi innerhalb weniger Jahre deutlich erweitert. Nach den Vorgaben der UNESCO wurden 2012 die Überreste der ehemaligen Villen an der Hampi-Bazaar-Straße freigelegt und die darauf befindlichen modernen Wohnhäuser abgerissen. 326 Dorfbewohner verloren ihre Häuser und Ladengeschäfte.[3]

In und um Hampi leben zahlreiche Makaken, die keinerlei Menschenscheu haben. Wegen seiner Nähe zum Wasser ist Hampi von Moskitos geplagt, das Malaria-Risiko ist daher im Vergleich zum Rest Indiens hoch.

Der Garuda-Schrein als steinerner Tempelwagen (Ratha) vor dem Vitthala-Tempel
Hampi: Blick über den Fluss. Die riesigen Granitfelsen prägen die Landschaft um die ehemalige Stadt
Hampi: Bananenplantage mit der Ruine eines Profanbaus, zeigt islamischen Einfluss.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Hampi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. www.census2011.co.in
  2. Wolf Alexander Hanisch: Indien: Am Abend einen Joint. In: Die Zeit. 7. Februar 2012, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 18. Dezember 2017]).
  3. Gethin Chamberlain: India's Hampi heritage site families face eviction from historic ruins. In: The Observer. 26. Mai 2012, ISSN 0029-7712 (theguardian.com [abgerufen am 18. Dezember 2017]).