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Rēzekne (dt.: Rositten)
Wappen von Rēzekne
Rēzekne (Lettland)
Red pog.svg
Basisdaten
Staat: Lettland
Landschaft: Lettgallen (lettisch: Latgale)
Verwaltungsbezirk: Republik-Stadt Rēzekne
Koordinaten: 56° 30′ N, 27° 20′ OKoordinaten: 56° 30′ 23″ N, 27° 19′ 50″ O
Einwohner: 30.538 (1. Jul. 2018)
Fläche: 17,48 km²
Bevölkerungsdichte: 1.747 Einwohner je km²
Höhe: 158 m
Stadtrecht: seit 1773
Webseite: www.rezekne.lv
Postleitzahl: 4601-4606
ISO-Code:
Rezekne castle mound.jpg
Burghügel und Überreste der Burg

Rēzekne (deutsch Rositten, russisch Rjeschiza) ist eine Stadt in der Landschaft Lettgallen (lettisch Latgale), im Osten Lettlands. Rēzekne liegt am Knotenpunkt der Straßen und Bahnlinien Moskau – Rīga und Sankt Petersburg – Warschau und ist eine der neun Republik-Städte Lettlands. 2018 zählte Rēzekne 30.538 Einwohner.[1]

GeschichteBearbeiten

In Rēzekne stand vom 9. Jahrhundert eine lettgallische Burg. Vor dem Eintreffen der Kreuzritter gehörte der Ort zu Jersika und wurde in der Chronik Nowgorods als „Lotigolu“ erwähnt. Ab 1209 regierte der einheimische Fürst Visvaldis als Vasall von Bischof Albert. Ab 1224 fiel das Gebiet ganz an den Bischof von Riga, der es 1239 an den Livländischen Orden gab. 1285 wurde dann eine gemauerte Burg erbaut, die unter dem Namen Rositten in Urkunden genannt wird. Im Ordensstaat war die Stadt Zentrum der Vogtei Rositten. Im 14. und 15. Jahrhundert wurde die Gegend von den Heeren Nowgorods und Pskows verheert. Ab 1558 wurde die Vogtei an Polen-Litauen verpfändet. 1582 wurde sie Teil des Herzogtums Livland. Stadt und Burg wurden mehrmals von fremden Heeren besetzt: von 1577 bis 1579 und von 1654 bis 1656 von russischen Truppen, 1601, von 1625 bis 1626 und von 1656 bis 1660 von den Schweden. Von 1660 bis zur Teilung Polens 1772 gehörte die Stadt zur Woiwodschaft Livland und danach als Reschiza (russisch Режица) zum russischen Imperium. Im 19. Jahrhundert war Reschiza Sitz eines Ujesds im Gouvernement Witebsk. Mit dem Bau der Eisenbahnen Sankt PetersburgWarschau und MoskauRiga wurde die Stadt ein Verkehrsknotenpunkt und Industriezentrum. Die Bevölkerung wuchs bis 1914 auf 23.000 Einwohner. Bei der Volkszählung von 1897 waren 54 % der Einwohner von Rēzekne Juden.

Der erste Kongress der lettgallischen Letten wurde im Frühjahr 1917 in Rēzekne abgehalten. Nach der Oktoberrevolution 1917 übernahmen die Bolschewiki die Macht. Im Februar 1918 marschierte das deutsche Kaiserliche Heer ein, bevor im Dezember die Bolschewiki zurückkehrten. Im Januar 1919 wurde Rēzekne schließlich von der Baltischen Landeswehr zurückerobert und Teil des unabhängigen Lettlands.

 
Rēzekne um 1920

Rēzekne zählte 1920 nur noch 5.000 Einwohner. 1939 lebten 13.300 Einwohner in der Stadt. 1940 marschierte die Rote Armee ein und 1941 die Wehrmacht. Bei den Kämpfen Ende Juli 1944 wurde ein Großteil der Stadt zerstört.

Nach dem Krieg wurde Rēzekne mit dem Schwerpunkt auf der industriellen Entwicklung wieder aufgebaut. Der folgende Zuzug von Russen und anderen ethnischen Gruppen aus der Sowjetunion führte dazu, dass diese heute die Mehrheit in der Stadt stellen.

Rēzekne heuteBearbeiten

  • Die Stadt ist neben Dünaburg der kulturelle Mittelpunkt Lettgallens. Seit 1993 besteht die Hochschule von Rēzekne. Das 2013 eröffnete Multifunktionszentrum „GORS“ beherbergt zwei der modernsten Konzertsäle des Baltikums.[2]
  • In der „Latgale-Straße“ sind einige historische Bauwerke erhalten geblieben, beispielsweise die 1882 erbaute „Ērgļi-Apotheke“.
  • Die in der Stadt befindliche Statue Latgales Māra von Leons Tomašickis ist der lettischen Unabhängigkeit gewidmet. Während der Zeit der Sowjetunion zerstört, wurde sie 1992 wiedererrichtet.
  • In Rēzekne befindet sich eine Gedenkstätte für die von den Deutschen während des Zweiten Weltkriegs ermordeten jüdischen Einwohner. An der Mauer des ehemaligen Gefängnisses erinnert eine Gedenkplatte an das Massaker von Audriņi.

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Der Stadtname in anderen SprachenBearbeiten

PartnerstädteBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Astrīda Iltnere (Red.): Latvijas Pagasti, Enciklopēdija. Preses Nams, Riga 2002, ISBN 9984-00-436-8.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Rēzekne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Latvijas iedzīvotāju skaits pašvaldībās (= Einwohnerzahlen der Selbstverwaltungsbezirke Lettlands), Stand: 1. Juli 2018 (lettisch), S. 1, abgerufen am 31. Dezember 2018.
  2. Baubeschreibung (englisch)