Ogre (Stadt)

Stadt in Lettland

Ogre (dt.: Ogershof oder Oger) ist eine Stadt in Lettland an der Mündung der Oger in die Düna, 36 km südöstlich von Riga. Im Jahre 2016 zählte Ogre 25.380 Einwohner.[1]

Ogre
Wappen von Ogre
Ogre (Stadt) (Lettland)
(56° 49′ 7″ N, 24° 36′ 20″O)
Basisdaten
Staat: LettlandLettland Lettland
Landschaft: Livland (lettisch Vidzeme)
Verwaltungsbezirk: Ogres novads
Koordinaten: 56° 49′ N, 24° 36′ OKoordinaten: 56° 49′ 7″ N, 24° 36′ 20″ O
Einwohner: 25.380 (1. Jan. 2016)
Fläche: 13,58 km²
Bevölkerungsdichte: 1.869 Einwohner je km²
Stadtrecht: seit 1928
Webseite: www.ogre.lv
Postleitzahl: 5001–5003
ISO-Code: LV-067
Ogre3.jpg
Ogres luterāņu baznīca.jpg
Lutherische Kirche Ogre

GeschichteBearbeiten

Archäologen fanden hier Siedlungsspuren aus dem 3. bis 5. Jahrtausend v. Chr. In historischer Zeit lebten hier Liven und Lettgallen vermischt. In der Chronik des Heinrich von Lettland wird von einem Kriegsrat der Liven berichtet, welchen diese 1206 abhielten. Dieser Platz wird auf einem von zwei Hügeln bei der heutigen Stadt Ogre lokalisiert.

Der Ort entstand nach dem Bau der Eisenbahnlinie RigaDünaburg 1861 als sommerliches Ausflugsziel für die Stadtbevölkerung Rigas. Bei Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 bestand Ogre aus etwa 300 Sommerhäusern. Da die Düna zwei Jahre lang die Frontlinie bildete, wurden die Einwohner evakuiert und von der Bebauung blieb nicht viel übrig.

In der Zeit der lettischen Unabhängigkeit nach 1920 blühte der Erholungsort in Konkurrenz zu Jūrmala wieder auf und erhielt 1928 Stadtrechte. Jetzt gab es auch verschiedene Wirtschaftsbetriebe. Im Winter lebten etwa 1300 Einwohner in Ogre und im Sommer 5000 bis 10.000.

Den Zweiten Weltkrieg überstand die Stadt relativ gut, lediglich die Eisenbahnbrücke und einige Betriebe wurden gesprengt. Am 9. Oktober 1944 marschierten Truppen der Roten Armee ein, unter denen sich auch die 308. (lettische) Schützen-Division befand.

In der Zeit der Lettischen SSR entwickelte sich der ehemalige Kurort zu einer normalen Stadt mit verschiedenen Fabriken und Kombinaten.

SonstigesBearbeiten

  • Der Name der Stadt ist russischen Ursprungs und leitet sich von (dem im Fluss vorkommenden) угри, Aal, ab. Angeblich gab Katharina I. dem Fluss seinen Namen.[2]
  • Es gibt in Ogre ein Kulturzentrum, eine Kunsthochschule und eine Musikschule. Außerdem befinden sich hier drei lettischsprachige Schulen und eine russischsprachige "Jaunogres vidusskola".
  • Die am Waldrand befindliche Lutherische Kirche von Ogre wurde von 1929 bis 1930 von dem Architekten H. Kundziņš in spätneugotischen Formen entworfen[3]

Ogres novadsBearbeiten

Seit der Auflösung der Landkreise 2009 bildet Ogre mit neun umliegenden Landgemeinden eine Verwaltungsgemeinschaft. Hier leben 38.861 Einwohner (1. Juli 2010)

PersonenBearbeiten

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Ogre listet 17 Partnerstädte auf: [5]

Stadt Land seit
Ånge Schweden  Schweden 1996
Basarabeasca Moldau Republik  Moldau
Bollnäs Schweden  Schweden
Hengelo Niederlande  Niederlande 1996
Järvenpää Finnland  Finnland
Jõhvi Estland  Estland
Joué-lès-Tours Frankreich  Frankreich 2005
Kelmė Litauen  Litauen 2010
Kerava Finnland  Finnland
Maimana Afghanistan  Afghanistan 2011
Mytischtschi Russland  Russland
Nový Bydžov Tschechien  Tschechien
Salo Finnland  Finnland
Sigdal Norwegen  Norwegen
Slonim Belarus  Belarus
Tschernihiw Ukraine  Ukraine 2007
Võru Estland  Estland

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Latvijas iedzīvotāju skaits pašvaldībās pagastu dalījumā
  2. Webseite der Stadt
  3. http://www.vietas.lv/objekts/ogres_evaneliski_luteriska_baznica Lutherische Kirche
  4. Maschke, Erich (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des zweiten Weltkrieges. Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962–1977.
  5. Ogres novads. Abgerufen am 7. Juni 2016.